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Donnerstag, 26. Februar 2015

Verleumdungs-Kampagne gegen Lebens- und Familienschutz-Aktive

Offensichtlich fühlen manche Mitbürger sich gestört durch die Aufmerksamkeit und das Engagement von Christen, gläubigen Katholiken, (meist) Evangelikalen - und auch Andersgläubigen (z. B. Moslems), die der neuen Meinungs- und Gesinnungsdiktatur in unserer Gesellschaft durch Gender und Zerstörung der Familie entgegentreten und sich für Lebensschutz und christliche Werte einsetzen. 

Durch Umerziehungsmaßnahmen wie zum Beispiel durch "gendergerechte Sprache", Frühsexualisierung von Kindern und Jugendlichen, Infragestellen und Verleugnen der Wirklichkeit, z. B. der beiden Geschlechter Mann und Frau, soll die Bevölkerung "gleichgestellt", besser wohl gleichgeschaltet und manipulierbar gemacht werden. Menschen, die sich diesem Diktat nicht beugen wollen, werden benachteiligt und ausgegrenzt (schon jetzt fordern manchen Universitäten von ihren Studenten schriftliche Abfassungen in "gendergerechter" Sprache - andernfalls werden ihre Arbeiten nicht angenommen).

Aber es formiert sich Widerstand. Immer mehr klar denkende Menschen (früher bescheinigte man solchen Leuten wohl einen "gesunden Menschenverstand") durchschauen die Absichten der Gender-Beglücker, deren Ziel die Zerstörung der Familie, die den Männern gleichgestellte Eingliederung ausnahmslos aller Frauen in den Arbeitsprozess aus volksökonomischen Gründen und eine weiter sinkende Geburtenrate ist, und schließen sich zusammen. Und gerade diese Vernetzung unter den "Widerständlern" ruft die bereits Gleichgeschalteten auf den Plan: Wie können Andersdenkende es wagen, ihre eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen oder gar sich untereinander zu vernetzen?! Und dann folgt das Unvermeidliche: Andersüberzeugte werden diffamiert,  - wenn nicht politisch braun-rechts, so doch als "Scharniere zur rechten Szene", als "APO von christlich-rechts" und "Fundamentalisten" bezeichnet, gegen die Politik und - man höre und staune - Kirche einzuschreiten hätte!


In einer Aussendung schreibt Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin der Initiative Familienschutz:

Ein Lehrstück in manipulativem Journalismus lieferte am Donnerstag, 19.2.15, Veronika Wawatschek von der Redaktion Religion und Kirche des Bayrischen Rundfunks auf Bayern 2 mit ihrem Radio-Feature "APO von christlich-rechts?". Thema der Sendung: "Wie sich unter dem Deckmantel christlicher Werte eine ultrakonservative bis demokratiefeindliche außerparlamentarische Opposition zusammen findet und die Gesellschaft beeinflusst".

Gemeint und namentlich genannt sind damit neben meiner Person und der Initiative Familienschutz, auch Kirche in Not, die evangelische Allianz, DEMO FÜR ALLE, Open Doors, kath.net, IDEA, die Journalisten Jürgen Liminski, Birgit Kelle, Matthias Matussek und Alexander Kissler u.v.m. – eben "ein breites Feld von naiven, konservativen Lebens- und Familienschützern bis hin bis zu politisch bestens vernetzten Lobbyisten, die hart an der Grenze zum Rechtsradikalismus unterwegs sind" (O-Ton der Sendung).

Nachdem es offenbar erste heftige Hörerproteste gehagelt hatte, war der Podcast zum Nachhören der Sendung bereits am nächsten Tag von der Webseite des BR verschwunden. Eine Kurz-Sendung „Funkstreifzug“ mit ähnlichem Inhalt, die am Sonntag, den 22.2. ausgestrahlt werden sollte, wurde kurzfristig aus dem Programm genommen. Seit gestern Abend ist der Podcast wieder online. Bitte hören Sie selbst. Weitere Einzelheiten zur Sendung finden Sie im unteren Teil dieser Mail.

Beschwerden per mail, Brief oder Telefon können Sie an den Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, und an den Rundfunkratsvorsitzenden, Dr. Lorenz Wolf, richten. Fordern Sie diese auf, sich bei den hier verleumdeten Personen und Institutionen für diese tendenziöse Sendung zu entschuldigen und eine erneute Ausstrahlung zu unterlassen sowie die geplante „Funkstreifzug“-Sendung endgültig abzublasen.

Bayerischer Rundfunk
Intendant Ulrich Wilhelm
Rundfunkplatz 1
80335 München
Tel: (089) 5900-01
info@br.de

Bayerischer Rundfunk
Geschäftsstelle des Rundfunk- und Verwaltungsrats
Dr. Lorenz Wolf
Rundfunkplatz 1
80335 München
gremienbuero@br.de

Auf ihre Bitte hin hatte ich Veronika Wawatschek Anfang Februar nach einem Vorgespräch - im Vertrauen auf ein Mindestmaß an sauberem Journalismus beim Bayrischen Rundfunk, den wir schließlich mit unseren GEZ-Gebühren finanzieren müssen - ein 30-minütiges Interview gegeben. Dies nutzte sie, um daraus einige kurze O-Töne zu schneiden für die Mixtur ihres verleumderischen Opus.

In Ermangelung von Belegen für unsere angebliche rechtsextreme Verfassungsfeindlichkeit und fundamentalistische Gefährlichkeit wird in der Sendung durchgängig mit assoziativen und suggestiven Tricks gearbeitet, um den gewünschten Eindruck beim Hörer zu erzeugen.

So werden z.B. Zitate von Webseiten wie Familienschutz mit düsterer Musik unterlegt, um anschließend – ohne klangliche Untermalung – in scheinbarer Objektivität von „Experten“, wie der katholischen Christ&Welt-Redakteurin Christiane Florin als Ausweis der „Radikalisierung“ des „rechten Randes der katholischen Kirche“ bewertet zu werden.

Einen logisch-stringenten Aufbau sucht man in der fast einstündigen Sendung vergebens. Jegliche sachliche Auseinandersetzung mit den Positionen der als „rechtsaußen“ gebrandmarkten Personen und Gruppen fehlt. Stattdessen werden unterschiedlichste Themen und Personen wild aneinandergereiht, miteinander in Verbindung gebracht und skandalisiert. Im Crescendo am Ende wird dann ganz deutlich, worum es den Sendungsmachern geht: Dort sagt die „Expertin“ Sonja Angelika Strube (kath. Theologin):

»„(…)alles, was sehr extrem rechts ist, aber noch nicht im Visier des Verfassungsschutzes steht, das wird aus meiner Sicht oft geduldet.“

Sprecherin: Heißt das im Umkehrschluss: Der Verfassungsschutz könnte es richten? Die APO von christlich-rechts aufmischen? Man habe die Szene im Blick, müsse aber priorisieren, heißt es dort auf Anfrage. Zunächst müsse man die gewaltbereite rechte Szene im Blick behalten. Freilich, bisher zünden fundamentalistische Christen in Deutschland nur verbale Sprengsätze. Was also tun? Aktiv werden! Sich einmischen, fordert Ulrich Lota. Als Bistumspressesprecher [des Bistums Essen] will er das Feld nicht widerstandslos räumen.

„Experte“ Ulrich Lota: „Wir dürfen diesen Menschen, diesen Portalen und diesen Propagandisten nicht das Feld überlassen, dass sie bestimmen, wie das Bild der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit zu sein hat. Und das ist die eigentliche Gefahr.“

Sprecherin: Lota fordert deshalb in sozialen Netzwerken liberalere Christen dazu auf, sich einzumischen. Auch andere Bistümer würden das so machen. Und doch fehlt die große Linie, findet

Sonja Angelika Strube: „Also das Problem wird gesehen in letzter Zeit im zunehmenden Maße. Ich persönlich hätte mir schon gewünscht, dass es schon viel früher gesehen und thematisiert wird und Bischöfe sich da auch deutlich abgrenzend äußern, auch wenn es um Medien geht, die sich katholisch nennen.“ (…)

Sprecherin: Der Sozialpsychologe Andreas Zick findet: Was bislang von kirchlicher Seite unternommen wird gegen eine APO von christlich rechts, ist zu wenig. Das Thema müsste untersucht werden, auch von Theologen.

Andreas Zick: „Die haben’s aber natürlich schwer, weil das Thema ist sehr ungemütlich. Weil, es stellt ja Grundfragen an die Religion selbst. Das ist ein ziemlich ungemütliches Thema.“

Sprecherin: Denn es geht schließlich nicht um die Abgrenzung von einer mordenden Neonazibande, sondern um die Frage: Wie verfahren wir mit Leuten aus den eigenen Reihen, mit dem christlich rechten Rand. Eine Antwort darauf, gibt es bislang nicht.«

Kürzlich war in der Beilage der ZEIT „Christ & Welt“ bereits ein hanebüchener Beitrag von Andreas Püttmann, "Die Rechtsausleger", erschienen, der in das gleiche Horn bläst. In der aktuellen Ausgabe des Spiegels findet sich ebenfalls ein Artikel zu diesem Thema, der vor „Wutchristen“ und „frommen Radikalen“ in Deutschland warnt. Augenscheinlich ist hier eine Kampagne in vollem Gange, die nicht nur versucht, den Verfassungsschutz gegen uns in die Spur zu setzen, sondern insbesondere eine öffentliche Distanzierung der Kirche(n) von den in der Sendung inkriminierten Personen und Organisationen zum Ziel hat. Daß just in dieser Woche die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt, ist natürlich reiner Zufall…

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, danke ich Ihnen für Ihre Geduld und grüße Sie sehr herzlich, Ihre


PS:
- Jetzt erst recht: Kommen Sie mit Familie und Freunden zur nächsten DEMO FÜR ALLE nach Stuttgart, am 21. März 2015 um 15 Uhr Schillerplatz.

- Diesen BR-Radiobeitrag haben wir alle mit unseren Rundfunkgebühren zwangsweise mitfinanziert. Wenn Sie das nicht mehr wollen, dann empfehle ich Ihnen diese Petition.


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Mit der derzeitigen Kampagne gegen gläubige Christen und Gender-Gegner beschäftigt sich auch Peter Winnemöller: Jetzt haben wir den rechten Salat (26.02.2015)

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Samstag, 31. Januar 2015

Deutschland auf dem Weg in die Meinungsdiktatur?

Und wieder gibt es ein Indiz für die (nicht mehr nur) latente Bereitschaft in unserer Gesellschaft oder zumindest in der veröffentlichten Meinung, artikuliert durch Medien, dass es in Deutschland immer schwieriger wird, eine Überzeugung  haben und vertreten zu können, die einer bestimmten politischen oder weltanschaulichen Klasse nicht genehm ist. Diesmal geht es nicht um Gender Mainstreaming, öffentlich zur Schau gestellte Homosexualität, staatlich verordnete Frühsexualisierung unserer Kinder, Pegida oder eine drohende Islamisierung, sondern um die Haltung zu der in Deutschland strafrechtlich relevanten Abtreibung ungeborener Kinder sowie die Unterstützung einer christlichen (!) Menschenrechtsorganisation.
"Den Medien kommt in der pluralistischen Demokratie eine wichtige Aufklärungsfunktion zu. Aufgabe der Medien ist es, Sachverhalte darzustellen und kritisch zu hinterfragen und Meinungsvielfalt zu fördern. Diesem Anspruch auf Pluralität und Meinungsvielfalt widerspricht es zutiefst, wenn ausgerechnet seitens der Medien nur eine Position ,pro Abtreibung‘ gefördert und postuliert wird und Gegner unsachlich diskriminiert und diskreditiert werden. Das verletzt die Grundsätze von Neutralität, Fairness und korrekter Berichterstattung, wenn friedliche Bürger, Vereinsmitglieder oder Politiker grundlos als radikal oder fundamentalistisch bezeichnet werden, nur weil sie die Tatsache der millionenfachen Abtreibung der letzten Jahrzehnte schmerzlich empfinden, kritisch hinterfragen und Alternativen anbieten, sich ihrerseits um einen besseren Schutz für Mütter und Kinder bemühen. Das ist Verleumdung, Diffamierung, Rufschädigung und üble Nachrede, die hier ad personam und gegenüber der ALfA und allen ihren Mitgliedern praktiziert wird. Zur Wahrung der pluralistischen Meinungsvielfalt empfiehlt es sich dagegen auch juristisch vorzugehen."
Das sagte die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) Mechthild Löhr gegenüber der „Tagespost“ am 30. Januar 2015 anlässlich des Eklats im Münchner Stadtrat. Dort sollte am Mittwoch, den 18. Januar 2015, der 42-jährige ÖDP-Politiker Markus Hollemann zum neuen Umwelt- und Gesundheitsreferenten der bayerischen Landeshauptstadt gewählt werden. Unmittelbar vor der Wahl kolportierten Medien, dass Hollemann auf seiner Website darüber informiert, welche Vereine und Initiativen er in welcher Form unterstützt bzw. unterstützt hat. Darunter waren beispielsweise auch die Aktion Lebensrecht für Alle (AlfA) sowie die Christliche Menschenrechtsorganisation für Religionsfreiheit und Menschenwürde (CSI), denen von besagten Medien aggressive Lebensrechtsarbeit bzw. pauschale Islamkritik vorgeworfen wurde.

Markus Hollemann ist Bürgermeister der südbadischen Gemeinde Denzlingen bei Freiburg und galt noch am vorgesehenen Tag der Wahl als Wunschkandidat der Münchner CSU und ihres Bürgermeisters Josef Schmid. Aufgrund der Medienschelte und des Abrückens der Münchner CSU unter BM Schmid zog Hollemann kurzerhand seine Bewerbung als Leiter des Referats für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München zurück. Auf seiner Website schreibt Hollemann in einer Stellungnahme unter anderem:
"Ich betrachte es als äußerst problematische Entwicklung, dass ein Bürger mit einem christlich geprägten Menschenbild aufgrund seiner persönlichen moralischen Einstellung zum Lebensschutz trotz moderater politischer Positionen heute für bestimmte Ämter nicht mehr in Frage zu kommen scheint. Wie ich es durch Zeitungskommentare und persönliche Zuschriften wahrnehme, sind aufgrund der Ereignisse rund um meine Bewerbung zum Umweltreferenten viele Bürgerinnen und Bürger über die Entwicklung der Meinungs- und Religionsfreiheit in unserem Land besorgt."
Nicht zu unrecht, wie man immer häufiger und immer wieder feststellen muss...



Fotos von hier und hier

Freitag, 29. August 2014

Petition an UNO und Arabische Liga

Die katholische Netzwerk Aleteia hat (bereits vor gut einem Monat) eine Petition an die UNO und die Arabische Liga verfasst und bittet alle Menschen guten Willens diese Petition mit ihrem Namen zu unterstützen. Hier der Aufruf (deutsche Version):
Nach fast 2000 Jahren: Keine Christen in Mossul

Sehr geehrter Herr Generalsekretär,

wie Ihnen bekannt sein dürfte, überfallen derzeit radikal-islamistische Gruppen im Irak Klöster und brennen Kirchen nieder. Wer einer Minderheit angehört und nicht zum Islam konvertiert, muss Sondersteuern entrichten und wird mit dem Tod bedroht. Zehntausende von Christen wurden umgebracht oder sind in Gefangenschaft. Andere mussten ihr Haus verlassen, ohne etwas mitnehmen zu dürfen.

Herr Generalsekretär, wir dürfen dem nicht tatenlos zuschauen!

Wir bitten Sie, unverzüglich entsprechende Schritte zu setzen, damit das unsägliche Leid und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingedämmt werden.
Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name]

Wir sollten keine Gelegenheit auslassen, auf das Leid der Christen und anderer Verfolgter im Nahen Osten hinzuweisen und die, denen es möglich ist, zum Beenden der Terrorakte aufzufordern. Auch eine Unterschriftenaktion ist eine Möglichkeit, dies zu tun!

Online-"Unterschreiben" kann man hier.


Bild: Logo Aleteia (Erklärung des Fisch-Symbols als Zeichen für die Christen s. hier)

Donnerstag, 28. August 2014

Protest und Widerstand gegen IS wird lauter

Ob er aber bei den terroristischen Gruppen ankommt und möglicherweise zum Einlenken führt, ist eher fraglich. Das gotteslästerliche Abschlachten von andersgläubigen Menschen, von Männern, Frauen und Kindern im Nahen Osten geht jedenfalls weiter. Die islamischen Terrorbanden kennen weder Erbarmen noch Respekt oder Ehrfurcht und vernichten Menschen, Besitztümer und Kulturgüter.

Unsagbar ist das Schweigen der allermeisten islamischen Kulturvereine und Organisationen zu diesen barbarischen Überfällen. Möchten sie doch ihre Stimme erheben und ihre islamischen Brüder stoppen! Oder ist es wahr, dass sie diese Verbrechen gutheißen und im Grunde genommen unterstützen? Das also ist der "wahre Islam"? Dann dürfte spätestens jetzt jeder wissen, wes Geistes Kind diese Weltanschauung ist...

Allerdings mehren sich auch islamische Stimmen, die den Terror gewalttätiger Moslems verurteilen und davon sprechen, dass dieser dem Islam selbst schade. Der saudische Großmufti Scheich Abdel Asis bin Abdullah erklärte den IS zum "Feind Nr. 1". Der Großmufti Shawqi Allam von Ägypten erklärte den IS zu einer "Gefahr für den Islam und die Muslime". Siehe dazu diesen Bericht bei idea. Auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland distanziert sich (nicht zum ersten Mal) von der Verfolgung und Vertreibung von Christen durch Muslime im Irak. Der Vorsitzende des Zentralrates, Aiman Mazyek, sagte, es müsse alles dafür getan werden, dass "unseren christlichen Brüdern und Schwestern ihr Recht zurückgegeben wird". In Belgien distanzierte sich die belgische Moslem-Exekutive (EMB) vom IS.

Kath.net berichtet:
Der Erzbischof aus Mossul, Emil Shimoun Nona, ruft Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft zu mehr humanitärer Hilfe für hunderttausende Flüchtlinge im Nordirak auf. Die Menschen seien angesichts der "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", die die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) begehe, am Ende, sagt der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul laut einem Bericht der "Deutschen Welle". Er sei enttäuscht darüber, "dass bisher keine islamische Autorität diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen jeden religiösen Glauben klar verurteilt hat". Eine so passive Haltung habe er von den offiziellen Religionsvertretern nicht erwartet. Er frage sich, ob die offiziellen Vertreter des Islam "diese Schandtaten tatsächlich gutheißen oder ob sie nur Angst vor den Tätern haben". Die Muslime sollten ernsthaft darüber nachdenken, wie sie dem "Islamischen Staat" entgegentreten könnten. Diese Untätigkeit schade "letztlich jeder Religion."

Die Christliche Organisation CRI in der irakischen Stadt Erbil bittet eindringlich um Gebet:
"Bitte betet treu (unablässig) für die Befreiung der Menschen des Nordirak von dem schrecklichen/Schrecken verbreitenden Vorrücken von ISIS und seinen extremistischen Islamistischen Zielen der Massenkonversion (Massenbekehrung) oder Tod für alle Christen in dieser Region."



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Dienstag, 19. August 2014

Jesus Christus, Heiland und Erlöser, König meines Herzens

Großes Leid erfahren zur Zeit unsere christlichen Brüder und Schwestern in Ländern, in denen verblendete Menschen meinen, im Namen Allahs all diejenigen foltern und abschlachten zu dürfen, die nicht ihren Glauben teilen.

Alles andere erscheint angesichts dieser Greuel und diesen Terrors durch Angehörige der Religion, die sich diejenige des Friedens nennt, nebensächlich und unwichtig. Was für ein Skandal der Menschheitsfamilie, was für ein Zeugnis für die Armseligkeit und Boshaftigkeit der gefallenen Menschheit. Einmal mehr erkennen wir, dass nur Jesus Christus die Menschen aus dieser Verstrickung der Bosheit befreien kann, nur Jesus Christus ist der Friedensfürst, durch den alle Menschen Frieden in sich und miteinander finden.

Beten wir um Starkmut für die verfolgten und bedrängten Christen. Möge Gott ihnen beistehen und ihre Leiden und ihr Lebensopfer als Kraft- und Lebensquelle für neues christliches Leben annehmen und ihnen dereinst die ewige Glückseligkeit schenken.

Dieses Video (gefunden beim Kreuzknappen) schildert auf einfache wie eindrucksvolle Weise das, was Christus denen verheißen hat, die sich zu ihm bekennen:




"Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. (...) Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater." (Mt 10, 28; 32; 33)


Siehe auch:

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Freitag, 8. August 2014

KIRCHE IN NOT: Verhindern Sie einen Völkermord im Irak! - Offener Brief an Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel

Mit einem dringenden Aufruf zum Handeln hat sich die Geschäftsführerin des päpstlichen Hilfswerkes KIRCHE IN NOT an den Bundespräsidenten und die Bundeskanzlerin Deutschlands gewandt. In einem offenen Brief warnt sie vor einem drohenden Völkermord im Irak durch die Terrororganisation "Islamischer Staat (IS)".

Der Brief im Wortlaut:

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

mitten in der Sommerpause wenden wir uns heute mit einem dringenden Aufruf an Sie: Verhindern Sie einen Völkermord im Irak!

Wie aus dem beiliegenden Schreiben von Patriarch Sako ersichtlich wird, droht jener Teil der irakischen Bevölkerung, der sich nicht dem radikalen, fundamentalistischen Verständnis des Islam der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterwerfen will, ausgelöscht zu werden.

Jesiden, Christen, Schiiten, aber auch gemäßigte Sunniten werden entweder sofort exekutiert oder als Sklaven verkauft. Diejenigen, die fliehen konnten, haben sich nur mit dem, was sie am Leib tragen, in die Wüste oder das Gebirge zurückgezogen.

Der Ton des Patriarchen hat sich verschärft: Es ist nicht länger ein Aufruf, sondern gleichsam eine Prophezeiung, der zufolge ohne sofortiges internationales Eingreifen der urchristliche und multikulturelle Irak, wie wir ihn kennen, verschwinden wird.

Eine halbe Million Menschen – mehrheitlich Christen, aber auch Muslime und andere Minderheiten – fliehen vor den vorrückenden IS-Kämpfern in die christlichen Dörfer im kurdischen Gebirge. Aber selbst dort schlugen in der Nacht vom 6. auf den 7. August Mörsergranaten ein: Die IS kontrolliert inzwischen die gesamte Region.

Die Kirche, berichtet der Patriarch, wird von allen Seiten um Unterstützung, Essen, Wasser und Herberge für die fliehenden Massen gebeten.

Tatsächlich wird aber keine dieser Hilfen mehr zu etwas führen, wenn nicht jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um die Auslöschung der bedrängten Bevölkerung zu verhindern.

Der Patriarch weist auch auf das Schweigen der muslimischen Führer hin, obwohl ihre eigenen Leute (sowohl Sunniten als auch Schiiten) ermordet werden. Außer den Machthabern in der autonomen Region Kurdistan ergreife weder im Irak noch international jemand Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Die Bundesregierung muss diese Angelegenheit in den Vereinten Nationen in den nächsten Tagen zur Sprache bringen, ansonsten könnte es zu spät sein. Es handelt sich um eine humanitäre Katastrophe und einen eklatanten Verstoß gegen die Menschenrechte.

Die Eroberung der Ninive-Ebene durch den „Islamischen Staat“ verlangt nach sofortigen Maßnahmen, um die verletzlichen Minderheiten im Irak zu schützen. Alle Bemühungen müssen darauf abzielen, eine rote Linie um die christlich-jesidischen Gebiete zu ziehen.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass die IS Landstriche in der unmittelbaren Nachbarschaft eines NATO-Mitglieds, der Türkei, erobert und immer weiter Richtung Mittelmeer vorstößt.

Schon am 2. August verkündete die IS die Kontrolle über Arsal im nördlichen Libanon, nur 300 Kilometer Luftlinie von Nikosia, der Hauptstadt Zyperns (EU), entfernt. Es handelt sich also keineswegs um eine lokale oder regionale, sondern eine internationale Bedrohung.

Wir danken Ihnen für alles, was Sie bisher für die Minderheiten im Irak getan haben, sowie für das, was Sie noch tun werden und verbleiben mit herzlichen Grüßen

Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck
Der Geschäftsführende Präsident

Karin Maria Fenbert
Direktorin des deutschen Nationalbüros



Weitere Informationen finden Sie
auf der Homepage von KIRCHE IN NOT Deutschland.



Helfen Sie den Christen im Irak:
KIRCHE IN NOT bittet um Spenden für die Arbeit der Kirche im Irak.
Sie können direkt und sicher online spenden oder unter:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
Kontonummer: 215 20 02
BLZ: 750 903 00
LIGA Bank München

IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05

Bitte geben Sie den Verwendungszweck Irak an.


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Donnerstag, 24. Juli 2014

1. August 2014: Gebetstag für die verfolgten Christen im Irak, in Syrien und dem ganzen Nahen Osten

Alle Apostolate der Priesterbruderschaft St. Petrus werden am Freitag, den 1. August 2014, besonders für jene Christen beten und Sühne leisten, die im Irak, in Syrien und anderen Gebieten im Nahen Osten unter entsetzlicher Verfolgung leiden.

Der 1. August 2014 ist der erste Freitag des Monats August und zugleich das Fest "St. Petrus in Ketten", welches in allen Niederlassungen und Apostolaten der Bruderschaft als Fest dritter Klasse gefeiert wird. Es ist jenes Fest, an dem wir in der Epistel von der großen Kraft des beharrlichen Gebets der Kirche hören: "So wurde Petrus im Kerker gehalten. Die Kirche aber betete ohne Unterlass für ihn zu Gott." (Apg 12,5) 

Dieses Fest unseres Patrons soll eine Einladung an alle Gläubigen sein, sich unseren Heiligen Stunden oder sonstigen Gebetszeiten an diesem Tag und in dieser Meinung anzuschließen. Wir bitten die Allerheiligste Dreifaltigkeit, dass diese verfolgten Glieder des mystischen Leibes Jesu Christi in ihrem Glauben standhaft bleiben, und dass sie, wie der hl. Petrus, von dieser schrecklichen Verfolgung befreit werden.

Möge ein solcher Gebetstag uns den krassen Gegensatz vor Augen führen, zwischen den erholsamen Urlaubstagen bei uns und dem täglichen Kampf ums Überleben dort, wo die Christen getötet und von ihrer Heimat verschleppt werden.
Quelle: fssp.org


Bitte verbreitet/ verbreiten Sie diesen Gebets- und Sühneaufruf, auch über die Petrusbruderschaft hinaus, an alle Menschen guten Willens, um an diesem Herz-Jesu-Freitag für die verfolgten Brüder und Schwestern zu beten und Opfer zu bringen und um für die Verbrechen des Krieges Sühne zu leisten!

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"Der Friede auf Erden, nach dem alle Menschen zu jeder Zeit sehnlichst verlangten, kann nur dann begründet und gesichert werden, wenn die von Gott festgesetzte Ordnung gewissenhaft beobachtet wird."
(Enzyklika "Pacem in terris" von Papst Johannes XXIII.)


Bild: Nun-Zeichen (ن) des arabischen Alphabets, Buchstabe N, der das Kennzeichen für "Nazarener" = Christ(en) ist und mit dem im Kriegsgebiet Häuser, in denen Christen leben, gekennzeichnet werden, um sie gezielter ausplündern, misshandeln und töten zu können.

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Weiteres zum Thema "Christenverfolgung und Solidarität mit den verfolgten Christen":

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Gebetsstunde für die verfolgten Brüder und Schwestern im Nahen Osten
1. August 2014
Hauskapelle des Priesterseminars der Petrusbruderschaft (FSSP) in Wigratzbad


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Montag, 20. Januar 2014

Heilig machende Gnade



Der Kern christlichen Lebens liegt darin, dass der Mensch in sich selbst das Schöpfungswerk des Vaters und das Erlösungswerk des Sohnes zur Vollendung und zur Frucht kommen lässt in der Heiligung durch den Heiligen Geist. Ja, das Leben des Christen ist eine Teilhabe am Leben des dreieinigen Gottes selbst. Dies Teilhaben des Menschen am Leben des dreieinigen Gottes ist: die heilig machende Gnade.


aus Josef Pieper/Heinz Raskop: Katholische Christenfibel; Verlag J.P. Bachem Köln; AD 1940; S. 54 (s. Quellen)




Foto: Aufstieg zur Pforte der Basilika von Ottobeuren; privat 

Samstag, 30. November 2013

Weihnachtsmann und Weihnachtskrieg


Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

Vor einigen Jahren hat der amerikanische Nachrichtensprecher Bill O`Reilly einen "War on Christmas", einen „Krieg um Weihnachten“ angekündigt. Sein Kampf gilt den „professionellen Atheisten und Christen-Hassern“, deren Ziel es sei, das Christentum „aus Amerika zu entfernen und uns in eines dieser sinnentleerten Länder zu verwandeln, wie es sie in Westeuropa gibt.“ (SZ, 20.12.2005) Inbegriff des verfälschten Christfestes ist für den streitbaren Amerikaner wie auch für viele Gläubige der „sinnentleerten Länder Westeuropas“ der Weihnachtsmann, jener wohlgenährte, bärtige Alte in rot-weißem Gewand mit Bommelmütze. 

Seine Ursprünge liegen in der Gestalt des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra, dessen besondere Mildtätigkeit ihren Niederschlag in einer Fülle von Legenden gefunden hat. Hochverehrt und innig geliebt in der Christenheit, ist er schon seit unvordenklicher Zeit Mittelpunkt vielfältiger Volksbräuche. Doch nach und nach muß das authentische Bild des großen Bekenners verlorengegangen sein, der in der Christenverfolgung um 310 noch für seine unbeugsame Glaubenstreue Gefangenschaft und Folter auf sich genommen hatte und später auf dem Konzil von Nizäa (325) den Irrlehrer Arius auf das heftigste bekämpft, ihn sogar öffentlich geohrfeigt haben soll. Harter Kampf für die Wahrheit und sanfte Güte schließen einander nicht aus... 

Jedenfalls verwandelte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert der beliebte Heilige in den beleibten Weihnachtsmann, und dieser verdrängte nicht nur den heiligen Bischof, sondern in zunehmendem Maße auch das Christkind. Bald schon sollte er, nicht mehr St. Nikolaus oder der Gottessohn es sein, der die Menschen mit guten Gaben beschenkte. So dichtete bereits um 1840 August Heinrich Hoffmann von Fallersleben den Liedtext:

Morgen kommt der Weihnachtsmann,/ 
Kommt mit seinen Gaben:/ 
Trommel, Pfeife und Gewehr,/ 
Fahn und Säbel und noch mehr,/ 
Ja ein ganzes Kriegesheer,/ 
Möcht’ ich gerne haben...

(Daß in einer späteren Umdichtung aus den Kriegsspielzeugen „bunte Lichter, Silberzier,/ Kind und Krippe, Schaf und Stier,/ Zottelbär und Panthertier“ wurden, entbehrt nicht einer gewissen Komik!)

Die Werbung des Getränkeunternehmens „Coca Cola“ seit dem Jahr 1931 tat das Übrige, dem Siegeszug des Nikolaus-Surrogates internationale, ja globale Dimensionen zu sichern. Einmal auf dieses Niveau herabgesunken, dauerte es nicht mehr lange, bis aus dem noch einigermaßen ernsten und würdevollen Weihnachtsmann schließlich eine spaßige Witzfigur wurde, die in Cartoons bevorzugt als besoffener oder lüsterner Greis in verfänglichen Situationen dargestellt wird. Bar jedes höheren Bezugs, ist er jetzt vor allem für die profitable Nutzung des ehemals christlichen Festes von Bedeutung, wie aus den sinnigen Worten eines Handels-Verbandsprechers zum gut angelaufenen Weihnachtsgeschäft hervorgeht: „Der Weihnachtsmann hält den Schutzschirm über den Einzelhandel.“ (Die Welt, 1.12.2008) Vom Christkind hätte man das vermutlich nicht behauptet. 

Der Protest gläubiger Christen konnte und durfte nicht ausbleiben. In zwei wichtigen Anliegen hat er sich artikuliert: zur Ehrenrettung des verfälschten, verkitschten Nikolaus und zur Wiederherstellung des Weihnachtsfestes mit seinem zentralen Inhalt, der Geburt Jesu Christi. Die erste Richtung vertritt z.B. das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit der großangelegten Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“. Hier werden Informationen über das Leben des heiligen Nikolaus, aber auch Plakate und Aufkleber angeboten, auf denen ein typisches Bild des Weihnachtsmannes mit dickem Rot durchgestrichen ist; darüber sind die Worte „Weihnachtsmannfreie Zone!“ zu lesen. 

Noch grundsätzlicher ist das Anliegen derer, die um des Geheimnisses der Christgeburt willen den falschen Zauber der Warenwelt bekämpfen. Auch von dieser Seite (z.B. dem Innsbrucker Verein Pro Christkind) werden Aufkleber ähnlicher Aufmachung unter das Volk gebracht, auf denen über dem durchgestrichenen Weihnachtsmann steht: „Wir glauben ans Christkind“

Niemand ist verpflichtet, sich einem dieser Vereine anzuschließen oder einen solchen Aufkleber an seinem Auto anzubringen. Doch dürfen wir nicht hinter dem Berg halten mit unserer Ablehnung der leider so massenwirksamen Schändung heiliger Gestalten und höchster christlicher Feste. Wir können uns nicht aus dem Geschehen heraushalten, das der amerikanische Nachrichtensprecher als „Krieg um Weihnachten“ bezeichnete. Wenigstens in unserem Einflussbereich muss klar sein, wer darin den Endsieg davonträgt: Wie David den Riesen Goliath zu Fall brachte, wird die Wahrheit des Christkindes die mächtig aufgeblasene Mär vom Weihnachtsmann zum Platzen bringen. 

 


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Samstag, 9. November 2013

Moral, Moralismus und Moralin

Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

Der christliche Glaube sei kein Moralsystem, sein Symbol nicht der erhobene Zeigefinger, die Kirche nicht eine Institution zur Überwachung der Sitten. Mit moralinsauren Predigten erwecke man niemanden zu Begeisterung und Hingabe. Daher solle man den Menschen nicht mit Verboten zu Leibe rücken, sondern ihnen vor allem anderen von Jesus Christus, dem Herrn und Erlöser, und von seiner barmherzigen Liebe erzählen.

So weit, so gut. Es ist wahr, dass der Moralismus der echten Moral schadet, manchmal mehr als offene Unmoral. Denn worin liegt der Unterschied zwischen Moral und Moralismus? In einer Umkehrung der Verhältnisse. Moral richtet sich nach dem Grundsatz Agere sequitur esse, „Das Handeln folgt dem Sein.“ Christliches Handeln ergibt sich also aus dem christlichen, getauften Sein: aus der Gotteskindschaft, durch die wir Anteil an der göttlichen Natur haben (2 Petr 1,4), und aus der Gliedschaft am Leib Christi, der Kirche. Als derart erhöhte und beschenkte Geschöpfe sollen wir auch unserem neuen Sein entsprechend leben.

Der hl. Papst Leo der Große gibt eine treffliche Zusammenfassung christlichen Moralverständnisses: „Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden, kehre nicht zu der alten Erbärmlichkeit zurück und lebe nicht unter deiner Würde. Denk an das Haupt und den Leib, dem du als Glied angehörst! Bedenke, daß du der Macht der Finsternis entrissen und in das Licht und das Reich Gottes aufgenommen bist." (vgl. KKK 1691)

Solchem Primat des Seins vor dem Handeln widersetzt sich der Moralismus. Er stellt die Forderung auf, wir müssten zuerst einmal als anständige, sittliche Menschen handeln, um dann auch Christen sein zu können, und verbindet damit viele Einzelforderungen, die rasch zu einem unüberschaubaren Katalog der Gebote und Verbote anschwillen. Deutlich ins Hintertreffen geraten dabei die Tatsachen, dass Gott uns zuerst geliebt hat (1 Joh 4,19) und Jesus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren (Röm 5,6), dass also die Erwählung, Erlösung und Erhöhung des Menschen – und nicht ein riesenhafter Verhaltenskodex – Grundlage, Mitte und Ziel des christlichen Lebens bilden. Unser Glaube bringt daher die Ablehnung des Moralismus mit sich und unser guter Geschmack die Abneigung gegenüber allem, was sich mit dem Kunstwort „Moralin“ verbindet: penetrante, hochdosierte, oft ungenießbar-salbungsvolle Sittenpredigt.

Und dennoch, der christliche Glaube ist zutiefst mit sittlichen Anforderungen verbunden. Im Alten Testament tut der Herr dem erwählten Volk seinen Namen kund und schließt mit ihm seinen Bund, nicht ohne es durch sein Gesetz in die Pflicht zu nehmen. Leben mit Gott und Einhalten seiner Gebote sind seither untrennbar miteinander verbunden. Bei Jesus Christus ist es nicht anders: Nur der liebt ihn in Wahrheit, der auch seine Gebote hält (vgl. Joh 14,21); Gebote, die bekanntlich alles andere als anspruchslos sind.

Nicht selten gewinnt man den Eindruck, manche Kirchenvertreter vermieden es tunlichst, von Moral zu sprechen (ausgenommen die Worte zu sozialer und wirtschaftlicher Moral, die niemandem wehtun), um nicht in Moralismusverdacht zu geraten. Ihre Predigten beschwören unablässig die Freude am Erlöstsein. Die „Nur keine Angst haben!“-Aufrufe und die Ermunterung, möglichst alles positiv zu sehen, erinnern an Animationen eines Psychocoachs. Vom Ernst der Gebote und den Konsequenzen ihrer Übertretung hört man in solchen Zusammenhängen wenig bis nichts.

Mehrere Irrtümer dürften dem zugrunde liegen: a) die Verwechslung authentischer christlicher Moral mit dem beschriebenen, zutiefst unchristlichen Moralismus; b) die illusorische Meinung, mit Freudenappellen allein lasse sich die Schwerkraft der Sünde überwinden; c) das Vergessen des Verblendungszusammenhanges, in dem sich der Sünder befindet und der ihn weitgehend unfähig macht, die Herrlichkeit des Glaubens recht zu erkennen; d) das Übersehen der Tatsache, dass der heilsame Schrecken, der sich bei einer starken Verkündigung der göttlichen Gebote einstellen mag, für die Zuhörer eine lebensverwandelnde Gnade bedeuten kann.

Jedenfalls stimmt es traurig, wenn bei katholischen Großveranstaltungen mit jungen Menschen nicht auch die Gelegenheit ergriffen wird, ihnen einige sehr konkrete Dinge für ihr christliches Leben mitzugeben. Diese könnten z.B. die Treue zum unverkürzten katholischen Glauben und den regelmässigen Gottesdienstbesuch betreffen, ebenso die Voraussetzungen für einen würdigen Kommunionempfang, den Schutz des Lebens, die gottgewollte Ordnung im Bereich des Geschlechtlichen sowie den Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Solche moralismus- und moralinfreie Moralverkündigung ist notwendig und wendet viele Not.



Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)




Weiteres zum Thema "Moral im Christenleben":

Montag, 23. September 2013

Gedanken über das christliche Menschenbild



Thomas von Aquin, der große Magister der abendländischen Christenheit, hat sich dafür entschieden, das christliche Menschenbild in sieben Thesen auszusprechen, die man folgendermaßen wiedergeben kann:
Erstens: der Christ ist ein Mensch, der - im Glauben - der Wirklichkeit des dreieinigen Gottes inne wird.

Zweitens: der Christ spannt sich - in der Hoffnung - auf die endgültige Erfüllung seines Wesens im Ewigen Leben.

Drittens: der Christ richtet sich - in der göttlichen Tugend der Liebe - mit einer alle natürliche Liebeskraft übersteigenden Bejahung auf Gott und den Mitmenschen.

Viertens: der Christ ist klug, das heißt, er lässt sich den Blick für die Wirklichkeit nicht trüben durch das Ja oder nein des Willens, sondern er macht das Ja oder Nein des Willens abhängig von der Wahrheit der wirklichen Dinge.

Fünftens: der Christ ist gerecht, das heißt, er vermag in Wahrheit "mit dem andern" zu leben, er weiß sich als Glied unter Gliedern in der Kirche, im Volk und in aller Gemeinschaft.

Sechstens: der Christ ist tapfer, das heißt, er ist bereit, für die Wahrheit und für die Verwirklichung der Gerechtigkeit Verwundungen und, wenn es sein muss, den Tod hinzunehmen.

Siebentens: der Christ hält Maß, das heißt, er lässt es nicht zu, dass sein Haben-wollen und sein Genießen-wollen  zerstörerisch und wesenswidrig wird. 

Diese sieben Thesen bedeuten, dass die Ethik der klassischen Theologie als Darlegung des Menschenbildes wesentlich Tugendlehre ist, näherhin: dass sie das Schrift-Wort von der Vollkommenheit des Christen interpretiert durch das siebenfältige Bild der drei göttlichen und der vier Kardinaltugenden.

Es ist, glaube ich, eine nicht unwichtige Bemühung, dieses großgeartete, aber vielfach verblasste und, noch schlimmer, vielfach übermalte Fresko des Menschenbildes der klassischen Theologie  dem Gemeinbewusstsein unserer Zeit wieder in seiner ursprünglichen Gestalt vor Augen zu bringen.

Nicht um eines "historischen Interesses" willen, nicht um festzustellen und zu zeigen, "wie es eigentlich gewesen ist", sondern: weil diese Interpretation des letzten menschlichen Richtbildes nicht nur gültig geblieben ist, sondern weil es, wie ich glaube, gradezu lebensnotwendig für uns ist, dieses Menschenbild wieder klar zu sehen und zu bejahen.


Josef Pieper in: "Über das christl. Menschenbild"; Verlag Jakob Hegner Leipzig; S. 13 ff 

Mittwoch, 1. Mai 2013

Die Arbeit als Verherrlichung Gottes


"Die Arbeit ist Gottes Auftrag und Teilnahme an seinem Schöpfungswerk. Jede Arbeit, die in diesem Geiste verrichtet wird, ist sittlich gut und eine Verherrlichung Gottes.

Die Härte und Unerbittlichkeit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse bringen es mit sich, dass nicht jeder einen Beruf finden wird, der seinen Neigungen und Fähigkeiten allseits entspricht. Nicht wenige werden mit einem sogenannten Zwangsberuf Vorlieb nehmen müssen.

Für Christen jedoch, der an Gottes liebevolle Vorsehung glaubt, ist jeder Beruf ein Ruf Gottes, mag er bedeutsam oder untergeordnet sein, mag er unseren Neigungen entsprechen oder wie ein Kreuz auf uns liegen.

Gott ruft den Menschen nicht nur durch das, was er ihm gibt, (Anlagen, Tauglichkeiten, Fähigkeiten, Neigungen), sondern auch durch das, was er ihm schickt (Krankheit, Kriegsfolgen, widrige wirtschaftliche und soziale Verhältnisse usw.)."

Joseph Höffner: Christliche Gesellschaftslehre; S. 120 (s. Quellen)


Heiliger Joseph, Mann der Arbeit,
Bräutigam der allerseligsten Jungfrau Maria
und Pflegevater Jesu Christi,
bitte für uns und all diejenigen, die keinen 
oder keinen sie zufriedenstellenden Arbeitsplatz haben!


+      +      +

 
via kath.net:

 

O Maria, Patrona Bavariae, bitte für uns!


Maria, du mächtige Jungfrau, du bist die hohe, ruhmvolle Schützerin der Kirche, die wunderbare Hilfe der Christen. Du bist furchtbar wie ein zum Kampfe gerüstetes Kriegsheer. Du allein hast alle Irrlehren auf der ganzen Welt vernichtet. In unseren Nöten, unseren Kämpfen, unseren Bedrängnissen schütze uns wider den Feind, und in der Stunde unseres Todes nimm unsere Seele auf in den Himmel. Amen.
(Gebet des hl. Johannes Bosco)

Heilige Maria, Schutzfrau Bayerns, bitte für uns!



Samstag, 13. April 2013

Abenteuerliches Herz

„Lebe wild und gefährlich!“ „Dein Leben sei ein Abenteuer!“ Sätze wie diese wurden jungen Menschen vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerne mit auf den Weg gegeben. „Wild und gefährlich leben“, das galt als das Gegenstück zur spießbürgerlichen Existenz, also zu jenem braven Dasein, das weithin auf den immer gleichen Gleisen dahinläuft, voraussehbar und langweilig, da ihm das Aufregende, Unberechenbare, Gefährliche fehlt. Das „abenteuerliche Herz“ (Ernst Jünger) aber will nicht bloß vor sich hin vegetieren, sondern sehnt sich nach einer Fülle an Erlebnis und Erfahrung. Es kann sich mit der ruhigen Wohlanständigkeit, den Konventionen und Sicherheitsbedürfnissen der Allermeisten nicht abfinden und gibt dem Riskanten selbst dann den Vorzug, wenn es zum Scheitern führt. Lieber ein heroischer Untergang als ein kümmerliches Überleben!

Mit dieser Auffassung war oft die Meinung verbunden, gerade christliches Leben sei eine Ausgeburt und typische Erscheinungsweise des verachteten Spießertums. Das verwundert nicht auf dem Hintergrund des Kulturprotestantismus jener Zeit, der es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt hatte, anständige Bürger für den Staat heranzuziehen. Über einen engen, auf das Diesseits ausgerichteten Moralismus hinaus war von diesem Christentum nicht viel zu erwarten. Aber auch die Katholiken wurden von den Angriffen der jungen Wilden nicht verschont. Allsonntäglich fromm zur Kirche gehen zu müssen, um eine Heilige Messe „mit Andacht zu hören“; religiöse Pflichten gehorsam einzuhalten und zu erfüllen; schwere und auch lässliche Sünden tunlichst zu vermeiden; nicht hoch hinaus zu wollen, sondern immer schön recht demütig bleiben zu sollen: Was wäre daran wohl abenteuerlich zu nennen, wo doch alles ausgeschlossen ist, was Spannung verheißen könnte?

Allerdings hätten sich die Kritiker christlich-katholischen Lebens schnell eines Besseren belehren können. Ein Blick in das Neue Testament, zumal die Apostelgeschichte oder die Paulusbriefe (beispielhaft: die autobiographischen Bemerkungen des Völkerapostels in 2 Kor 11,23-12,10), ein wenig Einsicht in die frühkirchlichen Märtyrerakten, etwas Lektüre wirklichkeitsnaher (also nicht nur klischeehaft-erbaulicher) Darstellungen von Heiligenleben und vor allem: nur ein Quentchen eigener Erfahrung des Ringens im Einsatz für das Reich Gottes in uns und um uns – das müsste eigentlich schon ausreichen, jedem dieser vorschnellen Beurteiler klar zu machen, dass es dem Gläubigen um ganz anderes als ein Dasein eng umzirkelter Sittsamkeit und selbstgenügsamer Frömmigkeit geht.

Man braucht dem Christenleben nicht nachträglich und künstlich den Anstrich des Heroischen und Gefahrvollen zu geben. Die Reisen und Kämpfe eines Paulus, Athanasius und Franz Xaver, der totale Einsatz einer Katharina von Siena und Birgitta von Schweden, das Blutzeugnis von Stephanus und Ignatius von Antiochien, von Agnes und Caecilia bis zu Maximilian Kolbe und den ungezählten Märtyrern junger und jüngster Zeit, aber auch das Durchwandern schwerster Prüfungsnächte im Leben eines Wüstenvaters Antonius, eines Johannes vom Kreuz und einer Theresia von Lisieux – alles das gibt Zeugnis vom hohen Abenteuerpotential gelebten Glaubens.

Mit Fug und Recht kann man sagen: Wo der Anruf Gottes aufgenommen wird, da hört ein spießig-kleinkariertes Leben auf. Es beginnt ein Leben in Fülle, wie es der Herr selbst verheißen hat (Joh 10,10). Weil dieses jedoch von den Mächten des unerlösten Ego, von der häufig verdorbenen Umgebung und von unsichtbaren Feinden, also von „Fleisch, Welt und Teufel“, bedroht wird, steht es immer im Zeichen des Kampfes. Zuerst muss das Erdreich des Herzens gepflügt und umgebrochen, Schädliches und Hinderliches gejätet, ausgerissen und vernichtet werden. Dabei bewahrheitet sich das Sprichwort: „Sich selbst bekriegen, der schwerste Krieg – sich selbst besiegen, der herrlichste Sieg.“ Sodann stößt der Christ auch mit der Welt und ihren völlig anders gearteten Maßstäben zusammen, erlebt Un- und Missverständnis, Spott, versteckte und offene Feindschaft. Nur ein starkes und weites Herz übersteht solches, ohne dabei durch Verhärtung, Verbitterung oder Vergiftung geschädigt zu werden. Und nicht zuletzt stehen dem Jünger des Herrn die Fallstricke Satans, seine Lockungen und Quälereien bevor.

Fades Christenleben? Es ist ein Teil der Propaganda des Lügners von Anbeginn, die Sünde als das Interessante, die Tugend als das Langweilige hinzustellen. Tatsächlich aber ist Sünde nicht das Vitamin, sondern eher ein Narkotikum der Seele, ein Betäubungsgift, das dem Herzen den Schwung nimmt und es in gefährlichen Schlaf versetzt, während die echte Tugend von Kraft und Saft strotzt, dem Dasein Farbe und Profil verleiht und es in Spannung hält. Ein abenteuerliches Herz kennt die Wahrheit des Verses von Angelus Silesius: „Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon.“ Und es beherzigt daher die Mahnung der heiligen Theresia von Avila: „Die ihr Soldaten Christi seid, ruhet nicht, ruhet nicht, denn es gibt keinen Frieden auf Erden!“

  P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS) 
- Bild: Messfeier am Amazonas; ca. 1957

Samstag, 2. März 2013

Die Tugend der Tapferkeit - oder: der Starkmut


Von Pater Bernward Deneke  FSSP, Wigratzbad

„Glauben Sie mir, lieber Mitbruder.“ Der betagte Priester, ein emeritierter Universitätsprofessor und bewährter Zeuge für den unverfälschten katholischen Glauben, sprach eindringlich, fast feierlich zu mir. „Glauben Sie mir: Eines werden Sie unter den Geistlichen nur sehr selten finden, und das ist – Mut. Es sucht doch letztlich fast jeder seine warme Ecke, in der er in Ruhe gelassen wird.“ 

Diese Worte, vor vielen Jahren gesprochen, klingen in meinem Geist bis heute nach. Sie gehören zu der Art von Aussagen, bei denen es nicht nur auf den Inhalt ankommt, sondern auch darauf, wer sie gemacht hat. Und wenn es sich dabei, wie in unserem Fall, um einen Streiter handelt, der in der krisendurchschüttelten Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil unermüdlich für die Wahrheit eingestanden ist, der dabei schwere persönliche Nachteile auf sich genommen hat und viele Enttäuschungen erleben musste, der aber dennoch ungebrochen und aufrecht blieb, dann gewinnen die Worte erheblich an Gewicht. 

Die Tugend des Mutes, auch Starkmut oder Tapferkeit genannt, ist tatsächlich ebenso wichtig wie selten. Und das nicht nur unter Klerikern. Als Kinder Adams sind wir doch alle zunächst einmal geneigt, das Angenehme dem Unangenehmen vorzuziehen, selbst dann, wenn die Stimme der Einsicht und des Gewissens von uns verlangt, in einen Kampf auszuziehen, also die warme Ecke mit der umtosten Front zu vertauschen. 

Nach dem heiligen Thomas von Aquin besteht die Tugend des Starkmutes aus zwei Elementen, einem aktiven, ja „aggressiven“, und einem passiven. „Ardua aggredi et sustinere – Schwieriges in Angriff nehmen und durchstehen“, so bringt der Kirchenlehrer die Sache auf den Punkt. Der Tapfere ist demnach ein Mensch, der vor anspruchsvollen, riskanten Aufgaben nicht kneift, der sie vielmehr entschlossen angeht.

Und er ist einer, der das begonnene Unternehmen durchsteht, sich dabei nicht durch Hindernisse, Gefahren und Niederlagen entmutigen lässt. Der schließlich auch bereit ist, geduldig für das hohe Ziel seines Einsatzes zu leiden. Erstaunlich, aber wahr: Das geduldige Leiden – nicht nur das tapfere Streiten – ist eine Erscheinungsform des Starkmutes, und zwar eine besonders anspruchsvolle und kostbare! 

Allerdings tritt die Tugend der Tapferkeit niemals allein auf. Als eine der vier Kardinaltugenden wirkt sie stets mit den drei anderen, also mit der Klugheit, der Gerechtigkeit und der Mäßigkeit, zusammen. Friedrich Schiller hat in seinem berühmten Gedicht „Die Glocke“ die Auswirkungen einer unerleuchteten, ungezügelten Entladung von Kraft überaus anschaulich im Bild des Glockengusses dargestellt: 
Der Meister kann die Form zerbrechen
mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
doch wehe, wenn in Flammenbächen
das glühnde Erz sich selbst befreit!

Blindwütend mit des Donners Krachen
zersprengt es das geborstne Haus,
und wie aus offnem Höllenrachen
speit es Verderben zündend aus;
wo rohe Kräfte sinnlos walten,
da kann sich kein Gebild gestalten …

Wie für die anderen Tugenden gilt eben auch für die Tapferkeit der Grundsatz „In medio stat virtus“: Die Tugend steht in der Mitte zwischen Extremen. In unserem Fall ist es die Mitte zwischen der Tollkühnheit und der Feigheit. 

Nicht wenige junge oder innerlich junggebliebene Christen träumen von großen Taten für das Reich Gottes, von mutigem Einsatz bis zur höchsten Aufgipfelung des Starkmutes, dem Martyrium. Freilich ist zu bedenken, dass die Würfel in Sachen Tapferkeit nicht erst da fallen, wo es um Bekennermut und Heldentum vor den Menschen geht.

Die Entscheidung fällt weitaus früher: Im Bereich unseres ganz persönlichen und weithin verborgenen Lebens erweist es sich, ob wir ein abenteuerliches Herz haben, das die Trägheit unserer Natur überwindet und uns auf das Gute hin in Bewegung setzt, oder ob wir uns von den tausenderlei Schwierigkeiten, Bedenken und Befürchtungen davon abhalten lassen.

Es ist jedenfalls schwer vorstellbar, dass ein Christ sich vor der Welt durch heroisches Zeugnis auszeichnen wird, der nicht bereit ist, den Kampf gegen die widerspenstige Kraft in sich zu führen, die der Volksmund so anschaulich den „inneren Schweinehund“ nennt. Dem behäbigen Egoisten fehlt die anspornende Erkenntnis: „Sich selbst bekriegen: der schwerste Krieg – sich selbst besiegen: der herrlichste Sieg.“ 

Wer realistisch seine hohe Berufung als Christ und die feindlichen Mächte in sich und um sich herum erwägt, der könnte in Resignation und Verzweiflung sinken: „Bin ich nicht viel zu schwach schon für die Aufgabe, mein eigenes Leben dem Leben meines Herrn gleichförmig zu machen, geschweige denn für einen erfolgreichen Einsatz in der Welt?“ Hier ergeht an alle Menschen guten Willens die frohe Botschaft: Wir haben nicht allein zu streiten! Gott kommt uns mit Seiner Stärke zu Hilfe; ja Er will Seine Kraft gerade in unserer Schwachheit zur Vollendung bringen (vgl. 1 Kor 12,9).

Deshalb haben wir im Sakrament der Firmung die Sieben Gaben des Heiligen Geistes empfangen, unter denen auch die der Stärke ist. Der Geist Gottes also hilft unserer Schwachheit auf (vgl. Röm 8,26). Das freilich entbindet uns nicht vom eigenen Einsatz. Aber die Kraft von oben macht es uns sehr viel leichter, die warme Ecke der Ängstlichen und Trägen zu verlassen, um Zeugen zu werden für Gottes Reich.




 Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Samstag, 23. Februar 2013

Distanz und Diskretion


Es „wird alles, was ein jeder tut, treibt, dichtet, ja was er vorhat, in’s Öffentliche geschleppt. Niemand darf sich freuen oder leiden als zum Zeitvertreib der übrigen; und so springt’s von Haus zu Haus, von Stadt zu Stadt, von Reich zu Reich, und zuletzt von Weltteil zu Weltteil...“ 

Nicht ein Zeitkritiker des 20. Jahrhunderts, sondern der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe schrieb diese Worte nieder, und das schon vor bald 200 Jahren (Maximen und Reflexionen Nr. 39). Konnte er damals die Möglichkeiten von Fernsehen und Internet erahnen? Sah er die sensationslüsterne Berichterstattung in den Medien unserer Tage voraus? Die TV-Shows, in denen Menschen ihr Intimstes vor der genussvoll zusehenden Öffentlichkeit ausbreiten? Die Internetforen, die jedem noch so peinlichen und dummen Auftritt ein Podium vor weltweitem Publikum sichern? 

Jedenfalls betrachtete Goethe die Entwicklungen nicht mit Freude. Zu groß dachte er von der Würde des Menschen und dem Adel seines Geistes, als dass er die vulgäre Erniedrigung durch distanzlos-indiskrete Selbst- und Fremdenthüllungen hätte hinnehmen können. 

Bekanntlich war Goethe kein bekenntnis- und kirchentreuer Christ, vielmehr ein überkonfessioneller Freidenker. Dennoch – oder sollte man nicht besser sagen: umso mehr – hat seine Einstellung in diesen Fragen auch für den Katholiken Bedeutung.

Denn die göttliche Offenbarung überbietet doch bei weitem alles, was Dichter und Denker ohne Bezug zum christlichen Glauben vom Menschen, seinem Wesen und seiner Bestimmung erkennen konnten: Dass wir nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen sind (Gen 1,27); dass uns Christus durch Sein Erlösungswerk ein neues, übernatürliches Sein geschenkt hat und wir der göttlichen Natur teilhaftig sind (2 Petr 1,4); dass wir in Ihm, dem eingeborenen Sohn, nicht nur Kinder Gottes heißen, sondern es auch sind (1 Joh 3,1); dass der Heilige Geist uns zu Seinem Tempel konsekriert hat (1 Kor 6,19); dass wir zu Erben des himmlischen Reiches bestimmt sind (Röm 8,17), wo sich unsere eigentliche, ewige Heimat befindet (Phil 3,20) – diese Tatsachen rücken den Menschen noch viel höher, als es der enthusiastische Jubel der Humanisten, Aufklärer und Existenzialisten über Freiheit und Selbstbestimmung des Individuums vermag.

Unsere Auffassung von der menschlichen Natur wirkt sich wie von selbst in unserem Verhalten aus. Folglich müsste uns der Glaube ehrfürchtig stimmen gegenüber dem Persongeheimnis jedes Menschen und uns davor zurücktreten lassen wie vor etwas Heiligem, das es zu hüten gilt, anstatt es der Entweihung preiszugeben. Das wäre eine Diskretion, weit entfernt von wichtigtuerischer Geheimniskrämerei; eine Distanz, die aber doch nichts mit kalter Distanziertheit zu tun hat, sondern im Gegenteil aus liebender Hochachtung vor dem anderen hervorgeht. 

Besonders in der gottesdienstlichen Tradition und in den alten Ordensregeln zeigt sich, wie sehr das katholische (und ebenso das ostkirchliche) Christentum von dieser Haltung geprägt und durchdrungen ist. Die tiefe Reverenz vor Gott findet ihre direkte Entsprechung in einem ehrfürchtig-verhaltenen Umgang mit den anderen Christen, die als Glieder am Mystischen Leib des Herrn hoher Wertschätzung würdig sind. Vom Heiligtum der Kirchen und Klöster aus aber spannt sich der Zirkel bis zu den Enden der Erde und bezieht letztlich alle Menschen in den Kreis solcher Liebe ein, da sie ja vom Schöpfer persönlich gewollt und gerufen sind und der Erlöser für sie Sein kostbares Blut vergossen hat. 

Bedenkt man das, so bemerkt man die Schieflage, in die sich nicht nur die Enthüllungsexzesse der neuheidnischen Medienwelt, sondern auch manche indiskreten und distanzlosen Umtriebe unter Christen begeben. Erinnert sei an die wortreichen Selbstzeugnisse, das verbreitete „Auspacken“ inneren Erlebens und Erfahrens vor anderen. Diese aus dem amerikanischen Pfingstlertum stammende Prozedur hat der scharfzüngige Jesuit Johannes Leppich einst passend als „Seelen-Striptease“ bezeichnet. Anerkannte geistliche Autoren warnen mit Nachdruck davor; denn wie im Winter die Wärme eines Hauses durch die geöffneten Fenster verfliege und die Kälte eindringe, so verliere sich bei ungeschützter Eröffnung des Inneren oft die Gottverbundenheit, Liebe und Demut, während sich Eitelkeit und Selbstüberschätzung einschleiche. Wie anders die adventliche Gottesmutter, die das größte aller Geheimnisse mit demütigem Schweigen umgibt! 

Jedenfalls soll der katholische Mensch in seinem ganzen Wesen und Betragen ein heilsames Gegengewicht zu der distanzlosen und indiskreten Mentalität darstellen, vor der schon Goethe hellsichtig gewarnt hat.

P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

 

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- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)
- Bild: Maria, die Knotenlöserin; Augsburg

Samstag, 26. Januar 2013

Kirche und Karneval


Im Laufe der christlichen Jahrtausende ist der Schatz an liturgischen Festen stetig gewachsen. Dabei hat die Kirche ihre wahrhaft katholische Überlegenheit oft gerade darin erwiesen, dass sie Bräuche, die dem Heidentum entstammten, ihrem eigenen Kult einverleibte.

Gewiss mussten diese Traditionen zuerst von allen irrigen, abergläubischen und krausen Elementen gereinigt werden, um eine geeignete Ausdrucksform für christliche Glaubensgeheimnisse sein zu können. War das aber geschehen, so bestand kein Grund mehr, sich über den heidnischen Ursprung solcher Feste und Bräuche zu beunruhigen. 

Es bereitet uns z.B. keine Schwierigkeiten, dass Weihnachten seinen Platz bei der winterlichen Sonnenwende gefunden hat, da es ja wirklich den Aufgang des wahren Lichtes bedeutet. Ebenso wenig stören wir uns daran, dass Ostern bei uns mit dem Frühlingsanfang zusammenfällt, hat doch der Gekreuzigte und Auferstandene mit Sünde, Tod und Teufel die eigentliche, tiefste Kälte und Finsternis besiegt und der Kreatur Keime zu neuem Leben, neuem Erblühen verliehen.

Die heidnischen Kulte, die diese Etappen des Jahreszyklus einst markierten, sind also nun im christlichen Mysterium überwunden und überhöht worden. Bei anderen unserer Feste und Bräuche stößt man ebenfalls, gräbt man nur tief genug, auf vorchristliche Ursprünge ähnlich den Resten römischer Tempel, auf denen die Christenheit dem wahren Gott Kirchen erbaute. 

Auch in unseren Tagen gibt es das Bemühen, den liturgischen Reichtum zu vermehren, und wieder greift man auf heidnisches Erbe zurück: Fastnacht zieht in unsere Gotteshäuser ein! Karnevalistische Aufzüge machen längst nicht mehr vor dem Kirchenportal halt, sondern marschieren oft in grell-bunter Aufmachung und mit Trara, lärmend und lachend hinein in den geweihten Raum. Die Gestaltung des Gottesdienstes hat sich dem natürlich anzupassen; denn in einem fastnachtlich geschmückten Rahmen und vor maskierter Gemeinde wirken der streng liturgisch gewandete Geistliche und die messbuchgetreu gehaltene Liturgie nun einmal reichlich deplaziert. Versteht sich von selbst, dass von der Predigt bei derartigen Feiern anderes erwartet wird als Lehre, Ermahnung und Erbauung. 

Aber vielleicht sollte man die Fastnachts-Unruhe an heiliger Stätte einfach durchhalten? Es bedarf nun einmal einiger Zeit, bis die Assimilation heidnischen Erbes – in diesem Fall der alten Wintervertreibung und Begrüßung des wiederkehrenden Frühlings, durchsetzt mit Spuren des germanischen Julfestes und der römischen Saturnalien – in das kirchliche Leben geglückt ist. Dann aber wird das „Fest des heiligen Karneval“ seinen Platz innerhalb des liturgischen Jahres mit friedlicher Selbstverständlichkeit behaupten… 

Allerdings hatte die Fastnacht schon in die christliche Kultur Einzug gehalten, bevor man an Narrenmessen und dergleichen überhaupt nur zu denken wagte. Darauf weist auch die Deutung von „Fas(t)nacht“ als „Nacht vor dem Fasten“ hin (eine andere ist die von mittelhochdeutsch „vasen“ = „umherschwärmen, ausgelassen sein“). Dem entspräche auch die Herleitung des „Karneval“ von „carne vale“ = „Fleisch, lebe wohl!“, die sich neben derjenigen von „carrus navalis“ = „Schiffswagen“ gut behaupten kann und ausserdem zu dem Fastnachtsschlager passt: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei…“ 

Karneval als betont weltliche Feierlichkeit unter Christen, bei der man sich vor der vierzigtägigen Fastenzeit noch einmal, gleichsam „zum Abgewöhnen“, den Genüssen des Lebens überließ, sich verkleidete und der Ausgelassenheit frönte, hat es also auch früher schon gegeben, und es ist bemerkenswert, dass sich hier gerade katholische Gegenden – in Deutschland Köln und Mainz – besonders hervortaten.

Die Kirche betrachtete das Treiben mit einem wohlwollenden und einem gestrengen Auge. So wäre es mancherorts undenkbar gewesen, dass nicht auch der Herr Pfarrer in Form einer geist- und humorvollen Büttenrede (freilich: außerhalb des Gotteshauses!) seiner karnevalistischen Pflicht entsprochen hätte. Zugleich aber sühnte man an den drei wildesten Tagen anbetend vor dem Allerheiligsten, die Priester erhielten für die Beichte weitreichende Absolutionsvollmachten und die Gläubigen besondere Ablässe für den Kirchenbesuch. 

In dieser Haltung erkennen wir die Weisheit der Kirche. Der Versuch hingegen, die Fastnacht zu „liturgiesieren“, ist in jeder Hinsicht verfehlt. Im Heiligtum hat das karnevalistische Treiben nichts zu suchen. Die unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Jesu Christi zur spaßigen Veranstaltung zu machen, bedeutet nicht, Heidnisches christlich zu überhöhen, sondern das Christentum neuheidnisch zu erniedrigen!


P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad 


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)




Foto: Narrensprung in Weingarten; Andreas Praefcke; wikimedia commons


Donnerstag, 17. Januar 2013

Unverständnis für Lebensschutz nach Missverständnis in Köln

Nachdem ich diesen unsachlichen Kommentar gelesen habe - der Verfasser Joachim Frank, Chefkorrespondent des Kölner Stadtanzeigers, spricht von "Abgebrühtheit, Lebensferne und Weltfremdheit" der katholischen Kirche - und weitere Beiträge des vorgenannten Mediums zu dem Fall einer möglicherweise vergewaltigten jungen Frau, der in zwei katholischen Kliniken Kölns eine Untersuchung zur Sicherung von Beweismitteln versagt wurde, weil damit eine für solche Fälle obligatorische Empfehlung der Einnahme von RU 486 einhergeht (hier, hier und hier), drängt es mich zu einer kleinen Anmerkung zum Sachverhalt.

Der Tatbestand:
"Wie Erzbistumssprecher Christoph Heckeley bestätigt, ist in katholischen Kliniken eine Notfallkontrazeption grundsätzlich ausgeschlossen. Sie widerspreche den ethischen und moraltheologischen Grundsätzen der katholischen Kirche. Warum die beiden Kliniken auch die Spurensicherung abgelehnt hätten, entziehe sich seiner Kenntnis. Grundsätzlich gelte, dass man Frauen, die beides verlangten, an ein anderes Krankenhaus verweisen müsse." (KStA, 17.01.2013)

Wie nachzulesen ist, haben sich inzwischen die Klinikleitungen für die Nichtbehandlung der jungen Frau öffentlich entschuldigt, da in diesem Fall die Beratung und Verschreibung der Abtreibungspille bereits von der überweisenden Ärztin getätigt wurde und somit den Klinikärzten nicht zugemutet worden wäre. Das Erzbistum Köln hat klargestellt, dass nach wie vor auch Frauen nach einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern vollumfänglich behandelt werden und ihr Vertrauen bekräftigt, dass die jeweiligen Träger der Krankenhäuser dafür Sorge tragen, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholt.

Nun aber entlud sich das Unverständnis und die Kritik an der katholischen Kirche und den beteiligten Ärzten nicht nur wegen der Nichtbehandlung der jungen Frau, sondern vor allem wegen der grundsätzlichen Haltung der katholischen Kirche, hier insbesondere die des Kölner Kardinals zu lebensschützenden Maßnahmen. 

Die katholische Kirche verteidigt das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Katholische Einrichtungen, z. B. Krankenhäuser, sind diesem Anspruch verpflichtet, ebenso wie Ärzte, Ärztinnen und andere Angestellte. Mitarbeiter katholischer Einrichtungen haben sich in Freiheit für den Dienst in solch einem Haus entschieden, nicht selten aus eigener christlicher Überzeugung und Verantwortung. 

Wie also kann man von einem Arzt, einer Ärztin, einem Mitarbeiter eines katholischen Krankenhauses verlangen, dass er ungeborene Kinder tötet (abtreibt) oder einer Patientin ein Mittel verabreicht, das einzig dazu gedacht ist, eine möglicherweise entstandene Schwangerschaft (und sei es durch das traurige Unrecht einer Vergewaltigung) zu beenden? Niemand kann von dem Arzt, der Ärztin verlangen, einer Frau bei der Vernichtung ihres Kindes zu helfen und auch nicht, ihr zu erklären, wie sie das am besten macht.

Nebenbei bemerkt ist das keine ausschließlich katholische Einstellung sondern bereits der  Eid des Hippokrates bestätigt die Unvereinbarkeit  des ärztlichen Standesethos mit der Abgabe eines abtreibenden Mittels. Der Hippokratische Eid wird auch in den kritischen Leser-Kommentaren angeführt, dort allerdings interessanterweise als Alibi für die gegenteilige Auffassung.

Ob dieses kompromisslosen Einsatzes für das Leben weht der Kirche und ihren Gläubigen der Wind von manchen Mitbürgern eiskalt ins Gesicht. Viele - und wohl auch durch die mangelnde Bindung an die Kirche werden es immer mehr - haben kein Verständnis dafür, dass Katholiken ihrem Gewissen verpflichtet sind, und dass das Gewissen ihnen die Tötung eines Menschen, und sei es auch ein ungeborener, untersagt.

Die katholische Kirche und ihre Gläubigen sind in der Gesellschaft deshalb ein nicht zu unterschätzender, rettender Fels in der Brandung einer immer weiter um sich greifenden Kultur des Todes. Bei ihnen können In-Not-Geratene mit Hilfe rechnen, die keine faulen Kompromisse einschließt, sondern die in aller Eindeutigkeit zum Leben steht.

Nichts rechtfertigt die Tötung eines Kindes, auch nicht das Entstandensein durch eine Vergewaltigung. Scheint die Situation zunächst auch für die betroffene Frau, für das Mädchen, erschreckend und ohne Perspektive: es gibt immer eine bessere Lösung als ein Kind zu töten.



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