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Dienstag, 4. März 2014

Kleine Konversation über Philosophie, Erkenntnis und Wahrheit

Was ist Philosophie?

Dem Wortsinn nach ist Philosophie die Liebe zur Weisheit, Streben nach Weisheit. Derjenige ist Philosoph, der weise zu werden sucht und zur Erreichung des Zieles seine ganze Kraft einsetzt.

Der Name Philosophie soll, wie Heraklides, ein Schüler Platos, sagt, zuerst von Pythagoras gebraucht worden sein. Er habe nicht sophos genannt werden wollen, weil Gott allein sophos = weise sei, sondern nur Philosophos, Freund der Weisheit, Liebhaber der Weisheit, weil der Mensch immer nur im Streben nach Weisheit begriffen sei.

Was sagen Plato, Arisoteles und der heilige Thomas dazu?

Schon bei Plato und Aristoteles findet sich der Gedanke ausgesprochen, dass die Menschen aus Verwunderung über die Erscheinungen, die ihnen in der Welt entgegentraten, deren Ursachen sie aber nicht kannten, zu philosophieren angefangen hätten, womit das Ziel der Philosophie klar angedeutet ist: zu den Gründen oder Ursachen der Erscheinungen, ja bis zu den letzten und höchsten Möglichkeiten vorzudringen...

Was ist scientia?

Die scientia, das Wissen oder die Wissenschaft, kann in einem doppelten Sinne genommen werden, nämlich im Sinne von wissenschaftlicher Erkenntnis überhaupt und im Sinne von wissenschaftlicher Disziplin. Man versteht unter wissenschaftlicher Erkenntnis die Erkenntnis der Dinge oder Erscheinungen in ihrem Grunde oder in ihrer Ursache, vorausgesetzt, dass die Erkenntnis auf Evidenz beruht und sicher und gewiss ist. - Cognitio certa et evidens rerum per causas.

Wenn etwas nicht mehr einfach unserer Erkenntnis (nur) vorschwebt, sondern wenn wir erkennen, warum es so sei und so sein müsse, und wenn diese Erkenntnis evident und gewiss ist, können wir sagen, dass wir eine wissenschaftliche Erkenntnis von dieser Sache haben. - Scire est rerum cognoscere causas.

Was ist der Unterschied zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Glaubenserkenntnis:

Der Glaube ist die sichere Erkenntnis einer Wahrheit auf eine für diese Wahrheit Bürgschaft leistende Autorität hin.

Das Wissen dagegen beruht auf der Beweisführung durch welche die Wahrheit eines Satzes zur Evidenz  gebracht und dadurch für unsere Erkenntnis gesichert wird.

Welche Aufgabe hat die Philosophie in Bezug auf die Offenbarung (Gottes)?

Sie besteht darin, dass sie den menschlichen Geist der christlichen Wahrheit wissenschaftlich zuführt. Sie soll nämlich die innere Übereinstimmung dessen, was die Vernunft lehrt, mit den Lehren der Offenbarung nachweisen und dadurch den menschlichen Geist dahin führen, dass er die Erkenntnis der christlichen Wahrheit als die höchste Vollendung seiner Erkenntnis erfasse und hochachte.

Können sich Vernunft und Offenbarungserkenntnisse, also wissenschaftliche und Glaubenserkenntnisse widersprechen?

Wahrheiten, die aus der Vernunft erschlossen werden und Offenbarungswahrheiten können nicht miteinander in Widerspruch stehen, weil beide aus einer Quelle, nämlich aus Gott als der absoluten Wahrheit und Wahrhaftigkeit stammen. Es kann also nicht etwas philosophisch wahr sein, was nach dem Glauben falsch ist, und umgekehrt, eine Wahrheit kann nicht der anderen widersprechen. Der Widerspruch würde ja zuletzt auf Gott fallen, weil eben alle Wahrheit in Gott gründet.

Und wenn es nun doch zu einem Zwiespalt kommt?

Irren ist menschlich. Kommt die Philosophie in ihren Forschungen auf ein Resultat, das mit dem Offenbarungsinhalt in Widerspruch steht, sei es, dass dieser Widerspruch offen daliegt, oder dass die kirchliche Autorität erklärt, es sei das bezügliche Resultat mit dem Offenbarungsinhalte nicht vereinbar, so hat die Philosophie dieses Resultat als falsch zu verlassen und den Prozess der Schlussfolgerung zu revidieren, um den Fehler zu entdecken.

Andererseits ist es auch möglich, dass der Grund des Zwiespalts nich so offen zutage liegt, sondern einer langwierigen Suche und Diskussion bedarf. Es kann sich dabei auch ergeben, dass ein zu enges oder zeitbedingtes Verstehen von Glaubenswahrheit der Grund des scheinbaren Zwiespaltes ist. Dann muss auf ein besseres, umsichtigeres Verständnis des Glaubens oder bestimmter Offenbarungswahrheiten Mühe verwendet werden, als deren Frucht sich die Auflösung des Zwiespalts und Übereinstimmung von Vernunft und Glaube ergeben werden.

Aber duch die Anerkennung der göttlichen Offenbarung als das leitende Prinzip wird die Energie der philosophischen Forschung keineswegs beeinträchtigt, sondern sogar erhöht, weil die Vernunft, an das leitende Prinzip sich haltend, in ihren Forschungen viel energischer und sicherer zuwege gehen kann, als wenn sie derselben entbehrt. Ein Beispiel: Denken wir nur an die Unsicherheit, mit welcher die antike Philosophie, weil ihr jenes leitende Prinzip der göttlichen Offenbarung mangelte, gerade in Bezug auf die höchsten Wahrheiten herumtastete.

In welchem Verhältnis stehen Philosophie und Theologie zueinander?

Beide stehen sich als selbständige Wissenschaften gegenüber, so zwar, dass keine in der anderen aufgehoben werden darf. Denn jede hat ihr eigenes Erkenntnisprinzip. Die Theologie die Offenbarung, die Philosophie die Vernunft und Vernunftprinzipien. Jede hat ihren eigenen Wahrheitskreis: die Theologie die geoffenbarten, die Philosophie die Vernunftswahrheiten. Jede hat ihre eigene Methode: Die Theologie nimmt ihre Beweise aus den Offenbarungsquellen, die Philosophie aus der Vernunft. 

Allerdings greifen beide insoweit ineinander, als die Offenbarung auch solche Wahrheiten in ihrem Inhalte einschließt, welche an und für sich genommen Vernunftwahrheiten sind. Die Theologie hat christliche Mysterien zum Inhalt, an welche die Vernunft für sich allein nicht heranreicht. Z. B: können die Geheimnisse der allerheiligsten Dreifaltigkeit und der Transsubstantiation (Wesensverwandlung) in der heiligen Messe nicht von dr Vernunft, also nicht von der Philosophie erkannt werden. Da ist Christus, der Herr, der Weg, die Wahrheit und das Leben.



nach: Johannes Derksen "Der getreue Verwalter"; St. Benno-Verlag GmbH Leipzig; Imprimatur 1959; S. 126-130 (leichte stilistische Änderungen)



Foto:  Marmor-Büste des Aristoteles, römische Kopie nach dem griechischen Bronze-Original von Lysippos, um 330 vor Chr. Der Alabaster-Mantel ist eine Ergänzung in der Moderne.; Giovanni Dall'Orto

Samstag, 12. Oktober 2013

Die Bedeutung der Philosophie für das Christentum



 Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad 

Wozu noch Philosophie, wo wir doch durch den Glauben über alles letztlich Entscheidende unterrichtet sind? Die Frage ist nicht unerheblich. Sie wird manchmal im Hinblick auf die Studien der angehenden Priester gestellt. Denn diese haben ja, bevor sie sich vorwiegend in die Glaubenswissenschaft, die Theologie, vertiefen, zunächst einen Kurs der Philosophie zu durchlaufen. Philosophie aber bedeutet, sich mittels der Vernunft – und nicht anhand der göttlichen Offenbarung – den wesentlichen Themen zuzuwenden, z.B. dem Sein und der Wahrheit der Dinge, der Natur des Menschen, dem sittlich Guten und nicht zuletzt dem Dasein und Sosein Gottes. 

Weshalb denn, so fragt man, müssen sich die künftigen Geistlichen in ihrer Ausbildung mit den Auffassungen eines Platon und Aristoteles befassen, obwohl uns Jesus längst den Weg gewiesen, die Wahrheit gelehrt und das Leben geschenkt hat – Er, der selbst „Weg, Wahrheit und Leben“ ist (Joh 14,6)? Der heilige Thomas von Aquin stellt einmal fest, nach der christlichen Offenbarung sei der schlichte, ungelehrte, aber gläubige Mensch nun besser über die höchsten und wichtigsten Dinge unterrichtet, als es in vorchristlicher Zeit die größten Denker waren. Eine Bemerkung, die mit dem Wort des Herrn zusammenstimmt: „Ich preise Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass Du dies vor Weisen und Klugen verborgen, es aber den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, so ist es wohlgefällig vor Dir!“ (Mt 11,25f.) 

Ist es da nicht unnötig, sich nochmals suchend an die bedauernswerten „Weisen und Klugen“ zu wenden? Kann man als Katholik so tun, als hätte man das alle menschliche Vernunft hell überstrahlende Licht des Glaubens nicht empfangen? Und erweisen die Tatsachen solche Studien nicht überdies als gefährlich, da schon viele junge Menschen der Faszination philosophischer Systeme erlegen sind, die mit dem Christentum unvereinbar sind, oder, infiziert durch die alles hinterfragende Skepsis gewisser Philosophen, erheblichen Schaden an ihrer vertrauensfrohen Gläubigkeit genommen haben? Wer die Folgeschäden einer Theologie kennt, welche uns die Offenbarung Gottes im Geiste Kants, Hegels, Heideggers oder Sartres erklären wollte, der wünscht sich wohl eine Ausbildung, die mehr an der herrlichen Aussage des heiligen Bernhard von Clairvaux über die Bücher der Weltweisen ausgerichtet ist: „Sie schmecken mir nicht, weil ich darin nicht den Namen Jesu lese...“ 

Die Antwort auf diese Fragen kann kurz ausfallen: Das Studium der Philosophie ist für die künftigen Verkünder des Gotteswortes nicht nur hilfreich, sondern geradezu notwendig. Das geht aus vielen lehramtlichen Äußerungen insbesondere der letzten 150 Jahre hervor, die sich in der Enzyklika Papst Johannes Pauls II. mit dem bezeichnenden Titel „Fides et ratio - Glaube und Vernunft“ (1998) und in ungezählten Aussagen seines Nachfolgers Benedikt XVI. fortsetzen. Immer hat die Kirche daran festgehalten, dass die christliche Offenbarung keine esoterische, von der sonstigen Wirklichkeit abgetrennte Gedankenwelt ist, zu der es keinen anderen Zugang als eine höhere Erleuchtung, einen blinden Glaubensakt oder ein mysteriöses Einweihungsritual gibt. Vielmehr stammt alle Wahrheit, die diesseitige wie die jenseitige, aus derselben Quelle, nämlich aus Gott. Und folglich kann es keinen Widerspruch zwischen einer gesunden Philosophie und den Inhalten unseres Credo geben. Die Glaubensgeheimnisse sind gewiss übervernünftig, aber niemals unvernünftig. Um das zu erweisen und den Glauben gegen den Vorwurf der Unvernunft zu verteidigen, braucht der Theologe die Philosophie. 

Sie übernimmt Vermittlerdienste, indem sie den menschlichen Geist zu den Grundfragen führt und erste gültige Antworten gibt. Ein Beispiel: Nach biblischer Lehre ist Gottes Dasein eine Wahrheit, die nicht erst durch die Offenbarung, sondern bereits mit der Vernunft einsichtig ist: „Aus der Größe und Schönheit der Geschöpfe wird durch Vergleichung deren Schöpfer erschaut“ (Weish 13,5), dessen unsichtbares Wesen „an Seinen Werken durch die Vernunft erkannt wird“ (Röm 1,20). Indem der Philosoph Wege natürlicher Gotteserkenntnis aufzeigt, geleitet er den Menschen an die Schwelle des Glaubens. Ähnliches spielt sich auf anderen Gebieten ab: Die menschliche Vernunft stellt Fragen, findet erste Antworten und gelangt schließlich, bewegt von der Gnade und belehrt von der christlichen Verkündigung, zur übernatürlichen Erkenntnis. 

Nur eine Einschränkung muss gemacht werden: Nicht alles, was sich als „Philosophie“ ausgibt, ist für dieses Unternehmen geeignet. Es bedarf einer Philosophie, die tatsächlich „Liebe zur Weisheit“ (so die Übersetzung des griechischen Wortes) ist; die sich der Wirklichkeit staunend zuwendet und sie ehrfürchtig ausdrückt, anstatt sie den eigenen Vorstellungen oder zeitgeistigen Ideologien zu unterwerfen. Daher verweist das kirchliche Lehramt immer wieder auf das Vorbild des heiligen Thomas von Aquin. Hätte man das in den letzten Jahrzehnten beherzigt, das Philosophiestudium der künftigen Theologen wäre ganz unproblematisch.


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Montag, 17. Juni 2013

Gott oder Atheismus, was ist vernünftiger?

Glaube und Vernunft. Schön erklärt:

  


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Sonntag, 14. April 2013

Wo die Demut des Mitglaubens mit der Kirche verschwindet, löst sich die Erkenntnis auf

Der Gekreuzigte ist die wahre Weisheit (4)

Fortsetzung von hier

So wollen wir auch beten für die Theologie und die Theologen, dass sie diese grundlegende Gebärde der Demut, diese innerste Voraussetzung aller Theologie wieder mit neuer Entschiedenheit aufnehmen: Theologie ist nicht Weltfahrt der isolierten Vernunft des Gelehrten, sondern ist Mitdenken mit dem Glauben der Kirche und Mühen darum, diesen Glauben zu verstehen, auszusagen und so die Wahrheit zu berühren, die unseren Verstand und unser Herz zugleich erleuchtet.

Der große Konvertit Heinrich Schlier ist gerade über dem Studium des Epheserbriefes katholisch geworden; einen der wichtigsten Wegweiser fand er hier, im Text unserer heutigen Lesung (Eph 3,13 -21). Denn Paulus sagt uns hier, dass Glaube und Liebe zur Erkenntnis führen. Das ist die zweite und dritte Aussage in der Beschreibung des Weges der Gesundung, den er uns zeigen will.

Zunächst sagt er uns ganz klar (und das war für den Lutheraner Schlier eine wichtige Entdeckung), dass der Glaube sich in der Liebe bewähren muss. Der Glaube bleibt nur gesund, wenn man ihn lebt. Er ist nicht eine Theorie, er verändert unser Leben. Er öffnet das Herz. Er führt zur Liebe: Wo sie fehlt, ist der Glaube nicht vollständig. Der Glaube dispensiert nicht von den Geboten, sondern durch den Glauben lernen wir sie lieben, weil wir in ihnen das Angesicht des Herrn selbst erkennen.

Paulus fügt noch einen weiteren Schritt hinzu: Glaube und Liebe zusammen führen zur Erkenntnis. Man kann sagen: Wo Glaube und Liebe da sind, wächst auch so etwas wie Theologie. Zwei wichtige Aussagen macht der Apostel darüber: Die Erkenntnis löst den Glauben nicht auf, sie löst die Liebe nicht ab.

Der Glaube wird nie überflüssig. Das hat Paulus dem Hochmut der damaligen Gnostiker gegenüber betont, das müssen wir hochmütigen Theologien gegenüber auch heute betonen. Wo die Demut des Mitglaubens mit der Kirche verschwindet, löst sich auch die Erkenntnis auf.

So ergibt sich von selbst das zweite: Zur Erkenntnis gehört die lebendige Gemeinschaft der Heiligen. Schlier schreibt dazu in seinem Kommentar: "...Es ist eine Erkenntnis, zu deren Wesen es gehört, dass sie mit den anderen geteilt wird... Es ist weder eine private noch eine Konventikelerkenntnis. Erkennt man, so erkennt man, was schon 'die Heiligen' erkannt haben, und man erkennt mit ihnen zusammen" (Seite 170).

Wir könnten sagen: Zur wahren Erkenntnis gehört Heiligkeit, und zur Heiligkeit gehört die Gemeinschaft der Heiligen. Deswegen ist es so wichtig, sich nicht von der lebendigen Gemeinschaft der ganzen Kirche zu trennen. Deswegen ist es so wichtig, in der großen Gemeinschaft der ganzen Kirche aller Orte und aller Zeiten, in ihrer lebendigen Überlieferung zu stehen.

Man kann Christus nicht erkennen ohne seine Heiligen; man kann ihn nicht lieben ohne seine Heiligen. Die Liebe zur ganzen großen Tradition der heiligen Kirche ist nicht ein Luxus einiger, sondern eine Notwendigkeit für uns alle. (weiterlesen)


Schluss folgt


Joseph Kardinal Ratzinger in einer Predigt vom 24.09.1995 in der Benediktinerabtei Sainte-Madeleine in Le Barroux anlässlich eines feierlichen Pontifikalamtes im alten Ritus (Teil 1, 2, 3, 5)

Donnerstag, 4. April 2013

Für die Freiheit der Vernunft - Gegen Gender-Ideologie und Homo-Konkubinat

"Es gibt genug bedrohliche Beispiele für die ideologische Dauerbevormundung durch Politiker. Zum Beispiel: die Eltern haben Erziehungsrechte, in die sich der Staat weder durch die Gender-Ideologie noch durch die schamlose „Sexual-Erziehung“ zur Unmoral im Sinn der 68-Jahre einmischen darf.

Es ist auch nicht Aufgabe der Politiker und auch nicht der Medien, uns für die Ideologie der Homo-Lobbys durch Dauerthematisierung weich zu klopfen und uns so von den überzogenen Forderungen und Behauptungen der Homolobby überzeugen zu wollen. Menschen mit diesen Neigungen sollen als Bürger alle Rechte haben wie jeder andere Mensch im Rechtsstaat. Aber keine unbegründete Privilegien. Oder auch: Dass Menschen mit homosexuellen Neigungen nicht „heiraten“ können, tut uns leid, ist aber nicht Schuld der Anderen, es ist eben so. Das ist nicht Sache einer Ideologie, sondern der Vernunft."


Weihbischof Andreas Laun (Salzburg) am 03.04.2013 in einem sehr beachtenswerten "kath.net-Klartext" 



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Donnerstag, 31. Januar 2013

Die frohe Botschaft (1)

"Jesus, der Herr, hat (...) von Freiheit zu uns gesprochen: »Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien« (Joh 8,32).

Seine Zuhörer begreifen nicht: »Von welcher Sklaverei müssen wir befreit werden?«, fragen sie sich. Und Jesus erklärt, daß die heimtückischste und bedrückendste Sklaverei diejenige der Sünde ist (vgl . Joh 8, 34). Aus dieser Sklaverei kann nur Er befreien.

Das ist die Verkündigung, welche die Kirche der Welt bringt: Christus ist unsere Freiheit, weil Er die Wahrheit ist. Nicht eine abstrakte Wahrheit, wie sie gleichsam tastend von der stets ruhelosen Vernunft des Menschen gesucht wird. Die Wahrheit ist für uns die Person des Christus. Er hat es uns gesagt: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben« (Joh 14,6).

Wenn die Finsternis der Sünde vom Licht des Lebens besiegt ist, dann gibt es keine Sklaverei, die imstande wäre, die Freiheit zu unterdrücken."

Papst Johannes Paul II. am 08.05.1999 in Bukarest


Montag, 7. Januar 2013

Politische Korrektheit als neue Form der Sklaverei

"Der Humanismus hat nicht zu einer Humanisierung geführt, sondern eine Welt geschaffen, die immer brutaler wird. Die Diktatur der politischen Korrektheit zwingt uns, was pervers ist, nicht mehr pervers zu nennen.

Kopulierende Paare auf karnevalesken Straßenumzügen, sagt man uns, seien Ausdruck der Lebensfreude. Menschen, die öffentlich sadomasochistische Praktiken ausüben und ihre „Lustsklaven“ wie Köter an einer Halsbandleine hinter sich herzerren, begrüßt der Berliner Bürgermeister als Symbol der Freiheit.

Kritik daran wird von interessierter Seite sofort niedergebrüllt. In unserer Gesellschaft hat sich ein Klima entwickelt, in dem es eine offene Diskussion kaum noch geben kann. Es genügt, reflexartig den politischen Gegner als fortschrittsfeindlich, ausländerfeindlich oder homophob (und neuerdings auch als „katholisch“) zu qualifizieren, mit anderen Worten, als politisch suspekt.

Dank dieser perfiden Art der Diffamierung wird eine Voreingenommenheit produziert, die jegliche Form der Kritik unmöglich macht, mehr noch, sie kriminalisiert. Ein Klima der Denunziation ist entstanden. Jeder Kritiker wird mit Anschuldigungen, die bis zu unbewiesenen Verleumdungen gehen, am Pranger der medialen Öffentlichkeit mundtot gemacht.

Damit wird ein faschistoides System eines moralischen und kulturellen Relativismus zementiert, das nicht zum Zusammenhalt von Menschen beiträgt, sondern zur Entsolidarisierung. Was eine auf Denunziation aufgebaute Gesellschaft anrichtet, haben die Diktaturen des 20. Jahrhunderts gezeigt. Doch die Diktatur des Relativismus kommt nicht mit Stiefeltritten und Marschliedern daher. Sie baut vielmehr auf eine repressive Bürokratie, die leise, fast unmerklich, aber nichtsdestoweniger totalitär, bestimmt, was politisch korrekt ist."


Burkhardt Gorissen stellt in seinem Beitrag "Vorsätze, Wünsche, Sklaven" die Frage nach neuen Formen der Sklaverei (der komplette Artikel ist nachzulesen in "Die Tagespost"vom 03.01.2013, im Feuilleton auf S. 9.)


Burkhardt Gorissen war elf Jahre lang Freimaurer und wandte sich im April 2008 wegen weltanschaulicher Unvereinbarkeit mit dem Christentum von der Freimaurerei ab.


Auch noch interessant:




Montag, 17. Dezember 2012

Ehe ist Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau

"Auch die natürliche Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau muß anerkannt und gefördert werden gegenüber den Versuchen, sie rechtlich gleichzustellen mit radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle verdunkeln.

Diese Grundsätze sind keine Glaubenswahrheiten, noch sind sie nur eine Ableitung aus dem Recht auf Religionsfreiheit. Sie sind in die menschliche Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so der gesamten Menschheit gemeinsam.

Der Einsatz der Kirche zu ihrer Förderung hat also keinen konfessionellen Charakter, sondern ist an alle Menschen gerichtet, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit. Solch ein Einsatz ist um so nötiger, je mehr diese Grundsätze geleugnet oder falsch verstanden werden, denn das stellt eine Beleidigung der Wahrheit des Menschen dar, eine schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens."


Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 01. Januar 2013


Weiteres zum Thema:

Mittwoch, 28. November 2012

Der Glaube ist gewiss...

... gewisser als jede menschliche Erkenntnis, denn er gründet auf dem Wort Gottes, das nicht lügen kann. Zwar können die geoffenbarten Wahrheiten der menschlichen Vernunft und Erfahrung dunkel erscheinen, aber ,,die Gewißheit durch das göttliche Licht ist größer als die Gewißheit durch das Licht der natürlichen Vernunft" (Thomas v. A., s. th. 2-2,171,5, obj. 3). 

,,Zehntausend Schwierigkeiten machen keinen einzigen Zweifel aus" (J. H. Newman, apol.).

Samstag, 24. November 2012

Die Suche nach der Wahrheit

Seit Kurzem gibt es eine neue wissenschaftliche Zeitschrift für Philosophie und Theologie:


Wissenschaftliche Zeitschrift für Philosophie und Theologie
ISSN: 2195-173X  http://aemaet.de


Aus der Info-Mail:

Die Gründung dieser Open-Access-Fachzeitschrift ist eine Initiative zur Förderung der Philosophie und der christlichen Theologie in ihrer jeweils genuinen Aufgabe. AEMAET möchte also einen kleinen Beitrag zur größeren Liebe der Weisheit und der Wahrheitsfindung leisten. »AEMAET« ist ein hebräisches Wort und kann mit »Festigkeit«, »Treue« und »Wahrheit« übersetzt werden.
AEMAET garantiert dem Leser den freien Zugriff auf alle Beiträge. Vom Autor werden keine Gebühren für die Publikation seiner Aufsätze verlangt. Jeder kann online eigene Beiträge einreichen.

AEMAET veröffentlicht Artikel und Rezensionen aus den Themengebieten der Philosophie und der Theologie. Hierdurch soll die interdisziplinäre Kommunikation im Sinne des »fides quærens intellectum« gefördert werden. Aktuell ist der erste Band erschienen hierin schreibt u. a. Prof. Dr.  Seifert über „Diktatur des Relativismus“ und dessen Widersprüchlichkeit.


Für die Herausgabe zeichnet  Raphael E. Bexten

Donnerstag, 22. November 2012

Der Glaube ist der Maßstab für das, was gut ist

"Wissenschaft erweitert die Vernunft, hilft uns, die Welt zu erkennen, zu verstehen. Aber der Glaube gibt uns die Maßstäbe der Menschlichkeit, des Menschseins, die Maßstäbe dafür, was dem Menschen gut ist und was in sich gut ist und so die Pathologien der Wissenschaft überwindet, die ihrerseits die Pathologien der Religion überwinden kann. Beide gehören zusammen als gemeinsamer Weg zum Licht Gottes, das er uns in der Offenbarung aufgetan hat."

Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 21.11.2012


Donnerstag, 15. November 2012

Wege zur Erkenntnis Gottes - Generalaudienz vom 14.11.2012

Bei der Generalaudienz am Mittwoch, den 14. November 2012  erläuterte Papst Benedikt XVI., auf welchen Wegen die Menschen zur Erkenntnis Gottes kommen können. Hier der Wortlaut: 


Liebe Brüder und Schwestern!

In der heutigen Katechese möchte ich kurz drei Wege skizzieren, die uns Möglichkeiten zeigen, wie wir Gott, der die Wahrheit ist, erkennen können: es gibt den Weg über die Welt, über den Menschen und über den Glauben.

Der heilige Augustinus läßt uns in einer Predigt (241, 2) die vielfältige Schönheit der Welt betrachten. Er fragt die Dinge: Was seid ihr? Und sie alle sagen: Schau mich nur an. Ich bin schön, aber nicht aus mir. Es gibt den, der mich geschaffen hat. Und erst wenn du auf ihn hinschaust, hast du die Wirklichkeit ergriffen.

Ebenso sagt der Bischof von Hippo ein bedeutendes Wort über uns Menschen, nämlich: Wenn du die Wahrheit finden willst, mußt du nicht nach auswärts gehen, sondern in dich selbst hineingehen, denn in dir ist die Wahrheit. Gott selbst ist dir innerlicher, als du selbst für dich es bist (vgl. Bekenntnisse III, 6, 11).

Und endlich fragt der Mensch nach dem Dasein Gottes, „mit seiner Offenheit für die Wahrheit und Schönheit, mit seinem Sinn für das sittlich Gute, mit seiner Freiheit und der Stimme seines Gewissens, mit seinem Verlangen nach Unendlichkeit und Glück“ (Katechismus der Katholischen Kirche 33).

Viele Wege führen so zu Gott. Ein wichtiger Weg zur Erkenntnis ist schließlich der Glaube. Er ist nicht ein System von Werten und Meinungen; er ist letzten Endes Begegnung mit Gott, eine Begegnung, die unser Denken und Leben umwandelt und uns die Kraft der Liebe schenkt.

Mit Freude grüße ich die deutschsprachigen Pilger und Besucher. Gott ist keine Illusion, sondern höchste Wahrheit und Antwort auf die Suche unserer Vernunft und unseres Herzens. Der Herr selbst kommt uns bei unserem Suchen entgegen. Öffnen wir uns seiner Wahrheit und seiner Liebe. Maria, die Mutter der Glaubenden, möge uns dabei begleiten! Danke. (Quelle)


Foto: wikipedia

Dienstag, 13. November 2012

Mythos Scientismus

Der Apostel Paulus nennt den Glauben ein "rationabile obsequium" einen "vernünftigen Gehorsam". Es gab in der frühen Neuzeit das Problem, dass es so schien, als ob die Vernunft, die aufgeklärte Vernunft, den Glauben unmöglich mache.

Heute ist die Situation ähnlich, nur umgekehrt: Der Scientismus, die Wissenschaftsgläubigkeit der Gegenwart, führt eigentümlicherweise dazu, dass der Vernunft nicht mehr getraut wird, d. h. so etwas wie Wahrheit soll es nicht geben; das letzte Wort soll der Relativismus sein: die Vernunft ist eigentlich ohnmächtig, die Wahrheit zu erkennen.

Jetzt sind es die Gläubigen, die paradoxerweise die Fähigkeit der Vernunft verteidigen. Wenn Sie heute jemanden finden, der mit Nachdruck die Wahrheitsfähigkeit der Vernunft behauptet, können Sie beinahe schon annehmen, dass es ein Katholik ist.

Da wo Gott geleugnet wird, bricht am Ende auch die Vernunft zusammen. Wer das am deutlichsten gesehen und ausgesprochen hat im 19. Jahrhundert war Friedrich Nietzsche. Friedrich Nietzsche schreibt einmal, "dass auch wir Aufklärer, wir freien Geister des 19. Jahrhunderts, noch unser Feuer nehmen aus dem Brand, den der Christenglaube entzündet hat - der auch der Glaube Platons war - dass Gott die Wahrheit, dass die Wahrheit göttlich ist".

Und dann sagt Nietzsche: Wenn dieser Glaube an die Göttlichkeit der Wahrheit schwindet, dann zerstört sich die Aufklärung selbst - denn die Aufklärung war angetreten mit dem Pathos der Wahrheit. Sie will die Menschen aufklären darüber, wie es in Wirklichkeit ist.

Nietzsche sagt: Und wenn es dann Gott nicht gibt, gibt es keine Wahrheit, sondern es gibt nur die individuellen Perspektiven jedes einzelnen Menschen ohne Wahrheitsanspruch - und das bedeutet die Selbstzerstörung der Aufklärung.

Dann gibt es auch keine Aufklärung mehr, sondern an die Stelle tritt dann ein Zeitalter neuer Mythen, eine Abdankung des Denkens, ein Zusammenbruch des Denkens - weil: entweder ist das Universum und ist der Mensch ein Wesen, hinter dem eine Absicht steht oder es ist alles ein Zufallsprodukt. Dann ist aber auch unser Denken ein Zufallsprodukt und hat mit Wahrheit garnichts zu tun.

Der Philosoph Robert Spaemann im Gespräch mit Radio Vatikan
(Das ganze Interview kann man HIER nachhören und HIER nachlesen.)

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Das Dasein eines Schöpfers zu leugnen, ist größerer Unsinn als der finsterste Aberglaube.

Gottfried Keller

Samstag, 14. April 2012

Vernunftgemäßer Glaube

Von P. Bernward Deneke FSSP

Der englische Schriftsteller und Konvertit G. K. Chesterton (+ 1936) hat es meisterhaft verstanden, in seinen Father-Brown-Geschichten kriminalistischen Scharfsinn mit Heiterkeit zu verbinden. Sein Held, der kleine und rundliche Priester-Detektiv Father Brown, bringt aber immer wieder auch manches Bedenkenswerte zu Fragen der Weltanschauung und des Glaubens zur Sprache.

Einmal (in der Erzählung „Das blaue Kreuz“) ist er einem Dieb auf der Spur. Dabei kommt er mit einem Priester ins Gespräch, der sich nicht nur äußerlich, durch seine große, schlanke Gestalt, sondern auch inhaltlich von Father Brown unterscheidet. In der Unterredung sagt er nämlich angesichts des sternenübersäten Himmels: „Ach ja, die modernen Ungläubigen rufen ihre Vernunft an. Wer aber kann diese Millionen von Welten anschauen und nicht empfinden, dass es über uns wunderbare Universen geben mag, in denen Vernunft vollkommen unvernünftig ist?“

Das mag vielen frommen Lesern so recht aus dem Herzen gesprochen sein. Ja, die Ungläubigen beten ihre Vernunft an, wir aber werfen sie in der Kraft unseres Glaubens vom Sockel! Um so erstaunter ist man dann, die Antwort des Father Brown zu erfahren: „Nein, Vernunft ist immer vernünftig, selbst in der letzten Vorhölle, jenem verlorenen Grenzland der Dinge. Ich weiß, dass viele der Kirche vorwerfen, sie setze die Vernunft herab, aber es ist genau umgekehrt. Auf Erden räumt nur allein die Kirche der Vernunft ihre wahre Hoheit ein.“

Die Standpunkte, die hier aufeinanderprallen, liegen seit den Anfängen der Kirche miteinander im Kampf. Dass dieser Streit in unseren Tagen wieder aufgeflammt ist, daran trägt der gegenwärtige Denkerpapst Benedikt XVI. ein gerütteltes Maß an „Mitschuld“. Er, der oft von der Vernunftgemäßheit des Glaubens spricht, wendet sich ja gegen den Vorwurf, die religiösen Menschen verweigerten sich der Vernunft, und zeigt, wie er auf diejenigen zurückfällt, die ihn erheben. Denn ist es nicht wahre Unvernunft, die ersten und letzten Fragen von vornherein aus dem Kreis des Denkens auszublenden? Papst Benedikt XVI. steht offensichtlich mehr auf der Seite des Father Brown, der die Vernunft in Schutz nimmt, als auf der seines Mitbruders.

Vernunftgemäßer Glaube: In dieser Formel ergeht zugleich eine Absage an die vernünftelnde Religionsfeindschaft und an die religiöse Vernunftfeindschaft, die wir aus Äußerungen wie den folgenden kennen: „Der Glaube ist Sache des Herzens, nicht des Kopfes.“ „Nicht groß darüber nachdenken – einfach glauben!“ „Echter Glaube ist nun einmal unvernünftig.“ (Übrigens lautet schon ein alter, fälschlicherweise dem Kirchenschriftsteller Tertullian zugeschriebener Spruch: „Credo quia absurdum – Ich glaube, weil es absurd ist.“)

Nicht nur die aufgeklärten Verächter der Religion, sondern auch die gläubigen Verächter der Vernunft sind es also, die von Father Brown und Benedikt XVI. kritisiert werden. Damit liegen der fiktive Priester-Detektiv und der heutige Papst, dieses ungleiche Paar, ganz auf der Linie des ersten Papstes und seiner Forderung, wir Christen sollten stets bereit sein zur Verantwortung gegenüber jedem, der Rechenschaft fordert über die in uns lebende Hoffnung (1 Petr 3,15); denn solche Rechenschaft ist ja nur möglich auf der Basis einer gemeinsamen Vernunft. Man findet dasselbe Anliegen bei den frühen Apologeten, z.B. dem heiligen Martyrer Justinus, der den christlichen Glauben gegenüber der römischen Staatsmacht mit rationalen, philosophischen Argumenten verteidigte, bevor er ihn um das Jahr 165 mit seinem eigenen Blut bezeugte.

Die Kirche hält die Vernunft in Ehren, weil diese wie der Glaube aus Gott stammt. Der richtige Vernunftgebrauch führt daher nicht von Gott weg, sondern zu Ihm hin. Und deshalb ist das Christentum kein irrationales, hermetisch abgeriegeltes, esoterisches System, sondern ein Heiligtum, dessen Schwelle man mit der Vernunft erreichen kann – hinüber gelangt man allerdings erst in der Gnade des Glaubens!

Übrigens überführt Father Brown am Ende der Geschichte seinen Gesprächspartner als Dieb, entlarvt ihn darüber hinaus als falschen Priester. Auf dessen erstaunte Frage, woran er das denn erkannt habe, gibt der Priester-Detektiv die schlichte Antwort: „Sie haben die Vernunft angegriffen – das ist schlechte Theologie.“


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS) 



Auch noch zum Thema "Glaube und Vernunft" oder auch "Was ist 'vernünftig'?":


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Freitag, 6. Januar 2012

Die wahre Supernova und die Sterne Gottes

"Die Weisen sind dem Stern gefolgt. Durch die Sprache der Schöpfung haben sie den Gott der Geschichte gefunden. Freilich – die Sprache der Schöpfung allein genügt nicht. Erst das Wort Gottes, das in der Heiligen Schrift uns begegnet, vermochte ihnen endgültig den Weg zu zeigen. Schöpfung und Schrift, Vernunft und Glaube gehören zusammen, um uns bis zum lebendigen Gott hinzuführen.

Es ist viel diskutiert worden, was das für ein Stern gewesen ist, der die Weisen führte. Man denkt an eine Planeten- konstellation, eine Supernova, das heißt einen von den zunächst ganz schwachen Sternen, in dem eine innere Explosion für einige Zeit einen gewaltigen Glanz freilegt; einen Komet usw.

Diesen Streit mögen die Gelehrten weiterführen. Der große Stern, die wahre Supernova, die uns führt, ist Christus selbst. Er ist gleichsam die Explosion der Liebe Gottes, die den großen Lichtglanz seines Herzens in die Welt hineinleuchten läßt.

Und wir dürfen hinzufügen: Die Weisen aus dem Morgenland, von denen das heutige Evangelium berichtet, wie überhaupt die Heiligen sind allmählich selbst zu Sternbildern Gottes geworden, die uns den Weg zeigen.
In all diesen Menschen hat gleichsam die Berührung mit Gottes Wort eine Explosion des Lichtes ausgelöst, durch die der Glanz Gottes in diese unsere Welt hineinleuchtet und uns den Weg zeigt. Die Heiligen sind Sterne Gottes, von denen wir uns führen lassen zu dem hin, nach dem unser Wesen fragt."




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Freitag, 25. November 2011

Glaubensakt - Freiheit zum Glauben


Für den Christen ist die Welt ein "System von Zeichen": Der Schöpfer hat in ihr verstreut Zeichen, Hinweise und Spuren hinterlassen, die der Mensch mit Hilfe jenes anderen göttlichen Geschenks, der Vernunft, entschlüsseln soll. Sie ist ein sicheres und vertrauenswürdiges Werkzeug, weil sie sich immer ihrer Grenzen bewußt ist.

Gott will uns bei der Arbeit sehen, er treibt uns zur Suche, an deren Ende letztlich die Zustimmung zu seinem Bundes- und Liebesgebot steht.


aus: Vittorio Messori im Gespräch mit Michele Brambilla in 
"Der Gläubige hat recht", AD 2001 (s. Quellen)


Dienstag, 15. November 2011

Zum Nachdenken - Freiheit (1)


Je weiter der Mensch von Gott,
um so toller die Auslegung der Freiheit,
bis praktisch gerade das Gegenteil von dem herauskommt,
was ehrlich und christlich darunter nur kann verstanden werden.

Freitag, 23. September 2011

Wozu der Papst Politiker - und alle Menschen guten Willens - einladen will

Ein positivistischer Naturbegriff, der die Natur rein funktional versteht, so wie die Naturwissenschaft sie erkennt, kann keine Brücke zu Ethos und Recht herstellen, sondern wiederum nur funktionale Antworten hervorrufen.

Das gleiche gilt aber auch für die Vernunft in einem positivistischen, weithin als allein wissenschaftlich angesehenen Verständnis. Was nicht verifizierbar oder falsifizierbar ist, gehört danach nicht in den Bereich der Vernunft im strengen Sinn.

Deshalb müssen Ethos und Religion dem Raum des Subjektiven zugewiesen werden und fallen aus dem Bereich der Vernunft im strengen Sinn des Wortes heraus. Wo die alleinige Herrschaft der positivistischen Vernunft gilt – und das ist in unserem öffentlichen Bewußtsein weithin der Fall –, da sind die klassischen Erkenntnisquellen für Ethos und Recht außer Kraft gesetzt.  

Dies ist eine dramatische Situation, die alle angeht und über die eine öffentliche Diskussion notwendig ist, zu der dringend einzuladen eine wesentliche Absicht dieser Rede  ist (Anm.: wörtlich: bildet).



aus der Ansprache von Papst Benedikt XVI. im  Deutschen Bundestag in Berlin am 22. September 2011 anlässlich seines Staatsbesuchs in Deutschland

Ein ausführliches VIDEO über die Rede des Papstes im Berliner Reichstagsgebäude vor dem Deutschen Bundestag: HIER KLICKEN

(Hervorhebungen durch Administrator)

Sonntag, 31. Juli 2011

Herz, erleuchtet von der Gnade des Hl. Geistes


 "Im demütigen Zeichen von Brot und Wein, wesensverwandelt in seinen Leib und in sein Blut, geht Christus als unsere Kraft und unsere Wegzehrung mit uns und macht uns für alle zu Zeugen der Hoffnung.


Wenn angesichts dieses Geheimnisses die Vernunft ihre Grenzen erfährt, erahnt das von der Gnade des Heiligen Geistes erleuchtete Herz, wie man sich ihm nähert und sich in Anbetung und grenzenloser Liebe darin versenkt."

aus der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (17. April 2003), sel. Papst Johannes Paul II.


(Hervorhebungen durch Administrator)
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