Mittwoch, 5. März 2014

Neue Ausgabe des REGINA-Magazins online!

 

Die neue Ausgabe des katholischen Life-Style-Magazins REGINA ist inzwischen online!

Die englisch-sprachige Ausgabe zum Blättern gibt es HIER, die Artikel in deutscher Übersetzung HIER.

Thema des umfangreichen Online-Magazins ist diesmal Deutschland.

Neben einem Interview mit Monika Rheinschmidt, der Vorsitzenden des Vereins "Pro Missa tridentina", einer Laienvereinigung für den klassischen römischen Ritus, gibt es eine menge anderer sehr interessanter Beiträge, so z. B.:


Gedenke o Mensch, dass Du ein Sünder bist!



Lasset uns beten:

Allmächtiger ewiger Gott, schone der Büßenden, sei gnädig den demütig Flehenden: sende huldvoll vom Himmel herab Deinen heiligen Engel, dass er diese Asche segne und heilige; sie sei eine heilsame Arznei für alle, die demütig Deinen heiligen Namen anrufen und im Bewusstsein der Sünde sich anklagen, die im Angesicht Deiner göttlichen Milde ihre Übeltaten beweinen, die in Demut und beharrlichem Eifer Deine huldvolle Vatergüte anflehen.

Gib durch die Anrufung Deines heiligen Namens, dass alle, die sich mit dieser Asche bestreuen lassen, um von ihren Sünden befreit zu werden, Gesundheit des Leibes und Schutz für die Seele empfangen! Durch Christus, unsern Herrn. Amen.


Die erste der vier Orationen zur Aschenweihe am Aschemittwoch, dem Beginn der Fastenzeit; Schott-Volksmessbuch.


Dienstag, 4. März 2014

Trauertag für die Welt


Der belgische König Philippe hat das am 13. Februar vom Parlament in letzter Abstimmung mit 86 gegen 44 Stimmen beschlossene Gesetz über das „Recht“ auf Euthanasierung von psychisch Kranken und von Kindern ohne Altersbeschränkung unterzeichnet.

Auch eine Petition mit mehr als 210 000 Unterschriften und das eigens dazu hergestellte Video einer Familie eines von schwerer Krankheit betroffenen Kindes hat ihn nicht zum Nachdenken bringen können. Es ist eben viel sauberer (und billiger), psychisch Kranke und leidende Kinder abzuspritzen oder sterben zu lassen, anstatt das ihnen von Gott geschenkte Leben in größtmöglicher Würde und Erträglichkeit zu pflegen, bis es an ein natürliches Ende kommt. Aber dafür hat doch (fast) jeder Verständnis. Eine saubere (End-)Lösung ist das - mit Zustimmung des Königs.

Alles Nötige dazu hat Geistbraus (hier) gesagt.


Kleine Konversation über Philosophie, Erkenntnis und Wahrheit

Was ist Philosophie?

Dem Wortsinn nach ist Philosophie die Liebe zur Weisheit, Streben nach Weisheit. Derjenige ist Philosoph, der weise zu werden sucht und zur Erreichung des Zieles seine ganze Kraft einsetzt.

Der Name Philosophie soll, wie Heraklides, ein Schüler Platos, sagt, zuerst von Pythagoras gebraucht worden sein. Er habe nicht sophos genannt werden wollen, weil Gott allein sophos = weise sei, sondern nur Philosophos, Freund der Weisheit, Liebhaber der Weisheit, weil der Mensch immer nur im Streben nach Weisheit begriffen sei.

Was sagen Plato, Arisoteles und der heilige Thomas dazu?

Schon bei Plato und Aristoteles findet sich der Gedanke ausgesprochen, dass die Menschen aus Verwunderung über die Erscheinungen, die ihnen in der Welt entgegentraten, deren Ursachen sie aber nicht kannten, zu philosophieren angefangen hätten, womit das Ziel der Philosophie klar angedeutet ist: zu den Gründen oder Ursachen der Erscheinungen, ja bis zu den letzten und höchsten Möglichkeiten vorzudringen...

Was ist scientia?

Die scientia, das Wissen oder die Wissenschaft, kann in einem doppelten Sinne genommen werden, nämlich im Sinne von wissenschaftlicher Erkenntnis überhaupt und im Sinne von wissenschaftlicher Disziplin. Man versteht unter wissenschaftlicher Erkenntnis die Erkenntnis der Dinge oder Erscheinungen in ihrem Grunde oder in ihrer Ursache, vorausgesetzt, dass die Erkenntnis auf Evidenz beruht und sicher und gewiss ist. - Cognitio certa et evidens rerum per causas.

Wenn etwas nicht mehr einfach unserer Erkenntnis (nur) vorschwebt, sondern wenn wir erkennen, warum es so sei und so sein müsse, und wenn diese Erkenntnis evident und gewiss ist, können wir sagen, dass wir eine wissenschaftliche Erkenntnis von dieser Sache haben. - Scire est rerum cognoscere causas.

Was ist der Unterschied zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Glaubenserkenntnis:

Der Glaube ist die sichere Erkenntnis einer Wahrheit auf eine für diese Wahrheit Bürgschaft leistende Autorität hin.

Das Wissen dagegen beruht auf der Beweisführung durch welche die Wahrheit eines Satzes zur Evidenz  gebracht und dadurch für unsere Erkenntnis gesichert wird.

Welche Aufgabe hat die Philosophie in Bezug auf die Offenbarung (Gottes)?

Sie besteht darin, dass sie den menschlichen Geist der christlichen Wahrheit wissenschaftlich zuführt. Sie soll nämlich die innere Übereinstimmung dessen, was die Vernunft lehrt, mit den Lehren der Offenbarung nachweisen und dadurch den menschlichen Geist dahin führen, dass er die Erkenntnis der christlichen Wahrheit als die höchste Vollendung seiner Erkenntnis erfasse und hochachte.

Können sich Vernunft und Offenbarungserkenntnisse, also wissenschaftliche und Glaubenserkenntnisse widersprechen?

Wahrheiten, die aus der Vernunft erschlossen werden und Offenbarungswahrheiten können nicht miteinander in Widerspruch stehen, weil beide aus einer Quelle, nämlich aus Gott als der absoluten Wahrheit und Wahrhaftigkeit stammen. Es kann also nicht etwas philosophisch wahr sein, was nach dem Glauben falsch ist, und umgekehrt, eine Wahrheit kann nicht der anderen widersprechen. Der Widerspruch würde ja zuletzt auf Gott fallen, weil eben alle Wahrheit in Gott gründet.

Und wenn es nun doch zu einem Zwiespalt kommt?

Irren ist menschlich. Kommt die Philosophie in ihren Forschungen auf ein Resultat, das mit dem Offenbarungsinhalt in Widerspruch steht, sei es, dass dieser Widerspruch offen daliegt, oder dass die kirchliche Autorität erklärt, es sei das bezügliche Resultat mit dem Offenbarungsinhalte nicht vereinbar, so hat die Philosophie dieses Resultat als falsch zu verlassen und den Prozess der Schlussfolgerung zu revidieren, um den Fehler zu entdecken.

Andererseits ist es auch möglich, dass der Grund des Zwiespalts nich so offen zutage liegt, sondern einer langwierigen Suche und Diskussion bedarf. Es kann sich dabei auch ergeben, dass ein zu enges oder zeitbedingtes Verstehen von Glaubenswahrheit der Grund des scheinbaren Zwiespaltes ist. Dann muss auf ein besseres, umsichtigeres Verständnis des Glaubens oder bestimmter Offenbarungswahrheiten Mühe verwendet werden, als deren Frucht sich die Auflösung des Zwiespalts und Übereinstimmung von Vernunft und Glaube ergeben werden.

Aber duch die Anerkennung der göttlichen Offenbarung als das leitende Prinzip wird die Energie der philosophischen Forschung keineswegs beeinträchtigt, sondern sogar erhöht, weil die Vernunft, an das leitende Prinzip sich haltend, in ihren Forschungen viel energischer und sicherer zuwege gehen kann, als wenn sie derselben entbehrt. Ein Beispiel: Denken wir nur an die Unsicherheit, mit welcher die antike Philosophie, weil ihr jenes leitende Prinzip der göttlichen Offenbarung mangelte, gerade in Bezug auf die höchsten Wahrheiten herumtastete.

In welchem Verhältnis stehen Philosophie und Theologie zueinander?

Beide stehen sich als selbständige Wissenschaften gegenüber, so zwar, dass keine in der anderen aufgehoben werden darf. Denn jede hat ihr eigenes Erkenntnisprinzip. Die Theologie die Offenbarung, die Philosophie die Vernunft und Vernunftprinzipien. Jede hat ihren eigenen Wahrheitskreis: die Theologie die geoffenbarten, die Philosophie die Vernunftswahrheiten. Jede hat ihre eigene Methode: Die Theologie nimmt ihre Beweise aus den Offenbarungsquellen, die Philosophie aus der Vernunft. 

Allerdings greifen beide insoweit ineinander, als die Offenbarung auch solche Wahrheiten in ihrem Inhalte einschließt, welche an und für sich genommen Vernunftwahrheiten sind. Die Theologie hat christliche Mysterien zum Inhalt, an welche die Vernunft für sich allein nicht heranreicht. Z. B: können die Geheimnisse der allerheiligsten Dreifaltigkeit und der Transsubstantiation (Wesensverwandlung) in der heiligen Messe nicht von dr Vernunft, also nicht von der Philosophie erkannt werden. Da ist Christus, der Herr, der Weg, die Wahrheit und das Leben.



nach: Johannes Derksen "Der getreue Verwalter"; St. Benno-Verlag GmbH Leipzig; Imprimatur 1959; S. 126-130 (leichte stilistische Änderungen)



Foto:  Marmor-Büste des Aristoteles, römische Kopie nach dem griechischen Bronze-Original von Lysippos, um 330 vor Chr. Der Alabaster-Mantel ist eine Ergänzung in der Moderne.; Giovanni Dall'Orto

Montag, 3. März 2014

Künstlerische Inspirationen mit Augen(zwinkern)









Fotos: FW

Zur Konsistorium-Rede von Kardinal Kasper

Kardinal Kasper sieht das Sakrament der Barmherzigkeit, das Bußsakrament, als Lösungsweg für zivil wiederverheiratete zivil Geschiedene an (s. hier). Doch leider wird jetzt deutlich, dass seine Lösung einen Pferdefuß hat: Betroffene sollen eine Absolution erhalten, obwohl sie für die Zukunft nicht beabsichtigen, sich des Ehebruchs zu enthalten, also nicht den Vorsatz haben, Sünden in Zukunft zu unterlassen und zukünftig nach dem Willen und den Geboten Gottes zu leben. Dieser Vorsatz aber, der anzeigt, dass es dem Beichtenden ernst ist mit seinem Willen zur Umkehr, ist eine Voraussetzung zur Erteilung der Absolution.

Er stellt Folgendes zur Disposition:
„Die Frage ist: Ist dieser Weg der Umkehr, der ins Sakrament der Barmherzigkeit, der Busse mündet, auch der Weg, den wir in dieser Frage gehen können? Wenn ein wiederverheirateter Geschiedener 1. das Scheitern seiner ersten Ehe bereut, 2. den Verpflichtungen, die aus der ersten Ehe noch erwachsen, nachkommt, 3. die neue Zivilehe nicht aufgeben kann, ohne neue Schuld auf sich zu laden, 4. sich aber bemüht, seine zweite Ehe im Glauben zu leben und seine Kinder im Glauben zu erziehen, und 5. nach den Sakramenten als Kraftquelle in seiner Lage verlangt – müssen oder können wir ihm nach einer Zeit der neuen Orientierung das Sakrament der Busse und dann der Kommunion verweigern?“

Die entscheidende Frage aber, die erst eine eindeutige Antwort ermöglicht, fehlt. Sie lautet: Ist der/die zivil wiederverheiratete Geschiedene bereit, in Zukunft nicht mehr Ehebruch gegenüber seinem (ersten) Ehepartner, dem er ja durch das unauflösliche Eheband verbunden ist, zu begehen?

Die eine Antwort auf Kaspers Frage ist: "Nein, die Kirche kann die Sakramente nicht verweigern - vorausgesetzt, der Betroffene beabsichtigt, in Zukunft nicht mehr zu sündigen, d. h. in diesem Fall auch: nicht mehr mit dem neuen Partner ehelich zu verkehren. Das ist die Voraussetzung für den Sakramentenempfang."

Oder:
Die andere Antwort lautet: "Ja, die Kirche kann und darf den Empfang der genannten Sakramente nicht gewähren, weil der Vorsatz, umzukehren und sich von der Sünde abzuwenden, nicht vorhanden und damit die Voraussetzung für eine gültig abgelegte Beichte nicht gegeben ist, der/die Betroffene weiterhin in schwerer Sünde (Ehebruch) verharrt, deshalb nicht im Stande der heiligmachenden Gnade ist und deshalb auch nicht den Leib Christi in der Kommunion empfangen kann ohne damit weitere Schuld durch unwürdigen Sakramentenempfang auf sich zu laden.

Auszüge aus der Konsistoriums-Rede von Kardinal Walter Kasper
via domradio: bitte hier!

Mir dünkt es wie ein Eiertanz...


Siehe dazu auch die interessanten Überlegungen von sophophilo (hier und hier).


Update 15. April 2014:

In seinem Antwort-Leserbrief in der "Tagespost" am 15. April 2014, S. 12, stellt Walter Kardinal Kasper eine weitere Frage, die seinen Überlegungen Ausdruck verleiht. Kasper schreibt:
"Es stellt sich die Frage, auf welche die Kritiker bisher nicht geantwortet haben: Darf man in einer solchen Situation, in der ein Pönitent ehrlich bereut und den guten Wille bezeugt, nach besten Kräften aus dem Glauben zu leben, die Absolution verweigern? Ist es bei Gott denkbar, dass jemand in ein Loch fällt, aus dem es keinerlei Ausweg gibt? Wenn das bei Gott unmöglich ist, warum dann nicht auch in der Kirche, die sich doch im Zweiten Vatikanischen Konzil als universales Sakrament des göttlichen Heils definiert hat? Gilt also das Bekenntnis von der Vergebung der Sünden, wie es im Credo steht?" (vgl. "Das Evangelium von der Familie" S. 64f)

Die Antworten darauf sind dieselben wie oben. Die Fragen Kaspers, die er für "neu" und bisher ungestellt (bzw. unbeantwortet) hält, sind neu höchstens in ihrer Absonderlichkeit. Sie zeigen ein unlogisches Denken und ein  sonderbares Sakramentenverständnis. In der letzten Frage kommt m. E. sogar das Wunschdenken einer (der Lehre der Kirche fremde) Allerlösungslehre zum Ausdruck.


Antworten auf den Vorschlag von Kardinal Kasper:

Weiteres zum Thema:


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Sonntag, 2. März 2014

Quinquagesima - Jubelt und frohlocket!




Jubelt Gott, ihr Lande all, dienet dem Herrn in Freuden!
Tretet frohlockend vor Ihn hin!
Wisset: Der Herr selbst ist Gott!
Und Er ist unser Schöpfer, nicht wir selber;
wir sind Sein Volk, die Schafe Seiner Weide.


Tractus zum Sonntag Quinquagesima in der Vorfastenzeit (Schott-Volksmessbuch)



Samstag, 1. März 2014

Stuttgart 1. März 2014: Gegen die Indoktrination unserer Kinder - Stoppt Bildungsplan 2015!

In Stuttgart findet am heutigen Samstag (1. März 2014) eine Demonstration gegen den “Bildungsplan 2015″ und gegen den Versuch einer unerwünschten Indoktrination von Kindern und Jugendlichen statt.

Informationen zur Demonstration: 

Samstag, 01.03.2014 von 14:00 bis 16:00 Uhr

am Schloßplatz Stuttgart
(mit Protestzug vor das Staatstheater)
 

Weitere Infos hier (Initiative „Schützt unsere Kinder“) und hier (Familien-Schutz.de)

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Kindheit - Welchen Einflüssen wollen wir unsere Kinder aussetzen?

Von Pater Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

Ein Gedicht im „Buch der Bilder“ von Rainer Maria Rilke trägt den Titel „Kindheit“. Darin ruft der Dichter weit Zurückliegendes in Erinnerung und malt ein eigentümliches Stimmungsbild. Nicht in eine sonnig-heitere Idylle unbeschwerter Kindertage sieht sich der Leser versetzt, sondern in die Traumlandschaft einer schwermütigen Seele, über welcher Einsamkeit und Angst wie dunkle Wolken lasten. „Da rinnt der Schule lange Angst und Zeit mit Warten hin, mit lauter dumpfen Dingen. O Einsamkeit, o schweres Zeitverbringen“, beginnt Rilke sein Gedicht und ergeht sich im weiteren Verlauf in vielen O-Rufen: „O Trauer ohne Sinn, o Traum, o Grauen, o Tiefe ohne Grund.“ – „O immer mehr entweichendes Begreifen, o Angst, o Last.“ Und am Ende steht die Frage: „O Kindheit, o entgleitende Vergleiche. Wohin? Wohin?“

Wir sollten den Heranwachsenden unserer Tage wünschen, dass sie, wenn sie in zwei, drei oder vier Jahrzehnten an ihre Kindheit denken, freudigere Erinnerungen mit ihr verbinden als Rilke. Man braucht nicht psychologisch geschult zu sein, um einzusehen, welche Schlüsselstellung das erste Lebensjahrzehnt eines Menschen für alle späteren Abschnitte einnimmt. Zahllose Beispiele belegen im Positiven wie im Negativen die prägende Kraft der Beziehungen und Erlebnisse im Kindesalter.
Als Priester hört man oft alte Menschen von ihrer Familie, von Vater, Mutter und den Geschwistern erzählen und ist froh, wenn es gute, helle und schöne Dinge sind, die da mit strahlendem Gesicht berichtet werden: Kindheitserinnerung als Jungbrunnen im Alter! Völlig anders ein betagter Mensch, dem aus Kindertagen vorwiegend Schlechtes einfällt, Ungerechtigkeiten und Lüge, Treulosigkeit und Grausamkeiten. Vor seiner Verbitterung steht man mitunter hilflos da; denn obwohl die betreffenden Ereignisse vergangen, die Angeklagten längst verstorben sind, behält die schlimme Erfahrung eine Macht über das Herz, die mit natürlichen Mitteln kaum zu brechen ist.

In den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um Ehe und Familie, um die Wertung bestimmter Formen der Sexualität und um die staatlich-schulischen Erziehungsprogramme geht es nicht zuletzt auch um die Frage, wie die Kindheit unserer künftigen Erwachsenen verläuft, aus welchen Erinnerungen sie später einmal schöpfen und welche Prägungen ihnen Richtung und Halt verleihen werden.

Jüngst hat der Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller in einem Vortrag Autobiographisches preisgegeben. Seine bemerkenswerten Ausführungen bieten ein Beispiel dafür, wie die Kindheit im günstigen Fall aussehen kann:
„Von meiner Mutter habe ich beten gelernt, auch Beten zu verstehen und zu praktizieren als eine persönliche Begegnung mit Jesus. (…) Von diesem Jesus, meinem besten Freund, habe ich von den Ordensschwestern im Kindergarten und von den Lehrerinnen und Lehrern in der Schule, von den Kaplänen durch die biblische Geschichte und Katechismus und das Mitlebens des Kirchenjahres in der Pfarrei immer mehr erfahren. (…) Nachdem ich nach der ersten heiligen Kommunion, die mir wirklich als der schönste Tag im Leben in Erinnerung bleibt, in die Schar der Ministranten aufgenommen war, wuchs ich, wie viele andere auch, organisch hinein in den Reichtum und die Fülle der Liturgie, die das ganze Leben des Menschen ergreift und durchdringt. (…) Die Glaubensgeheimnisse der Dreifaltigkeit Gottes, seine dreifaltige Liebe, der Menschwerdung des Sohnes, seines Leidens, Sterbens und der Auferstehung von den Toten, der Himmelfahrt, der Sendung des Heiligen Geistes und der Erwartung seiner Wiederkunft haben sich mir von Kindheit an als von Gott geoffenbarte Wahrheiten eingeprägt, die damit immun sind gegen den skeptischen Zweifel und den Abnutzungsprozess einer jeden jugendlichen Begeisterung.“ (Die Tagespost vom 7.12.2013, S. 5)

Eine solche Kindheit, eingetaucht in das warme Licht des Glaubens, war in manchen Regionen noch vor gar nicht langer Zeit beinahe der Normalfall. Mittlerweile mutet sie selbst praktizierende Katholiken geradezu exotisch an. Wenn wundert’s, da auch hohe Kirchenvertreter ihre Kraft und Autorität oft nicht mannhaft für die traditionelle Familie als Hort der christlichen Religion einsetzen, sondern gegenüber den zerstörerischen Trends der modernen Gesellschaft klein beigeben?

Wer seinen Blick von den Kindheitserinnerungen Kardinal Müllers zu denen Rainer Maria Rilkes hinwendet, den überkommt Bedauern. Wer aber an die Kleinen denkt, denen heute inmitten der immer aggressiver werdenden Glaubens- und Sittenlosigkeit systematisch die Erfahrung einer glücklichen, gesegneten Kindheit verwehrt wird, der möchte schier verzweifeln, wäre da nicht die Hoffnung auf Gottes Güte und Allmacht… Jedenfalls drängt sich uns neu die Frage auf, die am Ende des Rilke-Gedichtes steht: „O Kindheit: Wohin? Wohin?“


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Weiteres zum Thema "Widerstand gegen Frühsexualisierung der Kinder":


Update:
Berichte über die Demo am 01. März 2014 in Stuttgart:

Augenzeugenbeichte:

Buchempfehlungen:
Manfred Spreng - Harald Seubert (Hrsg. Andreas Späth):
Vergewaltigung der menschlichen Identität - Über die Irrtümer der Gender-Ideologie
ISBN 978-3-9814303-5-6


Gabriele Kuby
Die globale sexuelle Revolution - Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit
Leseprobe
Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Robert Spaemann
ISBN 978-3-86357-032-3


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