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Dienstag, 3. März 2015

Die katholische Kirche in Deutschland schafft sich selber ab - Von bischöflichen Irrlichtern und kläglichem Kirchenbewusstsein

"Welch ein klägliches Kirchenbewußtsein offenbart sich, wenn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz behauptet, die katholische Kirche in Deutschland sei keine Filiale Roms, um mit dieser Aussage eigene deutsche Lösungen in Bezug auf die Probleme anzudeuten, die im kommenden Oktober auf der Ordentlichen Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie behandelt werden! Welch ein Mangel an theologischer Verantwortung zeigt sich, wenn sich Bischöfe Theologen anvertrauen, die seit vielen Jahren die katholische Lehre und Moral zersetzen!"
(Prof. em. Hubert Windisch)

Die Lage der katholischen Kirche in Deutschland ist desolat: Glaubensschwund, abgefallene und schismatisch-gesinnte Priester* und Bischöfe** (wobei es, das darf nicht vergessen werden, auch Ausnahmen gibt) und kein Wille für eine zukunftsträchtige Reform in Sicht.

Offensichtlich will man an verantwortlicher Stelle nicht die Bedürfnisse des Kirchenvolkes nach authentischer Verkündigung und Erneuerung einer Spiritualität, die zur Heiligkeit ruft und führt, nicht erkennen - oder man ist inzwischen so verblendet, dass man dies selbst nicht mehr als not-wendig betrachtet. Ja, man ist darauf aus, sich den zeitgeistigen aber der Lehre Jesu widersprechenden Strömungen in der Gesellschaft zu ergeben und sich in dieser Welt recht gemütlich einzurichten.

Nicht nach Höherem soll der Mensch mehr streben, sondern er soll so (schlecht) bleiben, wie er ist, denn Gott liebt ihn sowieso und alles andere sei ohnehin nur Heuchelei. Das Böse wird gut, das Gute bös genannt, alles Bisherige wird auf den Kopf gestellt. 

In dieser Situation braucht es Gläubige, die mutig auf die Misere hinweisen und deutliche Worte finden. Auch diese gab es in den vergangenen Wochen immer wieder - Gott sei Dank! Ein herausragendes Beispiel sind die Ausführungen des Pastoraltheologen Prof. em. Hubert Windisch, die am 10.02. und 01.03.2015 in einem zweiteiligen kath.net-Kommentar mit den Überschriften "Bischöfliche Irrlichter"  und "Ein klägliches Kirchenbewusstsein" veröffentlicht wurden. Herzliche Leseempfehlung!


  z. B.  allein im Bistum Freiburg und nur in der Frage des Messopfer-Verständnisses ca. 200 Priester (s. hier)
** z. B. hier nachzulesen: Wir können nicht warten; "Die Tagespost" am  25.02.2015


Auch empfehlenswert:

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Donnerstag, 31. Oktober 2013

Allerseelen-Ablass

Alle Jahre wieder schüttet die Kirche großzügig aus ihrem Gnadenschatz aus:

Vom 1. bis 8. November kann täglich einmal ein vollkommener (oder unvollkommener) Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden.


Novembertrost:


Linkliste zum Thema "Ablass"


eigenes Foto: Grabesengel auf dem Alten Friedhof in Freiburg /Br.

Samstag, 14. September 2013

Was wären wir ohne das kirchliche Lehramt?

In einem interessanten Artikel befasst sich Pater Engelbert Recktenwald FSSP mit dem Verhältnis von Tradition und Lehramt in der kaholischen Kirche und dem Traditionsbegriff als solchem.

Er erklärt den Unterschied zwischen göttlicher Tradition (göttlichen Ursprungs) und kirchlicher Tradition (menschlichen Ursprungs), die in der öffentlichen Diskussion oft nicht voneinander unterschieden werden (s. Piusbruderschaft), wodurch es dann zu folgenschweren Missverständnissen kommen kann.
Die göttliche Tradition verpflichtet die Gläubigen aller Orte und Zeiten unwandelbar zum Glaubensgehorsam, die kirchliche Tradition bindet die Gläubigen solange, wie sie von der kirchlichen Autorität aufrechterhalten wird.
Nur die göttliche Tradition ist Glaubensquelle. (...) Ein Abfall von dieser Tradition oder ein Bruch mit dieser Tradition würde - immer, aber auch nur dann - einen Abfall oder einen Bruch mit dem Glauben darstellen.

Weiter schreibt P. Recktenwald über die göttliche Tradition:
Sie wurde mündlich weitergegeben in der Verkündigung und Predigttätigkeit der Apostel. Der hl. Paulus schreibt, dass der Glaube vom Hören komme: “Fides ex auditu” (Röm 10,17).

Aber selbstverständlich wurde die mündliche Überlieferung auch immer wieder schriftlich fixiert, und zwar zweifach: in der Hl. Schrift und außerhalb der Hl. Schrift. Die Hl. Schrift, also die Bücher des Neuen Testaments, sind schriftlicher Niederschlag der Tradition, und zwar geschrieben unter dem inspirierenden Beistand des Hl. Geistes. Aber auch danach ging es weiter mit dem schriftlichen Niederschlag der Tradition. Was gehört alles dazu? Unter anderem:

1. Die Glaubensbekenntnisse (Symbola), besonders das Apostolische, das Athanasianische und das Nizänisch-Konstantinopolitanische Glaubensbe-kenntnis: das erste beten wir vor dem Rosenkranz, das letztere in der hl. Messe.
2. Die Liturgien.
3. Die Konzilien und die Erlässe der Päpste.
4. Die Schriften der Kirchenväter.

Alle diese Schriften sind je auf ihre Weise Zeugnisse oder Dokumente oder Urkunden der Tradition. Wenn man also wissen will, was zur Tradition gehört, muss man auf diese Zeugnisse zurückgreifen.

Aber nicht alles, was in der Hl. Schrift und anderen Quellen zu finden ist, so P. Recktenwald, gehöre zu den Offenbarungswahrheiten, vielmehr enthielten diese Quellen auch kirchliche Traditionen. Deshalb sei es notwendig, Kriterien zu kennen, um zwischen den einen und den anderen unterscheiden zu können. Aber selbst solche Kriterien vermögen oftmals nicht eindeutig alles zu erfassen, was zur eindeutigen Beurteilung der Aussagen vonnöten wäre und könnte zu unterschiedlichen Beurteilungen führen. Hier sei nun das kirchliche Lehramt gefragt, das, geleitet durch den Heiligen Geist, letztgültig entscheiden könne:
Um zu einem endgültigen Urteil zu kommen, bedarf es deshalb einer göttlich legitimierten Entscheidungsinstanz, und das ist das kirchliche Lehramt. Es bedarf eines Urteils, das kein Privaturteil ist, sondern ein offizielles und autoritatives Urteil, also das Urteil einer sichtbaren, d.h. öffentlich greifbaren Instanz, die über den Parteien einer theologischen Kontroverse steht und von Gott eingesetzt und legitimiert ist. Genau das ist der Sinn des kirchlichen Lehramtes. (...)
Das kirchliche Lehramt ist die nächste und unmittelbare Glaubensregel, Schrift und Tradition sind entferntere Glaubensregeln.

Mit Glaubensregel ist hier die Norm gemeint, nach der wir unterscheiden können, was zum Glauben gehört und was nicht. Wir wissen, dass wir alles glauben müssen, was Gott geoffenbart hat, und wenn wir die Tugend des Glaubens besitzen, wollen wir auch alles glauben, was Gott geoffenbart. Aber woher wissen wir, was zum Offenbarungsgut gehört? Dazu können wir Schrift und Tradition befragen. Aber diese beiden sind nur die entferntere Glaubensregel, weil sie selber der Auslegung bedürfen. Viele Stellen, Passagen und Lehren der Hl. Schrift können verschieden verstanden und gedeutet werden, und die Geschichte zeigt uns, dass dies auch tatsächlich oft geschah und geschieht. Wer entscheidet, welches die richtige Auslegung ist? Damit in einer geschichtlich konkreten Auseinandersetzung eine Entscheidung möglich ist, bedarf es einer Entscheidungsinstanz, die hic et nunc eingreifen, Stellung beziehen und einen Richterspruch fällen kann. Das ist das lebendige Lehramt. (...)
Natürlich ist das Lehramt seinerseits rückgebunden an Schrift und Tradition. Es steht, wie das II. Vatikanum sagt, unter dem Wort Gottes, nicht über ihm. Das I. Vatikanum lehrt: “Die Glaubenslehre, die Gott geoffenbart hat, wurde dem menschlichen Geist nicht wie eine philosophische Erfindung zur Vervollkommnung vorgelegt, sondern als göttliches Gut der Braut Christi übergeben, damit sie dieselbe treu bewahre und irrtumslos erkläre. Deshalb muß auch immer jener Sinn der Glaubenswahrheiten beibehalten werden, der einmal von der heiligen Mutter der Kirche dargelegt worden ist; nie darf man von diesem Sinn unter dem Schein und Namen einer höheren Erkenntnis abweichen...” (...)
In dem Moment, wo die Glaubensquelle, sei es die Schrift, sei es die Tradition, dem Privaturteil des Einzelnen unterworfen wird, wird sie der Subjektivität unterworfen. Die protestantischerseits ins Feld geführte Berufung auf den Heiligen Geist, der dem Einzelnen bei der Lektüre der Schrift beisteht, nützt nichts, sobald eine Streitfrage über das rechte Verständnis entsteht. Da sich beide Parteien auf den Heiligen Geist berufen und es außerhalb des Einzelnen keine Entscheidungsinstanz mehr gibt, kann es auch keine Vermittlung und keine Beilegung des Streits geben. Der Glaube bleibt der Subjektivität des Einzelnen überlassen. Nur wenn es außerhalb des Einzelnen eine Entscheidungsinstanz gibt, nämlich ein göttlich eingesetztes und legitimiertes Lehramt, können die Glaubensquellen dem demütigenden Schicksal, Spielball subjektiver Auslegungen zu sein, entrissen werden.
So lehrt das I. Vatikanum:
"Weil der römische Bischof durch das göttliche Recht des apostolischen Vorrangs an der Spitze der gesamten Kirche steht, lehren und erklären wir auch: Der römische Bischof ist oberster Richter aller Gläubigen, und man kann in allen Streitsachen, die kirchlicher Untersuchung zustehen, an dieses Gericht Berufung einlegen. Über das Urteil des Apostolischen Stuhles jedoch darf niemand aufs neue verhandeln, da es keine höhere Amtsgewalt gibt, und niemandem ist es erlaubt, über dieses Gericht zu richten."
Das kirchliche Lehramt, so das Fazit, ist unabdingbar, um die Einheit im Glauben zu bewahren. Schrift und Tradition sind dem kirchlichen Lehramt unterworfen - auch und gerade deswegen, weil das kirchliche Lehramt "unter dem Wort Gottes, nicht über ihm" steht und jede Willkür ausgeschlossen ist. Es ist die von Gott eingesetzte legitimierte Entscheidungsinstanz. Für den Gläubigen ist es die erste und nächste Glaubensregel (regula proxima), aus der er sicher den authentischen Glauben erkennen kann. 

Sehr herzliche Leseempfehlung für den gesamten Text!


Zitate P. Recktenwalds aus einem Vortrag vom 11. November 2012 in Trier, gehalten auf Einladung des Trierer Initiativkreises; veröffentlicht in UNA VOCE Korrespondenz 1. Quartal 2013, S. 59 ff


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So steht denn fest, Brüder, und haltet euch an die Überlieferungen, die ihr mündlich oder schriftlich von uns empfangen habt.


Weiteres zum Thema "Hl. Schrift, Tradition, kirchliches Lehramt":

Auch noch von P. Engelbert Recktenwald FSSP: 


Dienstag, 4. Juni 2013

Eucharistie: Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers auf dem Altar und Sakrament der Einheit in und mit Christus



"Sooft das Kreuzesopfer, in dem Christus, unser Osterlamm, dahingegeben wurde (1 Kor 5,7), auf dem Altar gefeiert wird, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung. Zugleich wird durch das Sakrament des eucharistischen Brotes die Einheit der Gläubigen, die einen Leib in Christus bilden, dargestellt und verwirklicht (1 Kor 10,17). Alle Menschen werden zu dieser Einheit mit Christus gerufen, der das Licht der Welt ist: Von ihm kommen wir, durch ihn leben wir, zu ihm streben wir hin."







Samstag, 1. Juni 2013

Drei Besonderheiten der katholischen Kirche in Deutschland



Drei deutsche Besonderheiten seien es, die P. Bernd Hagenkord SJ den Römern immer wieder erklären müsse:

- das Zentralkomitee
- warum die Ökumene sich nur mit den Evangelischen beschäftigt und
- die Kirchensteuer

Dies berichtete eine junge Autorin der "Jungen Federn", Marie Degenfeld-Schonburg, in der "Tagespost", unter der Rubrik "Mein junger Glaube im Alltag". Sie schrieb über einen Festvortrag Pater Hagenkords im Kolleg St. Blasien (Schwarzwald) am Pfingstsonntag, der sich u.a. mit dem Verhältnis zwischen der Kirche in Deutschland und dem Vatikan sowie der Wahrnehmung dieser Teilkirche aus römischer Sicht widmete. 

s. "Die Tagespost", Nr. 66, 01. Juni 2013, S. 15

Dienstag, 23. April 2013

Man kann Christus nicht außerhalb der Kirche finden - und Ihn auch nicht ohne die Kirche lieben


„Es ist unmöglich, Jesus außerhalb der Kirche zu finden. Der große Paul VI. sagte: ‚Es ist eine absurde Dichotomie, mit Jesus ohne die Kirche leben zu wollen, Jesus außerhalb der Kirche nachfolgen zu wollen, Jesus ohne die Kirche lieben zu wollen’. Diese Mutter Kirche ist es, die uns Jesus gibt, die die Identität verleiht, die nicht nur ein Siegel ist: sie ist Zugehörigkeit!“




Der Abschnitt 16 des Apostolischen Schreibens 'Evangelii nuntiandi' von Paul VI. (1975), auf den sich der Papst in seiner Homilie bezieht:
16. Es besteht daher eine enge Verbindung zwischen Christus, der Kirche und der Evangelisierung. Während dieser Zeit der Kirche hat die Kirche die Aufgabe zu evangelisieren. Diese Aufgabe wird nicht ohne sie, noch weniger im Gegensatz zu ihr, durchgeführt.

Es ist sicher nützlich, dies alles in Erinnerung zu rufen in einem Augenblick, wo wir zu unserem Schmerz von manchen hören können, denen wir eine gute Absicht nicht absprechen wollen, die aber geistig sicherlich falsch orientiert sind, die nachdrücklich beteuern, Christus zu lieben, aber ohne die Kirche; auf Christus zu hören, aber nicht auf die Kirche; mit Christus zu sein, aber außerhalb der Kirche. Wie absurd dieses Auseinanderreißen (Anm.: im ital. Original: dichometrie) ist, wird deutlich aus dem Wort des Evangeliums: „Wer euch verwirft, verwirft mich“ (Lk 10,16). Und wie will man Christus lieben, ohne die Kirche zu lieben, wenn das schönste Zeugnis, das man Christus ausstellen kann, jenes des hl. Paulus ist: „Er hat die Kirche geliebt und sich selbst für sie dahingegeben“ (Eph 5,25).


Weitere Gedanken dazu:

Dienstag, 12. Februar 2013

Ein großartiges Pontifikat: Vergelt's Gott, Hl. Vater!

Gestern wurde bekannt, dass unser Heiliger Vater, Papst Benedikt XVI., zum Ende des Monats Februar 2013 auf das Amt des Bischofs von Rom und damit auf das Amt der Nachfolge des hl. Petrus verzichten will. Aus Gesundheitsgründen sehe er sich zum Wohl der Kirche dazu veranlasst, damit das Schifflein Petri weiter sicher durch die Stürme der Zeiten gesteuert werde und das Evangelium weiterhin kraftvoll verkündet werde.

Mit dem allergrößten Respekt und mit größter Dankbarkeit für dieses Pontifikat nehme ich daher die Erklärung des Hl. Vaters zur Kenntnis:

File:Pope Benedict XVI 2.jpgLiebe Mitbrüder!

Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, daß ich mein Unvermögen erkennen muß, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen. Im Bewußtsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so daß ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muß.

Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.

Aus dem Vatikan, 10. Februar 2013
BENEDICTUS PP XVI

(Video

In tiefstem Dank für eine unermüdliche, demütige, um- und weitsichtige Amtsausführung: ein wahrer Hirte, "kein Beherrscher, sondern Vorbild für die Herde" (1 Pet 5,3), Diener der Diener Gottes, Verwalter, nicht Herrscher über die Geheimnisse Gottes, allein dem Evangelium und dem Willen Gottes verpflichtet, handelnd als Sohn der Apostel und Propheten.

Es ist eine Ehre, ein solches Pontifikat erlebt haben zu dürfen. Vergelt's Gott, Hl. Vater.

FW


Weiteres zum Thema:



Einig, heilig, katholisch und apostolisch...

Wir glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die von Jesus Christus auf dem Felsen gegründet wurde, der Petrus ist. Sie ist der mystische Leib Christi, von ihm sowohl als sichtbare Gemeinschaft mit hierarchischem Aufbau wie auch als geistige Gemeinschaft eingesetzt.

Sie ist die Kirche hier auf Erden, das pilgernde Gottesvolk. Und sie ist die Kirche, die beschenkt ist mit himmlischen Gütern – der Same und keimhafte Anfang des Reiches Gottes, durch das sich Werk und Leiden der Erlösung in der Geschichte fortsetzen und das seine Vollendung finden wird jenseits aller Zeitlichkeit, in der ewigen Herrlichkeit (1).

Der Herr Jesus Christus läßt Seine Kirche in der Zeit Gestalt annehmen durch die Sakramente, die aus Seiner göttlichen Fülle (2) hervorgehen. Durch sie haben die Glieder der Kirche Anteil am Geheimnis Seines Todes und Seiner Auferstehung in der Gnade des Heiligen Geistes, der Leben und Tun verleiht (3).

Die Kirche ist deshalb heilig, auch wenn sich in ihrer Mitte Sünder befinden, weil sie selbst kein anderes Leben besitzt als das der Gnade. Das heißt, daß sich ihre Glieder heiligen, wenn sie an ihrem Leben teilnehmen, und daß sie, wenn sie ihr Leben preisgeben, der Sünde und Unordnung verfallen, die den Glanz ihrer Heiligkeit verdunkeln. Deshalb leidet und büßt die Kirche für diese Verfehlungen. Sie hat die Gewalt, ihre Gläubigen davon zu heilen: durch das Blut Christi und die Gabe des Heiligen Geistes.

Sie ist dem Geiste nach Erbin der göttlichen Verheißungen und Tochter Abrahams, durch jenes Israel, dessen heilige Schriften sie in Liebe bewahrt und dessen Patriarchen und Propheten sie in Ehrfurcht gedenkt.

Sie ist auf die Apostel gegründet und gibt im Nachfolger des heiligen Petrus und in den Bischöfen, die sich in Gemeinschaft mit ihm befinden, deren immerdar lebendiges Wort und deren Hirtengewalt durch die Jahrhunderte weiter.

Unter dem immerwährenden Beistand des Heiligen Geistes hat die Kirche die Aufgabe, jene Wahrheit zu bewahren, zu lehren, auszulegen und in der Welt zu verkündigen, die Gott in verhüllter Weise durch die Propheten und in ihrer ganzen Fülle durch unseren Herrn Jesus Christus geoffenbart hat.

(1)  Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konstitution Lumen gentium, 8.50.
(2)  Vgl. ebd. 7.11.  
(3)  Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konstitution Sacrosanctum Concilium, 5.6; vgl. II.
Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 7.12.50. 




(Anläßlich der 1900-Jahr-Feier des Martyriums der heiligen Apostel Petrus und Paulus in Rom hat Paul VI. ein Jahr des Glaubens ausgerufen. Zum Abschluß dieses Jahres verkündete er am 30. Juni 1968 ein Glaubensbekenntnis,  das "Credo des Gottesvolkes")


siehe auch:

Donnerstag, 7. Februar 2013

Die Zeichen der Zeit erkennen - Christen, merkt auf

Nach dem Interview mit Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller in  der "WELT" vom 01.02.2013 sollte man sich einmal Gedanken über das dort Gesagte machen: Er hatte festgestellt, dass gegen "die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa" "eine künstlich erzeugte Wut" wachse, "die gelegentlich schon heute an eine Pogrom-stimmung" erinnere.

Josef Bordat hat sich diese Gedanken gemacht und die Zeichen der Zeit gedeutet. Er fragt, ob die Aussage Müllers so abwegig ist, wie das z. B. zwei grüne Politikerinnen erklärten, die sich über die Wortwahl Müllers empört gezeigt hatten. Die Fragestellung des Philosophen und Publizisten:

"Es ist allgemein anerkannter Wissensbestand, dass physische Gewalt eine Vorstufe hat, nämlich die symbolische Gewalt, mit der jene semantisch vorbereitet wird. Könnte man es dann – gerade vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung und dem Bewusstsein unserer Verantwortung als Deutsche und als Europäer – nicht auch begrüßen, dass jemand rechtzeitig vor Aspekten einer aufkeimenden Pogromstimmung warnt, einer Stimmung, die üblicherweise über kurz oder lang zu Pogromhandlungen führt? Insbesondere dann, wenn diese Warnung eine Berechtigung hätte? Um herauszufinden, ob sie eine Berechtigung hat, müsste man versuchen, diese Stimmung treffend zu charakterisieren und schauen, ob sich die identifizierten Merkmale im Diskurs über die Katholische Kirche empirisch nachweisen lassen, nicht nur in Einzelfällen, sondern schon weit verbreitet. Dann hätte die Vokabel Pogromstimmung ihre Berechtigung."

Seine Antwort:
"Es herrscht Pogromstimmung gegen die Kirche. Und wie man merkt, merkt man nichts. Und gerade das ist die Gefahr dabei."

Der ganze Beitrag "Pogrom und Stimmung" hier auf JoBo72. Möge er viele Christen wachrütteln.


Weiteres zum Thema: 


Mittwoch, 6. Februar 2013

Markus Lanz und der Relativismus

Am 05.02.2013 war der Publizist Martin Lohmann zu Gast in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" um über seine Erfahrungen und die Reaktionen zu berichten, die er während bzw. nach anderen Fernsehauftritten einstecken musste, weil er dort offen und deutlich die Positionen der katholischen Kirche vertreten hatte. So wurde z.B. während seiner Erklärung, wie es sich mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau verhalte, wenn sie möglicherweise schwanger ist, vom Publikum laut verächtlich gelacht bevor er seine Ausführungen überhaupt vorgebracht hatte. Andere Male wurde geraunt oder laut protestiert und er bekam nach den Sendungen Hass-Mails und Drohungen bis hin zu der Ankündigung, dass ein an Aids Erkrankter ihn durch einen Nadelstich infizieren wolle.

Von Lanz gefragt, welche Reaktionen er denn auf den letzten (zwei Tage zurückliegenden) Auftritt in der Polit-Rederunde bei Günther Jauch erhalten habe, antwortete der Publizist, dass er auch sehr viel positive Kritik, Zustimmung und Dank zugesprochen bekommen habe.

In der Diskussion mit Martin Lohmann wünschte sich Markus Lanz dann von der Kirche klare Ansagen. Der Wunsch erstaunt nach der klaren, sehr eindeutig formulierten Erklärung des Kölner Kardinals vom 31.01.2013. Zusammen mit diesem Wunsch machte Lanz auch sein Verständnis von der von Papst Benedikt oft angeprangerten "Diktatur des Relativismus" deutlich. Er sagte:
Wir reden jetzt immer noch über den Fall dieser Vergewaltigung und es steht immer im Raum dieser berühmtgewordene Satz des Papstes: "Die Diktatur des Relativismus", alles ist relativ.
Ich würde mir wünschen, auch als Katholik, wenn genau dieser Relativismus zum Beispiel im Fall des Kölner Kardinals nicht zum Einsatz käme, wenn man also einfach mal als Kirche klipp und klar sagen würde: in einem solchen Fall steht selbstverständlich nichts dem im Wege, dass eine junge Frau, die Opfer einer Vergewaltigung geworden ist, die "Pille danach" nimmt - ohne wenn und aber. Und ohne Relativitätssatz "nämlich für den Fall, dass...'ja', und sonst eher 'nein'". Das ist auch "Diktatur des Relativismus".

Lanz verwechselte hier offensichtlich "relativieren", (in dem Zusammenhang: alles gleich gültig machen) mit "präzesieren" oder "konkretisieren" und verkannte, dass manche Fragen eben nicht so einschichtig und oberflächlich zu entscheiden sind, sondern dass es, um guten Gewissens eine angemessene Entscheidung treffen zu können, einer Aufklärung und Information bedarf. Und das gerade in Fällen, wo es, wie Martin Lohmann mehrmals in Erinnerung rief, um Leben und Tod eines Menschen geht.

Offensichtlich war Lanz auch der Meinung, man müsse der Frau "helfen", sich für die Einnahme (auch einer möglicherweise frühabtreibenden) "Pille danach" zu entscheiden, die für ihn die einzig richtige Entscheidung zu sein scheint. Damit sprach er aber der betroffenen Frau die Fähigkeit ab, eine wirklich eigene Entscheidung treffen zu können.

Nochmals: Für Lanz besteht "Hilfe" für die Frau nicht in der Aufklärung über Möglichkeiten und Folgen nach der Vergewaltigung und im Hinblick auf eine mögliche Schwangerschaft, sondern in der Bestätigung des von ihm vorgefassten alternativlosen Entscheides für eine Einnahme der "Pille danach" und damit der möglichen Tötung einer Person. Damit negiert er die Freiheit der Frau und nimmt ihr die Möglichkeit, ihrem Gewissen gemäß eine unabhängige Entscheidung - möglicherweise auch zugunsten eines in Gewalt gezeugten Kindes - zu treffen.

Dieselbe bevormundende Position vertraten auch gleich am Anfang der Sendung unter langanhaltendem Applaus des Publikums zwei weitere Gäste der Diskussionssendung: der Kabarettist Jochen Busse und die Moderatorin Susann Atwell.

Er (Jochen Busse) sei "nicht dafür, dass man Menschen dahin bringt, dass sie derartige Entscheidungen treffen müssen." Das Trauma der Vergewaltigung und das Austragen eines so gezeugten, ungewollten Kindes, das seien "zwei Dinge, da wird der Mensch nicht mit fertig". "Hilfe" besteht auch für ihn alternativlos in der Aushändigung der "Pille danach".

Sie ( Susann Atwell) findet es "großartig, dass wir soweit sind", dass jede Frau selbst entscheiden könne ob sie ein Kind möchte oder nicht - ob vergewaltigt oder nicht. Und im Fall einer Vergewaltigung: sie stimme Jochen Busse zu: "Ich finde, da gibt's auch keine zwei Meinungen." Wie aber soll man sich dann entscheiden wenn es ohnehin nur die eine Meinung gibt?

Die "Pille danach" - und fertig. Egal ob sie will oder nicht...




Aktion 1000plus

Und auch:


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Martin Lohmann bei Markus Lanz: Für eine Kultur des Lebens

"Ich möchte, dass der Grundsatz "Das Leben ist heilig und zu schützen" nicht relativiert wird. 
Ich möchte, dass das Lebensrecht und die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen (das steht im Grundgesetz Artikel 1) nicht relativiert wird.
Ich möchte, dass wir eine Kultur des Lebens zum Leben haben und nicht eine Kultur des Tötens."
Martin Lohmann am 05.02.2013 in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz"

Wie schon zwei Tage zuvor in der ARD-Polit-Talkshow von Günther Jauch gab der Publizist, Chefredakteur des katholischen Fernsehsenders k-tv und Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) ein eindrucksvolles Zeugnis für die Unantastbarkeit der Würde des menschlichen Lebens und das Lebensrecht eines jeden Menschen, dem allerdings nicht alle Anwesenden im Fernseh-Studio zustimmen konnten.

Dass das Lebensrecht eines Menschen anerkannt wird, scheint nicht mehr Konsens unserer Gesellschaft zu sein...


Sonntag, 3. Februar 2013

Künstlich erzeugte Wut gegen Christen

"Gezielte Diskreditierungskampagnen gegen die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa haben erreicht, dass Geistliche in manchen Bereichen schon jetzt ganz öffentlich angepöbelt werden. Die daraus entstandene Stimmung sieht man in vielen Blogs.

Auch im Fernsehen werden Attacken gegen die katholische Kirche geritten, deren Rüstzeug zurückgeht auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum. Hier wächst eine künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert."


Erzbischof Gerhard Ludwig Müller im Interview mit der "WELT" am 01.02.2013

Wie Recht er damit hatte, beweisen die unangemessenen Reaktionen von Grünen-Politikerinnen und Atheisten: nachzulesen.z.B. hier


Weiteres zum Thema:


Foto: Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller; Presse.Nordelbien; wikipedia

Montag, 21. Januar 2013

Eigenes Ich ist nicht Maßstab dessen, was katholisch ist

"Das, was ich zu geben und verkünden habe, ist nicht auf „meinem Mist“ gewachsen, sondern stammt vermittelt durch die Kirche Jesu Christi letztlich von Gott selbst.

Und das bedeutet in der Konsequenz: Maßstab meiner Verkündigung ist nicht das, was ich mit meinem begrenzten Verstand derzeit einsehe, sondern Maßstab der Verkündigung ist der Glaubensschatz der Kirche. Daran muss auch ich mich immer wieder messen.

Wenn es Bereiche des Glaubens oder der Moral gäbe, die ich nicht akzeptieren könnte, dann wäre ich als Amtsträger der falsche Mann am falschen Platz.

Katholischsein bedeutet vor diesem Hintergrund das Vertrauen: Gott ist größer als ich, und ich traue Gott mehr zu als mir selbst. In der Glaubens- und Morallehre der Kirche spiegelt sich die Weisheit Gottes wider – auch dort, wo sie mein Fassungsvermögen übersteigt.

Wie katholisch muss also ein Amtsträger sein? Die Antwort: ganz! Würde ich nur zu ausgewählten Elementen der katholischen Kirche Ja sagen und andere verneinen, dann machte ich mein eigenes Ich zum Maßstab dessen, was katholisch ist. Ich bin dankbar, der katholischen Kirche als einer Gemeinschaft anzugehören, die mich davor bewahrt."

Weihbischof Dominik Schwaderlapp (Köln) in einem Beitrag für Christ und Welt, Ausgabe 04/2013




Hervorhebung durch Fettdruck von FW; Foto: © FW

Vatikan fordert Piusbruderschaft zu theologischen Forschungen auf

Der Vatikan ist weiterhin an einer Einigung mit der Priesterbruderschaft St. Pius (FSSPX) interessiert. Im Namen des Papstes hat der Präfekt der zuständigen Kommission "Ecclesia Dei", Kurienerzbischof Augustine Di Noia, bereits Ende November 2012 dem Generaloberen der Piusbruderschaft einen Brief geschrieben, dessen Inhalt dieser allen Priestern der Gemeinschaft mitzuteilen befugt war. Diese Mitteilung an alle Priester ist wohl erst in der vergangenen Woche geschehen.

Erzbischof Di Noia erinnert daran, dass eine Antwort der Piusbruderschaft auf die am 14. Juni 2012 übergebene "Doktrinelle Präambel" noch ausstehe und rät beiden Seiten zunächst, jede für sich in Sachen Demut, Sanftmut, Geduld und die Nächstenliebe ihr Gewissen zu erforschen.

Außerdem schlägt er eine längere Annäherungsphase vor unter folgenden Prämissen:
1) Einerseits sollte die Piusbruderschaft das positive Charisma ihrer Frühzeit wiederfinden, die ihre ersten Jahre in Freiburg im Üchtland und in Econe geprägt haben. Ihre Aufgabe wäre es, sich für die Erneuerung desssen einzusetzen, was erneuert werden muß, vor allem durch die Ausbildung traditionsverbundener Priester.

2) Andererseits kann die Piusbruderschaft weiterhin einige Teile der Lehren des Zweiten Vatikanums für nicht vereinbar mit dem vorhergehenden Lehramt betrachten, allerdings unter Beachtung einiger Einschränkungen:
- den Verzicht bei jeder Gelegenheit zu den Massenmedien zu gehen
- sich nicht zu einem Parallel-Lehramt aufzuschwingen
- Einwendungen immer in positiver, konstruktiver Weise vorzubringen
- alle ihre Analysen auf profunde und umfangreiche theologische Basis zu stellen.
Damit wird vonseiten des Vatikan praktisch das Angebot gemacht, ohne Bruch über kontroverse Standpunkte theologisch zu forschen und zu diskutieren, um dann gemeinsam die Wahrheit zu suchen.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Pfr. Guido Rodheudt: Stellungnahme zu den Medienberichten im Kontext von „kreuz.net“

Die vollständige Stellungnahme findet man HIER.

(...) Ich habe keine Kenntnisse über die Hintergründe und Betreiber der Seite „kreuz.net“. Ebensowenig bin ich Aktivist der Seite (vgl. dazu auch mein bisher nicht veröffentlichtes Interview mit Christina Zühlke, Redaktion „Westart“ des WDR vom 2. Dezember 2012 im Anschluß an diese Stellungnahme).

Schließlich ist der geäußerte Verdacht, der in manchen Medien in die Nähe einer Tatsachenbehauptung gerückt wird, gegen mich würde die Staatsanwaltschaft in Sachen „kreuz.net“ ermitteln, falsch! Laut Aussage des zuständigen Staatsanwalts Norbert Winkler, Berlin, vom 3. Dezember 2012 bin ich nicht Beschuldigter im Rahmen eines staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens!

Alle diesbezüglichen unbegründeten Vorwürfe und falschen Verdächtigungen treffen meine Persönlichkeitsrechte und gereichen zum Schaden meines Berufes als katholischer Priester und meiner Glaubwürdigkeit. Nicht zuletzt die Ausstrahlung der Spiegel-TV-Sendung „Hetze im Namen des Herrn. Die Hintermänner von kreuz.net“ vom 25. November 2012 hat in diesem Zusammenhang große Unruhe in der Pfarrei und der Herzogenrather Bevölkerung ausgelöst. Ebenso wie in den genannten Print- und Onlinezeitungen wurde hier suggeriert, ich gehöre zu den „Hintermännern“ des besagten Internetportals. Dies wurde dazu noch mit dem Ausstrahlen von nicht angemeldeten Fernsehaufnahmen versucht zu untermauern, die ein Kamerateam bei einem überfallartigen Auftritt auf dem Kirchengelände von St. Marien, Herzogenrath, am 22. November 2012 gemacht hatte. Diese Form von unlauterem, unsachlich-investigativem Journalismus muß sich seinerseits den Vorwurf einer hetzerischen Propaganda gefallen lassen, der unter dem Deckmantel der Recherchearbeit keineswegs Aufklärung der Bevölkerung betreibt, sondern Menschen durch unredlichen Umgang mit den Fakten unter falschen Verdacht stellt. Ich hätte bis zu meiner eigenen Konfrontation mit derlei Formen Unsachlichkeit nicht für möglich gehalten, daß ich einmal einer solchen Form von medialer Selbstjustiz ausgesetzt sein würde.

Darüber hinaus weise ich darauf hin, daß die genannten Vorgänge nicht nur meine Person oder dem mir verbundenen Netzwerk katholischer Priester treffen, sondern in der Zusammenschau der Presse- und Fernsehveröffentlichungen die katholische Kirche insgesamt. Jenseits der kreuz.net-Debatte sagt der für den Mediensturm verantwortliche ehemalige katholische Theologe David Berger: „Wenn sich die im Artikel aufgezeigten Spuren weiter verdichten, wird das auch ein Riesenskandal für den Vatikan werden. Das PNW (Priesternetzwerk, Anm. d.Verf.) ist derzeit DAS Lieblingsprojekt des Papstes in Deutschland - dies hat der Apostolische Nuntius erst vor kurzem mehr oder weniger direkt der Öffentlichkeit signalisiert. Noch einmal, auch wenn man in der DBK (Deutsche Bischofskonferenz, Anm. d. Verf.) versucht weiter zu beschwichtigen: Diese Haß-Seite kommt aus dem tiefsten Inneren der katholischen Kirche... Es ist eben genau gesehen, vielleicht keine christliche, aber eine durch und durch katholische Internetseite, wenn man die derzeit herrschende päpstliche Version dieser Kirche als Maßstab anlegt ...“ (Leserkommentar 17.11.2012, 13:26 Uhr zu „Im Namen des Herrn“: Süddeutsche Zeitung online, 17.11.2012, 11:33 Uhr).

Die daraus sprechende Antihaltung zur katholische Kirche und gegen den Papst scheut nicht vor dem absurden Vorwurf zurück, den Heiligen Vater zum Verursacher des Phänomens „kreuz.net“ zu stilisieren. Es geht den Medien insgesamt offenbar nicht in erster Linie um die Bewertung eines unter dem Deckmantel des Katholischen zu unrecht agierenden anonymen Internetportals, sondern um die mit dem Vorwand der medialen Aufklärung betriebene Stigmatisierung der katholischen Kirche und ihrer Gläubigen insgesamt. Die Trias „katholisch-konservativ- kreuz.net“ wurde so in der Köpfe der Leserschaft gespielt und ist offenbar erst der Beginn einer großangelegten Meinungsmache gegen die katholische Kirche.

Ich bitte alle Pfarrangehörigen, Freunde und Förderer von St. Gertrud um einen differenzierten Umgang mit dem Thema, nicht zuletzt auf der Grundlage meiner hier abgegebenen Stellungnahme. Lassen Sie sich nicht aufhetzen und helfen Sie mit, daß die Wahrheit zu ihrem Recht kommt! Denn die Wahrheit ist heute in Bedrängnis, ausgesetzt dem Monopol von Meinungsagenturen und Vertretern von gesellschaftlich mächtigen Interessengruppen, deren erklärtes Ziel es ist, den Einfluß des Christlichen in der Gesellschaft zurückzudrängen. Die falsche Beschuldigung von öffentlichen Vertretern der Kirche ist dazu ein allbekanntes und probates Mittel. Selbstverständlich stehe ich jedem, der es möchte, zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

Herzogenrath, 4. Dezember 2012
Pfarrer Dr. Guido Rodheudt

(Quelle)

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Weiteres zum Thema:


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Samstag, 10. November 2012

Extra Ecclesiam nulla salus (2)

Von P. Bernward Deneke FSSP

Wer sich mit der Frage beschäftigt, ob es eine Heilsmöglichkeit auch für solche gibt, die außerhalb der Kirche stehen, wird früher oder später auf den Namen des Amerikaners Leonard Feeney (1897-1978) stoßen. Dieser hochbegabte, eifrige Priester, der zunächst Jesuit war und später eine eigene Gemeinschaft gründete, beobachtete bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts einen erschreckenden, Klerus wie Kirchenvolk umfassenden Verfall des Katholizismus. 

Er begab sich auf die Suche nach den Ursachen und gelangte bald zu der Erkenntnis, die Schuld daran trage das Vergessen, ja die Verdrängung und Leugnung eines wesentlichen Glaubenssatzes, der da lautet:

„Extra Ecclesiam nulla salus – Ausserhalb der Kirche kein Heil.“

Weil man die Kirche nicht mehr als absolut heilsnotwendig ansehe, stattdessen davon ausgehe, dass auch Nichtkatholiken und Ungetaufte auf außerordentlichen Wegen in den Himmel gelangen können; weil man also nicht mehr ernst mache mit dem Dogma von der alleinseligmachenden Kirche, deshalb erlahme und erschlaffe alles, das katholische Sendungsbewusstsein und der Missionsgeist gingen verloren und man arrangiere sich mit der Welt zum eigenen Untergang. 

Pater Feeney erstrebte daher, die verlorene Lehre wieder ins Bewusstsein der Gläubigen zu heben, so klar und kompromisslos, wie sie ursprünglich gemeint gewesen sei. Seine Interpretation war die denkbar strengste: Er wandte sich nicht nur gegen die Auffassung, Menschen guten Willens, die unverschuldet und in unüberwindlicher Unwissenheit außerhalb der Kirche stehen, könnten das Heil erlangen, sondern lehnte sogar die „Bluttaufe“ der ungetauften Märtyrer und die „Begierdetaufe“ der ohne Wassertaufe verstorbenen Katechumenen (Taufbewerber) ab. 

Inmitten des schrankenlosen Heilsoptimismus, der sich inzwischen der meisten Katholiken und sehr vieler kirchlicher Würdenträger bemächtigt hat, empfinden wir diese Meinung als unvorstellbar hart. Aber auch schon in den 40er Jahren konnte sich das römische Lehramt in ihr nicht wiederfinden. Es verurteilte sie daher in einem Brief des Heiligen Offiziums vom 8. August 1949 an den Erzbischof von Boston, in dessen Sprengel die Gründung Pater Feeneys lag. Das Dokument betont einerseits die volle Gültigkeit des „Extra Ecclesiam nulla salus“, doch verteidigt es andererseits die Begierdetaufe im engeren wie im weiteren Sinne: Nicht nur der ausdrückliche Wunsch, getauft zu werden, sondern auch das implizite, unbestimmte Verlangen eines Menschen, der in Unkenntnis der wahren Religion aufrichtig nach Gott und nach Gleichförmigkeit mit Seinem Willen sucht, kann durch die Gnade zu einer Zugehörigkeit zum Mystischen Leib Jesu Christi und somit zum Heil führen. 

Das ist keine „neue Lehre“, wie manche Anhänger Pater Feeneys bis heute argwöhnen. Bereits der selige Papst Pius IX., der nicht gerade im Ruf steht, den Glauben der Kirche modernistisch verwässert zu haben, fügte in einem Brief an die italienischen Bischöfe vom 10. August 1863 der Verurteilung des Indifferentismus, d.h. der Meinung, die Religionszugehörigkeit sei im Hinblick auf das ewige Heil gleichgültig, eine Erklärung bei, nach welcher Menschen in unüberwindlicher Unwissenheit, die sich um Gottgefälligkeit bemühen, kraft des göttlichen Lichtes und der Gnadenwirkung das ewige Heil erlangen können.

Dennoch, so der Papst, bleibe es katholisches Dogma, dass außerhalb der Kirche niemand gerettet werde. Wie für das Heilige Offizium unter Pius XII. besteht somit gleichfalls für Pius IX. kein Widerspruch zwischen dem „Extra Ecclesiam nulla salus“ und der Rettung solcher, die der Kirche nicht sichtbar angehören. Der Grund dafür ist einfach: Diese Menschen sind dennoch, wenn auch geheimnisvoll-unsichtbar, der Kirche angegliedert. Sie werden also nicht nur durch sie, durch ihr Gebet und ihre Gnadenvermittlung, sondern wahrhaft in ihr, als ihre verborgenen Glieder, gerettet. 

Man kann unter den lehramtlichen Äußerungen noch viel weiter zurückgehen als nur bis ins 19. Jahrhundert, um die mögliche Rettung scheinbar Außenstehender zu rechtfertigen. Letztlich ist es die Heilige Schrift selbst, die hier klare Hinweise gibt. Denken wir nur daran, dass sich nach Jesu Worten beim Endgericht herausstellen wird, wie viele Ihm Gutes getan haben, ohne darum zu wissen, und deshalb unter die Geretteten gezählt werden (Mt 25,31 ff); oder an die Ausführungen des heiligen Paulus über das dem menschlichen Herzen eingeschriebene Gesetz, dem gehorsam folgend auch die Heiden für gerecht befunden werden (vgl. Röm 2,12 ff).

Sollte es dem allweisen, allgütigen, allmächtigen Gott nicht möglich sein, in den Tiefen der Herzen Ansatzpunkte für Seine heiligende, rettende Gnade zu finden und Menschen guten Willens auf die Ihm eigene, wunderbare Weise mit dem Mystischen Leib Seines Sohnes, unseres einzigen Erlösers, zu verbinden? 

Die Apostel und ihre Nachfolger haben zweifelsohne von Jesus den Auftrag erhalten, allen die Wahrheit von der heilsnotwendigen Kirche ohne Konzessionen zu verkünden. Sie wussten und wissen aber auch darum, dass Gottes Erkennen und Wirken unendlich viel weiter reicht als das Erkennen und Wirken jedes Menschen. Daher dürfen wir uns weder anmaßen, Sein verbindliches Wort aufzuweichen, noch Seinem Wirken Grenzen zu setzen. 


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Extra Ecclesiam nulla salus (1)

Von P. Bernward Deneke FSSP

„Außerhalb der Kirche kein Heil.“ An dieser Aussage haben sich seit Menschengedenken die Geister gerieben und die Gemüter erhitzt. Maßlos scheint der Anspruch, bedrückend die Konsequenz zu sein. Man sieht vor sich das Bild der Arche, die einsam über die Sintflut dahinfährt. Sie ist zwar nicht so klein wie die des Noah; eine beträchtliche Anzahl von Menschen hat in ihr Platz gefunden. Aber was ist mit den anderen? Sie bilden die massa damnata, die Masse, die dem endgültigen Verderben ausgeliefert ist... 

Der heutige Katholik – und übrigens nicht erst er – hat Schwierigkeiten mit solchen Vorstellungen. Sie kommen ihm arrogant und unmenschlich vor. Er kann und will, wenn er viele Menschen außerhalb der Kirche betrachtet, einfach nicht annehmen, diese seien alle so schlecht, dass sie Verwerfung und Hölle verdient hätten. Nicht zu vergessen die Aussage des Völkerapostels Paulus über den allgemeinen Heilswillen: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Wie sollte das zusammengehen mit einer allein-seligmachenden Kirche, einer einzigen Arche des Heils? 

Daher ist man schon seit einiger Zeit dazu übergegangen, den Satz „Extra Ecclesiam nulla salus“ zumindest mit einem Fragezeichen zu versehen, häufiger aber noch ihn in sein Gegenteil zu wenden: Außerhalb der Kirche ist sehr wohl Heil! Überhaupt sind die Theologen davon abgekommen, anderen christlichen Konfessionen und nichtchristlichen Religionen ihren Wert als Heilswege abzusprechen. Diese enthalten doch so viel Ehrenwertes und Kostbares, das uns mit Hochachtung statt mit Verachtung erfüllen muss! Und weshalb sollten nicht auch humanistische Atheisten, die oft weitaus angenehmer und hilfsbereiter sind als manche bigotten Katholiken, zur Vollendung in Gott finden können? 

Gewichtige Fragen und Einwände wie diese werden der Lehre von der heilsnotwendigen Kirchenzugehörigkeit schon seit geraumer Zeit entgegengeworfen. Dennoch hält das römische Magisterium an ihr fest. So führt auch der 1992 veröffentlichte sog. Weltkatechismus das Wort „Außerhalb der Kirche kein Heil“ – das übrigens auf eine ähnliche Formulierung in einem Brief des heiligen Cyprian von Karthago (+ 258) zurückgeht – an, ohne Fragezeichen, aber nicht ohne nachfolgende Erklärung (Nr. 846).

Damit stellt sich der Katechismus in eine kontinuierliche Linie, die sich über die einschlägigen Aussagen des neuzeitlichen, mittelalterlichen und antiken Lehramtes der Kirche zurückverfolgen lässt bis zu Worten der Apostel und des Herrn selbst. Man denke hier nur an die Strenge des Taufbefehls (Mk 16,16: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“). Oder daran, dass sich an der Haltung gegenüber den Gesandten, d.h. den konkreten Kirchenvertretern, die Stellung zu Jesus entscheidet (Lk 10,16: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.“). 

Bevor wir in der Fortsetzung dieses Artikels auf die Frage nach der Rettung von Menschen außerhalb der sichtbaren Kirche eingehen werden, müssen wir uns darüber klarwerden, weshalb denn die Zugehörigkeit zu ihr durch Taufe, Glauben und Anerkennung der Amtsträger heilsnotwendig sein soll. Ist es nicht reichlich willkürlich, ausgerechnet solche Bedingungen aufzustellen? Ist nicht das Herz des Menschen entscheidend, sein guter Wille, seine Lebensweise – mehr die Orthopraxie als die Orthodoxie, d.h. mehr das rechte Tun als die Rechtgläubigkeit? 

In derartigen Gedanken verkennt man Jesus Christus, die Kirche und die Verbindung beider. Zu Nikodemus spricht der Herr das geheimnisvolle Wort: „Niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“ (Joh 3,13) Das heißt doch, dass unter allen Menschen nur Er selbst aus dieser Welt in die himmlische Herrlichkeit aufsteigen konnte. Wer daher zum Vater gelangen will, der vermag es ausschließlich durch Ihn (Joh 14,6), ja in Ihm. Er muss, wie Paulus erklärt, durch die Taufe in Christus hinein sterben, um in Ihm zu leben und mit Ihm aufzuerstehen (vgl. Röm 6). 

Die Weise aber, wie wir in Ihm sein und leben können, ist keine andere als die der Zugehörigkeit zu Seiner Kirche, mit der sich Jesus so sehr gleichsetzt, dass Er dem Kirchenverfolger Paulus zuruft: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ (Apg 9,4) Weil die Kirche wahrhaft Sein Leib ist, deshalb wird nur, wer diesem eingegliedert ist, auch durch, mit und in ihm auferstehen zum ewigen Heil. 

Wollte die Kirche den anstößigen Satz „Extra Ecclesiam nulla salus“ aufgeben, so käme das nicht nur einem Verrat an der eigenen Lehrüberlieferung gleich. Es wäre darüber hinaus eine Verleugnung ihres eigenen Wesens und letztlich dessen, der ihr Haupt und dessen Leib sie ist. Daher gilt, bei aller Erklärungsbedürftigkeit dieser Formulierung, weiterhin und für alle Zeiten, dass außerhalb der Kirche kein Heil ist!


Fortsetzung:
Extra Ecclesiam nulla salus (2)

Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Dienstag, 6. November 2012

Priesternetzwerk jetzt auch in Österreich

"Kein eingetragener Verein, sondern eine Interessensgemeinschaft von Priestern und Diakonen, denen die unverkürzte Verkündigung der Lehre der katholischen Kirche wichtig ist." Das ist die Charakterisierung des Priesternetzwerks aus dem Munde von Mitbegründer Pfarrer Hendrick Jolie. Ihr Anliegen ist das katholische Profil und die Vernetzung untereinander.

In vielen Pfarreien fühlen sich Priester nicht mehr in ihrem Priestertum getragen. Viele Katholiken zeigen kein Verständnis mehr für die Sendung und das Charisma des Priesters. Dadurch kommt es manchmal zu Spannungen auch mit Ordinariaten oder mit den Bischöfen.

Das Netzwerk sei nicht eine Reaktion auf die jüngeren Ungehorsams-Aufrufe verschiedener Priester- oder Pfarrer-Initiativen. Vielmehr habe es das Priesternetzwek schon vor diesen, nämlich seit dem Jahre 2001, gegeben. Dennoch sei die Bewegung "eine Art Krisenindikator", eine "Notwehrgemeinschaft". "Es trifft zu, dass wir auf einen konkreten Missstand aufmerksam machen wollen. Was wir in unseren Zielen vereinbart haben, die Wahrnehmung der priesterlichen Leitungsfunktion, die unverkürzte Verkündigung der kirchlichen Lehre und die treue Befolgung der liturgischen Vorschriften bei der Feier der Heiligen Messe".

Netzwerk-Sprecher Pfr. Uwe Winkel:
"Leider haben wir innerhalb des Klerus eine regelrechte Spaltung. In den herkömmlichen Strukturen haben wir nicht die Einheit und den Zusammenhalt, weil sich manche Mitbrüder ärgerlicherweise mehr oder weniger über die Lehre und die Ordnung der Kirche hinwegsetzen. Dadurch dass die Einheit unter uns Priestern nicht mehr gegeben ist, suchen wir dekanats- und diözesanübergreifend Gemeinschaft. Wir sind jedes Mal beeindruckt, wenn wir bei unseren Treffen erleben dürfen, welch tiefe Einheit wir unter uns Priestern und Diakonen erleben dürfen.

Da sich mit dem „Aufruf zum Ungehorsam“ Mitbrüder international zusammengeschlossen haben und Forderungen stellen, die im offenen Widerspruch zur kirchlichen Lehre stehen, ist auch uns eine internationale Verknüpfung wichtig. Seit acht Jahren arbeiten wir bereits mit dem „Linzer Priesterkreis“ und dem „Churer Priesterkreis“ zusammen. Die Mitbrüder der Ungehorsamsinitiativen können daher nur einen gewissen Teil der Priesterschaft repräsentieren, keinesfalls aber im Namen aller Geistlichen sprechen."

Sprecher des Priesternetzwerks sind die Pfarrer Guido Rodheuth, Hendrick Jolie und Uwe Winkel.
Als Ansprechpartner in Österreich steht der nicht zuletzt durch verschiedene Internet-Aktivitäten bekannte Seelsorger Pfarrer Christian Sieberer zur Verfügung.


Kontakte:


Montag, 5. November 2012

Der (Heilig-) Macher


Der  Heilige Geist wird (...) der Schöpfer-Geist, der Lebendigmacher und Heiligmacher genannt. Er ist das Lebensprinzip der Kirche. Die Seele der katholischen Kirche. Man kann nicht von der Kirche reden, ohne auch vom Heiligen Geist zu reden, wie man nicht von einem Menschen reden kann, ohne auch von seiner Seele zu reden, die sein Lebensprinzip ist.

Schon vor seinem Tod am Kreuz hat Jesus auf dieses göttliche Lebensprinzip der Kirche hingewiesen. Der Heilige Geist bleibt in Ewigkeit bei der Kirche (Joh 14,16). Er ist ihr Beistand (Joh 14,16). Er lehrt sie alles und erinnert sie an alles (Joh 14,26). Er führt sie ein in alle Wahrheit (Joh 16,13). 

Die Kirche hat also seit Pfingsten nicht nur ein unsichtbares Haupt, Christus, und ein sichtbares Haupt, den Papst; sie hat nicht nur einen Leib, die Gemeinschaft der Gläubigen; sie hat als lebendiger Organismus auch ein Lebensprinzip, eine göttliche Seele.

Dieses göttliche Leensprinzip, der Heilige Geist, nahm vom Organismus der Kirche Besitz am Pfingsttag. Von da an ist der Heilige Geist die Wirkursache jeglichen religiösen Lebens in der Kirche. Von ihm empfängt die Kirche alle heilwirkenden Gnaden, die heiligmachenden und die helfenden, die Tugendkräfte, die Gaben, dazu auch die außerordentlichen Charismen des Wunders, der Krankenheilung, der Weissagung. 

Ohne ihn weiß die Kirche nichts, kann sie nichts, tut sie nichts, was zum Heile dient. Er gebiert die Kinder Gottes durch sie. Er erleuchtet, er erneuert, er heiligt sie. Er ist ihr Lebendigmacher und Heiligmacher. 
Er in Christus.

Prälat Robert Mäder (1875-1945)
in: "Der Heilige Geist - Der dämonische Geist"; Verlag St. Michael Goldach AD 1969, S. 15


(Hervorhebung durch Fettdruck von Admin)

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Forum Deutscher Katholiken zur Augsburger Priesterinitiative

Stellungnahme des Forums Deutscher Katholiken zur
Priesterinitiative in der Diözese Augsburg

22. Oktober 2012

Eine Initiative von 43 Priestern in der Diözese Augsburg geht mit dem Motto „Mit brennender Sorge“ an die Öffentlichkeit. Dieses Motto ist ein Plagiat, das der bekannten Enzyklika gegen den Nationalsozialismus abgekupfert ist. Die Priesterinitiative will in einer Diskussion mit dem Diözesanbischof “Reformen in Gang bringen”. Sie geht dazu erst in die Öffentlichkeit, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ist das guter Stil und die Voraussetzung für Gespräche?

Die Priesterinitiative will “Entfremdung der Kirche von den Gläubigen verhindern” und ist deswegen gegen eine “fatale Großraumplanung”, d. h. gegen die Bildung von Pfarreiengemeinschaften. Diese haben ihren Grund in der fehlenden Zahl an Priestern. Haben die 43 Pfarrer in ihren Gemeinden schon einmal verdeutlicht, dass die Priester, die die Gemeinden brauchen, aus den Familien kommen müssen? Haben sie junge Menschen angesprochen und bei diesen für den Priesterberuf geworben? Oder soll der Priestermangel dafür herhalten, priesterlose Gottesdienste an Sonntagen durchzusetzen?

Die Priesterinitiative will geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zulassen. “In unserer Diözese reichen viele Pfarrer den wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion”. Diesen Pfarrern ist bekannt, dass sie damit nicht nur gegen das Kirchenrecht, sondern auch gegen die eindeutige Aussage Jesu verstoßen (Mt 5,31-32; 19,3-9; Lk 16,18; Mk 10,4-9). Die Ehe ist nicht, wie Die Augsburger Allgemeine vom 20.10.12 meint “nach katholischem Recht unauflöslich”, sondern nach dem Wort Jesu.

Zur Lösung der Probleme spricht sich die Priesterinitiative für “synodale Strukturen” aus. “Da kann die evangelische Kirche durchaus Vorbild sein.” Aber nur wer erfahrungsresistent ist, kann übersehen, dass die evangelische Kirche die “Entfremdung” ihrer Gläubigen trotz synodaler Strukturen nicht verhindern konnte. Ihr kehrten in den letzten Jahrzehnten wesentlich mehr Gläubige den Rücken zu als in der katholischen Kirche.

Aufschlussreich ist die Tatsache, dass sich kaum junge Priester der Initiative angeschlossen haben.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken


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