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Sonntag, 16. Juni 2013

Abtreibung und immer neue Ungerechtigkeiten unter dem Deckmantel des Fortschritts: Unterstützung für "EINER VON UNS"

"Das fundamentale Recht auf Leben wird heute bei einer großen Zahl schwacher und wehrloser Menschen, wie es insbesondere die ungeborenen Kinder sind, mit Füßen getreten.

Wenn die Kirche am Ende des vorigen Jahrhunderts angesichts der damals vorherrschenden Ungerechtigkeiten nicht schweigen durfte, so kann sie heute noch weniger schweigen, wo sich in vielen Teilen der Welt zu den leider noch immer nicht überwundenen sozialen Ungerechtigkeiten der Vergangenheit noch schwerwiegendere Ungerechtigkeiten und Unterdrückungen gesellen, die möglicherweise mit Elementen des Fortschritts im Hinblick auf die Gestaltung einer neuen Weltordnung verwechselt werden."


Eine wichtige, noch bis zum 1.November 2013 laufende Unterschriften-Aktion und Lebensschutz-Initiative: EINER VON UNS



Jeder, der noch nicht unterschrieben hat, möge das baldmöglichst tun, damit die EU in Zukunft keine Gelder mehr zur Verfügung stellt für Forschungsprojekte, bei denen Menschen das Leben genommen wird und für Organisationen, die Abtreibungen propagieren und vornehmen. Eine Million Unterschriften müssen in der EU gesammelt werden; bis jetzt sind etwas mehr als die Hälfte der benötigten Unterschriften geleistet worden: bitte HIER klicken!





Mittwoch, 28. Dezember 2011

Viele Menschen schlafen einen Schlaf der Gleichgültigen...

Zum Gebetstag zum Schutz der ungeborenen Kinder

Kindermord von Bethlehem (Giotto)
" Der Gebetstag zum Schutz des ungeborenen Lebens, der in Fulda seit rund 20 Jahren ganz bewusst am Tag der Unschuldigen Kinder begangen wird, ist eine Bitte gen Himmel, das schreiende Unrecht der Abtreibung ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Gott kann die Herzen der Menschen bewegen, dass sie einsehen: Hier geht es um Unrecht, an das wir uns bereits gewöhnt haben. Die Gesellschaft nimmt dieses Unrecht kaum noch wahr. Es zeigt, wie schlecht es um die Humanität dieser Gesellschaft und den Schutz der Schwächsten in ihr bestellt ist."  Das sagte der Fuldaer Diözesanbischof Heinz Josef Algermissen heute am Fest der Unschuldigen Kinder in einem Interview in der "Tagespost" (28.12.2011; Nr. 154).

Die Gläubigen des Bistums Fulda trafen sich mit ihrem Bischof um 18:30 Uhr zum Gebet an der Mariensäule am Frauenberg, die auch als "Pest-Säule" bezeichnet wird. "Wir demonstrieren gegen eine Pest unserer Zeit," so Bischof Algermissen. Neben den zahlreichen Kriegen halte er den zerstörenden Umgang mit dem vorgeburtlichen menschlichen Leben für eine Seuche.

Politik, Gesellschaft und Lebensschutz

Der Fuldaer Oberhirte bezeichnete es als Skandal, dass trotz Forderung des Bundesverfassungsgerichts die Praxis des §218 seit Mitte der 90er Jahre nicht  durch den Gesetzgeber überprüft worden sei und warf der Politik wie dem Gericht Untätigkeit vor. Man lasse die Dinge ganz einfach laufen.

In Bezug auf die, vor allem im vergangenen Jahr, geführte Diskussion um die Praeimplantationsdiagnostik (PID) meinte Algermissen, dass die fundierten Argumente der katholischen Kirche gegen PID oft gar nicht wahrgenommen würden, politische Mehrheiten für den Standpunkt der Kirche nicht mehr zu finden seien und die Gesellschaft derzeit "einen bioethischen Dammbruch nach dem anderen" erlebe.

Das Grundesetz werde immer weiter ausgehöhlt, das christliche Menschenbild präge kaum mehr die Gesellschaft. Neuinterpretationen und Umdeutungen des Menschenwürdegedankens seien damit Tür und Tor geöffnet. "Trotzdem", so der Bischof, "müssen wir darum kämpfen, das Bewusstsein zu ändern". Dafür brauche es Gebet, tätigen Einsatz und Argumente gleichermaßen.

"Wir sind drauf und dran, eine barbarische Gesellschaft zu werden." Das werde man schneller am eigenen Leib spüren, als viele heute meinen, sagte Algemissen in dem Interview mit Markus Reder. Bei bioethischen Fragen gehe es "immer um das zentrale Thema der Würde des Menschen", gehe es immer um Grundsatzentscheidungen - "ganz gleich ob am Beginn des menschlichen Lebens oder an dessen Ende".

Christen und Lebensschutz

Wer die Nachfolge Jesu Christi ernst meine, der könne gar nicht anders, als sich für den uneingeschränkten Schutz des Lebens stark zu machen. Nicht Friedensstörer, aber Störenfriede da zu sein, wo uns Christen die Kultur des Todes anhauche, das sei die "logische Konsequenz der erlösenden Botschaft des Evangeliums des Lebens", so Algermissen.

Auf die Frage, ob sich Christen stärker politisch engagieren sollten, meinte der Bischof der Bonifatius-Stadt: "Wir haben viele Gremien und Räte, deren Aufgabe es wäre, sich deutlich wahrnehmbar in der Öffentlichkeit einzumischen und auch in die Politik und in die Parteien hineinzuwirken. Das ist deren eigentliche Berufung, ihr Charisma." Das Zweite Vatikanum spreche vom Weltdienst der Laien. Das heiße: "In der Welt Zeugnis geben für das Evangelium." Das sei allerdings "etwas völlig anderes als die Neigung katholischer Laiengremien, sich immer wieder in lehramtliche Fragen einzumischen".

Ökumene und Lebensschutz

Bischof Algermissen nannte es "eine schwere Belastung für die Ökumene", dass Protestanten und Katholiken in Fragen des Lebensschutzes nicht mehr mit einer Stimme sprechen. "Wir geben kein gemeinsames Zeugnis, sondern ein Zeugnis des Widerspruchs." Das führe dazu, dass die Politik die Stimme der Christen nicht mehr ernst nehme.

Unschuldige Kinder

Das nebenstehende Bild ist ein Detail aus einem bleiverglasten Fenster, das gleich zwei Feste der Weihnachtswoche zeigt:
Den hl. Johannes den Evangelisten (27. Dez.) und die Unschuldigen Kinder, deren Gedenken heute, am 28. Dezember begangen wird:

"Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.


Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist:
Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin." (Matth 2,16-18)


Aus der Predigt von Kardinal Meisner zum Fest der Unschuldigen Kinder im vergangenen Jahr, am 28. Dezember 2010

"Es gibt keine Würde zum Verramschen, zum Menschenschlussverkauf. Denn diese Würde wurzelt in dem Faktum, dass der Mensch von Gott erschaffen ist nach seinem Ebenbild. Im Ebenbild – vergessen wir das nicht! – ist Gott als Urbild gegenwärtig.

Deshalb, so heißt es im Buch der Weisheit, betrachtet der Kreator sein Geschöpf auch „mit großer Ehrfurcht“, denn er erkennt sich selbst im Menschen. Wer Hand an den Menschen legt, in welcher Phase seiner biologischen Entwicklung auch immer, trifft Gott. Das ahnen gottlob auch viele Zeitgenossen, wie die letzten Diskussionen über die PID zeigt. Auch die Bundeskanzlerin hat sich ja für ein striktes Verbot der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen.

Hier gibt es keinen Mittelweg, keinen Kompromiss. Der Mensch in seiner Würde ist von dem Moment an da, wo die Eizelle befruchtet ist. Ab diesem Moment ist nicht nur neues Leben vorhanden, das sich als Mensch entwickelt. Ab diesem Moment stehen wir vor einer neuen genetischen Identität, d.h. einem einzigartigen neuen Ebenbild Gottes. Und niemand hat das Recht, hier eine Auswahl zu treffen, weil ihm die Verhüllung dieser Identität nicht passt.

PID zieht immer Selektion und Tötung nach sich. Wer PID zulässt, sagt Nein zum Leben und damit Nein zum Schöpfer und damit Nein zu Gott selbst. Dieses Nein aber bedingt gleichsam lawinenartig eine weitere Lockerung des Lebensschutzes: Der Präsident der Bundesärztekammer, Hoppe, geht jetzt davon aus, dass auch der Bundestag 2011 für eine bedingte Zulassung von PID stimmen wird. Gleichzeitig erklärte Hoppe, auch das ärztliche Berufsrecht sollte in dem Sinne geändert werden, dass eine assistierte Selbsttötung durch Ärzte nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird.

Warum treffen sich denn viele verantwortungsbewusste und bedrückte Christen gerade am Fest der Unschuldigen Kinder, um ihre Stimme besonders für das Leben und die ungeborenen Kinder zu erheben? Sie sehen mit Recht, dass auch Herodes damals eine Selektion vorgenommen hat: „Er ließ in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte“ (Mt 2,16). So haben wir es soeben im Evangelium bei Matthäus 2,16 gehört.

Die Kriterien des Herodes waren: Ort, Alter, Geschlecht, Stand der Forschung. Die Befürworter der PID haben auch ihre Kriterien, und sie machen sich auch den Stand der Forschung zunutze. Gewiss, es ist politisch unkorrekt, diesen Vergleich zu ziehen, weil die Befürworter von PID um ihre Entscheidung gerungen haben.

Aber bei allem Ringen: Diese Entscheidung ist falsch! Sie tötet genetische Identitäten, sie tötet die Einzigartigkeit dieser Identitäten, sie tötet Personen, Menschen, sie tötet Abbilder Gottes, sie vergreift sich an Gott selbst." 

(Hervorhebungen durch Administrator)

Die ganze Predigt ist HIER nachzulesen (bitte klicken). 
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