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Mittwoch, 29. Januar 2014

Die Freude der Frommen





Die Welt sucht die Frömmigkeit in Verruf zu bringen: sie malt sie mit einem griesgrämigen, faden Gesicht und redet von ihren angeblich weltschmerzlerischen Stimmungen, die für einen gesunden Menschen unausstehlich seien. In Wirklichkeit versichern uns nicht nur die Heiligen, aus denen der Geist Gottes spricht, sondern auch der göttliche Heiland selbst,  dass das religiöse Leben ein schönes, glückliches und liebenswertes Leben ist.

Die Welt sieht wohl, dass die Frommen nüchtern und enthaltsam sind, dass sie beten, dass sie Unrecht willig ertragen, dass sie gern den Kranken dienen, dass sie viel für Arme geben, dass sie die Aufwallungen des Zornes bekämpfen, dass sie ihre Leidenschaften unterdrücken, sich sinnliche Vergnügungen versagen und so manches auf sich nehmen, was dem natürlichen Menschen hart und peinlich ist. Aber die Welt sieht nicht das Innere, das Herz der Frommen, und dieses Innere strahlt eine milde Kraft des Frohsinns aus über all ihr Tun.


hl. Franz von Sales in seiner  Anleitung zum religiösen Leben "Philothea"


Heiliger Franz von Sales, bitte für uns!

Samstag, 9. November 2013

Prof. G. May: Die andere Hierarchie - Teil 8: Die Bischöfe - Versagen

Prof. Dr. Georg May

Die andere Hierarchie
Teil 8

Verlag Franz Schmitt Siegburg AD 1997


II. Versagen

Es erhebt sich die Frage, wie die Bischöfe den oben erwähnten Aufgaben ihres Amtes nachkommen. Die Antwort kann nur lauten: dei meisten von ihnen mehr schlecht als recht.

Es ist eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache: Die Bischöfe sind die Hauptverantwortlichen für den unaufhörlichen dramatischen Niedergang der Kirche. Selten in der Geschichte hat eine Führungsschicht in so ungeheurem Ausmaße versagt wie die Mehrheit des Bischofskollegiums nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Um in der Nähe zu bleiben: Die deutschen Bischöfe haben sich als unfähig erwiesen, die letztlich entscheidenden Aufgaben der katholischen Kirche in Deutschland adäquat zu lösen: den Glauben zu erhalten und zu verbreiten, die Sitten zu heben und bessern, den Gottesdienst zu fördern und zu schützen.

Es schadet ihrer Autorität enorm, dass sie sich bis zur Stunde weigern, das Chaos, das in der Kirche auch durch ihr Tun und Unterlassen heraufbeschworen wurde, realistisch zu schildern. Sie sind nicht gewillt, die Selbstzerstörung der Kirche beim Namen zu nennen. Die Bischöfe, an der Spitze der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, entschuldigen sich fortwährend wegen angeblicher oder wirklicher Fehler vergangener Generationen. Viel mehr angebracht wäre ein offenes Bekenntnis des eigenen Versagens. An einem sochen aber fehlt es bis zur Stunde.


1.  Die Lage des Glaubens

Die deutschen Bischöfe haben seit Jahrzehnten versäumt, das eine Notwendige, das schlechthin Unentbehrliche zu tun, nämlich den katholischen Glauben in Fülle und Reinheit zu verkündigen, zu erhalten, zu schützen und zu verbreiten.

Walter Hoeres hat zu recht festgestellt: "Allenthalben werden institutionelle Besitzstände verteidigt, aber nicht mehr das, wozu diese Institutionen doch allein da sind: der ganze und unverfälschte Glaube" (5).

Die Bischöfe sprechen fortwährend von der Weitergabe des Glaubens. Ich vermisse, dass sie präzesieren, welcher Glaube weitergegeben werden soll, jener, den die Urkunden der Lehrverkündigung enthalten, oder der andere, den die Masse der Theologen und Katecheten vorträgt. Es ist ebenso sinnlos, die Gemeindemitglieder aufzufordern, ihren Glauben zu bekennen, wenn der Inhalt dieses Glaubens nicht mehr feststeht. Bischof Lehmann stellte "erstaunliche Erschütterungen" im Glaubensbewusstsein fest. Dagegen müsse man aufzeigen, wie man heute den Glauben verstehen muss, ohne Überzeugungen preiszugeben (6). Wann zeigt er uns diese Kunst?

Sehr schwer wiegen die wiederholten Kapitulationen der deutschen Bischöfe vor dem Protestantismus. Ich erinnere beispielsweise an die Auslieferung der Mischehenfamilien an die Irrlehre (7) und die Gestattung sogenannter ökumenischer Gottesdienste an Sonntagen (Anm.: vgl. "Erklärung der Deutschen Bischöfe bezüglich ökumenischer Gottesdienste" vom 24. Februar 1994; KA 1994 Nr. 63). Mit diesen und anderen unseligen Handlungen haben sie ihre Führungsunfähigkeit und Schwäche vor aller Welt dokumentiert. Die Deutsche Bischofskonferenz unterhält ein Institut für den Ökumenismus. Warum errichtet sie keine Einrichtung für die Bekehrung der Abgefallenen?

Die deutschen Bischöfe waren auch nicht fähig, die Auffassung des Protestantismus von Ehe und Eheschließung zu begreifen und adäquat in Normen umzusetzen ((8). Mit dem von ihnen geförderten ökumenischen Betrieb lenken sie immer mehr katholische Christen in die protestantischen Hürden. Es gibt verbotene Interkommunion und Interzelebration. Die Bischöfe wissen davon, aber lassen in der Regel den zerstörerischen Aktivitäten ihren Lauf (9).

Mit ihrem "Hirtenwort" zum Kommunionempfang der wiederverheirateten Geschiedenen (Anm.: 1993) haben die oberrheinischen Bischöfe und ihre bischöflichen Sympathisanten eklatant gegen die Pflicht, die Unversehrtheit und Einheit der Glaubenslehre zu schützen (c. 386 §2), verstoßen. Der Heilige Stuhl hat die in diesem Schreiben vertretenen Ansichten als unzutreffend zurückgewiesen. Das hindert deutsche Bischöfe nicht, weiter auf der falschen Auffassung zu verharren und die Seelsorger entsprechend zu instruieren (10). Im zweiten Band des von den deutschen Bischöfen herausgegebenen Erwachsenenkatechismus wird die verkehrte Ansicht in verklausulierter Form dem gesamten katholischen Volk der Bundesrepublik Deutschland vorgelegt (11). Giovanni Sala fragt daher mit Recht, ob dieser ominöse Katechismus "den Auftakt zu einer Regionalisierung von Glaube und Moral in der Katholischen Kirche markieren" werde (12).


2.  Die Lage von Frömmigkeit und Sittlichkeit

Die deutschen Bischöfe haben sich auch als unfähig erwiesen, die Frömmigkeit im Kirchenvolk nachhaltig zu fördern, zu beleben und zu stützen.

Wer die heutige religiöse Praxis in den meisten Gemeinden beobachtet und mit jener vor 40 (Anm.: nunmehr etwa 60) Jahren vergleicht, erkennt den erschreckenden Abstieg, der sich vollzogen hat. Die deutschen Bischöfe haben sich weiter als unfähig erwiesen, überall die Abhaltung gotteswürdiger Gottesdienste zu gewährleisten. Das Material, das über skandalöse gottesdienstliche Veranstaltungen vorliegt, ist enorm. Niemals ist etwas Durchgreifenderes geschehen, um diesem Zustand abzuhelfen.

Die deutschen Bischöfe haben sich ebenso als unfähig erwiesen, die Sittklichkeit im katholischen Volk auf einem hohen Stand zu halten. Die Verhältnisse vor allem im Bereich der geschlechtlichen Sittlichkeit, sind bedrückend. Die deutschen Bischöfe haben sich auch als unfähig erwiesen, die Jugend für Gott, Kirche und Priestertum zu begeistern. Was sich in den Resten sogenannter katholischer Jugend tut, ist meist deprimierend. Die skandalösen Vorgäng und Zustände im Bund der katholischen Jugend (13) haben niemals ein energisches Durchgreifen der Bischöfe ausgelöst.

Die deutschen Bischöfe haben sich schließlich als unfähig erwiesen, den Geist des Apostolats in den Gläubigen zu entfachen und zu erhalten. Die völlige Unfähigkeit der katholischen Kirche in Deutschland, Mission zu treiben, hat sich mit erschütternder Deutlichkeit beim Fall der Mauer gezeigt.

Die Bischöfe sind auch verantwortlich für das unglaublich bornierte Verhalten gegenüber jenen Priestern, die in gläubigen Gruppierungen wie der Petrus-Bruderschaft und den Dienern Jesu und Mariens herangebildet werden. Sie liefen die Gemeinden lieber Vertretern der anderen Hierarchie aus, als dass sie diese Priester in den Gemeinden arbeiten lassen. Sie laden damit eine schwere Schuld auf sich.


3.  Das Fehlen des Kampfesmutes

Dem deutschen Katholizismus fehlt, soweit er von den Bischöfen geführt wird, jeder kämpferische Zug. Dieser Mangel hat in erster Linie darin seinen Grund, dass die allermeisten Bischöfe nichts mehr fürchten als den Kampf. Ihre Hauptmaxime scheint zu sein: Nur keine Auseinandersetzungen! Nur keine Konflikte!

Christ sein heißt jedoch Kämpfer sein. Wer in der Nachfolge des Herrn steht, muss gegen Satan und Sünde kämpfen; er muss erforderlichenfalls auch gegen die irdischen Dienstmänner des Teufels zu Felde ziehen. Entschiedenheit zeigen die Bischöfe, wenn es um Asylanten oder Landminen geht. In den Lebensfragen der Kirche sind sie von lähmender Nachgiebigkeit. Wann sind die Bischöfe jemals aufgestanden gegen die Gehässigkeiten, die der "Spiegel" Jahr für Jahr über die Kirche ausschüttet? Äußerst selten hat ein deutscher Bischof auf die sich mehrenden Anschläge gegen den Glauben, die Sittenlehre und die Ordnung der Kirche angemessen reagiert. Wenn überhaupt etwas geschah, kam das Handeln regelmäßig zu spät, wurden halbe Maßnahmen getroffen und blieb die Konsequenz aus.

Die Strategie der Konfliktvermeidung, des Erhalts der Kirchensteuer und der Anpassung an den Demokratismus ließ die notwendigen Maßnahmen nicht zu. Die Bischöfe haben ein famoses Mittel, um Ruhe zu haben: Sie erfüllen die Wünsche derer, die heute das große Wort in Kirche und Welt führen. Sie wollen es nicht Gott, sondern den Menschen recht machen. Auf diese Weise entgeht man Kämpfen. Die führenden Männer der Kirche haben sich jahrzehntelang der Welt angebiedert. Heute erhalten sie die Quittung: Die Welt steht ihr gleichgültig gegenüber oder missbraucht sie allenfalls für weltliche Zwecke.


 (5)  Walter Hoeres, Die Macht des Schicksals: Theologisches 26, 1996, 275 - 277, hier 275
 (6)  Allgemeine Zeitung vom 14. Juni 1996 S. 15; Glaube und Leben Nr. 20 vom 19. Mai 1996 S. 11
 (7)  Georg may, Ein Dokument der Kapitulation: Una Voce- Korrespondenz 15, 1985, 267 - 270
 (8)  Georg May, Mängel im Ehevorbereitungsprotokoll der deutschen Bischöfe: Theologisches 24, 1994, 175 - 194
 (9)  Z. B.: Una Voce- Korrespondenz 27, 1997, 250f
(10) Giovanni Sala, Vom Sinn und Unsinn einer "differenzierten" Betrachtung in der Moral. Zu einer neuen Pastoral für wiederverheiratete Geschiedene: Forum Katholische Theologie 11, 1995, 17 - 53; Freundeskreis Maria Goretti Information 60, 1996, 43 - 47
(11) Katholischer Erwachsenen-Katechismus II, 351f
(12) Giovanni Sala, Die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener und die "Königsteiner Erklärung" im Katholischen Erwachsenen-Katechismus: Forum Katholische Theologie 12, 1996, 16 - 35, hier 35
(13) Freundeskreis Maria Goretti Information 62, 1997, 23, 30f, 56; Otto Maier, "Ganz sicher nicht katholisch!" Ein Weißbuch über den BDKJ und seine Mitgliederverbände, Meckenheim, Lippstadt 1997




Fortsetzung folgt in unregelmäßigen Abständen

Freitag, 2. August 2013

Kraft, Trost und Stärkung aus der Anbetung des eucharistischen Christus

aus der Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" von Papst Johannes Paul II. (17.04.2003):

Der Kult, welcher der Eucharistie außerhalb der Messe erwiesen wird, hat einen unschätzbaren Wert im Leben der Kirche. Dieser Kult ist eng mit der Feier des eucharistischen Opfers verbunden. Die Gegenwart Christi unter den heiligen Gestalten, die nach der Messe aufbewahrt werden – eine Gegenwart, die so lange andauert, wie die Gestalten von Brot und Wein Bestand haben (1) –, kommt von der Feier des Opfers her und bereitet auf die sakramentale und die geistliche Kommunion vor.(2)

Es obliegt den Hirten, zur Pflege des eucharistischen Kultes zu ermutigen, auch durch ihr persönliches Zeugnis, insbesondere zur Aussetzung des Allerheiligsten sowie zum anbetenden Verweilen vor Christus, der unter den eucharistischen Gestalten gegenwärtig ist.(3)

Es ist schön, bei ihm zu verweilen und wie der Lieblingsjünger, der sich an seine Brust lehnte (vgl. Joh 13, 25), von der unendlichen Liebe seines Herzens berührt zu werden. Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die »Kunst des Gebetes« (4) auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch, in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist? Wie oft, meine lieben Brüder und Schwestern, habe ich diese Erfahrung gemacht, und daraus Kraft, Trost und Stärkung geschöpft!

Von dieser Praxis, die das Lehramt wiederholt gelobt und empfohlen hat (5), geben uns zahlreiche Heilige ein Beispiel. In besonderer Weise zeichnete sich darin der heilige Alfons von Liguori aus, der schrieb: »Unter allen Frömmigkeitsformen ist die Anbetung des eucharistischen Christus die erste nach den Sakramenten; sie ist Gott am liebsten und uns am nützlichsten«. (6) Die Eucharistie ist ein unermeßlicher Schatz: Nicht nur ihre Feier, sondern auch das Verweilen vor ihr außerhalb der Messe gestattet uns, an der Quelle der Gnade zu schöpfen.


(1)  Vgl. Konzil von Trient, 13. Sitzung, Dekret über das Sakrament der Eucharistie, Kan. 4: DH 1654. 
(2) Vgl. Rituale Romanum: De sacra communione et de cultu mysterii eucharistici extra Missam, 36 (n. 80).
(3) Vgl. ebd., 38-39 (nn. 86-90).
(4) Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 32: AAS 93 (2001), 288.
(5) »Außerdem sollen sie [die Gläubigen] es nicht unterlassen, das heiligste Sakrament, das an einem bevorzugten Ort und mit größter Ehrfurcht den liturgischen Gesetzen entsprechend in den Kirchen aufzubewahren ist, tagsüber zu besuchen. Ein solcher Besuch ist ein Beweis der Dankbarkeit und ein Zeichen der Liebe wie der schuldigen Verehrung gegenüber Christus dem Herrn, der hier gegenwärtig ist«: Paul VI., Enzyklika Mysterium Fidei (3.September 1965): AAS 57 (1965), 771. 
(6)  Visite al SS. Sacramento ed a Maria Santissima, Introduzione: Opere ascetiche, Avellino 2000, p. 295.


 Heiliger Alfons Maria von Liguori, bitte für uns!



Dienstag, 29. Januar 2013

Wahre Freundschaft (4)

 
Wie köstlich ist eine Freundschaft, deren Band die Liebe, die Frömmigkeit, die Religion ist!

Vollkommen ist sie, weil sie von Gott kommt und zu ihm hinführt; vollkommen, weil sie Gott zum Beweggrund und Inhalt hat; vollkommen, weil sie in Gott von ewiger Dauer ist. Wie schön ist es, auf Erden so zu lieben, wie man im Himmel liebt!

Ich rede hier nicht vom einfachen Wohlwollen, das uns mit allen Menschen verbinden soll, ich rede von jener tieferen Freundschaft, durch die sich Menschen in Gott verbinden, einander ihre guten Gedanken und Wünsche aussprechen und in Gott ein Herz und eine Seele werden...

Franz von Sales in: Philothea; Verlag Ars sacra München AD 1961; S. 116f

Heiliger Franz von Sales, bitte für uns!



Bild: hl. Franz von Sales (1567-1622)

Dienstag, 20. November 2012

Bewahrung der Eucharistie vor Subjektivismen

Die Feier der Eucharistie ist nicht etwas von Menschen Gemachtes, sondern von Christus Vorgegebenes und Angeordnetes. So sehr in ihren Riten und Gebeten die gläubige Frömmigkeit der  Christen in  nun bald zwei Jahrtausenden ihren Niederschlag gefunden hat, so sehr ist die heilige Messe in ihrem Kern unserem Zugriff entzogen.

Sie ist organisch gewachsen und hat sich gewiss in den verschiedenen Kulturbereichen und Völkern zu verschiedenen Formen entwickelt, wie etwa in der römischen und in der griechischen Liturgie.

Aber der Kern ist die Feier des Todes und der Auferstehung unseres Herrn. Das Thema der heiligen Messe wird nicht von uns geschaffen, sondern ist uns unantastbar und unveränderlich vorgegeben.

In der heiligen Messe findet zugleich das gemeinsame Glauben und Beten der Kirche ihren Ausdruck. Auch darum sind alle die heilige Eucharistie Feiernden an jene Form gebunden, die für die ganze Kirche festgelegt ist. 

Die Gestaltung des heiligen Messopfers kann nicht dem Erfindungsreichtum einzelner oder einer Gruppe anheimgegeben werden. Nur indem wir alle uns an die gegebene liturgische Form halten, wird sie vor jedem Subjektivismus bewahrt und die feiernde Gemeinde vor solchen Subjektivismen geschützt.

Bischof Franz Hengsbach (Essen) in "Opfer - Gesetz des Lebens"; Verlag Wort und Werk, Nettetal AD 1984; S. 62 (s. Quellen)


Montag, 3. September 2012

Die Engel beten mit uns

September ist auch "Engelmonat". Engel sind "rein geistige Geschöpfe", sie  haben "Verstand und Willen; sie sind personale und unsterbliche (vgl. Lk 20,36) Wesen. Sie überragen alle sichtbaren Geschöpfe an Vollkommenheit".

Engel sind Diener und Boten Gottes und "bis zur Wiederkunft Christi kommt die geheimnisvolle, mächtige Hilfe der Engel dem ganzen Leben der Kirche zugute (vgl. Apg 5, 18-20; 8,26-29; 10,3-8; 12, 6-11; 27,23-25)". (vgl. KKK 327-336)


Der Kirchenvater Origenes (185-254) schreibt über das Wirken der Engel:

"Einer ist es, dessen Gunst wir suchen und zu dem wir flehen müssen, dass er uns gnädig sei: der allmächtige Gott, dessen Gunst durch Frömmigkeit und jegliche Tugend gewonnen wird. Und wie sich der Bewegung eines Körpers die Bewegung seines Schattens anschließt, so folgt auf dieselbe Weise für uns aus der Gunst des allmächtigen Gottes auch die Zuneigung aller Engel und Seelen und Geister, die ihm teuer sind.

Denn diese wissen die Menschen zu erkennen, die sich der Zuneigung Gottes würdig erweisen, und wenden nicht nur ebenfalls den Würdigen ihre Zuneigung zu, sondern wirken auch zusammen mit jenen, die dem allmächtigen Gott dienen wollen, und suchen ihnen eine Gunst zu verschaffen und vereinigen sich mit ihnen in Gebeten und Bitten.

Daher wagen wir zu behaupten: Wenn Menschen, die sich im festen Entschluss das Bessere zum Ziele nehmen. zu Gott beten, dann beten ungezählte Tausende von heiligen Mächten ungerufen mit ihnen. Sie bieten ihre Hilfe an für unser sterbliches Geschlecht und sind mit ihm sozusagen in Angst wegen der Dämonen; denn sie sehen, dass diese mit aller Kraft wider das Heil derer zu Felde ziehen und streiten, die sich Gott ganz weihen und sich um die Feindschaft der Dämonen nicht kümmern.

Diese sind ja von wilder Verbitterung über jeden Menschen erfüllt, der sich auf alle Weise  in Worten und Taten bemüht, mit dem allmächtigen Gott vertraut und vereinigt zu werden durch Jesus, der die Macht unzähliger Dämonen gebrochen hat, als er umherging und alle, "die vom Teufel überwältigt waren" heilte und bekehrte."



Bild: Hl. Messe; gemalt von Pfr. Franz Rudrof


Samstag, 10. März 2012

Der Bauer von Ars

von  P. Bernward Deneke FSSP

Der heilige Pfarrer von Ars geht durch seine Kirche. In einer Bank nimmt er, wie so oft schon, einen einfachen Bauern wahr, der stundenlang dort verweilt, ohne Buch oder Rosenkranz in den Händen, aber den Blick unablässig zum Altar gewandt. Der Pfarrer fragt ihn: „Was tust du denn hier die ganze Zeit über?“ Die Antwort: „Ich schaue Ihn an, und Er schaut mich an. Das ist genug.“

Ein erstaunliches Wort. Wenn wir bedenken, wie wir auch spannender Unterhaltung recht bald einmal überdrüssig werden! Doch über lange Zeit hin einfach nur zum Altar zu schauen und daran Genüge zu finden, und das nicht nur ein einziges Mal, sondern immer wieder, während vieler Wochen, Monate, Jahre – das ist mehr als ungewöhnlich.

Hinzu kommt, dass dieser einfache Mann eigentlich niemanden sehen kann, den er anschaut und von dem er angeschaut wird. Seine Antwort legt keine visionären Erlebnisse nahe, und auch für die Vermutung, der Bauer huldige vielleicht unbewusst einer Art fernöstlicher Versenkungsmystik, gibt es keinen Grund. Die knappe Auskunft: „Ich schaue Ihn an, Er schaut mich an“ lässt vielmehr erkennen, dass er sich einer wirklichen Person zuwendet. Diese nimmt er zwar nicht mit leiblichen Augen wahr, doch die gläubigen „Augen des Herzens“ (Eph 1,18) erkennen Ihn ganz deutlich: Jesus Christus, gegenwärtig im Sakrament des Altares. ER – und niemand sonst – ist es, von dem der Bauer derart in Bann geschlagen ist, dass er stundenlang an seinem Platz in der Kirche ausharrt.

In unseren Tagen blickt man gerne auf die „Tabernakelfrömmigkeit“ früherer Zeiten herab. Spöttisch lächelnd werden gewisse Redensarten der letzten Jahrhunderte (wie die vom „Gefangenen des Tabernakels“, den wir besuchen und trösten sollen) als Beispiele einer längst überwundenen Haltung angeführt. Spätestens die liturgischen Reformen der 60er und 70er Jahre hätten dem ein Ende bereitet, und man richte bei der Eucharistie die Aufmerksamkeit jetzt nicht mehr isoliert auf die Realpräsenz Jesu, sondern im Sinne einer ausgewogenen „theologischen Einbettung“ lege man den Akzent verstärkt auf die kirchlich-gemeinschaftliche Dimension.

Ob es sich hierbei um Erfolgsnachrichten handelt? Ich wage daran zu zweifeln. Denn wenn es stimmt, dass im Altarsakrament derjenige gegenwärtig ist, vor dessen himmlischem Thron Tag und Nacht das Dreimalheilig der Engel erklingt und die Erlösten anbetend niederfallen (vgl. Apk 4) – wie könnte man dann als gläubiger Mensch achselzuckend über diese Tatsache hinweggehen oder sie mit einem distanziert-sachlichen Hinweis auf eine ausgewogene „theologische Einbettung“ an den Rand schieben?

Glücklicherweise entspricht die Behauptung, die „Tabernakelfrömmigkeit“ gehöre der Vergangenheit an, auch gar nicht den Tatsachen. Zwar ist das Bewusstsein von der Realpräsenz im Kirchenvolk leider weithin verschwunden; mancherorts beugen die Gottesdienstbesucher beim Betreten der Kirche kaum noch die Knie, von einem anbetenden Verweilen vor dem Allerheiligsten ganz zu schweigen. Aber gleichzeitig zeichnet sich ein entgegengesetzter Trend ab: Zahlreiche Menschen, darunter viele junge, verspüren die Anziehungskraft, die von Jesus im Sakrament ausgeht, und suchen in wachsendem Maße die eucharistische Anbetung.

Allerdings findet der Bauer von Ars auch unter ihnen für gewöhnlich wenige Nachahmer. In öffentlichen Anbetungsstunden wird oft pausenlos laut, manchmal sehr laut gebetet und nur selten eine Unterbrechung von einigen Minuten einberaumt. (Mehr könne man den Gläubigen nicht zumuten, lautet die vielsagende Erklärung.) Auch diejenigen, die eine stille Anbetung aufsuchen, haben selbst vor dem ausgesetzten Sakrament nichts Eiligeres zu tun, als sogleich den Rosenkranz oder ein Gebetbuch zu zücken. Nichts gegen den Rosenkranz und Gebetbücher. Aber wäre es denn nicht angemessen, das unaussprechliche Geheimnis zunächst einmal schweigend zu ehren, um so in die Tiefe einer lebendigen Begegnung mit dem Herrn zu gelangen?

Wir sollten lernen, die Stätte seiner Gegenwart als einen Ort wahrer Freiheit zu betrachten, an dem wir uns auch von religiösem Pflichtdruck („...was ich noch alles zu beten habe!“) freimachen dürfen. Wenn wir gläubig zu Jesus aufblicken und uns von ihm angesehen wissen, führt er uns heraus aus dem unruhigen Auf-und-ab einer zerrissenen Welt, hinein in die Geheimnisse der Welt Gottes. Und stärkt uns gerade dadurch für unsere Aufgabe in dieser Welt. Warum sollten nicht auch wir eines Tages mit jenem Bauern sprechen können: „Ich schaue Ihn an, Er schaut mich an. Das ist genug“?  



Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Zum Nachdenken - Gebet (2)



Das Gebet frommer Kinder
und frommer Armer
durchdringt die Wolken.


Sonntag, 13. November 2011

Volksfrömmigkeit

"Etwa zeitgleich mit den liturgischen Reformen infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils setzte eine Rehabilitation der Volksfrömmigkeit ein. In Kongressen und Symposien bemühten sich Ethnologen, Anthropologen und Religionssoziologen um eine Neubewertung der spätestens seit der Aufklärung so belächelten, aber auch fanatisch bekämpften Volksfrömmigkeit. Dieser Rehabilitationsprozess hat auch in der deutschsprachigen katholischen (Pastoral-) Theologie in den letzten zehn Jahren eine gewisse Resonanz gefunden, immerhin wird die Volksfrömmigkeit und besonders das Wallfahrtswesen doch allmählich Gegenstand auch der fachtheologischen Forschung und Reflexion."
Das schreibt der Wallfahrtsdirektor Prälat Dr. Wilhelm Imkamp auf der Homepage von Maria Vesperbild in seinen "fragmentarischen Überlegungen zum 250-jährigen Jubiläum der mittelschwäbischen Wallfahrtskirche Maria Vesperbild".


Weingarten Blutritt, von Joseph Bayer (1820–1879)
Volksfrömmigkeit hat für viele von uns "Heutigen" noch immer einen gewissen minderwertigen Klang. Vielleicht erstens, weil darin das Wort "fromm" vorkommt, das heute nicht mehr in Mode ist und eher an "frömmelnde" Gestalten erinnert, die es irgendwie übertrieben haben mit dem Glauben.
Zweitens vielleicht deswegen, weil Volksfrömmigkeit nicht die "wirkliche" intellektuelle Theologie ist. Und wir wollen doch alle möglichst gebildet und intellektuell sein.

Damit aber tut man der Volksfrömmigkeit Unrecht. Übungen wie Andachten und Novenen, Prozessionen und Wallfahrten, Volksgesänge und Heiligenverehrung sowie die Ausübung bestimmter Traditionen und Bräuche im Laufe des Kirchenjahres sprechen Verstand UND Herz der Gläubigen an.
So wird der Glaube im Alltag gegenwärtig und greifbar. Fehlt die Ansprache des Herzens und des Gemütes, so würden viele das entstandene Vakuum mit anderen herzlich ansprechenden Inhalten zu füllen suchen.

In Nord- wie Süd-Amerika sehen wir, wie Viele sich von Sekten oder ungesund-charismatischen Gruppen angesprochen fühlen. Bei uns im Herzen Europas trösten sich die Leute mit Umweltschutzaktivismus, Esoterik oder anderen nichtchristlichen Wohlfühlreligionen.

Für Lateinamerika hat der Papst (der großartige Theologe) zusammen mit den Bischöfen bereits darauf hingewiesen, dass die Volksfrömmigkeit ein wesentlicher Bestandteil der Neuevangelisierung ist. Besonders die Marien-Verehrung spielt im Glauben des Volkes eine große Rolle. Die Gefühle einer Mutter und zu einer Mutter werden im Volk verstanden. Einer Mutter folgt man, einer Mutter kann man sich anvertrauen; man liebt sie und weiß sich geliebt.





Ich habe mich deshalb entschlossen, in der Sidebar dieses Blogs unter dem Stichwort "PASTORALES" auf Websites zu verlinken, die ohne übertriebene Frömmelei und gesung katholisch Aspekte der Volksfrömmigkeit beleuchten. Ich möchte allen diese reichhaltigen Seiten empfehlen. Soweit ich bei der "Begutachtung" der Seiten sehen konnte, sind es durchweg kirchlich anerkannte, empfohlene Übungen. Man staunt aber über den Umfang und die Fülle an Informationen.

So wünsche ich beim Stöbern viel Vergnügen!

Barmherzigkeitssonntag - Schwester Faustina

Gebete und Verheißungen

Gott und die Gottesmutter Maria

Herz-Jesu-Freitag

http://www.herz-mariä-sühnesamstag.de/sitemap.php

Maria Vesperbild

Novenen (Neun-Tage-Andachten)

per-ipsum.de – kath. Magazin für Nachrichten, Kultur & Volksfrömmigkeit

Rosenkranzgebete


ZENIT, 11.11.2008:

Die verschiedenen Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit bezeichnete der Papst als „ein Geschenk, das heutzutage auf jeden Fall bewahrt und gefördert werden muss“, und dazu bedürfe es „fortwährende Anstrengung, auf dass der Wert dieser Zeichen tief in die Herzen eindringe, immer durch das Wort Gottes erleuchtet werde und sich in beständige Glaubensüberzeugungen umwandeln kann“.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Aberglaube

von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

 Ist von „Sünden gegen den Glauben“ die Rede, denkt man zunächst an Glaubensabfall, Irrglauben oder Glaubenszweifel. Und tatsächlich, diese Sünden gegen den Glauben sind sehr verbreitet. Vergessen wird aber oft, dass man sich gegen die erste göttliche Tugend nicht nur durch ein Zu-wenig, sondern auch durch ein Zu-viel verfehlen kann.

Zu viel Glauben? Gibt es denn das überhaupt? Sagt nicht Paulus von der Liebe, der höchsten Tugend des Christen: „Sie glaubt alles“ (1Kor 13,7)? Mehr als „alles“ kann man nicht glauben. Folglich scheint ein Übermass an Glaube unmöglich zu sein.

Zur Klärung der Angelegenheit müssen wir uns an die alte Einsicht des Aristoteles erinnern, dass die Tugend jeweils in der Mitte zwischen zwei Extremen liegt. „Mitte“ bedeutet hier nicht laue Mittelmässigkeit, vielmehr intensive und kraftvolle Balance. Bei einigen Tugenden ist das unmittelbar einleuchtend. So hält ein wahrhaft mutiger Mensch die Mitte zwischen Feigheit und Tollkühnheit, und die Tugend der Hoffnung umschifft die gefährlichen Klippen der Verzweiflung auf der einen, der Vermessenheit auf der anderen Seite.
 
Welches aber ist das Extrem, das im Bereich des Glaubens den Mangelformen von Abfall, Häresie und Zweifel gegenübersteht? Es ist der Aberglaube: die Neigung, nicht nur jenen Wahrheiten vertrauende Zustimmung zu schenken, die das authentische Siegel der göttlichen Offenbarung und der kirchlichen Verkündigung tragen, sondern auch Lehren gläubig anzunehmen, die anderswoher kommen.

Niemand, der wachen Auges die Phänomene unserer Zeit betrachtet, wird verneinen können, dass es an derartigen Lehren und Praktiken nur so wimmelt. Es mag sich um krausen Volksglauben oder um die angeblich „höhere“ Weisheit der Gnostiker und Esoteriker handeln, um spiritistische Rituale und bizarre Engellehren, um zwielichtige Erscheinungen und obskure Wundergurus, um Handleserei, Kartenlegerei und Horoskop, um Furcht vor Freitag dem 13. und schwarzen Katzen – immer wird hier eine Art Glaubensakt vollzogen, der sich nicht auf die Autorität Gottes stützen kann. Dementsprechend gehören auch die Inhalte des Aberglaubens nicht zum Glaubensgut der Kirche, sondern fallen unter die Kategorie „Fabelei, Wahn und Hirngespinst“.

Gerade dadurch aber kann ein christlich verbrämter Aberglaube viele fromme Gemüter becircen; denn weil seine Lehren sich nicht mit dem Verstand ergründen lassen, sehen sie den wirklichen Glaubensgeheimnissen zuweilen bis zum Verwechseln ähnlich und überbieten sie sogar an scheinbarer Übernatürlichkeit. Unter der Voraussetzung, dass der Glaube „das Überzeugtsein von dem, was man nicht sieht“ ist (Hebr 11,1), fühlt sich daher mancher Glaubenswillige geneigt, nicht nur dem Übervernünftigen, sondern auch dem Unvernünftigen zuzustimmen.

Foto: Lawrence OP; Hl. Paulus: 1Kol 1,23
Auf den ersten Blick mag eine solche Haltung beinahe rührend naiv und fromm anmuten. Tatsächlich aber hat sie mit wahren Frömmigkeit eines Christen wenig gemein, wurzelt diese doch immer im Glauben, wie ihn Gott geoffenbart hat. Man versteht, weshalb das Konzil von Trient die superstitio (den Aberglauben) als „falsche Nachahmerin der echten Frömmigkeit“ (verae pietatis falsa imitatrix) bezeichnet (22. Sitzung).

Mit dem Aberglauben geht vor allem der heilige Apostel Paulus hart ins Gericht. Beschwörenden Tons warnt er vor „Zeiten, in denen man die gesunde Lehre nicht mehr erträgt, sondern sich nach eigenem Gelüste Lehrer beschafft, um die Ohren zu kitzeln“; dann werde man sich von der Wahrheit abwenden und Fabeleien zuneigen (2 Tim 4,3f.).

Ein „guter Diener Christi“ aber nähre sich „von den Worten des Glaubens und der rechten Lehre“, anstatt sich mit „albernen Altweiberfabeln“ zu befassen (1 Tim 4,6f.). Der heute verbreiteten Schonung lehrmässiger Abirrungen stellt sich der Völkerapostel entgegen, wenn er Titus auffordert: „Weise sie streng zurecht, damit sie im Glauben gesund bleiben!“ (Tit 1,13)

Deshalb also muss wie der Irr-, so auch der  Aberglaube bekämpft werden: weil er die Glaubensgesundheit untergräbt. Wir, die „wir nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt sind“ (1 Petr 1,16), sondern dem klar beglaubigten, völlig glaubwürdigen Zeugnis des fleischgewordenen Wortes, dürfen uns nicht herabziehen lassen in die Niederungen von Wahn und Täuschung, Fabelei und Hirngespinst. Solches neben der Wahrheit Gottes zu dulden hiesse letztlich, den „Anführer und Vollender unseres Glaubens, Jesus“ (Hebr 12,2) mit dem „Lügner von Anbeginn“ (Joh 8,44) auf eine Stufe zu stellen, und das sei ferne! 


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)
 

Montag, 15. August 2011

Ablass konkret

Die Bedingungen um einen Ablass zu erhalten:

aus der Apostolischen Konstitution von Papst Paul VI.

N. 7. Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses sind die Verrichtung des mit dem Ablass versehenen Werkes und die Erfüllung folgender drei Bedingungen erforderlich: Sakramentale Beichte, eucharistische Kommunion und Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters. Darüber hinaus ist das Freisein von jeder Anhänglichkeit an irgendeine, auch lässliche Sünde erfordert.

Wenn eine derartige Bereitung nicht vollständig vorhanden ist oder die genannten Bedingungen, unbeschadet der Vorschrift der Norm 11 bezüglich der "Behinderten", nicht erfüllt werden, so gewinnt man nur einen Teilablass.

N. 8. Die drei Bedingungen können auch mehrere Tage vor oder nach dem vorgeschriebenen Werk erfüllt werden. Es ist jedoch geziemend, die heilige Kommunion und das Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters auf denselben Tag wie das Werk zu legen.

N. 9. Es genügt die einmalige sakramentale Beichte, um mehrere vollkommene Ablässe zu empfangen. Einmalige eucharistische Kommunion und einmaliges Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters genügt jedoch nur zur Gewinnung eines einzigen vollkommenen Ablasses.

N. 10. Der Bedingung, nach der Meinung des Heiligen Vaters zu beten, wird voll genügt mit dem Beten eines Vaterunser und Gegrüßet seist du, Maria nach seiner Meinung; es ist jedoch dem einzelnen Gläubigen freigestellt, ein beliebiges anderes Gebet zu sprechen entsprechend seiner Frömmigkeit und Verehrung gegenüber dem Papst.


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