Donnerstag, 8. November 2012

Auch Logik und Wissenschaft beruhen auf Glauben

Logik und Wissenschaft beruhen auf Glauben, nämlich auf dem Glauben an die Gültigkeit von Axiomen. Ein Axiom ist eine nicht beweisbare Grundlage einer Wissenschaft; so beruhen Logik, Mathematik, Physik und so weiter auf Axiomen. Das Wort Axiom kommt aus dem Griechischen àxios für würdig: ein Axiom ist würdig, geglaubt zu werden.

Wie jede Wissenschaft bedarf auch die Theologie der Axiome. Ein fundamentales Axiom der christlichen Theologie heißt: Gott ist die Liebe. Anerkennt man dieses Axiom, so steht aus logischen Gründen jene Religion Gott am nächsten, die das höchste Liebesgebot hat.

Und diese Religion ist das Christentum mit seinem Gebot der Liebe bis hin zur Feindesliebe um des Feindes willen: "Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen" (Mt 5,44). Und es ist gerade dieses Gebot, das dem Christen verbietet, Anhänger anderer Religionen geringzuschätzen. Seine Missionsmaxime heißt: Achte einen jeden Menschen, deinen Glauben aber lebe.

Max Thürkauf in: New Age und die moderne Wissenschaft; Johannes-Verlag Leutesdorf; 4.Aufl. AD 1995, S. 28f  (s. Quellen)


Kommentare:

  1. Ja, Wissenschaflter glauben auch - solche Sachen wie den Lehrsatz des Pythagoras oder Theorien für die Belege existieren, wie die von Charles Darwin begründete Evolutionstheorie.

    Die deutsche Sprache ist hierbei leider nicht so distinktiv wie die Darwins oder Shakespears. Diese unterscheidet zwischen faith - der Glaube an einen Gott und belief - der Glaube an den ersten Hauptsatz der Themodynamik.
    Wobei die Bösen unter den Naturwissenschaftlern ihre liebe Not damit haben, einen Gott als Gegenstand wissenschaftliches Untersuchungsobjekt erkennen zu können. Aber das sind eben Sünder, wie wir alle.

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    1. Deswegen heißt im Englischen auch „der Gläubige“ – „believer“ und „gläubig“ – „believing“. :-)

      Und das christliche Glaubensbekenntnis, dass täglich unzählige Christen beten, beginnt mit: „We believe in one God…“

      Okay, aber ich würde sogar sagen, dass manche naturwissenschaftlich geprägten Leute – wenn sie ehrlich sind - genauso viel (oder einen noch stärkeren) Glauben („faith“) aufbringen, um auszuschließen, dass die Naturwissenschaft auf einem ordnenden und ersten Prinzip ("Gott") beruht. Man könnte auch sagen, es gibt Leute, die glauben AN die (Natur-)Wissenschaft.

      Davon abgesehen: Nur ein Ignorant würde bestreiten, dass es auch in den Naturwissenschaften solche (oben angesprochenen) empirisch unbeweisbaren, weder veri- noch falsifizierbaren Prinzipien gibt. Jeder ernstzunehmende Wissenschaftler räumt diese ein.

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  2. ... um auszuschließen, dass die Naturwissenschaft auf einem ordnenden und ersten Prinzip ("Gott") beruht.

    Gott auszuschliessen ist nicht das Ziel der Naturwissenschaften. Die Jagd nach dem Higgs-Boson zum Beispiel, hatte die Entdeckung, also den Nachweis, dieses im physikalischen Paradigma vorhergesagten Teilchens zum Ziel und nicht das, was manche tief Gläubige eben glaubten, die angebliche "Abschaffung Gottes". So etwas kann nur glauben, der von Naturwissenschaften relativ wenig weiss und dann eben viel Nichtwissen durch noch mehr Glauben ersetzt. Wer nichts weiss, muss eben alles glauben.

    Und dass Leute an den Lehrsatz des Pythagoras glauben, wie Sie das formulieren (Man könnte auch sagen, es gibt Leute, die glauben AN die (Natur-)Wissenschaft.) ist einfach dadurch zu erklären, dass es Leute gibt, die nicht im Mathematikuntericht laufend Fünfer und Sechser schreiben wollen und dass es weiterhin Leute gibt, die die HER2-Rezeptoren immer weiter erforschen, nicht weil sie AN die Naturwissenschaften glauben, sondern weil sie Frauen mit Brustkrebs noch bessere Heilungsschancen anbieten können wollen MIT den Naturwissenschaften.
    In den Naturwissenschaften funktioniert die erfolgreiche Forschung sowohl mit, als auch völlig ohne Glauben an irgendeine Transzendenz oder höhere Macht.
    Die synthetische Evolutionstheorie (das Zusammenführen der von Mendel, Tschermak, Correns und de Vries entdeckten Genetik mit den neuen Erkenntnissen der Molekularbiologie) wurde im zwanzigsten Jahrhundert von zwei Forschern erreicht, die völlig gegensätzlich, aber beide gleich erfolgreich waren. Der tiefst gläubige Theodosius Dobzhansky (Dobzhansky, selbst praktizierender orthodoxer Christ, ... Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Theodosius_Dobzhansky) und der völlig atheistische Ernst Mayr.
    Ausserdem kann man Gott mit naturwissenschaftlicher Methodik weder "beweisen" (beim Wort "Beweis" rollen sich den meisten Naturwissnschaftlern eh die Zehennägel hoch vor lauter Ablehnung; Beweise gehören vor die Schranken des Gerichts, aber nicht in die Biologie oder Chemie, weil schon heute, morgen oder übermorgen einer kommen kann und die Beweise mit einem erfolgreichen Experiment falsifiziert oder ergänzt) noch widerlegen. Dazu braucht man die Gedankenexperimente eines Thomas von Aquin.

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