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Montag, 10. Juni 2019

Komm, o Geist der Heiligkeit!


Komm, o Geist der Heiligkeit!
Aus des Himmels Herrlichkeit
Sende Deines Lichtes Strahl.
Vater aller Armen Du,
Aller Herzen Licht und Ruh,
Komm mit Deiner Gaben Zahl!
Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
Komm, o süßer Seelenfreund! 
In Ermüdung schenke Ruh,
In der Glut hauch Kühlung zu,
Tröste den, der Tränen weint.
O Du Licht der Seligkeit,
Mach Dir unser Herz bereit,
Dring in unsre Seelen ein!
Ohne Deinen Gnadenschein
Steht der arme Mensch allein,
Kann nicht gut und sicher sein.
Wasche, was beflecket ist;
Heile, was verwundet ist;
Tränke, was da dürre steht;
Beuge, was verhärtet ist;
Wärme, was erkaltet ist;
Lenke, was da irre geht.
Heil'ger Geist, wir bitten Dich:
Gib uns allen gnädiglich
Deiner sieben Gaben Kraft.
Gib Verdienst in dieser Zeit
Und dereinst die Seligkeit
Nach vollbrachter Wanderschaft.
Amen. Alleluja. 
(Pfingstsequenz)
Fotos: © FW; Ausschnitt aus dem Gewölbe der Klosterkirche St. Apollinaris, Remagen 

Sonntag, 22. Mai 2016

Es gibt keinen Gott außer dem dreifaltigen: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist

Gibt es einen besseren Anlass, um das seit fast einem halben Jahr ruhende Bloggen meinerseits wieder aufzunehmen als das heute am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeierte Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit? Kaum. So sei es denn!




Die Urquelle aller Gnaden der Erlösung, die wir im Kirchenjahre feiern und uns aneignen, ist die heiligste Dreifaltigkeit. Vater, Sohn und Heiliger Geist haben den Ratschluss, die gefallene Menschheit zu erlösen, gefasst.

Die Menschwerdung des Sohnes Gottes, d. i. die Vereinigung der göttlichen und der menschlichen Natur in der Einheit der göttlichen Person, ist das Werk aller drei göttlichen Personen. Letzter tiefster Grund und letzte tiefste Wirkursache der Gnade, der Erlösung, Heiligung und Vollendung des Menschen im Gottesreich der hl. Kirche ist die heiligste Dreifaltigkeit.

Deshalb steht sie auch im Mittelpunkt des christlichen Glaubens und Lebens: auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes sind wir getauft, durch die heiligste Dreifaltigkeit haben wir den Zutritt zu den übrigen hl. Sakramenten und deren Gnaden. Darum huldigen wir immer und immer mit der Liturgie der heiligsten Dreifaltigkeit:
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste - wie es war im Anfang so auch jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit - Amen!


aus der Einführung zum Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Schott Volksmessbuch 1957, Verlag Herder Freiburg


Mehr zum Thema Dreifaltigkeit:




    Bild: Altarbilddetail aus der Kirche San Lázaro, Palencia, um 1508; National Gallery in Washington DC; Lawrence OP

      Freitag, 6. Juni 2014

      Zweck der Kirche: Die Heiligkeit



      Der Zweck der Erlösung ist die Wiederherstellung aller Dinge in den Zustand vor dem Sündenfall. Der Mensch vor dem Sündenfall ist aber der Mensch im Gnadenstand, der Gottähnliche, der Heilige, der Erbe des Himmels. Sankt Johannes gibt als Ziel der Menschwerdung des Sohnes Gottes an, dass alle, die an Ihn glauben, Macht haben, Kinder Gottes zu werden. Das Kind Gottes aber, das ist der Heilige.

      Die Apostelbriefe sind voll von Mahnungen zur Heiligkeit, die in der vollkommenen Nachfolge Jesu besteht. Im Thessalonierbrief heißt es: Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung. Diese Uraufgabe der Kirche, Pflanzschule der Heiligen zu sein, lag in der apostolischen Zeit so offenbar zu Tage, dass die Gläubigen oft kurzerhand als die Heiligen, die Kirche als die Gemeinschaft der Heiligen bezeichnet wurde.

      Damit über diesen Charakter und die Zweckbestimmung der Kirche niemals Zweifel entstehen, wurde im neunten Glaubensartikel die offizielle Bezeichnung der Kirche für alle Zeiten festgelegt: sie ist die eine, heilige, katholische, die Gemeinschaft der Heiligen.

      Und zwar ist die Kirche die Gemeinschaft der Heiligen nicht bloß durch Zufall und in gewissen Blütezeiten, sondern naturnotwendig und immer, weil sie die Kirche des Heiligen Geistes ist und gleiche Ursachen immer gleiche Wirkungen haben.

      Die Kirche besteht als lebendiger Organismus aus Leib und Seele. Ein Leib und ein Geist, wie Paulus im Epheserbrief sagt! Den Leib der Kirche bilden die Gläubigen, das Haupt Christus. Die Seele ist der Heilige Geist, der Heiligmacher.

      Die Kirche ist auch heute nichts anderes als das, was sie an ihrem Geburtstag durch den Heiligen Geist geworden, eine Gemeinschaft der Heiligen. Allerdings, wenn wir gewisse Schriftsteller und Redner hören, meinen wir, die Kirche hätte heute andere Aufgaben als am ersten Pfingsttag.

      Manche Apologeten reden sich heiser und schreiben sich wund, um zu beweisen, dass der Katholizismus der mächtigste Kulturfaktor, der Förderer der Kunst und der Wissenschaft und der irdischen Wohlfahrt sei. Das mag ja alles wahr sein. Es ist auch wahr. Aber es ist Nebensache. Man sollte nicht fast immer nur von dem reden!

      In seiner ersten Pfingstpredigt hat der erste Papst nichts von diesen Nebensachen gesagt, aber dafür sehr vieles von der Hauptsache. Tut Buße, verlangte er, lasst euch retten aus diesem bösen Geschlechte; empfanget die Gaben des Heiligen Geistes. Mit anderen Worten: Werdet Heilige! Katholisch werden heißt eintreten in die Gemeinschaft der Heiligen! (...)

      Gemeinschaft der Heiligen heißt's, nicht Gemeinschaft der Weisen, der Gelehrten, der Reichen, der Starken! Wir haben die Wahl. Petrus sprach in seiner ersten Pfingstpredigt ein geheimnisvolles Wort: Ich will Wunder geben am Himmel oben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer, Dampf und Rauch.

      Entweder kommt das Feuer von oben oder das Feuer von unten. Entweder der Sturm der Glaubensbegeisterung oder der Sturm der Revolution. Entweder die Menschen der großen Liebe oder die Menschen des großen Hasses. Entweder der Heilige Geist oder der Teufel. Entweder kommt etwas wie Himmel auf die Erde oder etwas wie Hölle. Wählet!
       

      aus: Robert Mäder: Der Heilige Geist - Der dämonische Geist; Verlag St. Michael Goldach; AD 1969; S. 58-60


      Samstag, 31. Mai 2014

      Maiandacht 31. und letzter Tag - Weihe an Maria

      Gruß dir, o heiligste, jungfräuliche Mutter Maria!
      O erhabenste Königin und Himmelsführerin!
      Gruß dir, du Reinste, Gruß dir, du Keuscheste!
      Himmelsblume, Gnadentau, zu dir rufen wir, 
      höre uns und rette uns Arme!
      (aus dem Paderborner Gesangbuch)



      Zum letzten Mal in diesem Monat stehen wir so vor dem Bild Mariens. In heiliger Freude und Dankbarkeit schauen wir zu ihr auf. Wir haben sie wieder besser klennengelernt in ihrer Schönheit und Glorie. Kein Engel im Himmel. der ihr gleicht, kein Menschenkind auf Erden, das sie ganz erreicht. In Gottes ewigem Plan schauten wir sie, die Reine, Heilige, wir durften mit ihr gehen durch das Leben der Gottesmagd, Freud und Leid mit ihr teilen, ihre Himmelsherrlichkeit bewundern.

      Wir haben sie wieder mehr lieben gelernt als unsere gütige himmlische Mutter, die voll Erbarmen die Betrübten tröstet, voll Liebe der Sünder sich annimmt und uns alle beschützt und zum Friedensreiche Christi führt.

      So hab' denn Dank, du liebe Gottesmutter, für alles Schöne, das du ins in diesem Monat gezeigt, für alle Liebe, die du uns erwiesen, für alle Gnade, die du uns erwiesen, für alle Gnade, die du uns erfleht hast.

      Nun kommen wir noch einmal und bitten dich um deine Hilfe, dass wir ein wenig so werden wie du. Ein wenig nur, so ist unsere Bitte; denn in vollkommener Weise können wir dich nicht erreichen, so groß und erhaben bist du.

      Damit wir dir aber immer ähnlicher werden, darum weihen und schenken wir uns dir. Dafür aber schenke du dich uns! Nimm uns unter deinen mütterlichen Schutz, schirm uns mit deinem Mantel der Liebe und Güte. Geleite uns durchs Leben. Wende ab alles Böse, bewahre uns vor der Sünde. Forme und gestalte uns nach deinem Herzen.

      Lass unser Leben ein Marienleben sein: dass wir Gott dienen in Reinheit und heiligkeit, in Demut und Liebe.

      Lass unser Leben ein Marienschicksal sein: dass wir durch Kreuz und Leid hingelangen zur ewigen Herrlichkeit.

      Lass unser Leben ein Mariengeheimnis sein: dass Christus in uns wohne mit dem Vater und dem Heiligen Geiste.

      Siehe, o Mutter, wir sind ganz dein. Sende du uns aus, damit wir als deine Helfer und Helferinnen, als deine Werkzeuge, in Demut dir und deinem Sohne dienen, in ritterlicher Kraft für dein und deines Sohn Reich arbeiten und kämpfen. Gib uns einen Eifer, wie die Apostel ihn hatten. Lass uns immer mehr ergriffen sein von dem Gedanken, dass du uns sendest, die Welt wiederum zu erneuern in Christus.

      Endlich aber, liebe himmlische Mutter, zeige uns nach diesem Elende Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes. Lass uns dein Kind schauen von Angesicht zu Angesicht im ewigen Frieden des Himmels.

      Jungfrau Mutter Gottes mein,
      lass mich ganz Dein eigen sein!
      Dein im Leben, Dein im Tod,
      Dein in Unglück, Angst und Not,
      Dein in Kreuz und bittrem Leid,
      Dein für Zeit und Ewigkeit
      Jungfrau, Mutter Gottes mein,
      lass mich ganz Dein eigen sein!

      Mutter auf Dich hoff und baue ich!
      Mutter zu Dir ruf und seufze ich!
      Mutter Du gütigste, steh mir bei!
      Mutter Du mächtigste, Schutz mir verleih!
       
      O Mutter, so komm, hilf beten mir!
      O Mutter so komm, hilf streiten mir!
      O Mutter so komm hilf leiden mir! 
      O Mutter so komm und bleib bei mir!

      Du kannst mir ja helfen, o Mächtigste!
      Du willst mir ja helfen, o Gütigste!
      Du musst mir nun helfen, o Treueste!
      Du wirst mir auch helfen, Barmherzigste!

      O Mutter der Gnade, der Christen Hort,
      ,Du Zuflucht der Sünder, des Heiles Pfort',
      Du Hoffnung der Erde, des Himmels Zier,
      Du Trost der Betrübten, ihr Schutzpanier!
       
      Wer hat je umsonst Deine Hilf angefleht?
      Wann hast Du vergessen ein kindlich Gebet?
      Drum ruf' ich beharrlich, in Kreuz und in Leid:
      Maria hilft immer, sie hilft jederzeit!

      Ich ruf voll Vertrauen im Leiden und Tod:
      Maria hilft immer, in jeglicher Not!
      So glaub' ich und lebe und sterbe darauf:
      Maria hilft mir in den Himmel hinauf!

      Jungfrau Mutter Gottes mein 
      lass mich ganz Dein eigen sein.
      Dein im Leben, Dein im Tod,
      Dein in Unglück, Angst und Not
      Dein in Kreuz und bittrem Leid,
      Dein für Zeit und Ewigkeit
      Jungfrau, Mutter Gottes mein,
      lass mich ganz Dein eigen sein!
      Amen.

      Gebet:
      Dreieiniger Gott! Schaue in Huld auf uns hernieder, die wir uns deiner reinsten und heiligsten Jungfrau und Mutter geweiht haben. Dankbaren Herzens schauen wir zu dir empor. Gott, himmlischer Vater, hab' Dank, dass du uns in der Mutter deine Liebe geschenkt hast. Gott Heiliger Geist, Hab' Dank, dass du auf das Gebet dieser Mutter der Gnade die Fülle deiner Liebe über uns ausgegossen hast.
       

      Lasset uns preisen
      den Vater und den Sohn und den heiligen Geist,
      von nun an bis in Ewigkeit.

      Maria mit dem Kinde lieb,
      uns allen deinen Segen gib!
      Amen. 

       
       
      Bild: Krönung Mariens; Fra Angelico, gemeinfrei

      Samstag, 24. Mai 2014

      Maiandacht 24. Tag - Königliches Priestertum

       
      Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen,
      der auf euch herabkommt.
      Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, 
      in ganz Judäa und Samaria,
      ja, bis an die Grenzen der Erde. (Apg 1,8)


      Gar lang ist es her seit den Tagen des Erdenlebens Christi, des Hohenpriesters. Viele Jahrhunderte sind vergangen, seit Maria betend den Heiligen Geist herabflehte auf die auserwählten Apostel des Herrn, dass sie in der Kraft dieses Geistes sich einsetzten für ein rastloses, schaffensfrohes Bauen an Christi Reich.

      Doch nicht nur für ein kurzes Menschenalter hat Christus sein Reich, die Kirche, gestiftet. Sie soll die Jahrtausende überdauern und nicht vergehen, ehe die Erde vergeht. Darum lautet Christi letzter Auftrag: "Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Völkern."

      Auch an uns hat der Herr bei diesem Wort gedacht. Denn in seiner göttlichen Allwissenheit schaute er kommende Zeiten und Geschlechter, schaute uns, heils- und erlösungsbedürftig, und in seiner Allgüte wollte er auch uns gerettet wissen. Von ganzem Herzen sagen wir Dank dafür, dass er seine Boten auch in unser Land den, Weg finden ließ, dass wir - wir selbst - nun zu den Erlösten gehören, die, auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft, zu Kindern Gottes geworden sind.

      Auserwählt sind wir aber auch zu Streitern im Heerbann Christi. Das Gebet Mariens, der Königin der Apostel, galt auch uns, wollte auch uns das Pfingstwunder erflehen. Ja, den Aposteln hat der Herr uns zugesellt durch die Eingießung des heiligen Geistes in unsere Seele. Uns Kinder Gottes hat der Herr stark gemacht zum Kampf: in der heiligen Firmung, dem Sakrament der Stärkung im Heiligen Geiste.

      Sieh, einst knieten wir vor dem Bischof, dem Nachfolger der Apostel, dem Stellvertreter Christi, knieten vor ihm in heiliger Ergriffenheit. Und er legte uns seine Apostelhände auf, betete über uns und salbte uns mit dem Chrisam des Heiles im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Da ist der Heilige Geist in unsere Seele gekommen, - nicht sichtbar wie einst bei den Aposteln, - aber doch wahrhaft mit den Feuersgluten seiner Liebe und Kraft; all seine Gnaden und Gaben hat er uns geschenkt. Warum? 

      Wir sollen jetzt Apostel sein! Wir sollen heute, in unserem Leben, die Arbeit der Apostel fortsetzen. Gewiss, nicht alle führt Gottes Geist hinaus in die Welt der Heiden, nicht alle beruft er zu dem besonderen Priester- und Aposteldienst, aber doch schickt er jeden aus als seinen Apostel und Helfer. Er schickt uns zu den Menschen, mit denen wir zusammen leben, mit denen wir zusammen arbeiten und schaffen, mit denen wir Freud und Leid gemeinsam teilen.

      Eine wahrhaft priesterliche, apostolische Aufgabe ist uns da zugefallen: Das Reich Christi zu erhalten und zu vermehren, auf dass es immer mehr wachse in den Seelen der Menschen. Das meint der Apostel Petrus, wenn er uns zuruft: "Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliche Priestertum, ein heiliger Stamm, ein zu eigen erworbenes Volk; ihr sollt die Wundertaten dessen verkünden, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht geführt hat." (1 Petr 2,9)

      Sind wir uns dieser Berufung und Begnadigung bewusst? Ist unser Leben wirklich ein Apostel- und Kämpferleben? Handeln wir aus dem Gedanken heraus, überall dienende Aufbauarbeit zu leisten im Sinne des  Welterlösers? Stellen wir uns ganz dem Heiligen Geiste zur Verfügung. Lassen wir uns von ihm leiten auf seinen Wegen; all unser Wirken gehöre ihm!

      Seien wir bereit, ihm zu dienen, wie und wo immer es sei, ob nun große, weltbewegende Taten oder nur die stille unscheinbare Arbeit im Alltag des Lebens. Und wenn es nur unser stilles Beten im Dienste des Herrn wäre - es ist doch von höchstem Werte. Maria wirkte und betete nur in der Stille und ist doch der Apostel Königin.

      Wir beten gemeinsam ein Ave Maria und bitten die Königin der Apostel, dass sie uns wahren apostolischen Mut und Eifer erflehen wolle:
      Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
      der Herr ist mit dir!
      Du bist gebenedeit unter den Frauen
      und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus!
      Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
      jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.


      Sende aus deinen Geist und alles wird neu geschaffen
      und du wirst das Angesicht der Erde erneuern!

      Komm, o Geist der Heiligkeit, 
      aus des Himmels Herrlichkeit 
      sende deines Lichtes Strahl.

      O du Licht der Herrlichkeit,
      mach dir unser Herz bereit,
      dring in unsere Seelen ein.
      (aus der Pfingstmesse)


      Gebet:
      O Gott, du hast uns in der heiligen Firmung das Siegel aufgedrückt und das Pfand des Heiligen Geistes in unsere Herzen gegeben. Auf die Fürbitte der Königin der Apostel verleihe uns die Gnade, dass wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen, und für die Wahrheit deiner Lehre mutvoll Zeugnis ablegen durch ein heiliges Leben. Durch Christus, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir in der Einheit desselben Heiligen Geistes lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.



      Maiandachtsbüchlein für Kirche und Haus von Pfarrer Joseph Willmes; A. Laumannsche Verlagsbuchhandlung Dülmen /Westf.;  AD 1935; S. 72-75 (mit kleinen Änderungen); (s. Quellen)



      Foto: Firmung 2011 in Schellenberg, FL; FW

      Freitag, 23. Mai 2014

      Maiandacht 23. Tag - Maria, Königin der Apostel

       Alleluja! Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis!
      Kommet, lasst uns ihn anbeten. Alleluja. (Invit. Pfingsten)
      Komm, Heiliger Geist, und erfülle die Herzen deiner Gläubigen
      und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
      (All. Vers Pfingsten)


      Das letzte Wort des Herrn an seine Mutter: "Siehe da deinen Sohn", ist wie ein letztes Vermächtnis, ein heiliges Erbe. All die Menschen auf dem weiten Erdenrund sind der Mutter anvertraut, das ganze zukünftige Gottesreich ist ihrer betenden Muttersorge überlassen. Göttliches Leben hat Maria vom Himmel empfangen, dieses Leben hat sie der Welt geboren, nun muss sie mütterlich sorgen, dass alle Menschen dieses Leben in Fülle besitzen.

      Nun, da des Herrn Leben vollendet ward, da er den Auftrag des Vaters erfüllt hat und von den Seinen gegangen ist, bleibt Maria zurück, die Mutter. Um sie scharen sich die wenigen Getreuen, die voll Trauer sind, dass ihr Herr und Meister sie verlassen hat. Jetzt mag die Mutter sie trösten und auch ihnen Mutter der Gnade werden.

      Wie eigenartig ist es doch, dass uns nichts erzählt wird von Mariä Osterfreude, - von ihrer Freude und Seligkeit, dass ihr Kind auferstanden ist in Glorie und Herrlichkeit. Hingegen da, wo die Jünger in Not sind, ist die Mutter bei ihnen. Mitten unter den Aposteln weilt sie betend im Saale zu Jerusalem. "Sie alle verharrten in Gemeinschaft mit den Frauen, mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern einmütig im Gebete." (Apg 1,14)

      Ja betend, das ist die Art, wie Maria, die Mutter der Gnade, zum ersten Mal Vermittlerin der Erlösungsfrucht wird für die Apostel selbst.

      Waren die Apostel denn nicht erlöst? Gewiss! Aber ihre Seelen waren noch erdwärts gerichtet. Noch haben sie nicht erkannt, dass Christi Reich nicht von dieser Welt ist. Mutlosigkeit hält sie gefangen. Noch harren und warten sie auf das große Geschenk, das der Herr ihnen senden will; sie warten auf den Tröster, den heiligen Geist, der sie alle Wahrheit lehren soll.

      Der Herr ist nicht mehr bei ihnen, aber seine Mutter, die dem Herrn geholfen hat beim Erlösungsopfer durch ihr Mitleiden. In Gebet und Flehen will sie jetzt wiederum mithelfen, dass die Erlösung vollendet werde in den Aposteln. Sie betet, dass ihr Sohn den Tröster sende, den Heiligen Geist, damit er die Seelen der Jünger licht mache zum wahren Erkennen ihres Apostelamtes.

      Und dann ist die Stunde da, wo der Heilige Geist sich in Feuersgestalt herabsenkt auf die Apostel. Seine göttliche Kraft macht sie sicher und stark; nun ziehen sie sich nicht mehr scheu zurück. Mutig treten sie hin vor die Menge der Harrenden, verkünden ihnen das Reich dessen, der gekreuzigt ward für das Heil der ganzen Welt.

      So sichtbar teilt der Heilige Geist sich den Aposteln mit, dass sie alle Zagheit und Schwachheit vergessen. Nur noch ein Wille beseelt sie: Die Welt erobern für Christus! Nur noch eins kennen sie: Den letzten Auftrag des Herrn zu erfüllen, hinauszugehen in alle Welt. Allen Menschen wollen sie die Frohbotschaft der Erlösung bringen, auf dass sich alle taufen lassen im Namen des dreifaltigen Gottes und Kinder seiner Gnade werden.

      Jetzt erst, erfüllt vom Heiligen Geiste, begreift die Apostelschar, dass Gott sie erwählt hat zu ganz besonderem Dienste. Ja dienen, das wollen sie! Jetzt erst erfassen sie, was es eigentlich heißt: Apostel Christi zu sein, - berufen, in völliger Selbstlosigkeit zu schaffen für das Reich Gottes als Gottgesandte.

       Mitten unter ihnen aber steht die Gottesmutter, die wir ehren und preisen als die "Königin der Apostel". Freilich ist sie nicht Apostel in der Weise wie die Zwölf. Sie hat nicht den Auftrag, hinauszugehen in die Welt und das Evangelium zu predigen. Aber ihre Seele ist ganz durchdrungen von der Sorge um das Reich ihres Sohnes. Ihre Gesinnung ist ganz die eines Apostels. Sie lebt nur für Christus und sein Reich in der Welt.

      Mit ihrem Gebet, mit ihrer Muttersorge begleitet sie das Wirken der Apostel. betend und lehrend, tröstend und helfend steht sie ihnen zur Seiet, auf dass sie nicht erlahmen, sondern als Christi Boten hinausziehen: standhaft in der Verfolgung, mutig in allem Kampf, treu bis zum letzten Augenblick ihres Lebens. Dass Christi Reich wachse, ist Sorge der Apostel, ist höchste Sorge der Mutter, der Königin der Apostel.

      Wir beten ein Ave Maria zum Lobpreis der Apostelkönigin:
      Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
      der Herr ist mit dir!
      Du bist gebenedeit unter den Frauen
      und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus!
      Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
      jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.


      Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes 
      und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.
      (2. Kor 13,13)
      Du Königin der Apostel, bitte für uns!


      Gebet:
      Heiliger Geist! Du hast in der Seele der Gottesmutter jene Gesinnung bewirkt, die sie zur Königin der Apostel gemacht hat. Auf ihr Gebet hast du auch die Seelen der Apostel mit dem Licht deiner Weisheit erhellt und mit der Kraft deiner Liebe gestärkt. Du hast ihre Arbeit im Reiche Christi mit deiner Gnade gesegnet. Gib allen apostolisch gesinnten Seelen deine Gnade und Kraft, damit ihr Wirken in dir stets beginne und durch dich vollendet werde. Der du mit dem Vater und dem Sohne als gleicher Gott lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.



      Maiandachtsbüchlein für Kirche und Haus von Pfarrer Joseph Willmes; A. Laumannsche Verlagsbuchhandlung Dülmen /Westf.;  AD 1935; S. 69-72 (mit kleinen Änderungen); (s. Quellen)



      Bild: Geistsendung am Pfingsttag; um 1545; wikimedia commons

      Donnerstag, 15. Mai 2014

      Um die Gabe des Guten Rates


      [N]iemand merkt es, wenn wir im Bus, auf der Straße beten: Wir beten in der Stille des Herzens. Nutzen wir diese Augenblicke, um zu beten, zu beten, auf dass der Geist uns die Gabe des Rates schenken möge.


      Papst Franziskus am 07.05.2014 bei der Generalaudienz; Katechese über die Gaben des Heiligen Geistes



      Die Gabe des Rates  ist eine der sieben Gaben des Heiligen Geistes

      Sie leitet auf dem rechten Weg und hält die menschliche Voreiligkeit zurück. Sie ist gegen die Unklugheit gerichtet und gehört zur Tugend der Klugheit. Sie wählt die angemessensten Mittel zum Guten.

      Komm, Heiliger Geist, Du Geist des Rates! Stehe uns gnädig bei in allen Schwierigkeiten und Zweifeln. Lass uns erkennen, was Dir zur Ehre und uns zum Heile gereicht. Bewahre uns vor Irrwegen und leite uns auf den rechten Pfad Deiner Gebote.



      Weitere Artikel über die sieben Gaben des Heiligen Geistes:


      Montag, 5. Mai 2014

      Maiandacht 5. Tag - Des Heiligen Geistes Werk und Werkzeug

       
      In jenen Tagen will ich meinen Geist ausgießen
      über alles Fleisch. (Joel 2,28)
      Geheiligt hat sein Zelt der Allerhöchste,
      Gott hat mich erschaffen in Gerechtigkeit.  
      (Brevier, Fest Mariä Empfängnis)


      Kind des himmlischen Vaters, Mutter und Gehilfin des Sohnes Gottes kann Maria nur werden durch ein einzigartiges Gnadenwirken des Heiligen Geistes. Ihn nennen wir den Heiligmacher, den Gnadenspender. Das Zeichen des Erlöstseins wird, wie der Prophet Joel verkündet, die Geistausgießung sein. Maria, als die erste Erlöste, wird darum die Ausgießung des Heiligen Geistes am meisten erleben. Der heilige Augustinus erklärt die dritte Person in der Gottheit als die persönliche Liebe zwischen Vater und Sohn. Wir dürfen darum mit den Gottesgelehrten sagen: Der Heilige Geist ist die Liebe. Diese Liebe ist ewig und von Ewigkeit her auch tätig und wirksam.

      Wie wird nun dieser Geist als Geist der Liebe sich auswirken wollen in dem erwählten Menschenkind, das Gotteskind und Gottesmutter werden soll? Ein Wunderwerk der Gnade wird er schaffen. Ein vas spirituale, ein geistliches Gefäß der Andacht wird Maria einmal sein. Nicht menschliche, irdische Vorzüge sind da maßgebend, der Gruß des Engels wird einmal lauten: "Du bist voll der Gnade." 

      Wie die Seele im Körper des Menschen wohnt und ihn erfüllt ganz und gar, so wird Maria erfüllt sein von der Gnade; diese Gnade aber ist Geschenk des Heiligen Geistes. Die Kirche lehrt uns beten: Allmächtiger, ewiger Gott, du hast durch die Mitwirkung des Heiligen Geistes den Leib und die Seele der Jungfrau und Mutter Maria vorbereitet, dass sie eine würdige Wohnung deines Sohnes zu werden verdiente... Wenn schon in der Seele eines jeden Gerechten nach den Worten der Schrift der Heilige Geist wohnt, wie viel mehr wird Maria Tempel des Heiligen Geistes sein, ein Tempel, der ganz Werk dieses Geistes ist.

      In seinem Werk will der Heilige Geist weiter wirksam sein. So wird Maria auch zu seinem Werkzeug, ja zu einem wunderbaren Werkzeug für sein Gnadenwirken werden. Den Ursprung des neuen Lebens soll sie in sich aufnehmen, durch die Überschattung des Heiligen Geistes dieses Leben empfangen und es den Menschen vermitteln. Wie im Erdreich die feinen Wasseräderchen in den Brunnen fließen und ihn mit Wasser füllen, dass die Menschen daraus schöpfen und sich erquicken, so gleichsam will der Heilige Geist in Maria die Fülle der Gnaden gießen, dass die Menschen durch sie in ihrem Kinde Gnade und Leben empfangen können.

      So wird der Heilige Geist einmal ein Wunderwerk seiner Liebe und Gnade schaffen in Maria. Er will aber auch in jeder Menschenseele seine Gnade wirken lassen. Auch du, meine Seele, bist auserwählt vom Heiligen Geiste, dass er in dir wohne, und dir, wenn nicht die Fülle, so doch den Reichtum seiner Gnade mitteile. Sein Gnadenwerk bist du, von Ewigkeit her auserkoren. Seine Liebe hat dich zu einem Gefäß der Gnade, zu einem Geistträger bestimmt. Nun sollst du mitwirken, ein Werkzeug des Heiligen Geistes zu werden. Alle Menschen sollen ja Tempel des Heiligen Geistes sein.

      Es ist aber in der Welt noch so viel Hass und Neid, so viel Unglaube und Torheit. Die Menschen sehen nicht die Liebe Gottes. Du, meine Seele, bist berufen, mitzuhelfen, deine Umwelt, deine Freunde, deine Bekannten und wer immer es sein mag, wieder hinzuführen und hinzugeleiten zu der Quelle aller Gnaden.

      Nun beten wir ein Ave Maria, dass Maria uns helfe, stets dem Gnadenwirken des Heiligen Geistes zu folgen:
      Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
      der Herr ist mit dir!
      Du bist gebenedeit unter den Frauen
      und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus!
      Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
      jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

      Die Liebe Gottes ist in unsere Herzen ausgegossen
      durch den Heiligen Geist. (Röm 5,5)
      Daran erkennen wir, dass wir in Gott bleiben und er in uns,
      dass er uns von seinem Geiste mitgeteilt hat. (1 Joh 4,13)


      Gebet:
      Gott Heiliger Geist! Dein Gnadenwirken hat den Leib und die Seele Mariens gar wunderbar geschmückt und zum Tempel deiner Herrlichkeit gemacht. Gieße deine Gnade aus auch in unsere Herzen und lass uns wie Maria würdig werden, dass du in uns lebst und in uns wirkest, der du mit dem Vater und dem Sohne lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.


      Maiandachtsbüchlein für Kirche und Haus von Pfarrer Joseph Willmes; A. Laumannsche Verlagsbuchhandlung Dülmen /Westf.;  AD 1935; S. 21-23; (s. Quellen)



      Montag, 28. April 2014

      Johannes XXIII. und Johannes Paul II. - Zwei neue heilige Päpste

      Johannes Paul II. und Johannes XXIII.

      Papst Franziskus hat gestern am Barmherzigkeitssonntag (27.04.2014) zwei seiner Vorgänger auf dem Stuhle Petri zur Ehre der Altäre erhoben und sie so der universalen Kirche als Vorbilder im Glauben vorgestellt. Heiligsprechungen des Papstes fallen unter die Unfehlbarkeit des höchsten Lehramtes der katholischen Kirche, dem aufgrund göttlicher Offenbarung in Dingen des Glaubens und der Moral Unfehlbarkeit zugesichert ist, wenn der Papst als universaler Hirte und Lehrer der Kirche spricht. So freuen wir Katholiken uns, zwei Fürsprecher mehr in der Gemeinschaft der Heiligen im Himmel zu wissen.

      Franziskus bezeichnete Johannes XXIII. (25.11.1881 - 03.06.1963) als "Papst der Folgsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist", denn  "[i]n der Einberufung des Konzils hat der heilige Johannes XXIII. eine feinfühlige Folgsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist bewiesen, hat sich führen lassen und war für die Kirche ein Hirte, ein geführter Führer, geführt vom Heiligen Geist". Johannes XXIII. ist es auch, dem wir letztlich die Gestalt der heiligen Messe, wie wir sie in der heute sogenannten "außerordentlichen" Form des römischen Ritus feiern, verdanken. So können wir in jeder heiligen Messe dieses nun heiliggesprochenen Papstes dankbar gedenken und ihn um seinen Schutz und Fürsprache bei Gott in allen unseren Anliegen bitten. (Einige Aspekte seiner Pesönlichkeit siehe hier bei "Paix Liturgique"!)

      Johannes Paul II. (18.05.1920 - 02.04.2005) würdigte Franziskus als "Papst der Familie". So habe Johannes Paul II. selbst in Erinnerung bleiben wollen, hier habe er einen besonderen Dienst für die Kirche ausgeübt. Papst Franziskus äußerte die Zuversicht, dass Johannes Paul II. den Weg zur Bischofs-Synode und die Synode über die Familie und mit den Familien selbst vom Himmel her begleiten und unterstützen werde. In klarer und unzweideutiger Weise hat der aus Polen stammende Papst zusammen mit dem Bischofskollegium den Weg der Kirche im Hinblick auf "die letzte Bedeutung und die Wahrheit des ehelichen und familiären Lebens" ausgearbeitet und dargelegt. Sein Apostolisches Schreiben "Familiaris consortio" vom 22. November 1981 ist gerade jetzt und für unsere Zeit ein Fels in der Brandung, die die christliche Ehe und Familie - selbst durch innerkirchliche Stimmen - zu zerstören droht.

      Beide "neuen heiligen Hirten des Gottesvolkes" bat Papst Franziskus, mit ihrer Fürsprache für die Kirche einzutreten, "damit sie in diesen zwei Jahren des Synodenweges fügsam sei gegenüber dem Heiligen Geist in ihrem pastoralen Dienst an der Familie". 

      Hier der Wortlaut der Predigt von Papst Franziskus während der hl. Messe zur Heiligsprechung am 27.04.2014.







      Wortlaut der unter die päpstliche Unfehlbarkeit fallenden Heiligsprechung:

      Ad honorem Sanctæ et Individuæ Trinitatis, ad exaltationem fidei catholicæ et vitæ christianæ incrementum, auctoritate domini nostri Iesu Christi, beatorum Apostolorum Petri et Pauli ac Nostra, matura deliberatione præhabita et divina ope sæpius implorata, ac de plurimorum fratrum Nostrorum consilio, Beatos Ioannem XXIII et Ioannem Paulum II Sanctos esse decernimus et definimus, ac Sanctorum catalogo adscribimus, statuentes eos in universa Ecclesia inter Sanctos pia devotione recoli debere. In nomine Patris et filii et Spiritus Sancti. AMEN!

      Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zum Wachstum des christlichen Lebens, durch die Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und auch der Unsrigen, erklären und benennen Wir, nach reiflicher Überlegung, nach mehrmaligem Anrufen der göttlichen Hilfe und nach Anhörung des Rates zahlreicher Brüder im Episkopat, die Seligen Johannes XXIII. und Johannes Paul II. zu Heiligen, tragen sie in das Buch der Heiligen ein und beschließen, dass sie in der gesamten Kirche demütig unter den Heiligen verehrt werden. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN!

      Donnerstag, 10. April 2014

      Neue Katechesereihe des Papstes über die Gaben des Heiligen Geistes

      Nach den sieben von Christus eingesetzten Sakramenten hat Papst Franziskus nun eine neue Katechesereihe zu den Mittwochs-Audienzen begonnen, nämlich über die Gaben des Heiligen Geistes. Die Zusammenfassung der Ansprache bei der Generalaudienz am 09.04.2014 lautet:

      Liebe Brüder und Schwestern,
      heute möchte ich mit euch eine Katechesen-Reihe über die Gaben des Heiligen Geistes beginnen. Der Heilige Geist ist die „Seele“, die Lebensader der Kirche. Er ist die Gabe Gottes schlechthin und teilt seinerseits dem, der ihn aufnimmt, verschiedene geistliche Gaben mit. Ausgehend von einem Wort des Propheten Jesaja (vgl. 11,2) spricht die Kirche von sieben Gaben des Heiligen Geistes:

      Weisheit
      Einsicht
      Rat
      Stärke
      Erkenntnis
      Frömmigkeit und
      Gottesfurcht

      Die erste davon ist die Weisheit. Es handelt sich nicht einfach um menschliche Weisheit, der Frucht von Wissen und Erfahrung. Sie ist das Geschenk eines „hörenden Herzens“, das das Gute vom Bösen zu unterscheiden weiß; die Gnade, alles mit den Augen Gottes zu sehen; ein inneres, vom Geist geschenktes Licht, das Gottes Spuren erkennen lässt. Die Weisheit wächst daher in der vertrauten Beziehung mit Gott und macht den Christen zu einem kontemplativen Menschen. Er verspürt, dass er stets beim Herrn ist, und alles spricht ihm von Gott und weckt in ihm eine tiefe Dankbarkeit. So macht der Heilige Geist den Christen weise; das heißt nicht, dass er auf alles eine Antwort hat, sondern Gott kennt, ihn sozusagen „auskostet“, dass sein Leben und sein Herz die Freude und den Geschmack Gottes haben. Alles eines solchen Christen „schmeckt“ nach Gott, spricht von Gott und wird zum Zeichen seiner Gegenwart und Liebe.


      Über die Gaben des Heiligen Geistes auf kathpedia



      Mittwoch, 19. Februar 2014

      Warum man nicht nur vor Gott, sondern vor einem Priester der Kirche seine Sünden bekennen muss

      Das neue Leben in Christus, das wir durch die Sakramente der christlichen Initiation empfangen haben, kann durch die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur geschwächt werden, ja durch die Sünde sogar verloren gehen. Daher stellte Papst Franziskus in seiner Katechesenreihe zu den Sakramenten am heutigen Mittwoch vor über 20.000 Pilgern und Besuchern die Sakramente der Beichte und der Krankensalbung — Sakramente der Heilung — in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit und beschäftigte sich mit dem Bußsakrament.

      „Wenn ich zum Beichten gehe, so tue ich das, um mich zu heilen“, so Franziskus: „um die Seelen zu heilen, um das Herz zu heilen von etwas, das ich getan habe, das nicht in Ordnung ist“. Das biblische Bild, das dies am Besten zum Ausdruck bringe, sei das der Heilung des Gelähmten, wo sich Jesus gleichzeitig als Heiler des Leibes und der Seele zeige.

      Christus habe der Kirche, die sein Heilswerk fortsetze, diese beiden Sakramente der Heilung gegeben. Im Sakrament der Buße und der Versöhnung „erlangen wir die Vergebung der Sünden“. Diese sei nicht Frucht unseres Mühens, sondern Gabe des Heiligen Geistes, der uns in die Barmherzigkeit und Gnade eintauche, „die vom geöffneten Herzen des gekreuzigten Christus ausströmt“.

      Dies geschehe in der Gemeinschaft der Gläubigen, der Kirche, wo der Heilige Geist gegenwärtig sei. Daher genüge es nicht, den Herrn bloß still im Herzen um Vergebung zu bitten. Es sei notwendig, die eigenen Sünden dem Diener der Kirche zu beichten. Der Priester „vertritt dabei nicht nur Gott, sondern die Gemeinschaft der Kirche, die dem Beichtenden Versöhnung schenkt und ihn auf dem Weg der Umkehr begleitet.

      „Einer könnte sagen: ich beichte nur vor Gott’“, so der Papst: „Ja, du kannst zu Gott sagen: ‚Vergib mir‘ und ihm deine Sünden bekennen. Aber unsere Sünden sind auch gegen unsere Brüder, gegen die Kirche, und deshalb ist es notwendig, in der Person des Priesters die Kirche und und die Brüder um Vergebung bitten“.

      Die damit verbundene Scham sei gut, „es ist gesund, sich ein bisschen zu schämen. Die Scham tut uns gut, weil sie uns demütiger macht. Und der Priester empfängt voll Liebe und Zärtlichkeit diese Beichte, und im Namen Gottes vergibt er“. Das Schöne der Beichte sei, dass man danach frei, „weiß und glücklich“ sei.

      Franziskus rief alle dazu auf, in sich auf die Frage zu antworten: „Wann war meine letzte Beichte? Vor zwei Tagen — zwei Wochen — zwei Jahren — zwanzig Jahren — vierzig Jahren?“. Und wenn viel Zeit vergangen sei, dürfe kein Tag mehr verloren werden: „Geh zum Priester, der gut sein wird. Jesus ist dort, und Jesus ist gütiger als die Priester, Jesus empfängt dich. Er empfängt dich mit so viel Liebe. Sei mutig, und geht zum Beichten!“.

      Allzu oft werde dieses Sakrament vergessen oder beiseite geschoben: aus Bequemlichkeit, aus eben dieser Scham oder wegen eines fehlenden Sündenbewusstseins, dem ein mangelndes Gottesbewusstsein zugrunde liege: „Wir machen uns selbst zum Maß der Dinge, verschließen uns gegenüber Gott und den Mitmenschen, und unser Gewissen stirbt letztlich ab“, so der Papst, der dazu aufrief, häufiger den Schatz zu nutzen, den der Herr seiner Kirche im Bußsakrament anvertraut habe.

      Abschließend erinnerte Franziskus an das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der so viel Schuld auf sich geladen und so viel Scham im Herzen gehabt habe: „Und die Überraschung war, dass der Vater, als dieser zu reden begann und um Vergebung bitten wollte, ihn nicht ausreden ließ: er hat ihn umarmt, er hat ihn geküsst und ein Fest gefeiert. Ich sage euch: jedes Mal, wenn wir zur Beichte gehen, umarmt uns Gott“.


      Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 19.02.2014; Zusammenfassung von Armin Schwibach; hier der Original-Wortlaut der Katechese des Heiligen Vaters in deutscher Übersetzung)


      Weiteres zum Thema "Beichte/ Umkehr":

      Samstag, 11. Januar 2014

      Ein „nicht jugendfreies Sakrament“?

      Zur Frage des Firmalters 

      Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

      Ein Pfarrer erzählte mir, wie es ihm gelang, einem jungen Erwachsenen die längst vergessene Firmung ins Gedächtnis zurückzurufen. Er stellte ihm die Frage: „Können Sie sich nicht erinnern, einmal in der Kirche einem Mann begegnet zu sein, der so ähnlich aussah wie Sankt Nikolaus und Ihnen die Hand auf den Kopf gelegt hat?“ Im Geist des Befragten dämmerte es. Ja, da war tatsächlich so etwas gewesen! Die entsprechende Situation erstand, wenn auch reichlich verblasst, vor seinem inneren Auge. Eine spätere Überprüfung brachte die Bestätigung: Die Firmung hatte vor etwa fünfzehn Jahren stattgefunden. 

      Man wird solche Vergesslichkeit nicht als ideales Ergebnis der Katechese rühmen können. Die Firmung sollte doch gründlich vorbereitet und festlich vollzogen werden, damit sie dem Gedächtnis zeitlebens tief eingeschrieben bleibt. So tief wie der Seele das unauslöschliche Prägemal! Das ist aber bei vielen Katholiken nicht der Fall. 

      Deshalb wurde in jüngster Zeit eine Praxis ersonnen und mancherorts eingeführt, die einen bewussteren Empfang der Firmung fördern will. Unter den Neuerungen brachte besonders ein Punkt lebhafte, teilweise heftige Auseinandersetzungen mit sich: die Festlegung des Firmalters auf 18 Jahre in einigen Diözesen. Unvermeidlich, dass unter den Gegnern alsbald ironische Redensarten wie die vom „nicht jugendfreien Sakrament“ aufkamen. Die Befürworter hingegen wiesen auf Beispiele wie das eingangs erwähnte hin: Wenn die Firmung keine markanteren Spuren als eine diffuse Erinnerung an den nikolausähnlichen Mann hinterlasse, dann sei die Anhebung des Firmalters dringend geboten, zumal dem Christen in unserer Zeit mehr denn je das selbständige Zeugnis abverlangt werde. 

      Es fällt nicht schwer, derartige Gedanken nachzuvollziehen. Manches scheint ernsthaft für eine spätere Firmung zu sprechen. Und dennoch widerspricht sie sowohl dem Recht als auch dem Sakramentsverständnis und der pastoralen Weisheit der Kirche. 

      Das kirchliche Gesetzbuch nennt als Voraussetzungen, um gefirmt werden zu können, den „Vernunftgebrauch“ und verlangt, dass der Kandidat „gehörig unterrichtet und recht disponiert ist und die Taufversprechen zu erneuern vermag“ (can. 889 § 2) – ein Anforderungsprofil, das zunächst eher ein höheres Alter nahezulegen scheint. Ist das Glaubensverständnis eines jungen Erwachsenen nicht gereifter als das eines Kindes an der Schwelle zum Jugendalter? Kann man die brav aufgesagte Taufgelübdeerneuerung eines Zwölfjährigen überhaupt ernstnehmen? 

      Doch das Kirchenrecht wird deutlicher. „Die Gläubigen sind verpflichtet, dieses Sakrament rechtzeitig zu empfangen“, schärft can. 890 ein, und um gar keine Zweifel darüber, was mit „rechtzeitig“ gemeint sei, aufkommen zu lassen, heißt es im darauffolgenden can. 891: „Das Sakrament der Firmung ist den Gläubigen um das Unterscheidungsalter zu spenden, wenn nicht die Bischofskonferenz ein anderes Alter festgesetzt hat oder Todesgefahr besteht oder nach dem Urteil des Spenders ein schwerwiegender Grund etwas anderes anrät.“ Das „Unterscheidungsalter“ (das insbesondere zur Unterscheidung der Eucharistie von gewöhnlichem Brot befähigt) beginnt nach kirchlichem Sprachgebrauch nicht mit 18, sondern eher mit sieben Jahren. Hierzulande haben sich die Bischöfe für ein Firmalter um zwölf Jahre ausgesprochen. Eine bedeutend spätere Spendung zur Vorschrift zu machen, ist also gegen das Kirchenrecht. 

      Auch das katholische Sakramentsverständnis hat etwas dagegen einzuwenden. Zunächst müssen wir uns darüber klar sein, dass diese Mündigkeits-Problematik bis ins Zeitalter der Aufklärung hinein weitgehend unbekannt war. Die Ostkirchen halten ohnehin an der ursprünglichen Praxis der christlichen Initiation (Einweihung) fest und spenden die grundlegenden Sakramente Taufe, Firmung und Kommunion auch beim Säugling in direkter Abfolge. Er wird sich später an die Firmung nicht einmal als an eine Begegnung mit einem nikolausähnlichen Mann erinnern können... 

      Die westliche Christenheit hat das Sakrament auf ein späteres Datum verschoben und schließlich hinter die Erstkommunion gerückt, um seine Beziehung zu dem entsprechenden Lebensabschnitt zu betonen: Wie die Taufe als übernatürliche Wiedergeburt der natürlichen Geburt folgt, so die Firmung als Begabung und Stärkung mit dem Heiligen Geist dem Erwachen der Vernunft.

      Weil in diesem Alter auch die Auseinandersetzungen mit dem glaubensfeindlichen Geist beginnen, hebt die Kirche mit Recht die Pflicht zur rechtzeitigen Firmung hervor. Der junge Mensch braucht den Heiligen Geist heute eher früher als später! Und er braucht dazu eine verbindliche, eingehende, geisterfüllte Katechese. Darin bestünde eine wahrhaft zeitnahe Sakramentenpastoral. 




      Hinweise:
      - mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
      - der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS) 


      Weiteres zum Thema "Firmung":


      Buchempfehlung:

      Das "Kleine Rituale" 1962 enthält die Texte in deutsch und lateinisch von u. a. Taufe, Firmung, Krankenkommunion, Krankensalbung, Sterbegebete, Beerdigung, kirchlicher Trauung nach den liturgischen Büchern von 1962 - und vieles mehr... Das Büchlein kann - auch in höherer Stückzahl - kostenlos bestellt werden. Spenden zur Deckung der Druckkosten werden gerne entgegengenommen. (weitere Infos: bitte hier klicken!)





      Bild: Himmel der Kanzel in der Klosterbasilika von Ottobeuren; privat

      Mittwoch, 11. Dezember 2013

      Gebet der hl. Katharina von Siena - Betrachtung über die Menschwerdung Gottes


      O Maria, Maria du Tempel der Dreieinigkeit!
      O Maria, du Trägerin des Feuers!
      O Maria, du Überträgerin der Barmherzigkeit!
      O Maria, du Erzeugerin der gebenedeiten Frucht!
      O Maria, du Miterlöserin des Menschengeschlechtes!

      Denn da dein Fleisch im Worte gelitten hat für die Erlösung der Welt, erlöste uns Christus zwar durch sein Leiden, du aber durch das Mitleiden deines Leibes und deiner Seele.

      O Maria, du Meer des Friedens!
      O Maria, du Spenderin des Friedens!
      O Maria, du fruchtbare Erde!
      Du Maria, bist der neue Stamm, der uns die wohlriechende Blume, das Wort, den eingeborenen Sohn Gottes geschenkt hat. In dich, o fruchtbares Erdreich, wurde dieses Wort gesät. Du bist die Erde und du bist der Stamm.

      O Maria, du Feuerherd!
      Du trugst verborgenes, verhülltes Feuer unter der Asche deiner Menschheit.

      O Maria, du Gefäß der Demut!
      Dich hat der Vater mit ganz besonderer Liebe an sich gefesselt. In dir erglänzte und erstrahlte das Licht wahrer Erkenntnis, das dich über dich hinaus erhoben hat, um dem ewigen Vater zu gefallen. Durch dieses Licht und durch das Feuer deiner Liebe und die Salbung deiner Demut hast du die Gottheit an dich gezogen und sie in dich hinabsteigen lassen, obwohl sie durch das glühende Feuer ihrer unbegreiflichen Liebe schon gedrängt war, zu uns zu kommen.

      Dank diesem Lichte, o Maria, bist du nicht unvorsichtig, sondern klug gewesen. Aus Klugheit wolltest du vom Engel wissen, wie das geschehen kann, was er dir kündete. Wusstest du also nicht, dass beim allmächtigen Gott dies möglich war? Ganz zweifellos. Doch warum sagtest du: "Ich erkenne keinen Mann?" (Luk 1,34). Es fehlte dir zwar nicht an Glauben, doch du in deiner tiefen Demut erkanntest deine Unwürdigkeit. Du zweifelest keineswegs, dass dies bei Gott nicht unmöglich war.

      O Maria! Hat dich das Wort des Engels etwa geängstigt und verwirrt? Im Lichte Gottes betrachtet, scheint es nicht, als ob du aus Furcht verwirrt wurdest, obgleich deine Haltung Staunen und Bestürzung zeigte. Worüber wundertest du dich also? Über die große Güte Gottes, die du erlebtest. Als du dich selbst betrachtetest und dich so großer Gnade für unwürdig hieltest, wurdest du bestürzt. Der Vergleich zwischen deiner Unwürdigkeit und Schwäche und der unaussprechlichen Gnade Gottes rief dein Erstaunen hervor.

      In deiner klugen Antwort zeigte sich deine tiefe Demut. Du warst also ohne Furcht, aber voll Bewunderung für die unermessliche Güte und Liebe Gottes in anbetracht der begrenzten Niedrigkeit deiner Tugend.

      Du bist, o Maria, ein Buch geworden, in das für uns eine Lebensregel eingeschrieben ist. In dir wurde die Weisheit des ewigen Vaters sichtbar. In dir offenbarte sich die Macht und Freiheit des Menschen. Ich behaupte auch, dass sich in dir dir Würde des Menschen zeigte. Denn wenn ich dich betrachte, Maria, erkenne ich, dass der Heilige Geist mit eigener Hand die Dreieinigkeit in dich geschrieben hat, indem er aus dir das Fleisch gewordene Wort, den eingeborenen Sohn Gottes bildete.

      Er hat in dich die Weisheit des Vaters niedergelegt, das Wort selbst. Er hat dir die Macht eingeprägt, die allein dieses große Glaubensgeheimnis verwirklichen konnte. Er hat dir endlich auch die Milde seines Heiligen Geistes eingehaucht, da ein solches Geheimnis nur aus Gnade und göttlicher Barmherzigkeit geplant und vollendet werden konnte.


      aus: Katharina von Siena - Gebete; Übertragen und eingeleitet von P. Dr. Joseph Maria Scheller O.P.; Albertus-Magnus Verlag Vechta i.O.; AD 1936, S. 145ff, Von Mariä Verkündigung (s. Quellen)



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      Leseempfehlung:




      Vergebung der Sünden und Vollmacht der Kirche


      Sie (Anm.: die Schlüsselgewalt) ist ein biblisches Symbol der Sendung, die Jesus den Aposteln gegeben hat.

      Zunächst müssen wir in Erinnerung rufen, dass die Hauptperson der Vergebung der Sünden der Heilige Geist ist. Als Jesus den Aposteln im Abendmahlssaal zum ersten Mal erschien, hauchte der Auferstandene sie an und sagte: »Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert« (Joh 20,22-23). Der in seinem Leib verklärte Jesus ist nunmehr der neue Mensch, der die österlichen Gaben schenkt, Frucht seines Todes und seiner Auferstehung. Was sind diese Gaben? Der Friede, die Freude, die Vergebung der Sünden, die Sendung, vor allem aber schenkt er den Heiligen Geist, der die Quelle all dieser Dinge ist. Das Hauchen Jesu, begleitet von den Worten, mit denen er den Geist übermittelt, verweist auf die Weitergabe des Lebens, des neuen, durch die Vergebung neu geborenen Lebens.

      Bevor er sie aber anhaucht und den Geist schenkt, zeigt Jesus seine Wundmale in den Händen und in der Seite: Diese Wundmale stellen den Preis unseres Heils dar. Der Heilige Geist bringt uns die Vergebung Gottes, indem er durch die Wundmale Jesu »hindurchgeht«. Diese Wundmale wollte er bewahren; auch in diesem Augenblick zeigt er dem Vater im Himmel die Wundmale, mit denen er uns erlöst hat. Kraft dieser Wundmale sind unsere Sünden vergeben: So hat Jesus sein Leben hingegeben für unseren Frieden, für unsere Freude, für das Geschenk der Gnade in unserer Seele, für die Vergebung unserer Sünden. Es ist sehr schön, so auf Jesus zu schauen!

      Und wir kommen zum zweiten Element: Jesus verleiht den Aposteln die Macht, Sünden zu vergeben. Es ist etwas schwierig zu verstehen, wie ein Mensch Sünden vergeben kann, aber Jesus verleiht diese Macht. Die Kirche ist Sachwalterin der Schlüsselgewalt, sie kann die Vergebung öffnen oder verschließen. Gott vergibt jedem Menschen in seiner souveränen Barmherzigkeit, aber er selbst hat gewollt, dass alle, die zu Christus und zur Kirche gehören, die Vergebung durch die Amtsträger der Gemeinschaft empfangen.

      Durch den apostolischen Dienst erreicht mich die Barmherzigkeit Gottes, ist meine Schuld vergeben und wird mir die Freude geschenkt. Auf diese Weise ruft Jesus uns auf, die Versöhnung auch in der kirchlichen, gemeinschaftlichen Dimension zu leben. Und das ist sehr schön. Die Kirche, die heilig ist und gleichzeitig der Buße bedarf, begleitet unseren Weg der Bekehrung das ganze Leben hindurch. Die Kirche ist nicht Herrin über die Schlüsselgewalt, sondern Dienerin des Dienstes der Barmherzigkeit, und sie freut sich jedes Mal, wenn sie dieses göttliche Geschenk weitergeben kann. Viele Menschen verstehen die kirchliche Dimension der Vergebung vielleicht nicht, weil stets der Individualismus, der Subjektivismus vorherrscht, und auch wir Christen bekommen das zu spüren. Gewiss, Gott vergibt jedem reuigen Sünder, persönlich, aber der Christ ist an Christus gebunden, und Christus ist eins mit der Kirche.

      Für uns Christen gibt es ein Geschenk mehr, und es gibt auch eine Verpflichtung mehr: demütig den Weg über den kirchlichen Dienst zu gehen. Wir müssen das wertschätzen: Es ist ein Geschenk, eine Fürsorge, ein Schutz, und es ist auch die Sicherheit, dass Gott mir vergeben hat. Ich gehe zu einem Bruder, einem Priester, und sage: »Pater, ich habe dies getan…« Und er antwortet: »Aber ich vergebe dir; Gott vergibt dir.« In diesem Augenblick bin ich sicher, dass Gott mir vergeben hat! Und das ist schön, das bedeutet, die Sicherheit zu haben, dass Gott uns immer vergibt, dass er nicht müde wird zu vergeben. Und wir dürfen nicht müde werden, hinzugehen und um Vergebung zu bitten. Man mag sich schämen, die Sünden auszusprechen, aber unsere Mütter und unsere Großmütter haben gesagt, dass es besser ist, einmal rot zu werden als tausend Mal gelb. Man wird einmal rot, aber die Sünden werden uns vergeben, und es geht weiter.

      Abschließend ein letzter Punkt: der Priester als Werkzeug der Sündenvergebung. Die uns in der Kirche geschenkte Vergebung Gottes wird uns übermittelt durch den Dienst eines Bruders, des Priesters. Auch er ist ein Mensch, der wie wir Barmherzigkeit benötigt, und er wird wirklich zum Werkzeug der Barmherzigkeit, indem er uns die grenzenlose Liebe Gottes, des Vaters, schenkt. Auch die Priester müssen beichten, auch die Bischöfe: wir sind alle Sünder. Auch der Papst beichtet alle vierzehn Tage, denn auch der Papst ist ein Sünder. Und der Beichtvater hört die Dinge, die ich ihm sage, er rät mir, und er vergibt mir, weil wir alle diese Vergebung brauchen. Manchmal kommt es vor, dass man hört, wie jemand behauptet, er beichte direkt bei Gott… Ja, wie ich vorhin gesagt habe, Gott hört dich immer, aber im Sakrament der Versöhnung schickt er einen Bruder, um dir die Vergebung zu bringen, die Gewissheit der Vergebung, im Namen der Kirche. 

       (...) Durch den Dienst des Priesters schließt er uns wieder in seine Umarmung ein, die uns neu geboren werden lässt und es uns möglich macht, wieder aufzustehen und den Weg wieder aufzunehmen. Denn das ist unser Leben: ständig wieder aufstehen und den Weg wieder aufnehmen.


      Generalaudienz von Papst Franziskus am 20.11.2013


      Auch zum Thema "Bußsakrament":


      Bild: Jesus übergibt Petrus die Schlüssel des Himmelreiches; Seite aus dem Perikopenbuch Heinrich II.; frühes 11. Jh

      Montag, 23. September 2013

      Keine Ökumene ohne den Geist der Wahrheit

      Die Christenheit bildet nur dann eine religiöse Union, eine lebendige und einige Gemeinschaft, wenn sie organisch zum Leibe geworden und als Leib, mit dem Haupte Christus und mit dem Heiligen Geist als Lebensprinzip verbunden ist.

      "Gebt mir", sagte der heilige Johannes Chrysostomos, "ein leichtfahrendes Schiff, einen Steuermann, Matrosen, Taue und die ganze zur Schifffahrt nötige Ausrüstung. Wenn kein Wind weht, ist alles umsonst. So ist es mit der Menschheit. Sie mag die Philosophie haben, die Intelligenz, den Apparat der schönsten Rhetorik. Wenn der Heilige Geist fehlt, ist alles umsonst."

      Und ich füge hinzu: Wenn Christus das Haupt, fehlt, und wenn sein mystischer Leib fehlt, sind - trotz aller "ökumenischen" Konferenzen und trotz der idealesten und begeistertsten Lobreden auf gemeinsames Kämpfen des Christentums gegen das Heidentum - alle Unionsbestrebungen umsonst.


      Robert Mäder in: DerHeilige Geist - Der dämonische Geist; Verlag St Michael Goldach



      Mittwoch, 18. September 2013

      Prinzipien des Glaubens

      Die der Offenbarung Gottes entsprechende Antwort ist »der ”Gehorsam des Glaubens“ (Röm 1,5; vgl. Röm 16,26; 2 Kor 10,5-6). Darin überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit, indem er sich ”dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft“ und seiner Offenbarung willig zustimmt«.(1) Der Glaube ist ein Geschenk der Gnade: »Dieser Glaube kann nicht vollzogen werden ohne die zuvorkommende und helfende Gnade Gottes und ohne den inneren Beistand des Heiligen Geistes, der das Herz bewegen und Gott zuwenden, die Augen des Verstandes öffnen und ”es jedem leicht machen muss, der Wahrheit zuzustimmen und zu glauben“«.(2)

      Der Gehorsam des Glaubens führt zur Annahme der Wahrheit der Offenbarung Christi, die von Gott, der Wahrheit selbst, verbürgt ist:(3) »Der Glaube ist eine persönliche Bindung des Menschen an Gott und zugleich, untrennbar davon, freie Zustimmung zu der ganzen von Gott geoffenbarten Wahrheit«.(4) Der Glaube, der »ein Geschenk Gottes« und »eine von ihm eingegossene übernatürliche Tugend«(5) ist, führt also zu einer doppelten Zustimmung: zu Gott, der offenbart, und zur Wahrheit, die von ihm geoffenbart ist, wegen des Vertrauens, das der offenbarenden Person entgegengebracht wird. Deshalb sollen wir »an niemand anderen glauben als an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist«.(6)

      Deshalb muss mit Festigkeit an der Unterscheidung zwischen dem theologalen Glauben und der inneren Überzeugung in den anderen Religionen festgehalten werden. Der Glaube ist die gnadenhafte Annahme der geoffenbarten Wahrheit, die es gestattet, »in das Innere des Mysteriums einzutreten, dessen Verständnis er in angemessener Weise begünstigt«.(7) Die innere Überzeugung in den anderen Religionen ist hingegen jene Gesamtheit an Erfahrungen und Einsichten, welche die menschlichen Schätze der Weisheit und Religiosität ausmachen, die der Mensch auf seiner Suche nach der Wahrheit in seiner Beziehung zum Göttlichen und Absoluten ersonnen und verwirklicht hat.(8)

      Nicht immer wird diese Unterscheidung in der gegenwärtigen Diskussion präsent gehalten. Der theologale Glaube, die Annahme der durch den einen und dreifaltigen Gott geoffenbarten Wahrheit, wird deswegen oft gleichgesetzt mit der inneren Überzeugung in den anderen Religionen, mit religiöser Erfahrung also, die noch auf der Suche nach der absoluten Wahrheit ist und der die Zustimmung zum sich offenbarenden Gott fehlt. Darin liegt einer der Gründe für die Tendenz, die Unterschiede zwischen dem Christentum und den anderen Religionen einzuebnen, ja manchmal aufzuheben.

      (1) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Dei verbum, 5.
      (2) Ebd.
      (3) Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 144.
      (4) Ebd., 150.
      (5) Ebd., 153.
      (6) Ebd., 178.
      (7) Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio, 13: AAS 91 (1999) 15. (22) Vgl. ebd., 31-32: a.a.O. 29f.
      (8) Vgl. ebd., 31-32: a.a.O. 29f.


      Kongregation für die Glaubenslehre: Erklärung "Dominus Jesus" Nr. 7; AD 2000




      Foto: Taufe; Relief in Kevelaer; © FW

      Montag, 8. Juli 2013

      Fundamente der Nachfolge Christi: die Freude des Trostes, das Kreuz und das Gebet


      Jesus sendet die Seinen ohne „Geldbeutel, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe“ aus (vgl. Lk 10,4). Die Verbreitung des Evangeliums ist weder durch die Anzahl der Menschen, noch durch das Ansehen der Institution, noch durch die Menge der verfügbaren Mittel gewährleistet. Das ist es, worauf es ankommt: von der Liebe Christi durchdrungen zu sein, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen und sein Leben in den Baum des Lebens, das Kreuz des Herrn, einzupfropfen.

      Papst Franziskus an Seminaristen, Novizinnen und Novizen  (Predigt am 07.07.2013, Vatikan)


      Bild: Ikone der 70 (72) Jünger (vgl. Lk 10,1ff)

      Sonntag, 7. Juli 2013

      Jungfrau Maria, Mutter Gottes, vollkommene Ikone des Glaubens

      Wir können sagen, dass an der seligen Jungfrau Maria sich erfüllt, (...) dass der Glaubende in sein Bekenntnis des Glaubens ganz und gar mit hinein genommen ist. Maria ist durch ihre Beziehung zu Jesus eng mit dem verbunden, was wir glauben.
       
      In der jungfräulichen Empfängnis Jesu in Maria haben wir ein klares Zeichen der Gottessohnschaft Christi. Der ewige Ursprung Christi ist im Vater; er ist der Sohn in gänzlichem und einzigartigem Sinn; und deshalb wird er in der Zeit geboren ohne Zutun eines Mannes. Als Sohn kann Jesus der Welt einen neuen Anfang und ein neues Licht bringen, die Fülle der treuen Liebe Gottes, der sich den Menschen übergibt.
       
      Andererseits hat die wirkliche Mutterschaft Marias sichergestellt, dass der Sohn Gottes eine echte menschliche Geschichte hat und ein wahres Fleisch, in dem er am Kreuz sterben und von den Toten auferstehen konnte. Maria begleitete ihn bis unters Kreuz (vgl. Joh 19,25), von wo aus sich ihre Mutterschaft auf jeden Jünger ihres Sohnes erstrecken sollte (vgl. Joh 19,26-27).
       
      Nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu war sie auch im Abendmahlssaal zugegen, um mit den Aposteln um die Gabe des Geistes bitten (vgl. Apg 1,14). Der Strom der Liebe zwischen Vater und Sohn im Geist hat unsere Geschichte durchlaufen; Christus zieht uns zu sich, um uns retten zu können (vgl. Joh 12,32).
       
      In der Mitte des Glaubens steht das Bekenntnis zu Jesus, dem Sohn Gottehs, geboren von einer Frau, der uns durch die Gabe des Heiligen Geistes in die Gotteskindschaft hineinfürt (vgl. Gal 4,4-6).


      Papst Franziskus, Enzyklika "Lumen fidei" Nr. 59 vom 29.06.2013 
       
       
       
       
      Bild: Altarbild "Mater Ecclesiae", eines Seitenaltares im Petrersdom (Vatikan)
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