Freitag, 28. Februar 2014

Vor einem Jahr wurde der Stuhl Petri vakant

Um 20 Uhr heute Abend jährt sich der Augenblick, indem ein noch lebender Papst den Stuhl Petri für seinen Nachfolger im Petrusamt frei machte. Erzbischof  Georg Gänswein schildert die Umstände und Beweggründe des Rücktritts von Papst Benedikt XVI.: Focus 28.02.2014 (nach einem Interview im „SZ Magazin)

Demnach hatte sich Benedikt XVI. sich bereits im August 2012 zum Amtsverzicht entschlossen, nachdem sein Leibarzt ihm nach einer anstrengenden Reise, die ihn vom 23.-29. März 2012 nach Mexiko und in die Republik Kuba geführt hatte, mitteilte, dass er einen weiteren Flug über den Atlantik nicht überstehen werde. Da wenige Monate später, im Juli 2013, der Weltjugendtag im brasilianischen Rio de Janeiro stattfinden sollte, wollte Papst Benedikt mit Rücksicht auf seinen Nachfolger bereits im Dezember 2012 seinen Amtverzicht bekanntgeben.

Erste Reaktion seines Sekretärs und Vertrauten Georg Gänswein auf die Absichtserklärung sei der Ausruf  "Nein, Heiliger Vater, das dürfen Sie nicht!" gewesen. Doch habe der Entschluss bereits festgestanden: "Er teilt nicht etwas mit, um eine Entscheidung zu finden, sondern er teilt eine getroffene Entscheidung mit", so Gänswein im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Am 11. Februar 2013 dann erklärte Papst Benedikt XVI. während einer Kardinalsversammlung auch öffentlich seinen Amtsvericht, den er offiziell auf den Abend des 28. Februars datierte.


Die letzten Augenblicke und ein letzter Segen Benedikt XVI. als amtierender Papst:






Seine letzte Botschaft als amtierender Pontifex:

Danke!

Danke euch allen!

Liebe Freunde, ich freue mich, bei euch zu sein: umgeben von der Schönheit der Natur und von eurer Sympathie. Beides tut mir sehr gut. Danke für eure Freundschaft, für eure Zuneigung. Ihr wißt, daß dieser Tag sich für mich von den vorherigen unterscheidet. Ich bin nämlich nicht mehr oberster Hirte der katholischen Kirche, das heißt bis heute abend um 8 Uhr werde ich es noch sein, dann nicht mehr. Ich bin einfach ein Pilger, der nun die letzte Etappe seines Weges auf dieser Erde antritt.
Aber ich möchte weiterhin, mit meinem Herzen, mit meiner Liebe, mit meinem Gebet, mit meinem Denken, mit allen meinen geistigen Kräften für das allgemeine Wohl, für das Wohl der Kirche und der Menschheit weiterarbeiten. Und ich weiß mich von eurer Sympathie getragen. Gehen wir miteinander weiter mit dem Herrn zum Wohl der Kirche und der Welt. Danke. Ich erteile euch jetzt von ganzem Herzen meinen Segen: Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Danke und gute Nacht! Danke euch allen!
 
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Geschichten in der Geschichte - Beobachtungen von Armin Schwibach:
28. Februar 2013 – 28. August 2013 – 28. Februar 2014


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Kommentare:

  1. Es stellt sich immer mehr heraus, dass Papst Benedikt nie richtig in seinem Amt angekommen ist. Ich denke, an die Jesus-Bücher, die er geschrieben hat. Er ist bewusst und gewollt auf die Professoren-Ebene gegangen und das als Papst.
    Als Gelehrter wollte er über andere Gelehrte Recht behalten, als Professor wollte er nachweisen, das der kirchliche Glaube in Bezug auf Jesus Christus wahr ist.
    Mit anderen Worten: Hätte der zuweilen amtsmüde gewordene Präfekt der Glaubenskongregation abgelehnt, Papst zu werden, um sein Werk als Gelehrter in Ruhe abzuschließen, wäre gegen seine Bücher nichts einzuwenden.
    Doch er war Papst. Die Irrtümer, die er als Professor zurückweist, betreffen die Gottheit Jesu Christi, den zentralen Glauben an den Gottmenschen Jesus Christus. Seine Aufgabe als Papst, wenn er sich schon mit Exegeten abgibt, die diesen Glauben mit der historisch-kritischen Exegese unterminieren, wäre die LEHRAMTLICHE VERURTEILUNG gewesen. Davon hat er ausdrücklich abgesehen, er verstand seine Bücher als „Diskussionsbeitrag.“
    Er ist Professor geblieben. Ein Professor bringt seine Kollegen nicht zum Schweigen. Als Papst hat er die Irrtümer, die den Glauben an die Gottheit Jesu Christi leugnen, zu bekämpfen.
    Das hat er nicht getan. Er hat mal Urlaub vom Papstamt genommen, hat Professor gespielt.
    Wir sind inzwischen schon so schwach im Glauben, so auf Personen angewiesen, dass wir die Ungeheuerlichkeit dieses Vorgangs nicht mehr wahrnehmen.
    Das weiße Gewand, der „Kommissar Rex“ als biederbürgerliche Abendunterhaltung, was solls’s.

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    1. Ja, auch Päpste sind nur Menschen und haben Stärken und Schwächen.
      Papst Benedikt XVI. hatte zweifellos eine wunderbare Gottesgabe, wissenschaftlich Theologie zu betreiben und dabei auf dem Fundament des Glaubens die Glaubenswahrheiten zu entfalten und verständlich in seinen vielen Predigten, Ansprachen und Veröffentlichungen mitzuteilen.

      Neben dieser Gabe, diesem wunderbaren Talent, hat Gott ihn auch zu seinem Stellvertreter auf Erden berufen, der seine Kirche leiten und heiligen solle. Er hat dies nach bestem Wissen und Gewissen und mit bewunderungswürdiger Hingabe getan. Er hat sein Adsum gesprochen und hat der Kirche treu gedient. Es mag Schwächen in der Zurückweisung von Irrtümern oder ein Gewährenlassen derselben gegeben haben, aber soweit ich weiß, hat Gott sich in mehr als 2000 Jahren Kirchen- und Heilsgeschichte noch keinen absolut vollkommen fehler- und sündelosen Stellvertreter erwählt. Weil es einen solchen Menschen schlechterdings nicht gibt (werfen Sie mal einen Blick in die Geschichte der Päpste). Wir können uns glücklich schätzen, dass wir einen so großartigen tief vom Glauben durchdrungenen Theologen-Papst erleben durften, dessen Werke - und darunter sicher auch seine Jesus-Bücher noch Generationen in ihrem Glauben tragen und bestärken werden. DEO GRATIAS für diesen Pontifex maximus!

      Ihre Bemerkung im letzten Satz Ihres Kommentars finde ich geschmack- und respektlos.

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