Mittwoch, 7. November 2012

Sanguis martyrum 2

Ein zweiter Beitrag von Olaf Tannenberg über verfolgte Christen: Nach der Erinnerung an das Geiseldrama von Bagdad am Vorabend zu Allerheiligen 2010 nun ein Überblick über die Christen im Irak:

Sanguis martyrum - Christen im Irak

Angela Merkel Anfang November 2012:
und die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“, Human Rhights Watch, AI und die UN kritisieren diese Feststellung... (Man fragt sich: Warum diese Ignoranz?)

Konzilsgespenst


Beispiele für den (Un-)Geist des II. Vatikanischen Konzils nennt der "Ökophilosoph" (Berliner Tageszeitung)  Robert Spaemann in einem Interview vom 26.10.2012 in "Die Welt":

Heute wird oft gesagt, das Konzil hätte um ein Haar den Zölibat abgeschafft. Man müsse die damaligen Ansätze nur zu Ende führen. Dabei hat kein Konzil jemals zuvor den Zölibat mit so viel Nachdruck verteidigt. (1)

Zweites Beispiel: Die deutschen Bischöfe haben in der sogenannten Königsteiner Erklärung verkündet, die Lehre der Kirche in Sachen "Pille" sei nicht verpflichtend. Das Konzil hatte aber das genaue Gegenteil gesagt, nämlich dass die Lehre der Kirche den Katholiken in dieser Frage im Gewissen verpflichte. (2)

Oder, drittes Beispiel: Jeder weiß, dass das Konzil die Volkssprache in der Messliturgie erlaubt hat. Kaum einer weiß aber: Das Konzil hat vor allem festgestellt, dass die eigentliche Liturgiesprache der westlichen Kirche das Latein sei und bleibe. Und Papst Johannes XXIII. hat eigens eine Enzyklika über die Bedeutung des Latein für die westliche Kirche geschrieben. (3)



(1) Anm.: Vgl. dazu z. B. das Dekret des II.Vatikanums "Optatam totius" 10
(2) Anm.: Vgl. dazu die Pastorale Konstitution "Gaudium et spes" 51
(3) Anm.: Vgl. hierzu die Konstitution "Sacrosanctum Concilium" 36

Die Flucht vor dem Gewissen

Das Gewissen, auf das sich die "mündig gewordenen Menschen" beziehen, besteht - auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen - in den Geboten Gottes, die in eines jeden Menschen Herz eingeschrieben sind. Sie merken daher, wenn sie mit ihrer genussorientierten Lebensführung etwas Böses tun - sie merken, wenn sie sündigen.

Das Gewissen sagt ihnen auch, dass der Mensch für seine Sünden zur Rechenschaft gezogen wird. Rechenschaft aber kann nur von einer Person gefordert werden, und die Rechenschaft über das ganze Leben eines Menschen nur von einer Person, die absolut gerecht ist und hoch über allem menschlichen Dasein steht: Gott.

Wenn sich nun jemand dem Gericht über seine Lebensführung entziehen und aus welchen Gründen auch immer trotzdem religiös sein will, muss er sich einer Religion anschließen, die keinen persönlichen Gott kennt. Also wenden sich die "New Age"-Anhänger fernöstlichen Religionen zu.

Begreiflicherweise müssen sie jene Religion ganz besonders ablehnen, in welcher der Eine Gott als ein Dreieiner in den Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist wirkt und der überdies in seiner zweiten Person Mensch geworden ist: das Christentum.

Max Thürkauf in: New Age und die moderne Wissenschaft; Johannes-Verlag Leutesdorf; 4.Aufl. AD 1995, S. 13 (s. Quellen)

Dienstag, 6. November 2012

Priesternetzwerk jetzt auch in Österreich

"Kein eingetragener Verein, sondern eine Interessensgemeinschaft von Priestern und Diakonen, denen die unverkürzte Verkündigung der Lehre der katholischen Kirche wichtig ist." Das ist die Charakterisierung des Priesternetzwerks aus dem Munde von Mitbegründer Pfarrer Hendrick Jolie. Ihr Anliegen ist das katholische Profil und die Vernetzung untereinander.

In vielen Pfarreien fühlen sich Priester nicht mehr in ihrem Priestertum getragen. Viele Katholiken zeigen kein Verständnis mehr für die Sendung und das Charisma des Priesters. Dadurch kommt es manchmal zu Spannungen auch mit Ordinariaten oder mit den Bischöfen.

Das Netzwerk sei nicht eine Reaktion auf die jüngeren Ungehorsams-Aufrufe verschiedener Priester- oder Pfarrer-Initiativen. Vielmehr habe es das Priesternetzwek schon vor diesen, nämlich seit dem Jahre 2001, gegeben. Dennoch sei die Bewegung "eine Art Krisenindikator", eine "Notwehrgemeinschaft". "Es trifft zu, dass wir auf einen konkreten Missstand aufmerksam machen wollen. Was wir in unseren Zielen vereinbart haben, die Wahrnehmung der priesterlichen Leitungsfunktion, die unverkürzte Verkündigung der kirchlichen Lehre und die treue Befolgung der liturgischen Vorschriften bei der Feier der Heiligen Messe".

Netzwerk-Sprecher Pfr. Uwe Winkel:
"Leider haben wir innerhalb des Klerus eine regelrechte Spaltung. In den herkömmlichen Strukturen haben wir nicht die Einheit und den Zusammenhalt, weil sich manche Mitbrüder ärgerlicherweise mehr oder weniger über die Lehre und die Ordnung der Kirche hinwegsetzen. Dadurch dass die Einheit unter uns Priestern nicht mehr gegeben ist, suchen wir dekanats- und diözesanübergreifend Gemeinschaft. Wir sind jedes Mal beeindruckt, wenn wir bei unseren Treffen erleben dürfen, welch tiefe Einheit wir unter uns Priestern und Diakonen erleben dürfen.

Da sich mit dem „Aufruf zum Ungehorsam“ Mitbrüder international zusammengeschlossen haben und Forderungen stellen, die im offenen Widerspruch zur kirchlichen Lehre stehen, ist auch uns eine internationale Verknüpfung wichtig. Seit acht Jahren arbeiten wir bereits mit dem „Linzer Priesterkreis“ und dem „Churer Priesterkreis“ zusammen. Die Mitbrüder der Ungehorsamsinitiativen können daher nur einen gewissen Teil der Priesterschaft repräsentieren, keinesfalls aber im Namen aller Geistlichen sprechen."

Sprecher des Priesternetzwerks sind die Pfarrer Guido Rodheuth, Hendrick Jolie und Uwe Winkel.
Als Ansprechpartner in Österreich steht der nicht zuletzt durch verschiedene Internet-Aktivitäten bekannte Seelsorger Pfarrer Christian Sieberer zur Verfügung.


Kontakte:


Verkündigung statt "Dialog"!


"Lassen wir uns nicht die ewiggestrigen Reizthemen aufdrängen und dadurch vom Wesentlichen ablenken, wie es der Feind Gottes und der Menschen so oft mit Erfolg versucht. Kein „Dialog“, sondern Verkündigung heißt das Gebot der Stunde! Ein unter völlig neuer Führung arbeitender Weltbild-Verlag könnte hierfür ein wirksames Instrument werden."


Kirchenhistoriker Walter Kardinal Brandmüller im Gespräch mit Guido Horst; Die Tagespost Nr.128, 25.10.2012 


Foto: Denkmal des Hl. Pfarrers von Ars

Montag, 5. November 2012

Der (Heilig-) Macher


Der  Heilige Geist wird (...) der Schöpfer-Geist, der Lebendigmacher und Heiligmacher genannt. Er ist das Lebensprinzip der Kirche. Die Seele der katholischen Kirche. Man kann nicht von der Kirche reden, ohne auch vom Heiligen Geist zu reden, wie man nicht von einem Menschen reden kann, ohne auch von seiner Seele zu reden, die sein Lebensprinzip ist.

Schon vor seinem Tod am Kreuz hat Jesus auf dieses göttliche Lebensprinzip der Kirche hingewiesen. Der Heilige Geist bleibt in Ewigkeit bei der Kirche (Joh 14,16). Er ist ihr Beistand (Joh 14,16). Er lehrt sie alles und erinnert sie an alles (Joh 14,26). Er führt sie ein in alle Wahrheit (Joh 16,13). 

Die Kirche hat also seit Pfingsten nicht nur ein unsichtbares Haupt, Christus, und ein sichtbares Haupt, den Papst; sie hat nicht nur einen Leib, die Gemeinschaft der Gläubigen; sie hat als lebendiger Organismus auch ein Lebensprinzip, eine göttliche Seele.

Dieses göttliche Leensprinzip, der Heilige Geist, nahm vom Organismus der Kirche Besitz am Pfingsttag. Von da an ist der Heilige Geist die Wirkursache jeglichen religiösen Lebens in der Kirche. Von ihm empfängt die Kirche alle heilwirkenden Gnaden, die heiligmachenden und die helfenden, die Tugendkräfte, die Gaben, dazu auch die außerordentlichen Charismen des Wunders, der Krankenheilung, der Weissagung. 

Ohne ihn weiß die Kirche nichts, kann sie nichts, tut sie nichts, was zum Heile dient. Er gebiert die Kinder Gottes durch sie. Er erleuchtet, er erneuert, er heiligt sie. Er ist ihr Lebendigmacher und Heiligmacher. 
Er in Christus.

Prälat Robert Mäder (1875-1945)
in: "Der Heilige Geist - Der dämonische Geist"; Verlag St. Michael Goldach AD 1969, S. 15


(Hervorhebung durch Fettdruck von Admin)

Tod und christlicher Glaube

"Am Ende des Lebens nimmt uns der Tod alles Irdische, aber er nimmt uns nicht jene Gnade und jenen sakramentalen »character«, kraft derer wir unlösbar mit dem Ostergeheimnis unseres Herrn und Erlösers verbunden sind.

Der Getaufte hat alles abgelegt, aber Christus angezogen: So überschreitet er die Schwelle des Todes und tritt vor das Angesicht des gerechten und barmherzigen Gottes. Um das bei der Taufe erhaltene weiße Gewand von jeder Unreinheit und jedem Makel zu reinigen, bringt die Gemeinschaft der Gläubigen das eucharistische Opfer für diejenigen dar, die der Tod gerufen hat, aus der Zeit in die Ewigkeit hinüberzugehen, und betet für sie.

Für die Verstorbenen zu beten, ist ein edler Brauch, der den Glauben an die Auferstehung der Toten voraussetzt, so wie es uns die Heilige Schrift und in ganzer Fülle das Evangelium offenbart haben."

Papst Benedikt XVI. bei der Predigt am 04.11.2006



O Herr, gib den verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe 

und das ewige Licht leuchte ihnen.
Herr, lass sie ruhen in Frieden.
Amen.

Sonntag, 4. November 2012

Fehlentwicklungen nicht dem Konzil anlasten

"Dass die nachkonziliare Liturgieform mit ihren Fehlentwicklungen und Umbrüchen nicht dem Konzil und seiner – nach wie vor noch nicht wirklich umgesetzten – Liturgiekonstitution anzulasten ist, sei ausdrücklich bemerkt.

Die weithin erfolgte Entfernung des Latein und des Gregorianischen Chorals wie auch die nahezu flächendeckende Aufstellung von Volksaltären können sich keinesfalls auf Vorschriften des Konzils berufen.

Die Etablierung von Pfarrgemeinde-, Dekanats- und Diözesanräten hat – wo nicht mit gesundem Hausverstand durchgeführt – zu einer, wie schon Klaus Mörsdorf kritisch bemerkte, Parallelhierarchie, zu einer mit der sakramental-hierarchischen Struktur nicht zu vereinbarenden „Demokratisierung“ der Kirche und damit zu großen Problemen geführt."

Kirchenhistoriker Walter Kardinal Brandmüller im Gespräch mit Guido Horst; Die Tagespost Nr.128, 25.10.2012



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