Mittwoch, 7. August 2013

Glaube am Ende der Neuzeit

 
 
Die Einsamkeit im Glauben wird furchtbar sein.
 
(Romano Guardini in: Das Ende der Neuzeit)
 
 
 
 
 

Kommentare:

  1. Das ist eine erschreckende Vorstellung.

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  2. Ja. Aber zum Trost sei gesagt: Wir wissen ja, dass der, der glaubt, nie allein ist. Und dennoch kann es manchmal so aussehen - oder auch so sein - dass man im Hier und Jetzt allein da steht, weil selbst die Treuen noch andere Wege gehen.

    Von Romano Guardini ist bekannt, dass er, besonders zum Ende seines Lebens, oft mit der Schwermütigkeit zu kämpfen hatte, oder sie auch ganz bewusst durchlebte. Diese Worte schreibt er in einer, man kann vielleicht sagen, "Vision" der Zukunft (nicht unbedingt einer zeithaften, sondern mehr noch einer wesensmäßigen), und wie es wohl sein wird in den Tagen, wenn wir uns nicht mehr stützen können auf umgebende "christliche Kultur und bestätigende Tradition", und nicht mehr von ihr gestützt werden. Wenn uns nur noch Vertrauen bleibt und Tapferkeit. Diese beiden sieht Guardini als die wesentlichen Pfeiler des Glaubens in einer nachchristlichen Gesellschaft. Er schreibt weiter, vielleicht hast Du es bei Ester gelesen:

    "Die Liebe wird aus der allgemeinen Welthaltung verschwinden (Mt 24,12). Sie wird nicht mehr verstanden noch gekonnt sein. Um so kostbarer wird sie werden, wenn sie vom Einsamen zum Einsamen geht; Tapferkeit des Herzens aus der Unmittelbarkeit zur Liebe Gottes, wie sie in Christus kund geworden ist. Vielleicht wird man diese Liebe ganz neu erfahren: die Souveränität ihrer Ursprünglichkeit, ihre Unabhängigkeit von der Welt, das Geheimnis ihres letzten Warum. Vielleicht wird die Liebe eine Innigkeit des Einvernehmens gewinnen, die noch nicht war. Etwas von dem, was in den Schlüsselworten für das Verständnis der Vorsehungsbotschaft Jesu liegt: daß um den Menschen, der Gottes Willen über Sein Reich zu seiner ersten Sorge macht, die Dinge sich wandeln (Mt 6,33).
    http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/08/guardini-das-ende-der-neuzeit-die-liebe.html

    Und das ist doch wieder trostreich. Eines ist aber ganz sicher: Christus hat gesagt, dass er alle Tage bis ans Ende der Zeiten bei uns sein wird (Mt 20,28). Und dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass das für uns ganz persönlich gilt.

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  3. Ich habe gerade das heutige Evangelium gelesen. Dort kündigt Jesus sein Leiden und seinen Tod an. Das gilt natürlich auch für die Kirche, den Leib Christi, und auch für uns, die wir ihm nachfolgen sollen.
    Wie Guardini sagte, ist Vertrauen und vor allem Tapferkeit wichtig.

    Wir versuchen doch immer, die "triumphierende Kirche" auf Erden zu verwirklichen.
    Ich denke, das ist genauso unmöglich wie das "sozialistische Paradies" auf Erden.

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