Impressionen vom gestrigen Abendspaziergang
Mittwoch, 18. Juli 2012
Dienstag, 17. Juli 2012
Wie oft kommt die Vokabel "DEMOKRATISCH" in den Texten des II. Vat. vor?
Immer wieder berufen sich Kreise von Katholiken auf das II. Vatikanische Konzil, wenn es darum geht, demokratische Strukturen in der Kirche zu etablieren und mehr Mitbestimmungsrecht und Macht für Laien (die es eigentlich seit dem II. Vatikanum garnicht mehr gebe) zu fordern.
Dafür gibt es aber in den Texten des letzten Konzils keinerlei berechtigende Hinweise. Die Kirche ist klar hierarchisch verfasst, Christus ist ihr Oberhaupt, die Gläubigen sind Glieder am (mystischen) Leibe Christi. Unter den Gläubigen gibt es die Mitglieder der Hierarchie (sakramental zum Dienst am Gottesvolk geweihte Bischöfe und als deren Helfer Priester und Diakone) und die (nicht sakramental geweihten) Laien.
Aber wie sieht es aus mit dem Begriff Demokratie/ demokratisch?
Eigentlich ist die Sache doch eindeutig, oder?
Weiteres zum Thema:
Hoffnungsvolle Worte aus Augsburg (27.02.2012)
Ist eine Demokratisierung der Kirche möglich? (03.04.2012)
Je mehr Gremien, desto weniger echte Reform... (04.06.2012)
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Kirchen-Sowjets: Nein danke
(Fortsetzung von hier)
"Als ein wahres Unheil für die Kirche und für den Glauben der Kirche hat sich die Errichtung des Rätesystems erwiesen. Hier wird pausenlos beraten und beschlossen, debattiert und diskutiert. Am Ende stehen Abstimmungen, deren Gegenstände mitnichten auf örtliche Bedürfnisse beschränkt sind, vielmehr die höchsten Güter der Kirche, also auch den Glauben, umfassen.
"Als ein wahres Unheil für die Kirche und für den Glauben der Kirche hat sich die Errichtung des Rätesystems erwiesen. Hier wird pausenlos beraten und beschlossen, debattiert und diskutiert. Am Ende stehen Abstimmungen, deren Gegenstände mitnichten auf örtliche Bedürfnisse beschränkt sind, vielmehr die höchsten Güter der Kirche, also auch den Glauben, umfassen.
Dieser ganze Betrieb ist mit Wesen und Sendung der Kirche nicht zu vereinbaren. Das Ziel der Kirche ist festgesetzt und kann nicht verändert werden. Die Wahrheit ist vorgegeben und braucht nicht in Kommissionen und Gremien gesucht zu werden.
Der Glaube der Kirche steht nicht zur Disposition irgendwelcher Mehrheiten. Wer so tut, als müsse die Wahrheit erst gefunden werden, der braucht sich nicht zu wundern, wenn am Ende das Abstimmungsergebnis orientierungslos gewordener Gremien als Wahrheit ausgegeben wird."
Prof. Dr. Georg May: Die Sendung der Kirche; Editiones Una Voce Deutschland e.V., AD 1999; S. 37- 40
(mit Dank an Peter Esser von Echo Romeo!)
Weiteres zum Thema:
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Montag, 16. Juli 2012
Das Priestertum der Eltern
Dieser Segen war ein Geleit, von dem wir uns geführt wußten - die Versichtbarung des Gebetes der Eltern, das mit uns ging, und die Gewißheit, daß dieses Gebet vom Segen des Erlösers getragen ist. Der Segen war auch ein Anspruch an uns, nicht aus dem Raum dieses Segens fortzugehen.
Segnen ist eine priesterliche Gebärde, und so spürten wir in diesem Kreuzzeichen das Priestertum der Eltern, seine besondere Würde und Kraft. Ich denke, daß dieses Segnen als vollgültiger Ausdruck des allgemeinen Priestertums aller Getauften wieder viel stärker ins tägliche Leben eintreten und es mit der Kraft der vom Herrn herkommenden Liebe durchtränken sollte."
Joseph Kardinal Ratzinger: Der Geist der Liturgie, Eine Einführung, S. 158 (s. Quellen)
(Zur Nachahmung empfohlen)
Foto: privat
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Wer also ist der Priester?
Angesichts der Größe der priesterlichen Gnade und Aufgabe fühlten sich die heiligen Lehrer dringlich zur Bekehrung aufgerufen, um mit ihrem Leben dem zu entsprechen, zu dessen Dienern sie das Sakrament macht. So ruft der hl. Gregor von Nazianz als junger Priester aus:
„Zuerst muß man rein sein, erst dann reinigen; zuerst Weisheit lernen, erst dann sie lehren; zuerst Licht werden, erst dann leuchten; zuerst zu Gott treten, erst dann zu ihm führen; zuerst sich heiligen, erst dann andere heiligen, an der Hand führen und verständig Rat erteilen" (or. 2,71)
„Ich weiß, wessen Diener wir sind, auf welcher Ebene wir uns befinden und wer der ist, zu dem wir uns hinbewegen. Ich kenne die Erhabenheit Gottes und die Schwäche des Menschen, aber auch seine Kraft" (or. 2,74).
Wer also ist der Priester? Er ist „der Verteidiger der Wahrheit; er tritt an die Seite der Engel, lobsingt mit den Erzengeln, läßt die Opfer zum himmlischen Altar emporsteigen, nimmt am Priesterdienst Christi teil, erneuert die Schöpfung, stellt [in ihr] das Bild [Gottes] wieder her, schafft sie neu für die himmlische Welt und, was das Erhabenste ist, wird vergöttlicht und soll vergöttlichen" (or. 2,73).
Bild: Hl. Messe; Pfr. Franz Rudrof
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Sonntag, 15. Juli 2012
Gebet eines Christen
Heut ist der Tag, da ich wieder zu Gott gekommen bin, der große feierliche Tag der Entscheidung, da ich's gewiss wusste, dass ich unsterblich war, dass Gott sich versöhnen ließe, und dass ich unversöhnt war.
Ich will den jauchzenden Tag vor deiner stillen Allgegenwart feiern, o du, den ich niemals aussprechen, aber zu dem ich ewig stammeln, mit heißem Herzen, mit lauten Tränen und mit Schauern, die jenes Leben hier beginnen, stammeln werde!
Wie glückselig bin ich nun! Und wie fehlen mir auch hier die Namen! Wär ein Unsterblicher gekommen und hätte es mir in jener Zeit, da ich vor Gott floh, der mir mit allen seinen Erbarmungen nachrief, hätte mir ein Engel in dieser dunklen Zeit gesagt, dass ich es werden würde, was ich nun bin, ich hätte es nicht geglaubt, so elend war ich! O Dank, Dank! aus diesem ganzen vollen Herzen, der es fassen und nicht fassen kann, lauter, jubilierender, ewiger Dank, dass ich geschaffen und mit Gott versöhnt bin!
Nun weiß ich, wer du bist? und wer ich bin? o du Naher! Hier um mich Gott, wie du es in der Unendlichkeit jener Himmel bist, die neuen Unendlichkeiten gleich ferner Himmel auch nur mit den Gedanken ersteigen, du hier und dort und da und weiter hin! und weiter hin! (steh hier still, Seele! aber steh jauchzend still!) Du dort überall Allgegenwärtiger! Angebeteter! Großer! Ewiger!
Aber auch hier ist er um mich zugegen, wo ich vor ihm anbete! Welch ein Gedanke ist dieser! Und wer kann ihn ganz hinauf denken, außer dem, der ihn werden ließ und zu seinem Fluge sprach: Hier sind deine Grenzen!
Wie selig bin ich! Hier ist Gott! - Gott war. Da war ich noch nicht! Und lauter Ewigkeit, einsame Ewigkeit ist dort hinter meinem Rücken! Gott ist! Und ich bin! Gott wird sein! Und ich werde sein! Er wird sein, der er sein wird! Und ich, was er mich machen wird! Ein vollendeter Gerechter! Vor dem, der ewig ist? Ja, vor dem, der ewig ist! rein und schuldlos und einer der Begnadigten, die durch den Tod des großen Gebornen neu erschaffen sind!
O du Strom der Glückseligkeit! O du Wonne deines Vaters! und meine! Namlosester unter allen, was die Stimme diesseits der Gräber nicht aussprechen, noch der Gedanke des, der den Tod sehn soll, begreifen kann, aber doch hier in meinem überströmenden, schauervollen, anbetenden Herzen empfunden! Ich bin im Einsamen mit Ihm!
Hier liege ich tief unten an seinem Blute und schaue das hohe Kreuz hinauf. O führt alle Morgensterne vor mir vorüber und lasst mich alle ihre Wonne sehn und zeigt mir einen Anblick wie diesen! O Empfindung! Empfindung! Die Gedanken der Wonne, sie strömen zu Tausenden in meinem Herzen empor, und ich kann sie nicht aussprechen!Die ihr mit verhülltem Antlitze vorüber geht, Erstgeborne der Schöpfung, Anbeter, Schutzengel, Engel des Todes und des Gerichts! gebt mir eure Namen, mit denen ihr ihn nanntet, da ihr ihn bluten saht! Ich will dich mit der Stimme des Menschen nennen, o du, den meine Seele liebt!
Mein Gebein soll dich noch in der stillen Verwesung nennen und deinen nicht mehr blutenden Wunden entgegenschauern. Aber wie schön sind sie, deine quellenden Wunden! Mit welcher göttlichen Hoheit schaute dein letzter Blick herab und brach! Wie neigtest du dein Haupt! O du Liebenswürdiger! Du Schöner! Du Großer! Du Angebeteter!
O du volle Wonne meiner ganzen Seele! noch vollere, noch höhere, noch unaussprechlichere der jubilierenden, vollendeten gerechten, wenn sie nun auch über das Grab hin gelächelt hat. Aber auch dann will ich hier stehen! Hier auf Golgatha! hier, wo sein Blut hingequollen ist.
Ich eile dann nicht mit zu jenen ewigen Hügeln, welche Erzengel mit Strömen ihrer Halleluja umtönen! Ich will hier auf Golgatha stehn, wo sein Blut hingequollen ist!
Und wenn dann die neue Erde zu Eden aufblüht, so soll hier der Baum des Lebens an meinen Füßen emporwachsen! Ich will seine jungen Sprösslinge entfalten, dann unter seinen Schatten mit Augen die Jubellieder weinen, zu dem aufschaun, der für mich geblutet hat!
Wo verweilst du? Unter welchen Blumen liegst du verborgen, sanftester unter den Freunden, schöner Tod? Du Tod des Christen! Komm, komm! und hülle den müden Wandrer im Staube, zwei Schritte tiefer ein!
Und du, den meine Seele liebt, du mit den schimmernden Wunden, schau dann herunter, vom hohen Kreuze herunter und erbarme dich meiner letzten Tränen, wie du dich meiner erbarmt hast, eh ich geboren ward.
Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), Gebet eines Christen (aus: Drei Gebete, eines Freigeistes, eines Christen, und eines guten Königs)
Foto: Maria und Johannes unter dem Kreuz; Lawrence OP
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CREDO - ohne Unterlass
Nicht zufällig waren die Christen in den ersten Jahrhunderten angehalten, das Credo auswendig zu lernen. Das diente ihnen als tägliches Gebet, um die mit der Taufe übernommene Verpflichtung nicht zu vergessen.
Mit bedeutungsvollen Worten erinnert der heilige Augustinus daran, wenn er in einer Predigt über die redditio symboli – die Übergabe des Credo – sagt: „Das Symbolum des heiligen Geheimnisses, das ihr alle gemeinsam empfangen und das ihr heute einzeln wiedergegeben habt, sind die Worte, auf die der Glaube der Mutter Kirche fest gegründet ist, über dem sicheren Fundament, das Christus, der Herr, ist.
Ihr habt es also empfangen und wiedergegeben, aber im Geist müßt ihr es immer gegenwärtig halten, ihr müßt es im Bett wiederholen, auf den Plätzen darüber nachdenken und es während der Mahlzeiten nicht vergessen; und selbst wenn euer Leib schläft, muß euer Herz in ihm wachen.“ (1)
(1) Sermo 215,1.
aus dem Motu proprio Porta fide von Papst Benedikt XVI. vom 11.10.2011
Fotos. Morgenlicht; privat
Samstag, 14. Juli 2012
Eigenen Glauben nicht verlieren

"Es ist edel, bereit zu sein, jeden Menschen zu verstehen, jedes System zu analysieren und das, was richtig ist, anzuerkennen; das besagt jedoch keinesfalls, die Gewißheit des eigenen Glaubens zu verlieren oder die Grundsätze der Moral aufzuweichen, deren Fehlen sich bald im Leben der ganzen Gesellschaft bemerkbar macht und unter anderem die entsprechenden bedauerlichen Folgen verursacht."
Papst Johannes Paul II. in der Enzykl. Redemptor hominis (04. 03.1979), 6
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