Mittwoch, 7. August 2013

Die Option für die Armen - eine Irrlehre?


Die Armen sind der wahre Schatz der Kirche!



Es gibt Gläubige, die noch nicht gehört haben (oder es für eine Irrlehre halten) dass der katholischen Kirche die "Option für die Armen" ein Anliegen ist. Nun ist es ja so, dass wir alle nicht alles wissen (können) und schon garnicht Experten für alles sind und deshalb möglicherweise auch noch dazulernen können. Das ist keine Schande und in einem Zeitalter, in dem "lebenslanges Lernen" ein Muss ist, ohnehin schon nicht. Das gilt für mich so gut wie für alle anderen Mitchristen.

Zur Sache: Kritisiert wird (s. hier im Kommentarbereich), Papst Franziskus habe das Ziel einer "Kirche der Armen", er pflege deshalb eine "'Anbetung' und 'Glorifizierung' der Armut". Als Beweis dafür, dass diese Sicht- und Ausdrucksweise nicht katholisch und unangemessen ist (und der Theologie Joseph Ratzingers aka Papst Benedikt XVI. diametral entgegengesetzt ist), wird Bezug genommen auf die Thesen des lateinamerikanischen Jesuiten Jon Sobrino, der "2007 (...) als erster Theologe unter Papst Benedikt XVI. deswegen abgemahnt [wurde]. Der Vorwurf: Sobrino mache nicht den Glauben der Kirche zum Ausgangspunkt der theologischen Reflexion, sondern die "Kirche der Armen." (hier) 

 1. Zum Verfahren und der Verurteilung der Irrtümer in den Schriften von Jon Sobrino sei gesagt, dass die Kritik sich nicht am Begriff "Kirche der Armen" entzündete, sondern daran, dass Sobrino eine "Kirche der Armen" als Ausgangspunkt für seine theologischen Reflexionen ausmachte. Der "einzige gültige 'ekklesiale Ort' für die Christologie und für die Theologie im allgemeinen" kann aber nur, so die Glaubenskongregation, der apostolische Glaube der Kirche sein. "P. Sobrino tendiert dazu, den normgebenden Wert der Aussagen des Neuen Testaments und der großen Konzilien der Alten Kirche zu mindern." Verurteilt wurden dementsprechend "Irrtümer methodologischer Natur", die zu Schlussfolgerungen führen, die "mit dem Glauben der Kirche in entscheidenden Punkten – wie der Göttlichkeit Jesu Christi, der Menschwerdung des Sohnes Gottes, der Beziehung Jesu zum Reich Gottes, seinem Selbstbewußtsein und dem Heilswert seines Todes – nicht übereinstimmen". (vgl. "Erklärende Note zur Notifikation 3) Man sieht, es geht hier um andere Dinge als den Begriff der "Kirche der Armen".

Weitere Erklärungen zum Verfahren gegen P. Sobrino und dem Verhältnis der Kirche zu den Armen aus der "Erklärenden Note zur Notifikation":
Von seiten der Kongregation war es also notwendig, die nachfolgende »Notifikation« zu einigen Werken von P. Jon Sobrino SJ zu veröffentlichen, in denen verschiedene Auffassungen entdeckt wurden, die aufgrund ihrer Irrigkeit oder Gefährlichkeit den Gläubigen schaden können. P. Sobrino zeigt sich in seinen Veröffentlichungen besorgt um die Lage der Armen und der Unterdrückten, besonders in Lateinamerika. Diese Sorge gehört zweifellos der ganzen Kirche.

Wie die Kongregation für die Glaubenslehre selbst in ihrer Instruktion Libertatis conscientia über die christliche Freiheit und die Befreiung sagt, hat das menschliche Elend »das Mitleid Christi geweckt, der dieses Elend hat auf sich nehmen und sich mit den ›geringsten seiner Brüder‹ (Mt 25,40.45) hat identifizieren wollen«, und ist »die Option, die den Armen den Vorzug gibt, weit davon entfernt, ein Zeichen von Partikularismus und Sektarismus zu sein; sie offenbart vielmehr, wie universell Sein und Sendung der Kirche sind. Diese Option schließt niemanden aus.

Das ist der Grund, warum die Kirche diese Option nicht mit Hilfe von einengenden soziologischen und ideologischen Kategorien zum Ausdruck bringen darf; sie würden aus dieser vorrangigen Zuwendung eine parteiische Wahl konfliktbetonter Art machen«.[1]

Zuvor hatte dieselbe Kongregation in der Instruktion Libertatis nuntius über einige Aspekte der »Theologie der Befreiung« bereits angemerkt, daß die Warnungen bezüglich jener theologischen Strömung, die im Dokument enthalten sind, nicht als Tadel derer ausgelegt werden dürfen, die der »vorrangigen Option für die Armen« treu bleiben wollen, noch denen zum Vorwand dienen dürfen, die sich gleichgültig zeigen gegenüber den tragischen Problemen des Elends und der Ungerechtigkeit.[2]

Diese Aussagen zeigen deutlich, was die Position der Kirche im Hinblick auf diese komplexe Problematik ist: »Die schlimmen Ungleichheiten und Unterdrückungen aller Arten, die heute Millionen von Männern und Frauen treffen, stehen in offenem Widerspruch zum Evangelium Christi und können das Gewissen keines Christen gleichgültig lassen. Vom Heiligen Geist geführt, geht die Kirche in Treue voran auf den Wegen der authentischen Befreiung.

Ihre Glieder wissen um ihre eigenen Schwächen und ihren Rückstand bei dieser Suche. Eine große Zahl von Christen hat jedoch seit den Zeiten der Apostel ihre Kraft und ihr Leben für die Befreiung von jeder Form der Unterdrückung und für die Förderung der Menschenwürde eingesetzt. Die Erfahrung der Heiligen und das Beispiel so vieler Werke im Dienst am Nächsten sind Ansporn und Licht für die befreienden Initiativen, die heute gefordert sind.«[3]


[1] Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Libertatis conscientia 68: AAS 79 (1987), 554–599. 
[2] Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Libertatis nuntius, Vorwort: AAS 76 (1984), 876–909. 
[3] Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Libertatis conscientia 57.


2. Aber sollen nun die Armen von der Kirche bevorzugt werden, muss ihnen besondere Liebe und Aufmerksamkeit engegengebracht werden? Ist die Kirche nicht eine Kirche aller Menschen, der Reichen wie der Armen? Nimmt man den anderen, denen es gut geht, nicht etwas weg, wenn die Kirche eine "Option für die Armen" propagiert? Müssen nicht alle gleich behandelt werden?

Kurz gesagt: Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass die Armen von Ungerechtigkeit und Sklaverei (der Sünde) befreit werden und dass dafür ein besonderer Einsatz gefordert ist. Wie ist das im christlichen Sinne zu verstehen:

Antwort gibt z. B. die Instruktion über die christliche Freiheit und die Befreiung – "Libertatis conscientia"
"Die Armen, die Gegenstand der besonderen Liebe Gottes sind, verstehen am besten und gleichsam instinktiv, daß die tiefste Befreiung, nämlich die von Sünde und Tod, durch das Sterben und Auferstehen Christi bewirkt wird."

Der Einfachheit und des besseren Überblicks wegen seien hier einige Passagen des obengenannten Dokumentes der Glaubenskongregation zitiert, das unterzeichnet ist von ihrem damaligen Präfekten Joseph Ratzinger und das die Geschichte der Befreiung des Gottesvolkes, der "Armen Jahwes", aufzeigt: 
45. In seinem Heilsplan hat Gott Israel sein Gesetz gegeben. Es enthält neben den universal geltenden moralischen Geboten des Dekalogs auch kultische und zivile Normen, die das Leben des von Gott erwählten Volkes für sein Zeugnis unter den Völkern regeln sollten. In diesem gesamten Gesetzeswerk bildet die Liebe zu Gott, die über alles geht,35 und die Liebe zum Nächsten, die wie zu sich selbst sein soll,36 den Mittelpunkt. Aber auch die Gerechtigkeit, die die Beziehungen zwischen den Menschen regeln soll, und das Recht als deren juridischer Ausdruck sind ein sehr charakteristischer Wesenszug des biblischen Gesetzes. Die Gesetzesbücher und die Predigt der Propheten wie auch die Psalmen beziehen sich ständig auf das eine wie auf das andere, sehr oft auf beides zusammen.37 In diesem Kontext muß man die Sorge des biblischen Gesetzes für die Armen und Mittellosen, für die Witwen und Waisen anerkennen: Man schuldet ihnen Gerechtigkeit nach der Rechtsordnung des Gottesvolkes.38 Das Ideal und der Entwurf existieren also bereits in einer Gesellschaft, die ganz auf den Kult des Herrn ausgerichtet und auf die Gerechtigkeit und das Recht gegründet ist, die beide von der Liebe beseelt werden.

Die Lehre der Propheten

46. Die Propheten erinnern Israel ständig an diese Forderungen des Bundesgesetzes. Im verstockten Herzen des Menschen prangern sie die Quelle wiederholter Gesetzesübertretungen an und kündigen einen neuen Bund an, bei dem Gott ihre Herzen verwandeln und ihnen das Gesetz seines Geistes einschreiben wird.39

Bei der Ankündigung und Vorbereitung dieser neuen Zeit klagen die Propheten mit Nachdruck die Ungerechtigkeit an, die gegen die Armen begangen wird; für sie machen sie sich zu Sprechern Gottes. Jahwe ist die höchste Zuflucht der Kleinen und Unterdrückten, und der Messias wird den Auftrag haben, sie zu verteidigen.40

Die Lage des Armen ist eine Unrechtssituation, die dem Bund widerspricht. Deshalb schützt ihn das Bundesgesetz durch die Gebote, die die Haltung Gottes selbst widerspiegeln, als er Israel aus der Knechtschaft Ägyptens befreite.41 Die Ungerechtigkeit gegen die Kleinen und Armen ist eine schwere Sünde, die die Gemeinschaft mit Jahwe zerstört.

Die »Armen Jahwes«

47. Aus allen Formen von Armut, erlittener Ungerechtigkeit und Not lassen die »Gerechten« und die »Armen Jahwes« ihre Bitten in den Psalmen zu Ihm aufsteigen.42 Sie leiden in ihrem Herzen an der Knechtschaft, der das Volk »mit steifem Nacken« wegen seiner Sünden unterworfen ist. Sie erdulden Verfolgung, Martyrium und Tod, aber sie leben in der Hoffnung auf Befreiung. Ihr Vertrauen setzen sie vor allem auf Jahwe, dem sie ihre Sache anheimstellen.43

Die »Armen Jahwes« wissen, daß die Gemeinschaft mit Ihm44 das höchste Gut ist, worin der Mensch seine wahre Freiheit findet.45 Für sie ist der Verlust dieser Gemeinschaft das schlimmste Übel. Deshalb gewinnt ihr Kampf gegen die Ungerechtigkeit seinen tiefsten Sinn und seine Wirksamkeit aus ihrem Willen, von der Knechtschaft der Sünde befreit zu werden.

Auf der Schwelle zum Neuen Testament

48. Auf der Schwelle zum Neuen Testament bilden »die Armen Jahwes« die Anfänge eines »demütigen und armen Volkes«, das aus der Hoffnung auf die Befreiung Israels lebt.46

Indem Maria diese Hoffnung verkörpert, überschreitet sie die Schwelle des Alten Testamentes. Sie verkündet mit Freude den messianischen Anbruch und preist den Herrn, der sich anschickt, sein Volk zu befreien.47 In ihrem Lobpreis auf die göttliche Barmherzigkeit besingt die demütige Jungfrau, der sich das Volk der Armen spontan und mit so großem Vertrauen zuwendet, das Geheimnis des Heils und seine verwandelnde Kraft. Der Glaubenssinn, der bei den »Kleinen« so lebendig ist, versteht ohne weiteres den ganzen soteriologischen und ethischen Reichtum des Magnifikats.48

Die christologische Bedeutung des Alten Testamentes

Im Lichte Christi

49. Der Exodus, der Bund, das Gesetz, die Stimme der Propheten und die Spiritualität der »Armen Jahwes« erreichen ihre volle Bedeutung erst in Christus.

Die Kirche liest das Alte Testament im Licht des für uns gestorbenen und auferstandenen Christus. Sie sieht ihr eigenes Vorbild im Volk Gottes des Alten Bundes, konkret verleiblicht in einer einzelnen Nation mit ihrer politischen und kulturellen Verfassung, die in den Schoß der Geschichte eingepflanzt wurde als Zeuge Jahwes vor dem Angesicht der Völker, bis die Zeiten der Vorbereitung und der Bilder erfüllt waren. In der durch Christus heraufgeführten Fülle der Zeit sind die Kinder Abrahams berufen worden, zusammen mit allen Völkern in die Kirche Christi einzutreten, um zusammen mit ihnen ein einziges geistiges und universales Gottesvolk zu bilden.49


Die christliche Befreiung

Verkündigung der Frohen Botschaft an die Armen

50. Jesus verkündet die Frohe Botschaft vom Gottesreich und ruft die Menschen zur Umkehr.50 »Den Armen wird das Evangelium verkündet« (Mt 11, 5): Indem Jesus dieses Prophetenwort aufnimmt,51 offenbart er sein messianisches Handeln für alle, die das Heil von Gott erwarten. Der Gottessohn, der sich aus Liebe zu uns arm gemacht hat,52 will sogar in den Armen erkannt werden, in jenen, die leiden oder verfolgt werden:53 »Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan« (Mt 25, 40). 

35 Vgl. Dtn 6,5. 
36 Vgl. Lev 19, 18. 
37 Vgl. Dtn 1, 16-17; 16, 18-20; Jer 22, 3-15; 23, 5; Ps 33, 5; 72, 1; 99, 4. 
38 Vgl. Ex 22, 20-23; Dtn 24, 10-22. 
39 Vgl. Jer 31, 31; Ex 36, 25-27. 
40 Vgl. Jes 11, 1-5; Ps 72, 4. 12-14; Instruktion Libertatis nuntius, IV, 6: AAS 76 (1984), 883. 
41 Vgl. Ex 23, 9; Dtn 24, 17-22. 
42 Vgl. Ps 25; 31; 35; 55; Instruktion Libertatis nuntius, IV, 5: AAS 76 (1984), 883. 
43 Vgl. Jer 11, 20; 20, 12. 
44 Vgl. Ps 73, 26-28. 
45 Vgl. Ps 16; 62; 84. 
46 Zef 3, 12-20; vgl. Instruktion Libertatis nuntius, IV, 5: AAS 76 (1984), 883.
47 Vgl. Lk 1, 46-55. 
48 Vgl. PAUL VI., Apostolisches Schreiben Marialis cultus, 37: AAS 66 (1974), 148-149. 
49 Vgl. Apg 2, 39; Röm 10, 12; 15, 7-12; Eph 2, 14-18. 
50 Vgl. Mk 1, 15. 
51 Vgl. Jes 61, 9. 
52 Vgl. 2 Kor 8, 9. 
53 Vgl. Mt 25, 31-46; Apg 9, 4-5.

Des weiteren:
Jesus und die Armut

66. Christus, der reich war, wurde arm, um uns durch seine Armut reich zu machen.95 Der heilige Paulus spricht hier vom Geheimnis der Menschwerdung: Der ewige Sohn Gottes ist die sterbliche Menschennatur anzunehmen gekommen, um den Menschen aus dem Elend zu erretten, in das ihn die Sünde gestürzt hatte. Darüber hinaus hat Christus als Mensch einen Stand der Armut und Entbehrung gewählt,96 um zu zeigen, worin der wahre Reichtum besteht, den man suchen soll, nämlich die Lebensgemeinschaft mit Gott. Er lehrte den Verzicht auf die Reichtümer der Erde, damit wir Sehnsucht nach den Schätzen des Himmels haben.97 Die Apostel, die er erwählt hat, mußten auch selbst alles verlassen und sein Los teilen.98

Durch den Propheten als Messias der Armen99 angekündigt, hat er gerade unter diesen, den Niedrigen, den »Armen Jahwes«, die nach der Gerechtigkeit des Gottesreiches dürsteten, die Herzen gefunden, die ihn aufnahmen. Aber er wollte auch denen nahe sein, die, obwohl reich an irdischen Gütern, als »Zöllner und Sünder« von der Gemeinschaft ausgeschlossen waren; denn er war gekommen, um sie zur Bekehrung zu rufen.100

Eine solche Armut, geformt aus Verzicht, Gottvertrauen, Gelassenheit und Bereitschaft zum Teilen, hat Jesus seliggepriesen.
95 Vgl. 2 Kor 8, 9. 
96 Vgl. Lk 2, 7; 9, 58. 
97 Vgl. Mt 6, 19-20. 24-34; 19, 21. 
98 Vgl. Lk 5, 11. 28. Mt 19, 27. 
99 Vgl. Jes 11, 4; 61, 1; Lk 4, 18. 
100 Vgl. Mk 2, 13-17; Lk 19, 1-10.

Die Liebe, die den Armen den Vorzug gibt

Indem die Kirche die Armen liebt, bezeugt sie die Würde des Menschen. Deutlich betont sie, daß der Mensch mehr gilt durch das, was er ist, als durch das, was er besitzt. Sie bezeugt, daß diese Würde nicht zerstört werden kann, wie auch immer die Situation des Elends, der Mißachtung, der Ablehnung und der Ohnmacht sein mag, in die ein Mensch geraten ist. Sie zeigt sich mit denjenigen solidarisch, die nichts zählen für eine Gesellschaft, von der sie geistig und manchmal sogar körperlich ausgestoßen sind. Insbesondere wendet sich die Kirche in mütterlicher Liebe denjenigen ihrer Kinder zu, die aufgrund ihrer menschlichen Bosheit niemals das Licht verbreiten, wie auch den alten Menschen, die einsam und verlassen sind.
Die Option, die den Armen den Vorzug gibt, ist weit davon entfernt, ein Zeichen von Partikularismus und Sektarismus zu sein; sie offenbart vielmehr, wie universell Sein und Sendung der Kirche sind. Diese Option schließt niemanden aus.
Das ist der Grund, warum die Kirche diese Option nicht mit Hilfe von einengenden soziologischen und ideologischen Kategorien zum Ausdruck bringen darf; sie würden aus dieser vorrangigen Zuwendung eine parteiische Wahl konfliktbetonter Art machen.

Das mag hier genügen, um aufzuzeigen, wie eng die Sendung der Kirche mit der "Option für die Armen" verbunden ist. In den genannten Dokumenten (sie seien zur Lektüre empfohlen) sind darüber hinaus noch zahlreiche weitere Aspekte genannt und erklärt, die dann auch verstehen lassen, was die wirkliche "Theologie der Befreiung" im christlichen Sinne ist - im Gegensatz zu einer politisch oder soziologisch verstandenen verengenden Sicht der sogenannten "Befreiungstheologen".

Der Irrtum ist nicht der, dass eine "Theologie der Befreiung" behauptet wird, die es garnicht gibt, sondern dass dieser Begriff, der tatsächlich eine Berechtigung im Glauben der Kirche hat, mit falschen oder verkürzenden Inhalten gefüllt wird - so wie bei dem Begriff der "Kirche der Armen".

Fazit: Wenn der Papst von einer "Kirche der Armen" spricht, dann im Sinne des Glaubens der Kirche wie er oben beschrieben ist. Mag dieser Begriff in unseren Breitengraden ungewohnt sein und falsche Assoziationen wecken, er hat doch nichts Tadelnswertes.


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 Foto: Vinzenz von Paul u.a.; "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder gatan habt, das habt ihr mir getan."; Andrzej Otrębski; wikimedia commons
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