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Mittwoch, 24. Dezember 2014

Nun kommt er bald, der Ersehnte!

Nun kommt er bald, der Ersehnte! Die Adventszeit geht zuende, der Heilige Abend und die Heilige Nacht kündigen sich an. Fast vier Wochen lang haben wir uns eingestimmt auf Sein Kommen, seine Ankunft unter uns Menschen, in dieser Welt.

Wir können es nicht begreifen, aber es ist von Gott geoffenbart und uns versichert worden: Jesus, Sohn der Jungfrau Maria und Pflegesohn des heiligen Joseph, ist der Christus, der Gesalbte, der Messias, der menschgewordene Gott, Gottes Sohn. 

Er kommt nicht, um mit uns Mensch zu sein, nicht deshalb, um alles zu erfahren, was dem Menschen widerfahren kann, nicht nur, um sich mit uns Menschen, mit mir ganz persönlich "solidarisch" zu zeigen. Nein, das ist viel zu wenig und trifft auch den Kern der Sache nicht: Jesus Christus wird Mensch, um uns das ewige Leben zu schenken. Immanuel: Gott ist mit uns. Denn bevor Christus kam und das Erlösungswerk vollbrachte, waren wir tot durch Sünde und Schuld, getrennt von Gott und einzig mit der Hoffnung auf den Einen, der uns Menschen den Zugang zum Reiche Gottes wieder möglich machen würde, den Erlöser, den Heiland, den Retter.

"Für uns Menschen und um unseres Heiles willen ist er vom Himmel herabgestiegen, er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist aus Maria, der Jungfrau, und ist Mensch geworden", so beten wir im Glaubensbekenntnis. "Um unseres Heiles willen": das ist der Grund unserer Freude! Und Grund zum Danken. Welch ein Geschenk!

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Mittwoch, 19. November 2014

Wenn alle untreu werden...

















Wenn alle untreu werden,
So bleib’ ich dir doch treu;
Dass Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb' ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.

Oft muss ich bitter weinen,
dass du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergisst.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.

Du stehst voll treuer Liebe
Noch immer jedem bei;
Und wenn dir keiner bliebe,
So bleibst du dennoch treu;
Die treuste Liebe sieget,
Am Ende fühlt man sie,
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,
O! lasse nicht von mir;
Lass innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir.
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts,
Und sinken liebend nieder,
Und fallen dir ans Herz.

Novalis (1802)


Sonntag, 25. Mai 2014

5. Sonntag nach Ostern - Tage der Zuversicht

Der heutige Sonntag und die kommenden Tage sind in besonderer Weise "Tage der Zuversicht". Im Evangelium (Joh 16,23-30) sagt Christus, dessen Himmelfahrt nun bald bevorsteht, das tröstliche Wort: "Wenn ihr den Vater um etwas bittet, so wird er es euch geben." Bittet nur im Namen Christi und "ihr werdet empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei"! Und an den Sonntag dieser frohen Botschaft schließen sich drei Bittage an, die uns gleich zeigen werden, wie wahr der Herr gesprochen hat. Tage der Zuversicht!

Ganz voller Zuversicht sollen wir den Vater im Himmel bitten. Wir dürfen ja mit Christus und durch Christus den Vater bitten, wie sollte er da Steine statt Brot gewähren, nein, er wird uns mehr und Besseres geben, als wir selber ahnen: denn "unsere Freude soll vollkommen sein"!

Immer wieder lehrt uns der Herr diese Zuversicht im Bitten. Er scheut sich nicht einmal zu sagen: "Wer zu dem Berg da spricht: Heb' dich empor und stürze dich ins Meer - und in seinem Herzen nicht zweifelt, dem wird es erfüllt. Darum, bei allem, was ihr im Gebet erbittet, glaubt nur, dass ihr es tatsächlich empfangt, so wird es euch zuteil werden" (Mk 11,23f). Die "Berge" sind natürlich nicht wörtlich zu nehmen, und das "glaubt nur" heißt nicht: "Bildet euch nur ein", sondern Christus findet kein Bild, das stark genug wäre für die Macht des Gebets, und wenn er von "glauben" spricht, so meint er unsere Zuversicht in Gottes gütige Allmacht; "denn bei Gott ist alles möglich" (Mk 10,27).

Der Vater im Himmel hat den Menschen so geschaffen, dass er seiner Natur nach den Schöpfer bittet, und nach Thomas von Aquin (Hom 43) weiß der Mensch recht zu leben, der recht zu beten weiß. Deshalb will auch Christus nicht nur, dass wir danken, sondern auch, dass wir bitten.

Er selbst bittet häufig den Vater, freilich nur um übernatürliche Güter, z.B.: "Vater, ich will, dass da, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen" (Joh 17,24) oder: "Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben" (den Heiligen Geist um Pfingsten: Joh 14,16).

Aber er lehrt seine Jünger und damit auch uns ausdrücklich, nicht nur um die ewigen Werte zu bitten, sondern auch um die Dinge dieses irdischen Lebens, vorab um das tägliche Brot. Rein "alles, um was ihr (sinnvoll) bittet, werdet ihr empfangen" (Mt 21,22).

Die kommenden Tage: Montag, Dienstag, Mittwoch sind vor allem drei Bittage um guten Ausfall der werdenden Ernte. Mitten in der Osterfreude setzt sich da doch eine recht irdische Sorge durch. Sie kommt seit vielen Jahrhunderten aus dem Volk, und die Kirche gibt ihr Raum, und Christus nimmt diese Bitten gleichsam selber bei seiner Himmelfahrt mit hinauf zum Vater. Zur Sorge um das Brot für unser Volk kommt noch so manche andere Not des Einzelnen und der Gemeinschaft. Lasst uns sie durch Christus dem Vater im Heiligen Geiste vortragen! Es sei ein Tag der Zuversicht! (...)


Heinrich Jansen Cron SJ in: "Weisheit für den Alltag - Aus den Messen eines Jahres"; Verlag Ludwig Auer/Cassianeum Donauwörth; Imprimatur 1954; S. 37/38) (s. Quellen)


Foto: Ölbergszene; Kapelle der Gebetsstätte Wigratzbad; FW

Samstag, 3. Mai 2014

Maiandacht 3. Tag - Des himmlischen Vaters Kind

 
Der Geist Gottes hat mich geschaffen
und der Odem des Allerhöchsten mir das Leben gegeben.  
(Job 33,4)
Ich bin der allmächtige Gott, spricht der Herr,
wandle vor mir und sei vollkommen. (1 Mose 17,1)


In heiliger Ehrfurcht stehen wir vor dem unendlichen Gott: von Ewigkeit her hat er es gewollt, dass in Maria uns eine neue Eva geschenkt würde, eine Mutter der Lebendigen dem Geiste nach. Wir wissen zwar, wie unergründlich Gottes Weisheit und unerforschlich seine Wege sind. Doch bitten wir: "Lass uns einen Blick hineinwerfen in deine ewige Weisheit, lass uns tiefer eindringen in deine Ratschlüsse: zeige uns das Bild Mariens ein wenig näher."

So komm denn, gläubige Menschenseele, und schaue, wie der dreifaltige Gott in seiner Weisheit und Liebe Maria einst schmücken will.

Gott Vater, die erste göttliche Person, will Maria sein Kind, seine Tochter nennen. Darum will er in väterlicher Liebe und Sorge alles tun, um diese Menschenseele auch ganz zu seinem Kinde zu machen. Der Mensch nennt nur den in Wahrheit Vater, von dem er das Leben bekommen hat. Soll Maria ganz die Tochter des himmlischen Vaters sein, dann muss sie sein Leben in sich tragen. Darum wird in Mariens Seele, die einst unmittelbar aus Gottes Hand hervorgehen wird, bei der Vereinigung mit dem menschlichen Leib das göttliche Leben nicht geschwächt; im Gegenteil, das göttliche Leben wird das Joch der Erbsünde abwehren und das natürliche Leben veredeln.

Maria, aus königlichem Geschlecht geboren, wird ganz adelig werden, wahre Tochter des himmlischen Vaters sein. Und wie der irdische Vater seinem Kinde alles Gute wünscht, Schönheit und Reichtum und alle guten Gaben, so will der himmlische Vater Maria zieren mit Gnade und Himmelsherrlichkleit, dass einmal vor diesem Menschenkind die Engel sich neigen, vor ihr, der Gebenedeiten unter den Frauen. Alle Güte und Liebe, alles Erbarmen des Vaterherzens soll auf Erden widerscheinen in diesem Kinde. Mutter der Barmherzigkeit werden die Menschen diese Tochter des barmherzigen Gottes nennen; Mutter der heiligen Liebe, Mutter der Güte, Weisheit und Gnade.

O liebe Gottesmutter, wie schön bist du! Wie lieb und gut; des Himmelsvaters geliebtes Kind! Ewig erwählt!

Nun lenken wir unsere Gedanken auf uns selber. Wir wissen, dass Gott auch an uns gedacht hat in seinem ewigen Weltenplan. Obwohl wir alle unter Evas Schuld leiden, will er uns nicht verwerfen, sondern doch noch seine Kinder nennen. "Gott will", so heißt es in der Heiligen Schrift, "dass alle Menschen selig werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen". Es ist der Wille des himmlischen Vaters, dass alle seine Kinder seien, d. h. nicht nur seine Geschöpfe, die seine Allmacht ins Dasein rief, sondern seine Kinder, denen er in seinem Erbarmen alle Schuld verzeihen und statt der Schuld Gnade, statt des Todes das Leben, ja göttliches Leben geben will.

Wie ist es möglich, dass wir so wenig an diese Gotteskindschaft gedacht haben in unserem Leben? Gott hat uns berufen, dass wir seine Kinder werden und bleiben sollen. Wir nennen ein Kind undankbar, wenn es seine irdischen Eltern vergisst! Soll der himmlische Vater auch uns undankbar nennen, weil wir so wenig um seine Vatergüte und Vatersorge uns kümmerten?

Wir wollen Gott um Verzeihung bitten für unsere Undankbarkeit. Wie der heilige Franz von Assisi alles Erdengut von sich wies, um rückhaltlos beten zu können: "Vater unser, der du bist im Himmel", so dürfen auch wir uns nicht von Erdensorgen fesseln lassen. Über allem Irdischen steht die beglückende Wahrheit: Der himmlische Vater ist unser Vater und wir sind seine Kinder!


Wir beten ein Ave Maria, dass Maria uns helfe, stets Kinder Gottes zu sein:
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir!
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus!
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Sagt Dank dem Herrn, denn er ist gut,
denn ewig währet sein Erbarmen! (Psalm 117,1)
Lasset uns also Gott lieben,
weil er uns zuvor geliebt hat. (1 Joh 4,19)


Gebet:
Gott, himmlischer Vater! Mit Maria hast du uns zu deinen Kindern bestimmt von Ewigkeit her. Wir wollen es nie vergessen, dass du unser Vater bist. Voll Dankbarkeit schauen wir zu dir empor; voll Freude grüßen wir dich und rufen: Vater unser, der du bist im Himmel. Amen.

Maria, du des himmlischen Vaters vielgeliebtes Kind, bitte für uns! Amen.


Maiandachtsbüchlein für Kirche und Haus von Pfarrer Joseph Willmes; A. Laumannsche Verlagsbuchhandlung Dülmen /Westf.;  AD 1935; S. 16-19 



Dienstag, 25. März 2014

Dank, o Vater, Deiner Gnade, Deiner Liebe, Deiner Macht!



Heute ist der Tag, Gott dankzusagen, denn heute hat er uns den Erlöser gesandt. Durch die Botschaft des Engels hat er in Maria der Menschheit verkündet, dass sein Wort im Schoße der Jungfrau  Fleisch annehmen und aus ihr geboren werden wird: Wahrer Gott und wahrer Mensch, eines Wesens mit dem Vater, Gottes Sohn, unser Osterlamm, das all unsere Schuld auf sich genommen hat, damit wir frei werden von aller Schuld und zur Auferstehung gelangen können, Jesus, der Chistus, unser Herr!


Dank, o Vater, Deiner Gnade,
Deiner Liebe, Deiner Macht,
Daß Du von des Sünders Pfade
Uns so nah zu Dir gebracht!
"Abba, Vater!" stammeln Kinder,
"Abba!" die erlösten Sünder.
Dein Geist zeugt mit unserm Geist,
Daß Du "Abba, Vater" heißt.
*
Fern von Dir, mit Fluch beladen,
Lagen wir in Sündennacht.
Christi Blut hat uns aus Gnaden
Deinem Herzen nah gebracht.
Du hast in dem Sohn gegeben
Uns Erlösung, ew'ges Leben.
O wir danken Dir dafür,
Abba, Vater! Preis sei Dir!


Text nach Julius Anton von Poseck 1816-1896, 


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Papst Franziskus in seiner heutigen Ansprache bei der Messfeier zum Fest der Verkündigung des Herrn im Gästehaus Santa Martha:
„Heute können wir den Vater umarmen, der dank des Blutes seines Sohnes ein Mensch wie wir geworden ist um uns zu retten. Dieser Vater, der jeden Tag auf uns wartet... Blicken wir auf das Bild von Eva und Adam, blicken wir auf das Bild von Maria und Jesus. Und sagen wir dann: ‚Danke. danke, Herr, denn heute sagst du uns, dass du uns das Heil geschenkt hast’. Heute ist ein Tag, um dem Herrn Dank zu sagen!“ (Quelle news.va)

Foto: Mariä Verkündigung (Verkündigung des Herrn); Seitenflügel des Marienaltars in der Pfarrkirche St. Vincentius (Detail), Dinslaken; FW

Sonntag, 10. November 2013

Berufen zur Liebe: Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch



Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes.

Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade. Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!

Lesung zum 5. nachgeholten Sonntag nach Erscheinung (Vetus Ordo)


Foto: eigenes Bild

Donnerstag, 28. März 2013

P. Bernhard Gerstle FSSP zum Ende des Pontifikats von Papst Benedikt XVI.

Im Folgenden der Wortlaut der Predigt vom vergangenen 3. Fastensonntag, die P. Bernhard Gerstle FSSP, der Obere der Niederlassung der Petrusbruderschaft im Ruhrgebiet, anlässlich des Amtsverzichts von Papst Benedikt XVI. gehalten hat:


Spätestens seit Donnerstag (28. Februar 2013), als um 20 Uhr das Pontifikat von Papst Benedikt zu Ende gegangen ist, haben viele unter uns gespürt, was dieser Heilige Vater für uns bedeutet hat und wie sehr er uns nun fehlt. Schon vor seinem Papstamt war er vielen unter uns vertraut, aber spätestens seit seinem Amt als Stellvertreter Christi ist er uns allen ans Herz gewachsen. 

Ich möchte allen von Herzen danken, die in den vergangenen Jahren Papst Benedikt XVI. mit ihren Gebeten, mit ihren Opfern und ihrer Liebe begleitet haben. In seiner letzten Generalaudienz am vergangenen Mittwoch auf dem Petersplatz hat er gesagt, dass er in all diesen Jahren immer die besondere Nähe des Herrn gespürt habe. Eine Gnade, die auch zurück geht auf das Gebet und Opfer vieler gläubiger Menschen.

Gerade in den letzten Wochen ist deutlich geworden, wie sehr sich die Geister in und außerhalb der Kirche scheiden. Auf der einen Seite unsachliche Kritik, ja Spott und Häme und auf der anderen Seite Respekt, Wertschätzung, Zuneigung und Liebe. 

Wie sich bei Papst Benedikt XVI. die Geister schieden, so geht analog der Spalt mitten durch unsere Kirche. Es geht dabei nicht um ein bisschen mehr oder weniger konservativ oder fortschrittlich. Das alles sind Begriffe aus der Politik. Es geht auch letztlich nicht um die eine oder andere Form der Heiligen Messe. Um was es letztlich geht, das ist der Glaube. Der Glaube, so wie ihn die Kirche durch die Jahrhunderte hindurch gelehrt hat in Treue zu Christus. Um nichts anderes geht es. 

Papst Benedikt XVI. wurde entweder deshalb geliebt oder abgelehnt, weil er für diesen Glauben steht. Weil er ohne faule Kompromisse mit dem Zeitgeist wie einst der hl. Paulus und wie die Heiligen die Wahrheit verkündet hat, ob gelegen oder ungelegen. Weil er die Heiligkeit der Kirche verkörperte und Misstände beim Namen genannt wie kaum ein anderer Papst seit dem hl. Pius X. vor ca. 100 Jahren. 

Das konnte die Gegner der Kirche von außen und Zeitgeisthörigen innerhalb der Kirche nicht ertragen. Darum hatten sie ihre Probleme mit diesem Papst. Es schmerzt mich und sicherlich auch Sie zutiefst, dass gerade für unser deutsches Vaterland, aber auch für die deutschsprachigen Nachbarländer Österreich und Schweiz die Worte aus dem hl. Johannes-Evangelium zutreffen: “Er kam in sein Eigentum, doch die Seinigen nahmen ihn nicht auf!” 

Wie zur Zeit Jesu die Mehrheit des jüdischen Volkes und vor allem die jüdische Führerschaft, so hat auch in unseren Tagen die Mehrheit unseres Landes die “Zeit der Heimsuchung”, die “Zeit der Gnade” nicht erkannt und genutzt. Statt dessen blieb leider die Mehrheit hierzulande in der deutschen Lieblingsbeschäftigung gefangen, sich kritiksüchtig bei Nebensächlichkeiten aufzuhalten, Miesmacherei zu betreiben und die eigene Kirche mit ihrem Papst zu hinterfragen. Eine Haltung, die alles andere als dazu angetan ist, die Herzen Andersgläubiger für die Schönheit unseres Glaubens und für die wunderbaren Predigten und Schriften von Papst Benedikt zu begeistern. 

Es muss den Heiligen Vater auch geschmerzt haben, als ein hochrangiger Kardinal mit Blick auf seinen Vorgänger seinen Rücktritt heftig kritisiert hat: “Auch Christus sei nicht vom Kreuz herab gestiegen.” Papst Benedikt hat bei der letzten öffentlichen Generalaudienz die passende Antwort dazu gegeben:“Ich steige nicht herab vom Kreuz, sondern ich bleibe beim Gekreuzigten!” 

Hören wir nochmals hinein in seine letzte Generalaudienz vom letzten Mittwoch (27.2.2013)
“In diesen Tagen danke ich Gott aus tiefstem Herzen, der die Kirche immer in allen Zeiten führt und gedeihen lässt. Ihm vertraue ich die Kirche in aller Welt an. Wir wissen, das Wort der Wahrheit des Evangeliums ist die Kraft und das Leben der Kirche. In dieser Gewissheit habe ich vor knapp acht Jahren ja dazu gesagt, das Amt des Nachfolgers Petri anzunehmen. Und der Herr hat mich immer geführt und war mir nahe – in Zeiten der Freude und des Lichts, aber auch in schwierigen Zeiten.

Wie Petrus und die Jünger im Boot auf dem See von Galiläa wusste ich, der Herr ist im Boot, es ist sein Boot. Er führt das Schiff der Kirche. Nichts kann diese Gewissheit verdunkeln. Liebe Freunde, ich lade euch ein, in diesem Jahr des Glaubens euer Vertrauen in den Herrn zu erneuern; sein Arm hält uns, auch und gerade in der Mühsal.

Mein Wunsch ist, dass alle die Freude spüren, dass sie spüren, wie schön es ist, Christ zu sein und zur Kirche zu gehören. Ein Papst ist nicht allein, wenn er das Schifflein Petri lenkt. So danke ich allen, die mir in der Ausübung des Petrusamtes großherzig geholfen haben....” 

Ja, auch Dir danke, lieber Heiliger Vater, so rufen wir ihm alle zu! Danke, dass Du in all den Jahren so tapfer das Kreuz als Nachfolger Petri getragen hast. Dank sei Gott, dass wir Dich acht Jahre als Papst haben durften. 

Der hl. Vinzenz Ferrier hat einmal Jesus gefragt: “Sind alle Päpste von Gott gewollt?” Und er erhielt vom Herrn die Antwort: “Nein, einige sind nur zugelassen!” 

Wir durften in den April-Tagen 2005 fast mit Händen spüren, dass Gott Papst Benedikt nicht nur von Gott zugelassen sondern ausdrücklich gewollt und auserwählt war, das Schiff der Kirche durch die unruhigen Gewässer unserer Tage zu steuern. 

Wenn ich an die Vision von Don Bosco mit den zwei Säulen im Meer denke, auf welche der Papst zusteuern ließ und welche das Schiff der Kirche vor dem Untergang gerettet haben - auf der einen Säule war Maria und auf der anderen Säule die hl. Eucharistie - dann denke ich zum einen an den marianischen Papst Johannes Paul II. (“totus tuus”) und zum anderen an Papst Benedikt XVI., der die liturgische Wende mit “Summorum Pontificum” gebracht und die Weichen für eine wahre liturgische und eucharistische Erneuerung gestellt hat. 

Im heutigen Evangelium ist vom Wirken des bösen Feindes die Rede. Er ist nicht untätig. Und er wird alles daran setzen, der Kirche und den Seelen weiterhin Schaden zuzufügen. Er ist deshalb so gefährlich, weil er von Vielen nicht mehr ernst genommen wird. Er wird weiterhin Menschen, die unter seinem Einfluss stehen animieren, Brandfackeln auf das Schiff Petri zu werfen. Doch durch Gebet und Opfer werden sie erlöschen und wird die Kirche siegreich aus den Stürmen dieser Zeit hervor gehen. 

Wir dürfen überzeugt sein, dass die Kardinäle einen guten Nachfolger Petri wählen werden und wir wissen, dass Petrus der Fels ist, auf dem die Kirche auferbaut ist und welche die Pforten der Höllen nicht überwältigen können. Das ist der Trost und die Zuversicht, die sich in diesen Tagen mit dem Schmerz über den Abschied von dem großen Papst Benedikt XVI. verbindet. Amen. 


3. Fastensonntag, Recklinghausen 2013




Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP)
Haus St. Ludgerus
Bahnstraße 8, 45891 Gelsenkirchen-Erle, Tel.: 0209/420 32 19
P. Bernhard Gerstle, P. Francesco Riegger



Ruhrgebietsrundbriefe und Infos: allgemein/ März 2013


Gottesdienstordnung für die Kar- und Ostertage:

Gründonnerstag:
Abendmahlsamt um 18 Uhr (euchar. Anbetung 17 Uhr) in St. Joseph, Re-Grullbad

Karfreitag:
Kreuzweg und Beichtgelegenheit um 14:15 Uhr
Karfreitagsliturgie um 15 Uhr in St. Michael, Re- Hochlarmark

Karsamstag:
Osternachtfeier um 20:30 Uhr in St Michael, Re-Hochlarmark

Ostersonntag:
Hochamt um 11:00 Uhr in St. Joseph, Re- Grullbad

Ostermontag:
Hochamt um 10:45 Uhr in St. Michael, Re-Hochlarmark


Regelmäßige Gottesdienstzeiten:

Sonntags: 10.45 Uhr  Update: 10:00 Uhr in St. Michael, Recklinghausen-Hochlarmark
Donnerstags: 18.00 Uhr in St. Josef, Recklinghausen-Grullbad
Freitags: 18.00 Uhr in St. Josef auf Schalke
Samstags: 08.00 Uhr in St. Josef auf Schalke

Samstag, 16. Februar 2013

Passionsfrömmigkeit

Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad 

Nein, dass die Betrachtung der Passion Jesu heutzutage „in“ sei, das wird niemand behaupten wollen. Aber war sie es denn jemals? Sind wir Menschen nicht seit eh und je mehr dem Angenehmen als dem Unangenehmen, mehr dem Attraktiven als dem Unansehnlichen zugeneigt? Der erniedrigte, verwundete, besudelte, am Kreuz ausgespannte Leib des Herrn bietet wahrlich kein erfreuliches Bild. Da rückt man sich doch lieber etwas Erbaulicheres vor das geistige Auge oder folgt dem Rat östlich inspirierter Priestergurus, die uns ins Nichts zu starren lehren; denn der Betrachtung eines gemarterten und hingerichteten Mannes ist eine solche „gegenstandslose Meditation“ doch allemal vorzuziehen. 

Und dennoch hat es bis vor nicht langer Zeit unter Christen den Drang gegeben, sich über solche naturhaften Befindlichkeiten zu erheben. Kirchlicherseits wurde damals vieles unternommen, die Aufmerksamkeit der Menschen auf das „bittere Leiden unseres Herrn und Heilandes“, wie man es gerne nannte, zu lenken. Dazu dienten Passionspredigten, Kreuzwegandachten, der Schmerzhafte Rosenkranz, Fünf-Wunden-Gebete und andere fromme Übungen, und die Darstellungen des Schmerzensmannes in allen Formaten, vom monumentalen Denkmal bis zum kleinen Gebetbuchbildchen, zeugen bis in unsere Tage davon. 

Freilich werden diese inzwischen wie Relikte aus einer längst vergangenen, ungeliebten Zeit empfunden. Der heutige Katholik mag sich zunächst an der Art, wie hier der leidende Christus gezeigt wird, stoßen: allzu blutig und entstellt; oder im Gegenteil allzu süßlich, ja kitschig; meistens jedenfalls nicht sonderlich kunstvoll. Doch ehrlicherweise muss er zugeben, nicht nur der Darstellungsweise, sondern auch dem Dargestellten entfremdet zu sein. Die Betrachtung des Gekreuzigten gehört einfach nicht mehr zum religiösen Repertoire eines aufgeklärten Christen. 

Das ist gar nicht weiter verwunderlich, da sich die kirchliche Verkündigung in unseren Landen ja bis auf wenige löbliche Ausnahmen über die Passion des Herrn ausschweigt. Auch bischöfliche Hirtenbriefe zur Fastenzeit ziehen es vor, pastorale Entwicklungspläne und Strukturfragen zu diskutieren, anstatt ein Licht auf die Sündenmisere des Menschen und von dort auf den gekreuzigten Erlöser zu werfen. Die genannten Formen der Volksfrömmigkeit sind folglich weithin zurückgegangen. Selten sieht man vor den Kreuzwegstationen in unseren Kirchen oder im Freien noch Menschen, die das Knie beugen und betend verweilen. 

Spricht man von der Heiligen Messe, über die früher jeder Katechismusschüler zu sagen wusste, sie sei „die unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Jesu Christi“, so hebt man nun lieber ihren Mahl- und Gemeinschaftscharakter hervor. Dabei handelt es sich bei ihr doch entsprechend den Stiftungsworten Jesu ausdrücklich um die Darbringung seines hingegebenen Leibes und seines für uns vergossenen Blutes, also um sein Opfer. Wie viele sind es, die noch lebhaft daran denken, wenn die eucharistischen Gestalten konsekriert und erhoben werden? – 

In Anlehnung an das geheimnisvolle Wort des Psalmisten: „Ein Abgrund ruft dem anderen Abgrund zu“ (Ps 41,8 [Vulg.]), kann man sagen, dass sich in der Passion des Gottmenschen zwei Abgründe offenbaren: der dunkle Abgrund menschlicher Erbarmungswürdigkeit und der lichte Abgrund göttlichen Erbarmens. Der Ruf aus der Tiefe findet Erhörung, da sich der, welcher das „Licht vom Licht“ ist, selbst in die Finsternisse des Todes hinab begibt, sie umzuwandeln. 

Beide Wirklichkeiten, die der menschlichen Sünde wie die der erlösenden Liebe, können uns nirgendwo in vergleichbarer Weise einsichtig werden wie vor dem Kreuz, im „Schauen auf den, den wir durchbohrt haben“ (Joh 19,37). Daher ist es begreiflich, dass das Bewusstsein von ihnen mit der Passionsfrömmigkeit steht und fällt. Ohne den Blick auf unseren leidenden Erlöser erscheint die Sünde bald abstrakt und zunehmend harmlos, die Rede von Gottes Barmherzigkeit hingegen wird eigentümlich farblos und nichtssagend, verkommt schließlich zur hohlen Phrase. Und auch der spezifische Weg des Christen, dessen Norm das Wort Jesu über die Nachfolge in Selbstverleugnung und täglichem Kreuztragen ist (Lk 9,23), gerät schließlich in Vergessenheit, stattdessen wandelt man auf der breiten und abschüssigen Bahn, die ins Verderben führt (vgl. Mt 7,13 f.). 

Die Folgerung ist einfach: Zurück zur häufigen und intensiven Betrachtung von Leiden und Sterben Christi! Das Gebet des Kreuzweges und des Schmerzhaften Rosenkranzes sind uns wichtige Wege zum Verständnis dessen, was wir in der neutestamentlichen Leidensgeschichte lesen und was auf unseren Altären gegenwärtig wird. Aus einer solchen Spiritualität erwächst dann auch, zusammen mit dem nötigen Lebensernst, die innigste Dankbarkeit: „Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und sagen Dir Dank, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst!“



Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)



Mittwoch, 31. Oktober 2012

Am Vorabend von Allerheiligen

Einstimmung auf ein großes Familienfest


"Die Kirche feiert dieses echt christliche Famili-enfest, das uns im Geiste so innig mit unsern beseligten Brüdern im Himmel verbindet, aus mannig-fachen Gedanken heraus. 


Dieses  Hochfest gegen Ende des gottes-dienstlichen Jahres ist ein feierlicher Dank an Gott den Heiligmacher für die Fülle der Gnaden und Tugendfrüchte aller Heiligen.

Es ist auch eine gebührende gemeinsame Ehrung der unzähligen Heiligen; denn jedem einzelnen ein eigenes Fest zu widmen, ist unmöglich.

Wir bezeugen ferner unsere Mitfreude an der ewigen Freude aller Heiligen und werden zugleich angespornt zu ihrer Nachahmung; auch wird in uns die Sehnsucht darnach geweckt, einmal Anteil an ihrem Himmelsglück zu bekommen. Dabei ermutigt uns das Fest zum Vertrauen im Ringen nach den Verheißungen Christi.

"Diese konnten es und jene, warum nicht auch ich?" (Hl. Augustin)

Damit wir das leichter erreichen, rufen wir, durchdrungen vom Glauben an die Gemeinschaft der Heiligen, diese heute besonders um ihre vereinte Fürbitte an. "Wir sind Kinder der Heiligen" (Tob 2,18)."


Fürchtet den Herrn, ihr Seine Heiligen alle;
denn nichts fehlt denen, die ihn fürchten.
Gottsuchern bleibt von allen Gütern keines vorenthalten.
Alleluja, alleluja!
Kommet alle, die ihr mühselig und beladen seid:
Ich will euch erquicken!


aus: Schott-Volksmessbuch 1958; Text zur Einführung in das Festgeheimnis und in die Messtexte zum Hochfest Allerheiligen (1. November); Graduale: Psalm 33,10 und 11; Matth 11,28

Bild: Gemeinschaft der Heiligen, Fra Angelico; 15. Jh.

Dienstag, 11. September 2012

Rom-Wallfahrt vom 1-3. November 2012

Anlässlich des Jahres des Glaubens und zum Dank für das Motu propio Summorum pontificum, dessen Tag des Inkrafttretens sich am Fest Kreuzerhöhung, den 14. September 2012 zum fünften Mal jährt, lädt der Coetus Internationalis Summorum Pontificum (CISP) vom 01.-03. November 2012 zu einer Wallfahrt nach Rom ein.

CISP ist der Zusammenschluss verschiedener Vereine, Gruppen und Bewegungen, die die Gläubigen unterstützen, welche den Reichtum der Gregorianischen Messe schätzen und in diesem Usus antiquior, der sogenannten "alten Messe" beheimatet sind. Darunter sind mehrere Una Voce-Vereinigungen, die französische Aktion "Notre-Dame-de-Chrétienté", die die alljährliche große Fußwallfahrt von Paris nach Chartres organisiert, sowie die internationale Bewegung "Foederatio Internationalis Juventutem", deren Anliegen es ist, Jugendlichen der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften die Teilnahme an den Weltjugendtagen zu ermöglichen.

Höhepunkt der gemeinsamen Wallfahrt wird die Feier eines Pontifikalamtes im Usus antiquior sein, der älteren Form des römischen Ritus, im Petersdom am Samstag, den 03. November 2012 um 15 Uhr (Einlass bis 14 Uhr!).

Gläubige, die an der Wallfahrt teinehmen wollen, mögen sich an die jeweilige Ecclesia-Dei Gemeinschaft  wenden, Vereine und Gemeinschaften an das Sekretariat der CISP: cisp@mail.com oder secretary@fiuv.org.

Weitere Informationen gibt es HIER (bitte klicken).



Weiteres zum Thema:
Summorum Pontificum – die Wallfahrt: Dank und Fürbitte für den Papst (kath.net; 11.09.2012)

Montag, 30. Juli 2012

Maria, Mutter des Lebens

U.L.F. von Guadalupe, Mexico
O Maria,
Morgenröte der neuen Welt,
Mutter der Lebendigen,
Dir vertrauen wir die Sache des Lebens an:
o Mutter, blicke auf die grenzenlose Zahl von Kindern,
denen verwehrt wird, geboren zu werden,
von Armen, die es schwer haben zu leben,
von Männern und Frauen, die Opfer unmenschlicher Gewalt wurden,
von Alten und Kranken, die aus Gleichgültigkeit
oder angeblichem Mitleid getötet wurden.

Bewirke, daß alle,
die an deinen Sohn glauben,
den Menschen unserer Zeit
mit Freimut und Liebe
das Evangelium vom Leben verkünden können.

Vermittle ihnen die Gnade, es anzunehmen als je neues Geschenk
die Freude, es über ihr ganzes Dasein hinweg in Dankbarkeit zu feiern,
und den Mut, es mit mühseliger Ausdauer zu bezeugen,
um zusammen mit allen Menschen guten Willens
die Zivilisation der Wahrheit und der Liebe zu errichten,
zum Lob und zur Herrlichkeit Gottes,
des Schöpfers und Freundes des Lebens.
Amen.

Papst Johannes Paul II.
(Schluß der Enzyklika Evangelium vitae vom 25. März 1995 )


Das Bild von Guadalupe: Der übernatürliche Ursprung des Bildes (kath-info)

Sonntag, 8. Juli 2012

Wahre Freundschaft (3)





Gottes Güte ist größer als alle Sünden, die wir begehen können.
Gott vergisst unseren Undank, wenn wir in uns gehen
und zu seiner Freundschaft zurückkehren wollen.


Hl. Teresa von Avila
in: Das Leben der hl. Teresa von Jesus 19,13

Dienstag, 1. Mai 2012

Tut eure Arbeit gern!

Lesung zum Fest vom hl. Joseph, dem Mann der Arbeit, 1. Mai:

Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusam-menhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!  Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater! Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für Menschen; ihr wisst, dass ihr vom Herrn euer Erbe als Lohn empfangen werdet. Dient Christus, dem Herrn!

(aus dem Brief des Apostel Paulus an die Kolosser 3. 14.15.17.23.24)
  
Hl. Joseph, bitte für uns!
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Mittwoch, 18. April 2012

Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe...

Kirschblüte in Japan




Psalm 104

1 Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
2 Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid, du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.
3 Du verankerst die Balken deiner Wohnung im Wasser. Du nimmst dir die Wolken zum Wagen, du fährst einher auf den Flügeln des Sturmes.
4 Du machst dir die Winde zu Boten und lodernde Feuer zu deinen Dienern.
5 Du hast die Erde auf Pfeiler gegründet; in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken.
6 Einst hat die Urflut sie bedeckt wie ein Kleid, die Wasser standen über den Bergen.
7 Sie wichen vor deinem Drohen zurück, sie flohen vor der Stimme deines Donners.
8 Da erhoben sich Berge und senkten sich Täler an den Ort, den du für sie bestimmt hast.
9 Du hast den Wassern eine Grenze gesetzt, die dürfen sie nicht überschreiten; nie wieder sollen sie die Erde bedecken.
10 Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, sie eilen zwischen den Bergen dahin.
11 Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, die Wildesel stillen ihren Durst daraus.
12 An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
13 Du tränkst die Berge aus deinen Kammern, aus deinen Wolken wird die Erde satt.
14 Du lässt Gras wachsen für das Vieh, auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde
15 und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit sein Gesicht von Öl erglänzt und Brot das Menschenherz stärkt.
16 Die Bäume des Herrn trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.
17 In ihnen bauen die Vögel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch.
18 Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.
19 Du hast den Mond gemacht als Maß für die Zeiten, die Sonne weiß, wann sie untergeht.
20 Du sendest Finsternis und es wird Nacht, dann regen sich alle Tiere des Waldes.
21 Die jungen Löwen brüllen nach Beute, sie verlangen von Gott ihre Nahrung.
22 Strahlt die Sonne dann auf, so schleichen sie heim und lagern sich in ihren Verstecken.
23 Nun geht der Mensch hinaus an sein Tagwerk, an seine Arbeit bis zum Abend.
24 Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
25 Da ist das Meer, so groß und weit, darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.
26 Dort ziehen die Schiffe dahin, auch der Leviátan, den du geformt hast, um mit ihm zu spielen.
27 Sie alle warten auf dich, dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
28 Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein; öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.
29 Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört; nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub der Erde.
30 Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen und du erneuerst das Antlitz der Erde.
31 Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn; der Herr freue sich seiner Werke.
32 Er blickt auf die Erde und sie erbebt; er rührt die Berge an und sie rauchen.
33 Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, will meinem Gott spielen, solange ich da bin.
34 Möge ihm mein Dichten gefallen. Ich will mich freuen am Herrn.

35 Doch die Sünder sollen von der Erde verschwinden und es sollen keine Frevler mehr da sein. Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja!

Sonntag, 1. April 2012

Antwort auf Christi Liebe: Dankbarkeit und Anbetung

Einzug in Jerusalem; Giotto
"Liebe Brüder und Schwestern,

mögen besonders zwei Grundstimmungen diese Tage beherrschen: der Lobpreis, wie bei denen, die Jesus in Jerusalem mit ihrem „Hosanna“ empfangen haben, und der Dank, weil Jesus, der Herr, uns in dieser Karwoche von neuem das denkbar größte Geschenk machen wird: Er wird uns sein Leben schenken, seinen Leib und sein Blut, seine Liebe.

Doch auf ein so großes Geschenk müssen wir in angemessener Weise antworten, das heißt mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht.

Die Kirchenväter haben ein Symbol all dessen in der Geste der Menschen gesehen, die Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem folgten, in der Geste, ihre Mäntel vor dem Herrn auszubreiten. Vor Christus – sagten die Väter – müssen wir unser Leben, unser ganzes Sein ausbreiten, in einer Haltung der Dankbarkeit und der Anbetung.

Hören wir zum Abschluß noch einmal die Stimme eines dieser alten Väter, des heiligen Bischofs Andreas von Kreta: „Breiten wir also demütig vor Christus uns selber aus und nicht die Mäntel oder leblose Zweige und grüne Blätter, welche die Augen nur für wenige Stunden erfreuen und deren Schicksal es ist, mit dem Pflanzensaft auch ihr Grün zu verlieren. Breiten wir uns selber aus, bekleidet mit seiner Gnade oder besser: mit ihm selbst ganz und gar … und werfen wir uns wie ausgebreitete Mäntel ihm zu Füßen … damit wir dem Sieger über den Tod nicht mehr einfache Psalmzweige, sondern Siegestrophäen darbringen können. Indem wir die geistlichen Zweige der Seele schwingen, rufen auch wir jeden Tag, gemeinsam mit den Kindern, in heiligem Jubel: »Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels!«“ (PG 97,994). Amen!"

Papst Benedikt XVI. am Palmsonntag, den 01. April 2012 zum XXVII. Weltjugendtag

Donnerstag, 15. März 2012

Die Kirche ist dort, wo die Menschwerdung Christi aus der Jungfrau verkündet wird...


"Wenn es ohne Pfingsten keine Kirche gibt, gibt es ohne Maria kein Pfingsten. Oder, wie der heilige Chromatius von Aquileia sagt: Man könnte sie nicht Kirche nennen, wenn nicht Maria zugegen wäre, die Mutter des Herrn.

Die Kirche ist dort, wo die Menschwerdung Christi aus der Jungfrau verkündet wird; und wo die Apostel verkünden, dort hört man das Evangelium (vgl. Sermo 30,1).

Die Mutter Jesu in der Kirche verehren heißt dann von Maria lernen, betende Gemeinschaft zu sein und alle Aspekte des Gebets aufzutun: nicht nur für sich selber und nicht nur in der Not zu beten, sondern in der Gemeinschaft, einmütig, beharrlich und treu zu beten und auch, wenn wir einfach Freude haben und danken dürfen."

Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 14. März 2012

Foto: Rosenkranzbasilika, Lourdes; Lawrence OP

Sonntag, 22. Januar 2012

Der kämpfende Mensch (4)

Josef Seifert  (1975)

Fortsetzung, Teil 4

Der Urgegensatz zwischen wahr und falsch

Dieser in der Gesellschaft, in der Geschichte ständig ausgetragene Kampf, bald untergründig schwelend, bald in Flammen ausschlagend, verweist uns auf einen tieferliegenden, die Geister bestimmenden Urgegensatz: den zwischen wahr und falsch.

Wir können uns z. B. rein philosophisch, kraft unserer natürlichen Einsicht klarmachen, daß es einen unendlichen Unterschied ausmacht, ob diese Welt mit all ihren erfahrbaren Tatsachen die einzige Wirklichkeit ist, oder ob es über aller Zeitlichkeit und Weltlichkeit einen lebendigen, transzendenten Gott gibt, eine unendliche Weisheit, Macht, Güte, Gerschtigkeit. Wenn das eine wahr ist, muß das andere falsch sein, und dementsprechend die Folgerungen daraus richtig oder verkehrt.

Ähnlich steht es mit dem Gegensatz zwischen Anerkennung der menschlichen Freiheit und einem deterministischen Weltbild, gemäß dem alles, was ich frei zu tun scheine, nicht wirklich der Freiheit entspringt; danach wäre Freiheit nur eine Illusion, ein bloßes Gefühl; für nichts wäre ich dann wirklich verantwortlich, nichts, was ich tue, wäre wirklich gut oder böse.

Wenn dieser Determinismus recht hätte, wäre der Sinn so vieler Akte vernichtet, wäre jede sittliche Bemühung, jede Dankbarkeit, jede Schuldzuschreibung unsinnig.

Ähnlich verhält es sich mit der Anerkennung oder Nichtanerkennung anderer Wahrheiten, z. B. dem daß ein unkörperlich-seelisches Prinzip im Menschen existiert, oder daß wir überhaupt der Erkenntnis objektiver Wahrheit fähig sind, usw.

Zwischen diesen Wahrheiten und allen Irrtümern, die sie leugnen, besteht ein geistiger Gegensatz, der nicht geringer ist als der zwischen physisch einander bekämpfenden Mächten, sondern in gewisser Weise noch tiefer und fundamentaler.

Daß aber heute ein riesiger Kampf gerade darum entbrannt ist, diesen fundamentalen Gegensatz zwischen wahr und falsch zu verwischen und damit die Grundlagen unseres geistigen Lebens schlechthin zu zerstören, ein Kampf des Irrtums, der Verwirrung, der Lüge, der Verwischung aller Unterschiede, das zu sehen braucht es, scheint mir, keiner langen Betrachtung.

Und daß dieser Kampf gerade gegen die Kirche, die "Säule und Grundfeste der Wahrheit", und innerhalb der Kirche gegen das Dogma, gegen ihre Unfehlbarkeit, gegen die großen Wahrheiten, auf denen das christliche Leben beruht, geführt wird, kann kein vernünftiger und ehrlicher Mensch mehr leugnen.

Der Kampf des Teufels gegen Gott

Doch das verweist uns schon auf den tiefsten Gegensatz und Kampf, der die Welt durchzieht, den Kampf zwischen Gut und Böse, gipfelnd im Kampf Satans gegen den allheiligen Gott.

Über diesen Kampf wissen wir nur aus der Offenbarung. Die Apokalypse berichtet uns von seinem Ursprung. Im 12. Kapitel heißt es: "Und es entstand ein Kampf im Himmel. Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und seine Engel kämpften. Aber sie konnten nicht standhalten, und ihr Ort wurde im Himmel nicht mehr gefunden."

Luzifer will in seinem Stolz nichts Größeres über sich anerkennen - "non serviam!" - und sich selbst zu Gott machen; Michael, in der Demut der Wahrheit, kann nicht anders als sich gegen ihn stellen und stürzt ihn und seine Engel in der Kraft Gottes aus dem Himmel. Dieser Kampf, dieser Urkampf aber findet seine Fortsetzung in der Geschichte der Menschheit, im Kampf des Drachen gegen "die Frau" und ihren Knaben sowie "gegen ihre übrigen Kinder, die Gottes Gebote halten und am Zeugnis Jesu festhalten".

In diesem erbitterten Krieg ist der Mensch hineingeworfen, von Anfang an. Der Teufel verführt die Stammeltern zum Ungehorsam, zum Stolz, zum "Sein-wollen-wie-Gott", und hier bereits verkündet Gott die ewige Feindschaft zwischen der Schlange und "der Frau" und zwischen ihren "Nachkommen".

Auf der Höhe der Heilsgeschichte kommt auch dieser Kampf zu seinem Höhepunkt: das ganze Heilswirken Christi ist zugleich unerbittlicher Kampf gegen den Teufel und alles Böse. Erinnern wir uns, mit welcher Schärfe er gegen die Falschheit der Pharisäer auftritt, wie er die Wechsler aus dem Tempel treibt, wie er uns immer wieder vor die Entscheidung stellt: "Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich" - wie er "nicht den Frieden bringen" will, "sondern das Schwert", wie er sich selbst als den Richter verkündet, der einmal die Böcke von den Schafen scheiden wird; erinnern wir uns an die Mahnung des hl. Petrus, nüchtern und wachsam zu sein, "denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann" (1 Petr 5.8), oder an die Warnung des hl. Paulus, daß unser Kampf nicht geht "gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte, die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den Himmelshöhen" (Eph 5,12).

Aber wir brauchen nicht weiter zu suchen: die ganze Offenbarung - auch abgesehen von der Apokalypse - ist durchzogen von der Lehre eines letzten geistigen, im tiefsten Fundament religiösen Kampfes, in den die Engel und jeder Mensch, jede geschaffene Person hineingestellt ist.

Fortsetzung folgt



Prof. Josef Seifert: Der kämpfende Mensch ( Teil 1)    (bitte HIER klicken!)
Prof. Josef Seifert: Der kämpfende Mensch ( Teil 2)    (bitte HIER klicken!)
Prof. Josef Seifert: Der kämpfende Mensch ( Teil 3)    (bitte HIER klicken!)
                                                                 ( Teil 5)    (bitte HIER klicken!)
                                                                 ( Teil 6)    (bitte HIER klicken!)
                                                                 ( Teil 7)    (bitte HIER klicken!)
                                                     ( Teil 8, Schluß)    (bitte HIER klicken!) 


Über den Philosophen Josef Seifert (geb. 1945) bei wikipedia (bitte HIER klicken!)

(Hervorhebungen durch Administrator) 
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