Montag, 26. November 2012

"Wer nicht glaubt, wird verdammt werden!"

Der göttliche Skandal

(...) Durch alle Jahrtausende stehen die Gläubigen - Priester wie Laien - unter dem Königtum Christi, unter seinem Hohepriestertum.

Das Ärgernis, das Jesus Christus für seine Zeit darstellte, geht von ihm über auch auf den jüngsten Kaplan, der sich auf die Kanzel stellt.

Oft sieht er auf den Kirchenbänken neben den Heiligen auch die flauen Sonntagsspießer mit ihren eingefrorenen Herzen, ein paar Dreigroschenmetaphysiker und eitle Allround-Typen, die ihn nur kritisieren wollen.

Er bebt, wenn er an ihr ewiges Leben denkt, das sie verschüttet, zertrampelt, verludert haben und will sie wachrütteln, herausreißen aus ihrer Gleichgültigkeit:
"Wer nicht glaubt, wird verdammt werden!"
Und sie schauen zu ihm auf. Sie empören sich innerlich. Mit Höllenpredigten lassen sie sich in ihrer Gemütsruhe nicht anrempeln - im Zeitalter der Toleranz.

Nach dem Gottesdienst gehen ein paar anderweitig orientierte Brüder auf ihn zu. Sie stellen ihn zur Rede wegen seiner inquisitorischen Ausführungen.

Der Kaplan schlägt die Heilige Schrift auf. Sie ist Gottes Wort. Von der Bergpredigt des hl. Matthäus bis zur Geheimen Offenbarung des hl. Johannes zeigt er ihnen die unwiderruflichen Sätze von der Verdammung derer, die sich gegen Gott stellen.

Und der Kaplan beruft sich auf die Bischöfe, die ihm die Hand aufgelegt haben, damit er dieses heilige Evangelium verkündet.


Manche Grauköpfe, die sich diesen Übereifer anhören, sind mehr als doppelt so alt wie er. Das lassen sie sich von ihm nicht bieten.

Der Diözesanbischof bekommt eine Beschwerde wegen dieses geistlichen Neulings in der Gemeinde mit seinen intoleranten Ansichten.

Doch der Bischof bestätigt die Worte des Kaplans mit der Autorität derer, die ihm die Hand aufgelegt haben.

Und der Pöbel, der die "Schwarzen" möglichst klein sehen möchte, gibt sich nicht zufrieden. Er spürt den Vorgängen nach, die ja schließlich schuld sind an der Anmaßung jenes Kaplans.

Im spanischen Bürgerkrieg wurden solche Bischöfe aus den Gräbern gerissen. Man stellte ihre Skelette höhnisch vor steinerne Stufen und zog sie dort zur "Rechenschaft".

Um jedes Skelett hing die offene Stola, das Zeichen priesterlicher Gewalt. Der Sprache nicht mehr fähig standen sie vor dem Geifer der haßerfüllten Revolutionäre - im Tode noch Zeugen und Bekenner ihres Glaubens.

Auch diese toten Bischöfe sind nicht der Ursprung jener heiligen Intoleranz, mit der sie ihre Botschaft verkündeten. Wenn sie reden könnten, sie würden in heiliger Sicherheit hinweisen auf die ununterbrochene Kette der Bischöfe, die bis zu den ersten Aposteln zurückreicht: bis zu jenen Aposteln, denen Christus selbst die Macht und die Amtsgewalt gegeben hat.

Aber nicht nur in eine dunkle Vergangenheit geht dieser Weg: vom Kaplan, zum Bischof, zu den Aposteln.

Er führt auch in die Zukunft, in den Jüngsten Tag hinein. Dort wird der Pöbel schweigen vor jenem Jesus Christus, der auf Erden wie seine Apostel verfolgt wurde, der aber in der Ewigkeit der Weltenrichter sein wird.

Und dann wird der göttliche Hohepriester jene Worte des Evangeliums sprechen, die in seinem Auftrag verkündet wurden.


Pater Leppich in: Atheistenbrevier; Verlag Butzon u. Bercker Kevelaer; AD 1967; S. 147-149 (s. Quellen)


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Kommentare:

  1. Daß Pater Leppich noch nicht vergessen wurde , finde ich gut. Als Kind habe ich ihn an der Hand meines Vaters sprechen hören in unserer zerbombten Stadt. Tausende Leute kamen, um ihn zu hören, das Maschinengewehr Gottes. Er hatte keine Angst, Mißstände anzusprechen, die Political Correctnes war ihm fremd.
    Pater Leppich RIP

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    1. Mein Vater hat auch davon erzählt, hat ihn auch erlebt.
      Es muss beeindruckend gewesen sein. Freilich war er oft nicht zimperlich in seiner Wortwahl - aber die Menschen wussten sich angesprochen... ;-)

      RIP

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  2. Und doch hat die Kirche zwar schon viele heilig gesprochen, aber noch keinen verdammt gesprochen.

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  3. Wenn es so wäre wie in der überschrift dann wäre die Hölle vor überfüllung geschlossen. Angstmacherei ist das, ich halt mich lieber an Christus weil der verdammt nicht.

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    1. Nun ja, Sie tun gut daran, sich an Christus zu halten. Allerdings sind das auch seine Worte:
      "Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden."
      Nachzulesen in NT, Markus 16,16

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    2. Das allein weiss der Herr wer glaubt und sonst niemand und es gehört noch mehr dazu als die Taufe allein da möchte ich doch auch noch an Nikodemus erinnern. So wie sie das schreiben ist es angstmacherei und Christus will mit seinen Worten niemanden angst machen.

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    3. Christi Worte machen nur denen Angst, die ihn nicht annehmen wollen und nicht auf seine Worte hören.

      Vielleicht will er ja auch nur ein bisschen die Leute aufrütteln. Aber es sind immerhin seine Worte, nicht wahr?

      Glaube und Taufe, sagt Christus in Mk 16,16.
      Und was sagt er zu Nikodemus?

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    4. Nein Christus will auch denen nicht angst machen die ihn nicht annehmen. Wer will das denn wissen ausser Christus, wer ihn annimmt. Er will das man ihm glaubt aber angstfrei. Bei Nikodemus geht es um die Wiedergeburt, dass hat was mit Geist, Verstand, Vernunft und Glauben zu tun und nicht das man andere wachrüttelt in und mit Angst sondern mit Liebe. Die wahre Liebe macht keine Angst Amen.

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    5. Wiedergeburt. Aus Wasser und Geist. Gemeint ist die Taufe. Wie oben: Glaube und Taufe.

      Wenn Sie nichts mehr essen, verhungern Sie.
      Habe ich Ihnen jetzt Angst gemacht?

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  4. Und ich sage damit ist nicht nur der hl. Geist von oben gemeint es gehört schon noch eigener Verstand dazu. Das muss man sich erarbeiten, dass kommt nicht einfach so. Keine angst so schnell verhungere ich nicht weil ich weiss was ich glaube und das ist mit sicherheit nicht das was sie so vorzüglich glauben zu wissen.Amen.

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    1. Sie werden es schon wissen...
      Ich wünsche Ihnen alles Gute! :-)

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