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Sonntag, 12. Juni 2022

Urquell aller Gnaden - Vater, Sohn und Hl. Geist




Wer hat die Gedanken des Herrn erkannt?

Oder wer ist Sein Ratgeber gewesen?

Oder wer hat Ihm zuerst etwas gegeben, dass Er es ihm vergelten müsste?


Denn von Ihm und durch Ihn und in Ihm ist alles.

Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.



Röm. 11,34-36; aus der Lesung zum Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit (Sonntag nach Pfingsten)

Bild: Gnadenstuhl;: wikipedia commons © Jörgens.mi / CC BY-SA 3.0  Licenses

Sonntag, 1. September 2013

Solange wir noch Zeit haben...



Solange wir noch Zeit haben, lasst uns allen Gutes tun, vorzüglich aber den Glaubensgenossen. 

(aus der Lesung zum 15. Sonntag nach Pfingsten; Gal 6,10)



Foto: Westpark Müchen; © FW

Sonntag, 31. März 2013

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!

 Kein Mythos.
Wirklichkeit, die uns Augenzeugen versichert haben!



"Lass also zu, dass der auferstandene Jesus in dein Leben eintritt, nimm ihn auf als Freund, mit Vertrauen:

Er ist das Leben!

Wenn du bis jetzt fern von ihm warst, tu einen kleinen Schritt: Er wird dich mit offenen Armen empfangen. Wenn du gleichgültig bist, akzeptiere das Risiko: Du wirst nicht enttäuscht sein. Wenn es dir schwierig erscheint, ihm zu folgen, hab’ keine Angst, vertrau’ dich ihm an, sei sicher, dass er dir nahe ist, er ist auf deiner Seite und wird dir den Frieden geben, den du suchst, und die Kraft, so zu leben, wie er will."

Papst Franziskus; Predigt bei der Vigilfeier zur Osternacht; 30.03.2013




Weiteres zum Thema:
Katechese bei der Generalaudienz am 03.04.2013


Foto: Darstellung des auferstandenen Christus in der Marienbasilika in Kevelaer;  © FW

Dienstag, 12. Februar 2013

Einig, heilig, katholisch und apostolisch...

Wir glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die von Jesus Christus auf dem Felsen gegründet wurde, der Petrus ist. Sie ist der mystische Leib Christi, von ihm sowohl als sichtbare Gemeinschaft mit hierarchischem Aufbau wie auch als geistige Gemeinschaft eingesetzt.

Sie ist die Kirche hier auf Erden, das pilgernde Gottesvolk. Und sie ist die Kirche, die beschenkt ist mit himmlischen Gütern – der Same und keimhafte Anfang des Reiches Gottes, durch das sich Werk und Leiden der Erlösung in der Geschichte fortsetzen und das seine Vollendung finden wird jenseits aller Zeitlichkeit, in der ewigen Herrlichkeit (1).

Der Herr Jesus Christus läßt Seine Kirche in der Zeit Gestalt annehmen durch die Sakramente, die aus Seiner göttlichen Fülle (2) hervorgehen. Durch sie haben die Glieder der Kirche Anteil am Geheimnis Seines Todes und Seiner Auferstehung in der Gnade des Heiligen Geistes, der Leben und Tun verleiht (3).

Die Kirche ist deshalb heilig, auch wenn sich in ihrer Mitte Sünder befinden, weil sie selbst kein anderes Leben besitzt als das der Gnade. Das heißt, daß sich ihre Glieder heiligen, wenn sie an ihrem Leben teilnehmen, und daß sie, wenn sie ihr Leben preisgeben, der Sünde und Unordnung verfallen, die den Glanz ihrer Heiligkeit verdunkeln. Deshalb leidet und büßt die Kirche für diese Verfehlungen. Sie hat die Gewalt, ihre Gläubigen davon zu heilen: durch das Blut Christi und die Gabe des Heiligen Geistes.

Sie ist dem Geiste nach Erbin der göttlichen Verheißungen und Tochter Abrahams, durch jenes Israel, dessen heilige Schriften sie in Liebe bewahrt und dessen Patriarchen und Propheten sie in Ehrfurcht gedenkt.

Sie ist auf die Apostel gegründet und gibt im Nachfolger des heiligen Petrus und in den Bischöfen, die sich in Gemeinschaft mit ihm befinden, deren immerdar lebendiges Wort und deren Hirtengewalt durch die Jahrhunderte weiter.

Unter dem immerwährenden Beistand des Heiligen Geistes hat die Kirche die Aufgabe, jene Wahrheit zu bewahren, zu lehren, auszulegen und in der Welt zu verkündigen, die Gott in verhüllter Weise durch die Propheten und in ihrer ganzen Fülle durch unseren Herrn Jesus Christus geoffenbart hat.

(1)  Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konstitution Lumen gentium, 8.50.
(2)  Vgl. ebd. 7.11.  
(3)  Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konstitution Sacrosanctum Concilium, 5.6; vgl. II.
Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 7.12.50. 




(Anläßlich der 1900-Jahr-Feier des Martyriums der heiligen Apostel Petrus und Paulus in Rom hat Paul VI. ein Jahr des Glaubens ausgerufen. Zum Abschluß dieses Jahres verkündete er am 30. Juni 1968 ein Glaubensbekenntnis,  das "Credo des Gottesvolkes")


siehe auch:

Dienstag, 15. Januar 2013

Der Eingeborene des Vaters

Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn!

„Zeitfragen“ bringt in seinem Beitrag vom 13. Januar 2013 eine interessante (überraschende?) Feststellung: „Jesus ist kein Eingeborener.“ Und korrigiert diese aus einem vielleicht unbedachtem Sprachgebrauch von „eingeboren“ hervorgegangene Vorstellung von Jesus als einem „Ureinwohner“ denn auch sofort: „Er ist der “unigenitus”, der“ Einzig-Geborene.“

Das lohnt es, einmal genauer zu betrachten, da es bestimmt Leute gibt, die dieses „ein(zig)geboren“ falsch verstehen, nämlich im Sinne von „indigen“ oder „Ureinwohner eines Erdteils oder Landes“. Dieses Missverständnis rührt meist aus der Unkenntnis dessen, dass der Begriff „eingeborener Sohn (Gottes)“ eine Übersetzung des lateinischen „unigenitus“ ist, das sich zusammensetzt aus „unus, uni“ = „einzig, ein(s)“ und „genitus“ = „gezeugt“, und es bedeutet also „einzig gezeugt“.

Im Credo wird „unigenitus“ im Deutschen also übersetzt mit „ein(zig)geboren“. Im Französischen heißt es „le Fils unique de Dieu (einziger Sohn Gottes)“, im Englischen „the Only Begotten Son of God (den einzig gezeugten Sohn Gottes)“.  Man sieht also schon, dass es eigentlich ein deutsches Sprachproblem ist, das in anderen Sprachen erst gar nicht auftritt.

Gemeint ist damit das für uns Unbegreifliche, dass Jesus Christus der seit Ewigkeit gezeugte, aus dem Vater geborene (und nicht erschaffene) Sohn des Vaters ist. Der Apostel Johannes legt im Prolog seines Evangeliums Zeugnis davon ab: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ (Joh 1,1).

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es übrigens in anderen Sprachen:

Ich glaube an...   Jesus Christus, Gottes einzigen Sohn...
so z.B. in Latein: ... Et in Iesum Christum, Filium eius unicum
in Englisch: I believe in Jesus Christ, God’s only Son
in Französisch:  ...et en Jésus-Christ, son Fils unique

Nur im Deutschen heißt es aber:
...und an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn
Der Text ist im Deutschen also nicht wörtlich, dafür aber genauer und in Anlehnung an das Nicäische Glaubensbekenntnis übersetzt. Im Nizäischen Glaubensbekenntnis heißt es an paralleler Stelle zum Apostolicum etwas ausführlicher:
Et in unum Dominum Jesum Christum,
Filium Dei unigenitum.
Et ex Patre natum ante omnia saecula.
Deum de Deo
lumen de lumine
Deum verum de Deo vero.
Genitum non factum
consubstantialem Patri:
per quem omnia facta sunt.

und übersetzt:

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Seinen ein(zig)gezeugten Sohn.
Er ist aus dem Vater geboren vor aller Zeit.
Gott von Gott,
Licht vom Lichte,
wahrer Gott vom wahren Gott.
Gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.


Wenn wir also von "Jesus Christus, Gottes eingeborenem Sohn" sprechen, so bezieht sich diese Geburt nicht auf das Eintreten des Gottessohnes in die Zeit, das „zur Welt kommen“ des Wortes, sondern es ist vielmehr das Bekenntnis, dass Jesus Christus "Sohn Gottes ist und wahrer Gott, wie es der Vater ist, der ihn von Ewigkeit gezeugt hat.“ (Cat. Rom. I.,3,8) Wir stehen bei dieser Berachtung sozusagen außerhalb aller Schöpfung und tun einen Blick in die Ewigkeit - auf das, was Gott uns über sich geoffenbart hat.


Dass Gott Mensch wurde, geboren, quasi in einer zweiten Geburt, aus Maria, der Jungfrau und so aus der Ewigkeit in die Zeit und in die menschliche Geschichte eingetreten ist, das bekennen wir erst im weiteren Verlauf des Credos...






 
(Dies ist ein Beitrag zum Gemeinschaftsblog "Das Ja des Glaubens" zum Thema "Ich glaube...an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn")

Mittwoch, 2. Januar 2013

Das wahre aggiornamento des Heils


"Mit dem Heute der Geburt Jesu beginnt die Verkündigung, das wahre aggiornamento des Heils für jedermann. (...)

Nach Betlehem aufzubrechen, bedeutet für uns aber auch, unser Glaubenswissen zu vertiefen, das Glaubensbekenntnis zu erneuern und mutig unseren Glauben zu bekennen. An der Krippe unseres Herrn wird es uns geschenkt, zu sehen und zu hören, zu staunen und gläubig zu bekennen. Dort werden wir dazu ausgerüstet und befähigt, weiterzugeben, was wir zuvor empfangen haben, und immer mehr und besser zu dem zu werden, was wir durch unsre Taufe schon geworden sind. (...)
 
Es ist an der Zeit, nicht nur die leiblichen Werke der Barmherzigkeit, sondern auch die geistigen zu propagieren und einzufordern."


aus der Predigt des Augsburger Bischofs Konrad Zdarsa am Weihnachtsfest, 25.12.2012;

vollständiger Wortlaut der Predigt: Menschwerdung Gottes 2012


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Katechismus - nein danke? Teil 1

Liebe Ameleo,

gerne antworte ich auf Deine Bedenken zum Gebrauch des Katechismus. Zunächst kurz zu Deinem Kommentar zu meinem Post über die obskuren Falschaussagen des BDKJ-Vorsitzenden aufgrund von Bildungsverweigerung, in welchem ich Dich zitiert hatte mit Deiner Aussage an die Adresse der Blogoezese: "Den Katechismus allerdings dürft ihr gerne behalten!"

I. Du hast mir gestern folgenden Text in der Kombox hinterlassen:
Ameleo schrieb: "Schade, dass du nur auf mich verlinkst. Wie wäre eine direkte, argumentative Auseinandersetzung mit meinen verschiedenen Kritikpunkten an KKK und Youcat? Schade auch, dass du es in deinem Blog bevorzugst, Texte von anderen zu zitieren. Ich würde gerne mehr von deinen ureigenen Gedanken lesen. Ja, das ist anstrengend, wie ich aus eigener Erfahrung weiß."

Dazu meine Antworten:

1. Das IST eine direkte argumentative Auseinandersetzung. Du wirst hier auf meinem Blog (in vorherigen, in diesem und in noch folgenden Posts) Antworten auf alle Deine Kritikpunkte finden. Ich lade Dich ein, die Texte zu lesen. Und nicht nur zu lesen, sondern auch zu beherzigen. Das ist wahrscheinlich nicht so anstrengend, wie eigene Gedanken in Worte zu fassen; vielleicht aber auch anstrengender, weil es möglicherweise Veränderungen von Einstellungen (z. B. zum Katechismus) verursachen wird.

2. Dass ich bevorzuge, "Texte von anderen zu zitieren", liegt am Charakter meines Blogs. Ich habe das damals bei meinem Blogstart auch entsprechend formuliert:
http://frischer-wind.blogspot.de/2011/08/herzlich-willkommen.html

3. Wenn Du mein Blog mitliest, wirst Du meine ureigenen Gedanken entdecken. Alles, was ich poste sind meine ureigenen Gedanken, oder solche, die ich mir zu eigen gemacht habe oder mir zu eigen machen möchte.

Vieles, was ich Dir sagen würde, haben (Dir) auch schon andere gesagt. Zum Thema "Katechismus" verweise ich hier z. B. auf "cordulchen" im Blog "Das JA des Glaubens": http://www.das-ja-des-glaubens.de/?p=125

4.  Ein Problem ist m.E., dass Du versuchst, Glaubenswissen gegen Glaubenserfahrung auszuspielen. Das eine ist aber ohne das andere nicht vollständig. Benedikt von "Zeitfragen" hat dazu vor einigen Tagen auf  "Das Ja des Glaubens" folgenden treffenden Gedanken formuliert:

"Was ist Glaube – Glaubenswissen oder Glaubenserfahrung? Genauso gut könnte man fragen: Was ist Feuer – Brennholz oder Flamme? Ohne Brennholz bleibt der Funke nicht, ohne dem Feuer bleibt das Brennholz sinnlos."   http://www.das-ja-des-glaubens.de/?p=208

Bleibt also festzustellen, dass beides notwendig ist, um ein Ganzes zu ergeben - aber eben AUCH Glaubenswissen. Glaubenserfahrungen aber kannst Du nur machen, wenn Du mit Jesus Christus selbst, mit dem Wort Gottes nämlich, in Kontakt kommst.

5.  Es wäre nicht besonders klug, "Hilfsmittel" wie einen Katechismus einfach abzulehnen. Ich setze "Hilfsmittel" hier in Anführungszeichen, weil ein Katechismus mehr ist als nur ein Hilfsmittel. Es IST einfach so, dass er unseren Glauben, die katholische Lehre, Wort Gottes, enthält und mit vielen Schrift- und anderen Quellenzitaten begründend darstellt. Mehr WILL ein Katechismus nicht leisten.

Natürlich muss man diesem Glaubenswissen (dem Wort Gottes) selbst zustimmen (falls man das Verlangen hat, Seiner Kirche - und damit Ihm selbst - angehören zu wollen). Man muss sich be-lehren lassen wollen. Das fällt natürlich dem einen leichter als einem anderen, ändert aber nichts an der Tatsache an sich.

Zu  glauben kann uns niemand abnehmen und auch niemand aufzwingen. Das müssen wir selbst wollen (und tun). Wie gesagt muss ich aber erst einmal wissen, was und woran ich glaube. Der Glaube kommt ja nicht von mir (oder von Dir), sondern wird mir von Gott durch die lehrende Kirche geschenkt. (s. z. B. den Taufritus). Ich muss also auf Gott HÖREN, auf Sein Wort, auf die Kirche. Stimmt mein Glaube mit dem der Kirche überein, um so besser, sonst aber werde ich mich korrigieren, ändern müssen. Auch das fällt dem einen leichter als dem anderen, ändert aber an der Tatsache an sich nichts.

Letzlich ist das eine Frage des Vertrauens auf Gott und seinen Heilsplan für die Menschen.


II.  Zu Deinen sieben Punkten über die Gründe für Deine Bedenken zum Katechismus:

Meine frühen Erfahrungen mit dem (bzw. ohne) Katechismus sind Deinen sehr ähnlich. Allerdings bin ich nicht in der Diaspora aufgewachsen, sondern im Multi-Kulti-Ballungsraum. Religion war bei uns (unter Heranwachsenden) nie ein Thema. In der Familie schon eher. Meine Eltern haben sich nie darüber beklagt, dass sie den Katechismus auswendig lernen mussten.

Die Antwort auf die erste Katechismusfrage aber haben sie auch immer mal wieder durchblicken lassen. Bei uns hieß sie: "Wozu sind wir auf Erden? Um Gott zu ERKENNEN, ihn zu LIEBEN, ihm zu DIENEN und einst EWIG bei ihm ZU LEBEN." (Grüner Katechismus) Und mit diesem Wissen, ob man es so oder wie Deine Eltern "Damit wir den Willen Gottes tun und dadurch in den Himmel kommen" formuliert, damit ist eigentlich schon das Wesentliche gesagt. Nun geht es darum zu erfahren, was der Wille Gottes denn ist...

ad 2.
Wenn Du verunsichert bist, ob der Katechismus sich auch an Dich richtet, dann höre doch einfach auf den Papst. Der Papst sagt doch: Allen Gläubigen sei das Studium des Katechismus empfohlen. Da muss man dann nicht akribisch suchen, ob vielleicht irgendwo gesagt wird, dass er doch nicht für alle oder nur für manche oder nur für Vorbelastete oder... gemeint ist. Nein, sein Studium ist für ALLE wichtig, damit jeder durch den KKK (oder Youcat) das Wort Gottes hört und erfährt, was Gottes Wille ist. Dafür braucht man auch keinerlei Vorbildung und keine besonderen Sprachkenntnisse.

Im übrigen kann ich mich Deiner Beobachtung, der Youcat besäße eine befremdlich wirkende, durch "binnenkirchliche Formulierungen und Chiffren geprägte Sprache", nun wirklich nicht anschließen. Das Gegenteil ist der Fall, wovon sich jeder durch einen Blick in den Youcat selbst überzeugen kann.

Als "Mitverantwortliche für den Unterricht der Gläubigen" hälst Du die Texte von KKK und Youcat für wenig hilfreich weil die Hauptarbeit nach wie vor an Dir hängenbleiben würde. Nun, ein Katechismus ist kein Religionsbuch, das dem Religionslehrer schon methodisches und didaktisches Material bietet um den Unterricht zu gestalten. Freilich, das ist ein Katechismus nicht. Die Texte des Katechismus bilden die Grundlage für die Katechese. Ein Katechet ist jemand, der den Inhalt des Katechismus vermittelt, jemand, der (somit) das Wort Gottes weitergibt, den Willen Gottes vermittelt. WIE er das vermittelt, bleibt zunächst einmal zweitrangig.

Wenn Du von "ursprünglichen Quellen" sprichst, die Du in der Erwachsenenkatechese lieber direkt statt des Katechismus' verwendest, so würde mich interessieren, was Du damit meinst. Was sind für Dich diese "ursprünglichen Quellen"?


Für jetzt mit freundlichen Grüßen

Frischer Wind 


Katechismus - nein danke? Teil 2


Weiteres zum Thema:
Kardinal Piacenza: 

Sonntag, 3. Juni 2012

Das Athanasianische Glaubensbekenntnis 
„Symbolum Athanasianum“ (um 500):

Wer da selig werden will, der muss vor allem den katholischen (allgemeinen) Glauben festhalten.
Jeder, der diesen nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen.

Dies aber ist der katholische Glaube:

Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit
und die Dreifaltigkeit in der Einheit,
ohne Vermischung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit.

Denn eine andere ist die Person des Vaters,
eine andere die des Sohnes;
eine andere die des Heiligen Geistes.
Aber der Vater und der Sohn und der Heilige Geist haben nur eine Gottheit, die gleiche Herrlichkeit, gleich-ewige Majestät.

Wie der Vater ist,  ist der Sohn und so der Heilige Geist:

Foto: Lawrence OP
Ungeschaffen der Vater,
ungeschaffen der Sohn,
ungeschaffen der Heilige Geist.

Unermesslich der Vater,
unermesslich der Sohn,
unermesslich der Heilige Geist.

Ewig der Vater,
ewig der Sohn,
ewig der Heilige Geist.

Und doch sind es nicht drei Ewige,
sondern ein Ewiger,
wie es auch nicht drei Ungeschaffene oder drei Unermessliche sind,
sondern ein Ungeschaffener und ein Unermesslicher.

Ebenso ist allmächtig der Vater,
allmächtig der Sohn,
allmächtig der Heilige Geist.
Und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger.

So ist der Vater Gott,
der Sohn Gott,
der Heilige Geist Gott.
Und doch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott.

So ist der Vater Herr,
der Sohn Herr,
der Heilige Geist Herr.
Und doch sind es nicht drei Herren, sondern ein Herr.

Denn wie uns die christliche Wahrheit zwingt,
jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen,
so verbietet uns der allgemeine Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.

Der Vater ist von niemandem gemacht noch geschaffen noch gezeugt.
Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht noch geschaffen, aber gezeugt.
Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn, nicht gemacht noch geschaffen noch gezeugt, sondern hervorgehend.

Es ist also ein Vater, nicht drei Väter,
ein Sohn, nicht drei Söhne,
ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.

Und in dieser Dreifaltigkeit ist nichts früher oder später,
nichts größer oder kleiner,
sondern alle drei Personen sind einander gleich-ewig und gleichrangig,
so dass in allem, wie bereits oben gesagt worden ist, die Dreifaltigkeit in der Einheit und die Einheit in der Dreifaltigkeit zu verehren ist.

Wer also selig werden will, soll diese Auffassung von der Dreifaltigkeit haben.

Aber zum ewigen Heil ist es [ferner] nötig, auch an die Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus aufrichtig zu glauben.

Der richtige Glaube ist nun dieser:
Wir glauben und bekennen, dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, zugleich Gott und Mensch ist.

Gott ist er aus der Wesenheit des Vaters, vor den Zeiten gezeugt,
und Mensch ist er aus der Wesenheit der Mutter, in der Zeit geboren.

Vollkommener Gott,
vollkommener Mensch,
bestehend aus einer vernünftigen Seele und menschlichem Fleisch.

Dem Vater gleich der Gottheit nach,
geringer als der Vater der Menschheit nach.

Doch obwohl er Gott und Mensch ist, sind es nicht zwei, sondern EIN Christus.

EINER aber nicht dadurch, dass die Gottheit in Fleisch verwandelt worden wäre,
sondern dadurch, dass Gott die Menschheit angenommen hat.

Er ist ganz und gar EINER nicht durch eine Vermischung der Wesenheit,
sondern durch die Einheit der Person.

Denn wie vernünftige Seele und Fleisch EINEN Menschen ergeben,
so ergeben Gott und Mensch EINEN Christus,
der gelitten hat um unseres Heils willen,
herabgestiegen ist zur Unterwelt,
auferstanden ist von den Toten,
aufgestiegen ist zum Himmel,
sich gesetzt hat zur Rechten des Vaters,
von wo er kommen wird, um Lebende und Tote zu richten.

Bei seiner Ankunft werden alle Menschen mit ihren Leibern auferstehen
und über ihre Taten Rechenschaft ablegen.

Und die Gutes getan haben, werden ins ewige Leben eingehen,
die Böses [getan haben], in das ewige Feuer.

Dies ist der katholische Glaube.
Jeder, der ihn nicht aufrichtig und fest glaubt,
kann nicht selig werden.


Lateinischer Text und weitere Infos zu "Symbolum Athanasianum" bei wikipedia: bitte HIER klicken!

Sonntag, 15. April 2012

Zur Erinnerung...

Papst Benedikt XVI.
Um nun diese seine heilige Kirche überall auf Erden bis zum Ende der Zeiten fest zu begründen, hat Christus das Amt der Lehre, der Leitung und der Heiligung dem Kollegium der Zwölf anvertraut (1). Unter ihnen hat er den Petrus ausgewählt, auf dem er nach dem Bekenntnis des Glaubens seine Kirche zu bauen beschlossen hat; ihm hat er die Schlüssel des Himmelreiches verheißen (2) und nach dessen Liebesbekenntnis alle Schafe anvertraut, damit er sie im Glauben stärken (3) und in vollkommener Einheit weiden solle (4), wobei Christus Jesus selbst der höchste Eckstein (5) und der Hirt unserer Seelen (6) in Ewigkeit bleibt.

Jesus Christus will, daß sein Volk durch die gläubige Predigt des Evangeliums und die Verwaltung der Sakramente durch die Apostel und durch ihre Nachfolger, die Bischöfe mit dem Nachfolger Petri als Haupt, sowie durch ihre Leitung in Liebe unter der Wirksamkeit des Heiligen Geistes wachse, und er vollendet seine Gemeinschaft in der Einheit: im Bekenntnis des einen Glaubens, in der gemeinsamen Feier des Gottesdienstes und in der brüderlichen Eintracht der Familie Gottes. So ist die Kirche, Gottes alleinige Herde, wie ein unter den Völkern erhobenes Zeichen (7). Indem sie dem ganzen Menschengeschlecht den Dienst des Evangeliums des Friedens leistet (8), pilgert sie in Hoffnung dem Ziel des ewigen Vaterlandes entgegen (9).


1) Vgl. Mt 28,18-20 in Verbindung mit Joh 20,21-23.
2) Vgl. Mt 16,19 in Verbindung mit Mt 18,18.
3) Vgl. Lk 22,32.
4) Vgl. Joh 21,15-17.
5) Vgl. Eph 2,20.
6) Vgl. 1 Petr 2,25; I. Vatikanisches Konzil, Sessio IV (1870), Constitutio Pastor Æternus: Coll. Lac. 7, 482a.
7) Vgl. Jes 11,10-12.
8) Vgl. Eph 2,17-18, in Verbindung mit Mk 16,15.
9) Vgl. 1 Petr 1,3-9. 

aus:
II. Vatikanisches Konzil, Dekret Unitatis redintegratio,  über den Ökumenismus, 2


Hervorhebungen von Administrator

Sonntag, 6. November 2011

Wir glauben an das ewige Leben...

Fra Angelico (1395–1455): Jüngstes Gericht

Wir glauben, daß die Seelen aller, die in der Gnade Christi entschlafen sind – ob sie nun noch im Reinigungsort geläutert werden müssen oder ob Jesus sie im Augenblick, da sie ihren Leib verlassen, wie den guten Schächer am Kreuz in das Paradies aufnimmt – zum Volk Gottes gehören – jenseits aller Herrschaft des Todes, der am Tag der Auferstehung, wenn die Seele mit dem Leib vereinigt wird, endgültig besiegt sein wird.

Wir glauben, daß die große Schar derer, die mit Jesus und Maria im Paradies vereinigt sind, die himmlische Kirche bildet. Dort schauen sie in ewiger Glückseligkeit Gott, so wie Er ist (1). Dort sind sie auch, in verschiedenen Abstufungen, mit den heiligen Engeln unter der Herrschaft Christi vereint in Herrlichkeit, legen für uns Fürsprache ein und helfen uns in unserer Schwachheit durch ihre brüderliche Fürsorge.(2)

Wir glauben an die Gemeinschaft aller Christgläubigen: derer, die hier auf Erden als Pilger wandern, der Verstorbenen, die ihre Läuterung abwarten, und der Seligen im Himmel. Alle zusammen bilden sie die eine Kirche. Und in gleicher Weise glauben wir, daß in dieser Gemeinschaft die barmherzige Liebe Gottes und Seiner Heiligen stets unsere Gebete erhört, wie uns Jesus gesagt hat: Bittet und ihr werdet empfangen.(3) Mit eben diesem Glauben und eben dieser Hoffnung erwarten wir die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.


(1) Vgl. 1 Joh 3,2; Denzinger 1000
(2) Vgl. Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 49
(3) Vgl. Lk 11, 9-10; Joh 16, 24



Die letzten Artikel aus "Das Credo des Gottesvolkes" von Papst Paul VI. (30. Juni 1968) 

Freitag, 21. Oktober 2011

Jahr des Glaubens 11.10.2012 - 24.11.2013

Mit dem Apostolischen Schreiben "Porta fidei" vom 11.Oktober 2011 hat Papst Benedikt XVI. ein Jahr des Glaubens angekündigt. Laut dem Motu proprio wird dieses vom 11. Oktober 2012, dem fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils, bis zum Christkönigssonntag,
den 24. November 2013, begangen werden.

Ziel des Glaubensjahres soll es sein, dass jeder Gläubige voller Freude und aus tiefstem Herzen, ähnlich wie Maria bei der Verkündigung, sein "Ja" zu Jesus Christus, zur Kirche und dem "unveränderlichen Glauben" spricht.


Benedikt XVI. schreibt in "Porta fidei" unter anderem: 

"Wir wünschen uns, dass dieses Jahr in jedem Gläubigen das Verlangen wecke, den Glauben vollständig und mit erneuerter Überzeugung, mit Vertrauen und Hoffnung zu bekennen.

Es wird eine günstige Gelegenheit sein, um auch die Feier des Glaubens in der Liturgie zu verstärken, besonders in der Eucharistie, die der „Höhepunkt [ist], dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“. (1) 

Zugleich wünschen wir uns, dass das Zeugnis des Lebens der Gläubigen an Glaubwürdigkeit gewinnt. Die Inhalte des Glaubens, der bekannt, gefeiert, gelebt und im Gebet ausgedrückt wird, wiederzuentdecken (2) und über den Glaubensakt selbst nachzudenken, ist eine Verpflichtung, die jeder Gläubige übernehmen muss, vor allem in diesem Jahr.

Nicht zufällig waren die Christen in den ersten Jahrhunderten angehalten, das Credo auswendig zu lernen. Das diente ihnen als tägliches Gebet, um die mit der Taufe übernommene Verpflichtung nicht zu vergessen.

Mit bedeutungsvollen Worten erinnert der heilige Augustinus daran, wenn er in einer Predigt über die redditio symboli – die Übergabe des Credo – sagt: „Das Symbolum des heiligen Geheimnisses, das ihr alle gemeinsam empfangen und das ihr heute einzeln wiedergegeben habt, sind die Worte, auf die der Glaube der Mutter Kirche fest gegründet ist, über dem sicheren Fundament, das Christus, der Herr, ist. Ihr habt es also empfangen und wiedergegeben, aber im Geist müsst ihr es immer gegenwärtig halten, ihr müsst es im Bett wiederholen, auf den Plätzen darüber nachdenken und es während der Mahlzeiten nicht vergessen; und selbst wenn euer Leib schläft, muss euer Herz in ihm wachen.“(3)


[1] Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium
[2] Vgl. Johannes Paul II., Apostolische Konstitution Fidei depositum (11. Oktober 1992): AAS 86 (1994), 116.
[3] Sermo 215,1.

Montag, 1. August 2011

ES IST DER HERR!

"Die Haltung der Anbetung demjenigen gegenüber, der unter der demütigen Gestalt des konsekrierten Stückleins Brot nicht nur mit seinem Leib und seinem Blut wahrhaftig gegenwärtig ist, sondern auch mit der Majestät seiner Gottheit, drückt sich in natürlicherer und sinnfälligerer Weise in der biblischen Gebärde der Anbetung auf den Knien oder des sich Niederwerfens aus. Wenn der hl. Franz von Assisi von weitem einen Kirchturm sah, kniete er sich nieder und betete den in der heiligen Eucharistie gegenwärtigen Jesus an.

Würde es der innersten Wirklichkeit des konsekrierten Brotes nicht besser entsprechen, wenn der Gläubige von heute sich bei dessen Empfang zur Erde hinkniete und den Mund öffnete wie der Prophet, der das Wort Gottes empfing (vgl. EZ 2) und sich wie ein Kind nähren ließe (da die Kommunion ein geistiges Stillen ist)? Eine solche Haltung haben die Generationen von Katholiken in allen Kirchen während fast des ganzen zweiten Jahrtausends gezeigt. Diese Geste wäre auch ein eindrucksvolles Zeichen des Glaubensbekenntnisses an die wirkliche Gegenwart Gottes inmitten der Gläubigen."



aus dem sehr emphelenswerten Büchlein: DOMINUS EST, es ist der Herr; Gedanken eines Bischofs aus Zentralasien über die heilige Kommunion, von Athanasius Schneider, 2008


(Hervorhebungen durch Administrator)
Foto: Weihbischof Athanasius Schneider O.R.C. 2009 in Tallinn

Freitag, 22. Juli 2011

Was - oder an was glauben CHRISTEN eigentlich?

Also, fangen wir vorne an:

CREDO - ICH GLAUBE

Das APOSTOLISCHE GLAUBENBEKENNTNIS der katholischen Kirche:

Ich glaube an GOTT, den allmächtigen Vater,
Schöpfer des Himmels und der Erde

und an JESUS CHRISTUS, seinen eingeborenen Sohn, unsern HERRN,
der empfangen ist vom HEILIGEN GEIST,
geboren aus MARIA, der Jungfrau,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage AUFERSTANDEN VON DEN TOTEN,
aufgefahren in den Himmel,
ER sitzet zur Rechten GOTTES, des allmächtigen VATERS,
von dort wird er WIEDERKOMMEN ZU RICHTEN die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den HEILIGEN GEIST,
die heilige, katholische Kirche,
die GEMEINSCHAFT DER HEILIGEN,
an die VERGEBUNG DER SÜNDEN,
an die AUFERSTEHUNG DER TOTEN und das EWIGE LEBEN.
AMEN!



Für diejenigen, die der lateinschen Sprache mächtiger sind als der deutschen, hier das CREDO nochmals auf LATEIN:



Credo in DEUM, Patrem omnipotentem,
Creatorem caeli et terrae.

Et in IESUM CHRISTUM,
Filium eius unicum, DOMINUM nostrum,
qui conceptus est de SPIRITU SANCTU,
natus ex MARIA Virgine,
passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus, et sepultus,
descendit ad inferos,
tertia die RESSUREXIT a mortuis;
ascendit ad caelos;
sedet ad dexteram DEI PATRIS omnipotentis:
inde venturus est
IUDICARE vivos et mortuos.

Credo in SPIRITUM SANCTUM
sanctam Ecclesiam catholicam,
SANCTORUM COMMUNIONEM,
REMISSIONEM PECCATORUM,
CARNIS RESURRECTIONEM,
VITAM AETERNAM.
AMEN.

(Textfassung: Missale Romanum von 1970)
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