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Donnerstag, 12. Februar 2015

Kardinal Kasper leugnet nicht nur die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe

Zur Erinnerung: Nicht nur, dass der  emeritierte Kurienkardinal und ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper, de facto die verbindliche Lehre von der realen Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe leugnet (auch wenn er - paradoxerweise - behauptet, dieselbe nicht anzutasten): er leugnet auch die geschichtliche Tatsache der Wunder, die Jesus während seines irdischen Lebens, gewirkt hat. Nachzulesen ist diese Irrlehre Kaspers in dem 1974 (engl. 1976) erschienenen Buch "Jesus der Christus".




Außerdem leugnet Kasper die Authentizität der Gottessohnschaft und damit die Gottheit Jesu und bezeichnet sie als eine Erfindung der ersten christlichen Gemeinde. 

Kasper lehnt wesentliche katholische Glaubenswahrheiten ab. Er kann deshalb kaum als guter und geeigneter Berater für die Belange der Kirche und der Gläubigen dienen. Seinen nicht mit dem katholischen Glauben übereinstimmenden Thesen, die er - so geschehen in der Diskussion um die Zulassung von zivil wiederverheirateten Geschiedenen zu Beichte und Kommunionempfang - als "(An-)Fragen" verharmlost, wird man daher mit größter Vorsicht gegenübertreten und mit der nötigen Entschiedenheit zurückweisen müssen, so wie dies zahlreiche glaubenstreue Kardinäle, Bischöfe und Theologen bereits getan haben...

 Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) Nr. 547 ff





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Samstag, 17. Januar 2015

Was Er euch sagt, das tut!

Predigt von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad zum 2. Sonntag nach Erscheinung des Herrn (Evangelium: Jo 2,1-11)

Es mag vorkommen, daß jemand mit Recht seinen Geschäftspartner fragt: „Was habe ich denn mit Ihnen zu tun?“ Sagt er es aber ohne Grund, so liegt darin zumindest eine Unfreundlichkeit.

Bekommt man von einem nahestehenden Menschen, gar einem vertrauten Freund zu hören: „Was habe ich mit Dir zu tun?“, dann wiegt das bereits viel schwerer. Die Freundschaft kann durch eine derart lieblose Bemerkung belastet sein und sogar zerbrechen.

Wie schmerzlich aber mögen es erst gute Eltern empfinden, wenn ihnen die eigenen Kinder zu verstehen geben, daß sie mit ihnen nicht viel zu tun haben und haben wollen? Dieselbe Feststellung wird in einem solchen Fall zum Angriff auf die tiefsten und zugleich feinsten Bande, die Menschen miteinander verbinden können.

Und ausgerechnet dieses Wort spricht im heutigen Evangelium Jesus zu Seiner Mutter.

Die gläubigen, ehrfürchtigen Übersetzer mögen sich winden und wenden in dem Versuch, der Stelle einen harmloseren Klang zu geben. Etwa den einer rein informativen Frage: „Frau, was willst Du von mir?“ (Aber auch darin stört ja noch das reichlich befremdliche „Frau“ gegenüber der eigenen Mutter!) In Wirklichkeit steht es nun einmal unverrückbar im griechischen Urtext: tí emoì kaì soí, gýnai; – in der lateinschen Übersetzung: Quid mihi, et tibi est mulier? – und folglich in deutscher Wiedergabe (wörtlich): „Was ist Dir und mir, Frau?“ Das bedeutet: „Was ist zwischen uns, was haben wir miteinander zu tun?“

Überlegen wir doch einmal:
Sie, die Ihm durch die Zustimmung zur Botschaft des Engels den Weg in die Welt geöffnet hat;
sie, die dem größten aller Wunder in sich Raum gab, als Er in ihrem Schoß die menschliche Natur annahm und mit der göttlichen vereinte;
sie, die Ihm während neun Monaten gleichsam ein Tabernakel war und Ihn mit reinem Glauben, inniger Liebe umfing;
sie, die später von anderen selig gepriesen wurde, weil ihr Leib Ihn getragen und ihre Brust Ihn genährt hat;
sie, die Ihn in Armut und Entbehrung zur Welt brachte;
sie, der keine Mühe und Gefahr zu groß war für Ihn;
sie, die von Anfang an alles, was Er sagte und tat, liebevoll in ihrem Herzen bewahrte und erwog;
sie, die Ihm die ersten Worte und Schritte beibrachte;
sie, die Ihn, als Er verloren schien, mit Schmerzen suchte:
Maria, die Jesus mehr Liebe schenkte als sonst ein Mensch, muß nun dieses Wort hören: „Was ist zwischen uns, Frau?“

Lassen wir es in seiner ganzen Wucht und Fremdartigkeit stehen. Und versuchen wir dennoch etwas von dem zu erfassen, was damit gemeint ist. Der Herr kann ein solches Wort ja nicht leicht dahingesagt haben. Solches zu denken, verbietet sich von vornherein. Auch der nachfolgende Satz läßt erahnen, daß es um mehr geht: „Noch ist meine Stunde nicht gekommen.“
Und daß die Gottesmutter sich nicht von ihrem Sohn abgewiesen fühlt, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß sie jetzt, gerade jetzt die Initiative ergreift und sich an die Diener wendet: „Was Er euch sagt, das tut.“

Weshalb aber dieses Wort Jesu zu Seiner Mutter? Hätte Er ihr nicht sagen können: „Mutter, auch ich sehe, daß kein Wein mehr vorhanden ist. Wenn Du mich darum bittest, will ich dem Mangel gerne abhelfen“? Das hätte unseren Vorstellungen vielleicht zunächst mehr entsprochen.

Doch bereits ein oberflächlicher Blick in die Geschichte des Heils zeigt, daß es eine Art „Tradition“ für solchen scheinbar schroffen Umgang gibt. Wir erleben ihn bei den Propheten. Wie hart und scheinbar lieblos fährt beispielsweise Elias seinen Schüler Elisäus bei dessen Berufung an. Dieser möchte sich noch rasch von seinen Verwandten verabschieden. Da bekommt er zu hören: „Geh nur zurück, denn was habe ich mit dir zu tun?“ Später zeigt sich, wie viel die beiden miteinander zu tun haben.

Aber es verfährt ja Gott selbst manches Mal nicht anders mit denen, die Er für Besonderes auserwählt hat. Denken wir im Neuen Testament an das Verhalten Jesu gegenüber manchen Bittstellern, die Er zunächst von sich zu weisen scheint. „Es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hunden zu geben“, muß eine Mutter in großen Nöten hören, deren Glauben der Herr wenig später rühmen wird.

Ähnlich ergeht es dem heidnischen Hauptmann, dem Er zunächst den nicht sehr freundlichen Vorwurf macht: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ Als der Mann sich aber hartnäckig zeigt, wird er erhört und erhält sogar das Zeugnis, ein Glaube wie der Seine sei in Israel nicht zu finden.

Und ist es denn anders in den uns bekannten Leben großer Heiliger? Je mehr Einblick wir in ihr Inneres haben, desto häufiger sehen wir sie in der Lage des scheinbar nicht Erhörten, ja des von Gott Abgewiesenen und Verstoßenen.

Sogar der Heiligste aller Heiligen, Jesus Christus selbst, hat, obwohl Er der ewige Sohn ist, zu einer Stunde – Seiner Stunde! – mit den Worten des Psalms gerufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen!“

Hier kann es nicht einfach um eine pädagogische Lektion gehen. Gott treibt auch keine mutwilligen Spielchen mit uns Menschen. Er verfährt gerade dort so, wo Er einen Menschen besonders für Seine Pläne gebrauchen will. Wenn Er ihn sozusagen für einen Moment draußen stehen läßt, dann nur, um ihn sogleich ganz besonders mit Sich selbst und Seinem Wirken zu vereinigen.

Die Gottesmutter verhält sich bei der Hochzeit zu Kana sogleich richtig angesichts des Satzes: „Was habe ich mit Dir zu tun, Frau?“ Sie lehnt sich nicht auf, läßt sich aber auch nicht abweisen. Vielmehr faßt sie das Wort Jesu als Anruf auf, sich nun um so fester, entschlossener, ja kühner zu zeigen. Zwar ist die entscheidende Stunde noch nicht gekommen. Aber gerade im Hinblick auf diese Stunde hin bewährt sie sich schon jetzt. Und wird darin bestätigt. Das Wunder geschieht.

Welches aber ist diese geheimnisvolle Stunde, von der Jesus spricht? An einer anderen Stelle nennt Er Maria nochmals „Frau“, nämlich vom Kreuz herab: „Frau, siehe da, Dein Sohn!“Frau“ klingt hier nicht mehr wie die Anrede irgendeiner Frau auf der Straße. Es ist das Wort des Gatten zur Gattin. Jetzt, unter dem Kreuz, ist Maria die „Frau“ im uranfänglichen Sinne des Paradieses. Dort gab Gott gab dem Adam die Frau als Gehilfin.

Maria steht also nicht mehr nur als irgendein gläubiger und am Leiden Christi mitleidender Mensch unter dem Kreuz. Sie ist vielmehr tätig in das Geschehen einbezogen. Sie wirkt mit, unterstützt sozusagen wie eine Ehegattin ihren Mann bei dem schwersten Werk, das Er zu vollbringen hat. Mit Ihm geht sie in die äußerste Finsternis scheinbaren Verworfenseins ein. Und gerade dort empfängt sie – als die erste Frucht Seines Opfertodes – Johannes zum Sohn. Johannes, den ersten ihrer vielen Söhne und Töchter der Gnade nach!

Und von hier aus fällt nun auch ein helles Licht auf das Ereignis von Kana: Schon da ist Maria die Frau und Gehilfin. Auf ihr Betreiben hin verwandelt der Herr Wasser in Wein. Er schenkt dem Wasser sozusagen eine neue, höhere, „übernatürliche“ Qualität, so wie er uns vom Kreuz herab das neue, höhere, übernatürliche Leben schenkt. In beiden Fällen aber ist Maria innigst in den Vorgang einbezogen als Mittlerin und Mitwirkende.

Was habe ich mit Dir zu tun?“ Dieses Wort des Herrn an Seine Mutter wurde zur Erprobung gesprochen, um die Festigkeit und Unnachgiebigkeit ihres Anhangens an Ihn herauszustellen. Und es ist zugleich die Aufforderung an uns, uns nicht in unserem Bitten beirren zu lassen.

Wir sollen auch wir wissen, daß wir in Momenten, in denen wir uns ohne das Bewußtsein einer bestimmten Sünde von Gott abgewiesen fühlen; in Zeiten, in denen Gebete lange keine Erhörung finden und ein Einsatz für die Sache des Herrn sich nicht mehr zu lohnen scheint, - daß wir uns gerade in solchen Augenblicken Seiner Macht, die in unserer Unfähigkeit zur Vollendung gelangen will, bedienen dürfen.

Maria ist uns auch darin Vorbild und Helferin. Wenn wir uns so verhalten, fordern wir wie sie unseren Herrn und Gott heraus zu immer größeren Wundertaten in unserem Leben und in dem anderer. Rufen wir als scheinbar von Ihm Abgewiesene dennoch mit dem Patriarchen Jakob: „Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn!“, so wird Gott wie in Kana neu Seine Herrlichkeit an uns offenbaren. 


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Freitag, 12. Dezember 2014

Wunder über Wunder - Gedenktag der Allerseligsten Jungfrau Maria von Guadalupe

 


Im Jahre 1531 erschien dem mexikanischen Bauern Juan Diego eine wunderschöne "edle Dame" und hinterlässt zuletzt auf dem Umhang des Bauern das Bildnis einer Frau, unschwer zu erkennen als die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, als die sich auch die Erscheinung selbst zu erkennen gibt. Dieser Umhang, die sogenannte "Tilma", gibt der Menschheit zahlreiche Rätsel auf. Viele Details sind auf natürlichem Wege und verstandesgemäß nicht zu erklären: das Tuch ist ein einziges großes Wunder.

Die Erscheinungen der Jungfrau Maria, die Sich Juan Diego mit den Worten vorstellt: "Wisse, mein liebstes Söhnchen,  dass ich die makellose und immerwährende Jungfrau Maria bin, die Mutter des wahren Gottes, durch den alles lebt...", führen einen ganzen Kontinent zum Christentum - just in der Zeit, in der in Deutschland durch die Reformation des Martin Luther und seiner Mitstreiter viele Menschen der Kirche entfremdet werden und vom wahren Glauben abfallen.




Hier eine Liste mit einigen der Merkmale der Tilma, die nicht zu erklären sind (Quelle: kath-zdw: Die Tilma von Guadalupe):

  • Kein Malmaterial identifizierbar, weder pflanzlichen, noch tierischen noch mineralischen Ursprungs. Malmaterial bis heute unbekannt. 
  • Keine Pinselstriche vorhanden. 
  • Keine Vorzeichnungslinien, keine Vorzeichnungsskizze vorhanden. 
  • Keine Untermalung, keine Grundierung, keine Leimung: dies macht es eigentlich unmöglich, auf der Oberfläche des groben Stoffes zu malen. 
  • Keine schützende Lackierung vorhanden trotz unerklärlich guter Erhaltung von Bild und Stoff.
  • Kombination verschiedener Maltechniken: Öl, Tempera, Wasserfarbe und Fresko. Nicht kopierbar.
  • Unebenheiten auf dem Gewebe gezielt ausgenutzt, um dem Gesicht Tiefe zu geben. 
  • Rätselhafte Glättung der Oberfläche. Die Bildseite auf der Tilma ist merkwürdig geglättet, glänzend weiss und weich unter dem Bild. Forscher haben keine Erklärung für die zwei unterschiedlichen Materialseiten. 
  • Lichtbrechung: Bei der Untersuchung 1979 durch Smith und Callahan festgestellt: Die Farben verhalten sich wie Farben auf Vogelfedern, Schmetterlings- oder Käferflügeln: sie verändern sich beim Betrachten aus verschiedenen Blickwinkeln. 
  • Einseitige Durchsichtigkeit. Das Bild auf der Vorderseite kann deutlich durchscheinend von hinten gesehen werden – jedoch ein rätselhafter grüner Fleck auf der Rückseite des Gewebes kann von der Vorderseite aus nicht gesehen werden.  
  • Infrarotdurchlässigkeit: die rosa Farbe auf dem Bild ist – entgegen der allgemein vorkommenden Undurchlässigkeit der rosa Farbpigmente – infrarotdurchlässig. 
  • Umkehreffekt: Aus der Entfernung erscheint das Bild grösser, scheint beim Näherkommen zu „schrumpfen“. Gesicht und andere Details sind nicht aus der Nähe, sondern erst aus einigen Metern Entfernung deutlich zu erkennen. 
  • Die Augen: Die Augen des Gesichtes auf der Tilma bilden das grösste Rätsel dieses Artefaktes. In beiden Augen spiegelt sich die damalige Szene der Bildentstehung im Jahr 1531 vor dem Bischof mit Verzerrungen in Abhängigkeit von den Gesetzen der Krümmung der Hornhaut, und im zweiten Auge um genau den Faktor verschoben, wie es sich in einem lebendigen Auge zeigen würde. 
  • 1956 entdeckt: Lichtreflexe in den Augen der Figur auf der Tilma. (Lichtreflexe im menschlichen Auge sind uns erst bekannt seit Helmhotz’ Entdeckung in den 1880er Jahren! Woher also sollte der Hersteller dieses Bildes im Jahre 1531 davon Kenntnis gehabt haben?)
  • 1958 entdeckt: Parkinje-Sanson-Effekt in den Augen der Figur auf der Tilma: ein gesehenes Objekt wird in beiden Augen eines Menschen reflektiert, und zwar an drei verschiedenen Stellen verursacht durch die Krümmung der Hornhaut. Genau dies aber findet sich auch in den Augen der Figur auf dem Tilmabild
  • Die sich in den Augen widerspiegelnde Szene – nach modernster Computerbildanalyse: Ein sitzender Indio; die Gesichter von möglicherweise Bischof Zumárraga und Dolmetcher Gonzales; dann Juan Diego, seine Tilma öffnend; die Büste einer Frau und ein bärtiger Spanier. In der Mitte: eine Eingeborenengruppe mit Kind.


 
Heilige Maria,
makellose und immerwährende Jungfrau und Gottesmutter,
bitte für uns und die Missionen in aller Welt 



Weiteres zum Thema "Guadalupe":


Bilder: 
Mitte und unten: Standbild in den Vatikanischen Gärten, das den Moment zeigt, als Juan Diego dem Bischof die Rosen aus seinem Umhang schüttet und das Bild Mariens in dem Stoff sichtbar wird (eigene Fotos)

Sonntag, 7. Dezember 2014

Den Juden ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit

Aus der Matutin zum 2. Adventsonntag:

3. Lesung Mt 11,2-10 (gleichzeitig auch Tagesevangelium):

In jener Zeit, als Johannes von den Werken Christi hörte, sandte er zwei von seinen Jüngern zu ihm und ließ ihn fragen: "Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?"

Jesus antwortete ihnen: "Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt."

Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; dass er dir den Weg bereite" (Mal 3,1).

Auslegung des heiligen Papstes Gregor:
Wer so viel Zeichen und Wunder gesehen hat, kann nur staunen, aber nicht mehr Ärgernis nehmen. Dennoch nahmen die Ungläubigen schweres Ärgernis, als sie den Herrn nach so vielen Wundern sterben sahen. Daher sagt auch Paulus: Wir predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit.

Es erschien den Menschen töricht, dass der Urheber des Lebens zum Heil der Menschen sterben sollte; auch nahm der Mensch an ihm gerade daran Anstoß, um dessentwillen er Ihm heute besonders dankbar sein muss. Denn Gott muss umso würdiger von den Menschen geehrt werden, je unwürdiger das war, was Er für ihre Erlösung dulden wollte.
 6. Homilie über die Evanglien, Abschnitt 1 zur Lesung Mt 11,2-10 zum 2. Adventsonntag

Siehe, der Herr wird kommen und in Herrlichkeit herabsteigen
und Seine Macht mit Ihm;
Er wird Sein Volk in Freude heimsuche
 und ihm ewiges Leben verschaffen.
Siehe, unser Herr wird mit Kraft kommen. - Er wird Sein Volk!



aus: Das Breviergebet - Deutsche Ausgabe des Breviarum Romanum, Bd 1 Advent bis Dreifaltigkeitsonntag; Matutin zum 2. Adventsonntag; S. 15/16

Mittwoch, 28. Mai 2014

Maiandacht 28. Tag - Maria, Zuflucht der Sünder

 
Lös' der Schuldner Ketten,
mach die Blinden sehend,
allem Übel wehre,
jeglich Gut erwirke, o Maria!
(aus dem Hymnus "Ave maris stella")


Für alle Menschen in dem Elend und der Betrübnis dieser Welt ist Maria die liebevolle, mütterliche Trösterin und Helferin. Es gibt ein Leid auf der Welt, das ist das größte von allem. Dieses Leid ist die Sünde, die Ursache jedweden Leides.

In der Sünde trennt sich der Mensch von Gott und seiner Liebe. Die (schwere oder Tod-) Sünde macht den Menschen tot für den Himmel, zu dem er doch berufen ist. Für die Sünder ist darum Christus auf die Welt gekommen; er will suchen und selig machen, was verloren war. Die 99 Schafe lässt er allein und geht dem verlorenen nach. In aufrichtigem Schmerz weint er über das sündige Jerusalem. Als man ihm vorwirft, er nähme sich der Sünder an, gibt er zur Antwort: "Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken."

Diese Gesinnung des Heilandes ist auch in Maria, seiner Mutter. Man sagt wohl, Sorgenkinder seien die liebsten Kinder; wie betet und leidet doch eine Mutter um ihr krankes oder sündiges Kind! Und Maria unsere himmlische Mutter, sollte der Kinder vergessen, die im Unglück der Sünde weilen, die von Gott getrennt sind? 

Maria hat uns den Heiland geschenkt am Weihnachtstag, hat ihn uns von Neuem geschenkt, ihn hingeopfert am Kreuze. Nun ist es ihre größte Muttersorge, dass Christus in allen Menschenseelen lebe, dass nicht für eine einzige Seele Christi Blut umsonst geflossen sei. Mit gütigen, barmherzigen Mutteraugen blickt die Mutter der Barmherzigkeit auf uns herab. Sie will nicht richten über die Sünder, sie will nur retten, will helfen, will versöhnen.

Wo nur ein Sünder in der Not seiner Seele sich an diese Mutter wendet, da will sie ihm Zuflucht sein. Wer mit gutem Willen zu ihr kommt, den wird sie nie zurückweisen. Der strafenden Gerechtigkeit Gottes wirft sie sich gleichsam immer wieder in die Arme; immer wieder erfleht sie Wunder der Gnade.

Von wunderbaren Krankenheilungen und wunderbarer Hilfe in andern irdischen Nöten hören wir oft; die Wunder der Gnade vollziehen sich meist in der Stille. Nur die eigene Seele weiß darum und vielleicht der Priester, der im Bußsakrament der reuigen Seele das frohe Wort der Lossprechung sagen darf. Aber wir können davon überzeugt sein, es sind viele, viele Wunder der Gnade, die tagtäglich sich vollziehen auf die Fürbitte der Mutter der Barmherzigkeit.

O sündiges Menschenherz, gehe zu dieser Mutter, zur Zuflucht der Sünder. Wenn die Sünde Finsternis in deine Seele brachte, dann schau empor zu Maria. Sie ist der lichte Morrgenstern, sie weist dir den Weg, sie führt dich hin zum Vaterherzen Gottes. Sie geleitet dich zum Kindlein in der Krippe, sie nimmt dich an der Hand und zeigt dir das Kreuz, an dem ihr Kind für dich sein Blut vergossen hat.

Sie bittet und fleht mit dir und für dich, dass Christi Blut dich wieder rein wasche von aller Makel und aller Schuld. Habe Vertrauen zu ihr. Wenn es dir an Mut gebricht, zu bekennen, klage zuerst all deine Schuld der Mutter; ihr Mutterherz ist voll gütigen Verstehens für deine Seelennot; dein Bekenntnis im Richterstuhl der Beichte wird dir danach leichter fallen. Will Verzweiflung ob der Menge deiner Sünden dich niederdrücken, dann ergreife die Hand dieser Mutter, halte sie fest, sie lässt dich niemals sinken und untergehen.

Dann aber, wenn du durch Mariens Fürbitte wieder ein Kind des dreifaltigen Gottes geworden oder es geblieben bist, dann hilf auch du Maria in ihrem Rettungswerk. Gott will die Menschen retten mit Hilfe der Menschen. Sei auch du ein Helfer, eine Helferin, handle wie Maria. Du sollst nicht richten und verurteuilen, sondern beten und opfern.

Von der großen heiligen Theresia wird berichtet, dass sie durch ein einziges Gebet zehntausend Irrgläubige bekehrt habe. Der heilige Augustinus schreibt: "Aus einem Sünder einen Gerechten zu machen, ist ein größeres Werk, als Himmel und Erde zu erschaffen." Du, meine Seele erzeige dich der Gottesmutter dankbar und wisse, dass es auf Erden kein herrlicheres und köstlicheres Werk geben mag als das eine: mit Gott, dem Herrn, mitzuwirken am Heile der Seelen.

Wir beten ein Ave Maria und bitten die Gottesmutter um ihre Hilfe in aller Seelennot:
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir!
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus!
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Höre uns, o Mutter,
denn es ehrt dich der Sohn dadurch,
dass er dir nichts versagt!
Rette uns ,o Jesus,
denn für uns fleht dich an
deine jungfräuliche Mutter!
(Audi nos... Paderborner Gesangbuch zu den Rorate-Ämtern)


Gebet:
O Jesus! Du bist in die Welt gekommen, um zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Höre auf die Bitten deiner Mutter, die für uns Sünder dich anfleht. Rette uns, o Jesus, und führe uns zur Seligkeit. Amen.


Maiandachtsbüchlein für Kirche und Haus von Pfarrer Joseph Willmes; A. Laumannsche Verlagsbuchhandlung Dülmen /Westf.;  AD 1935; S. 84-86 (mit kleinen Änderungen); (s. Quellen)



Montag, 26. Mai 2014

Maiandacht 26. Tag - Maria, wunderbare Mutter

Maria, die Jungfrau, stieg empor zu den Himmeln!
Freuet euch: 
denn mit Christus herrscht sie in Ewigkeit!
Tochter Sion! Ganz schön bist du und liebreich,
schön wie der Mond, der strahlenden Sonne gleich!
(Ant. von Mariä Himmelfahrt)


Maria ist heimgegangen in den Himmel. jetzt steht sie vor uns in ihrer Himmelsherrlichkeit. Wenn schon für jede Seele im Himmel unaussprechliche Wonne der Seligkeit bereitet ist, wieviel mehr und ganz besonders für Maria.

Sie ist schon auf Erden gegrüßt worden: "Du bist voll der Gnaden." In der Ewigkeit werden die Engel sie grüßen: "Du bist voll der Glorie und Herrlichkeit, die Königin des Himmels!" Wer kann ihre Schönheit in Worte fassen? Mit welchen Worten sollen wir sie preisen? Mit welchem Namen sie nennen, um ihre Herrlichkeit und Schönheit entsprechend auszudrücken?

Wenn Christus, der Herr, unter den Volksscharen lehrte und seine Lehre beglaubigte durch Wunder und Zeichen, dann staunten die Menschen und lobten und priesen Gott. Der Herr war der Wunderbare nicht nur durch seine Werke, sondern auch durch sein Leben und seine Lehre. "Er lehrte wie einer, der Macht hat."

In der Lauretanischen Litanei nennen wir auch die Gottesmutter mit diesem Namen und sprechen: "Du wunderbare Mutter!" Sie ist jene, die uns nächst Christus am meisten in Staunen setzt ob ihrer Macht und Größe; nicht als ob sie allmächtig wäre und aus eigener Kraft Wunder wirken könnte. Aber sie ist die Mutter des Herrn, des Wundertäters, ja, sie ist selbst das größte Wunder in Menschengestalt.

Schier unbegreiflich ist es, dass ein Menschenkind ausgewählt wird zur Mutter des allmächtigen Gottes, zur Mutter des Menschenerlösers und damit zur Mutter der ganzen erlösten Menschheit. Darum mag das Wort: "Du wunderbare Mutter" all unser Staunen, unsere Ehrfurcht und unsere Liebe zum Ausdruck bringen. Um aber die Fülle der Gnaden und ihrer Macht und ihre außerordentliche, überragende Stellung anzudeuten, hat frommgläubiger Sinn das Wort geprägt: "Du dreimal wunderbare Mutter." *)

O wunderbare Mutter! Höchstes Lob soll dir zuteil werden, du bist die Mutter Gottes. O wunderbare Mutter! Den schönsten und wärmsten Kindesgruß schicken wir zu dir empor, du bist die Mutter des Erlösers. O wunderbare Mutter! Mit inniger Bitte kommen wir zu dir, zu deinem erbarmenden Mutterherzen, du bist die Mutter der Erlösten, unsere Mutter. Was nun Menschensinn erdenken mag an Vorzügen und Herrlichkeiten der Gottesmutter im Himmel, kann man füglich ausdrücken mit diesem Wort: Du wunderbare Mutter. Alles Unbegreifliche, Herrliche und Wunderbare ist darin enthalten.

O meine Seele, das mag auch dein liebster Gruß sein, den du zur himmlischen Mutter emporsendest; darin magst du all seine Liebe und Verehrung zum Ausdruck bringen, dass du sie nennst: die wunderbare, die dreimal wunderbare Mutter.

Geh zur ihr hin und nenne sie die Wunderbare, die Mutter Gottes. Heiliges Staunen wird dich ergreifen, heilige Ehrfurcht dich erfüllen vor solch hoher Herrlichkeit Die besten und heiligsten Seelen unseres Volkes haben dieser hohen, heiligen Frau ihre Lieder gesungen. Und immer noch ist das Wort wahr, das Maria gesprochen: "Von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter."

Geh hin zu Maria, meine Seele, und nenne sie die Wunderbare, die Mutter des Erlösers. Die Mutter deines Erlösers ist sie. (...)

Gehe hin und nenne sie  die Wunderbare, die Mutter der Erlösten, nenne sie deine Mutter. Und sieh, wie das Kindlein sich freut, wenn es bei der Mutter ist und sich in ihrem Schutz geborgen weiß, so magst auch du wissen: die Mutter im Himmel ist dir nahe, dieser Mutter Herz schlägt auch für dich in Liebe. In grenzemlosen Vertrauen darfst du dich an diese Mutter wenden; sie ist dir nahe und liebt dich wie nur eine Mutter dich lieben kann.

Wir beten ein Ave Maria in andächtiger Verehrung der dreimal wunderbaren Mutter:
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir!
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus!
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Weit geöffnet sind des Himmels Pforten
durch dich Maria, für uns alle!
Mit den Engeln triumphierst du, ruhmgekrönt!
(Ant. von Mariä Himmelfahrt)

O du wunderbare Mutter, bitt' für uns!


Gebet:
O Gott, in deiner Allmacht und Liebe hast du die Mutter deines Sohnes in den Himmel aufgenommen und wunderbar verherrlicht. Nun thront sie in der Glorie wunderbar sla Mutter deines Sohnes, wunderbar als Mutter unseres Erlösers, wunderbar als Mutter aller Erlösten. Wir bitten: lass uns allezeit ihre wunderbare Macht erfahren. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.


*)  Über den Ausdruck: "dreimal wunderbare Mutter" und seine Entstehung siehe Näheres bei: Franz Hattler SJ, "Der ehrwürdige Pater Jakob Rem und seine Marienkonferenzen", Mainz, Regensburg 1896. - Von den Pallotiner- Missionsschülern in Schönstatt wurde dieser Ausdruck wieder aufgegriffen. Die Anrufung in der Wallfahrtskapelle dort lautet: Du dreimal wunderbare Mutter und Königin von Schönstatt, bitte für uns!



Maiandachtsbüchlein für Kirche und Haus von Pfarrer Joseph Willmes; A. Laumannsche Verlagsbuchhandlung Dülmen /Westf.;  AD 1935; S. 78-81 (mit kleinen Änderungen); (s. Quellen)


Bild: "Dreimal wunderbare Mutter" im Liebfrauenmünster Ingolstadt, eine Abwandlung der Marienikone „Salus populi romani“ in der Cappella Paolina in Santa Maria Maggiore in Rom. Die Kopie war ein Geschenk des Jesuitengenerals Francisco de Borja an das Jesuitenkolleg in Ingolstadt. (wikipedia)

Sonntag, 23. Februar 2014

... denn Du errettest, die auf Dich hoffen!



Lass mich in Treue Deine Wege wandeln, damit mein Fuß nicht wanke.
O neig' Dein Ohr, erhöre meine Bitte!
Lass Dein Erbarmen Wunder wirken;
denn Du errettest, Herr, die auf Dich hoffen!


Offertorium zum Sonntag Sexagesima, Psalm 16,5ff

zum Sonntag Sexagesima siehe auch hier:
einfach entfachend


Donnerstag, 12. Dezember 2013

Dienstag, 16. Juli 2013

Wunder über Wunder...



"Die Wunder, durch die Gott die Welt regiert und die ganze Schöpfung leitet, sind für uns durch die Alltäglichkeit so abgestumpft, dass fast niemand es mehr für wert erachtet, den wunderbaren und erstaunlichen Werken Gottes in jedem Getreidekorn Aufmerksamkeit zu schenken.

Daher hat er, getreu seiner Barmherzigkeit, sich vorbehalten, zu gegebener Zeit einige Dinge zu vollbringen, die außerhalb des gewöhnlichen Verlaufs und der Ordnung der Natur liegen, damit die Menschen, die gegen das Wunder des Allerhöchsten abgestumpft sind, durch das Sehen eines nicht größeren, aber ungewöhnlicheren Ereignisses getroffen werden.

Tatsächlich ist die Ordnung des ganzen Weltalls ein größeres Wunder als die Sättigung von fünftausend Menschen durch fünf Brote. Und doch wundert sich über das eine niemand, indessen das andere die Menschen in Staunen versetzt, nicht weil es ein größeres, sondern weil es ein selteneres Wunder ist."


Augustinus in: Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tract. in Jo.Ev.) 24,1


Sonntag, 9. Juni 2013

Das eucharistische Wunder von Lanciano

Nach den Worten Jesu Christi (s. z.B. Lk 2,29; 1 Kor 11,23-29) und der Lehre der katholischen Kirche werden durch die Wandlungsworte der hl. Messe das Brot zu Fleisch und der Wein zum Blute Jesu Christi. Auf dem Altar wird das blutige Kreuzesopfer Jesu Christi in unblutiger Weise gegenwärtig. 

Diese Glaubenswahrheit wurde im Laufe der Heilsgeschichte immer wieder auch durch eucharistische Wunder bestätigt: Geschehnisse, Ereignisse, bei denen eine konsekrierte Hostie zu Fleisch oder der Wein zu Blut wurden.


Lanciano bei Chieti ereignete sich das wohl bekannteste und am längsten andauernde eucharistische Wunder.

In der ehemaligen Klosterkirche des hl. Longinus in Lanciano feierte im 8. Jahrhundert eines Tages ein Basilianermönch, wie gewohnt, die hl. Messe. Nachdem er die Hostie in den hochheiligen Leib Christi und den Wein in das kostbare Blut Christi verwandelt hatte, hielt er einige Augenblicke inne. Mag sein, dass er von einem Zweifel an der wirklichen Gegenwart Jesu Christi im heiligsten Altarssakrament geplagt wurde. Im selben Augenblicke wurde er von einem ausserordentlichen Wunder überrascht. Ein Teil der geweihten Hostie verwandelte sich nämlich vor seinen entsetzten Augen in blutendes Fleisch, während der übrige Teil weiterhin wie Brot aussah; der verwandelte Wein nahm gleichzeitig die Gestalt frischen Blutes an, das nach und nach zu fünf Blutkörperchen gerann, die in Form und Gestalt verschieden waren. (...)

Auf erzbischöfliche Anordnung wurden die oben bezeichneten hl. Reliquien einer medizinischen Untersuchung durch Fachgelehrte unterzogen, die sich über mehrere Monate erstreckte.

Diese wissenschaftliche Prüfung ergab:

1. Es handelt sich um wirkliches Fleisch und Blut.

2. Sowohl das Fleisch als auch das Blut stammen von einem Menschen.

3. Das Fleisch weist eindeutig die Struktur des Herzgewebes auf.

4. Das Fleisch und das Blut haben die gleiche Blutgruppe.

5. Das Diagramm des Blutes ist übertragungsfähig auf menschliches Blut, wie es heute entnommen wird.

6. Das Fleisch und das Blut gleichen dem einer lebenden Person.

 
Quelle: Maria Haesele, Eucharistische Wunder aus aller Welt, Stein am Rhein
Foto und Text übernommen von hier.

Samstag, 18. Mai 2013

Wunderliches über Wunder


„Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind“, lässt Goethe seinen von Ungewissheit geplagten Faust sprechen. Der Ostermorgen geht leuchtend auf, Glocken und frohe Gesänge künden von Christi Auferstehung. Doch der gelehrte Mann kann den Weg zu den Wundertaten Gottes, die das einfache Volk gläubig annimmt, nicht finden: „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ 

Was hätte dem gequälten Sucher in solcher Lage wohl ein durchschnittlicher Vertreter der heutigen Theologie gesagt, welche Hilfestellungen ihm geboten, um zur Einsicht in die Glaubwürdigkeit des Evangeliums mit seiner Kunde von der Auferstehung zu gelangen? 

Naheliegend wäre es jedenfalls, unter anderen wichtigen Gründen auch die Wunder des Herrn zu erwähnen. Sie sind nicht „des Glaubens liebstes Kind“, sondern werden im Evangelium vielmehr als gewichtige Glaubwürdigkeitsmotive gewertet, die dem eigentlichen Glaubensakt vorausgehen und ihn stärken; denn in den Zeichen, die Jesus wirkt, offenbart sich Seine Überlegenheit über die sonst geltenden Gesetze, hier greift Er mit einzigartiger Macht in den Gang der Dinge ein: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, den Armen wird das Evangelium verkündet, und selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ (Mt 11,5f.) Daraus schließt unser Verstand wie von selbst: Solches kann niemand wirken, wenn nicht Gott mit Ihm ist (Joh 3,2), ja Er selbst Gott ist! Jesu Auferstehung ist dann der letzte und stärkste Erweis Seiner wahren Gottheit, auf welcher der ganze christliche Glaube gründet. 

Ausführungen dieser Art also dürfte man sich von den Theologen auch unserer Zeit erwarten, verbunden mit Argumenten für die historische Vertrauenswürdigkeit der Evangelien und ihrer Wunderberichte. Aber wer sich mit derartigen Hoffnungen an die Lektüre entsprechender Bücher begibt, der wird oft ein „blaues Wunder“ erleben. Zwar betrachten viele heutige Schriftgelehrte das Wunder wieder als ein Kind des Glaubens (und weniger als eine Hilfe zu ihm hin). Doch wird es dabei eher wie ein ungeliebtes, gerade noch geduldetes Stiefkind behandelt! 

Diese Behauptung ist nicht aus der Luft gegriffen und keine Unterstellung. Wenden wir uns nur einem Werk aus der Feder eines der berühmtesten deutschsprachigen Theologen der Gegenwart zu. Als Walter Kasper sein „Jesus der Christus“ im Jahr 1974 veröffentlichte, war noch nicht abzusehen, dass aus dem Professor ein Diözesanbischof, dann sogar ein Kurienkardinal werden würde. In seinem erfolgreichen Buch, das bis heute zahlreiche Auflagen erlebte (ich zitiere die 11. Auflage, Mainz 1992), kommt er zu dem Ergebnis, „dass wir viele Wundergeschichten der Evangelien als legendarisch bezeichnen müssen.“ Namentlich „das Wunder der Rettung aus dem Sturm, die Verklärungsszene, das Wandeln auf dem See, die Speisung der 4000 bzw. 5000 und der Fischzug des Petrus“ seien als „Rückprojektionen von Ostererfahrungen in das irdische Leben Jesu bzw. als vorausgenommene Darstellungen des erhöhten Christus“ zu betrachten. (S. 106) 

Halten wir hier kurz inne. Das will doch wohl sagen, diese Geschehnisse, die das Christusbild der Gläubigen aller Zeiten wesentlich prägten, hätten sich nicht wirklich ereignet. Sie wären vielmehr nachträglich erfunden und in die Schilderung des Lebens Jesu eingeflochten. Im Glanz der österlichen Ereignisse (die für den Theologen Kasper und seine Kollegen nochmals ein eigenes Problem darstellen) sei der jungen Kirche plötzlich auch das vorösterliche Auftreten des Herrn wie verklärt erschienen. Daher das Bedürfnis nach Wundergeschichten, die zeigen sollten, dass Er schon damals ganz einzigartig war. 

Und nochmals der spätere Kardinal: „Erst recht wollen die Geschichten von der Totenerweckung der Jairustochter, des Jüngling von Naim und des Lazarus Jesus als den Herrn über Leben und Tod herausstellen.“ (S.106) Die drei Berichte von Totenerweckungen sind also in Wirklichkeit keine Berichte, sondern legendarische Geschichten, die einen konkreten Zweck verfolgen. Und die drei beschriebenen Wunder dürfen wir folglich nicht als historische Fakten ansehen. Fragt sich nur, wie sie dann dennoch „Jesus als den Herrn über Leben und Tod herausstellen“ können, wenn Er doch in Wahrheit keinen einzigen Toten erweckt hat. Wunderliche Logik! 

Eine bestimmte Art heutiger Theologie legt den Gedanken nahe, dass man seine Schwierigkeiten habe mit einem Gott, der souverän über der Weltordnung thront und Seine Herrlichkeit in staunenswerten Taten zeigt. Und folglich auch mit dem Gottessohn Jesus Christus, der nach den Evangelien immer wieder in wunderbaren Zeichen Seine göttliche Sohnesherrlichkeit vor der Welt geoffenbart hat. 

Dieses Denken ist aber eine Sackgasse. Aus ihr führt nur der Glaube heraus, der die Wunder Jesu nicht als „Rückprojektionen“ der nachösterlichen Gemeinde betrachtet, sondern als tatsächliche vorösterliche Ereignisse, bereits vorausweisend auf die größte Wundertat des Herrn, Seine glorreiche Auferstehung. Diesem Glauben ist das Wunder keineswegs liebstes Kind, aber er nimmt es ernst als eine Offenbarung der Allmacht Gottes und Seines menschgewordenen Sohnes.


Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)



Zeugnis des Quadratus bzw. des Eusebius:

"[Einer der ältesten literarischen Kämpen für christliche Religion und Sitte] war der Apostelschüler Quadratus, der nach dem Zeugnis des Eusebius ums Jahr 125 dem Kaiser Hadrian eine Schutzschrift überreichte, "weil böse Männer die unsrigen zu belästigen versuchten". Diese früheste Apologie ist leider längst verloren gegangen bis auf einen von Eusebius aufbewahrten Satz, wonach bis in Quadratus Zeit herein von Christus Geheilte und Erweckte noch am Leben waren."

Bibliothek der Kirchenväter: Einleitung zur Apologie des Aristides von Athen; S.5; Hervorhebungen durch Fettdruck von FW (s. Quellen) 



Buchempfehlung:

Klaus Berger 
Die Bibelfälscher (bitte klicken!) 
Pattloch Verlag

Aus dem Vorwort des Verfassers:

"Dieses Buch [versteht sich] als dringender Appell zu einer Reformation besonderer Art, nämlich zu einer Reformation der sogenannten historisch-kritischen liberalen Exegese."



Donnerstag, 6. Dezember 2012

Fest des hl. Nikolaus von Myra

Bischof und Bekenner, + um 350 

Er war geboren in Lyzien, wurde Bischof von Myra und stand in hohem Ansehen wegen der vielen Wunder, die er wirkte, und wegen seiner Freigebigkeit. Er war einer der großen Bischöfe des 4. Jahrhunderts und nahm am Konzil von Nizäa teil. Der Heilige, dessen Leib in Bari in Süditalien ruht, genießt auch im Abendland weiteste Verehrung.

aus dem Schott-Volksmessbuch, Verlag Herder Freiburg; AD 1958


Hl. Nikolaus von Myra, bitte für uns!


Foto: Friedrichsen, wikipedia;  Bischof Nikolaus erweckt drei ermordete Scholaren wieder zum Leben; Seitentafel von einem nicht mehr vollständig erhaltenen Nikolaus-Flügelaltar aus der Zeit um 1485 in St. Marien Mühlhausen, Thüringen.

Dienstag, 29. Mai 2012

Ein Herz, eine Seele, ein Gott

"Nachdem unser Herr Jesus Christus auferstanden und in dem von ihm bestimmten Zeitpunkte in den Himmel aufgefahren war, sandte er nach Verlauf von zehn Tagen von dorther den Heiligen Geist. Von ihm erfüllt, fingen die in einem Saale Versammelten in den Sprachen aller Völker zu reden an.

Durch drei Wunder wurden die Mörder des Herrn erschreckt: im Innern betroffen empfanden sie Reueschmerz, Schmerz empfindend änderten sie sich, geändert wurden sie gläubig; es schlossen sich dem Leibe des Herrn d.i. der Zahl der Gläubigen dreitausend Menschen an.

Desgleichen traten infolge eines andern Wunders noch fünftausend bei, und es entstand eine Volksschar und zwar nicht eine kleine. In dieser Volksschar wurden alle nach Empfang des Heiligen Geistes, der die geistige Liebe entzündete, durch eben diese Liebe und Glut des Geistes in Einheit verbunden, und sie fingen in diesem Einheitsbunde an, alles zu verkaufen, was sie hatten, und den Erlös zu den Füßen der Apostel niederzulegen, damit einem jeden nach seinem Bedürfnisse davon zugeteilt würde. Und von diesen sagt die Schrift: "Sie waren eine Seele und ein Herz in Gott"1 .

Gebt also acht, Brüder, und erkennet hieraus das Geheimnis der Trinität, wie wir nämlich sagen: der Vater ist, der Sohn ist, der Heilige Geist ist, und wie doch nur ein Gott ist. Siehe, jene waren so viele Tausende, und es war ein Herz; siehe, es waren so viele Tausende, und es war eine Seele. Aber wo? In Gott. Um wieviel mehr Gott selbst!

Irre ich etwa im Worte, wenn ich zwei Menschen zwei Seelen nenne, oder drei Menschen drei Seelen, oder viele Menschen viele Seelen? Gewiß, ich sage mit Recht so. Sie wollen nur zu Gott hinzutreten, und alle haben nur eine Seele. Wenn viele Seelen, indem sie zu Gott hinzutreten, durch die Liebe eine Seele sind und viele Herzen ein Herz, was tut dann die Quelle der Liebe selbst im Vater und Sohne? Ist dort nicht umsomehr die Trinität ein Gott? Denn von dorther kommt uns die Liebe, vom Heiligen Geist selbst: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsern Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist"2 .

Wenn also die Ausgießung der Liebe in unsern Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist, aus vielen Seelen eine Seele macht und aus vielen Herzen ein Herz macht, um wieviel mehr sind der Vater, der Sohn und der Heilige Geist ein Gott, ein Licht und ein Anfang?"


1: Apg 4,32
2: Röm 5,5



Hl.Augustinus: Vorträge über das Johannes-Evangelium 39.5 


Donnerstag, 8. März 2012

Die Grundlage jeder Erneuerung: Der Glaube (6)

 Prof. DDr. Josef Seifert  (1976)

Fortsetzung Teil 6

Der "Mythos vom modernen Menschen"

Diese Pseudo-Erneuerung entspringt also dem, was Dietrich von Hildebrand in seinem "Trojanischen Pferd" richtig den "Mythos des modernen Menschen" genannt hat. Das erste Element dieses "Mythos" besteht in der Auffassung, daß alle heute lebenden Menschen sich geändert hätten im Vergleich etwa zum Menschen des Mittelalters oder dem des 19. Jahrhunderts, und zwar so, daß diese Veränderung ihre grundlegenden Überzeugungen betreffe, ja, die Grundelemente ihrer menschlichen Natur.
Nun aber kann diese Auffassung in jeder Hinsicht als eine reine Konstruktion entlarvt werden. Die menschliche Natur hat sich nicht wesentlich verändert: die Menschen sterben immer noch; sie sind immer noch entweder gut oder böse; die Quellen ihres Glücks: Liebe, Ehe, Kinder und letztlich und vor allem Gott sind durchaus die gleichen wie zu allen Zeiten; die Menschen sind heute genauso der Erlösung bedürftig wie früher.

Auch ihre grundlegenden Überzeugungen haben sich im ganzen nicht geändert. Offenkundig gibt es heute sowohl Theisten wie Atheisten und Pantheisten; es gibt sowohl Materialisten wie Denker, die an der Geistigkeit der Person festhalten; es gibt Vertreter des Relativismus und des Realismus - nicht anders, als schon zu Platos Zeiten.

Und weiter: es gibt unvergleichlich mehr entscheidende Ähnlichkeiten zwischen den Heiligen des Mittelalters und den Heiligen unserer Zeit als zwischen den Heiligen des Mittelalters und den Verbrechern oder Pharisäern der gleichen Zeit. Ebenso stehen diejenigen, die im Mittelalter an Gott glaubten, denen, die heute an Gott glauben, unvergleichlich näher als den Atheisten ihrer eigenen Zeit.

Wir sehen also, daß nicht nur die wesentlichen Unterschiede, sondern auch die grundlegenden Übereinstimmungen zwischen den Menschen aller Zeitalter überdauern. Und die Meinung, daß so etwas wie ein "moderner Mensch" existiert, der in seinen Überzeugungen völlig verschieden von den Menschen anderer Epochen wäre, ist einfach unbegründet und falsch.
Ein zweites Grundelement dieses Mythos besteht darin, die Überzeugungen der dümmsten heute lebenden Menschen zur "Norm" dessen zu erklären, was der moderne Mensch glauben soll. ("Dummheit" ist hier im Sinn der biblischen "stultitia" (Torheit) zu verstehen, womit die Blindheit des Intellektes als Folge des bösen Willens gemeint ist. Auch ein Wesen höchster Verstandeskraft, sogar Luzifer, kann in diesem Sinn als "dumm" bezeichnet werden. Beim Menschen ist allerdings diese biblische "Torheit" oft verbunden mit einem Mangel an Intelligenz.)

Ein Jesuit, der in der römischen Kongregation zum Studium des Atheismus eine führende Rolle spielt, verglich in einer Vorlesung in Salzburg die Auffassungen des modernen Menschen mit der Äußerung eines russischen Astronauten, der in Rom gesagt hatte: "Wenn sie einem Menschen von heute genügend Zeit und genügend Geld geben, so bringt er alles fertig."

Nun, es liegt auf der Hand, daß nur ganz unkritische Menschen eine solche Auffassung teilen können. Es ist völlig evident, daß all unser Geld uns nichts hilft im Angesicht des Todes. Wir können mit Geld und Zeit das wunderbare Geschenk des Lebens nicht bezahlen, weder für uns selbst noch für andere, etwa für Verstorbene, die wir geliebt haben und noch lieben.

Es ist ebenso offenbar, daß Geld und Zeit einem Krebskranken oder sonst einem unheilbar Kranken keine Genesung und Erholung zu bringen vermögen. Ebensowenig können wir uns selber eine höhere Intelligenz geben, unsere Schuld austilgen oder uns selbst Vergebung zusprechen, auch wenn wir allen Reichtum der Welt besäßen und unbegrenzt viel Zeit.

Man will uns einreden, daß dieser mythische "moderne Mensch" unfähig sei, an Wunder zu glauben, an irgendeine übernatürliche Wirklichkeit, an einen transzendenten Gott, usw.

Nun, ich leugne keineswegs, daß es viele moderne Menschen gibt, die mehr oder weniger dieser Vorstellung entsprechen, jene etwa, die den Inseraten der Versicherungsgesellschaften und Stellenvermittlungen abnehmen, sie könnten in diesem Leben einfach alles erreichen, was sie zum vollkommenen Glück benötigen, und hätten deswegen keine Religion notwendig, frei von allem Übel, wie sie sich wähnen.

Trotzdem hoffe ich, daß diese moderne "Dummheit" nicht für den größten Teil der Menschheit charakteristisch ist; noch weniger kann sie zur Norm für die heute lebenden Menschen erhoben werden. Es gibt auch heute noch viele, die sich ihrer Grenzen und ihrer Erlösungsbedürftigkeit bewußt sind; es gibt noch viele, die die machtvollen Zeichen der übernatürlichen Wirklichkeit begreifen; es gibt viele andere, deren Verständnis tief genug geht, um mit ihrer natürlichen Vernunft die Existenz Gottes und folglich die Möglichkeit von Wundern einzusehen.

Aber sehen wir einmal ab von den Menschen, die gläubig sind - es gibt auch andere Gruppen, die nicht in dieses Schema passen: wir begegnen heute vielen, die bei Drogen ihre Zuflucht suchen, die Selbstmord begehen, die den Teufel anbeten und spiritistischen Sekten angehören, die den Astrologen Glauben schenken usw.; kurzum, es gibt eine Menge Leute, die ganz offensichtlich gerade nicht unter die Rubrik des sogenannten modernen Menschen fallen, für den alle Probleme mit wissenschaftlichen und natürlichen Hilfsmitteln lösbar sind.

So stellt es sich dann heraus, daß die Weltanschauung des "modernen Menschen" in Wirkichkeit nichts ist als die Überzeugung und Irrtümer einiger weniger moderner Menschen und überdies Ansichten, die meistens von albernen Menschen seit Jahrtausenden vertreten wurden.

Sobald wir jedoch begriffen haben, daß nicht nur nicht alle heutigen Menschen die erwähnten Ansichten teilen, sondern vor allem, daß diese Ansichten falsch sind, wird es absolut klar, daß die uns gestellte Aufgabe der Erneuerung auf keinen Fall darin bestehen kann, die göttliche Offenbarung an das Schema dummer moderner Irrtümer anzupassen. Eine solche "Erneuerung" wäre eindeutig eine Zerstörung des Glaubens, ein Verrat an Christus und der schlimmste Dienst, den wir heute lebenden Menschen erweisen könnten, gerade wenn sie von solchen Irrtümern eingenommen sind.

Somit kann die wahre Erneuerung, die heute gefordert ist, nur bedeuten, daß wir mit aller Klugheit und Liebe diese und ähnliche Irrtümer widerlegen, bekämpfen und Wege suchen, um Geist und Sinn der modernen Menschen dem Licht der unveränderlichen Offenbarungswahrheit zu öffnen.

Wir müssen ihnen entdecken helfen, daß Gott existiert; daß ein Leben ohne Gott sich nicht selbst genügt, sondern zur Verzweiflung führt; weiter, daß ihnen eine unendliche Liebe angeboten ist, die sich in der Erlösung durch Jesus Christus offenbart hat; daß auch an sie sich das Wort Gottes richtet: "Adam, wo bist du?" und schließlich, daß sie einst vor dem "rex tremendae maiestatis" erscheinen müssen, vor dem "König voll furchtbarer Majestät".

Hier finden wir also ein wichtiges Kriterium für die Unterscheidung von wahrer und falscher Erneuerung: die wahre Erneuerung ist die ständig erneuerte Kenntnis der unveränderlichen Offenbarungswahrheit, die ständig wachsende Kenntnis von ihrem Inhalt, die beständige Zustimmung zu jedem Teil dieser von der Kirche unfehlbar gelehrten Wahrheit.

Alle Versuche hingegen, ob sie nun offen oder mit schönen Worten getarnt geschehen, die Offenbarung an die Irrtümer unserer Zeit anzugleichen durch "Neuinterpretationen", stellen jene Art von Erneuerung dar, gegen die St.Paulus sein Anathema ausgesprochen hat - eine Verurteilung, die sogar für den Fall gilt, wenn der Irrtum durch einen Engel vom Himmel verkündet würde. Solche Versuche der Anpassung sind auch das gerade Gegenteil der Liebe, weil sie die Seelen der Wahrheiten berauben, die notwendig sind zu ihrem Heil.


Fortsetzung folgt



Prof. Josef Seifert:
Die Grundlage jeder Erneuerung: Der Glaube
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