Freitag, 3. August 2012

Ein lästiges Thema


In einer Unterrichtsstunde ging es um ein lästiges Thema: Statuen und Bilder von Jesus, Maria und den Heiligen. Ich fragte: " Warum sind diese erlaubt und werden sogar gefördert, wo doch eines der zehn Gebote es verbietet, sich Götzenbilder zu machen und sie zu verehren?"

Pfarrer Memenas antwortete mit einer Frage: "Kimberly, haben Sie zu Hause einen Platz für Ihre Familienfotos?"

"Ja.

"Wieso? Was haben Sie davon?"

"Die Bilder erinnern mich an die wunderbaren Menschen, die ich liebe - an unsere Eltern, Geschwister, Kinder..."

"Kimberly, lieben Sie die Fotos als solche oder die Menschen, die auf ihnen zu sehen sind?"

"Natürlich die Menschen."

"Genau das tun auch die Gemälde und die Statuen: Sie erinnern uns an die wunderbaren Brüder und Schwestern, die uns vorangegangen sind. Wir lieben sie und danken Gott für sie.

Die Frage ist nicht, ob es diese Bilder überhaupt geben darf; denn das Alte Testament gibt ja gleich nach den zehn Geboten ganz genaue Anordnungen für Bilder und Geräte, die zum Heiligtum gehören sollen: hölzerne Bildwerke und die Kerubim über der Deckplatte der Bundeslade zum Beispiel.

Gott befahl Mose sogar, eine eherne Schlange auf einem Pfahl aufzuhängen, zu der die Leute aufschauen sollten, damit sie von der Schlangenplage gerettet würden.

Entweder hat Gott seine eigenen Anweisungen durcheinander gebracht, oder es geht ihm vielmehr darum, ihnen klarzumachen, dass sie Bilder nicht verehren sollen (so wie die Juden das goldene Kalb auf dem Berg Sinai), sie aber dennoch haben dürfen."



Erzählung von Kimberly Hahn über ihre ersten Schritte in die katholische Kirche; in: Unser Weg nach Rom, S.180 (s. Quellen)



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