Dienstag, 8. Juli 2014

Herz Jesu und Mariä-Sühnekirche in Wigratzbad wird wiedereröffnet

Fast 17 Monate war die große Wallfahrtskirche der Gebetsstätte Wigratzbad wegen Renovierungs-arbeiten geschlossen. Nun naht die Wiedereröffnung: Am Samstag, den 12. Juli 2014, wird der Augsburger Diözesanbischof Dr. Konrad Zdarsa die Herz Jesu und Mariä-Sühnekirche durch ein feierliches Pontifikalamt um 9:30 Uhr wieder für den Gottesdienst in Gebrauch nehmen.

Im Kirchenraum wurden zahlreiche Veränderungen vorgenommen. Während die äußere Form der "Blech-Zeltkirche" unverändert blieb (es wurden lediglich an den Fenstern Beschattungssysteme angebracht), wurde im Innern beispielsweise der Altarraum neu gestaltet. Dazu wurden Pläne aus den 70er Jahren herangezogen, die damals beim Bau der Kirche aufgrund von Änderungswünschen der beteiligten Personen nicht umgesetzt wurden. So wurde nun der (auch vorher schon freistehende) Zelebrationsaltar weiter vorgezogen, sodass sich dieser nun unmittelbar im Zentrum unter der einzigen höheraufragenden Pyramidenkuppel befindet.

Das Altarbild hinter dem Hochaltar, das den Tabernakel wie eine aufgehende Sonne umstrahlte (ein Hinweis darauf, dass Christus im Tabernakel das wahre Licht ist) und das ein großes Holzkruzifix überragte, wurde als zukünftig unbrauchbar entsorgt. Stattdessen ist die Wand hinter dem Sakramentsaltar nun mit weißen Längsstreifen ausgestattet. Die den Kirchenbänken angepasste bisherige Kommunionbank aus Holz, die im Halbrund den Altarraum begrenzte und durch ihren warmen Farbton der Kirche etwas die Kühle der Blechkonstruktion nahm, wurde durch ein silberfarbenes Metallmodell ersetzt.

Im Unterschied zu untenstehendem (Papp-)Modell werden die Farben des Innenraums (ausgenommen der Altarraum) weiterhin wie bisher eine Kombination aus roten (z. B. Säulen)  und grünen Elementen (Blechwände) sein.

(Modell des neuen Altarraumes)

Sedilien, Ambo und Kerzenhalter (statt Altarkerzen) werden im Boden festverankert und damit unflexibel sein. Ein Wechsel zwischen den manchmal verschiedenen Ansprüchen von Novus ordo und Vetus ordo, der durch die Anwesenheit der Petrusbruderschaft in Wigratzbad seinen festen Platz hatte, wird dadurch erschwert, möglicherweise auch (z. B. für Priesterweihen) unmöglich.

Sämtliche Fensterbilder (Auswahl s. hier und hier), bleiverglaste Darstellungen von beim Kirchenvolk beliebten Heiligen, wurden entfernt, da sie dem neuen (alten) Konzept nicht entsprechen. Durch ihre Art mit vielen runden Elementen und die gefällige figürliche Darstellung der Heiligen, z. B. eines Pfarrer von Ars, des hl. Aloisius, der hl. Margareta Maria Alacoque, wirkte der Kirchenraum belebter und heimeliger, man fühlte sich in Gemeinschaft mit der triumphierenden Kirche und durch die zahlreichen Vorbilder im Glauben immer wieder an den Himmel, unsere eigentliche Heimat, erinnert.

Diese Fenster wurden durch "Rosenfenster" ersetzt, jedes Fenster zeigt eine stilisierte Rose (manchmal in etwas abgeänderter Form, durchwirkt mit wiederum weißen Längsstreifen, die an den Sichtschutz mancher Büroräume erinnern. Die Rosen wiederum sollen (so wird gesagt) ein Hinweis auf den Rosenkranz sein, obwohl bei dieser Deutung weder die Anzahl noch ein sonstiges Detail damit in Verbindung gebracht werden kann.

Der Architekt der rot-grünen Wigratzbader Blechkirche ist derselbe wie der der Kapelle "Madonna in den Trümmern" der zerstörten Kirche St. Kolumba in Köln, die er im Jahr 1947 gestaltete und der Wallfahrtskirche von Neviges, die in den 60er Jahren konzipiert und erbaut wurde: Prof. Gottfried Böhm. Der inzwischen 94-Jährige kann nun endlich sein Konzept der Wigratzbader Wallfahrtskirche verwirklicht sehen. Dementsprechend wirkt die Kirche nun auch wie ein retromodernes Kirchengebäude aus den 70er Jahren...



eigene Bilder: © FW
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...