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Montag, 10. November 2014

Paul VI.: Segen und Hilfe für die Verstorbenen durch das heilige Messopfer

Befreie, o Herr, die Seelen aller verstorbenen Gläubigen von jeder Fessel der Schuld. Deine Gnade komme ihnen zu Hilfe, auf dass sie entrinnen dem Rachegerichte. Lass sie genießen des ewigen Lichtes Glückseligkeit.
(Tractus des Messformulars für die Messe für Verstorbene; Schott-Volksmessbuch)


Dieses neue Opfer des Neuen Bundes, auf das Maleachi im voraus hingewiesen hatte [1], hat die Kirche, vom Herrn und den Aposteln belehrt, immer dargebracht, ,,nicht nur für die Sünden der lebenden Gläubigen, für ihre Strafen, Genugtuungen und andere Nöte, sondern auch für die in Christus Verstorbenen, die noch nicht vollkommen gereinigt sind“ [2]. 

An ein Zeugnis erinnern Wir noch, um von den übrigen zu schweigen, nämlich an das des heiligen Cyrill von Jerusalem, der bei der Unterweisung der Neugetauften im christlichen Glauben die beachtenswerten Worte sprach: ,,Nachdem das geistliche Opfer, der unblutige Kult vollendet ist, flehen wir über diesem Versöhnungsopfer Gott an für den allgemeinen Frieden der Kirchen, für die rechte Ordnung der Welt, für die Kaiser, das Heer und die Bundesgenossen, für die Kranken und Betrübten, und insgemein für alle Hilfsbedürftigen bitten wir und bringen wir dieses Opfer dar ... Dann bitten wir auch für die entschlafenen heiligen Väter und Bischöfe und für alle insgemein, die unter uns entschlafen sind, weil wir glauben, daß das Gebet jenen Seelen, für die es dargebracht wird, am meisten hilft, wenn das heilige und ehrfurchtgebietende Opfer auf dem Altar liegt“.

Nachdem er diesen Gegenstand mit dem Beispiel des Kranzes erläutert hat, der für den Kaiser geflochten wird, damit er den Verbannten Verzeihung gewähre, schließt der Kirchenlehrer seine Predigt mit den Worten: ,,Auf die gleiche Weise verhalten auch wir uns; wenn wir für die Verstorbenen, obgleich sie Sünder sind, Gott Gebete darbringen, so flechten wir zwar keinen Kranz, sondern wir bringen den für unsere Sünden geopferten Christus dar, um Gott, der die Menschen liebt, ihnen und uns gnädig zu stimmen“ [3].  
 
Der heilige Augustinus bezeugt, daß dieser Brauch, ,,das Opfer unseres Lösepreises“ auch für die Verstorbenen darzubringen, in der Römischen Kirche lebendig ist. [4] Gleichzeitig bemerkt er, daß der Brauch als von den Vätern überliefert von der ganzen Kirche gehalten wird. [5]

 
[1] Vgl. Mal 1,11. 
[2] Konzil von Trient, Lehre über das heiligste Meßopfer, Kap. 2. 
[3] Catecheses 23 (myst. 5), 8-18: PG 33, 1115-1118. 
[4] Vgl. Confessiones 9, 12, 32: PL 32, 777; vgl. ebd. 9, 11, 27: PL 32, 775. 
[5] Vgl. Serm. 172, 2: PL 38, 936; vgl. De cura gerenda pro mortuis 13: PL 40, 593.




Weiteres zum Thema "Fegefeuer und Hilfe für die Verstorbenen":


Bild: Grabmal des am 19.10.2014 selig gesprochenen Papstes Paul VI. im Petersdom (Vatikan); © FW

Donnerstag, 17. Juli 2014

Der Vetus Ordo beim Großen Gebetstag in Marienfried


Am kommenden Samstag und Sonntag (19.-20. Juli 2014) findet in Marienfried der alljährliche Große Gebetstag statt. Direktor Clemens M. Henkel, Leiter der Gebetsstätte, und traditionell das Fatima-Weltapostolat laden hierzu herzlich ein. 

Neben vielen anderen Gästen wird der bisherige Generalobere der Priestergemeinschaft "Servi Jesu et Mariae" (SJM) am Gebetstag teilnehmen und die Mitternachtsmesse um 24 Uhr zelebrieren, und zwar in der außerordentlichen Form des römischen Ritus.
Die SJM wurde von Pater Andreas Hönisch gegründet und betreut im gesamten deutschsprachigen Raum die Kinder und Jugendlichen in der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE).

Am Sonntagnachmittag wird um 16 Uhr nochmals eine hl. Messe in forma extraordinaria zu Ehren der Muttergottes gefeiert werden. 

Das weitere Programm finden Sie auf dem Plakat (als pdf: hier) oder auf der Website der Gebetsstätte Marienfried zum Großen Gebetstag (hier). Noch ein wichtiger Hinweis: Radio Horeb wird die Festmesse am Sonntagmorgen um 10 Uhr übertragen.


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Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Homo-Lobbies, Homosexuelle und Kirche

Gott hat uns Menschen alle ins Leben gerufen, damit wir Ihn ihn suchen, Ihn erkennen, Ihn lieben, Ihm dienen und damit wir heilig werden. Dann werden wir nach unserem leiblichen Tod ewig bei Ihm sein und Gott von Angesicht zu Angesicht schauen in unvorstellbarer Liebe und Zärtlichkeit. Gott will, dass wir glücklich sind und glücklich werden, hier in dieser Welt und einst in der Ewigkeit. Gott will nicht den Tod des Sünders - und wir alle sind Sünder - sondern dass er ewig lebe. 

Gott hat Seinen Sohn Jesus Christus Mensch werden lassen, um mit uns zu sein und um uns durch das Opfer Seiner Liebe und Seines Lebens freizukaufen von der Schuld, die schon durch das erste Menschenpaar in die Welt gekommen war und die den Menschen von Gott getrennt und den Himmel verschlossen hatte. Aus sich selbst konnte der Mensch die Vollendung, das Heil, nicht mehr finden.

"Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird gerettet werden" (Mk 16,16), das gilt für alle Menschen, auch für Homosexuelle. Und eigentlich muss man nicht eigens erwähnen, dass dies auch für Homosexuelle gilt, denn Homosexuelle sind ebenfalls Menschen - von Gott so geschaffen, wie sie sind. So sind in der Kirche Homosexuelle so normal wie andere Menschen auch und sie sind weder besser noch schlechter als andere Menschen, wie auch alle anderen Menschen nicht besser und nicht schlechter sind als Homosexuelle. Vor Gott sind wir alle gleich - oder jeder so, wie Gott ihn geschaffen hat. Und so hat Gott mit jedem von uns - von Homosexuellen und jedem einzelnen Menschen - einen ganz persönlichen Plan. Hier gibt es keine Ausnahme: das gilt für jeden Menschen - ob homosexuell oder nicht.

Uns allen - Homosexuellen und anderen Menschen - hat Gott seine Gebote gegeben, damit wir in Frieden und glücklich miteinander leben - in dieser Welt und in der anderen nach unserem irdischen Tod. "Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten", sagt Jesus (Joh 14,15) und "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht" (Joh 14,27). Der Wille Gottes: darauf kommt es also an, nicht darauf, ob jemand homosexuell ist oder nicht. Für uns alle gelten die Worte des Herrn.

So gilt also in der Kirche, was Thomas Hitzlsperger in seinem öffentlichen Bekenntnis zur Homosexualität sagt: es ist in der Familie, für das Umfeld unwichtig, dass man über seine Homosexualität spricht - wenngleich man die Tatsache an sich auch mit Eltern und Menschen, die einem nahestehen, klären sollte. Aber damit ist das "Problem" innerhalb der gläubigen Familie und innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft kein Problem mehr, es ist eine Aufgabe. Wie gesagt sind wir alle auf dem Weg der Nachfolge Christi und dabei hat jeder die je eigenen ganz speziellen Hürden und Schwierigkeiten, die bei einigen Gläubigen eine homosexuelle Veranlagung ist, bei anderen vielleicht ein Autismus, eine einseitige Hochbegabung oder sonst etwas, das ihn von anderen Menschen unterscheidet und eine besondere Herausforderung für das Glaubenleben (und das Umfeld, in dem er lebt) darstellen kann. Es ist also gut so, wenn jemand homosexuell ist - genauso gut, wie wenn man es nicht ist.

Wenn also ein Homosexueller Jesus Christus als seinen Retter erkennt, der ihn erlösen kann von der Erbsünde wie von allen seinen persönlichen Sünden, wenn er den Glauben annimmt, den Christus Seiner Kirche anvertraut hat und den die Kirche berufen ist zu verkünden, sich taufen lässt und Ihm nachfolgt, wer - so könnten wir mit Papst Franziskus fragen - sind wir, diesen zu verurteilen? Wofür auch? Es ist nicht mehr als ein ungerechtfertigtes Vorurteil, die Kirche verurteile oder diskriminiere Homosexuelle, in Klischee, das uninformierte Kreise gegenüber Katholiken hegen.

Problematisch wird es dann, wenn der Homosexuelle - wie jeder andere Mensch - sich Gottes Geboten verweigert. Wenn er sündigt und schlimmer noch: in der Sünde verharrt und unbußfertig seinen Frieden mit Gott und der Gemeinschaft zerstört, z.B. durch die Negierung dessen, als wen Gott ihn geschaffen hat, ob als Mann oder als Frau, oder durch das Eingehen einer eheähnlichen Verbindung, sei es einer homosexuellen oder einer heterosexuellen. Es gelten für Homosexuelle wie für alle anderen Menschen, die gerettet werden wollen, dieselben Gebote Gottes.

Leider ist es so, dass Homosexuelle, die kein gläubiges Umfeld haben, sich oftmals mit Unverständnis oder Enttäuschungen, z.B. durch ihre Eltern, konfrontiert sehen und auch nicht den Halt im Glauben haben, der sie davon abhält, sich in homosexuelle Milieus zu begeben und dort zu sittlich unerlaubten Handlungen verführt werden, aus denen sie sich dann nicht mehr lösen können, sondern in Abhängigkeiten geraten. Diese Gefahr ist groß und wird immer größer, da sich die Homo-Lobbies immer lauter und aufdringlicher in der Öffentlichkeit präsentieren und Homosexuelle in ihre Fänge locken, vor allem indem sie die "freie Liebe" zwischen Homosexuellen propagieren und als das "Normale" für Homosexuelle darstellen. Homo-Lobbies sind deshalb die größte Gefahr für Homosexuelle, die ein christliches Leben nach den Geboten Gottes leben wollen. 


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Es ist nicht das Problem, wenn jemand diese Neigung hat; nein, wir müssen Brüder sein, das ist das Wichtigste. Sondern da gibt es ein anderes Problem, ein anderes: Das Problem ist es, eine Lobby solcher zu bilden, die diese Neigung haben, eine Lobby von Geizigen, eine Lobby von Politikern, eine Lobby von Freimaurern, so viele Lobbys. Das ist das schwerwiegendste Problem für mich... 

Papst Franziskus am 28.07.2013 auf dem Rückflug von Rio de Janeiro.

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Video:


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Weiteres zum Thema "Homosexualität und Kirche":

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Samstag, 30. November 2013

Erzbruderschaft vom Tode des hl. Josef - Ein Gebetsapostolat für die Sterbenden



Zum Abschluss des Allerseelenmonats November möchte ich die Gunst der (letzten November-) Stunde nutzen und auf eine Gebetsgemeinschaft hinweisen, die ein sehr wichtiges Apostolat verrichtet: nämlich das Gebet und das Aufopfern guter Werke für eine gute Sterbestunde bzw. einen guten Tod der Sterbenden: Es handelt sich um die Erzbruderschaft vom Tode des hl. Josef, (oder auch "Gebetsgemeinschaft des hl. Josef vom guten Tod") der bekanntlich der Pflegevater Jesu Christi war und der Patron der Sterbenden ist. Vielleicht kann sich auch der ein oder andere Leser dieser Zeilen dazu entschließen, diese Initiative zu unterstützen und Mitglied der Erzbruderschaft zu werden...

Um die Gebetsgemeinschaft sorgt sich das Kloster St. Trudbert in der Schwarzwald-Gemeinde Münstertal. Auf der Homepage der Schwestern kann man sich über die Geschichte und den Gründer der Bruderschaft, Don Luigi Guanella, informieren. Luigi Guanella wurde am 13. Oktober 2013 in Rom heilig gesprochen. Die am 17. Februar 1913 von Papst Pius X. kanonisch anerkannte und dann schnell wachsende Pia unio (Fromme Vereinigung) war bereits sehr bald in der ganzen Welt verbreitet.

Auf der Homepage von St. Trudbert heißt es:
Das oberste Ziel unserer Bruderschaft ist es, durch das Gebet „die Fürsprache des Heiligen Josef, des Patrons der Sterbenden, die Gnade eines guten Todes für diejenigen in aller Welt“  zu erlangen, die dem Heimgang nahe sind. Außer den täglichen Gebeten und Fürbitten sowie der „Immerwährenden heiligen Messe“ für die Sterbenden, ist ein weiteres wichtiges  Ziel die Verbreitung der Verehrung und der Nachahmung der Tugenden des Heiligen Josef. Die „Pia Unione“ möchte eine größtmögliche Anzahl von Gläubigen im Gebet vereinen und außerdem die barmherzigen Werke der „Opera Don Guanella“ zu Gunsten der Behinderten, der Waisen und derjenigen unterstützen, die in Armut leben. Die Pia Unione ist, wie auch die Werke von Don Guanella, in der ganzen Welt verbreitet.

Die Mitglieder der Gebetsgemeinschaft beten zweimal täglich (sinnvollerweise morgens und abends) folgendes Gebet:

Heiliger Josef, Nährvater Jesu Christi und
wahrer Bräutigam der seligsten Jungfrau Maria,
bitte für uns und für die Sterbenden an diesem Tag / in dieser Nacht!


Nähere Informationen, ein Flyer über die Pia Unio zum pdf-Dowload oder Ausdruck sowie das Anmeldeformular sind hier auf den Seiten des Klosters St. Trudbert zu finden.





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von Bloggerkollege Richelieu88, der im Januar 2014 seine Tante dort besucht hat.




Bild: Tod des hl. Josef; Holzrelief; Beichtkapelle Kevelaer; eigenes Foto

Mittwoch, 20. November 2013

Grußnote des Heiligen Vaters an den französischen Distrikt der Petrusbruderschaft zum 25. Gründungstag der Gemeinschaft


Zum 25. Gründungsjubiläum erreichte den Distriktoberen der Priesterbruderschaft St. Petrus, Abbé Vincent Ribeton, ein Schreiben des Apostolischen Nuntius in Frankreich. Dieser übermittelte im Namen des Heiligen Vaters eine Glückwunschnote mit dem Dank und den Hoffnungen desselben bezüglich des Wirkens der Prieterbruderschaft für der Kirche.


Der Wortlaut der Note im Auftrag des Heiligen Vaters (kathtube.com hat das Dokument dankenswerterweise als Kopie im Internet zugänglich gemacht):

Aus Anlass des 25. Jahrestages der Gründung der Priesterbruderschaft St. Petrus

vereint sich Papst Franziskus mit den Mitgliedern der Priesterbruderschaft St. Petrus im Dank für das Werk, das im Laufe eines Vierteljahrhunderts im Dienst der kirchlichen Einheit cum Petro et sub Petro vollbracht wurde.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus wurde in einem Augenblick großer Prüfung für die Kirche geboren. Im Geiste großen Gehorsams und der Hoffnung haben sich ihre Gründer vertrauensvoll an den Nachfolger Petri gewandt, um allen Gläubigen, die dem Messbuch von 1962 verbunden sind, die Möglichkeit zu eröffnen, ihren Glauben in voller Einheit mit der Kirche auszuüben. Der Heilige Vater ermutigt sie, ihren Auftrag zur Versöhnung aller Gläubigen, unabhängig von ihrer Gesinnung, fortzusetzen und sich somit dafür einzusetzen, dass die Gläubigen einander im Bekenntnis desselben Glaubens und in einer starken brüderlichen Liebe annehmen mögen.

Durch das Feiern der heiligen Geheimnisse nach der außerordentlichen Form des römischen Ritus und nach den Maßgaben der Konstitution über die Liturgie Sacrosanctum Concilium, sowie durch die Vermittlung des apostolischen Glaubens auf der Grundlage des Katechismus der Katholischen Kirche mögen sie durch die lebendige Tradition der Kirche zu einem besseren Verständnis und einer besseren Umsetzung des II. Vatikanischen Konzils beitragen.

Der Heilige Vater fordert sie dazu auf, gemäß ihrem eigenen Charisma eine aktive Rolle in der Mission der Kirche in der Welt von heute zu übernehmen, durch das Zeugnis eines heiligmäßigen Lebens, eines festen Glaubens und einer einfallsreichen, weitherzigen Nächstenliebe.

Alle Pilger, die sich in Lourdes oder in der Kirche Saint-Sulpice zu Paris versammelt haben, um dem Herrn aus diesem Anlass zu danken, empfiehlt der Heilige Vater der Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria und dem heiligen Apostel Petrus, und erteilt ihnen von ganzem Herzen den apostolischen Segen.

Paris, den 28. Oktober 2013,

am Fest der heiligen Apostel Simon und Judas


+ Luigi VENTURA
Apostolischer Nuntius

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  • Einen Eindruck der erwähnten Feierlichkeiten in der Kirche Saint-Sulpice in Paris bekommt man hier.
  • Einblick in die Hauskapelle des internationalen Priesterseminars der Priesterbruderschaft St.Petrus in Wigratzbad (Bayern), in welchem zur Zeit 80 Priesteramtskandidaten studieren.
 
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Dienstag, 19. November 2013

Gedenktafel der armen Seelen im Fegfeuer


O Herr, erbarme Dich der armen leidenden Seelen im Fegfeuer und hilf:

Meinen lieben Eltern und Vorfahren, — mein Jesus Barmherzigkeit! -  
Meinen Geschwistern und nächsten Anverwandten, – mein Jesus Barmherzigkeit! -

Allen meinen geistigen und leiblichen Wohltätern, – mein Jesus …. –

Meinen früheren Freunden und Untergebenen, -

Allen, denen ich Liebe und Gebet schulde, -

Denen ich Nachteil und Schaden gebracht, -

Auch denen, die sich gegen mich verfehlt haben, -

Allen, die von Dir, o Herr, besonders geliebt sind, -

Allen, die der Vereinigung mit Dir am nächsten sind, -

Allen, die am sehnlichsten nach Dir verlangen, -

Allen, die am meisten zu leiden haben, -

Allen, die der Befreiung am fernsten sind, -

Allen, die am wenigsten Hilfe empfangen, -

Allen, die am meisten um die Kirche verdient sind, -

Allen Reichen, die dort am ärmsten sind, -

Den Mächtigen, die nun wie geringe Diener sind, -

Den Blinden, die jetzt ihre Torheit einsehen, -

Den Eitlen, die ihre Zeit verschwendeten, -

Den Armen, die Gottes Reichtum nicht suchten, -

Den Lauen, die das Gebet nicht übten, -

Den Trägen, die so manches Werk versäumten, -

Den Schwachgläubigen, welche die heiligen Sakramente vernachlässigten, -

Den Gewohnheitssündern, die nur durch ein Wunder der Gnade Gottes gerettet sind, -

Den Eltern, die nicht über ihre Kinder wachten,-

Den Vorgesetzten, die um das Seelenheil der Untergebenen sich nicht kümmerten,-

Den armen Menschen, die fast nur nach Geld oder Vergnügen strebten, -

Den irdisch Gesinnten, die ihr Geld oder Talent nicht für den Himmel nutzbar machten, -

Den Toren, die so viel sterben sahen und dennoch ihres Todes nicht gedachten, -

Denen, die ihr Haus nicht beizeiten bestellten und zur großen Reise nicht zeitig rüsteten, -

Allen, die Du um so strenger richtest, je Größeres Du ihnen anvertrautest, -

Den Päpsten, Königen und Fürsten, -

Den Bischöfen und ihren Ratgebern, -

Meinen Lehrern und Seelenhirten, -

Den verstorbenen Priestern dieses Bistums, -

Den Priestern der ganzen katholischen Kirche, -

Den Verteidigern des heiligen Glaubens, -

Den auf den Schlachtfeldern Gefallenen, -

Den im Meere Begrabenen, -

Den ohne Sakramente Dahingeschiedenen, -

Allen, die heute oder morgen sterben werden, -

Meiner eigenen armen Seele, wenn sie einstens vor Deinem Gerichte erscheinen wird. -

Herr, gib allen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! 
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste,
wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit!

Amen.


 (aus gegebenem Anlass wieder aus dem Gebets-Schatzkästlein hervorgeholt...)


Weiteres zum Thema "Purgatorium (Fegefeuer)":



 (Mit Dank an Kassandra für die Erinnerung an diesen Post)
Foto: Fegefeuer-Darstellung an der Wallfahrtskirche Maria Thann, Landkreis Lindau (B)

Sonntag, 17. November 2013

Volkstrauertag 2013



Im Gedenken an alle Kriegsopfer

R. I. P.



Samstag, 16. November 2013

Prof. G. May: Die andere Hierarchie - Teil 11: Das Rätesystem auf Ebene des Bistums - Der Priesterrat

Prof. Dr. Georg May

Die andere Hierarchie
Teil 11


Verlag Franz Schmitt Siegburg AD 1997




§ 4  Das Rätesystem auf der Ebene des Bistums

Weil die maßgebenden Glieder der Hierarchie, die Bischöfe, in erschütterndem Ausmaße vor ihrer Aufgabe versagt haben, kam es zum Entstehen einer anderen Hierarchie. Ich meine das Rätesystem. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde vom Pfarrgemeinderat über den Dekanatsrat sowie das Zentralkomitee bis zum Päpstlichen Laienrat eine ungeheure Organisation von Gremien geschaffen, die sich neben die Hierarchie göttlichen Rechtes setzt und eine Aktivität entfaltet, die in Konkurrenz, teilweise in Gegensatz zu jener tritt.


I.  Der Priesterrat

1.  Rechtliche Ausgestaltung

Im bischöflichen Bereich entstand zuerst der Priesterrat. Er wurde vom Zweiten Vatikanischen Konzil etabliert, offenbar als Konzession an die demokratische Bewegung in der Öffentlichkeit. Der Priesterrat ist nach dem Priesterdekret "Presbyterorum ordinis" Nr. 7 in jeder Diözese pflichtmäßig einzurichten. Er soll die Priesterschaft der Diözese repräsentieren und den Bischof in der Leitung der Diözese beraten. Das Wort "repräsentieren" bedeutet an dieser Stelle soviel wie sichtbar machen, darstellen, vertreten.

Die Grundordnung des Priesterrates ist in den cc. 495-502 CIC niedergelegt. Dazu treten die Satzungen der einzelnen diözesanen Priesterräte (1). Der Priesterrat ist "ein Kreis von Priestern, der als Repräsentant des Presbyteriums gleichsam Senat des Bischofs ist". Die Aufgabe besteht darin, den Bischof bei der Leitung der Diözese nach Maßgabe des Rechtes zu unterstützen (c. 495 §1). Der Diözesanbischof ist der Vorsitzende des Priesterrates (c. 500 §1). Dieser kann nicht ohne den Bischof handeln (c. 500 §3).

Dem Priesterrat "obliegt die Sorge um Dienst und Leben der Priester, um den Priesternachwuchs sowie die Aus- und Weiterbildung der Priester". Er hat die Aufgabe, "über die pastorale Tätigkeit in der Diözese zu beraten und sie zu fördern". Der Priesterrat hat lediglich beratende Funktion. Der Bischof muss ihn aber bei Angelegenheiten von größerer Bedeutung anhören und in wenigen, vom Recht festgelegten Fällen sogar seine Zustimmung einholen. Nicht zu verstehen ist, dass nach dem Würzburger Statut dem Priesterrat auch Nichtpriester, nämlich Diakone und ein Theologiestudent angehören (2). Die Mitgliedschaft im Priesterrat ist zeitlich begrenzt. Der gesamte Rat oder ein Teil muss innerhalb von fünf Jahren erneuert werden (c. 501 §1).


2. Beurteilung

Zur Beurteilung der neuen Einrichtung ist folgendes zu bemerken. Ich halte sie für überflüssig und schädlich. Dass sich der Bischof mit seinen Priestern besprechen soll, ist unbestritten. Doch dafür gibt es viele Möglichkeiten. Einmal soll der Bischof engen Kontakt nicht bloß zu einigen, sondern zu allen Priestern und jedem einzelnen pflegen. Er ist der Seelsorger seiner Seelsorger. Von ihnen kann er erfahren, wie die Lage und was zu tun ist. Freilich muss er sich dazu in seiner Diözese aufhalten und nicht fortwährend auf Reisen oder in Konferenzen sein. Der Diözesanbischof, der seine Pflicht erfüllt, hat andauernde,  unmittelbare Verbindung mit seinen Priestern; er benötigt keine Vermittlungsstelle in Gestalt des Priesterrates. Er ist in seinem Bistum anwesend und besucht Pfarrei um Pfarrei, hört selbst die Priester an und vernimmt ihre Anliegen.

Sodann soll der Bischof in die Dekanatskonferenzen gehen. Hier hat er die Priester eines überschaubaren Teils seiner Diözese vor sich und kann sich über regionale Fragen und Desiderate unterrichten.

Weiter gibt es die Konferenz der Dekane. Wenn diese ihr Amt richtig verstehen und verwalten, dann bündeln sich in ihnen gleichsam die Anregungen und Wünsche, Probleme und Schwierigkeiten der Diözese. Von ihnen kann der Diözesanbischof Informationen und Beratung empfangen.

Schließlich besitzt der Bischof in seinem Domkapitel ein qualifiziertes Beratungsorgan. Sein unschätzbarer Vorteil liegt darin, dass es nicht auf Wahl oder Wiederwahl angewiesen und daher unabhängig ist. Von ihm kann und muss der Bischof Dinge hören, die er vielleicht nicht hören will. Außerdem sammeln sich in den Domkapiteln die Nachrichten aus der gesamten Diözese. Seine Mitarbeiter erwerben durch ihre regelmäßige jahrzehntelange Tätigkeit eine umfassende Kenntnis der diözesanen Angelegenheiten und eine breitgestreute Erfahrung bei ihrer Behandlung, die den temporären Angehörigen des Priesterrates unmöglich sind.

Den meisten Mitgliedern der Priesterräte fehlen Vorbildung und Kompetenz zur Beratung in den Fragen, die anstehen, wie sie den jahrzehntelang in der Verwaltung der Diözese tätigen Domkapitularen eigen sind. Den Mitgliedern des Priesterrates, die von Wahlperiode zu Wahlperiode wechseln, fehlt die bleibende Verantwortung. Der vielbeschäftigte Seelsorger hat gar keine Zeit, sich um Angelegenheiten, die seinen Sprengel übersteigen, zu kümmern; einen Überblick über die gesamte Diözese zu gewinnen ist ihm unmöglich.

Der Priesterrat ist auch in der Regel kein Querschnitt der Priesterschaft eines Bistums, sondern überwiegend eine Ansammlung von Klerikern, die meinen, Zeit für die mehrfach im Jahre abgehaltenen Sitzungen erübrigen zu können. Gerade die wertvollsten Seelsorger, die sich im unermüdlichen Dienste der ihnen anvertrauten Gläubigen verzehren, bleiben den Priesterräten regelmäßig fern.

Sodann sammeln sich im Priesterrat nicht ganz selten unzufriedene Elemente der Priesterschaft einer Diözese und bilden evtl. dessen Mehrheit oder jedenfalls dessen agilsten Teil. Es gibt Priesterräte, in denen progressistisch aufgeheizte Geistliche, welche die katholische Orientierung verloren haben, den Ton angeben; sie benutzen ihre Position, um die kirchliche Entwicklung in Richtung auf den Protestantismus voranzutreiben.

Ich fasse mein Urteil dahin zusammen: Der Priesterrat ist kein Fundament, auf dem sich etwas Solides erbauen ließe, sondern Treibsand, der von den Fluten der Zeitströmung hin- und herbewegt wird. In den Sitzungen wird viel Zeit vertan, unerleuchtete Meinungen melden sich häufig zu Wort. Der bürokratische Aufwand, den Priesterräte verursachen, ist beträchtlich. Ich komme um das Urteil nicht herum: Der Priesterrat ist eine eklatante Fehlkonstruktion.


(1)  Z. B. Statut des Priesterrates im Bistum Erfurt vom 15. Mai 1995 (Archiv für katholisches Kirchenrecht 164, 1995, 158-160); Satzung des Priesterrates des Erzbistums Hamburg vom 4. Dezember 1995 (Pfarramtsblatt 69, 1996, 61-63)
(2)  Statut des Priesterrates der Diözese Würzburg vom 17. Juni 1996 (Pfarramtsblatt 69, 1996, 268-273) Art. 2



Fortsetzung folgt in unregelmäßigen Abständen

Donnerstag, 7. November 2013

Die letzten Dinge: Was tut die Kirche für die Verstorbenen? Und warum tut sie das?

Das Sterben eines Christen war - und sollte sein - eine Art Gottesdienst. Was tut die Kirche, was können wir für die Sterbenden und die Verstorbenen tun? Über die Sterbestunde, das persönliche Gericht, das Purgatorium (Fegefeuer) und Himmel und Hölle.

Der Münchner Pastoraltheologe Prof. Dr. Andreas Wollbold über die letzten Dinge und die Fürsorge der Kirche für die Toten. Ein Klarsprechtext.




Weiteres zum Thema "Tod und Ewiges Leben":


    von P. Martin Ramm FSSP

    Sonntag, 3. November 2013

    Papst Franziskus zu den Familien: Wir alle brauchen Gott, beten wir füreinander!

     
    [...E]s ist auch eine Frage der Demut, zu bekennen, dass wir Gott brauchen, wie der Zöllner! Und alle Familien – wir haben Gott nötig: alle, alle! Wir brauchen seine Hilfe, seine Kraft, seinen Segen, seine Barmherzigkeit, Seine Vergebung. 
    Und es erfordert Einfachheit: Um in der Familie zu beten, braucht es Einfachheit! Gemeinsam am Tisch das „Vaterunser“ zu beten, ist nichts Außergewöhnliches: Das ist leicht. Und gemeinsam in der Familie den Rosenkranz beten ist sehr schön und gibt viel Kraft! Und auch füreinander beten: Der Ehemann für seine Frau, die Frau für ihren Mann, beide für die Kinder, die Kinder für die Eltern, für die Großeltern… Füreinander beten. Das ist Beten in der Familie, und das stärkt die Familie: das Gebet.

     
    Papst Franziskus in der Predigt am 27.10.2013 anlässliche des Treffens der Familien mit dem Hl. Vater aus Anlass des Jahres des Glaubens 
     
     
    Links der hl. Josef, Bräutigam der Jungfrau Maria, Maria mit Jesuskind; hll. Simeon und Hannah 

    Freitag, 1. November 2013

    Die Gemeinschaft der Heiligen - Solidarität über den Tod hinaus

    Zusammenfassung der Ansprache des Hl. Vaters bei der Generalaudienz am 30.10.2013



    Liebe Brüder und Schwestern,
    der Ausdruck „Gemeinschaft der Heiligen“, den wir im Glaubensbekenntnis bezeugen, hat zwei Bedeutungen, die eng zusammenhängen, nämlich „Gemeinschaft an den heiligen Dingen“ und „Gemeinschaft der heiligen Personen“. Heute wollen wir den zweiten Aspekt näher betrachten, der uns zeigt, dass es eine Gemeinschaft des Lebens gibt zwischen allen, die durch die Taufe zu Christus gehören, dem Ursprung des Heils.

    Gemeinschaft der Heiligen bedeutet daher, in der Kirche in Gemeinschaft mit Gott zu sein. Die Teilhabe an der Liebe Gottes lässt dann auch uns untereinander ein Herz und eine Seele werden. Überall wo Menschen von der Liebe Gottes ergriffen sind, versuchen sie diese hinauszutragen. Das ist ein weiteres Merkmal der Gemeinschaft der Heiligen, nicht in sich verschlossen zu sein, sondern die Liebe mitzuteilen.

    Schließlich reicht die Gemeinschaft der Heiligen bis ins Jenseits. Die auf Erden Lebenden bilden mit den Armen Seelen im Fegefeuer und mit den Heiligen im Paradies eine große Familie. Besonders die Feier von Allerheiligen und Allerseelen bringt die gegenseitige Solidarität und Hilfe dieser Gemeinschaft zum Ausdruck. Sie wird im Beten füreinander lebendig. 

    (Quelle: vatican.va)




    Infos zum Thema "Solidarität von streitender, leidender und triumphierender Kirche":

    Donnerstag, 31. Oktober 2013

    Allerseelen-Ablass

    Alle Jahre wieder schüttet die Kirche großzügig aus ihrem Gnadenschatz aus:

    Vom 1. bis 8. November kann täglich einmal ein vollkommener (oder unvollkommener) Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden.


    Novembertrost:


    Linkliste zum Thema "Ablass"


    eigenes Foto: Grabesengel auf dem Alten Friedhof in Freiburg /Br.

    Mittwoch, 9. Oktober 2013

    Die katholische Kirche: der Ort, an welchem der ganze Glaube verkündet wird

    Zusammenfassung der Ansprache des Hl. Vaters bei der Generalaudienz am 09.10.2013



    Zitate von Papst Franziskus bei seiner freien Ansprache auf dem Petersplatz via kath.net: bitte hier klicken.

    Donnerstag, 26. September 2013

    Exerzitien und Wallfahrten der Petrusbruderschaft 2013/2014


     Exerzitien und Wallfahrten 2013/2014
    Infos über P. Martin Ramm FSSP: hier!

    Homepage von P. Ramm (Schweiz):.personalpfarrei.ch

    Diese und weitere (!) Veranstaltungen der Petrusbruderschaft unter 
    diesem Link von P. Engelbert Recktenwald FSSP.

    Nebenbei:
    Kostenlose (Klein-)Schriften und Bücher bei:




    Nächster Termin nach der Wallfahrt nach Bettbrunn (5. 10.2013):
     
    Fußwallfahrt von St. Pelagiberg nach Einsiedeln (Schweiz)
     
    11. bis 13. Okt. 2013
     
    Zum 14. Mal findet vom Freitag, 11. Oktober bis Sonntag, 13. Oktober 2013 die Fußwallfahrt zum Heiligtum Unserer Lieben Frau von Einsiedeln statt.

    Diese beginnt mit einer hl. Messe in der Wallfahrtskirche St. Pelagiberg am Freitag, 11. Oktober, um 7.00 Uhr.

    Programm siehe hier

    Weitere 'Zustiegsmöglichkeiten' sind
    am Freitagabend in Dussnang, Zivilschutzanlage,
    am Samstagmorgen zur hl. Messe um 8.00 Uhr in der Au,
    am Samstagabend in der Zivilschutzanlage in St. Gallenkappel,
    am Sonntagmorgen um 8.40 Uhr am Bahnhof in Pfäffikon.

    Bitte möglichst vor dem 1. Oktober 2013 anmelden auf: pelagi-einsiedeln.ckj.ch




    Sonntag, 8. September 2013

    Die Antwort auf die Frage nach dem Weg des Friedens: Das Kreuz - Ein leidenschaftlicher Appell für den Frieden



    Wenn der Mensch nur an sich selber denkt, an die eigenen Interessen, und sich in den Mittelpunkt stellt, wenn er sich von den Götzen der Herrschaft und der Macht betören lässt, wenn er sich an die Stelle Gottes setzt, dann zerstört er alle Beziehungen, richtet er alles zugrunde und öffnet der Gewalt, der Gleichgültigkeit und dem Konflikt Tor und Tür.

    Genau das will der Abschnitt aus dem Buch Genesis, in dem der Sündenfall des Menschen geschildert wird, uns begreifen lassen: Der Mensch gerät in Konflikt mit sich selbst, bemerkt, dass er nackt ist, und versteckt sich, weil er Angst hat (vgl. Gen 3,10) – Angst vor dem Blick Gottes. Er beschuldigt die Frau, die doch Fleisch von seinem Fleisch ist (vgl. V. 12); er zerbricht die Harmonie mit der Schöpfung und erhebt schließlich die Hand gegen seinen Bruder, um ihn zu töten. Können wir das als einen Übergang von der Harmonie zur „Disharmonie“ bezeichnen? Können wir das sagen, dass man von der Harmonie zur Disharmonie übergeht? Nein, es gibt keine „Disharmonie“: Entweder herrscht Harmonie, oder man fällt ins Chaos, wo Gewalt, Streit, Auseinandersetzung und Angst herrschen. (...)

    Nach dem Chaos der Sintflut hat es aufgehört zu regnen, ein Regenbogen erscheint, und die Taube bringt einen Olivenzweig. Ich denke heute auch an jenen Olivenbaum, den wir mit den Vertretern der verschiedenen Religionen im Jahr 2000 in Buenos Aires auf der Plaza de Mayo gepflanzt haben mit der Bitte, dass nie wieder Chaos sei, mit der Bitte, dass kein Krieg mehr sei, mit der Bitte um Frieden.

    Und an diesem Punkt frage ich mich:
    Ist es möglich, den Weg des Friedens einzuschlagen? Können wir aus dieser Spirale des Schmerzes und des Todes aussteigen? Können wir wieder lernen, mit unseren Schritten die Wege des Friedens zu verfolgen?

    Indem ich unter dem mütterlichen Blick des „Salus popoli romani“, der Königin Friedens, die Hilfe Gottes anrufe, will ich antworten: Ja, es ist für alle möglich! Heute Abend möchte ich, dass wir von allen Enden der Erde aus rufen: Ja, es ist möglich für alle! Mehr noch: Ich möchte, dass jeder von uns – vom Kleinsten bis zum Größten, bis hin zu denen, die berufen sind, die Nationen zu regieren – antwortet: Ja, wir wollen es!

    Mein christlicher Glaube drängt mich, auf das Kreuz zu schauen. Wie wünschte ich mir, dass für einen Augenblick alle Menschen guten Willens auf das Kreuz schauten! Dort kann man die Antwort Gottes ablesen: Dort wurde auf die Gewalt nicht mit Gewalt reagiert, auf den Tod nicht mit der Sprache des Todes geantwortet. Im Schweigen des Kreuzes verstummt das Getöse der Waffen und kommt die Sprache der Versöhnung, des Verzeihens, des Dialogs und des Friedens zu Wort. Ich möchte heute Abend den Herrn bitten, dass wir Christen und die Brüder und Schwestern der anderen Religionen, alle Menschen guten Willens mit Nachdruck rufen: Gewalt und Krieg sind niemals der Weg des Friedens! 


    Papst Franziskus in der Homilie am 07.09.2013 bei der vierstündigen Gebetswache für den Frieden in Syrien und in der ganzen Welt

    Montag, 2. September 2013

    Papst Franziskus ruft zu Gebet und Fasten für den Frieden auf

    Am 7. September soll nach dem Wunsch des Hl. Vaters Franziskus weltweit ein Fast- und Gebetstag für den Frieden in der Welt, insbesondere für den Frieden in Syrien, begangen werden.

    Der Papst sagte beim Angelus am 01.09.2013:
    "Heute, liebe Brüder und Schwestern, möchte ich mir den Schrei zu eigen machen, der von jedem Winkel der Erde, von jedem Volk, aus dem Herzen eines jeden und von der einen großen Menschheitsfamilie mit immer größerer Ängstlichkeit aufsteigt. Es ist der Schrei nach Frieden. Es ist der Schrei, der laut ruft: Wir wollen eine friedliche Welt; wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein; wir wollen, dass in dieser unserer Weltgemeinschaft, die durch Spaltungen und Konflikte zerrissen ist, der Friede aufbreche und nie wieder Krieg sei! Nie wieder Krieg! Der Friede ist ein zu kostbares Gut, als dass er nicht gefördert und geschützt werden müsste. (...)

    Der Schrei nach Frieden erhebe sich laut, auf dass er die Herzen aller erreiche; auf dass alle die Waffen niederlegen und sich leiten lassen von der Sehnsucht nach Frieden.

    Deshalb, liebe Brüder und Schwestern, habe ich beschlossen, für die gesamte Kirche am kommenden 7. September, Vigil des Festes der Geburt Marias, der Königin des Friedens, einen Tag des Fastens und Betens für den Frieden in Syrien, im Nahen Osten und in der ganzen Welt anzusetzen. Ich lade ebenso die Brüder und Schwestern aller christlicher Konfessionen, die Mitglieder der anderen Religionen und die Menschen guten Willens dazu ein, sich dieser Initiative in einer Weise, die ihnen geeignet erscheint, anzuschließen.

    Am 7. September werden wir uns hier auf dem Petersplatz von 19.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Gebet und im Geist der Buße versammeln, um von Gott diese große Gabe für die geliebte syrische Nation und für alle Situationen von Konflikten und Gewalt in der Welt zu erbitten. Die Menschheit hat es nötig, Gesten des Friedens zu sehen und Worte der Hoffnung und des Friedens zu hören! Ich rufe alle Teilkirchen auf, dass sie nicht nur diesen Tag des Fastens begehen, sondern auch eine liturgische Feier in dieser Intention organisieren."


    Papst Franziskus am 1. September 2013 beim sonntäglichen Angelusgebet auf dem Petersplatz in Rom



    Papst Benedikt XVI.: Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2013: Selig, die Frieden stiften


    Maria, Königin des Friedens, bitte für uns!


    Samstag, 10. August 2013

    Keine Weitergabe des Glaubens, ohne nicht selbst fest im Glauben der Kirche verwurzelt zu sein

    "Das Maß der Festigkeit unseres Glaubens, auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene, ist auch unsere Fähigkeit, ihn an andere weiterzugeben, ihn zu verbreiten, ihn in der Liebe zu leben und unter allen zu bezeugen, denen wir begegnen und die mit uns den Weg des Lebens teilen."


    Papst Franziskus in der diesjährigen Botschaft zum Weltmissionssonntag (20. Oktober 2013)




    Was glaube ich, wenn ich katholisch bin?
    Diese Frage beantwortet der Katechismus der Kirche. Dort kann man nachlesen, was dieser katholische Glaube ist, den Christus seiner Kirche anvertraut hat. Der katholische Weltkatechismus enthält weitgehend die katholische Glaubens- und Sittenlehre. Er ist eine "sichere Norm für die Lehre des Glaubens" und führt den Menschen die "Kraft und die Schönheit des Glaubens vor Augen" (Zitate aus Porta fidei).





    "Wie man feststellen kann, ist die Kenntnis der Glaubensinhalte wesentlich, um die eigene Zustimmung zu geben, das heißt um sich dem, was von der Kirche vorlegt wird, mit Verstand und Willen völlig anzuschließen. Die Kenntnis des Glaubens führt in das Ganze des von Gott offenbarten Heilgeheimnisses ein. Die gegebene Zustimmung schließt also ein, daß man, wenn man glaubt, freiwillig das gesamte Glaubensgeheimnis annimmt, denn der Bürge für seine Wahrheit ist Gott selbst, der sich offenbart und es ermöglicht, sein Geheimnis der Liebe zu erkennen.[1] "
    [1] Vgl. Erstes Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. III: DS 3008-3009; Zweites Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. über die göttliche Offenbarung Dei Verbum, 5




    Foto: Hl. Theresia von Lisieux, Patronin der Missionare und der Missionen; Statue in Marienfried

    Mittwoch, 7. August 2013

    Glaube am Ende der Neuzeit

     
     
    Die Einsamkeit im Glauben wird furchtbar sein.
     
    (Romano Guardini in: Das Ende der Neuzeit)
     
     
     
     
     

    Montag, 10. Juni 2013

    Kongress „Freude am Glauben“ vom 30.08. bis 01.09.2013 in Augsburg

     "Damit der Glaube neu erstrahlt" (Papst Benedikt XVI.)  

    Der Kongress setzt das Bemühen des Weltjugendtags von Rio und des eucharistischen Kongresses in Köln sowie weiterer Initiativen fort, die im Jahr des Glaubens das Anliegen des Heiligen Vaters aufgreifen. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass der Abschlussgottesdienst von S. Exz. Erzbischof Rino Fisichella, dem Präsidenten des päpstlichen Rats für die Neuevangelisierung, mit den Kongressteilnehmern gefeiert wird.

    Der Kongress wird vom Diözesanbischof von Augsburg, Dr. Konrad Zdarsa eröffnet. Am Samstag feiern die Teilnehmer eine heilige Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus.

    Das Kongressmotto "Damit der Glaube neu erstrahlt" gibt die Richtung vor. Alles ist darauf hingeordnet: Die Gottesdienste, die Vorträge, die Podiumsgespräche und Workshops, die Aktivitäten des Jugendprogramms mit Nightfever.

    Wie das Kongressprogramm aufzeigt, kommen dabei die Probleme, die uns bedrängen, nicht zu kurz, wie die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation, Süchte und Abhängigkeiten, die Familien und unsere Gesellschaft bedrücken. Zwei Podiumsrunden bemühen sich um diese Fragen.

    Der Kongress ist darüber hinaus eine Möglichkeit, sich über das Angebot verschiedener Initiativen an den Infoständen zu informieren, Bücher der Referenten und CDs der Vorträge zu erwerben.

    Vom 4. bis 7. September 2013 findet die 21. Theologische Sommerakademie im Haus St. Ulrich statt. Das Thema lautet: Die Katholische Kirche auf dem Weg durch die Zeit. Die Katholische Sommerakademie will in Vorträgen und Gesprächen darlegen, wie sich die Kirche von Christus her versteht und wie sie zur kulturellen Entwicklung Europas beigetragen hat. Für Teilnehmer der 21. Theologischen Sommerakademie, die zuvor am Kongress "Freude am Glauben" teilgenommen haben, entfällt der Tagungsbeitrag zur Sommerakademie.

    In der Zeit zwischen dem Kongress und der Sommerakademie werden am Montag, 2. September, und Dienstag, 3. September, Stadtführungen in Augsburg angeboten. (Quelle)





    Samstag, 8. Juni 2013

    Papst Franziskus zum Eucharistischen Kongress: Priester sollen Gläubige zu einem eucharistischen Leben anleiten

    Die Zusammenkunft zur Feier der Eucharistie, der der Priester vorsteht, ist also die Mitte der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Priester leiten darum die Gläubigen an, die göttliche Opfergabe in der Meßfeier Gott dem Vater darzubringen und mit ihr die Hingabe ihres eigenen Lebens zu verbinden.

    Sie unterweisen sie im Geist Christi des Hirten, ihre Sünden reumütig der Kirche im Sakrament der Buße zu unterwerfen, so daß sie sich ständig mehr zum Herrn bekehren, eingedenk seines Wortes: "Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen" (Mt 4,17).

    Sie lehren sie ebenso, an den Feiern der heiligen Liturgie so teilzunehmen, daß sie dabei zu einem echten Gebet kommen; sie führen sie zu immer vollkommenerem Gebetsgeist, der sich entsprechend den Gnaden und Erfordernissen eines jeden im ganzen Leben auswirken muß; sie halten alle an, ihre Standespflichten zu erfüllen, und laden die Fortgeschrittenen ein, die evangelischen Räte in einer Weise, die jedem angemessen ist, zu befolgen.

    So lehren sie die Gläubigen, in Lobgesängen und geisterfüllten Liedern dem Herrn in ihren Herzen zu singen und Gott dem Vater immerdar Dank zu sagen für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus. (vgl. Eph 5,19-20)


    II. Vatikanisches Konzil; Presbyterorum ordinis (07.12.1965)
    (Die fettgedruckten Sätze sind Teil des an Kardinal Cordes gerichteten Briefes des Heiligen Vaters Franziskus anlässlich seiner Ernennung zum Sondergesandten des Papstes für den Nationalen Eucharistischen Kongresses in Köln; Paul Josef Kardinal Cordes war bis 2010 Präsident des Päpstlichen Rates "Cor unum".)



    Foto: Kanzel der kath. Sradtpfarrkirche St. Peter und Paul in Lindenberg/Allgäu; © FW
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