Sonntag, 10. Juli 2016

Priesterbäume

(Eine Primizpredigt von P. Bernward Deneke FSSP)

Große Gnadentage für die kleine Gemeinde Opfenbach im bayrischen West-Allgäu - und die meisten ihrer Einwohner werden es vielleicht nicht einmal bemerkt haben: denn im Ortsteil Wigratzbad feierte man im Priesterseminar der Priesterbruderschaft St. Petrus die Priesterweihe von fünf jungen Männern (vier weitere in Wigratzbad ausgebildete Diakone französischer Herkunft wurden bereits zwei Wochen zuvor im französischen Auxerre zu Priestern geweiht - siehe hier).

Die Weihe selbst fand am Samstag, den 02. Juli 2016 in der Kirche St. Margareta im Nachbarort Heimenkirch statt. Weihespender war Erzbischof und Sekretär der Kommission "Ecclesia Dei" Guido Pozzo aus Rom (Bilder der Weihe auf dem französischsprachigen Blog des Seminars).

Am darauffolgenden Sonntag fanden in und um den Gnadenort Wigratzbad die Primizen, die ersten Heiligen Messen der Neupriester statt. So auch in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt zu Maria Thann die Primiz des Neupriesters Gregor Pal, dessen Primizpredigt Pater Bernward Deneke hielt. Diese Predigt sei hier mit freundlicher Genehmigung des Verfassers im Wortlaut wiedergegeben:



Predigt zur Primiz von P. Gregor M. Pal FSSP am 3. Juli 2016 in Maria Thann 

Herzlich lade ich Euch und Sie alle zu einem kleinen Ausflug ein! Sein Ziel ist ein Arboretum, also eine Anpflanzung verschiedenartiger Bäume. 

Aber keine Sorge: Wenn wir dorthin gehen, verfehlen wir keineswegs den großen Anlass, der uns jetzt versammelt, nämlich die erste Heilige Messe unseres Neupriesters Gregor Maximilian Pal. 

Das Ausflugsziel ist nicht mutwillig gewählt. Vielmehr leitet uns Jesus Christus selbst im Evangelium dazu an, die Bäume anzuschauen. Er spricht davon, dass man die guten und die schlechten an ihren Früchten erkennen kann. Also wollen wir seinem Hinweis folgen und uns mit diesen Gewächsen beschäftigen. 

Der Grundgedanke unserer Betrachtung ist dabei sehr einfach: Auch das Priestertum ist eine Pflanzung, und der einzelne Priester gleicht einem Baum. 

Wenn wir nun jenen Garten betreten, erblicken wir eine stattliche Anzahl von Bäumen. Sie stimmen miteinander im Wesentlichen überein: Wurzel, Stamm, Geäst. Schließlich handelt es sich ja um das eine und einzige Priestertum Jesu Christi, das er selbst, der ewige Hohepriester, beim Letzten Abendmahl eingesetzt hat und das er durch den Bischof im heiligen Sakrament der Weihe verleiht. 

Aber doch: Wie unterschiedlich sind diese Bäume! Da gibt es alte und sehr junge (wie unseren Gregor). Hohe stehen neben niedrigen, gewaltige neben zarten. Manche rufen im Betrachter ehrfürchtige Bewunderung hervor, andere Mitleid, vielleicht sogar – Gott bewahre uns davor! – Verachtung. 

Wir sehen Bäume, die in Saft und Kraft stehen, deren Wurzeln tief in eine nährstoffreiche Erde ausgeschlagen sind, während sich die Krone majestätisch dem Himmel entgegenreckt und die Zweige sich ausladend in die Weite spannen. Aber auch solche Bäume zeigen sich uns, die mickrig sind und verkümmert wegen des kargen Bodens, gekrümmt von den Winden. Wegen grassierender Krankheiten sind manche von ihnen sterbenskrank und vielleicht schon ganz abgestorben.

Kennzeichnend sind vor allem die Früchte. Von manchen dieser Priesterbäume gilt, was Du, lieber Gregor, heute in der Matutin mit den Worten des ersten Psalms gebetet hast: Selig der Mann, der seine Freude am Gesetz des Herrn hat, denn „er wird sein wie der Baum, der gepflanzt ist an Wasserbächen und seine Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht abfällt.“ Andere dieser Pflanzungen des Herrn hingegen scheinen wenige oder gar keine Frucht zu tragen. 

Und dann gibt es leider noch solche Bäume, die zwar Früchte bringen, oft sogar viele Früchte bringen. Aber was für Früchte sind das? Im günstigeren Fall sind sie geschmacklos, ungenießbar, ohne Nährwert, im schlimmeren Fall sogar giftig. 

Ach, liebe Gläubige, welcher Schaden ist nicht durch diese Bäume entstanden. Omne malum a clero, lautet ein altes Sprichwort. Man kann es auf zweierlei Weise übersetzen, denn malum bedeutet sowohl „Apfel“ als auch „Übel“. Leider ist hier nicht vom Klerus als einem Apfelbaum die Rede („Jeder Apfel stammt vom Klerus“), sondern der Sinn lautet: „Alles Übel stammt vom Klerus“. 

Ja, jene geweihten Diener des Heiligtums, die den Glauben entstellen, die Gnadenquellen verstopfen, den Gottesdienst verschandeln, die Menschen durch ihr schlechtes Beispiel und durch falsche Weisung in die Irre führen – sie sind Bäume mit giftigen Früchten. Unzählige Menschen, ganze Generationen können durch sie geschädigt werden. Die Geschichte zeigt es uns leider nur allzu oft.


Lieber Gregor, gestern bist Du als Priesterbaum in den Garten des Herrn gepflanzt worden. Oder, anders gesagt: Als Geschöpf Gottes, der Spross der gesegneten und glaubensfrohen Familie Pal, wurdest Du schon im Jahr 1989 – und zwar hier in Wigratzbad durch den unvergessenen und unvergesslichen Prof. Leopold Nestmann – in den Boden der Kirche eingepflanzt, gestern aber hast Du die höchste Veredelung durch das Weihesakrament empfangen. Jetzt also soll sich der Baum entwickeln hin zu reicher Frucht. 

Eine Frucht kann jeder Priesterbaum bringen, und zwar ganz unabhängig von seinen sonstigen Qualitäten oder Fehlern. Und, Gott sei Dank, dies ist die kostbarste aller Früchte. Gleich wirst Du sie hier auf den Altar legen. Es ist diejenige, die wir tagtäglich so viele Male erwähnen, wenn wir die Mutter des Herrn anrufen: „Und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.“ 

Diese Frucht wird in der Kirche empfangen und geboren. Empfangen durch die Überschattung des Heiligen Geistes, der die Wandlungsworte des Priesters wirkmächtig erfüllt. Und geboren, wenn die Gaben zur Anbetung emporgehoben und später in die Herzen der Gläubigen gelegt werden. 

Lieber Neupriester, die Hervorbringung dieser Frucht, also die Heilige Messe, ist es wert, mit tiefster Ehrfurcht und innigster Hingabe vollzogen zu werden. Nie soll die Haltung, die sich in Deinem Primizbildspruch ausdrückt, schwinden: Ich will hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der mich erfreut von Jugend an. 

Es ist tatsächlich möglich, dass diese Freude bleibt, ein langes Priesterleben hindurch bleibt, und dass sie sich sogar vermehrt. Dafür bedarf es allerdings der Mitwirkung: der oftmaligen Betrachtung der heiligen Geheimnisse, einer ausreichenden Vorbereitung und Danksagung. Und nicht zu vergessen: des persönlichen Eingehens in das Opfer Jesu, des Mitopferns und Mitleidens. 

Wie wahr ist die Botschaft Deines Primizbildes, das auf der Rückseite von der Freude beim Aufstieg zum Altar spricht, auf der Vorderseite jedoch zeigt, wie Jesus seinen Priester mit Dornen krönt. Beides gehört zusammen. Und wenn Du freudig leiden und leidend Dich freuen wirst, dann wird auch die Darbringung dieser Frucht nochmals reiche Fruchtbarkeit erzeugen in den Herzen der Gläubigen. 

Daher der berühmte Rat, der von Priestergeneration zu Priestergeneration weitergegeben wurde: Jede Heilige Messe sollst Du feiern sicut prima, ultima, unica – wie Deine erste (also diese!), wie Deine letzte und so, als wäre es die einzige. 

Auch die anderen Früchte im sakramentalen Bereich – vor allem die Taufe, die Beichte, die Krankensalbung, die Assistenz bei der Eheschließung und vielfältige Segnungen – kann der Priesterbaum selbst dann, wenn er gering und krank ist, spenden. 

Hervorgehoben sei die Verwaltung des Bußsakramentes. Wo sonst außer bei der Heiligen Messe kann dem Priester jemals so deutlich seine hauptsächliche Bestimmung bewusst werden, als dort, wo er die versklavende Macht der Sünde aus einem Herzen vertreibt und es mit den Lebensströmen der Gnade erfüllt? Und wie bemitleidenswert sind auf der anderen Seite jene Priester, die diese Gnade oft weder für sich selbst in Anspruch nehmen noch davon durchdrungen sind, sie möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen? 

Lieber Gregor, wärest Du, ähnlich dem heiligen Pfarrer von Ars, zukünftig ein Gefangener des Beichtstuhls – vielleicht demnächst im Wiener Stephansdom, wer weiß? – und hättest sonst (wie man so sagt) kaum etwas vom Leben, könntest keine Jugendfahrten und -lager abhalten, hättest auch keine irgendwie herausragenden Stellungen und Auftritte: Es wäre das doch ein erfülltes Dasein. Dein vielleicht ganz unscheinbarer Priesterbaum würde seine fruchtbeladenen Zweige weit ausstrecken zum Segen für viele. 


Wenden wir nun unseren Blick nochmals auf die anderen Gewächse des Arboretum, namentlich auf diejenigen, die uns irgendwie als missraten erscheinen. Dann stellt sich uns die Frage: Wie kommt es eigentlich, dass manche Bäume trotz des guten Bodens, trotz anhaltender Sorge des Gärtners und trotz günstiger Wetterverhältnisse doch kaum Frucht bringen? Weshalb stehen manche wie tot da und bar jeder Frucht, während andere geradezu überladen sind, ihre Lasten kaum tragen können? 

Ja, im Frühjahr sieht oft alles sehr verheißungsvoll aus. Die Äste treiben Blätter, an den Obstbäumen treten die bezaubernden Blüten hervor. Es kommt aber bald der lange Sommer mit glühender Hitze und heftigen Gewittern. In dieser Zeit kann vieles geschehen, das sich sehr ungünstig für den Baum auswirkt. 

So ist es auch mit dem Priestertum, auch mit Deinem Priestertum, lieber Gregor. Mit der gestrigen, strahlenden Weiheliturgie ist der Frühling eingetreten. Wir alle freuen uns an Deiner Freude, an der wundervollen Ausstrahlung eines jungen, ganz jungen Priesters. So ist es, und es ist gut so. 

Doch nach und nach werden die Prüfungen über Dich kommen, von innen und von außen. Du wirst mit Deiner eigenen Natur zu kämpfen haben, die sich nicht immer dem Anruf Gottes zu Höherem fügen will. Du wirst wohl auch Schwierigkeiten mit anderen Menschen – hoffentlich möglichst wenig mit Mitbrüdern! – mit Gläubigen, mit Außenstehenden erleben. Anfeindungen bleiben nie ganz aus, ebenso Misserfolge trotz aller Bemühungen. Manchmal wird man Dich ausbremsen dort, wo Du rennen, und Dich antreiben dort, wo Du ruhen möchtest. Physische Krankheit und psychische Belastungen kommen hinzu. 

Nicht zu vergessen das Wirken derjenigen Mächte und Gewalten, die es darauf angelegt haben, Dich von der Höhe Deiner Berufung herabzuziehen, koste es, was es wolle. Und da Du ein passionierter Schachspieler bist: Dein Gegner setzt alles daran, Dir unauffällig einige Bauern, später dann Pferde, Läufer, Türme, die hohe Dame – Maria, die Königin Deines Herzens – und am Ende den König, Jesus selbst, zu nehmen. 

In diesen Auseinandersetzungen entscheidet sich, in welcher Art sich Dein Baum entwickelt: Ob er den Eifer des Wachstums bewahrt oder langsam verkümmert; ob er sich in die Höhe und Weite ausstreckt oder in sich zusammenkrümmt; ob er saftig bleibt oder langsam austrocknet, verhärtet und verbittert wird. 

Deshalb empfehle ich Dich dem Gebet aller anwesenden Gläubigen, vor allem Deiner lieben Eltern und Geschwister. Wir alle wollen ja, dass Dein Priesterbaum als ein besonders edles Gewächs im Garten Gottes wachse, sich entfalte und überreiche Frucht bringe. Darum müssen wir Deinen weiteren Weg auch in dieser Weise begleiten. 


Und nun verlassen wir das Arboretum und treten zum Altare Gottes, zu Gott, der uns von Jugend an erfreut, ja der unsere Jugend erfreut und uns ewige Jugend schenken will. Gleich, lieber Gregor, wirst Du die kostbarste Frucht Deines priesterlichen Daseins, die Frucht des jungfräulichen Leibes der Gottesmutter, bringen. Du wirst es ein hoffentlich langes Priesterleben lang tun. 

Schließe Dich ihr, der dieses Heiligtum Maria Thann geweiht ist, innig an. Maria wird Dich lehren, Jesus treu zu sein. Sie begleitet Dich auch dann, wenn er dir die Dornenkrone auf das Haupt legt. Und sie garantiert Dir jene Fruchtbarkeit, die für Zeit und Ewigkeit Segen über Segen bringen wird. 

Amen.

P. Bernward Deneke, Wigratzbad


Bilder und Beiträge zu den Priesterweihen des Jahres 2016:
  • Fotos zur Priesterweihe in Heimenkirch am 02. Juli 2016 hier und hier
  • Bilder der Primizmesse des Neupriesters James Mawdsley FSSP in der Dreifaltigkeitskapelle zu Mywiler nahe Wigratzbad am 03. Juli 2016 hier und hier


Bild: Palmen im Innenhof eines toskanischen Krankenhauses ©FW

Mittwoch, 29. Juni 2016

Ermutigung für Arbeit von 1000plus

In kaum einer Frage äußert sich Papst Franziskus so unmissverständlich und klar wie in Sachen des Lebensschutzes (s. z. B. hier und in der Enzyklika "Laudato si" Nr. 120). Nun hat er die unter Deutschlands Bischöfen nicht unumstrittene - weil nicht von kirchensteuerlichen Geldtöpfen abhängige - Menschenschutz- und Beratungsinitiative für Mütter in Not in Audienz empfangen, ihre Arbeit gelobt und zu weiterem Engagement ermutigt:


Papst empfängt 1000plus
 
Franziskus würdigt im Rahmen einer Privataudienz die Beratung und Hilfe für schwangere Frauen in Not durch das überkonfessionelle Projekt 1000plus Rom / München, 24. Juni 2016. – Papst Franziskus hat am 17. Juni den Vorstand des Vereins Pro Femina e.V. (Träger des Projekts 1000plus) und Weihbischof Thomas Maria Renz (Diözese Rottenburg-Stuttgart) im Rahmen einer Privataudienz im Vatikan empfangen.

Begleitet wurde die Gruppe von einem kleinen Mädchen, das sein Leben der Beratung von 1000plus verdankt, sowie dessen Mutter und der Beraterin, die die Familie im Schwangerschaftskonflikt beraten und betreut hatte. „Was für eine wunderschöne Arbeit!“, lobte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Tätigkeit von 1000plus und bedankte sich wiederholt. Besonders herzlich wandte er sich der zweijährigen Lilia-Maria zu, deren Mutter einst im existenziellen Schwangerschaftskonflikt die Telefonhotline von Pro Femina angerufen hatte. Dank der intensiven Beratung und umfassenden Hilfe konnte sie sich trotz massiven Drucks ihres Partners für ihr Kind entscheiden.



Projektleiter Kristijan Aufiero erläuterte Papst Franziskus neben der Beratungsarbeit auch die Babyflaschen-Aktion in Kirchengemeinden, mit der 1000plus finanziert wird: „Ah, statt der Milch kommen also Münzen hinein“, kommentierte der Papst sichtlich erfreut die Spendenaktion, die in Gemeinden aller Konfessionen durchgeführt wird. Am Ende der Audienz erteilte Franziskus der 1000plus-Delegation den apostolischen Segen und bat seinerseits um das Gebet für ihn.

„Gerade weil 1000plus ein überkonfessionelles Projekt ist, bedeutet uns dieser Segen und diese Unterstützung sehr, sehr viel. Mehr noch ist dieser Empfang eine große Ehre und Ermutigung für alle, die an diesem Projekt mitarbeiten oder diese Arbeit etwa mit ihren Spenden unterstützen“, so Kristijan Aufiero nach der Begegnung. „Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um immer mehr ungewollt Schwangeren zu helfen und ihnen die Beratung und Hilfe zur Verfügung zu stellen, die sie für ein Ja zu ihrem Kind brauchen.“

Papst Franziskus hat in den letzten Jahren bereits mehrfach dazu aufgerufen, ungewollt schwangeren Frauen ohne Verurteilung zu helfen, so auch in seinem päpstlichen Lehrschreiben Evangelii Gaudium: „Es ist nicht fortschrittlich, sich einzubilden, die Probleme zu lösen, indem man ein menschliches Leben vernichtet. Doch es trifft auch zu, dass wir wenig getan haben, um die Frauen angemessen zu begleiten, die sich in sehr schweren Situationen befinden, wo der Schwangerschaftsabbruch ihnen als eine schnelle Lösung ihrer tiefen Ängste erscheint, besonders, wenn das Leben, das in ihnen wächst, als Folge einer Gewalt oder im Kontext extremer Armut entstanden ist. Wer hätte kein Verständnis für diese so schmerzlichen Situationen?“ (Nr. 214).

1000plus ist ein Kooperationsprojekt, das von der Schwangerschaftskonfliktberatung Pro Femina e.V. initiiert wurde und von der Stiftung Ja zum Leben und dem Verein Die BIRKE als Projektpartner unterstützt wird. Ziel dieser Kooperation ist es, immer mehr Frauen im existenziellen Schwangerschaftskonflikt zu beraten und ihnen zu helfen, ein Ja zu ihrem Kind zu finden.

Bis zum Jahr 2020 will die überkonfessionelle Initiative die vorhandenen Beratungsstrukturen so weit ausbauen, dass jährlich 10.000 Schwangere beraten werden können. Im Jahr 2015 wurden 2.439 Frauen über das Internet, telefonisch oder persönlich beraten. 85 % von ihnen waren im existenziellen Schwangerschaftskonflikt. Von den Frauen, die 1000plus ihre Entscheidung mitteilten, entschieden sich 61 % für ein Leben mit ihrem Kind. Die Beratung wird zu 100 % aus Spenden finanziert.


Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne:
Pro Femina e.V. | Projekt 1000plus
Paula von Ketteler, Leitung Kommunikation
Widenmayerstr. 16 | 80538 München
Tel.: 089 / 540 410 5-0
Fax: 089 / 540 410 5-55
E-Mail: presse@1000plus.de


Das Projekt 1000plus
Das Ziel von 1000plus ist es, eine Beratungsstruktur aufzubauen, die jährlich vielen tausend Frauen im Schwangerschaftskonflikt bestmögliche Beratung und konkrete Hilfe bietet. Daneben hat 1000plus es sich zur Aufgabe gemacht, mithilfe öffentlichkeitswirksamer Wort-, Bild- und Informationskampagnen einerseits auf die Not von Schwangeren im Konflikt, andererseits auf die Würde, den Wert und die Schönheit jedes Menschen aufmerksam zu machen.
Im Jahr 2015 wurden im Rahmen von 1000plus insgesamt 2.439 Schwangere von zuletzt 17 Beraterinnen beraten. Die Beratungsorganisationen von 1000plus stellen keine Beratungsscheine nach § 219 StGB aus. Die Beratung wird zu 100 Prozent aus Spenden finanziert.

Rechtlicher Träger von 1000plus ist der Verein Pro Femina e.V.
Pro Femina e.V. ist eine mildtätige und gemeinnützige Frauenhilfsorganisation. Aufgabe von Pro Femina ist es, Frauen im Schwangerschaftskonflikt kompetent zu beraten und ihnen jedwede Hilfe zur Verfügung zu stellen. Ziel dieser Beratung und Hilfe ist es, der Frau eine Entscheidung für ein Leben mit dem Kind zu ermöglichen.



Weiteres zu 1000plus und das Verhältnis zum kirchensteuerfinanzierten Verein "Deutsche Katholische Kirche":



Links zu anderen Initiativen für Mutter und Kind:
   


Bild: Papst Franziskus lässt sich von Kristijan Aufiero, Vorsitzender des Vorstands von Pro Femina e.V., die Arbeit des Projekts 1000plus erläutern und studiert eines der bekanntesten 1000plus-Motive. Mit im Bild: Beratungsleiterin Cornelia Lassay, Vorstandsmitglied Monika Aufiero, stellv. Vorsitzender des Vorstands Dr. Markus Arnold (v.l.n.r.). ©L'Ossevatore Romano

Sonntag, 12. Juni 2016

Predigten von P. Engelbert Recktenwald FSSP auf SoundCloud

 


Seit wenigen Monaten können Sonntagspredigten von P. Engelbert Recktenwald online auf SoundCloud abgerufen werden: bitte hier klicken!

P. Recktenwald betreut die Gläubigen um die FSSP-Niederlassung im Ruhrgebiet und ist außerdem Herausgeber der Internetplattform "kath-info.de", einer überaus informativen wie umfangreichen Materialsammlung zu aktuellen und immerwährenden wichtigen Themen rund um den katholischen Glauben.

Frischer Wind begrüßt und dankt für die Initiative und würde wünschen, dass noch mehr Predigten glaubenstreuer Priester den Weg ins Netz finden.


Eine Auswahl anderer Predigtportale glaubenstreuer Priester:



Euntes docete omnes gentes - Gehet und lehret alle Völker
(Inschrift an der Kanzel der Benediktinerabtei Ottobeuren)
Bild ©FW

Donnerstag, 26. Mai 2016

Wetter an Fronleichnam


Schönster Sonnenschein, aber etwas warm...
(Gibt es eigentlich auch hitzebeständige Kerzen?)


Foto: Fronleichnam 2016 in Wigratzbad; © FW

(Nicht nur) zu Fronleichnam: "Auf's Knie!"

An Fronleichnam mit Mk. 1.40-45 über das Knien nachdenken



Ein Impuls von Msgr. Wilhelm Imkamp

Die bayerische Armee: „Auf’s Knie!“  - Das waren noch Zeiten, als das Knie noch eine langjährige Staats- und Vertrauenskrise auslösen konnte. Genau einen Tag vor dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, am 14.08.1838 erließ König Ludwig I. seine „Kriegsministerialordre“, in dem das Kommando „Aufs Knie“, das 1813 abgeschafft worden war, wieder eingeführt wurde. Wenn dieses Kommando erscholl, mussten alle Soldaten und Offiziere sich hinknien und dieses Kommando ertönte z. B. wenn das Allerheiligste Altarsakrament in der Fronleichnamsprozession vorbeigetragen wurde. Während der Messe, bei der Hl. Wandlung und beim feierlichen Schlusssegen. Die Ordre galt für die ganze Armee, ob Evangelisch oder Katholisch spielte keine Rolle. Es löste eine jahrelange Kontroverse aus und ging als Knie-Beugeaffäre in die Geschichte ein. Heute spielt das eigentlich nur noch bei Modeschauen der „Haute-Couture“ (frei, knielang, knieumspielt usw.) oder in der Orthopädie (Gonarthritis, Gonarthrose, usw.) eine Rolle.

Tatsächlich aber hat das Knie in unserem Alltag, auch und gerade wenn es gesund ist, eine ganz besondere Bedeutung, nämlich beim Knien. In der hl. Messe z. B. haben die Gläubigen mindestens bei der Wandlung zu knien. Lobenswert ist es, vom Sanctus bis zum Ende des Hochgebetes zu knien, (Grundordnung des römischen Messbuches, Nr. 43). Das Knien hat „unter allen übrigen gottesdienstlichen Haltungen einen besonderen Rang“, denn: „Das Knien ist körperlicher Ausdruck einer unerlässlichen geistigen Grundhaltung allen Betens: der Demut, was die Seele bei allem Beten tun muss, in welcher Körperhaltung es immer geschehen mag, das tut beim knienden Beten auch unser Leib: er macht sich klein; er sagt gleichsam: „O Gott, ich weiß, ich bin ein nichts vor dir, ein armer Sünder, erbarme dich meiner!“. So schrieb 1952 einer der Architekten der liturgischen Erneuerung, Balthasar Fischer.

Mit diesen Worten des Liturgiewissenschaftlers sind wir genau beim heutigen Tagesevangelium: der Aussätzige fällt auf die Knie; sein Gebet, seine Bitte bestimmt seine Körperhaltung; tatsächlich liegt hier eine Geste der Unterwerfung vor. Gegenüber dieser Unterwerfungsgeste wird die absolute Souveränität des Willens Jesu („wenn du willst“) betont, ja, diese Anerkennung der absoluten Souveränität des Willens Jesu hat den entscheidenden Willensakt Jesu zur Folge, der die Heilung bewirkt („ich will es“).

Jesus steht über der Natur- und der Gesetzesordnung, aber, er steht nicht gegen diese Ordnungen. Deshalb schickt er den Geheilten in das vom Gesetz vorgeschriebene Anerkennungsverfahren mit allen Formalitäten.

Absoluter Wille, Unterwerfung, Niederwerfung, Demut, Knien – ist das nicht eine „Schreckensvision“? Sind das nicht Begriffe, die man nur mit „Schaudern“ lesen kann? „Was für ein Gottesbild wird uns hier vor Augen gestellt?“ So wird kritisch gefragt. Die Antwort ist ganz einfach: Jesus ist eben nicht der gute Kumpel, der Wegbegleiter in die Beliebigkeit. Gott verlangt Unterwerfung! „Dein Wille geschehe“ beten wir und sollten diese Worte auch ernst nehmen. Immer ist der ganze Mensch angesprochen. Gebet kann, darf, soll und muss sich deswegen auch in der Körperhaltung ausdrücken. Deswegen gibt es ja auch kirchliche Anordnungen für die liturgischen Körperhaltungen.

In der bayerischen Armee galt das Kommando nur von 1838 – 1845, für unser Leben und unseren Gottesdienst bleibt es auf immer gültig: „Auf’’s Knie!“: Der berühmte Kniebeugeerlass Königs Ludwigs I. hatte keinen Bestand. Bestand aber hat das Beispiel des knienden Aussätzigen, Bestand hat das Beispiel des knienden Stephanus, Bestand hat das Beispiel des knienden Jesus selbst. Da, wo das Knien be- und verhindert wird, da beginnt die Religion der „steifen Knie“. Der „deutsche Jungmann steht vor seinem Herrgott“ hieß es in den 30ger Jahren, und wer heute nicht knien will, denkt oft genug, er könne auf gleicher Augenhöhe mit Gott verhandeln. Luzifer dachte ähnlich, die Folgen sind bekannt, deswegen gilt: „Aufs Knie!“


Quelle:
Wallfahrtsdirektion Maria Vesperbild
Schellenbacher Str. 4
86473 Ziemetshausen

 

Mittwoch, 25. Mai 2016

Maialtar: Mutter der Barmherzigkeit, bitte für uns!

Wohl zurecht bemerkt Sursum corda vom Nachbarblog "Pro Deo et Patria", in diesem Jahr wenige Maialtäre im Web gesehen zu haben. Nun werde es Zeit, einige zu zeigen, bevor der Marienmonat Mai vorbei ist...

So will ich dieses Anliegen aufgreifen und hier den diesjährigen Maialtar in der altehrwürdigen Klosterkirche von Maria Laach zur Anschauung bringen, aufgenommen am Muttertag, den 08. Mai (und vielleicht gibt es ja bis zum Fest Maria Königin noch ein paar Maialtäre mehr im Internet?!):






Die Gottesmutter Maria ist gleichzeitig die Mutter der Barmherzigkeit, Mutter desjenigen, der Seinen Aposteln befiehlt, hinauszugehen zu allen Völkern, sie zu Seinen Jüngern zu machen und auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Sie sollen alle Menschen lehren, das zu befolgen, was er ihnen geboten hat, damit das Reich Gottes schon jetzt auf Erden wachse (vgl. Mt 28,20).

Die Jünger dachten zunächst, die Berufung zum Bekenntnis an Jesus Christus und die Taufe auf Ihn (also mit Ihm zu sterben und in Ihm wiedergeboren zu werden) sei ausschließlich an die Juden, das von Gott zuerst erwählte Volk gerichtet - bis dass sie durch den Beistand des Heiligen Geistes deutlich erkannten, dass Jesu Worte und Seine Offenbarung als Heiland und Erlöser allen Menschen guten Willens galt. Allen Menschen, die Jesus Christus - und an Ihn als den Messias - glauben, gab er Macht, Kinder Gottes zu sein - ganz gleich ob Jude oder Heide. 


Und hier blogoezesane Bilder von Maialtären aus besseren Tagen:

Los Wochos Maialtäre 2012



Zum Thema Juden-Mission siehe auch:

Dienstag, 24. Mai 2016

Religion kann man wählen, Offenbarung aber nicht


Christentum und Islam wollen nicht nur Ausdruck zufälliger privater Glaubensansichten oder -überzeugungen sein, sondern wissen sich von Gott mit der für alle Menschen bestimmten Wahrheit beauftragt. "Religion" kann man wählen, "Offenbarung" aber nicht; sie ist entweder Offenbarung, oder sie ist es nicht. 
Beide Bekenntnisse (Anm.: Christentum und Islam) wollen Heilsangebot sein, das heißt Aufforderung und Einladung, Befehl und Angebot Gottes an die Menschen. Ihnen zu glauben oder sie abzulehnen bedeutet nicht nur Annahme oder Ablehnung einer religiösen Meinung, sondern Gehorsam oder Ungehorsam gegen Gottes Wort und Willen.

Dieser radikale Absolutheitsanspruch der beiden Religionen ist ganz ernst zu nehmen. Zwischen diesen beiden Botschaften gibt es in der Tat kein Sowohl - Als auch, sondern nur ein Entweder - Oder.

Diese Feststellung stammt aus einem Impulsreferat (hier ähnlich als pdf) des Lazaristenpaters Josef Herget vom Institut St. Justinus (Mariazell), das zu hören ich vor wenigen Tagen selbst das Glück hatte. Es waren und sind Informationen und Einsichten über den Islam aus erster Hand, von einem Mann, der Jahrzehnte als Missionar und Seelsorger in der Türkei und anderen muslimisch geprägten Landstrichen gewirkt und Erfahrungen gesammelt hat.

Im Jahre 1996 gründete P. Herget CM das Institut St. Justinus - Werk der Erstverkündigung e. V., das sich vor allem der Betreuung und Hilfe derjenigen widmet, die den Irrtum des Islam erkannt haben und zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind.

Weitere Informationen über P. Herget, die Mission und das Institut St Justinus hier (bitte klicken).

P. Herget im weiteren Verlauf seines Vortrags:
Christus beauftragt alle seine Jünger und sendet die Kirche jeder Generation zur Verkündigung der Frohen Botschaft in die Welt hinein, und jede Ortskirche, jede Diözese verrät ihren Auftrag, wenn sie in ihrem Leben das Prinzip der Mission – die Verkündigung der Frohen Botschaft an Nichtchristen - verkümmern läßt.
Papst Johannes Paul II. hat in seiner Enzyklika "Redemptoris missio" die gesamte Kirche eindrucksvoll daran erinnert. Er schrieb: "Die Mission ist ein unbestechlicher Gradmesser unseres Glaubens an Christus."
Eine der Versuchungen von heute besteht darin, das Christentum auf eine rein menschliche Weisheit zu reduzieren, gleichsam als Lehre des guten Anstands, und damit auch die Gleichheit aller Religionen zu propagieren. 
Im Hinblick auf die beiden Religionen Christentum und Islam wird sogar häufig die sehr oberflächliche Meinung vertreten, daß die beiden Religionen einander sehr ähnlich seien und sich nur in unwesentlichen Details unterscheiden. Häufig kann man hören: "Wir glauben letztlich alle an den gleichen Gott." Dieses merkwürdige Denken schleicht sich immer mehr in die Kirche ein.
Wer Bibel und Koran nur oberflächlich kennt, kann sehr leicht den Eindruck großer Ähnlichkeit haben. Und wegen der Bedeutung des christlich-islamischen Dialogs erscheinen dann die Unterschiede vernachläßigbar. Doch mit einer solchen Einstellung wird man weder dem Glauben der Christen noch dem Glauben der Muslime gerecht. Der Islam muß in seiner politischen und religiösen Bedeutung viel ernster genommen werden, als man dies bisher im Westen meinte. Was in den Köpfen der Muslime und ihrer Führer vor sich geht, was sie glauben, wie sie denken, das ist den meisten Menschen der westlichen Welt unbekannt.

Das Institut St. Justinus hat eine Reihe sehr informativer Broschüren und Faltblätter herausgegeben, so z. B. über die Gottesmutter Maria und über Jesus Christus, jeweils auch im Hinblick auf das Verständnis nach islamischer Tradition, weiter über die Stellung der Frau im Islam sowie verschiedene Zeugnisse von Bekehrungen ehemaliger Muslime. Sehr empfehlenswert!

Schriften und Informationen können bestellt werden bei:
Institut St. Justinus, PF 53, A-8630 Mariazell
oder
st.justinus@cidnet.at

 Bild: Jesus Christus; Blick auf das Apsismosaik in der Benediktinerabtei Maria Laach; © FW 2016

Montag, 23. Mai 2016

Maria, du Braut des Heiligen Geistes, du Trösterin der Betrübten, du Mutter des Erlösers - bitte für uns!




Ave, du Himmelskönigin,
ave, der Engel Herrscherin.
Wurzel, der das Heil entsprossen,
Tür, die uns das Licht erschlossen:
Freu dich, Jungfrau voll der Ehre,
über allen Sel'gen Hehre,
sei gegrüßt, des Himmels Krone,
bitt' für uns bei deinem Sohne!





Ave Regina caelorum,
ave Domina Angelorum:
Salve radix, salve porta,
ex qua mundo lux est orta:
Gaude Virgo gloriosa,
super omnes speciosa:
Vale o valde decora,
et pro nobis Christum exora!




Bilder: ganz oben: Maialtar 2016 in der Kevelaerer Marien-Basilika; Mitte und unten: Blick auf das Kevelaerer Gnadenbild der "Trösterin der Betrübten" und die Gnadenkapelle, links im Hintergrund die Kerzenkapelle
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