Sonntag, 12. August 2012

Herzlich Willkommen, Familie Theurer!

Andreas Theurer im Interview mit kath.net über seine Konversion zum katholischen Glauben:

 "Diese Entscheidung (...) ist das Ergebnis einer jahrelangen Beschäftigung mit den kirchentrennenden Lehren, die mich schließlich zu der Einsicht geführt hat, dass an allen strittigen Punkten die katholische Lehre mit dem Glauben der Apostel übereinstimmt. Irgendwann kam ich dann zu dem Punkt, an dem mir klar wurde, dass es für mich keinen Grund mehr gibt, nicht katholisch zu werden und dann musste ich natürlich auch endlich einmal die Konsequenz ziehen."

(...) zum lutherischen Bekenntnis (gehört) auch die Auffassung, dass die Alte Kirche rechtgläubig war! Da fände ich es schon interessant, ob und wie man die inhaltlichen Vorwürfe gegen mein Buch begründen will, beispielsweise hinsichtlich der Heiligen- und Marienverehrung, von der ja inzwischen historisch nachgewiesen ist, dass sie zum Glauben der Alten Kirche dazugehörte."

Sein Buch:
 "Warum werden wir nicht katholisch? 
Denkanstöße eines evangelisch-lutherischen Pfarrers",
Dominus Verlag

Auch Herr Theurers Ehefrau Gudrun will zur katholische Kirche übertreten.

Beiden ein herzliches Willkommen!


Weitere Beiträge zum Thema:

Samstag, 11. August 2012

Augustinus zu Ehebruch, Taufe und Kommunionempfang

Die Unterweisung in der christlichen Glaubens- und Sittenlehre hat ohne Zweifel schon vor dem Empfang der heiligen Taufe zu erfolgen

Nachdem wir nun nach der gesunden Lehre diese Einschränkung gemacht haben, wollen wir wieder zu unserm Gegenstand zurückkehren, ob man nämlich zum Empfang der Taufe jedermann zulassen soll, ohne daß man sorgfältig darüber wacht, daß das Heilige nicht den Hunden vorgeworfen werde; und zwar, ob das bis zu dem Grade gelten soll, daß nicht einmal offenkundige Ehebrecher, die sich sogar dauernd diesem Laster verschrieben haben, von einem so heiligen Sakrament zurückgewiesen werden sollen.

Solche Leute (Anm: gemeint sind hier rechtmäßige Eheleute) würden ohne Zweifel nicht zur Taufe (1) zugelassen werden, wenn sie erklärten, an jenen Tagen, wo sie diese Gnade empfangen wollen und sich nach ihrer Anmeldung durch Enthaltsamkeit, Fasten und Exorzismen reinigen, würden sie mit ihren rechtmäßigen und wahren Ehegattinnen in geschlechtlichen Verkehr treten und nicht einmal an jenen paar Festtagen auf ein Recht verzichten, das ihnen zu anderen Zeiten zustehe (2). Wenn man also schon einen verheirateten Mann, der sich bloß nicht an einen Brauch halten will, nicht zuläßt, wie soll dann zu jenem hochheiligen Sakrament ein Ehebrecher zugelassen werden, der von einer Besserung nichts wissen will? (...)

Es nimmt sich wahrlich recht sonderbar aus zu sagen: "Ziehet den neuen Menschen an!", und erst dann, wenn sie diesen angezogen haben, zu sagen: "Ziehet den alten Menschen aus!", während doch der Apostel die gesunde Ordnung einhält, wenn er spricht: "Ziehet den alten Menschen aus und den neuen an (3)!" Auch der Herr selbst ruft aus: „Niemand näht einen neuen Fleck auf ein altes Kleid und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche (4)." Was hat aber die ganze Zeit, während der sie Stellung und Name eines Katechumenen haben, für einen anderen Zweck, als daß sie das Wesen des christlichen Glaubens und Lebens zu hören bekommen, damit sie, wenn sie sich selbst geprüft haben, vom Tische des Herrn essen und von seinem Blute trinken? Denn "ein jeder, der unwürdig davon ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich das Gericht (5)."


1: Zusammenhängendes über Katechumonat und Taufe ist im Vorwort zu der auch in diesem Bande übersetzten Augustinischen Abhandlung "Vom ersten katechetischen Unterricht" zu finden. [Siehe S. 229ff. dieses Bandes.]
2: So sagt z.B. der 86. Kanon der angoblichen vierten Synode von Karthago [398]: „Neugetaufte sollen sich einige Zeit lang der reichlichen Mahlzeiten, des Theaters und ihrer Frauen enthalten" [Hefele, a.a.O. II. Bd., § 111].
3: 1 Kol. 3,9f. Diese Worte wurden beim Ausziehen und Anziehen der Kleider vor und nach dem Taufakt zu den Täuflingen gesprochen.
4: Matth. 9,16f.
5: 1 Kor. 11,28 f.
 

Eine einmalige Chance (Anmerkung zur Reinkarnation)

Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

Hebr 9,27 – eine kleine Katechese über das Sterben

Oft erkennen wir staunend die Aktualität und Tragweite einzelner Schriftstellen. Sie scheinen wie für unsere Zeit geschrieben, um Antwort auf brennende Fragen zu geben. Ein Beispiel dafür ist der 27. Vers aus dem 9. Kapitel des Hebräerbriefes. Herausgelöst aus dem Satzgefüge, das ihn mit dem darauffolgenden Vers verbindet, lautet er: „Es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht.“

Schon beim ersten Hinschauen ist ersichtlich, welche ehernen Wahrheiten hier angesprochen werden, nämlich Tod und Gericht. Sie gehören dem Themenkreis der sogenannten Letzten Dinge an, der in der durchschnittlichen Verkündigung und im Denken vieler Christen recht unterbelichtet ist. Allein schon deshalb steht die Bedeutung von Hebr 9,27 außer Frage.

Betrachten wir den Vers aber genauer, dann fällt unser Blick bald auf die Worte „bestimmt“ und „einmal“, die uns zunächst eher nebensächlich vorkommen, die aber auf dem Hintergrund gewisser Entwicklungen und Diskussionen der Gegenwart ihre ganze Brisanz offenbaren.

1) Da ist zunächst die Aussage, es sei uns „bestimmt“, zu sterben. Man fragt sich: Ist der Tod denn wirklich eine unüberwindbare Bestimmung? Oder wird es der rasant fortschreitenden Wissenschaft gelingen, den Menschen in seinem Erbgut derart zu perfektionieren, dass er eines Tages nicht mehr dem Gesetz des Sterben-Müssens unterliegt? Lange schon geistert dieser Traum durch die Geschichte, jetzt aber scheint seine Erfüllung in greifbare Nähe gerückt zu sein.

Hebr 9,27 erstickt solche falschen Hoffnungen im Keim. Die Formulierung „Es ist dem Menschen bestimmt“ verweist eindeutig auf den Herrn und Schöpfer, der als einziger eine solche Bestimmung verfügen kann. Zwar ist der Tod nicht Gottes Werk, sondern das Ergebnis des menschlichen Abfalls von Seinem Willen, der „Sold der Sünde“ (Röm 6,23). Aber seither steht das Gesetz des Todes unverrückbar da, und jeder Versuch, es außer Kraft zu setzen, ist und bleibt nach Aussage der Schrift zum Scheitern verurteilt. Zu unserem eigenen Glück! Denn die Unsterblichkeit der Menschen würde die gefallene Welt zweifelsohne in eine unerträgliche Hölle verwandeln...

2) Die zweite vieldiskutierte Frage wird in Hebr 9,27 mit dem Wort „einmal“ angesprochen. Man darf es nicht verstehen wie in dem Satz: „Ich gehe einmal nach Rom und besichtige den Petersdom“ (was ja nicht ausschließt, dass man Rom auch noch weitere Male besucht). Vielmehr ist „einmal“ hier eindeutig gleichbedeutend mit „ein einziges Mal“. Das ergibt sich ebenso aus der Wortwahl des griechischen Urtextes wie aus dem Zusammenhang, in dem die Aussage steht: „Und gleichwie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen...“

Folglich erteilt das Wörtchen „einmal“ den fernöstlich und esoterisch inspirierten Vorstellungen von Seelenwanderung und Wiederverkörperung (Reinkarnation), die derzeit auch unter Christen grassieren, eine Absage. Ein einziges Mal – und nicht einige Male – stirbt der Mensch, um danach vor das persönliche Gericht Gottes zu treten! Diese Einmaligkeit hat auch Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Tertio Millenio Adveniente vom 10. November 1994 in Erinnerung gerufen: "Die christliche Offenbarung schließt Reinkarnation aus und spricht von einer Vollendung, die im Laufe eines einzigen Erdendaseins zu verwirklichen der Mensch berufen ist." (Nr. 9)

Viele Argumente stehen gegen die Reinkarnation. So könnte man nicht mehr von der Identität und Individualität der menschlichen Person sprechen, wenn sich ein und dieselbe Seele im Laufe der Zeit als Krieger unter Dschingis Khan, als Stoffhändler zur Zeit Alexanders des Großen, als Hofdame Kleopatras, als Sklavin eines Kalifen von Bagdad, als buddhistischer Mönch in Tibet und augenblicklich als Schreiber dieser Zeilen verkörpern würde.

Vor allem aber nimmt die Vorstellung der Reinkarnation der menschlichen Existenz den Ernst sittlicher Verantwortung und Verbindlichkeit. Denn da sich unser Leben in immer neuen Anläufen abspielen würde, entstünde eine Lage, vergleichbar der eines Schülers, der darum weiss, dass er die Schulklasse beliebig oft (und in verschiedener Gestalt) durchlaufen kann, bis er irgendwann einmal das Klassenziel erreicht hat.

Dadurch verlieren die einzelnen Hausaufgaben und Prüfungen ihre Bedeutung. Ebenso hätten menschliche Verfehlungen, ja selbst die schlimmsten Verbrechen angesichts der Wiederverkörperung letztlich kein Gewicht, sondern würden gänzlich relativiert. Was könnte dem gesunden Menschenverstand und der christlichen Sichtweise von unserem Leben radikaler widersprechen? Somit enthält der Vers Hebr 9,27 eine ganze Katechese über die Letzten Dinge: „Es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht.“


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)  

Freitag, 10. August 2012

Neues Blog des "Forums Deutscher Katholiken"

Das Forum Deutscher Katholiken hat zusätzlich zu seiner Website ein Blog eingerichtet:



Herzlich willkommen! 


Zugleich sei auch nochmals auf den Kongress "Freude am Glauben" vom 14.-16. September 2012 in Aschaffenburg hingewiesen:



+   +   +

Freiheit: Ansichtssache

"Wenn wir nächstens wieder in Ihre Nachbarschaft geraten, werde ich erneut an Ihr Gitter kommen und voll Sehnsucht in die Freiheit schauen, die jenseits des Gitters ist."

George Bernard Shaw in einem Brief an Frau Laurentia, Benediktiner-Äbtissin im Kloster Stanbrock


Foto: wikipedia

Donnerstag, 9. August 2012

Gesucht: Fähige Theologieprofessoren

Aus einem "Interview von P. Walthard Zimmer FSSP mit Bischof Wolfgang Haas über die Lage der Kirche" vom  Februar 1995:

P.Z.: Was sollte man nun mit solchen Theologieprofessoren machen, die den Glauben nur verkürzt weitergeben?

Bischof Haas:
Ich sehe nur  zwei Möglichkeiten. Entweder kann man dafür sorgen, daß diese Professoren die Glaubenswahrheiten für sich selbst wieder überdenken, bei sich einen Gesinnungswandel herbeiführen und in der Folge einen Wandel in ihrer Lehre; oder man muss tatsächlich neue Professoren vorbereiten, die den Glauben in seiner Integrität verkünden. Man braucht neue Professoren, die fähig und lehramtstreu den Glauben vermitteln und die innere Logik dieses Glaubens auch zu vermitteln imstande sind.

"Umkehr" Nr.4, Mai 1995

Foto: Erzbischof Haas (Bistum Vaduz, Liechtenstein); privat

"Coetus Internationalis Pro Summorum Pontificum" gegründet

Vor Kurzem haben mehrere traditionsverbundene Laienvereinigungen, welche die überlieferte Liturgie unterstützen, in Rom eine gemeinsame Plattform gegründet: den Coetus Internationalis Pro Summorum Pontificum. Zu den Mitbegründern gehören die Internationale Föderation Una Voce und der italienische Dachverband Summorum Pontificum.

Als erstes gemeinsame Unternehmen wurde eine internationale Wallfahrt nach Rom verkündet, deren Abschlussmesse am 03. November 2012 im Petersdom stattfinden wird.

Weitere Informationen gibt es vorraussichtlich am 10. September 2012.


Quelle: katholisches.info: bitte HIER klicken!

Foto: Rom, Blick über den Tiber auf St. Peter; Lawrence OP

Mittwoch, 8. August 2012

Durch Gewissensbildung zur Gewissensfreiheit

Von Alois Sustar in: Gewissensfreiheit

"... Nur der Mensch, der ein echtes, richtiges, sicheres, mit einem Wort, ein mündiges Gewissen hat, kann die Gewissensfreiheit für sich voll in Anspruch nehmen. Wann ist man so weit? Wer kann von sich behaupten, sein Gewissen sei so entfaltet und gebildet, daß es seine Aufgabe ganz erfüllen kann?

Weder das gewöhnliche Glied der Kirchengemeinschaft noch irgendeiner ihrer Diener! Die Gewissensanlage und das Urgewissen im Sinne der Ausrichtung des Menschen auf das Gute, der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Gut und Bös und des Bewußtseins der Verpflichtung, das Gute zu tun und das Böse zu meiden, sind zwar jedem Menschen mit seiner geistigen Natur mitgegeben. Aber dieses Gewissen muß entfaltet werden. Es muß vom Menschen selber, von anderen und von der Gemeinschaft gebildet werden.

Durch verschiedene Einflüsse kann es auch verbildet werden. Es kann auch unterentwickelt bleiben oder sogar verkümmern bis zur sittlichen Abgestumpftheit und Unempfindlichkeit.

Da wir heute oft einen Zusammenbruch der tragenden sittlichen Umwelt in Familie und Öffentlichkeit erleben und zugleich die Relativierung der sittlichen Werte und Normen, ist das Gewissen besonderen Gefahren ausgesetzt.

Die Demokratisierung der Gesellschaft, die Gleichstellung aller, das Bestreben, nach Mehrheitsbeschlüssen zu entscheiden und die Entscheidung durch Kompromisse zu finden, die Diktatur des Durchschnittes und der Statistiken bedeuten ernste Bedrohungen des Gewissens.

Falschverstandene Toleranz und Neutralität, in der es keine klaren allgemeinverbindlichen Gebote mehr gibt, können das Gewissen und den Menschen bei der Gewissensbildung irreleiten. Dazu kommt noch so manche Unsicherheit auf dem sittlichen Gebiet, das ständige Experimentieren in vielen Bereichen, zahlreiche Änderungen auf allen möglichen Gebieten. 

Andererseits ist das Gewissen viel stärker allen möglichen Einflüssen ausgesetzt als früher. Wenn auch der moralische Druck und der physische Zwang heute seltener geworden sind, kann man kaum behaupten, daß der Mensch in der Welt der Propaganda, der Reklame und der Kommunikationsmittel mehr Raum hat für seine Gewissensentscheidung als in der Vergangenheit.

Der Christ weiß dazu aus dem Glauben wie auch aus der Erfahrung, um die Belastung durch seine Mangelhaftigkeit und Sündhaftigkeit, von denen er sich nie völlig frei machen kann.

Gerade im Gewissen, wo sich die Person am stärksten einsetzt, wo der Mensch als endlicher Geist, der auf das Unendliche hin angelegt ist, letztgültige Entscheidungen treffen kann und soll, von denen sein Heil und sein Unheil abhängen, kommt ihm die Möglichkeit und die Tatsache des Mißbrauches der Freiheit besonders schmerzlich zum Bewußtsein.

Die Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute beklagt den Mißbrauch der Freiheit unter dem Einfluß des Bösen. "Der Mensch erfährt, wenn er auf sein Herz schaut, daß er zum Bösen geneigt ist, verstrickt in vielfältige Übel, die nicht von seinem guten Schöpfer kommen können... Der Mensch ist in sich selber zwiespältig... Er findet sich unfähig, sich von der Macht des Bösen selber zu befreien" (Nr. 13).

Die Gewissensbildung als Weg zur Gewissensfreiheit ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben des einzelnen an sich selber und eine der wichtigsten Hilfen, die man einander zu leisten hat."


aus: Theologische Meditationen; Alois Sustar, Gewissensfreiheit Benziger Verlag, AD 1967

Weiteres zum Thema:
 
(Hervorhebungen durch Fettdruck von Admin)
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