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Donnerstag, 5. August 2021

Die "alte" Messe ist und bleibt jung

Dank an alle Katholiken - besonders an die jungen, die für die "alte Messe" ihre Stimme erheben!

Sonntag, 29. März 2015

Palmsonntag

 

Herr Jesus Christus, Du unser Erlöser und König,
zu Deiner Ehre haben wir diese Zweige getragen und haben Dir ein feierliches Lob gesungen. Wohin diese Zweige nun gebracht werden, dort lass, so bitten wir Dich, die Gnade Deines Segens herniedersteigen. Jegliche Bosheit und aller Trug der Dämonen werde gebrochen, und schützen möge uns Deine Rechte, die uns erlöst hat!


Segensgebet am Ende der Palmprozession, die an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert (vgl. Mt 21,1-11)


Freitag, 13. Februar 2015

18. - 21. März 2015 Liturgische Tagung Köln: Die Liturgie der Sakramente

Vom 18. bis 21. März 2015 findet in Herzogenrath die 17. Kölner Liturgische Tagung statt. Eine besondere Ehre ist die Anwesenheit von S. Em. Raymond Cardinal Burke, der am Freitag über das Ehesakrament referieren und am Samstag ein Pontifikalamt zelebrieren wird.

Aber auch sonst ist die Tagung - wie schon zuvor in den vergangenen Jahren - mit hochkarätigen Referenten besetzt. Weitere Informationen sind auf der Website liturgische-tagung.info zu finden, ebenso Hinweise zur Anmeldung und zur Anfahrt.

Programm:
 
Mittwoch, 18.03.2015

I. Liturgische Tagung

13.00 Uhr
Öffnung des Tagungsbüros. Anreise und Einchecken der Tagungsteilnehmer, Imbiß- und Getränkeangebot im Foyer zum Selbstkostenpreis

14.30 Uhr
Begrüßung Egmont Schulze Pellengahr
Einführung in die Tagung Pfarrer Dr. Guido Rodheudt

15.00 Uhr
Opus operatum. Zu einem Zentralbegriff der katholischen Sakramententheologie
Prof. DDr. Thomas Marschler, Universität Augsburg

16.00 Uhr
Die Entwicklung und Ausformung der Liturgie der Sakramente in der Väterzeit
Prof. DDr. Pablo Argárate, Universität Graz

17.30 Uhr
Missa cantata in der Filialkirche St. Marien
Zelebrant: P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

18.30 Uhr
Abendessen

19.00 bis 22.00 Uhr
Gelegenheit zur stillen Eucharistischen Anbetung in der Filialkirche St. Marien

II. Priesterkonvent für Priester, Diakone, Seminaristen

19.30 Uhr
Die Spendung der Sakramente zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Pastorale Klugheit und Grenzen im sakramentalen Dienst des Priesters
Hochschulpfarrer Dr. Johannes Kreier, Saarbrücken;

anschließend Aussprache, Moderation: Pfarrer Dr. Guido Rodheudt


Donnerstag, 19.03.2015

III. Fortsetzung Liturgische Tagung

09.00 Uhr
Neugeboren aus Wasser und Heiligem Geist. Die Feier von Taufe und Firmung
Dr. Eugen Daigeler, Würzburg

10.00 Uhr
Der überlieferte Taufritus. Authentischer Ausdruck der katholischen Lehre vom Taufsakrament
Dr. Heinz-Lothar Barth, Universität Bonn

11.00 Uhr
Kaffeepause

11.30 Uhr
Das Sakrament des Ordo und die Niederen Weihen
P. lic. theol. Sven Conrad FSSP, Bettbrunn

12.30 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Abfahrt zur Exkursion nach Lüttich, der Stadt der Entstehung des Fronleichnamfestes vor 750 Jahren
- separat zu buchen -

15.00 Uhr
Auf den Spuren der hl. Juliana von Lüttich; Besuch der Stiftskirche St. Martin
Führung: Clemens M. Bayer, Bonn

16.00 Uhr
Tantum ergo sacramentum. Zur Geschichte und Theologie des Fronleichnamsfestes
S. E. Dr. Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich
Priesterseminar Lüttich, Salle Saint Lambert,
40 Rue des prémontrés, B-4000 Liège

17.30 Uhr
Pontifikalamt zum Hochfest des hl. Joseph in der Stiftskirche St. Jacques
S.E. Dr. Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich;
Missa „Comme la rose“ von Johannes Mangon (*1525 in Lüttich; † 1578 in Aachen);
Musikalische Gestaltung: Camerata Vocale St. Gertrud, Herzogenrath; Schola Carolina, Aachen
Gesamtleitung: Kantor Herbert Nell

19.30 Uhr
Abendessen in der historischen Altstadt von Lüttich
(Restaurantempfehlungen werden gesondert veröffentlicht)

21.30 Uhr
Rückfahrt nach Herzogenrath


Freitag, 20.03.2015

09.00 Uhr
Missa cantata in der Pfarrkirche St. Gertrud
Zelebrant: Pfarrer Dr. Guido Rodheudt
Cantus Gregorianus: Schola Rodensis

10.00 Uhr
Die Erneuerung Roms unter Sixtus V. Gegenreformatorische Stadtplanung im Zeichen der Eucharistie
Prof. Dr. Peter Stephan, Universität Freiburg / Fachhochschule Potsdam

11.00 Uhr
Unctio extrema oder Krankensalbung? Ein Sakrament zwischen Kontinuität und Wandel
Dr. Peter C. Düren, Augsburg

12.30 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Befähigung oder Bestätigung? Das Sakrament der Firmung zwischen Initiation und Jugendweihe
Prof. Dr. Veit Neumann, Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten

15.00 Uhr
Das Spezifikum der Theologie und Liturgie des Ehesakraments im byzantinischen Ritus
Lic. Mag. Yuriy Kolasa, Generalvikar für den byzantinischen Ritus in Österreich, Wien

16.00 Uhr
Kaffeepause

16.30 Uhr
„Bis der Tod Euch scheidet“ – Die Ehe-Theologie der römischen Kirche im Nachgang zur Bischofssynode zu Ehe und Familie
S.Em. Raymond Cardinal Burke, Rom
anschl. Fragen an den Kardinal; Moderation: Dr. Guido Rodheudt;
Übersetzung: Melanie Host
Podiumsdiskussion mit den Referenten

18.30 Uhr
Abendessen

20.00 Uhr
Musikalische Passionsandacht in der Filialkirche St. Marien
Marcel Dupré (1886-1971):
Le Chemin de la Croix op. 29 zu Meditationen von Paul Claudel (1868-1955)
Orgel: Pfarrer Joachim Wollenweber, Aachen
Einführung und Rezitation:Ulrich Mutz, Kulturjournalist, Remscheid


Samstag, 21.03.2015

10.00 Uhr
Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Gertrud
Zelebrant: S. Em. Raymond Cardinal Burke, Rom
Die Chöre der Pfarrei St. Gertrud-Herzogenrath,
Schola Rodensis; Gesamtleitung: Kantor Herbert Nell

12.00 Uhr
Empfang im Pfarrzentrum St. Gertrud

13.30 Uhr
Ende der Tagung

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Montag, 2. Februar 2015

Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) - Eintritt in das Heiligtum der Kirche



Am Fest der Darstellung des Herrn [...], der Station zwischen der weihnachtlichen und der österlichen Ankunft des Heils, geht es um den Einzug des Lichtes in das Heiligtum Gottes unter den Menschen, den Tempel. Dass Jesus selbst das strahlende Licht ist, davon legt der greise Simeon in seinem wundervollen Abgesang, dem Nunc dimittis des kirchlichen Nachtgebetes, Zeugnis ab:
Nun entlässest Du, Herr, Deinen Knecht,
wie Du verheißen hast, in Frieden,
denn meine Augen haben Dein Heil geschaut,
das Du bereitet hast im Angesicht der Völker;
das Licht zur Erleuchtung der Heiden
und die Ehre Deines Volkes Israel. (Lk 2,29-32)

Die Ankunft des "strahlenden Lichtes aus der Höhe" (Lk 1,78) im alttestamentlichen Tempel weist nun aber deutlich hinaus in die Zukunft und stellt bereits den Eintritt in das Heiligtum der Kirche dar, die Jesus begründen wird. Das geht aus einigen bezeichnenden Einzelheiten deutlich hervor:
  • Bei den beiden Gestalten im Tempel, Simeon und Hanna, handelt es sich um hochbetagte Menschen, die am Ende ihrer Lebenstage stehen und dadurch anzeigen, dass sie dem Neuen, das nun mit dem Kind in den Armen der jungfräulichen Mutter anbricht, Platz machen.
  • Die Worte des greisen Simeon, der vom "Licht zur Erleuchtung der Heiden" spricht, kündigen die Erfüllung der alttestamentlichen Prophezeiung von der künftigen Herrschaft des wahren Gottes auch über die Heidenvölker an, einen Vorgang also, der Jahrzehnte später durch das Wirken des heiligen Paulus Gestalt gewinnen wird und wesentlich ein Werk der Kirche ist.
  • Ein Indiz dafür, dass es bei der Darstellung des Jesuskindes schon um die Kirche geht, ist auch die Stellung Mariens in diesem Geschehen. Sie ragt über das alte Gottesvolk und seinen Tempel hinaus in ganz andere Dimensionen und steht schon für das neue Volk und Heiligtum Gottes, ja verkörpert es gleichsam dadurch, dass sie der erste Ruheort für den menschgewordenen Herrn auf Erden ist, den sie in ihrem Schoß umfangen hat und jetzt zu den Menschen trägt.
  • Außerdem wissen wir, dass der Tempel zu Jerusalem nicht mehr lange, d. h. nur noch knapp 70 Jahre, bestehen wird, um dann von den Römern gänzlich zerstört zu werden. An seine Stelle wird das Heiligtum des Leibes Christi treten, das, nachdem es in der Passion niedergerissen wurde, nach drei Tagen durch die Macht Gottes wunderbar wieder errichtet (Joh 2,19) und an Pfingsten vom Heiligen Geist gesalbt werden wird. Dieser neue und ewige Tempel soll für immer die Stätte sein, an der wir den Vater in Geist und Wahrheit anbeten (Joh 4,24); die Stadt auf dem Berge, deren Licht nicht verborgen bleibt (Mt 5,14), sondern die ganze Welt erleuchtet.

So zieht Jesus bei Seiner Darstellung nicht nur in einen Tempel ein, der bereits dem Untergang geweiht ist; vielmehr stellt Er in diesem geheimnisvollen Vorgang schon zeichenhaft Seinen Eintritt in die heilige Kirche und in die einzelnen Kirchengebäude dar. In ihnen wird Er im heiligen Sakrament wohnen und die gläubigen Herzen mit Seinem hellen und wärmenden Licht bestrahlen.


P Bernward Deneke FSSP  in: "Die doppelte Lichtquelle"; "Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt (SKS)" Verlag Schmid-Fehr AG, 2/2015, Seite 3


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Gebete zur Kerzenweihe und Messtexte zum Fest Mariä Lichtmess, sowie eine kurze Einführung zum Festgeheimnis: bitte klicken!



Sonntag, 1. Februar 2015

Viele sind berufen, wenige aber auserwählt...

Nach der Messordnung von 1962 (Vetus Ordo, Usus antiquior) beginnt mit dem heutigen Sonntag die Vorfastenzeit. Sie dient der Heranführung an die eigentliche Fastenzeit. Die drei Sonntage der Vorfastenzeit heißen Septuagesima, Sexagesima und Quinquagesima, also Siebzig, Sechzig und Fünfzig. Gemeint ist die (ungefähre) Zeitspanne in Tagen bis zum Osterfest (s. Einführung zur Vorfastenzeit, Schott-Volksmessbuch).


Messtexte (lateinisch/ deutsch) des heutigen Sonntags Septuagesima: HIER (teilweise mit Notenblättern) und HIER

Aus dem Messformular:
Graduale (Psalm 9,10-11 und 19-20) und Traktus (Psalm 129,1-4):

Du bist zur rechten Zeit der Helfer in der Not. Drum mögen auf Dich hoffen, die Dich kennen; denn Du, o Herr, verlässest keinen, der Dich sucht. Denn nicht auf immer wird vergessen sein der Arme; des Armen Leiden gehen nicht verloren für die Ewigkeit. Steh auf, o Herr, nicht soll der Mensch obsiegen. 
Aus Tiefen schrei ich, Herr, zu Dir: o Herr, erhör mein Rufen. Schenk doch Gehör dem Beten Deines Knechtes. Wenn Du die Sünden nicht vergessen könntest, Herr, - Herr, wer noch könnte dann bestehen? Doch Du gewährst Begnadigung; und Dein Gesetz, o Herr, gibt mir Vertrauen.


Weiteres zur Vorfastenzeit:



Septuagesima from LMS on Vimeo.


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Samstag, 1. November 2014

Unsere Freude auf Erden - Unsere Freunde im Himmel


Am 1. November feiert die heilige Mutter Kirche das Fest aller Heiligen. Ihre Zahl ist so groß, dass die Tage mehrerer Jahre nicht ausreichen, um jedem einzelnen Glaubenszeugen einen Gedenktag zu widmen. Auch sind viele derer, die bereits in der Anschauung Gottes sind, der Welt verborgen geblieben und unbekannt. So beschloss die Kirche, an einem Tag des Jahres ein Fest zu Ehren aller Heiligen zu begehen.

"Im Morgenland feierte man schon im 4. Jahrhundert am Sonntag nach Pfingsten ein eigenes Fest zu Ehren aller Heiligen. Als Papst Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das zum Andenken an Kaiser Augustus erbaute Pantheon zu einer Kirche weihte zu Ehren der Mutter Gottes und aller hll. Martyrer, kam das Allerheiligenfest auch im Abendland auf. Gregor IV. verlegte es auf den 1. November und führte es auf Bitten Ludwigs des Frommen 835 im Frankenreiche ein." (Quelle: Schott-Volksmessbuch)

An diesem Tage und acht Tage lang bis einschließlich dem 8. November gewährt die Kirche aus ihrem Gnadenschatz den Gläubigen, die dies wollen, täglich einen vollkommenen - oder, je nach Disposition einen Teil-Ablass, den die Gläubigen einem Verstorbenen, der sich noch im Läuterungszustand (Fegefeuer) befindet, zuwenden können.


Alle Informationen rund um den Ablass findet man hier in einer Linkliste.


Frohlocken lasset uns alle im Herrn 
bei der Feier des Festtages zu Ehren aller Heiligen!
Ob ihres Festes frohlocken die Engel 
und jubeln das Lob des Gottessohnes!

Jubelt, ihr Gerechten, im Herrn;
denn Gotteslob ist Pflicht des Guten!

(Introitus zum Fest Allerheiligen)




Bild: Rom; Kuppel und Kuppelöffnung der Kirche Santa Maria ad Martyres (auch Santa Maria Rotonda), dem ursprünglichen Pantheon

Donnerstag, 17. Juli 2014

Messe zum Volk und lauter Kanon: Oh, diese Hitzköpfe und Exzentriker...


Andrea Morigi erwähnt einen Moment aus dem Leben Johannes XXIII., den er in seinem Tagebuch während seiner Zeit als Nuntius in Paris (1951) festhielt:
„Ich bin in Saint-Séverin in die Messe gegangen. Dort habe ich mir eine Erkältung eingefangen. Die Musik dort ist jetzt viel besser geworden, aber die Messe zum Volk hin ist ein ernster Verstoß gegen das liturgische Recht. Der Kanon wurde laut vorgelesen und nicht secreto, wie es die Rubriken vorsehen… Ich habe den Pfarrer bezüglich der liturgischen Missbräuche in der Pfarrei gewarnt und ich denke, dass sie ein Ende finden werden. Oh die Sorge, die einem diese Hitzköpfe und Exzentriker bereiten!“ 

"Wenn man über diese Anekdote aus dem Jahr 1951 nachdenkt", so Paix Liturgique, "dann hat man genug Stoff, um über die Qualität der liturgischen Bildung vor dem Konzil zu urteilen und über die Haltung des zukünftigen Papstes bezüglich der möglichen liturgischen 'Verheutigung'".

Zitiert nach Paix Liturgique, Brief 48 vom 25. Juni 2014: "Johannes XXIII.: Ein neuer Patron für das traditionelle Missale"


Siehe auch:

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Bild: Papst Johannes XXIII (Angelo Giuseppe Roncalli) im Jahre 1959; gemeinfrei

Sonntag, 13. Juli 2014

Erste heilige Messe der Petrusbruderschaft in der renovierten Herz Jesu und Mariä-Sühnekirche der Gebetsstätte Wigratzbad

Unter lebhafter Teilnahme der Gläubigen hat am heutigen Sonntagmorgen (13. Juli 2014) zum ersten Mal ein Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus in der renovierten Sühnekirche das heilige Messopfer dargebracht. Pater Hans-Achim Räder zelebrierte die hl. Messe am Zelebrationsaltar, der durch sechs Kerzen auf Messingkerzenhaltern ins rechte Licht gerückt wurde. So wurde der Zelebrationsaltar auch optisch eine Einheit mit dem Sakramentsaltar (s. 1. Bild unten).

Bischof Konrad Zdarsa schreibt in seinem Grußwort in der Festschrift zur Wiedereröffnung der Sühnekirche Herz Jesu und Mariä in Wigratzbad: 
Hier nämlich findet Himmel und Erde umgreifende kosmische Liturgie statt, in der  der ewige Gott selbst auf uns zu und in uns hineintritt. Und: Liturgie kann nicht einfach überall stattfinden, der Kult kann sich nicht in die Welt hinein auflösen. Denn die Schöpfung ist noch nicht an ihr Ziel gelangt, wo "der Schöpfer von allem, endlich 'alles in allem' (1 Kor 15,28) sein wird, indem er zugleich seine Herrlichkeit und unsere Seligkeit bewirkt." (AG 2)

So wird der Altar nicht nur zum Zentrum der ganzen Kirche, sondern zum Zentrum der ganzen Schöpfung, des gesamten Kosmos, er ist der Ort, an dem durch das Opfer Christi Versöhnung stattfindet, wirklich und wirksam. Hier ist der Ort, an dem sich die Kirche des Himmels mit der irdischen Kirche vereint, an dem Raum und Zeit in die Ewigkeit Gottes hineingezogen werden: Der Altar "dient ja unserer Gleichzeitigkeit mit dem Opfer des Logos. Er hält so den Himmel in die versammelte Gemeinschaft hinein, oder vielmehr: Er führt sie über sich hinaus in die Gemeinschaft der Heiligen aller Orte und aller Zeiten. Wir könnten auch sagen: Der Altar ist gleichsam der Ort des aufgerissenen Himmels; er schließt den Kirchenraum  nicht ab, sondern auf - in die ewige Liturgie hinein." (Joseph Kardinal Ratzinger, Der Geist der Liturgie. Eine Einführung, Freiburg i. Br. 2000, 62f.)

Wenn wir diese Gedanken zum Altar als dem zentralen Ort der kosmischen Liturgie und damit der Feier der Eucharistie als der "Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens" (LG 11) in all ihrer ganzen Tiefe ernst nehmen, dann sehen wir, dass dieser Ort nicht Schauplatz unserer Beliebigkeit, unserer privaten Befindlichkeiten und nicht unserer Interessen sein darf! Das wäre ein Missbrauch des Opfers. Nicht wir stehen hier im Mittelpunkt, nicht der Priester und nicht die versammelte Gemeinde. Christus selbst ist hier. Er, auf den hin alles geschaffen ist, gibt sich uns dar; ihn, der uns entgegenkommt erwarten wir. Und ihm zieht der Priester mit dem Volk gemeinsam in der Prozession entgegen. Es ist also gewissermaßen eine doppelte Auf-einander-zu-Bewegung!

Auf den Einwand, diese Symbolik würde heute nicht mehr verstanden, antwortet Joseph Ratzinger kurz und bündig: "Geht uns heute der Kosmos nicht mehr an? Sind wir heute wirklich rettungslos in unseren eigenen Kreis eingehaust? Ist es nicht gerade heute wichtig, mit der ganzen Schöpfung zu beten? Ist es nicht gerade heute wichtig, der Dimension der Zukunft, der Hoffnung auf den wiederkommenden Herrn Raum zu geben, die Dynamik auf die neue Schöpfung wieder als Wesensform der Liturgie zu erkennen, zu leben?" (Ebd.,72)...

Bilder vom 5. Sonntag nach Pfingsten:

Zelebrationsaltar mit Kerzen
Bis auf einen Spot auf das Kreuz wurde der Altarraum (anders als bei der Einweihungszeremonie mit Bischof Zdarsa) nicht künstlich durch Beleuchtungssysteme in strahlendes Licht getaucht. Dadurch fiel der Schatten des Kreuzes und des Glasgehänges auf die Altarwand. Sind die Lichter eingeschaltet, so ist dies nicht der Fall (zum Vergleich s. hier).




Asperges...




Evangelium: Mt 5,20-24
In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern: "Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: 'Raka' [Taugenichts], soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe."






Hier bekommt man einen guten Eindruck von den Rosenfenstern.




Zwei Priester und ein Diakon bei der Kommunionspendung


Schlussevangelium: Jo 1,1-14
Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit!




Altar nach der hl. Messe ohne Kerzen


(Hinweis: durch Anklicken der Bilder können diese vergrößert werden.)


Weiteres zum Thema "Wigratzbad":

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Donnerstag, 10. Juli 2014

Wissenswertes über die Heilige Messe


Neu unter der Rubrik "BASICS" in der Sidebar:

Das heilige Messopfer - 
dogmatisch, liturgisch und aszetisch erklärt von Dr. Nikolaus Gihr (pdf)
Verlag Herder Freiburg im Br.
AD 1922 (17.-19. Auflage)


Daraus ein kurzer Auszug (S. 264ff):

§ 31. Gebrauch und Bedeutung des Lichtes beim heiligen Messopfer

Von Zeiten der Apostel an bediente sich die Kirche des Lichtes bei Verrichtung ihrer gottesdienstlichen Handlungen. Der liturgische Gebrauch des Lichtes hat seinen Grund weder einzig noch hauptsächlich in der zufälligen Notwendigkeit, die Finsternis zu verscheuchen, um die heiligen Geheimnisse feiern zu können, wie z. B. beim Gottesdienst in den Katakomben eine Beleuchtung durch die Umstände geboten ward. 

Der Kerzenschein auf dem Altare kann allerdings erinnern an jene schweren Tage blutiger Verfolgungen und Kämpfe, welche die Christen nötigten, das Opfer nachts oder in unterirdischen finstern Grüften zu feiern, aber es wäre falsch, das Brennen der Lichter beim Gottesdienste lediglich als Überrest jener damals notwendigen Beleuchtung oder nur als geschichtliches Denkmal an jene frühere Zeit zu betrachten.

Der eigentliche Grund für Anwendung des Lichtes bei gottesdienstlichen Verrichtungen liegt viel tiefer - in der Harmonie des Lichtes mit dem Wesen der Liturgie bzw. in der Förderung des Zweckes der Liturgie durch das Licht. Dasselbe trägt vorzüglich bei zur Verschönerung des Gottesdienstes und schließt eine ungemein reichhaltige Symbolik in sich - es ist Zierde des Kultus und zugleich Sinnbild religiöser, übernatürlicher Geheimnisse (1). (...)

Wenn Lichter in großer Anzahl brennen, eignen sie sich vorzüglich, die gottesdienstliche Feier zu erhöhen und zu verschönern sowie in den Anwesenden eine gehobene Seelenstimmung hervorzurufen; denn ihr milder, stiller, geheimnisvoller Schein gießt Strahlen des Lebens, der Freude, der Hoffnung, des Trostes, der Seligkeit über Gotteshaus und Gottesdienst aus.

Umgekehrt ist gar groß die Trauer und Betrübnis der Kirche, wenn unter den Klagegesängen der "düsteren Metten" (tenebrae) in der Karwoche Licht um Licht erlischt, bis endlich das letzte hinter dem Altare verschwindet und im Gotteshause ringsum tiefes Dunkel herrscht. (...)

Näherhin werden die drei göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe auf schönste Weise durch brennende Lichter dargestellt. Die Helle der Flamme weist hin auf den Glauben, der eine Leuchte ist unsern Füßen und ein Licht unsern Pfaden (Ps 118, 105); das beständige Aufflackern der Flamme nach oben ist ein Bild der christlichen Hoffnung, die unverwandten Blickes nach der Höhe schaut und alle ihre Wünsche auf überirdische Güter richtet; die Glut der Flamme, welche Docht und Wachs verzehrt, erinnert an die Liebe, welche all das Ihrige. alle Kräfte der Seele und des Leibes im Dienste Gottes hinopfert. (...)

Diese reiche, tiefsinnige Symbolik begründet und erklärt den vielfältigen Gebrauch des Lichtes in der Liturgie. Die Kirche vollzieht ihren Kult bei Lichterschein. Im Allgemeinen soll dadurch angedeutet werden, dass Jesus Christus das wahre Licht, Gegenstand ihres Gottesdienstes und Urheber ihrer Gnadenspende sei. -

Die Wachskerzen, welche während der Messe brennen, verkünden, dass Christus als geheimnisvolle Gnadensonne auf dem Altar erscheine, um Licht und Leben, Freude, Trost und Segen in alle empfänglichen Herzen zu strahlen.

Die brennenden Kerzen, welche leuchtend sich verzehren, erinnern an die Opferliebe Jesu, welcher auf dem Altare in den eucharistischen Opfertod sich hingibt, um den Menschen das innere Gnadenlicht mitzuteilen. Die Altarlichter bezeichnen die reichen Opfergnaden, durch welche der Herr die Seelen mit heiliger Erkenntnis erleuchtet, mit heilsamer Kraft erfüllt und mit himmlischer Freude erquickt.

Die brennenden Kerzen mahnen dich auch, mit lebendiger Andachts- und Liebesglut das hehre Opfer zu feiern oder mitzufeiern: der Anblick dieser geheimnisvollen Lichter soll stille, ernste, heilige Freude und Seelenwonne in dir wachrufen. Die Kerzenlichter zeigen dir, dass auf dem Altare der Zentralherd des göttlichen Liebesfeuers lodert, in dessen Gluten du Tag für Tag dein armes Herz eintauchen sollst, damit es umgewandelt werde in eine Liebesflamme und du als wahres Kind Gottes, tadellos und lauter, mitten unter einem argen, verkehrten Geschlecht in der Welt wie ein Himmelslicht leuchtest (Phil 2,15-16) und durch eifrigen Tugendwandel Gott verherrlichest und den Nächsten erbauest (2). 

So sinnig, so lehrreich, so erhebend ist der kirchliche Gebrauch des Lichtes: er trägt dazu bei, dass wir den Gottedienst mit gebührenden Lichtgedanken, mit rechter Herzenswärme besuchen und feiern.


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Bild: aus "Heilige Messe - Geheimnis unseres Glaubens" hrsg. von Pfr. Franz Rudrof; Kral Verlagsdruckerei Abensberg

Sonntag, 6. Juli 2014

Hoffnung auf die Vollendung der Kindschaft Gottes in der Erlösung auch des Leibes


Brüder! Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Kinder Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und harren auf die [Vollendung der] Kindschaft Gottes, die Erlösung unseres Leibes; in Jesus Christus, unserem Herrn.

Röm 8,18-23; Lesung zum vierten Sonntag nach Pfingsten


 Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung 
(Röm 8, 24)


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Vortrag (mp3) von Martin Mosebach via domradio.de:



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Sonntag, 22. Juni 2014

UNA VOCE Korrespondenz (UVK) 2. Quartal 2014

Vor wenigen Tagen ist die UNA VOCE Korrespondenz für das 2. Quartal 2014 erschienen. Auf 152 Seiten geht es um das Schwerpunktthema "Alter Christus (Der andere Christus); Die Stellung des Priesters in der Liturgie". Hier können nun endlich die Vorträge der 16. Kölner Liturgischen Tagung in Herzogenrath (02.-05. April 2014) nachgelesen werden, jedenfalls ein erster Teil; der zweite wird wohl im nächsten Quartalsheft folgen. 

So enthält die Schrift die Vorträge bzw. die Predigten folgender Autoren, die das Tagungsthema aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchten:
  • S. Exz. Weihbischof Athanasius Schneider
  • S. Exz. Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich
  • Dr. Guido Rodheudt
  • Prof. Dr. Andreas Wollbold und
  • Pater Bernward Deneke FSSP

Weiter fasst Prof. Wolfgang Waldstein die genaueren Umstände und die Folgen der Liturgiereform von 1969/ 1970 zusammen, Thorsten Paprotny hat sich mit theologischen Überlegungen zu Romano Guardini und Joseph Ratzinger auseinandergesetzt und Carsten Misera beleuchtet das Superioritätsdekret der 5. Sitzung des Konzils von Konstanz.

Für die Serie "Bekenntnisse und Wege zur 'Messe aller Zeiten'" lassen  Uwe Postl und Tom Hemerken ihren Heimweg zur alten Messe durch die Wirren der Zeit revue passieren und Michael Charlier beschreibt anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums Leben und Wirken des Instituts St. Philipp Neri in Berlin.

Folgende vier Bücher wurden für diese UVK-Ausgabe rezensiert:
  • Alex Stock, "Liturgie und Poesie. Zur Sprache des Gottesdienstes"
  • K.-P. Vosen, M. Hofmann (Hrsg.), "... und es gibt sie doch! 25 Priester in guter Erinnerung"
  • Sr. Johanna Schwalbe OSB, Manfred Zieger (Hrsg.), "Belebe mich neu. Glaubensaussagen im Werk Gertruds von Helfta"
  • Ursula Hacker-Klom, Jan Klom, Reinhard Feldmann (Hrsg.), "Hackers Werk wird eines Tages wieder entdeckt werden!" Zum 100. Geburtstag des Indologen Paul Hacker (1913-1979), Vorträge zur Tagung am 25. Mai 2013

Insgesamt ein reichhaltiges, äußerst niveau- und gehaltvolles Programm, ein nahrhaftes Menue für jeden, der sich in das Thema "Priester, Priestertum und Liturgie" vertiefen will. Eine kleine Leseprobe gibt es auf der Website der UNA VOCE (hier).

Die UVK kann hier bestellt oder auch abonniert werden: Die UNA VOCE freut sich über jeden neuen Abonnenten!

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Ebenfalls im UNA VOCE-Shop erhältlich: 

DVD der drei Pontifikalämter anlässlich der 16. Kölner Liturgischen Tagung in Herzogenrath (02.-05. April 2014)






Sonntag, 1. Juni 2014

Bilder: Diakonatsweihe Lindau am Fest Maria Königin, 31. Mai 2014

Gestern, am Fest Maria Königin, wurden im Marienmünster zu Lindau zehn Subdiakone zu Diakonen - neun für die Petrusbruderschaft und einen für eine schottische Diözese - geweiht. Es war eine wunderbare, erhebende Liturgie. Weihespender war S. E.Erzbischof Guido Pozzo, Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei und u. a. Konsultor der Kongregation für die Glaubenslehre.

Vor Beginn der Weihezeremonie wandte sich der Pfarrer des Lindauer Münsters, Georg Alois Oblinger, mit einem Grußwort in deutscher und französischer Sprache an die Anwesenden bevor er selbst an der Zeremonie teilnahm. Beides ist nicht selbstverständlich, wird doch die außerordentliche Form des römischen Ritus in vielen Bistümern noch immer stiefmütterlich behandelt - ganz gegen den Willen der letzten Päpste, die dem Usus antiquior, der älteren Form der heiligen Messe, zuletzt durch das Motu proprium Summorum pontificum im Jahr 2007 einen festen Platz neben der ordentlichen Form des römischen Ritus ("neue Messe") eingeräumt und die Bischöfe der ganzen Welt um großzügige Unterstützung der Messe im klassischen Ritus gebeten hatten.

 Hier einige Bilder:




















































Mehr Fotos von den Diakonatsweihen am 31. 05.2014
gibt es hier auf dem Blog der FSSP Wigratzbad

und noch mehr hier via flickr!


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Rosensonntag



Lesung zum 6. Sonntag nach Ostern:

Geliebte! Seid klug und wachsam im Gebet! Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander; denn die Liebe deckt viele Sünden zu. Seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren. Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Wer redet, der rede mit den Worten, die Gott ihm gibt; wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht. So wird in allem Gott verherrlicht durch Jesus Christus. (1. Petr 4,7-11)


Evangelium zum 6. Sonntag nach Ostern:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: "Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert."(Joh 15,26.27; 16,1-4a)



Sonntag, 18. Mai 2014

4. Sonntag nach Ostern - Geschenke Gottes

"Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater des Lichtes"
 
Gnade als Geschenk Gottes 
 
Es lohnt sich, dann und wann auch in den bewährten herkömmlichen Glaubensbüchern zu blättern und zu lesen. Im Katechismus, der nach der Methode von Frage und Antwort aufgebaut ist, lesen wir: "Was ist die Gnade? - Die Gnade ist eine innere, übernatürliche Gabe, welche uns Gott zum Heil der Seele verleiht".
 
Heute meinen nicht wenige, ein Begriff wie "Gnade" sei nur schwer vermittelbar. Man tue sich ohnehin nicht leicht mit der religiösen Sprache. Eine solche Auffassung zeugt nur schon davon, dass man es irgenwie bereits aufgegeben hat, vom Glauben her Sprache und Sprachgebrauch mitzugestalten. Wer verbietet uns denn, von "Gnade" zu sprechen und das, was damit gemeint ist, neu zu vermitteln? Das kann uns doch niemand verwehren; ja es bleibt sogar geboten!

Bekanntlich gibt es natürliche äussere Gaben für den Leib: etwa Gesundheit, Nahrung, Wohnung, Kleidung. Und es gibt natürliche innere Gaben für die Seele: etwa Verstand, Wille, Gedächtnis, Talente. Nur schon diese natürlichen Gaben sind - wie das Wort selber sagt - gegeben, geschenkt; denn Gott ist der Geber aller Gaben. So verdanken wir ihm auch jene äusseren und inneren Gaben, über die wir schon im natürlichen Bereich verfügen dürfen. Sie sind keineswegs Selbstverständlichkeiten, auch wenn gerade in unserer Konsumgesellschaft so vieles als selbstverständlich betrachtet wird.

Nun gehört die Gnade aber nicht zu unserer Natur. Sie kommt zu ihr hinzu und weist über sie hinaus. Die Gnade setzt die Natur voraus und vervollkommnet sie. Sie wird daher "übernatürlich" genannt. Sie überragt nämlich alle natürlichen Kräfte und Fähigkeiten; sie hat ihren Grund in der liebenden Zuwendung Gottes zu uns Menschen selbst.
 
Niemand kann sie von sich aus erwerben. Der Sohn Gottes selber hat sie uns durch sein Erlöserleben und Erlöserleiden verdient. Der Heilige Geist schenkt sie uns als besondere Gabe des himmlischen Vaters. Wir sprechen den dreifaltigen Gott als "gnädigen Gott" an, weil wir uns seiner Liebe bewusst sind und daran glauben, dass er sich uns in seiner Güte zuwendet. Wir wissen uns vollkommen abhängig von dem, ohne dessen Liebe wir nicht wären und auch nicht leben könnten.
 
So konnte die heilige Theresia von Lisieux zurecht sagen: "Alles ist Gnade". Wenn auch alles Gnade ist, so ist damit nicht gesagt, dass es unseres menschlichen Zutuns nicht bedürfte. Wir müssen uns der Gnade würdig erweisen, indem wir uns für sie öffnen und mit unserem Willen am Gnadenwirken Gottes mitwirken. Gott selber will gerade durch seine liebende Zuwendung zu uns erreichen, dass wir ihn erreichen wollen und mit seiner Hilfe das Gute tun, um das ewige Ziel zu erlangen. Wir sind ja auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und dadurch in den Himmel zu kommen...

 
Aus einem lesenswerten Bischofswort (2003) von Erzbischof Wolfgang Haas, Liechtenstein, über die Gnade; Quelle: kath.net


Lesung zum 4. Sonntag nach Ostern (Jak 1,17-21):
Geliebte! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater des Lichtes, bei dem es keine Veränderung und keine Verfinsterung gibt. Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir gleichsam die Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien.

Denkt daran, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden und nicht schnell zum Zorn bereit; denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was vor Gott recht ist.

Darum legt alles Schmutzige und Böse ab, seid sanftmütig und nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist und das die Macht hat, euch zu retten.


Evangelium vom 4. Sonntag nach Ostern (Joh 16,5-14):
Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.

Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: dass sie nicht an mich glauben; Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.


Foto: FW

Sonntag, 4. Mai 2014

Das Bild vom Guten Hirten

Epistel und Evangelium zeigen uns Christus unter dem Bild des Guten Hirten. Schon der Psalmist (22,1.4) hat einst gesungen: "Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln...; müsste ich auch wandern im finstern Tal, ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir. Dein Hirtenstab und dein Stecken sind mein Trost!"

Gott, der Hirte, ist nun sichtbar geworden im Hirten Jesus Christus. Christus nennt sich einfachhin den Hirten. Und wirklich, er ist das sichtbare Urbild des Hirten. Sein Beispiel ist bestimmend geworden für alle Seel-Sorge im Volk und in der Familie, vorab beim Bischof (Hirtenstab) und Pfarrer (Pastor heißt Hirte), aber auch für die Eltern und Erzieher.

Petrus, der erste Oberhirt der Kirche, verlangt (1 Petr 5,2-4): "Weidet die euch anvertraute Herde Gottes, nicht notgedrungen, sondern froh bereit nach Gottes Willen, nicht in schnöder Gewinnsucht, sondern mit Hingabe, nicht als Gewaltherrscher über die euch Anvertrauten, sondern als Vorbilder für die Herde, dann werdet ihr auch, wenn der Erzhirte (Christus) erscheint, den unverwelklichen Kranz der Herrlichkeit empfangen."

Der Hirte Christus ist unerreicht. Ist er einst Richter, so ist er doch nicht bloß gerecht. Er ist barmherzig: Gott ist auf der Suche nach dem Menschen! Bei Mt 9,36 heißt es von Christus, dass ihn "beim Anblick der Volksscharen tiefes Mitleid erfasste; denn sie waren abgehetzt wie Schafe, die keinen Hirten haben". Er sieht den Zustand der Gesamtheit, aber auch den des Einzelnen; er geht dem verlorenen Schaf nach und ruht nicht, bis er es heimgebracht.

Ich erinnere mich an ein altes Gemälde vom Guten Hirten: Er steht vor einem eingerosteten eisernen Tor. Dornen wachsen so dicht daran empor, dass man gleich sieht, wie lange schon niemand hier eingetreten ist. Es ist Nacht. Die Lampe des Hirten beleuchtet seine rechte Hand, die durch das Gestrüpp hindurch am Tor anpocht; die Hand blutet von den Dornen. Hinter dem Tor aber sieht man ein Festgelage. Hell leuchten die Kronleuchter auf den wilden Tanz und die üppige Völlerei. Es geht laut zu da drinnen. Wird einer das Klopfen des Hirten hören, der vor der Türe steht?

Das ist das Bild des Guten Hirten auf der Suche nach dem Menschenherzen! Wie geräuschvoll machen sich nichtige Dinge darin breit! Wie kann es also das Anklopfen des Hirten hören? Darum muss öfter Stille in uns sein... Und diese Stille wird Heimkehr bringen. So sagt denn Petrus (1.2.25 in der Epistel; s.u.): "Ihr gingt einst wie Schafe in die Irre; jetzt aber seid ihr heimgekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen."

Christus als Hirten sehen und selber Hirte sein wollen, dies beides wird von uns verlangt. Darum gilt uns der Wunsch des heiligen Paulus: "Der Gott des Friedens, der den erhabenen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten wiedergebracht..., der möge euch mit allem Guten zur Ausrichtung seines Willens ausrüsten und in euch wirken, was ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Ehre gebührt in alle Ewigkeit. Amen."


Heinrich Jansen Cron SJ in: "Weisheit für den Alltag - Aus den Messen eines Jahres"; Verlag Ludwig Auer/Cassianeum Donauwörth; Imprimatur 1954; S. 31/32 (s. Quellen)

 
Lesung vom 2. Sonntag nach Ostern:
Geliebte! Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war kein trügerisches Wort. Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter. Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Hüter eurer Seelen. (1 Petri 2,21-25)


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