Donnerstag, 28. März 2013

Nur Mut...



"Das Buß-Sakrament ist keine Art “Psychotherapie”; es ist ein Sakrament, ein wirksames Zeichen der Vergebung, die dem gewährt wird, der bereut, nicht dem, der beschließt, sich einem “Seelenklempner” anzuvertrauen.

Der Beichtvater weiß, dass uns Gott allein tief ins Herz schauen kann; dass nur er die objektive Urteilsfähigkeit und die Gabe der Barmherzigkeit besitzt, die freisprechen kann und von dessen Gnade der Beichtvater nur der Träger ist. Das, was zählt, ist nicht Gewissenserforschung und Beichte, sondern die Reue, die wir tief in unserem Herzen verspüren (...).

Nie dürfen wir (Beichtväter) vergessen, dass der Beichtvater kein Erstaunen zeigen darf, ganz gleich, wie schwer die ihm gebeichteten Sünden auch sein mögen. Er muss die Sünde verurteilen – nicht aber den Pönitenten; niemals darf er Schrecken einflößen statt Gottesfurcht; nie darf er Interesse zeigen an Aspekten des Lebens des Pönitenten, deren Kenntnis für die Beurteilung seiner Taten nicht relevant ist; nie darf er Äußerungen machen, die es an dem gebotenen Takt fehlen lassen, auch wenn diese nicht im Kontrast zum Gebot der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe stehen sollten; nie darf ein Priester ungeduldig sein und den Pönitenten vorschnell abfertigen (ausgenommen im Falle, dass die Beichte in unnötig ausschweifender Form erfolgt)..."


Bischof Gianfranco Girotti, Regent der Apostolischen Pönitentiarie in einer Ansprache bei einem Symposium für Beichtväter; L'Osservatore Romano, 28.01.2012 (zitiert nach 30Giorni 01/02 2012)




Bild: Mosaik "Der gute Hirte" in der Kölner Kirche St. Aposteln; Karl-Heinz Meurer; wikimedia commons
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