Montag, 14. Mai 2012

Christliche Logik: das et - et

Jungfrau und Mutter...
"Nun, die ganze christliche Logik gründet auf dem Paradox der Vereinigung der Gegensätze: auf der compositio oppositorum oder wie Pascal sagt auf der union de deux contraires - eben auf dem et-et: im Sinne von "dieses und jenes", "das eine und das andere". (...)

Sicherlich ist das et-et das schlechthin "katholische Prinzip" (denke nur, worüber sich (Karl) Barth, in dem der "reine und harte" Protestantismus spricht, entrüstet hat). Wir empfinden es daher als unsere Pflicht, nicht darauf zu verzichten; denn wir sind überzeugt, daß der Respekt vor dem anderen die Voraussetzung ist für einen wahren - und nicht mit Komplexen behafteten oder manipulierten - Dialog mit den anderen christlichen Konfessionen, aber auch mit den anderen Religionen (oder der Religionslosigkeit).

Er hat vor allem das Recht, zu wissen, wer wir sind und wie wir denken. Und hier haben wir, wenn du willst, das x-te et-et: Offenheit, Zuhören, Verständnis, Achtung vor dem, der andere Glaubensauffassungen als wir vertritt, sind nur möglich, wenn wir wieder die eigene Identität, das heißt unser Anderssein, entdecken und bekräftigen: in Demut und mit Überzeugung, mit Respekt und Entschiedenheit - mit anderen Worten: in Wahrheit und Liebe. Dies ist schließlich das Programm, das ein gewisser Paulus sich selbst auferlegte und jedem Christen vorschrieb."



aus: "Der Gläubige hat recht" Vittorio Messori im Gespräch mit Michele Brambilla; Sankt Ulrich Verlag Augsburg AD 2001


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