Posts mit dem Label Altar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Altar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 17. Juli 2013

Vorher - Nachher :-)


 


+      +      +

Montag, 18. Februar 2013

Papstaltar Maria Vesperbild



„Papstaltar“ in Maria Vesperbild

In der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild (Mittelschwaben) wird in einzigartiger Weise der Rücktritt Papst Benedikts‘ XVI. ins „Bild“ gesetzt: Auf dem rechten Seitenaltar wird die Figur Unserer Lieben Frau von Fatima von zwei Titelseiten der „Bild“ eingerahmt, nämlich die vom Mittwoch, 20. April 2005, mit der Schlagzeile „Wir sind Papst“ und der „Bild“ vom Dienstag, dem 12. Februar 2013, mit der Schlagzeile „Keine Kraft mehr“. Zu Füßen der Gottesmutter ist dann die Titelseite des L’Osservatore Romano vom 11./12.02.13 mit der Rücktrittserklärung zu sehen. Über der Gestalt der Gottesmutter hängt jetzt in der Fastenzeit ein Bild, das Jesus in der Nacht auf dem Ölberg zeigt. Eingerahmt wird dieses spirituelle Arrangement u.a. von zwei großen Wallfahrtskerzen, die das Gnadenbild der Schmerzensmutter tragen! Zahlreiche Vatikanfähnchen runden die originelle Bildkomposition ab!

Die Fotos zeigen, wie sich Trauer und Bestürzung, Bewunderung, Gottvertrauen und Zuversicht verbinden. Eine originelle Einladung zum intensiven Gebet für Papst Benedikt XVI und das hl. Kollegium, das den Nachfolger wählen wird.

Homepage: www.maria-vesperbild.de


Sonntag, 4. November 2012

Fehlentwicklungen nicht dem Konzil anlasten

"Dass die nachkonziliare Liturgieform mit ihren Fehlentwicklungen und Umbrüchen nicht dem Konzil und seiner – nach wie vor noch nicht wirklich umgesetzten – Liturgiekonstitution anzulasten ist, sei ausdrücklich bemerkt.

Die weithin erfolgte Entfernung des Latein und des Gregorianischen Chorals wie auch die nahezu flächendeckende Aufstellung von Volksaltären können sich keinesfalls auf Vorschriften des Konzils berufen.

Die Etablierung von Pfarrgemeinde-, Dekanats- und Diözesanräten hat – wo nicht mit gesundem Hausverstand durchgeführt – zu einer, wie schon Klaus Mörsdorf kritisch bemerkte, Parallelhierarchie, zu einer mit der sakramental-hierarchischen Struktur nicht zu vereinbarenden „Demokratisierung“ der Kirche und damit zu großen Problemen geführt."

Kirchenhistoriker Walter Kardinal Brandmüller im Gespräch mit Guido Horst; Die Tagespost Nr.128, 25.10.2012



Samstag, 19. Mai 2012

LOS WOCHOS Mai-Altäre 2012 (2)


(Eine sehr schöne Idee von Pro Spe Salutis)




Maialtar in der Kapelle des Klosters der Anbetungsschwestern vom Kostbaren Blut in Schellenberg (Liechtenstein)


Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen


Ave Maria, gratia plena,
Dominus tecum.
Benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, Iesus.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.
Amen
"Ein einziges andächtiges "Ave Maria" gebetet,
freut sich der ganze Himmel,
jauchzen die Chöre der Engel,
jubelt die Erde,
knirscht die Hölle,
fliehen die Teufel!"
(Hl. Franziskus von Assisi)


Schwestern vom Kostbaren Blut (SPPS)
Sorores a Pretiosissimo Sanguine D.N.I.C.
(gegründet 1834 von Mutter Anna Maria Brunner und Pater Franz Sales Brunner, seit 1858 in Schellenberg)

Frauenkloster Schellenberg

9488 Schellenberg, Dorf 35
Tel. (00423) 373 11 67
Frau Mutter: Sr. M. Ulrika Walser

LOS WOCHOS Mai-Altäre 2012 (1)

 

 


Sonntag, 22. April 2012

Blick über den eigenen Blog-Rand

Besonders bemerkens- und lesenswerte Beiträge der letzten Tage in der Blogoezese: 


Raphael E. Bexten  von Diligere veritatem:  
Der Beitrag der Ukrainisch Griechisch-Katholischen Kirche zur Re-Evangelisierung Europas

Catocon von Kreuzfährten: Wahrheit statt Mehrheit  zum Islam anlässlich der Koran-Verteilaktion:
Ein paar Worte zum Islam…

VoxClamantisInDeserto: dringender aktueller Gebetsaufruf für verfolgte Christen in Indien 
Weltkirche

sosophilo von Invenimus Messiam zum Skandal-Altar in der Welschen Kirche des Bistum Graz:
Ein Altar macht Furore  

Bastian von Echo Romeo zur neuesten Ausgabe des Magazins "News":


Samstag, 14. April 2012

Keine bloße Mahlfeier...

Hl. Messe in St. Georg, Wohmbrechts, 2006
DT: Mit der Veröffentlichung des Motu proprio Summorum Pontificum hat Papst Benedikt XVI. den Gläubigen die Hand entgegen-gestreckt, die der überlieferten Liturgie verbunden sind. Bedarf es weiterer römischer Maßnahmen zur Reform der Liturgiereform? Oder genügt vorerst eine Phase ruhigen Wachstums?

Martin Mosebach: 
Der Heilige Vater selbst hat die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Reform der Reform dadurch ausgesprochen, dass er den Ritus Pauls VI. und den überlieferten Ritus als zwei Formen eines und desselben Ritus bezeichnet hat.

Zumindest in der Praxis ist dies weniger eine Zustandsbeschreibung, als ein Ziel, wenn der Ordentliche und der Außerordentliche Ritus wirklich zu zwei Formen ein und desselben Ritus werden sollen, dann bedarf der Ordentliche Ritus deutlicher Modifikationen.

An der Spitze steht hier etwas ganz Einfaches und Wortloses, ein Element, das in der Reform Papst Pauls VI. gar nicht zwingend vorgesehen war: die Zelebrationsrichtung. Erst wenn der Ordentliche Ritus wieder allgemein in der Richtung nach Osten und auf das Kreuz hin gefeiert wird, sind alle Möglichkeiten, ihn als bloße Mahlfeier zu interpretieren, unmissverständlich beseitigt.

Martin Mosebach in einem Interview in "Die Tagespost" vom 13.04.2012

Sonntag, 11. März 2012

Der Sperling hat ein Heim gefunden...



Der Sperling hat ein Heim gefunden,
ein Nest die Turteltaube, worin sie ihre Jungen birgt;
so finde ich für mich Deinen Altar,
o Herr der Himmelsheere,
mein König und mein Gott!

Glückselig, die in Deinem Hause wohnen,
sie preisen Dich in alle Ewigkeit. 
(Psalm 83,4f)



Communio-Gebet des 3. Fastensonntags (s. Schott-Messbuch 1962)

Samstag, 10. März 2012

Der Bauer von Ars

von  P. Bernward Deneke FSSP

Der heilige Pfarrer von Ars geht durch seine Kirche. In einer Bank nimmt er, wie so oft schon, einen einfachen Bauern wahr, der stundenlang dort verweilt, ohne Buch oder Rosenkranz in den Händen, aber den Blick unablässig zum Altar gewandt. Der Pfarrer fragt ihn: „Was tust du denn hier die ganze Zeit über?“ Die Antwort: „Ich schaue Ihn an, und Er schaut mich an. Das ist genug.“

Ein erstaunliches Wort. Wenn wir bedenken, wie wir auch spannender Unterhaltung recht bald einmal überdrüssig werden! Doch über lange Zeit hin einfach nur zum Altar zu schauen und daran Genüge zu finden, und das nicht nur ein einziges Mal, sondern immer wieder, während vieler Wochen, Monate, Jahre – das ist mehr als ungewöhnlich.

Hinzu kommt, dass dieser einfache Mann eigentlich niemanden sehen kann, den er anschaut und von dem er angeschaut wird. Seine Antwort legt keine visionären Erlebnisse nahe, und auch für die Vermutung, der Bauer huldige vielleicht unbewusst einer Art fernöstlicher Versenkungsmystik, gibt es keinen Grund. Die knappe Auskunft: „Ich schaue Ihn an, Er schaut mich an“ lässt vielmehr erkennen, dass er sich einer wirklichen Person zuwendet. Diese nimmt er zwar nicht mit leiblichen Augen wahr, doch die gläubigen „Augen des Herzens“ (Eph 1,18) erkennen Ihn ganz deutlich: Jesus Christus, gegenwärtig im Sakrament des Altares. ER – und niemand sonst – ist es, von dem der Bauer derart in Bann geschlagen ist, dass er stundenlang an seinem Platz in der Kirche ausharrt.

In unseren Tagen blickt man gerne auf die „Tabernakelfrömmigkeit“ früherer Zeiten herab. Spöttisch lächelnd werden gewisse Redensarten der letzten Jahrhunderte (wie die vom „Gefangenen des Tabernakels“, den wir besuchen und trösten sollen) als Beispiele einer längst überwundenen Haltung angeführt. Spätestens die liturgischen Reformen der 60er und 70er Jahre hätten dem ein Ende bereitet, und man richte bei der Eucharistie die Aufmerksamkeit jetzt nicht mehr isoliert auf die Realpräsenz Jesu, sondern im Sinne einer ausgewogenen „theologischen Einbettung“ lege man den Akzent verstärkt auf die kirchlich-gemeinschaftliche Dimension.

Ob es sich hierbei um Erfolgsnachrichten handelt? Ich wage daran zu zweifeln. Denn wenn es stimmt, dass im Altarsakrament derjenige gegenwärtig ist, vor dessen himmlischem Thron Tag und Nacht das Dreimalheilig der Engel erklingt und die Erlösten anbetend niederfallen (vgl. Apk 4) – wie könnte man dann als gläubiger Mensch achselzuckend über diese Tatsache hinweggehen oder sie mit einem distanziert-sachlichen Hinweis auf eine ausgewogene „theologische Einbettung“ an den Rand schieben?

Glücklicherweise entspricht die Behauptung, die „Tabernakelfrömmigkeit“ gehöre der Vergangenheit an, auch gar nicht den Tatsachen. Zwar ist das Bewusstsein von der Realpräsenz im Kirchenvolk leider weithin verschwunden; mancherorts beugen die Gottesdienstbesucher beim Betreten der Kirche kaum noch die Knie, von einem anbetenden Verweilen vor dem Allerheiligsten ganz zu schweigen. Aber gleichzeitig zeichnet sich ein entgegengesetzter Trend ab: Zahlreiche Menschen, darunter viele junge, verspüren die Anziehungskraft, die von Jesus im Sakrament ausgeht, und suchen in wachsendem Maße die eucharistische Anbetung.

Allerdings findet der Bauer von Ars auch unter ihnen für gewöhnlich wenige Nachahmer. In öffentlichen Anbetungsstunden wird oft pausenlos laut, manchmal sehr laut gebetet und nur selten eine Unterbrechung von einigen Minuten einberaumt. (Mehr könne man den Gläubigen nicht zumuten, lautet die vielsagende Erklärung.) Auch diejenigen, die eine stille Anbetung aufsuchen, haben selbst vor dem ausgesetzten Sakrament nichts Eiligeres zu tun, als sogleich den Rosenkranz oder ein Gebetbuch zu zücken. Nichts gegen den Rosenkranz und Gebetbücher. Aber wäre es denn nicht angemessen, das unaussprechliche Geheimnis zunächst einmal schweigend zu ehren, um so in die Tiefe einer lebendigen Begegnung mit dem Herrn zu gelangen?

Wir sollten lernen, die Stätte seiner Gegenwart als einen Ort wahrer Freiheit zu betrachten, an dem wir uns auch von religiösem Pflichtdruck („...was ich noch alles zu beten habe!“) freimachen dürfen. Wenn wir gläubig zu Jesus aufblicken und uns von ihm angesehen wissen, führt er uns heraus aus dem unruhigen Auf-und-ab einer zerrissenen Welt, hinein in die Geheimnisse der Welt Gottes. Und stärkt uns gerade dadurch für unsere Aufgabe in dieser Welt. Warum sollten nicht auch wir eines Tages mit jenem Bauern sprechen können: „Ich schaue Ihn an, Er schaut mich an. Das ist genug“?  



Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Freitag, 10. Februar 2012

Konzil und Zelebration "versus populum"

"In keinem Dokument des II. Vatikanischen Konzils steht, auch und besonders nicht in der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium” (1963), dass der Priester die Eucharistie „versus populum” („zum Volk”) zelebrieren soll oder muss."

Das hat nun auch der Wiener Theologieprofessor Hans-Jürgen Feulner in einem aktuellen Interview in der Zeitung "Der Sonntag" klargestellt.

Auch wenn die praktischen Auswirkungen in den Pfarreien zur jetzigen Zeit sicher allgemein nicht spürbar sein werden, so wird mit dieser Aussage einmal mehr die irrige Auffassung widerlegt,  dass die Zelebration "versus populum" in der neuen Messform verbindlich sei.





Links zum Thema "Zelebrationsrichtung des hl. Messopfers":


Dienstag, 31. Januar 2012

Wesentlich in der Frühkirche: Das Gebet nach Osten

aus:  Msgr. Dr. theol. Dr. phil h.c. Klaus Gamber:
Die Reform der Römischen Liturgie, Vorgeschichte und Problematik, S.47f (s. Quellen)

 
"Die Zelebration "versus populum"


Entscheidend für die Stellung zum Altar war in der Frühkirche und im Mittelalter die Ausrichtung beim Gebet nach Osten hin. So meint Augustinus: "Wenn wir zum Gebet aufstehen, kehren wir uns nach Osten, von wo der Himmel sich erhebt. Nicht als ob Gott dort wäre und er die anderen Weltgegenden verlassen hätte..., sondern damit der Geist gemahnt werde, zu einer höheren Natur sich zu bekehren, nämlich zu Gott." (1)

Dieses Wort des Afrikaners zeigt, daß die Christen sich nach der Predigt zum anschließenden Gebet erhoben und nach Osten gekehrt haben. Auf dieses Hinwenden nach Osten beim Gebet weist Augustinus am Schluß seiner Ansprachen immer wieder hin, wobei er als feststehende Formel die Wendung "Conversi ad Dominum" (Hingewendet zum Herrn) gebraucht. (2)

Dölger ist in seinem grundlegenden Buch "Sol salutis" der Überzeugung, daß auch die Antwort des Volkes "Habemus ad Dominum" im Anschluß an den Ruf des Priesters "Sursum corda" ein Hingewendetsein nach Osten meint, zumal einige orientalische Liturgien dazu in einem diakonalen Ruf eigens auffordern. (3)

Dies gilt für die koptische Basilius-Liturgie, wo es zu Beginn der Anaphora heißt: "Kommt heran, ihr Männer, steht da in Ehrfurcht und schaut nach Osten!", oder die ägyptische Markus-Liturgie, wo ein ähnlicher Ruf ("Schauet nach Osten!") mitten im Eucharistiegebet, und zwar vor der Überleitung zum Sanctus, seinen Platz hat.

In der kurzen Liturgiebeschreibung im 2. Buch der Apostolischen Konstitutionen aus dem Ende des 4. Jahrhunderts wird ebenfalls ein Aufstehen zum Gebet und eine Ausrichtung nach Osten vorgeschrieben. (4)  Im 8. Buch wird der entsprechende Ruf des Diakons mitgeteilt: "Stehet aufrecht zum Herrn hin!") (5)  Die Hinwendung zum Herrn und die Ausrichtung nach Osten war demnach für die Frühkirche dasselbe. (6)

Die Sitte, zum Sonnenaufgang hin zu beten, ist, wie Dölger gezeigt hat, uralt und war bei Juden und Heiden üblich. Sie wurde schon früh von den Christen übernommen. So ist bereits i. J. 197 für Tertullian das Gebet nach Osten eine Selbstverständlichkeit. In seinem Apologeticum (c.16) spricht er davon, daß die Christen "in Richtung der aufgehenden Sonne hin beten". (7)

In ihr sah man ein Symbol für den zum Himmel aufgefahrenen und von dort wiederkommenden Herrn. Damit die Strahlen der aufgehenden Sonne während der Meßfeier in das Kircheninnere fallen konnten, hat man im 4./5. Jahrhundert in Rom, gelegentlich auch andernorts, den Eingang im Osten angebracht, wobei die Türen aus diesem Grund geöffnet bleiben mußten und auch eine Gebetsrichtung zu den Türen hin notwendig wurde. (8)


(1)  Augustinus, De sermone domine in monte II 18 (PL 34, 1277).

(2)  Vgl. J. Dölger, Sol salutis. Gebet und Gesang im christlichen Altertum mit  besonderer Rücksicht auf die Ostung in Gebet und Liturgie (= Liturgiegeschichtliche Quellen und Forschungen 4-5, 1. Aufl. Münster 1920, 2. Aufl. !925) 254-256. Wir zitieren nach der am meisten verbreiteten 1. Auflage

(3)  Dölger, Sol salutis 256, 251.

(4) Const. Apost. II 57, 14 (ed. Funk 165); vgl. Dölger, Sol salutis 127f.

(5)  Canst. Apost. VIII 12,2 (ed. Funk 494).

(6)  Vgl. Dölger, Sol salutis 250-251; E. Peterson, Frühkirche, Judentum und Gnosis (Rom 1959)15-35: Das Kreuz und das Gebet nach Osten. Hier wird auf die Tatsache hingewiesen, daß der Osten als Gebetsrichtung oft durch ein Kreuz bezeichnet wurde. Ein solches Kreuz an der Wand wurde in einer Kammer eines Hauses in Herculaneum gefunden; vgl. Conte Corti, Untergang und Auferstehung von Pompeji und Herculaneum (München 1951) Abb. 29 nach S. 96.

(7)  Vgl. Dölger, Sol salutis 103.

(8)  Vgl. Tertullian, Adv. Valent. 3 (PL 2, 515): Nostrae columbae etiam domus simplex, in editis semper et apertis et ad lucem; vgl. St. Beißel, Bilder aus der Geschichte der altchristlichen Kunst und Liturgie in Italien (Freiburg 1899) 84; Dölger 121.


(Hervorhebungen durch Administrator)




Weiteres zum Thema "Liturgiereform":

Montag, 30. Januar 2012

Die Zelebration "versus populum"

Die Forderung, daß der Priester am Altar dem Volk das Gesicht zukehren solle, hat erstmals Martin Luther aufgestellt (1). Diese Forderung ist jedoch von ihm soviel man weiß, nie und in den verschiedenen protestantischen Kirchen nur vereinzelt befolgt worden, vor allem bei den Reformierten (2).

Erst die jüngste Zeit hat die Zelebration "versus populum" zu einem fast allgemeinen Brauch in der römischen Kirche werden lassen, während die Ostkirchen und vielfach auch die evangelischen Gemeinden an der bisherigen Praxis festhalten.

In der Ostkirche war eine Zelebration "versus populum" zu keiner Zeit üblich, wie auch ein entsprechender Ausdruck dafür fehlt. Die meiste Ehrfurcht wird der Vorderseite des Altars erwiesen. Hier darf nur der Priester (und neben ihm der Diakon) stehen. Innerhalb der Bilderwand darf nur der Zelebrant an der Vorderseite des Altares vorbeigehen.

Bemerkenswert ist ferner, daß bei einer Konzelebration, die bekanntlich in der Ostkirche eine lange Tradition hat, der Hauptzelebrant, wie auch sonst, mit dem Rücken zur Gemeinde steht, während die konzelebrierenden Priester sich links und rechts von ihm am Altar aufstellen. Niemals haben sie jedoch ihren Platz an der Rückseite (Ostseite) des Altars.

Der Brauch zum Volk hin zu zelebrieren, kam bei uns in den zwanziger Jahren in der Jugendbewegung auf, als man daran ging, innerhalb einer kleinen Gruppe die Eucharistie zu feiern. Die liturgische Bewegung, vorweg Pius Parsch, propagierte ebenfalls diesen Brauch.

Man glaubte damit eine frühchristliche Tradition wieder zu erneuern, weil man sah, daß in einigen alten römischen Basiliken ebenfalls der Altar "versus populum" ausgerichtet ist. Doch hat man dabei, wie es scheint, übersehen, daß in diesen Basiliken, im Gegensatz zu den übrigen Kirchen, (3) nicht die Apsis, sondern der Eingang im Osten liegt.


(1)  Er schreibt in seinem Büchlein "Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes" v.J. 1526 zu Beginn des Kapitels "Des Sonntags für die Laien": "Da lassen wir die Meßgewänder, Altar, Lichter noch bleiben, bis sie alle werden oder uns gefällt zu ändern. Wer aber hier anders verfahren will, lassen wir geschehen. Aber in der rechten Messe unter eitel Christen müßte der Altar nicht so bleiben und der Priester sich immer zum Volk kehren, wie ohne Zweifel Christus beim Abendmahl getan hat. Nun, das erharre seiner Zeit"; vgl. K. Gamber, Die Zelebration "versus populum" eine Erfindung und Forderung Martin Luthers, in: K. Gamber, Ritus modernus. Gesammelte Aufsätze zur Liturgiereform (Regensburg 1972) 21-29.

(2)  Vgl. Fr. Schulz, Das Mahl der Brüder, in: Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie 15 (1970) 34 Anm.8. So ließ seinerzeit Martin Bucer in Straßburg Abendmahlstische aufstellen, "daß der Diener das angesicht gegen das Volck wendet".

(3)  Außerhalb Roms sind nur wenige Kirchen bekannt, die den Eingang im Osten haben. Am bekanntesten ist die Basilika in Tyrus, die von Eusebius beschrieben wird. Wie bei dieser, so handelt es sich auch bei den andern um Bauten Konstantins bzw. dessen Mutter Helena; vgl. G. Kunze, Lehre Gottesdienst Kirchenbau in ihren gegenseitigen Beziehungen I (Göttingen 1949) 51ff., vor allem 53.

(Hervorhebungen durch Administrator)

aus:  Msgr. Dr. theol. Dr. phil h.c. Klaus Gamber: Die Reform der Römischen Liturgie, Vorgeschichte und Problematik, S.46f (s. Quellen)

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...