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Mittwoch, 21. Mai 2014

Wahrhaftigkeit statt Doppelleben

...Doppelleben meint alles, was die Weise zu leben und die ethischen Prinzipien in unserem Wesen zu einem Betrug macht. Letztendlich besteht die ethische Herausforderung - genau wie die religiöse - darin, dass Prinzipien und das faktische Verhalten nicht auseinanderklaffen.


Papst Franziskus im Jahre 2009 (damals noch Kardinal Jorge Bergoglio SJ und Erzbischof von Buenos Aires) in dem Interviewband "Mein Leben - mein Weg/ El Jesuita"; Herder Verlag Freiburg im Breisgau; AD 2013; S. 96



Ebenfalls zum Thema "Wahrhaftigkeit und Prinzipien":

Montag, 23. September 2013

Gedanken über das christliche Menschenbild



Thomas von Aquin, der große Magister der abendländischen Christenheit, hat sich dafür entschieden, das christliche Menschenbild in sieben Thesen auszusprechen, die man folgendermaßen wiedergeben kann:
Erstens: der Christ ist ein Mensch, der - im Glauben - der Wirklichkeit des dreieinigen Gottes inne wird.

Zweitens: der Christ spannt sich - in der Hoffnung - auf die endgültige Erfüllung seines Wesens im Ewigen Leben.

Drittens: der Christ richtet sich - in der göttlichen Tugend der Liebe - mit einer alle natürliche Liebeskraft übersteigenden Bejahung auf Gott und den Mitmenschen.

Viertens: der Christ ist klug, das heißt, er lässt sich den Blick für die Wirklichkeit nicht trüben durch das Ja oder nein des Willens, sondern er macht das Ja oder Nein des Willens abhängig von der Wahrheit der wirklichen Dinge.

Fünftens: der Christ ist gerecht, das heißt, er vermag in Wahrheit "mit dem andern" zu leben, er weiß sich als Glied unter Gliedern in der Kirche, im Volk und in aller Gemeinschaft.

Sechstens: der Christ ist tapfer, das heißt, er ist bereit, für die Wahrheit und für die Verwirklichung der Gerechtigkeit Verwundungen und, wenn es sein muss, den Tod hinzunehmen.

Siebentens: der Christ hält Maß, das heißt, er lässt es nicht zu, dass sein Haben-wollen und sein Genießen-wollen  zerstörerisch und wesenswidrig wird. 

Diese sieben Thesen bedeuten, dass die Ethik der klassischen Theologie als Darlegung des Menschenbildes wesentlich Tugendlehre ist, näherhin: dass sie das Schrift-Wort von der Vollkommenheit des Christen interpretiert durch das siebenfältige Bild der drei göttlichen und der vier Kardinaltugenden.

Es ist, glaube ich, eine nicht unwichtige Bemühung, dieses großgeartete, aber vielfach verblasste und, noch schlimmer, vielfach übermalte Fresko des Menschenbildes der klassischen Theologie  dem Gemeinbewusstsein unserer Zeit wieder in seiner ursprünglichen Gestalt vor Augen zu bringen.

Nicht um eines "historischen Interesses" willen, nicht um festzustellen und zu zeigen, "wie es eigentlich gewesen ist", sondern: weil diese Interpretation des letzten menschlichen Richtbildes nicht nur gültig geblieben ist, sondern weil es, wie ich glaube, gradezu lebensnotwendig für uns ist, dieses Menschenbild wieder klar zu sehen und zu bejahen.


Josef Pieper in: "Über das christl. Menschenbild"; Verlag Jakob Hegner Leipzig; S. 13 ff 

Mittwoch, 22. Mai 2013

Der Tod des Dominique Venner in Notre-Dame

Am Pfingstdienstag. den 21. Mai 2013, erschoss sich der fanzösische Historiker und Publizist Domique Venner vor dem Altar der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Der 78-jährige, der nach eigenen Aussagen das Leben liebte und nichts jenseits des Lebens erwartete "es sei denn das Fortleben meiner Rasse und meines Geistes", wollte ein Zeichen setzen gegen die Zerstörung der französischen und europäischen Wurzeln, gegen überhand nehmende Selbstsucht und vor allem gegen die fortschreitende Zerstörung der Familie.

Er richtete sich in seinen letzten Veröffentlichungen an die Demonstranten der Aktion Manif pour tous, deren nächste große Protestaktion gegen die Gleichstellung des Homo-Konkubinats für den 26. Mai in Paris geplant ist. Es reiche nicht aus, nur gegen die Homo-Ehe zu kämpfen, es sei eine große "wirkliche intellektuelle und moralische Reform“ vonnöten. Er erklärte, dass auch die Überfremdung durch afrikanische Moslems und die damit verbundene  Islamisierung eine Gefahr für die Identität Frankreichs darstelle.

Seinen Selbstmord bezeichnet er in seinem Abschiedsbrief als eine "Tat der Ethik des Willens" um das "eingeschläferte Bewusstsein der Menschen wachzurütteln". Hoffen wir, dass durch diese unsinnige und tragische Tat tatsächlich viele noch schlafende Gemüter geweckt werden und mögen seine Angehörigen Trost finden. R.I.P.


Dienstag, 30. April 2013

Aufklärung im Zuge der Socken-6-Affäre des ZdK

Peter Winnemöller (Blog "katholon") betreibt im Zuge der Socken-6-Affäre des ZdK Aufklärung über die Sexualethik der katholischen Kirche und wie sie eigentlich von den Verantwortlichen umgesetzt werden müsste. In Deutschland tut man sich schwer damit und manch einer meint sogar, Gott und die Kirche müssten sich heute den Modeerscheinungen und denjenigen anpassen, die sich schon längst von Gott lund Kirche losgesagt oder zumindest weit entfernt haben.

Die Kirche trägt aber Sorge für das Seelenheil ihrer Gläubigen und deshalb ist es ratsam, sich am Willen Gottes zu orientieren.. Dazu heißt es in der Heiligen Schrift: "Das ist der Wille Gottes: eure Heiligung! Das bedeutet, dass ihr die Unzucht meidet..." (1 Thess 4,3). Aber schöner und besser als Peter Winnemöller kann man es kaum ausdrücken. Er schreibt:
Jede katholische Ethik, also auch die Sexualethik muß zwingend den Anspruch vertreten, dem Menschen den Weg zu einem schöpfungsgemäßen Verhalten wieder zu ebnen. In Punkto Sex vgl. man dazu Mk 10, 2- 12
 … von Anfang der Schöpfung an aber hat er sie als Mann und Frau geschaffen.
Das ist der Kernsatz. Schöpfungsgemäß ist die monogame, heterosexuelle, stabile, auf Lebenszeit ausgerichtete Partnerbindung, die wir Ehe nennen. Darum, so lehrt die katholische Sexualmoral, hat die Sexualität dort ihren systematischen und geordneten Platz. Wer etwas anderes lehrt, führt die Menschen in eine nicht schöpfungsgemäße Irre. Den zeitgeistmotivierten Normen einer beliebig einzugehenden und wieder zu lösenden promisken, polygamen oder homosexuellen Ausrichtung in einer kirchlichen Sexualmoral normativen Charakter einräumen zu wollen ist schlicht unmöglich, weil schöpfungswidrig. Alle Versuche in diese Richtung sind Irrtümer! (ganzer Beitrag: hier)

Danke, Peter, für diese klaren Worte. Mögen sie an maßgeblichen Stellen auf offene Augen bzw. Ohren stoßen und zur Einsicht führen.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Markus Lanz und der Relativismus

Am 05.02.2013 war der Publizist Martin Lohmann zu Gast in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" um über seine Erfahrungen und die Reaktionen zu berichten, die er während bzw. nach anderen Fernsehauftritten einstecken musste, weil er dort offen und deutlich die Positionen der katholischen Kirche vertreten hatte. So wurde z.B. während seiner Erklärung, wie es sich mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau verhalte, wenn sie möglicherweise schwanger ist, vom Publikum laut verächtlich gelacht bevor er seine Ausführungen überhaupt vorgebracht hatte. Andere Male wurde geraunt oder laut protestiert und er bekam nach den Sendungen Hass-Mails und Drohungen bis hin zu der Ankündigung, dass ein an Aids Erkrankter ihn durch einen Nadelstich infizieren wolle.

Von Lanz gefragt, welche Reaktionen er denn auf den letzten (zwei Tage zurückliegenden) Auftritt in der Polit-Rederunde bei Günther Jauch erhalten habe, antwortete der Publizist, dass er auch sehr viel positive Kritik, Zustimmung und Dank zugesprochen bekommen habe.

In der Diskussion mit Martin Lohmann wünschte sich Markus Lanz dann von der Kirche klare Ansagen. Der Wunsch erstaunt nach der klaren, sehr eindeutig formulierten Erklärung des Kölner Kardinals vom 31.01.2013. Zusammen mit diesem Wunsch machte Lanz auch sein Verständnis von der von Papst Benedikt oft angeprangerten "Diktatur des Relativismus" deutlich. Er sagte:
Wir reden jetzt immer noch über den Fall dieser Vergewaltigung und es steht immer im Raum dieser berühmtgewordene Satz des Papstes: "Die Diktatur des Relativismus", alles ist relativ.
Ich würde mir wünschen, auch als Katholik, wenn genau dieser Relativismus zum Beispiel im Fall des Kölner Kardinals nicht zum Einsatz käme, wenn man also einfach mal als Kirche klipp und klar sagen würde: in einem solchen Fall steht selbstverständlich nichts dem im Wege, dass eine junge Frau, die Opfer einer Vergewaltigung geworden ist, die "Pille danach" nimmt - ohne wenn und aber. Und ohne Relativitätssatz "nämlich für den Fall, dass...'ja', und sonst eher 'nein'". Das ist auch "Diktatur des Relativismus".

Lanz verwechselte hier offensichtlich "relativieren", (in dem Zusammenhang: alles gleich gültig machen) mit "präzesieren" oder "konkretisieren" und verkannte, dass manche Fragen eben nicht so einschichtig und oberflächlich zu entscheiden sind, sondern dass es, um guten Gewissens eine angemessene Entscheidung treffen zu können, einer Aufklärung und Information bedarf. Und das gerade in Fällen, wo es, wie Martin Lohmann mehrmals in Erinnerung rief, um Leben und Tod eines Menschen geht.

Offensichtlich war Lanz auch der Meinung, man müsse der Frau "helfen", sich für die Einnahme (auch einer möglicherweise frühabtreibenden) "Pille danach" zu entscheiden, die für ihn die einzig richtige Entscheidung zu sein scheint. Damit sprach er aber der betroffenen Frau die Fähigkeit ab, eine wirklich eigene Entscheidung treffen zu können.

Nochmals: Für Lanz besteht "Hilfe" für die Frau nicht in der Aufklärung über Möglichkeiten und Folgen nach der Vergewaltigung und im Hinblick auf eine mögliche Schwangerschaft, sondern in der Bestätigung des von ihm vorgefassten alternativlosen Entscheides für eine Einnahme der "Pille danach" und damit der möglichen Tötung einer Person. Damit negiert er die Freiheit der Frau und nimmt ihr die Möglichkeit, ihrem Gewissen gemäß eine unabhängige Entscheidung - möglicherweise auch zugunsten eines in Gewalt gezeugten Kindes - zu treffen.

Dieselbe bevormundende Position vertraten auch gleich am Anfang der Sendung unter langanhaltendem Applaus des Publikums zwei weitere Gäste der Diskussionssendung: der Kabarettist Jochen Busse und die Moderatorin Susann Atwell.

Er (Jochen Busse) sei "nicht dafür, dass man Menschen dahin bringt, dass sie derartige Entscheidungen treffen müssen." Das Trauma der Vergewaltigung und das Austragen eines so gezeugten, ungewollten Kindes, das seien "zwei Dinge, da wird der Mensch nicht mit fertig". "Hilfe" besteht auch für ihn alternativlos in der Aushändigung der "Pille danach".

Sie ( Susann Atwell) findet es "großartig, dass wir soweit sind", dass jede Frau selbst entscheiden könne ob sie ein Kind möchte oder nicht - ob vergewaltigt oder nicht. Und im Fall einer Vergewaltigung: sie stimme Jochen Busse zu: "Ich finde, da gibt's auch keine zwei Meinungen." Wie aber soll man sich dann entscheiden wenn es ohnehin nur die eine Meinung gibt?

Die "Pille danach" - und fertig. Egal ob sie will oder nicht...




Aktion 1000plus

Und auch:


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Martin Lohmann bei Markus Lanz: Für eine Kultur des Lebens

"Ich möchte, dass der Grundsatz "Das Leben ist heilig und zu schützen" nicht relativiert wird. 
Ich möchte, dass das Lebensrecht und die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen (das steht im Grundgesetz Artikel 1) nicht relativiert wird.
Ich möchte, dass wir eine Kultur des Lebens zum Leben haben und nicht eine Kultur des Tötens."
Martin Lohmann am 05.02.2013 in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz"

Wie schon zwei Tage zuvor in der ARD-Polit-Talkshow von Günther Jauch gab der Publizist, Chefredakteur des katholischen Fernsehsenders k-tv und Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) ein eindrucksvolles Zeugnis für die Unantastbarkeit der Würde des menschlichen Lebens und das Lebensrecht eines jeden Menschen, dem allerdings nicht alle Anwesenden im Fernseh-Studio zustimmen konnten.

Dass das Lebensrecht eines Menschen anerkannt wird, scheint nicht mehr Konsens unserer Gesellschaft zu sein...


Freitag, 25. Januar 2013

Die "Pille danach"

Üblicherweise wird die sogenannte "Pille danach"  irreführend (vgl. Update 06.02.2013) folgendermaßen erklärt:
Die „Pille danach" verhindert oder verschiebt den Eisprung so, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Ist es bereits zu einer Befruchtung gekommen, verhindert sie die Einnistung in die Gebärmutter. Nach bereits erfolgter Einnistung der befruchteten Eizelle ist sie nicht mehr wirksam. Diese Tatsache ist besonders wichtig, denn so gilt die „Pille danach" nicht als „Abtreibungspille".

In dieser (weitverbreiteten) Beschreibung der "Pille danach" wird eine befruchtete Eizelle im Stadium zwischen Befruchtung und Einnistung nicht als "Schwangerschaft" definiert und das Verhindern der Einnistung dieser befruchteten Eizelle dementsprechend nicht als "Abtreibung". Diese Sicht ist aber verkürzt und führt zu einer verhängnisvollen Fehleinschätzung.
Aus der Sicht der Humanembryologie (und nach katholischer Lehre) besteht kein Zweifel, daß mit der Befruchtung, also der Vereinigung der mütterlichen Eizelle und der väterlichen Samenzelle, ein einmaliger und unverwechselbarer Mensch ins Leben gerufen ist. Dementsprechend ist auch die Verhinderung der Einnistung (Nidation) der befruchteten Eizelle mit der Folge, dass diese abstirbt, eine Abtreibung, und somit die Tötung eines Menschen.
Deswegen ist die "Pille danach" eben nicht nur eine "Verhütungspille", sondern auch ein möglicherweise frühabtreibendes Medikament, dass menschliches Leben tötet. Sie ist deshalb ethisch nicht zu rechtfertigen.


*) Update 03.02.2013:
Die Seite "Frauenärzte im Netz" wurde inzwischen umgeschrieben. Es wird nun darauf hingewiesen, dass beide z.Z. auf dem Markt befindlichen Präparate, die als "Pille danach" Anwendung finden, nämlich Pidana® (Levonorgestrel) und Ellaone® (Ulipristalacetat), keinen Einfluß auf die bereits befruchtete Eizelle haben und diese nicht an der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut hindern:
"Beide hormonellen Methoden haben keinen Einfluss auf die Einnistung (Implantation) einer befruchteten Eizelle. Die „Pille danach" führt daher zu keinem Schwangerschaftsabbruch, sie ist unwirksam, sobald der Prozess der Einnistung begonnen hat."
Hier bleibt noch immer die Frage offen, was vor Beginn des "Prozesses der Einnistung", also auf dem Weg der Eizelle durch die Tube in die Gebärmutter, passieren kann. Die Aussage ist also noch schwammig bis ungenügend, um eindeutig sagen zu können, dass das Leben des möglicherweise gezeugten Kindes nicht gefährdet ist.


Update 06.02.2013:
"Es findet keine Abtreibung statt"

Laut Aussage von Dr. Christian Albring, Vorsitzender des Bundesverbandes der Frauenärzte, haben beide als "Pille danach" zugelassene Präparate (s.o.) nach neuen Forschungen nachgewiesenermaßen keine abtreibende Wirkung:
"Das sind in der Tat neue Erkenntnisse der letzten zwei Jahre und die sind erst dadurch bewusst geworden, weil es vor drei Jahren die Einführung eines neuen Präparats gab. In diesem Zusammenhang hat man die Literatur erforscht, hat neue Studien aufgelegt und diese Studien haben das gezeigt. Natürlich musste das neue Präparat mit dem alten verglichen werden, um zu sehen, ob es vielleicht besser wirkt. Und dabei hat man die Erkenntnis gewonnen, dass es nur zu einer Verschiebung des Eisprungs kommt, nicht aber zur Einnistungsverhinderung."
Lt. Domradio:
Die moderne „Pille danach“ verhindert oder verzögert den Eisprung. Wenn der Eisprung bereits erfolgt ist, die Eizelle sich aus dem Eierstock gelöst hat und im Eileiter oder in der Gebärmutter befindet, so verhindert die „Pille danach“ weder die Befruchtung dieser Eizelle noch die Einnistung in der Gebärmutter. Sie führt auch nicht dazu, dass eine künstliche Menstruation, eine so genannte Abbruchblutung, ausgelöst würde und dass dadurch ein Embryo, der sich bereits in der Gebärmutter eingenistet haben könnte, verloren gehen würde. Dies gilt für beide Arzneimittel, die derzeit als „Pille danach“ in Deutschland zugelassen sind, sowohl für Levonorgestrel als auch für Ulipristalacetat. Beide Medikamente greifen deshalb nicht in das Werden eines bereits gezeugten Menschen ein. Sie sind als Verhütungsmittel einzustufen, nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch. Mit Arzneimitteln, die zur Ablösung der Gebärmutterschleimhaut und zu einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt werden, sind sie nicht vergleichbar. (Quelle: domradio)

Mittwoch, 28. März 2012

Berufen, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen

Papst Benedikt XVI. in der Predigt in Havanna am 28. März 2012 während seiner Pastoralreise nach Kuba:
„Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8,31). In diesem soeben vorgetragenen Abschnitt des Evangeliums offenbart sich Jesus als der Sohn Gott Vaters, der Erlöser, der Einzige, der uns die Wahrheit zeigen und die wahre Freiheit schenken kann. Seine Lehre ruft unter seinen Zuhörern Ablehnung und Unruhe hervor. Und er beschuldigt sie, zu versuchen, ihn zu töten, womit er auf das nahe, bevorstehende Opfer am Kreuz anspielt. Dennoch fordert er sie auf zu glauben, sich an das Wort zu halten, um die Wahrheit zu erkennen, die uns frei macht und Würde verleiht.
In der Tat hat der Mensch ein sehnliches Verlangen nach Wahrheit, und die Suche nach ihr setzt immer einen glaubwürdigen Umgang mit der Freiheit voraus. Zweifellos ziehen es viele vor, der Aufgabe aus dem Weg zu gehen, bzw. Umwege einzuschlagen. Manche, wie Pontius Pilatus, treiben ihren Spott mit der Möglichkeit, die Wahrheit erkennen zu können (vgl. Joh 18,38), indem sie lautstark die Unfähigkeit des Menschen verkünden, zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen zu können, oder überhaupt leugnen, daß eine für alle gültige Wahrheit existiert. (...)

Jeder Mensch muß die Wahrheit ergründen und, wenn er ihr begegnet, sich für sie entscheiden, auch wenn dies mit Opfern verbunden ist. (...)

Wenn das Christentum die Werte hervorhebt, welche die Ethik stützen, zwingt es damit den Anspruch Christi nicht auf, sondern bietet ihn an, das heißt, die Wahrheit zu erkennen, die uns frei macht. Der Glaubende ist berufen, sie seinen Zeitgenossen vorzulegen, wie es der Herr sogar angesichts des düsteren Vorzeichens der Ablehnung und des Kreuzes getan hat. Die Begegnung mit dem, der die Wahrheit in Person ist, gibt uns den Anstoß dazu, diesen Schatz besonders durch das Zeugnis mit den anderen zu teilen.


VIVA CRISTO REY !

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Worauf es wirklich ankommt

"Was den Christen "ausmacht", ist der Glaube und nicht die Ethik oder das soziale Engagement, die nur Auswirkungen des Glaubens sind.

Wäre dein Pfarrer nicht so moralisch und sozial engagiert, wäre er dennoch weiterhin Christ; kein Christ wäre er mehr, wenn er aufhörte, das Evangelium nach dem Dogma und der Tradition der Kirche zu verkünden. Der Heilige Geist garantiert dem Papst, dem "Stellvertreter Christi", die Rechtgläubigkeit der Lehre und nicht die Reinheit der Sitten.

Alexander VI., der berüchtigte "Papst Borgia" einer schwarzen Legende, führte dem Anschein nach wirklich ein sittenloses Leben, doch er "predigte gut". Gewiß: Für die Diskrepanz zwischen Lehre und Leben muß er einmal Rechenschaft ablegen.

Aber uns - die wir zum Glück nicht über ihn urteilen müssen - reicht es, daß er die Lehre rein und unversehrt bewahrt hat. Außerdem hat uns Jesus selbst davor gewarnt: "Richtet euch nicht nach dem, was sie tun", sondern "tut und befolgt alles, was sie euch sagen" (Mt 23,3)"


Vittorio Messori im Gespräch mit Michele Brambilla in "Der Gläubige hat recht", AD 2001 (s. Quellen)

Samstag, 8. Oktober 2011

Bischöfe für Organspende?

"Die Deutsche Bischofskonferenz hat für mehr Organspenden in Deutschland geworben."

"Der Augsburger Weihbischof (Anm.: Losinger) sprach sich deshalb für die Einsetzung von Transplantationsbeauftragten in den Kliniken aus. Damit könne der Mangel an Organen vermutlich weitgehend behoben werden."

Nicht aus ethischen Gründen sondern deshalb, weil Zwang Angst auslöse, in deren Folge sich Menschen einer möglichen Organspende entziehen könnten, plädieren der Vorsitzende der Unterkommission Bioethik der Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst und das Mitglied im Deutschen Ethikrat, der Augsburger Weihbischofs Anton Losinger für eine strikte Freiwilligkeit zur Organspende.

Das heißt, dass die deutschen Bischöfe, in deren Namen Bischof Fürst und Weihbischof Losinger sprechen, sich eindeutig für Organspende aussprechen, d.h. für eine Tötung des Menschen um dessen  - aus dem lebenden Organismus entnommenen - Organe an Organisationen zu verkaufen und damit unter dem Deckmantel der Menschlichkeit und Barmherzigkeit den Handel mit menschlichen Organen zu unterstützen.


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Der Mensch ist Mensch - von Anfang an bis zu seinem natürlichen Tod.
Die Frage, ob ein Mensch mit dem Hirntod wirklich tot ist, ist mehr als umstritten. Vieles spricht dagegen.

Deswegen haben die deutschen Bischöfe KEIN RECHT, Menschen zu empfehlen oder sogar moralisch dazu zu verpflichten, sich dem Druck einer unchristlichen und unverantwortlichen Organspende-Lobby zu beugen, mit dem drohenden Stigma, dass sie ansonsten unmenschlich oder sogar unchristlich handeln. Das Gegenteil ist der Fall.


Siehe auch HIER und HIER.

Im Zweifel für den sterbenden aber lebendigen Menschen. Eine andere Alternative gibt es für Christen nicht - oder?

Weitere Informationen finden Sie z. B. bei der  Aktion Leben und der EEG!
 

Zum Thema 

1.)  Kolumne "Hirn oder Herz" von Alexander Kissler in "The European" vom 18.10.2011

2.)  "Dialogangebot an die Bischöfe Gebhard Fürst und Anton Losinger" von Marcus Knaup bei kath.net am 11.10.2011

3.)  http://www.diagnose-hirntod.de/ 

4.)  Arztirrtum: Jugendlicher war vor vier Jahren hirntot erklärt worden

5.)  Politiker wollen nicht einmal wissen, ob sie tatsächlich tot sind...

6.)  Organspende und Nächstenliebe 

7.)  SZ: Vorwürfe gegen Stiftung Organtransplantation: "Man kam sich vor wie bei Scientology" 

8.)  Organspende nach Hirntod? ein Klartext von P. Engelbert Recktenwald FSSP 

9.)  Mutmaßlicher Organspende-Skandal soll 'schonungslos aufgeklärt' werden (23.07.2012)

10.) Ich sage «nein zur Organspende», weil... 


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