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Sonntag, 12. Juni 2016

Predigten von P. Engelbert Recktenwald FSSP auf SoundCloud

 


Seit wenigen Monaten können Sonntagspredigten von P. Engelbert Recktenwald online auf SoundCloud abgerufen werden: bitte hier klicken!

P. Recktenwald betreut die Gläubigen um die FSSP-Niederlassung im Ruhrgebiet und ist außerdem Herausgeber der Internetplattform "kath-info.de", einer überaus informativen wie umfangreichen Materialsammlung zu aktuellen und immerwährenden wichtigen Themen rund um den katholischen Glauben.

Frischer Wind begrüßt und dankt für die Initiative und würde wünschen, dass noch mehr Predigten glaubenstreuer Priester den Weg ins Netz finden.


Eine Auswahl anderer Predigtportale glaubenstreuer Priester:



Euntes docete omnes gentes - Gehet und lehret alle Völker
(Inschrift an der Kanzel der Benediktinerabtei Ottobeuren)
Bild ©FW

Montag, 5. Oktober 2015

Familie, Ort der Heiligkeit

 

Die Familie ist Ort einer vom Evangelium inspirierten Heiligkeit, die sich unter den gewöhnlichsten Bedingungen verwirklicht. Dort nimmt man die Erinnerung der Generationen in sich auf und schlägt Wurzeln, die befähigen, sich nach hohen Zielen auszustrecken.

Die Familie ist Ort der Unterscheidung, wo man dazu angeleitet wird, den Plan Gottes für das eigene Leben zu erkennen und vertrauensvoll anzunehmen. Die Familie ist Ort der Unentgeltlichkeit, einer taktvollen, brüderlichen und solidarischen Gegenwart, die lehrt, aus sich selbst herauszugehen, um den anderen anzunehmen, um zu vergeben und Vergebung zu spüren.


Papst Franziskus am 03.10.2015, Ansprache bei der Gebetsvigil am Vorabend der Eröffnung  der Ordentlichen Bischofssynode über die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute




Jesus, Maria und Josef,
in euch betrachten wir
den Glanz der wahren Liebe,
an euch wenden wir uns voll Vertrauen.

Heilige Familie von Nazareth,
mache auch unsere Familien
zu einem Ort der Gemeinschaft
zu einem Heim des Gebets,
zu einer authentischen Schule des Evangeliums
und zu einer kleinen Hauskirche.

Heilige Familie von Nazareth,
nie mehr gebe es in unseren Familien
die Erfahrung von Gewalt, Egoismus oder Spaltung.
Wer gekränkt wurde oder Anstoß genommen hat,
finde bald Trost und Heilung.

Heilige Familie von Nazareth,
möge die kommende Bischofssynode
allen die Heiligkeit und Unantastbarkeit der Familie,
ihre Schönheit im Plan Gottes
wieder neu bewusst machen.

Jesus, Maria und Josef,
hört und erhört unser Flehen! Amen.



Bild: Hl. Familie; Lawrence OP via flickr

Montag, 5. Januar 2015

Wie Jesus zu seinem Namen kam

 

Jesus (Josua, Jeshua, Jehoschua) bedeutet „Gott ist Hilfe, Heil, Großmut, Rettung“. Der Name des Kindes wurde sowohl der Jungfrau Maria als auch dem heiligen Joseph, dem Ehemann Mariens, durch einen Boten Gottes vekündet. "[...E)s ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen." (Apg 4,12)

Der heilige Lukas berichtet in seinem Evangelium von der Verkündigung der Menschwerdung Gottes (1,26-33):
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir." Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben."

Der Evangelist Matthäus schildert, wie Gott durch seinen Engel in einem Traumgesicht zu Josef spricht  (1,18-25):
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

Der oben abgebildete Wandbehang stellt im Zentrum den frühchristlichen griechischen Schriftzug ΙΧΘΥΣ dar, dessen Bedeutung "Fisch" ist und dessen Lettern die Anfangsbuchstaben des urchristlichen Glaubensbekenntnisses bilden, das Jesus Christus als Retter und Erlöser bezeugt: 

  • ΗΣΟ˜ΥΣIēsoũs (neugr. Ιησούς Iisoús) Jesus
  • ΧΡΙΣΤῸΣChristòs „Christus“ (der Gesalbte)
  • ΘΕΟ˜ΥTheoũ (neugr. Θεού theoú) Gottes
  • ΥἹῸΣ — Hyiòs (neugr. Υιός Iós) Sohn
  • ΣΩΤΉΡSōtér (neugr. Σωτήρας Sotíras) Erlöser
 (Quelle: wikipedia "Fisch")


Auch interessant:


Sonntag, 18. Mai 2014

4. Sonntag nach Ostern - Geschenke Gottes

"Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater des Lichtes"
 
Gnade als Geschenk Gottes 
 
Es lohnt sich, dann und wann auch in den bewährten herkömmlichen Glaubensbüchern zu blättern und zu lesen. Im Katechismus, der nach der Methode von Frage und Antwort aufgebaut ist, lesen wir: "Was ist die Gnade? - Die Gnade ist eine innere, übernatürliche Gabe, welche uns Gott zum Heil der Seele verleiht".
 
Heute meinen nicht wenige, ein Begriff wie "Gnade" sei nur schwer vermittelbar. Man tue sich ohnehin nicht leicht mit der religiösen Sprache. Eine solche Auffassung zeugt nur schon davon, dass man es irgenwie bereits aufgegeben hat, vom Glauben her Sprache und Sprachgebrauch mitzugestalten. Wer verbietet uns denn, von "Gnade" zu sprechen und das, was damit gemeint ist, neu zu vermitteln? Das kann uns doch niemand verwehren; ja es bleibt sogar geboten!

Bekanntlich gibt es natürliche äussere Gaben für den Leib: etwa Gesundheit, Nahrung, Wohnung, Kleidung. Und es gibt natürliche innere Gaben für die Seele: etwa Verstand, Wille, Gedächtnis, Talente. Nur schon diese natürlichen Gaben sind - wie das Wort selber sagt - gegeben, geschenkt; denn Gott ist der Geber aller Gaben. So verdanken wir ihm auch jene äusseren und inneren Gaben, über die wir schon im natürlichen Bereich verfügen dürfen. Sie sind keineswegs Selbstverständlichkeiten, auch wenn gerade in unserer Konsumgesellschaft so vieles als selbstverständlich betrachtet wird.

Nun gehört die Gnade aber nicht zu unserer Natur. Sie kommt zu ihr hinzu und weist über sie hinaus. Die Gnade setzt die Natur voraus und vervollkommnet sie. Sie wird daher "übernatürlich" genannt. Sie überragt nämlich alle natürlichen Kräfte und Fähigkeiten; sie hat ihren Grund in der liebenden Zuwendung Gottes zu uns Menschen selbst.
 
Niemand kann sie von sich aus erwerben. Der Sohn Gottes selber hat sie uns durch sein Erlöserleben und Erlöserleiden verdient. Der Heilige Geist schenkt sie uns als besondere Gabe des himmlischen Vaters. Wir sprechen den dreifaltigen Gott als "gnädigen Gott" an, weil wir uns seiner Liebe bewusst sind und daran glauben, dass er sich uns in seiner Güte zuwendet. Wir wissen uns vollkommen abhängig von dem, ohne dessen Liebe wir nicht wären und auch nicht leben könnten.
 
So konnte die heilige Theresia von Lisieux zurecht sagen: "Alles ist Gnade". Wenn auch alles Gnade ist, so ist damit nicht gesagt, dass es unseres menschlichen Zutuns nicht bedürfte. Wir müssen uns der Gnade würdig erweisen, indem wir uns für sie öffnen und mit unserem Willen am Gnadenwirken Gottes mitwirken. Gott selber will gerade durch seine liebende Zuwendung zu uns erreichen, dass wir ihn erreichen wollen und mit seiner Hilfe das Gute tun, um das ewige Ziel zu erlangen. Wir sind ja auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und dadurch in den Himmel zu kommen...

 
Aus einem lesenswerten Bischofswort (2003) von Erzbischof Wolfgang Haas, Liechtenstein, über die Gnade; Quelle: kath.net


Lesung zum 4. Sonntag nach Ostern (Jak 1,17-21):
Geliebte! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater des Lichtes, bei dem es keine Veränderung und keine Verfinsterung gibt. Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir gleichsam die Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien.

Denkt daran, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden und nicht schnell zum Zorn bereit; denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was vor Gott recht ist.

Darum legt alles Schmutzige und Böse ab, seid sanftmütig und nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist und das die Macht hat, euch zu retten.


Evangelium vom 4. Sonntag nach Ostern (Joh 16,5-14):
Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.

Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: dass sie nicht an mich glauben; Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.


Foto: FW

Samstag, 19. April 2014

Wahrhaft auferstanden!

In der Ostkirche ist es üblich, sich zum Osterfest mit der Freudenbotschaft zu begrüßen: „Christus ist auferstanden“ (griechisch: „Christos anesti“; russisch: „Christos woskres“). Der Angesprochene antwortet darauf: „Er ist wahrhaft auferstanden“ (griech. „alithos anesti“; russ. „woistinu woskres“). Dieser Dialog hat seine Grundlage im Neuen Testament. Als die Emmausjünger von ihrem denkwürdigen Osterweg wieder nach Jerusalem zurückkehren, vernehmen sie dort aus dem Mund der Apostel, was sie selbst bereits erkennen durften: Jesus ist „wahrhaft“ auferstanden (Lk 24,34).

Die Schilderungen des leeren Grabes und der Erscheinungen des Herrn rücken das Wort wahrhaft in helles Licht. Demnach ist es nicht genug, sich die Auferstehung als eine bloß innerliche Erfahrung der Jünger zu denken. Auch ein gruppendynamisches Erleben reicht für dieses wahrhaft nicht aus. So sehr die Evangelisten das Geistige, Übernatürliche des Geschehens betonen, so sehr legen sie doch auch auf die geradezu handgreifliche Realität des auferstandenen Herrn Wert.

Zwar vermag Er durch verschlossene Türen zu gehen (Joh 20,19). Aber Er ist kein „Gespenst“, vielmehr hat Er berührbares Fleisch und Gebein (Lk 24,39), wovon sich der skeptische Thomas ja überzeugen soll (Joh 20,27). Sogar Speisen nimmt der Auferstandene zu sich: Einen gebratenen Fisch verzehrt Er demonstrativ vor den Augen der Apostel (Lk 24,42f.), und vermutlich geschieht das nicht nur einmal, denn später wird Petrus im Haus des römischen Hauptmanns Kornelius bezeugen, mit dem Auferstandenen gegessen und getrunken zu haben (Apg 10,41).

„Christus ist auferstanden. Ja, Er ist wahrhaft auferstanden.“ Das Wörtchen wahrhaft hat es gerade heute „in sich“. Während sich in der frühen Kirche manche Kreise schwertaten zu glauben, dass der ewige Gottessohn wahrhaft gelitten habe, bereitet es Theologen der Gegenwart größere Probleme, die Auferstehung als wirkliches Ereignis zu betrachten. Sinngemäß hat einer von ihnen festgestellt: „Man kann doch nicht in einer Welt leben, die durch die Naturwissenschaft entzaubert ist, kann doch nicht hochkomplizierte Maschinen bedienen und die Möglichkeiten der modernsten Datenverarbeitung ausnutzen – und dann daran glauben, dass ein Toter reanimiert aus dem Grab ersteht!“ Meine Frage: Warum denn eigentlich nicht?

Gewiss, man liegt falsch, sieht man die Auferstehung als eine Reanimation an, vergleichbar der eines klinisch Toten. Jesus ist auch nicht in das vorherige Leben zurückgekehrt, sondern hat sich den Seinen als der verklärte Herr gezeigt. Aber es entspricht nicht dem Evangelium, dieses zentrale Ereignis nur als ein rein innerliches „Widerfahrnis“ der Apostel zu verstehen. Wer – wie manche prominenten Theologen – erklärt, die Auferstehung habe „in den Glauben der Jünger hinein“ stattgefunden; es sei dies die plötzliche Erfahrung gewesen, dass die „Sache Jesu“ mit Seinem Tod nicht vorüber sei, sondern irgendwie weitergehe, der sagt entschieden zu wenig!

Leider aber ist diese Entwirklichung der Auferstehung nur allzu verbreitet. Und sie hinterlässt ihre Spuren im gesamten Glaubensdenken und Glaubensleben der Christen. Denn wenn Jesus nicht wahrhaft auferstanden ist, wenn Sein Grab nicht leer war und Er nicht wirklich den Aposteln erschienen ist, dann stellt sich doch die Frage: Wie steht es denn anderswo mit dem Wörtchen wahrhaft? Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Kirche lehrt uns, Christus sei wahrhaft im allerheiligsten Sakrament des Altares gegenwärtig. Schwer zu glauben, wenn Er nicht wahrhaft auferstanden sein soll!

Der heilige Paulus hat im 15. Kapitel des Ersten Korintherbriefes für alle Zeiten gültig die Konsequenz einer Leugnung der wirklichen Auferstehung beschrieben: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist damit unsere Predigt nichtig, und nichtig ist euer Glaube. Dann stehen wir als falsche Zeugen Gottes da, weil wir gegen Gott bezeugen, Er habe Christus auferweckt, während Er Ihn doch gar nicht auferweckt hat!“ (14f.) Der Völkerapostel weist auch darauf hin, dass wir ohne die Auferstehung Jesu noch in unseren Sünden wären (17). Das ist logisch: Ohne wahrhafte Auferstehung keine wahrhafte Reinigung unseres Herzens! Nach Paulus wären wir sogar die „bedauernswertesten unter allen Menschen“ (19), betrogene Betrüger, die ihre Hoffnung auf eine Chimäre setzen und andere ebenfalls dazu verführen. Wenn Er nicht auferstanden ist, werden auch wir nicht auferstehen; „dann lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ (32)

Um so freudiger werden wir beim diesjährigen Osterfest wieder einander unseren festen Glauben bekennen:

 „Christus ist auferstanden. – Ja, Er ist wahrhaft auferstanden!“




P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad


Hinweise: 
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers 
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)
- Foto: Deckengemälde der Pfarrkirche St. Margareta in Heimenkirch (Allgäu)




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Liebe Freunde, Kommentatoren, 
Leser und Besucher meines Blogs,
Ihnen/ Euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest 
in der Freude des wahrhaft auferstandenen Herrn!

Ihr/ Euer 
Frischer Wind



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Sonntag, 19. Januar 2014

Hören auf das, was Er sagt




"Was Er euch sagt, das tut!"





Maria, die Mutter Jesu, zu den Dienern bei der Hochzeit zu Kana,
vgl. Jo 2,1-11; Evangelium vom 2. Sonntag nach Erscheinung

Samstag, 21. Dezember 2013

Diskussion und Disputation


Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad 

So ähnlich die beiden Wörter klingen, so verschieden ist das, was sie bezeichnen. Fangen wir mit dem zweiten an: Ein Disput bzw. eine Disputation (von lat. disputare = „genau erwägen“, „argumentieren“) ist ein Streitgespräch. In diesem gilt es, mit strenger Sachbezogenheit Beweisgründe für und wider eine bestimmte These vorzutragen und miteinander zu konfrontieren. An der fest umrissenen Fragestellung vorbeizureden oder schwammige Begriffe zu benutzen, wäre eine Verfehlung gegen Gesetz und Würde des Disputes, ein Grund zum Ausschluss. Der Teilnehmer ist also in seiner Kenntnis und in der Beherrschung der Logik gefordert. Ein hohler Schwätzer hat hier ebenso wenig zu suchen wie jemand, der mittels rhetorischer Kniffe Eindruck schinden und überreden will. 

Im Mittelalter wurde die Kunst des Disputierens genauen, ausgefeilten Regeln unterworfen. So mussten die Beteiligten jeweils den Standpunkt des Gegners exakt wiedergeben und dann zu den einzelnen Gliedern seiner Argumentation Stellung nehmen. Die Konzentration und Disziplin, die dazu nötig waren, verlangen dem heutigen Menschen, der sich auch bei wichtigen Themen an eine bloß oberflächliche Auseinandersetzung und an das Urteilen „aus dem Bauch heraus“ gewöhnt hat, alle Achtung ab. 

Ganz anders als mit dem Disput verhält es sich mit der Diskussion. Zwar legt die Wortherkunft aus dem Lateinischen (discussio wird im Sinne von „Untersuchung“, „Prüfung“ verwendet) ebenfalls eine sachliche Angelegenheit nahe. Tatsächlich aber ist das, was man gegenwärtig unter einer Diskussion versteht, in den meisten Fällen das glatte Gegenteil einer Disputation im beschriebenen Sinne. Da ist jeder zum Mitreden eingeladen, ob er nun viel, wenig oder überhaupt nichts von dem besprochenen Thema versteht. Ja, nicht selten drängt sich der Eindruck auf, die Unwissenheit sei sogar eine für die Teilnahme günstige Eigenschaft, denn wer sich nicht auskennt, der hat auch keine Vorurteile… 

Entsprechend frei verfährt man in der Diskussion mit der Fragestellung und der begrifflichen Präzision. Der aufmerksame Zuhörer mancher Talkshow wird feststellen müssen, dass oft völlig an der Sache vorbei geredet wird und dass die Diskutierenden selbst Schlüsselwörter der Auseinandersetzung in ganz unterschiedlichem Sinne auffassen. Wie jedoch soll sich unter solchen Bedingungen beispielsweise ein treuer Katholik mit einem zeitgeistbeflissenen Komiker – wie er inzwischen zum stabilen Inventar entsprechender Gesprächsrunden zu gehören scheint – ernsthaft über fällige Reformen in der katholischen Kirche austauschen können? „Reform“ heißt für beide jeweils etwas völlig Verschiedenes. Wo aber die gemeinsame Basis von Kenntnis, Sachlichkeit und Logik fehlt, da verkommt das Reden zum Gerede, zum Geschwätz und Gequassel. 

Bezeichnend für solche Diskussionen ist auch der häufige Themenwechsel. Gerade dann, wenn ein Gesprächspartner Klärung bringen oder einfordern will, springt sein Gegenüber rasch anderswohin. Besonders beliebt ist dabei der Wechsel von der Ebene des Objektiven, Prinzipiellen und Institutionellen auf diejenige subjektiver Erfahrungen . So wendet sich z.B. in einer Podiumsdiskussion zum Thema „Kirche und Menschlichkeit“ ein Katholik folgendermaßen an seinen Gegner: „Sie werfen der Kirche Unmenschlichkeit vor. Doch ist nicht gerade der Einsatz für den Lebensschutz von der Geburt bis zum natürlichen Sterben ein Ausdruck von Lebensbejahung, von tiefster Menschlichkeit? Welche Institution ist denn auf diesem Gebiet vergleichbar konsequent?“ Die Reaktion des Angesprochenen: „Ach, kommen Sie mir doch nicht mit Menschlichkeit! Ich will Ihnen einmal erzählen, was ich vor meinem Kirchenaustritt so alles in meiner Pfarrei erlebt habe…“ 

Das Evangelium zeigt uns noch eine andere Weise, sich in der Unterredung unangenehmen Folgerungen zu entwinden. Auf die Aussage Jesu, er sei ein König und dazu in die Welt gekommen, um von der Wahrheit Zeugnis zu geben, antwortet Pilatus mit der Frage: „Was ist Wahrheit?“ (Joh 18,37f.) Hier entzieht sich jemand der ernsthaften Besinnung auf dem Weg einer bequemen Skepsis. Diese macht es möglich, der Verbindlichkeit einer Einsicht zu entschlüpfen und gleichzeitig noch als der Überlegene, der Intelligentere dazustehen. In den Talkshows unserer Tage hat Pilatus viele Nachahmer gefunden.

Übrigens führt die Untersuchung des Wortes „Diskussion“ zu einer Wurzel, die tiefer liegt als die Bedeutung „Prüfung“: Das Verbum discutere heisst „zerschlagen“. Entspricht das nicht unseren Erfahrungen mit Diskussionen, in denen tatsächlich Wahrheit und Klarheit, Lauterkeit und Aufrichtigkeit zerschlagen werden? Welche Wohltat wäre demgegenüber eine echte Disputation!




 Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

 

Montag, 9. Dezember 2013

Maria, Mutter des lebendigen Evangeliums, bitte für uns!


Jungfrau und Mutter Maria, vom Heiligen Geist geführt nahmst du das Wort des Lebens auf, in der Tiefe deines demütigen Glaubens ganz dem ewigen Gott hingegeben. Hilf uns, unser »Ja« zu sagen angesichts der Notwendigkeit, die dringlicher ist denn je, die Frohe Botschaft Jesu erklingen zu lassen. Du, von der Gegenwart Christi erfüllt, brachtest die Freude zu Johannes dem Täufer und ließest ihn im Schoß seiner Mutter frohlocken. Du hast, bebend vor Freude, den Lobpreis der Wundertaten Gottes gesungen.

Du verharrtest standhaft unter dem Kreuz in unerschütterlichem Glauben und empfingst den freudigen Trost der Auferstehung, du versammeltest die Jünger in der Erwartung des Heiligen Geistes, damit die missionarische Kirche entstehen konnte. Erwirke uns nun einen neuen Eifer als Auferstandene, um allen das Evangelium des Lebens zu bringen, das den Tod besiegt. Gib uns den heiligen Wagemut, neue Wege zu suchen, damit das Geschenk der Schönheit, die nie erlischt, zu allen gelange.

Du, Jungfrau des hörenden Herzens und des Betrachtens, Mutter der Liebe, Braut der ewigen Hochzeit, tritt für die Kirche ein, deren reinstes Urbild du bist, damit sie sich niemals verschließt oder still steht in ihrer Leidenschaft, das Reich Gottes aufzubauen Stern der neuen Evangelisierung, hilf uns, dass wir leuchten im Zeugnis der Gemeinschaft, des Dienstes, des brennenden und hochherzigen Glaubens, der Gerechtigkeit und der Liebe zu den Armen, damit die Freude aus dem Evangelium bis an die Grenzen der Erde gelange und keiner Peripherie sein Licht vorenthalten werde.

Mutter des lebendigen Evangeliums, Quelle der Freude für die Kleinen, bitte für uns. Amen. Halleluja!

Schlussgebet der Exhortation "Evangelii gaudium" von Papst Franziskus (24.11.2013 Christkönigssonntag)


Dienstag, 26. November 2013

"Die Freude des Evangeliums" - Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus


Heute erschien das 1. Apostolische Schreiben von Papst Franziskus "Evangelii gaudium" (hier via kathtube im ausdruckbaren pdf.-Format).

"Lernen wir indessen von den Heiligen, die uns vorangegangen sind und die die jeweiligen Schwierigkeiten ihrer Zeit angepackt haben. Deswegen schlage ich euch vor, dass wir einen Moment innehalten, um einige Motivationen wiederzugewinnen, die uns helfen, sie heute nachzuahmen." (Evangelii gaudium Nr. 263)



Siehe auch:

Mittwoch, 14. August 2013

Wir verkünden das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben*


(...) Manchmal herrscht noch die Meinung, die Weitergabe der Wahrheit des Evangeliums verstoße gegen die Freiheit. Papst Paul VI. findet diesbezüglich klärende Worte: "Sicherlich wäre es ein Irrtum, irgend etwas, was immer es auch sei, dem Gewissen unserer Brüder aufzunötigen. Diesem Gewissen jedoch die Wahrheit des Evangeliums und den Heilsweg in Jesus Christus in voller Klarheit und in absolutem Respekt vor den freien Entscheidungen, die das Gewissen trifft, vorzulegen … ist gerade eine Ehrung eben dieser Freiheit" (Apost. Schr. Evangelii nuntiandi, 80).

Wir sollten immer den Mut und die Freude verspüren, die Begegnung mit Christus respektvoll vorzuschlagen und Boten seines Evangeliums zu sein. Jesus ist zu uns gekommen, um uns den Weg des Heils zu weisen, und er hat auch uns den Auftrag erteilt, diesen Weg allen bekannt zu machen, bis an die Grenzen der Erde.

Papst Franziskus; Botschaft zum Weltmissionssonntag (20.10.) 2013

* vgl. 1Kor 2,9


Bild: Christus predigt seinen Jüngern; Fra Angelico (1395–1455); wikipedia

Samstag, 10. August 2013

Keine Weitergabe des Glaubens, ohne nicht selbst fest im Glauben der Kirche verwurzelt zu sein

"Das Maß der Festigkeit unseres Glaubens, auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene, ist auch unsere Fähigkeit, ihn an andere weiterzugeben, ihn zu verbreiten, ihn in der Liebe zu leben und unter allen zu bezeugen, denen wir begegnen und die mit uns den Weg des Lebens teilen."


Papst Franziskus in der diesjährigen Botschaft zum Weltmissionssonntag (20. Oktober 2013)




Was glaube ich, wenn ich katholisch bin?
Diese Frage beantwortet der Katechismus der Kirche. Dort kann man nachlesen, was dieser katholische Glaube ist, den Christus seiner Kirche anvertraut hat. Der katholische Weltkatechismus enthält weitgehend die katholische Glaubens- und Sittenlehre. Er ist eine "sichere Norm für die Lehre des Glaubens" und führt den Menschen die "Kraft und die Schönheit des Glaubens vor Augen" (Zitate aus Porta fidei).





"Wie man feststellen kann, ist die Kenntnis der Glaubensinhalte wesentlich, um die eigene Zustimmung zu geben, das heißt um sich dem, was von der Kirche vorlegt wird, mit Verstand und Willen völlig anzuschließen. Die Kenntnis des Glaubens führt in das Ganze des von Gott offenbarten Heilgeheimnisses ein. Die gegebene Zustimmung schließt also ein, daß man, wenn man glaubt, freiwillig das gesamte Glaubensgeheimnis annimmt, denn der Bürge für seine Wahrheit ist Gott selbst, der sich offenbart und es ermöglicht, sein Geheimnis der Liebe zu erkennen.[1] "
[1] Vgl. Erstes Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. III: DS 3008-3009; Zweites Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. über die göttliche Offenbarung Dei Verbum, 5




Foto: Hl. Theresia von Lisieux, Patronin der Missionare und der Missionen; Statue in Marienfried

Sonntag, 30. Juni 2013

Vom Tod zum Leben - von der Knechtschaft der Sünde zur Gotteskindschaft

Brüder! Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.

Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein. Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben

Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus. 

Lesung vom 6. Sonntag nach Pfingsten: Röm 6,3-11; Schott Volksmessbuch




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Freitag, 28. Juni 2013

Zuverlässige Quelle der Wahrheit: die apostolische Tradition in der katholischen Kirche

Zum Fest des heiligen Irenäus, Bischof und Martyrer, geboren um 130 in Kleinasien, gestorben um 202 zu Lyon, Schüler des hl.Polykarp und Kirchenvater

aus der Schrift des hl. Irenäus "Gegen die Häresien" (Contra Haereses) aus der "Bibliothek der Kirchenväter":

Widerlegt man nämlich die Häretiker aus den Schriften, dann erheben sie gegen eben diese Schriften die Anklage, daß sie nicht zuverlässig seien, keine Autorität besäßen, auf verschiedene Weise verstanden werden könnten, und daß aus ihnen die Wahrheit zu finden nur die imstande seien, die die Tradition verstünden. Diese sei nämlich nicht niedergeschrieben, sondern werde durch die lebendige Stimme überliefert, weswegen auch Paulus sage: „Weisheit reden wir unter den Vollkommenen, aber nicht die Weisheit dieser Welt“ (1) . Unter dieser Weisheit versteht jeder von ihnen natürlich das von ihm erfundene System, so daß nach Ihnen die Wahrheit bald bei Valentinus, bald bei Markion, bald bei Cerinth ist. Später war sie natürlich bei Basilides oder bei einem seiner Widersacher, der auch nichts Rechtes vorbringen konnte. Denn verdreht sind sie alle, und trotzdem schämen sie sich nicht, sich selbst als die Richtschnur der Wahrheit hinzustellen.
Berufen wir uns aber ihnen gegenüber auf die apostolische Tradition, die durch die Nachfolge der Priester in der Kirche bewahrt wird, dann verwerfen sie wieder die Tradition, nennen sich klüger als Priester und Apostel und sagen, sie hätten allein die Wahrheit gefunden. Die Apostel hätten den Worten des Heilandes noch allerlei aus dem Gesetz beigemischt; und nicht bloß die Apostel, sondern auch der Herr habe seine Aussprüche teils vom Demiurgen, teils aus dem Ort der Mitte, teils von dem Allerhöchsten. Sie aber wüssten klar, rein und schlicht das darin verborgene Geheimnis — fürwahr, eine ganz unverschämte Gotteslästerung! So stehen sie also weder auf dem Boden der Schrift, noch der Tradition. 

Gleichsam gegen Schlangen, die sich glatt nach allen Seiten herauszuwinden suchen, haben wir also zu kämpfen. Deshalb müssen wir ihnen auch von allen Seiten entgegentreten; vielleicht, daß wir dann einige von ihnen durch die (beständige) Zurückweisung stutzig machen und bewegen können, zur Wahrheit zurückzukehren. Denn wenn es auch nicht leicht ist, daß eine Seele, die vom Irrtum umgarnt ist, wieder vernünftig wird, so ist es doch nicht absolut unmöglich, daß sie dem Irrtum entrinne, wenn ihr die Wahrheit entgegengehalten wird. 

Die von den Aposteln in der ganzen Welt verkündete Tradition kann in jeder Kirche jeder finden, der die Wahrheit sehen will, und wir können die von den Aposteln eingesetzten Bischöfe der einzelnen Kirchen aufzählen und ihre Nachfolger bis auf unsere Tage. Diese haben von den Wahngebilden jener nichts gelehrt und nichts gehört. Denn wenn die Apostel verborgene Geheimnisse gewußt hätten, die sie in besonderem, geheimem Unterricht nur die Vollkommenen lehrten, dann hätten sie die Geheimnisse am ehesten denen übergeben, denen sie sogar die Kirchen anvertrauten. Ganz vollkommen nämlich und in allem untadelig wünschten sie die, denen sie ihren Lehrstuhl übergaben, und die sie als ihre Nachfolger zurückließen, von deren gutem oder schlechtem Verhalten für das Wohl und Wehe der Ihrigen soviel abhing. 

Weil es aber zu weitläufig wäre, in einem Werke wie dem vorliegenden die apostolische Nachfolge aller Kirchen aufzuzählen, so werden wir nur die apostolische Tradition und Glaubenspredigt der größten und ältesten und allbekannten Kirche, die von den beiden ruhmreichen Aposteln Petrus und Paulus zu Rom gegründet und gebaut ist, darlegen, wie sie durch die Nachfolge ihrer Bischöfe bis auf unsere Tage gekommen ist. So widerlegen wir alle, die wie auch immer aus Eigenliebe oder Ruhmsucht oder Blindheit oder Mißverstand Konventikel gründen. Mit der römischen Kirche nämlich muß wegen ihres besonderen Vorranges jede Kirche übereinstimmen, d. h. die Gläubigen von allerwärts, denn in ihr ist immer die apostolische Tradition bewahrt von denen, die von allen Seiten kommen (2). 

 (1) 1 Kor. 2,6
 (2) Vgl. A. Ehrhard, Altchristl. Literatur I 273 f.


Heiliger Irenäus, bitte für uns!



Montag, 24. Juni 2013

Unbarmherziges Kirchenrecht gegen barmherzige Pastoral?

Keineswegs. Mag. theol. Michael Gurtner erklärt den Zusammenhang von Kirchenrecht und Pastoral so:
"Das Dogma geht dem Gesetz voraus und gibt ihm seine Grundgestalt. Nicht der Zeitgeist oder das Mehrheitsvotum bestimmen, was im sakramentalen und dogmatischen Bereich rechtens ist, sondern allein die Wahrheit, welche als solche immer von Gott, dem Schöpfer aller Dinge, entstammt. (...)

Es denkt deshalb falsch, wer meint, das Kirchenrecht sei „Schuld“ an der Praxis, wie sie die Universalkirche im Umgang mit wieder-verheirateten Geschiedenen vorschreibt, um nur ein ständig diskutiertes Beispiel zu benennen. Es ist keine Frage des Kirchenrechtes, sondern der Sakramententheologie, welche dann im Kirchenrecht rezipiert wird und dort ihren rechtlichen Ausdruck findet. (...)

Das Kirchenrecht schützt die Menschen letztlich vor der Willkür Zeitgeistiger, welche die ewigen Wahrheiten Gottes durch den vergänglichen Strömungen des gegenwärtigen Augenblickes ersetzen wollen. Dieses natürliche Recht der Gläubigen ist es auch, welche die Rechtspflege und die Anwendung des Kirchenrechtes nicht zu einer fakultativen Sache macht, sondern zur strengen Pflicht der Verantwortlichen. (...)

Deshalb ist die Anwendung des kirchlichen Rechtes eine zutiefst pastorale Tat, das Recht minderzuachten, zu vernachlässigen oder zu negieren würde bedeuten, ein schlechter Hirte zu sein, die ihm von der Kirche übertragenen Aufgaben zu vernachlässigen und somit zutiefst unpastoral zu handeln.

Im momentanen Wollen einzelner verhaftet zu bleiben wäre oberflächlich und nähme den ernsten Anspruch, welchen das Evangelium an uns stellt – auch im Hinblick auf das Gericht – auf die leichte Schulter. Das Kirchenrecht ist deshalb nicht in Konkurrenz zur Pastoral stehend, sondern gerade deren Hilfsmittel. Denn pastoral zu handeln bedeutet nicht, jedem ungeprüft das zu sagen, zu geben oder zu machen wonach er verlangt, sondern bedeutet das zu tun, was der wahren Lehre der Kirche entspricht und ihm somit zum Heile gereicht, auch wenn das nicht immer das ist, was sich die betreffenden Personen gerade wünschten."


Mag. theol. Michael Gurtner, kath.net, 30.07.2012

Dienstag, 18. Juni 2013

Vatikan: Bekräftigung der kirchlichen Lehre zum Kommunionempfang zivil wiederverheirateter Geschiedener

Der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat erneut zur Frage der Zulassung von zivil geschiedenen und wiederverheirateten Eheleuten Stellung genommen und die Lehre der Kirche bestätigt, dass nämlich das Eheband unauflöslich ist, solange der Ehepartner lebt und deshalb für katholische Gläubige eine zweite oder dritte zivile Eheschließung nicht möglich ist, ohne die göttliche Norm zu verletzen, sprich: ohne schwer sündhaft zu handeln.

Dazu legt Erzbischof Müller in der "Tagespost" vom 15. Juni 2013 nochmals sehr ausführlich die Gründe dar und geht auf Einwände und Behauptungen der Gegner dieser Lehre ein. Dabei zitiert er im Wesentlichen neben der Hl. Schrift, den Kirchenvätern und Konzilien die jüngeren Dokumente des Lehramts zu diesem Thema, so das "grundlegende" Apostolische Schreiben "Familiaris consortio" vom 22. 11.1981, das Schreiben de Glaubenskongregation über den Kommunionempfang von wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen vom 14. 09.1994 (hier aus Nr. 5,6,9 und 10), das nachsynodale Apostolische Schreiben "Sacramentum caritatis" vom 22.02.2007 (Nr. 29) sowie die Predigt Papst Benedikt XVI. am 03.06.2012 beim VII. Weltfamilientreffen in Mailand und die Schlussbotschaft der (bisher) letzten Bischofssynode zum Thema "Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christichen Glaubens" (07.-28.10.2012).

Anschließend befasste er sich mit anthropologischen und sakramentaltheologischen Erwägungen, wobei er feststellte: "Für Christen gilt, dass die Ehe von Getauften, die in den Leib Christi eingegliedert sind, sakramentalen Charakter hat und damit eine übernatürliche Wirklichkeit darstellt. Ein ernstes patorales Problem besteht darin, dass manche heute die christliche Ehe ausschließlich mit weltlichen und pragmatischen Kriterien beurteilen. Wer nach dem "Geist der Welt"(1 Kor 2,12) denkt, kann die Sakramentalität der Ehe nicht begreifen. Dem wachsenden Unverständnis gegenüber der Heiligkeit der Ehe kann die Kirche nicht entsprechen durch pragmatische Anpassung an das vermeintlich Unvermeidliche, sondern nur durch das Vertrauen auf "den Geist, der aus Gott stammt, damit wir erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist (1 Kor 2,12). (...) Das Evangelium von der Heiligkeit der Ehe ist in prophetischem Freimut zu verkünden. Ein müder Prophet sucht in der Anpassung an den Zeitgeist sein Heil, aber nicht das Heil der Welt in Jesus Christus."

In den darauf folgenden moraltheologischen Anmerkungen ging Erzbischof Müller ausführlich auf die beiden Vorschläge der Leugner der kirchlichen Lehre ein, man solle 1. das Gewissen der Betroffenen respektieren und 2. müsse die Kirche eine barmherzige Kirche sein und dürfe deshalb niemanden vom Sakramentenempfang ausschließen.

Zum Argument des Gewissens bescheinigte er denen, die es vertreten, einen "problematischen Begriff"  von "Gewissen", der bereits im Schreiben der Glaubenskongregation von 1994 zurückgewiesen worden wäre. Die Gläubigen, so Müller, hätten die Pflicht, ihr Gewissen zu bilden und es an der Wahrheit auszurichten. "Dabei", so der Präfekt weiter, "hören sie auch auf das Lehramt der Kirche, das ihnen hilft, 'nicht von der Wahrheit über das Gute im Menschen abzukommen, sondern, besonders in den schwierigen Fragen, mit Sicherheit die Wahrheit zu erlangen und in ihr zu bleiben' (Johannes Paul II., Enzyklika "Veritatis splendor", Nr. 64)". Müller unterstrich, dass Gläubige, die zu der Überzeugung gelangt seien, dass ihre erste (vorausgehende) Ehe nicht gültig war, die Pflicht hätten, dies durch ein zuständiges Ehegeruicht der Kirche nachweisen zu lassen. (Nach dem Kirchenrecht gilt eine Ehe solange für gültig geschlossen, bis ihre Nichtigkeit durch das kirchliche Ehegericht bestätigt wird.)

Erzbischof Müller zitierte Kardinal Joseph Ratzinger aus dem Artikel "Die Ehepastoral muss auf der Wahrheit gründen" im L'Osservatore Romano in dt. Sprache vom 09.12.2011, S. 7: "Wenn die vorausgehende Ehe von wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen gültig war, kann ihre neue Verbindung unter keinen Umständen als rechtmäßig betrachtet werden; daher ist ein Sakramentenempfang aus inneren Gründen nicht möglich. Das Gewissen des Einzelnen ist ausnahmslos an diese Norm gebunden."

Bezüglich der Berufung auf die Barmherzigkeit Jesu und infolgedessen der Forderung nach der Barmherzigkeit der Kirche gegenüber zivil wiederverheirateten Geschiedenen und deren Zulassung zum Kommunionempfang, stellte Müller klar, dass die ganze sakramentale Ordnung ein Werk der Barmherzigkeit Gottes sei und diese (sakramentale Ordnung) deshalb nicht mit Berufung auf dieselbe Barmherzigkeit aufgehoben werden könne. Zudem warnte er vor einer "Banalisierung des Gottesbildes, wonach Gott nichts anderes vermag, als zu verzeihen". Zum Geheimnis Gottes, so Müller, gehörten neben der  Barmherzigkeit auch seine Heiligkeit und Gerechtigkeit. "Wenn man diese Eigenschaften Gottes unterschlägt und die Sünde nicht ernstnimmt, kann man den Menschen letztlich auch nicht seine Barmherzigkeit vermitteln." Die Barmherzigkeit Gottes sei keine Dispens von den Geboten Gottes und den Weisungen der Kirche. Sie verleihe "vielmehr die Kraft der Gnade und ihrer Erfüllung, zum Wiederaufstehen nach dem Fall und zu einem Leben in Vollkommenheit nach dem Bild des himmlischen Vaters".

Bekräftigung der kirchlichen Lehre zur rechten Zeit

Die nochmalige Klarstellung der kirchlichen Lehre war notwendig geworden, nachdem die Tendenz mancher Gruppen erkennbar wurde, für die Kirche in Deutschland, zumindest aber in einigen Bistümern mit Hilfe einiger Bischöfe Fakten zu schaffen, die der Heiligen Schrift, der Tradition und der kirchlichen Lehre widersprochen hätten.

So hatte z. B. in der Erzdiözese Freiburg eine Gruppe von zwölf Priestern und Diakonen im Juni 2012 eine Unterschriftenaktion unter ihren Amtsbrüdern initiiert, in der sie eine Neuregelung für den Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen und deren Zulassung zu den Sakramenten fordern. Sie erklärten darüberhinaus, dass sie wiederverheirateten Geschiedenen in ihren Gemeinden den Empfang der Hl. Kommunion erlauben würden und ebenso Beichte und Krankensalbung gewähren. Dabei berufen sie sich auf das barmherzige Handeln Jesu. Ihnen sei bewusst, gegen der­zeit gel­tende kir­chen­recht­li­che Vor­schrif­ten der römisch-katholischen Kir­che zu verstoßen. 211 Priester und Diakone der Diözese Freiburg (von etwa 1200) haben diese Erklärung unterschrieben.

Erzbischof Zollitsch hatte sich in einem Gespräch mit den Unterzeichnern der Erklärung im Ziel solidarisch erklärt, missbilligte aber die Vorgehensweise und bezeichnete diese als eine Stö­rung sei­ner eigenen Initia­ti­ven (vgl. Kurzbericht zum ersten Gespräch der Initiatoren mit Erzbischof Dr. Robert Zollitsch am 21.06.2012).

Die Diözesanversammlung (25.-28. April 2013) der Erzdiözese Freiburg erneuerte die Erwartungen an die Kirchenleitung, das Kirchenrecht abzuändern, damit zivil wiederverheiratete Geschiedene auch "legal" zum Eucharistieempfang zugelassen werden, wie es in der Praxis vieler Gemeinden schon seit langem Faktum sei. 

Nach der Auftaktveranstaltung des von den deutschen Bischöfen initiierten Dialogprozesses in Mannheim im August 2011, bei der ebenfalls von Teilnehmern "ein anderer Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen" gefordert wurde, hat der Katholisch-Theologische Fakultätentag eine Gruppe von 10 Fachvertretern ernannt, um sich am Dialogprozess zu beteiligen. Sie erarbeiteten eine "Theologische Stellungnahme" die im September 2012 veröffentlicht wurde, wie es heißt, im Kontext des zweiten „Gesprächsforums“ in Hannover.


Bei den zehn Fachvertretern des KThF handelt es sich um folgende Persönlichkeiten:

Biblische Fächergruppe:
1. Prof. Dr. R. Scoralick, Tübingen (Alttestamentl. Theologie)
2. Prof. Dr. M. Ebner, Bonn (Neues Testament)

Historische Fächergruppe:
1. Prof. Dr. J. Schmiedl, Vallendar (Kirchengeschichte)
2. Prof. Dr. G. Kruip, Mainz (Christl. Anthropologie u. Sozialethik)

Systematische Fächergruppe:
1. Prof. Dr. S. Goertz, Mainz (Moraltheologie)
2. Prof. Dr. U. Lüke, Aachen (Fundamentaltheologie u. Dogmatik)

Praktische Fächergruppe:
1. Prof. Dr. U. Rhode, Frankfurt/M. (Kirchenrecht)
2. Prof. Dr. M. Belok, Chur (Pastoraltheologie)

Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentages:
Prof. Dr. Gerhard Krieger, Trier (Philosophie)

Sprecher der Theologischen Arbeitsgemeinschaften:
Prof. Dr. Benedikt Kranemann, Erfurt (Liturgiewissenschaft)


Die "Stellungnahme" ("Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes") bezieht sich im Wesentlichen auf das "Gemeinsame Hirtenschreiben der Bischöfe der Oberrheinischen Kirchenprovinz zur Pastoral mit Geschiedenen und Wiederverheirateten Geschiedenen" aus dem Jahre 1993 (Hirtenwort der oberrheinischen Bischöfe 1993 ), indem einerseits festgestellt wird, dass die Kirche "in Treue zur Weisung Jesu" erkläre, dass "die Wiederverheirateten Geschiedenen nicht generell zum Eucharistischen Mahl zugelassen werden können, da sie sich in Lebensverhältnissen befinden, die in objektivem Widerspruch sind zum Wesen der christlichen Ehe" und dass, "wer hier anders handelt, (...) dies gegen die Ordnung der Kirche ´[tut]".

Andererseits relativiert das Schreiben die Lehre der Kirche, indem es für möglich hält, dass Betroffene zu einer "begründeteten Gewissensentscheidung" kommen, die dieser Lehre entgegensteht und die dennoch von "der Kirche und der Gemeinde zu respektieren" sei. Diese Relativierung führte und führt noch immer dazu, dass zahlreiche Priester Betroffene zu den Sakramenten zulassen, obwohl bereits (s. o). klargestellt wurde, dass das Gewissen des gläubigen Katholiken hier ausnahmslos an die Norm der Kirche gebunden ist (s, o).

Die "Theologische Stellungnahme" der 10 Fachkundigen stellt fest: "Weithin etwas anderes zu praktizieren, als die offizielle Position der Kirche zulässt, gefährdet aber die Glaubwürdigkeit der Kirche." Diese Gefährdung der Glaubwürdigkeit wird bemerkenswerterweise jedoch nach Meinung der Theologen nicht durch Treue zur kirchlichen Lehre (die sich aus der Lehre Jesu ergibt) behoben, sondern durch die Änderung (schöngefärbt "Weiterentwicklung" genannt) der offiziellen Position der Kirche.

Offensichtlich ist es also so, dass sich die Kirche - und sogar die, nach Lehre der Kirche unfehlbaren, Dogmen - sich einem rein immanenten subjektiven "gelingenden Leben", also einem selbstbestimmten normfreien Lebensentwurf des Menschen anpassen muss - nicht aber muss der Mensch den Glauben der Kirche bejahen und sich durch Tugend und Heiligkeitsstreben der Vollkommenheit Gottes annähern (um zu einem neuen Menschen in Christus zu werden).

Für den Gläubigen, dem die von Christus gegründete und in der katholischen Kirche bestehende Heilsgemeinschaft die Kirche ist, die Jesus Christus für immer als "Säule und Feste der Wahrheit" errichtet hat (1 Tim 3,15; LG 8), widerspricht dies klar dem Wort Christi, dass derjenige gerettet wird, der glaubt (und sich taufen lässt vgl. Mk 16,16). Deshalb muss auch die Behauptung der Fachkommission des Fakultätentages infrage gestellt werden, dass ihre Sicht der Dinge eher zum Heil der Seelen führe als der Glaube der Kirche.


Die Stellungnahme der theologischen Fachvertreter im Gesprächsprozess „Im Heute glauben“ endete also mit folgender Empfehlung an die deutschen Bischöfe:
"Wenn auf der Ebene der Gesamtkirche eine zeitnahe, theologisch wie pastoral verantwortbare Lösung dieses Problems noch nicht in Sicht ist, scheint es wichtig, dass die Deutschen Bischöfe im Sinne der oben skizzierten Lösungen dort ihren Einfluss geltend machen. 
Aus unserer Sicht scheint es überdies geboten, dass die Bischöfe in ihren Ortskirchen nach bestem theologischen Wissen und Gewissen schon jetzt solche pastoralen Entscheidungen treffen, die im Geiste Jesu mehr Menschlichkeit ermöglichen. An diese ihre Kompetenz und Verantwortung, die das II. Vatikanum herausgestellt hat (LG 26-28, DH 4151-4153), möchten wir die Bischöfe im Sinne des „salus animarum suprema lex" nachdrücklich erinnern. Zu diesem Schritt, im Sinne Jesu die Gerechtigkeit mit der Barmherzigkeit zu verbinden, möchten wir sie ermutigen und dazu unseren theologischen Sachverstand zur Verfügung stellen."

In deutschen Bistümern schien also die Frage der Teilnahme Wiederverheirateter am Sakrament des Altares in Form der sakramentalen Kommunion garnicht mehr "ob" oder "ob nicht" zu sein, sondern nur noch das "Wie?". Man darf gespannt sein, ob nun die Priester ihren Irrtum einsehen und zur Lehre und der ihr entsprechenden Praxis der Kirche zurückkehren. Dabei wird es sicherlich auch auf die Stimme des jeweiligen Bischofs ankommen, der seinen Priestern und Gläubigen die authentische Auslegung des Glaubens, so wie sie von der Glaubenskongregation immer wieder in Erinnerung gerufenen wurde, nicht verschweigen darf. Das nicht zuletzt wegen der Jugend in den Gemeinden, die dem unglaubwürdigen Verhalten der betroffenen Gläubigen und noch mehr der ungehorsamen Pfarrer ausgesetzt ist.

Weiterhin hatte sich "die Gruppe der theologischen Fachvertreter (...) zur Aufgabe gemacht, im Sinne der erarbeiteten Stellungnahme weitere Vorschläge dazu zu erarbeiten, wie die Wiederzulassung wiederverheirateter Geschiedener zum Empfang der Kommunion rechtlich und liturgisch näher gestaltet werden könnte". (Quelle)

Nach der eindeutigen Stellungnahme des Präfekten der Glaubenskongregation dürfte sich dieses Anliegen jetzt wohl erübrigen...


Links

Sonntag, 16. Juni 2013

15./16. Juni 2013: Tag der Enzyklika "Evangelium Vitae"

Zum Jahr des Glaubens begeht die Kirche heute den

Durch den Glauben haben wir das Leben!



O Maria, 
Morgenröte der neuen Welt,
Mutter der Lebendigen,
Dir vertrauen wir die Sache des Lebens an:
O Mutter, blicke auf die grenzenlose Zahl von Kindern,

denen verwehrt wird, geboren zu werden,
von Armen, die es schwer haben zu leben,
von Männern und Frauen, die Opfer unmenschlicher Gewalt wurden,
von Alten und Kranken, die aus Gleichgültigkeit
oder angeblichem Mitleid getötet wurden.

Bewirke, daß alle, die an deinen Sohn glauben,
den Menschen unserer Zeit mit Freimut und Liebe
das Evangelium vom Leben verkünden können.
Vermittle ihnen die Gnade, es anzunehmen
als je neues Geschenk
die Freude, es über ihr ganzes Dasein hinweg
in Dankbarkeit zu feiern,
und den Mut, es mit mühseliger Ausdauer
zu bezeugen,
um zusammen mit allen Menschen guten Willens
die Zivilisation der Wahrheit und der Liebe zu errichten,
zum Lob und zur Herrlichkeit Gottes,
des Schöpfers und Freundes des Lebens.


Gebet Papst Johannes Paul II. 
Ende der Enzyklika "Evangelium Vitae" (25.03.1995


Freitag, 31. Mai 2013

Und noch ein Mai-Altar...

 Mai-Altar der Franziskaner-Gemeinschaft in Wangen/Allgäu



Im Klösterle gibt es keine Marienstatue, dafür ist das Altarbild eine Darstellung der Mutter Christi als "Unbefleckte Empfängnis" (zum Vergrößern, bitte das Bild anklicken). Dass Maria durch Christus quasi "vorerlöst" wurde und Gott sie aufgrund der Verdienste Jesu Christi schon seit der Empfängnis im Schoße ihrer Mutter Anna von der Erbsünde befreit hatte, ist eines der vier Mariendogmen der katholischen Kirche.





Evangelium zum Fest Maria Königin (31. Mai):
 
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Hause Davids stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
 
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: "Gegrüßet seist du, voll der Gnade! Der Herr ist mit dir; du bist gebenedeit unter den Frauen." Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben."






Samstag, 18. Mai 2013

Wunderliches über Wunder


„Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind“, lässt Goethe seinen von Ungewissheit geplagten Faust sprechen. Der Ostermorgen geht leuchtend auf, Glocken und frohe Gesänge künden von Christi Auferstehung. Doch der gelehrte Mann kann den Weg zu den Wundertaten Gottes, die das einfache Volk gläubig annimmt, nicht finden: „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ 

Was hätte dem gequälten Sucher in solcher Lage wohl ein durchschnittlicher Vertreter der heutigen Theologie gesagt, welche Hilfestellungen ihm geboten, um zur Einsicht in die Glaubwürdigkeit des Evangeliums mit seiner Kunde von der Auferstehung zu gelangen? 

Naheliegend wäre es jedenfalls, unter anderen wichtigen Gründen auch die Wunder des Herrn zu erwähnen. Sie sind nicht „des Glaubens liebstes Kind“, sondern werden im Evangelium vielmehr als gewichtige Glaubwürdigkeitsmotive gewertet, die dem eigentlichen Glaubensakt vorausgehen und ihn stärken; denn in den Zeichen, die Jesus wirkt, offenbart sich Seine Überlegenheit über die sonst geltenden Gesetze, hier greift Er mit einzigartiger Macht in den Gang der Dinge ein: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, den Armen wird das Evangelium verkündet, und selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ (Mt 11,5f.) Daraus schließt unser Verstand wie von selbst: Solches kann niemand wirken, wenn nicht Gott mit Ihm ist (Joh 3,2), ja Er selbst Gott ist! Jesu Auferstehung ist dann der letzte und stärkste Erweis Seiner wahren Gottheit, auf welcher der ganze christliche Glaube gründet. 

Ausführungen dieser Art also dürfte man sich von den Theologen auch unserer Zeit erwarten, verbunden mit Argumenten für die historische Vertrauenswürdigkeit der Evangelien und ihrer Wunderberichte. Aber wer sich mit derartigen Hoffnungen an die Lektüre entsprechender Bücher begibt, der wird oft ein „blaues Wunder“ erleben. Zwar betrachten viele heutige Schriftgelehrte das Wunder wieder als ein Kind des Glaubens (und weniger als eine Hilfe zu ihm hin). Doch wird es dabei eher wie ein ungeliebtes, gerade noch geduldetes Stiefkind behandelt! 

Diese Behauptung ist nicht aus der Luft gegriffen und keine Unterstellung. Wenden wir uns nur einem Werk aus der Feder eines der berühmtesten deutschsprachigen Theologen der Gegenwart zu. Als Walter Kasper sein „Jesus der Christus“ im Jahr 1974 veröffentlichte, war noch nicht abzusehen, dass aus dem Professor ein Diözesanbischof, dann sogar ein Kurienkardinal werden würde. In seinem erfolgreichen Buch, das bis heute zahlreiche Auflagen erlebte (ich zitiere die 11. Auflage, Mainz 1992), kommt er zu dem Ergebnis, „dass wir viele Wundergeschichten der Evangelien als legendarisch bezeichnen müssen.“ Namentlich „das Wunder der Rettung aus dem Sturm, die Verklärungsszene, das Wandeln auf dem See, die Speisung der 4000 bzw. 5000 und der Fischzug des Petrus“ seien als „Rückprojektionen von Ostererfahrungen in das irdische Leben Jesu bzw. als vorausgenommene Darstellungen des erhöhten Christus“ zu betrachten. (S. 106) 

Halten wir hier kurz inne. Das will doch wohl sagen, diese Geschehnisse, die das Christusbild der Gläubigen aller Zeiten wesentlich prägten, hätten sich nicht wirklich ereignet. Sie wären vielmehr nachträglich erfunden und in die Schilderung des Lebens Jesu eingeflochten. Im Glanz der österlichen Ereignisse (die für den Theologen Kasper und seine Kollegen nochmals ein eigenes Problem darstellen) sei der jungen Kirche plötzlich auch das vorösterliche Auftreten des Herrn wie verklärt erschienen. Daher das Bedürfnis nach Wundergeschichten, die zeigen sollten, dass Er schon damals ganz einzigartig war. 

Und nochmals der spätere Kardinal: „Erst recht wollen die Geschichten von der Totenerweckung der Jairustochter, des Jüngling von Naim und des Lazarus Jesus als den Herrn über Leben und Tod herausstellen.“ (S.106) Die drei Berichte von Totenerweckungen sind also in Wirklichkeit keine Berichte, sondern legendarische Geschichten, die einen konkreten Zweck verfolgen. Und die drei beschriebenen Wunder dürfen wir folglich nicht als historische Fakten ansehen. Fragt sich nur, wie sie dann dennoch „Jesus als den Herrn über Leben und Tod herausstellen“ können, wenn Er doch in Wahrheit keinen einzigen Toten erweckt hat. Wunderliche Logik! 

Eine bestimmte Art heutiger Theologie legt den Gedanken nahe, dass man seine Schwierigkeiten habe mit einem Gott, der souverän über der Weltordnung thront und Seine Herrlichkeit in staunenswerten Taten zeigt. Und folglich auch mit dem Gottessohn Jesus Christus, der nach den Evangelien immer wieder in wunderbaren Zeichen Seine göttliche Sohnesherrlichkeit vor der Welt geoffenbart hat. 

Dieses Denken ist aber eine Sackgasse. Aus ihr führt nur der Glaube heraus, der die Wunder Jesu nicht als „Rückprojektionen“ der nachösterlichen Gemeinde betrachtet, sondern als tatsächliche vorösterliche Ereignisse, bereits vorausweisend auf die größte Wundertat des Herrn, Seine glorreiche Auferstehung. Diesem Glauben ist das Wunder keineswegs liebstes Kind, aber er nimmt es ernst als eine Offenbarung der Allmacht Gottes und Seines menschgewordenen Sohnes.


Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)



Zeugnis des Quadratus bzw. des Eusebius:

"[Einer der ältesten literarischen Kämpen für christliche Religion und Sitte] war der Apostelschüler Quadratus, der nach dem Zeugnis des Eusebius ums Jahr 125 dem Kaiser Hadrian eine Schutzschrift überreichte, "weil böse Männer die unsrigen zu belästigen versuchten". Diese früheste Apologie ist leider längst verloren gegangen bis auf einen von Eusebius aufbewahrten Satz, wonach bis in Quadratus Zeit herein von Christus Geheilte und Erweckte noch am Leben waren."

Bibliothek der Kirchenväter: Einleitung zur Apologie des Aristides von Athen; S.5; Hervorhebungen durch Fettdruck von FW (s. Quellen) 



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