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Mittwoch, 26. November 2014

Slowakische Bischöfe: Gefährliche Gender-Ideologie entspringt der Kultur des Todes

Vor fast genau einem Jahr haben sich die slowakischen Bischöfe in ihrem Hirtenbrief zur Adventszeit mit dem Thema der göttlichen Einrichtung der Familie und der Lüge der Gender-Ideologie befasst. Immer drängender wird das Thema auch bei uns in Deutschland. Durch die Verankerung der Gender-Ideologie in Gesetzen und Verwaltung kann sich fast niemand den Einflüßen entziehen. Gibt es noch Verwaltungen, in denen es keine "Gleichstellungsbeauftragte" gibt, die emsig dafür Sorge trägt, dass immer und überall "gegendert" wird (und nicht nur das)?

Selbst in kirchlichen Verwaltungen wird angestrebt, "Geschlechtergerechtigkeit (im Sinne von Gender Mainstreaming als handlungsleitender Maxime) zu einem prägenden Merkmal kirchlicher Unternehmenskultur zu machen" (z. B., aber nicht nur, in der Erzdiözese Bamberg). Bischöfe und Verantwortliche in der Kirche haben die Gefahren des widernatürlichen Genderismus noch nicht erkannt - oder ignorieren sie.

Die zum katholischen Glauben konvertierte Publizistin Gabriele Kuby hat schon vor geraumer Zeit jedem Bischof in Deutschland ihre Aufklärungsrecherchen zum Thema Gender-Mainstreaming zukommen lassen. Jeder Bischof dürfte also wissen, worum es geht. Dennoch erfolgen keine Gegenmaßmnahmen oder Warnungen vor der drohenden Zerstörung der Familie. Im Gegenteil beugen sich auch die kirchlichen Einrichtungen der Indoktrination. Ein unglaubliches, ja gespenstisches Szenario, denn Gender widerspricht allein schon dem gesunden Menschenverstand.

Immerhin: Die slowakische, die polnische und die portugiesische Bischofskonferenz haben sich in aller Deutlichkeit von der Gender-Ideologie distanziert und sich auf die göttliche Schöpfung des Menschen als Mann und Frau berufen. Außerdem hat der Bischof von Chur, Bischof Vitus Huonder, vor etwa einem Jahr einen Hirtenbrief zum Thema Gender Mainstreaming verfasst (s. Links unten).


Hier nun der Wortlaut des Hirtenbriefes der slowakischen Bischöfe zum Advent 2013:


Liebe Brüder und Schwestern ! 

Die Adventszeit, die heute beginnt, ist die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Dieses Fest erinnert uns an das Kommen des Sohnes Gottes in diese Welt. Wie Er selbst sagt, ist Er gekommen, „damit wir das Leben haben und es in Fülle haben“ (vgl. Joh 10, 10). Das Wertvollste, was Gott der Welt und dem Menschen schenkte, ist gerade das Leben. Dafür hat Er hier auf der Erde Bedingungen geschaffen und Gesetze festgelegt. Wenn wir sie einhalten, wird das Leben aufblühen. Wenn sich der Mensch gegen die göttliche Ordnung stellt, schafft er eine Kultur des Todes. 

Gott sorgt sich außerordentlich um den Menschen. Bevor Er ihn erschuf, bereitete Er ihm eine wunderschöne und fruchtbare Natur, damit sie ihm eine Quelle seiner leiblichen Kräfte sei. Um ihn glücklich zu machen, schenkte Er dem Menschen außer der Natur die Familie. Gott will, dass jeder Mensch in eine liebevolle und geordnete Familiengemeinschaft hineingeboren wird. Wenn dem nicht so ist, liegt dem entweder ein Unglück oder menschliches Versagen zugrunde. Im Laufe des ganzen Lebens soll jeder Mensch in der Familie viele Formen des menschlichen Glücks erleben. Am Anfang ist es das Glück des Kindes, das sich in den Armen von Mutter und Vater sicher, geborgen und sorglos fühlt. Es wächst und reift heran, wird erwachsen, sein Glück verändert sich in das des verliebten Ehemannes oder der verliebten Ehefrau und später wandelt es sich in das Glück des fürsorgenden Vaters oder der Mutter. Schließlich ist es das Glück als Großeltern, wenn es ihnen geschenkt ist, dass sie sich an ihren gut erzogenen Nachkommen erfreuen können, und diese die Verantwortung für ihr Leben über­nehmen. Jede Etappe des menschlichen Glücks sichert eine geordnete Familie. 

Die Familie ist eine göttliche Einrichtung. Deswegen steht es nicht in der Macht des Menschen sie auszulöschen. Die Kirche betet über den Neuvermählten: „Gott, Du hast die Frau neben den Mann gestellt und diese Gemeinschaft schon bei der Erschaffung der Welt gesegnet, so dass sie weder durch die Erbsünde noch durch die Sintflut vernichtet werden konnte.“ Dieses Gebet drückt den Glauben der Kirche an die Familie als eine göttliche Einrichtung aus, die in der Welt überlebt. Sie muss aber nicht in Europa überleben. Auch wenn die Familie von Menschen nicht zerstört werden kann, kann sie von ihm verstümmelt werden und dies geschieht in der heutigen Welt.

Aufgrund der Zerrüttung der Familien wird das menschliche Glück, das gerade dort seine irdische Vollkommenheit erlangt, entwertet. Das Leben wird bedroht und eine Kultur des Todes entsteht. Die Akteu­re der Kultur des Todes bedienen sich sehr ausgeklügelter Methoden, um sie durchzusetzen. Sie belegen edle Begriffe mit einem ganz neuen und gegensätzlichen, d. h. abwertenden Sinn. Sie sprechen von „Menschenrechten“ und „Kinderrechten“, aber im Rahmen dieser „Rechte“ möchten sie Dinge durchsetzen, die den Menschen und Kindern Schaden zufügen. Unter dem Deckmantel der Kinderrechte, die sie versuchen durchzusetzen, verlieren Mutter und Vater die Möglichkeit, ihre Kinder verantwortungsvoll zu erziehen. Dabei hat das Kind ein von Gott gegebenes natürliches Recht auf Erziehung. 

Die Anhänger der Kultur des Todes kommen mit der neuen „Gender-Ideologie“. In ihrem Namen möchten sie die sog. „Geschlechtergleichheit“ durchsetzen. Wenn man diesen Begriff das erste Mal hört, glaubt man, es handle sich darum, dass dem Mann und der Frau die gleichen Rechte und die gleiche Würde zuerkannt werden. Aber diese Gruppen verfolgen mit der sog. „Geschlechtergleichheit“ etwas ganz anderes. Sie wollen uns überzeugen, dass keiner von uns von Natur aus als Mann oder Frau existiert, sie wollen also dem Mann das Recht auf die männliche Identität und der Frau das Recht auf die weibliche Identität nehmen und ebenso der Familie das Recht auf die Identität als Familie absprechen. Der Mann soll sich nicht mehr als Mann, die Frau nicht mehr als Frau fühlen, und die Ehe soll nicht mehr als die von Gott gesegnete alleinige Gemeinschaft zwischen Mann und Frau verstanden werden, sondern der Ehe soll auch die Gemeinschaft von zwei Männern bzw. Frauen gleichgestellt werden. So entsteht eine Art sodomitischer Verwirrung, die dem Willen Gottes widerspricht und die Strafe Gottes vorbereitet. 

Mit edlen Parolen will man die Zerrüttung des Familienlebens innerhalb der Gesellschaft durchsetzen, obwohl dieses unantastbar sein sollte. Dies ist eine gotteslästerliche Revolte des Menschen gegenüber dem Schöpfer. Er schuf uns nach Seinem Bild. Der Mann bekam vom Schöpfer die Würde des Mannes, die Frau die Würde der Frau und die Familie die Würde der Familie. Davon wird auch die Würde einer Nation abgeleitet. Und das wollen die Akteure der Kultur des Todes und die Vertreter der Gender-Ideologie mittels edler Parolen zerstören. Der Begriff Mann, Ehemann, Vater, Ritter, Gentleman ist für sie inakzeptabel. Das gleiche gilt für die Begriffe Frau, Ehefrau, Mutter. Das Volk, bei dem ihnen dies gelingt, wird seine Würde vor Gott und vor der Welt verlieren. 

Die Vertreter vieler Länder kriechen aus unverständlichen Gründen, sich selbst erniedrigend, vor den Akteuren der Kultur des Todes; und durch die Gesetzgebung, die manchmal dem gesunden Menschenverstand widerspricht, kommen sie ihnen sogar entgegen. Solche Vertreter haben keine moralische Würde und sie berauben ihr Volk nicht nur seiner Würde, sondern sie liefern es mit Hilfe von Gesetzen dem Untergang aus. Es geht um den Verlust des grundlegenden Lebenssinnes – den Verlust des Überlebenssinnes. Die ersten Gefahren tauchen bereits auch bei uns auf. 

Wir wollen unsere große Wertschätzung und unseren Dank gegenüber denjenigen Institutionen und einzelnen Personen ausdrücken, die sich dieser nahenden Gefahr bewusst sind und für den Schutz der Familie und der Kultur des Lebens den „Marsch für das Leben“ in Košice [Kaschau] organisiert haben. Wir wollen unsere Wertschätzung und unseren Dank auch all denjenigen bekunden, die diesen „Marsch für das Leben“ unterstützt und so zum Ausdruck gebracht haben, dass ihnen die Rettung der Institution der Familie am Herzen liegt. 

Der Marsch für das Leben sollte ein Aufruf, eine Ermutigung und moralische Unterstützung für unsere Politiker sein, damit sie keine Angst haben, die Würde und die Lebensfähigkeit unserer Nation zu schützen. Tatsächlich haben sie diesen Aufruf außer Acht gelassen, was darauf hindeutet, dass sie sich die Kultur des Todes bereits angeeignet haben, denn sie gewähren den Akteuren weiterhin einen großen Spielraum und eine beachtliche Unterstützung.

Die Aktivisten der „Geschlechtergleichheit“ geben nicht nach, sondern sie warten auf eine passende Gelegenheit, um durch die Gesetzgebung die Erziehung und Bildung zu beherrschen und diese „sodomitische Ideologie“ den Kindern im Schul- und sogar im Kindergartenalter aufzwingen zu können. Es würde sich somit um einen Erziehungsprozess handeln, der das Kind nicht nur seiner Würde beraubt, sondern es auch moralisch und psychisch zum Krüppel macht. Dem Kind würde damit die Möglichkeit genommen, in jeder Hinsicht eine reife Frau oder ein reifer Mann zu werden. Und für diese Verwüstung soll der Lehrerberuf missbraucht werden. Früher wurde der Lehrer benutzt, damit er gegen den Willen der Eltern den Kindern den Atheismus aufzwingt, heute droht ihm noch Schlimmeres. Die Akteure der Kultur des Todes werden auch von den Medien stark unterstützt. Lassen wir uns von ihnen nicht in die Irre führen, lassen wir uns von ihnen nicht beeinflussen. 

Die Kultur des Todes bedroht wirklich die Existenz einer Nation. Frühere Generationen haben bei einer solchen Bedrohung nicht gezögert, für den Schutz der Heimat ihr Leben hinzugeben. Von uns wird solch ein großes Opfer noch nicht verlangt, aber es wird verlangt, dass wir wachsam bleiben. Wir rufen alle Politiker, die Eltern, die Schulverwaltungen und alle Menschen guten Willens zur Wachsamkeit auf, damit sie bereits die ersten Anzeichen der Kultur des Todes ablehnen. Bei einer Wahl kann unsere Stimme nur derjenige Kandidat bekommen, der die Kultur des Todes ablehnt. Mit einer anderen Einstellung würden wir unsere Vorfahren, die für das Wohl der Heimat ihr Leben geopfert haben, ihrer Ehre berauben. 

In dieser Advents- und Weihnachtszeit zeigt uns Gott deutlich, wie wichtig in seinen Augen die Familie ist. Als Er Seinen Sohn auf die Erde schickte, sorgte Er sich nicht darum, dass Sein Sohn in einem prächtigen Palast zur Welt kommt, dass Er auserlesene Speisen bekommt, sondern Er sorgte dafür, dass Sein Sohn auf die Welt kommt und in einer geordneten Familie aufwachsen kann. Der Blick auf die Familie von Nazareth möge uns aufrütteln, dass wir für die Erhaltung der Familie alles in unseren Kräften Stehende tun. So wie die Familie von Nazareth durch die Flucht nach Ägypten das Kind geschützt hat, so sind auch wir verpflichtet, um jeden Preis die gesunde Entwicklung der Kinder vor der gefährlichen „Gender-Ideologie“ zu schützen. 

In der festen Hoffnung, dass Sie zu diesen ernsten Fragen des Lebens und der Familie die richtige Stellung einnehmen, erteilen wir Ihnen unseren Segen.


Die slowakischen Bischöfe zum 1. Adventsonntag 2013


(Quelle: HP der slowakischen Bischöfe: hier; dt. Übersetzung: via FMG)



Weiteres zum Thema "Gender-Ideologie":

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Mittwoch, 26. Februar 2014

Informationsblatt der Petrusbruderschaft (FSSP) März 2014

Bereits jetzt ist die März-Ausgabe des Informationsblattes der Petrusbruderschaft online! Das neue Heft steht unter dem Motto: "Ihr seid das Licht der Welt - Erziehungsziel Bekenner".

Nach einem Vorwort des Distriktoberen für den deutschsprachigen Raum, Pater Axel Maußen FSSP, kommt Prof. Dr. Manfred Hauke mit einem Beitrag über die Beziehung zwischen den Geschlechtern zu Wort: "Das Zueinander und Miteinander von Mann und Frau - Eine notwendige Offensive gegen die Gender-Ideologie, welche bereits die Politik Europas beeinflusst und das christliche Ehe- und Familienbild in Frage stellt".

P. Bernward Deneke FSSP gibt einen "Anstoß für christliche Eltern und Erzieher, die ihrer Verantwortung gerecht werden wollen" und benennt, um was es uns in der Erziehung eigentlich zuerst gehen sollte: "Erziehungsziel Bekenner".

Pfarrer Gerald Hauser, Priester des Erzbistums Vaduz und Seelsorger für die altrituelle Gemeinde der Sentikirche in Luzern (Schweiz), befasst sich mit der Einführung des neuen überregionalen Gebet- und Gesangbuches in den katholischen Gemeinden: "Lob dem neuen 'Gotteslob'?"

Ein umfangreicher Terminplan für Weihen, Exerzitien, Ferienfreizeiten und Wallfahrten sowie ein Register der verschiedenen Apostolate der Petrusbruderschaft im deutschsprachigen Raum vervollständigen das März-Heft.

Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus März 2014: bitte hier klicken!



Bildquelle: Petrusbruderschaft

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ehevorbereitung schon im Kindesalter beginnen


Die Ehevorbereitung sollte bereits im Schulalter beginnen, schlägt der Salzburger Theologe Michael Gurtner vor (s. kath.net am 18.02.2014). "Die Art der Verkündigung des katholischen Glaubens [ist] in den letzten Jahrzehnten deutlich gescheitert", stellt Gurtner fest. Dies zeigten die Ergebnisse des jüngst vom Vatikan zur Vorbereitung der außerordentlichen Bischofssynode an alle Bistümer gesandten Fragenkatalogs zu Fragen der kirchlichen Ehe- und Sexuallehre.

Offensichtlich kennen die wenigsten Katholiken diese Lehre oder sie haben nur äußerst vage und nicht immer richtige Vorstellungen darüber. "Wie soll jemand auch den katholischen Glauben vollkommen annehmen, wenn ihm dessen Inhalte, und besonders auch dessen inneren Gründe, Ursprünge und Zusammenhänge niemals mit der notwendigen Gründlichkeit und Sorgfalt dargetan wurden?" fragt der Theologe weiter und meint, dass es noch weiter bergab gehen wird, wenn selbst Geistliche und sogar Bischöfe, oft beeinflußt durch ungläubige Theologen, wegen der Unkenntnis der Lehre zu falschen Einsichten kommen und "unerhörte Forderungen" auf diesem Gebiet von der Kirche fordern.

Gurtner geht davon aus, dass der überwiegende Teil der Kinder - selbst aus katholischen Milieus - nicht mehr eine im katholischen Sinne intakte Familie erlebt und damit von ihrer Familie her auch keine Kriterien und Hilfen für die Partnersuche und Vorbilder für ein eigenes, gelungenes lebenslanges Liebesbündnis findet. Mit einer frühzeitig begonnenen und dem Alter entsprechenden Sakramentenkatechese könnten den Heranwachsenden Kriterien für die Wahl des "richtigen" Ehepartners wie auch Bedeutung und Wesen der sakramentalen Ehe nahegebracht werden.

Einen weiteren, wichtigen Aspekt bringt Bloggerkollege Bastian alias Sierra Victor vom Blog "Echo Romeo" ins Spiel. Er sieht in besonderem Maße eine Mitverantwortung der Eheleute für die Ehevorbereitung Heranwachsender. Paare, die gemäß der kirchlichen Lehre eine Ehe nach dem Willen Gottes leben, könnten nicht nur Vorbild sein, sondern auch in den verschiedensten Fragen rund um den Bereich Ehe und Sexualität praxisbewährten Rat geben - auch wenn ich nicht so weit gehen würde, zu behaupten, dass Eheleute "die einzigen [sind], die vollständig vermitteln können, worum es geht und wie es geht" und dass sie "die einzigen [sind], die das Loblied der Ehe singen können, weil nur sie sie leben" (man muss z. B. nicht schon ein Heiliger sein, um das Wesen der Heiligkeit zu verstehen und wertzuschätzen). Hier sollte man den reichen, über 2000-jährigen Erfahrungsschatz der Kirche nicht unterschätzen, der sich auch in den Dokumenten des Lehramtes niederschlägt.

Aber dennoch bleibt das Zeugnis einer christlich gelebten Ehe ein großes Zeichen für alle anderen Glieder am Leibe Christi und das Sich-gegenseitig-Tragen in Gebet und Ratgeben in jedem Falle auch. Dieses Zeugnis ergänzt eine lebensbegleítende Katechese und lädt dazu ein, sich zu trauen...


Bischof Vitus Huonder (Chur/Schweiz) bringt es auf den Punkt:

Aus dem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2011 des Churer Bischofs:

Die Erziehung zur Ehe

Die Ehe ist der Ursprung der menschlichen Gesellschaft und der Kern der Familie. Dem muss die Erziehung und Formung der Kinder und Jugendlichen entsprechen. Im Fastenhirtenbrief des vergangenen Jahres habe ich darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass wir der Jugend die Werte des christlichen Lebens nicht vorenthalten (1) . Die Eltern insbesondere sollen diese Werte weiter vermitteln. Dazu gehört auch die Berufung zu einer christlichen Ehe. Es ist Aufgabe der Eltern, ihren Kindern und Jugendlichen diese Berufung vorzuleben und mit ihnen über deren Bedeutung und Schönheit zu sprechen. Sie werden andererseits für und mit ihren Kindern um eine gute Standes- oder Partnerwahl beten.

Ebenso darf in den christlichen Gemeinschaften vor Ort die Reflexion über die Ehe mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht fehlen. Vor allem bei der Jugendarbeit soll die Gelegenheit wahrgenommen werden, jungen Menschen die Bedeutung einer christlichen Ehe zu eröffnen. Schließlich wird man der unmittelbaren Vorbereitung auf den Empfang des Ehesakraments genügend Zeit einräumen, damit die jungen Paare im Glauben gefestigt den Bund der Ehe eingehen können.

Die Tugend der Keuschheit

Die Erziehung zur Ehe hängt eng mit der Anleitung zu einem geord-neten und aus dem Glauben verantworteten sexuellen Leben zusam-men. Sie hat ihren Ort zunächst in der Familie und darf nicht dem vom Glauben losgelösten Geist der öffentlichen Sexualerziehung überlassen werden. Die Eltern werden auf ihrem Recht auf die Sexualerziehung ihrer Kinder und Jugendlichen beharren und es auch wahrnehmen. Sie können sich dabei von Personen unterstützen lassen, welche sich der Lehre der Kirche verpflichtet wissen. Die jungen Menschen sollen lernen, ihre Geschlechtlichkeit als Gabe Gottes zum Aufbau der Schöpfung anzunehmen und in Ehren zu halten. Zur Erziehung gehört daher auch die Anleitung zur Enthaltsamkeit, zur Tugend der Keuschheit. Um seine Geschlechtlichkeit geordnet und im Sinne des Schöpfers leben zu können, muss sich der junge Mensch in die geschlechtliche Enthaltsamkeit einüben. Erfreulich ist, dass es an vielen Orten auf der Welt Zusammenschlüsse von Jugendlichen und Familien gibt, welche sich für eine gute und dem christlichen Glauben entsprechende Vorbereitung auf die Ehe einsetzen, auch für die vor-eheliche Enthaltsamkeit.

Brüder und Schwestern im Herrn, die Berufung zu einer christlichen Ehe soll viele junge Menschen begeistern und ihrem Leben Sinn und Inhalt geben. Es soll andererseits für Ehepaare eine Grundlage sein, als Hauskirche zu leben und sich immer wieder unter den Schutz der heiligen Familie, Jesus, Maria und Josef, zu stellen. Ihre Fürbitte erwirke allen eine tiefere Erkenntnis des Schöpfungsplanes Gottes und die Kraft, diesem Plan zu entsprechen.


Zum Thema "Orientierung":



Montag, 17. Februar 2014

Mittwoch, 12. Februar 2014

Erwachen zur heiligen Messe

Wir (...) müssen in erster Linie die heiligen Dogmen wieder gründlich erfassen und die Dinge wieder auf ihren Ursprung zurückführen. Die heilige Messe und all das Göttliche, das sie umkleidet, stellt uns wieder an den rechten Platz und sagt uns, was wir sind und was wir werden müssen und wie dies einzig geschehen kann. Danken wir's dem lieben Gott, es geht heute ein erfreuliches Erwachen zur heiligen Messe durch die katholische Welt. Die Vorurteile gegen die sogenannte liturgische Bewegung sind im Schwinden begriffen. Das Misstrauen war ja begreiflich und vielfach berechtigt.

Schon die nicht sehr glücklich gewählte Bezeichnung dieser Strömung führte zu Missbräuchen. Den Schwerpunkt auf "Bewegung" legend, erging man sich, oder noch schlimmer, gefiel man sich in möglichst ausgiebigem äußerlichem Tun, ohne von der Seele des Geschehens erfasst zu werden. Gemeinschaftsmessen ohne Kenntnis unseres Lebens in Christus, Opfergang ohne Wissen um die Beziehungen unseres Opfers zu Christi Opfer, Geringschätzung des Privatgebetes und der Volksandachten, pietätloses Verdrängen tief eingewurzelter frommer Bräuche im kirchlichen Leben: solche und ähnliche Auswüchse konnten nicht gebilligt werden und mussten dem nüchtern Überlegenden doch zu denken geben.

Aber da, wo die liturgische Bewegung richtig verstanden und gepflegt wird, ist sie das Werk des Heiligen Geistes, der Seine Kirche leitet und ihr immer die nötigen Sicherungen gegen die Gefahren der Zeit verleiht. Sie ist ja nichts anderes als das Erwachen der Herzen zur erbarmenden Heilstat Christi, wie sie - einmal im Judenlande sichtbar vollzogen - jetzt unter dem Schleier des Geheimnisses im Kult der heiligen Kirche unsichtbar gegenwärtig gesetzt wird.

Sie ist das Bestreben, durch tätige Anteilnahme am heiligen Opfer möglichst tief in diesen Akt Christi aufgenommen und durch Ihn in den neuen Menschen verwandelt zu werden.


aus: "Eucharistie und Erziehung"; Päpstliche Theodosius-Buchdruckerei Ingenbohl, S.6/7

 

Weiteres zum Thema "Participatio actuosa":


Dienstag, 11. Februar 2014

Das Opfer Christi, Kraftquelle des Christen



Wo immer die Kirche verfolgt wurde, scharten sich die wenigen Getreuen um ihre Priester und klammerten sich an das hl. Opfer. Erinnern wir uns an die Urkirche in den Katakomben, an die Opferfeiern in Scheunen und anderen Schlupfwinkeln zur Revolutionszeit, an die Helden von Mexiko, Spanien usw.

In solchen Zeiten spürt der Christ mit dem Feingefühl der getauften Seele, dass nur das Opfer Christi die Kraftquelle ist, aus der er lebt, die ihn erlöst...


aus: "Eucharistie und Erziehung"; Päpstliche Theodosius-Buchdruckerei Ingenbohl, S. 4

Gebet für die Priester

O Jesus,
unser großer Hoherpriester,
höre mein demütiges Gebet
für Deine Priester.

Gib ihnen einen tiefen Glauben,
eine strahlende und feste Hoffnung
und eine brennende Liebe,
die im Laufe ihres priesterlichen Lebens
immer weiter wachsen mögen.

In ihrer Einsamkeit tröste sie,
in ihren Sorgen stärke sie,
in ihren Enttäuschungen weise sie darauf hin,
dass es das Leid ist, durch das die Seele gereinigt wird,
und zeige ihnen, dass sie gebraucht werden von der Kirche,
dass sie gebraucht werden von den Seelen,
dass sie gebraucht werden für das Werk der Erlösung.

O liebende Mutter Maria, Mutter der Priester,
nimm Dir Deine Söhne zu Herzen,
die Dir durch ihre Priesterweihe nahe sind und durch die Kraft,
die sie empfangen haben, um das Werk Christi fortzuführen in einer Welt,
die Ihn so sehr braucht.

Sei ihr Trost, sei ihre Freude, sei ihre Stärke,
und hilf ihnen vor allem, das Ideal der Gott geweihten Ehelosigkeit
zu leben und zu verteidigen.
Amen.


(leicht abgeändert nach Quelle: Zeit zu beten; engl.Original)

Foto: Hl. Messe; Placeat tibi; P. Lawrence OP

Mittwoch, 3. Juli 2013

Heiraten, eine Familie gründen... - Franz Kafka zum 130.

Link zu La Manif Pour Tous


Heiraten, eine Familie gründen,
alle Kinder, welche kommen, hinnehmen,
in dieser unsicheren Welt erhalten
und gar noch ein wenig führen,
ist meiner Überzeugung nach das Äußerste,
das einem Menschen überhaupt gelingen kann.


Franz Kafka
(* 03.07.1883 , + 03.06.1924)

Zum 130. Geburtstag von Franz Kafka
R.I.P.


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Freitag, 3. Mai 2013

Kanonische Errichtung von Haus Assen als Niederlassung der SJM


Am 22. Februar 2013 hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, "Haus Assen" bei Lippetal im Kreis Beckum als Niederlassung des"Pfadfinderordens" Servi Jesu et Mariae (SJM) kanonisch errichtet.

Die Patres der SJM führen in Haus Assen seit 15 Jahren ein Jungeninternat, das "Kolleg Kardinal von Galen". Ein Neffe des bekannten Kardinals Clemens August von Galen (1878 -1946 „Löwe von Münster“), hatte das Anwesen der SJM zur Jugendarbeit zur Verfügung gestellt und es ihr schließlich überlassen. 
Die Priester der SJM zelebrieren sowohl die neue wie auch die alte Form des römischen Ritus. Gründer des Ordens ist Pater Andreas Höhnisch (1930 - 2008).


Freitag, 23. März 2012

Relativismus und wahre Erziehung


(...) Die Freiheit ist ein kostbarer, aber heikler Wert; sie kann mißverstanden und mißbraucht werden. „Ein besonders tückisches Hindernis für die Erziehungsarbeit stellt heute in unserer Gesellschaft und Kultur das massive Auftreten jenes Relativismus dar, der nichts als definitiv anerkennt und als letzten Maßstab nur das eigene Ich mit seinen Gelüsten gelten läßt und unter dem Anschein der Freiheit für jeden zu einem Gefängnis wird, weil er den einen vom anderen trennt und jeden dazu erniedrigt, sich ins eigene »Ich« zu verschließen.

Innerhalb eines solchen relativistischen Horizonts ist daher wahre Erziehung gar nicht möglich: Denn ohne das Licht der Wahrheit sieht sich früher oder später jeder Mensch dazu verurteilt, an der Qualität seines eigenen Lebens und der Beziehungen, aus denen es sich zusammensetzt, ebenso zu zweifeln wie an der Wirksamkeit seines Einsatzes dafür, gemeinsam mit anderen etwas aufzubauen“ [4].

Um seine Freiheit auszuüben, muß der Mensch also den relativistischen Horizont überwinden und die Wahrheit über sich selbst und die Wahrheit über Gut und Böse erkennen. Im Innern seines Gewissens entdeckt der Mensch ein Gesetz, das er sich nicht selbst gibt, sondern dem er gehorchen muß und dessen Stimme ihn zur Liebe und zum Tun des Guten und zur Unterlassung des Bösen aufruft und dazu, die Verantwortung für das vollbrachte Gute und das getane Böse zu übernehmen.[5]

Deswegen ist die Ausübung der Freiheit zuinnerst an das natürliche Sittengesetz gebunden, das universaler Art ist, die Würde eines jeden Menschen ausdrückt, die Basis seiner fundamentalen Rechte und Pflichten und also letztlich des gerechten und friedlichen Zusammenlebens der Menschen bildet. Der rechte Gebrauch der Freiheit steht also im Mittelpunkt der Förderung von Gerechtigkeit und Frieden, welche die Achtung vor sich selbst und gegenüber dem anderen verlangen, auch wenn dieser weit von der eigenen Seins- und Lebensweise abweicht.


(Hervorhebungen durch Administrator)
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