Dienstag, 29. Mai 2012

Politiker wollen nicht einmal wissen, ob sie tatsächlich tot sind...

In der Diskussion um die Organspende nach Hirntod-Feststellung und anlässlich der Verabschiedung des neuen Transplantationsgesetzes, nach dem sich jeder Bürger dokumentarisch für oder gegen eine Entnahme seiner eigenen Organe aussprechen soll, resümmiert Stefan Rehder in "Die Tagespost" (Samstag, 26. Mai 2012):

 "Niemand wird behaupten wollen, die Menschen, die zum Weiterleben ein fremdes Organ benötigen, lägen den Abgeordneten nicht wirklich am Herzen und die ganze Debatte sei bloß inszeniert, um sich als Menschenfreund darstellen zu können. Aber klar ist auch: Für die für hirntot erklärten Menschen gilt dergleichen nicht. Die Mehrheit der Politiker will nicht einmal wissen, ob sie tatsächlich tot sind."

Das reformierte Transplantationsgesetz sieht außerdem die regelhafte Bestellung von Transplantationsbeauftragten in allen Krankenhäusern mit Intensivstation vor; das sind sozusagen Headhunter für potentielle Organspender...


Weiteres zum Thema Organspende und Hirntod:

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Kommentare:

  1. Ich möchte vorschlagen, dass jeder Abgeordnete, der für dieses unwürdige Machwerk von einem Gesetz gestimmt hat, sich mit sofortiger Wirkung organtechnisch ausschlachten lässt. Ob jemand wirklich tot ist, spielt für die Organmafia ja keine Rolle. Dann, und erst dann, bin ich bereit, dem Sirenengesang vom "Wohl der Menschen", das der Organmafia und ihren Erfüllungsgehilfen in der Politik ja angeblich so sehr "am Herzen" liegt, zu glauben.

    Ansonsten bin ich ziemlich sicher, dass es da sehr wenig um "Menschenfreundlichkeit" und sehr viel mehr um die Dollarzeichen in den Augen und die weitere Aufweichung der Moral geht. Aber so ist sie halt, die Kultur des Todes. Vielleicht bin ich auch einfach zu zynisch.

    Wie auch immer. Dir, Frischer Wind, wünsche ich jedenfalls (etwas nachträglich) noch "Frohe Pfingsten"!

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    1. Danke, Catocon, auch Dir "Frohe Pfingsten" (wir sind ja noch mittendrin in der Oktav)!

      Schlimmer noch als dass die Abgeordneten nicht klar sehen, ist für mich, dass auch die Bischöfe etc. diese Kultur des Todes unterstützen und gutheißen und so die Seelen verwirren.

      Natürlich muss man sich bewusst sein, dass, wenn man solcherlei Organspenden ablehnt, auch selbst einmal bei evtl. Bedarf nicht von diesem Angebot (?) profitieren kann.

      Aber könnte ich allen Ernstes mit einem fremden Herzen usw. meines (irdischen) Lebens froh werden, wenn ich mich fragen müsste, ob der Mensch, dessen Organ in mir arbeitet, nicht auch noch am Leben sein könnte oder seinem Sterben wegen mir ein gewaltsames Ende bereitet worden ist? Ich könnte das höchstens verdrängen...

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