Freitag, 14. Februar 2014

Ganz ehrlich: Wo katholisch draufsteht muss auch katholisch drin sein

In einem kath.net-Beitrag hat Michael Gurtner die Situation der katholischen Kirche in der Schweiz analysiert. Sein Fazit zu den von dortigen Kirchengegnern erhobenen Vorwürfen gegen den glaubenstreuen Bischof von Chur, Vitus Huonder: Es geht nur vordergründig um die Person des Churer Bischofs, vielmehr aber geht es um die Ablehnung der katholischen Lehre in breiten Teilen des Kichenvolkes, das längst ein eher protestantisches, denn katholisches Kirchenbild vertritt und keinen sensus Ecclesiae mehr aufbringen kann. Diese (leider großen?) Teile des Kirchenvolks haben die Einheit im Glauben mit der Kirche Jesu Christi aufgegeben:
"Als abschließende Zusammenfassung müssen wir nach einer Zusammenschau der Vorwürfe und Wünsche der gegen Exzellenz Huonder protestierenden Gruppen leider feststellen, daß hinter diesen Protesten im letzten ein aggressives Ablehnen der katholischen Lehre steht. Diese Ablehnung hat nur äußerlich mit dem regierenden Bischof zu Chur zu tun, doch im letzten geht es nicht um ihn, sondern um den katholischen Glauben selbst. Man gibt vor, den Bischof abzulehnen, weil man nicht offen sagt, daß man die katholische Kirche und deren Glaubenslehre ablehnt. Deshalb muß eine Person herhalten, wo eigentlich das große Gesamt der katholischen Lehre gemeint ist.

Der brennende Zorn entlädt sich in einer aggressiven, feindseligen und vollkommen unfairen Art und Weise deshalb am Bischof, weil er genau jenen Glauben der Kirche vertritt, den die protestierenden Gruppen ablehnen. Sie teilen in weiten und wesentlichen Teilen nicht mehr den katholischen Glauben, und so müssen sie sich im Grunde die ehrliche Frage stellen, ob sie selbst, ganz persönlich, wirklich noch katholisch sind. Viele von ihnen sind es vermutlich leider nicht mehr! Denn zum Katholischsein gehört auch der katholische Glaube wie ihn die Kirche immer lehrte, und ist nicht auf einen Verwaltungsakt, den Eintrag in einer Liste oder die Entrichtung der geforderten Kirchensteuer reduzierbar."
Michael Gurtner in seinem kath.net-Beitrag: Man sagt 'Bischof Huonder' und meint 'katholische Kirche' (14.02.2014)

Aber seien wir ehrlich: Auch in Deutschland ist die Situation nicht viel anders - nur, dass es hierzulande nicht einen Bischof zu geben scheint, der die Standfestigkeit und den Mut eines Bischof Huonder aufbringt und der sich (in aller Liebe und mit aller Geduld wie dieser) den glaubenszerstörenden Machenschaften der Vertreter einer "neuen Kirche" entgegenstellt und in aller Treue zu Jesus Christus und der römisch-katholischen Kirche sein Hirtenamt ausübt.

Jeder Bischof hat das Recht und die Pflicht den unverkürzten und authentischen von der Kirche überlieferten Glauben zu verkünden und zu verteidigen. Das Bischofsamt berechtigt nicht dazu, die Lehre der Kirche in Frage zu stellen oder zu relativieren (wie dies z. B. der Münchener Kardinal Marx, der Freiburger Erzbischof em. Zollitsch oder vor wenigen Tagen erst wieder der Trierer Bischof Ackermann - u.a. - taten). Der Inhaber des Bischofsamtes ist an Christi Wort und Weisung gebunden.

Was für die von der Kirche entsandten Glaubensboten gilt, das gilt auch für die Bischöfe: "Sie sollen nicht ihre eigene Person oder ihre persönlichen Ideen (vgl. 2 Kor 4,5) predigen, sondern ein Evangelium, dessen absoluter Herr und Besitzer weder jene noch sie selbst sind, um darüber nach ihrem eigenen Gutdünken zu verfügen, wohl aber sind sie dessen Diener, um es in vollkommener Treue weiterzugeben." (Evangelium nuntiandi Nr. 15)

Gläubige, die, besiegelt mit der Taufe, den katholischen Glauben angenommen haben, finden diesen Glauben nur in der katholischen Kirche. Dieser authentische Glaube ist dem Gläubigen sozusagen in die Wiege gelegt worden; er war schon da, bevor der einzelne Gläubige ihn als die Verheißung seines Heiles annahm. Weder "reformorientierte" Kirchenmitglieder noch Bischöfe können ihnen diesen Glauben nehmen. Es gibt genügend andere Gemeinschaften oder Vereine, in denen ein anderer Glaube gepredigt wird und wo all das, was diese "reformorientierten" Kirchenmitglieder oder untreuen Bischöfe verkünden, längst schon verwirklicht ist. Mögen sie sich doch diesen anderen Gemeinschaften zuwenden in aller Ehrlichkeit sich selbst, ihrem Gewissen, und allen Gläubigen gegenüber. Den treuen Gläubigen aber mögen sie den katholischen Glauben, wie er durch das Lehramt der Kirche verkündet wird, lassen, denn diese haben keine andere Heimat als die beim Herrn in Seiner heiligen Kirche!


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Kommentare:

  1. Also, dass es bei uns "nicht einen" Bischof gibt, der treu zur Lehre der Kirche steht, finde ich etwas ungerecht. Was ist mit den Exzellenzen Mixa, Tebartz, Meisner, oder auch Voderholzer? Und etliche "Geschöpfe" von Kardinal Meisner (also solche, die seine Weihbischöfe in Köln waren) sitzen heute auf Bischofsstühlen.

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  2. Lieber Ultramontanus,

    also, der Satz heißt: „...dass es hierzulande nicht einen Bischof zu geben scheint (also a: nicht: „gibt“!!!), der die Standfestigkeit und den Mut eines Bischof Huonder (und b: im Vergleich zu...) aufbringt und der sich (...) entgegenstellt und (…) sein Hirtenamt ausübt.

    Ich glaube nicht, dass der Umstand, ein „Geschöpf“ Kardinal Meisners zu sein, schon eine Garantie dafür ist, treu zur Kirche zu stehen... (s. S.E. Kardinal Woelki mit seiner Aussage zu gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften, angesichts der dazu existierenden gegenteiligen Ausführungen des Lehramts).

    Nun gut, zu meinem Satz, so wie er da steht, stehe ich. Aber fragen wir trotzdem, vielleicht habe ich sie ja überhört, die oberhirtlichen Mahnungen und Richtigstellungen, damit die Gläubigen sich nicht weiterhin verwundert die Augen reiben, damit sie nicht Mietlingen (Victoria Felder) folgen sondern in der kirchlichen Lehre bestärkt werden.

    Also sag mir bitte doch, wo sich die von Dir genannten Bischöfe geäußert haben, laut und vernehmlich, als Bischof Ackermann sagte, dass es heute nicht mehr zeitgemäß sei, "eine neue Ehe nach einer Scheidung als dauernde Todsünde anzusehen und Wiederverheirateten keine Möglichkeit zu eröffnen, jemals wieder zu den Sakramenten zugelassen zu werden". Und das kurze Zeit nachdem die Glaubenskongregation die Sache zum wiederholten Male klargestellt hatte. (Der zweite Teil der Kritik Ackermanns ist ja eine unsachliche Unterstellung - oder unzutreffende Übertreibung, also Polemik -, denn jedem, dem es mit der Umkehr ernst ist, hat jederzeit die Möglichkeit, wieder zu den Sakramenten zu gehen, aber das nur nebenbei).

    Wer von ihnen hat in den Gläubigen die Position der Kirche zu Fragen der Familienplanung und Verhütung dargelegt und sie ermuntert, sich an der Position der Kirche zu orientieren, weil diese im Einklang steht mit dem Schöpfungs- und Heilsplan Gottes?

    Wer von ihnen hat den Gläubigen deutlich die Lehre der Kirche zur Homosexualität dargelegt und die Gläubigen vor dem Irrsinn der Gender-Bewegung gewarnt und die Unvereinbarkeit mit kirchlichen Positionen dargelegt?

    Aber weiter: Wann hat einer der von Dir genannten Bischöfe gegen die "Handreichung" des Freiburger Seelsorgeamtes deutlichen Protest erhoben?

    Wann hat einer von ihnen sich deutlich von den entstandenen "Pfarrer-Initiativen" distanziert und gegen sie maßnahmen ergriffen? Der Krebs wuchert weiter, mitunter mit Treffen in kirchlichen Häusern und von kirchlichen Stellen unterstützt...

    Wann hat sich einer von ihnen gegen die Irrlehre von fast 200 Priestern und Diakonen im Bistum Freiburg gewandt und den Gläubigen dort und anderswo die Lehre der Kirche über die Eucharistie bestätigt und nochmals dargelegt, damit sie nicht verwirrt oder verunsichert seien?

    Welcher von den genannten Bischöfen ist gegen den Missbrauch der Eucharistie eingeschritten, den zahllose Priester tagtäglich begehen, indem sie wissentlich und willentlich Gläubigen zur Kommunion zulassen, die offensichtlich in Todsünde leben?

    Usw.usw.... Welcher Bischof?

    Nochmals: Ich behaupte nicht (!), dass es in Deutschland keinen Bischof mehr gibt, der treu zur Lehre der Kirche steht, aber... wo sind sie? Und wo hört man sie? Nur leise und zaghafte Versuche hört man ab und zu, z. B. von Kardinal Meisner, oder von Bischof Zdarsa, oder natürlich vom Familienbischof Tebartz-van Elst, den man aber bereits kaltgestellt hat ...

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  3. Jetzt hast du natürlich gleich den gesamten "Peristasenkatalog" ausgebreitet, was die katholische Kirche hierzulande betrifft. Ich kann dir jetzt auf die Schnelle natürlich keine Belegstellen mit Datum und Fundort nennen, aber zu all den von dir angeschnittenen Themen haben jedenfalls die vier von mir namentlich genannten Bischöfe sich immer wieder über Jahre hinweg sehr klar geäussert. Zusätzlich wäre aus meiner Sicht auch Bischof Hanke zu nennen. V.a. kath.net dokumentiert solche romtreuen bischöflichen Äusserungen dankenswerter Weise regelmässig.
    Und was das "Meisner-Geschöpf" Kardinal Woelki angeht: hat er nicht, nach meiner Erinnerung, "lediglich" gesagt, dass er auch gleichgeschlechtliche Paare kenne, die treu und verlässlich miteinander umgehen und leben, und dass er diese dafür respektiere? Mir hat auch das nicht so sehr gut gefallen, aber ehrlicherweise ist DIES gar nicht im Widerspruch zum Katechismus.

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  4. Hier kannst Du nachhören, was er in Mannheim, wohlsorglich formuliert, gesagt hat:
    http://www.youtube.com/watch?v=tIgj1usv68k
    Eindeutig spricht er von sexuellen Beziehungen und dass homosexuelle Partnerschaften, die dauerhaft bestehen, analog zu solchen heterosexuellen Beziehungen zu sehen sind (also der Ehe gleichstehend). nach kirchlicher Lehre ist aber die gegenseitige sexuelle Hingabe der Ehe (zwischen Mann und Frau) vorbehalten. Außerehelicher Sex ist eine Unordnung, ganz egal ob zwischen Homo- oder Heterosexuellen. Laut Katechismus sind Homosexuelle "zur Keuschheit berufen", wie im Übrigen alle anderen Menschen auch (vgl. KKK 2359) und homosexuelle Akte "sind in keinem Fall zu billigen" (vgl KKK 2357).

    Woelki schreibt einer ausdrücklich sexuellen Partnerschaft zwischen Homosexuellen einen positiven Wert zu, weil sie Verantwortung füreinander übernehmen. Aber hier kann man die Sünde nicht durch die Fürsorge gegeneinander aufwiegen: Minus plus Plus ergibt Minus, mathematisch gesehen (nur des Prinzips wegen...). Sie rechtfertigt dennoch nicht die Unordnung.

    Wer diesen Standpunkt (wie Woelki damals) vertritt, macht es Homosexuellen unmöglich, ein christliches Leben zu führen und sich "durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit" anzunähern (vgl. KKK 2359).

    Also Fazit: Woelkis diesbezüglichen Äußerungen stehen im krassen Widerspruch zum Katechismus.

    In dem "Peristasenkatalog" hatte ich noch Bischof Ackermanns Aussagen zu vorehelichem Sex vergessen, die man seiner Meinung nach in bestimmten Situationen verantwortbar finden könne. Vielleicht fällt Dir dazu eine Äußerung eines Bischofs ein?

    Versteh mich nicht falsch, ich versuche auch das Gute zu sehen, was da ist - und verbreite das auch gerne auf meinem Blog weiter, z. B. hier:
    http://frischer-wind.blogspot.de/2013/10/bamberger-erbischof-ludwig-schick-den.html :-)

    Aber all das reicht eben noch nicht. Gerade nicht, wenn etwas Akutes ansteht, wie jetzt die Aussagen von Bischof Ackermann, vor einigen Monaten die Handreichung aus Freiburg, die Bildung von Pfarrerinitiativen usw. Dann nämlich müssten alle deutschen Bischöfe uno sono dagegen aufstehen und die Lehre der Kirche verkünden, damit die Gläubigen wissen, was sie wissen müssen...

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  5. "Mögen sie sich doch diesen anderen Gemeinschaften zuwenden in aller Ehrlichkeit sich selbst, ihrem Gewissen, und allen Gläubigen gegenüber."

    Volle Zustimmung zu diesem Satz, aber das ist leichter gesagt als getan. Denn wer soviel zu verlieren hat an Macht, Ansehen, Geld wird an seinem Posten kleben. Das Problem ist meiner Meinung nach der Verlust an Glauben, Vertrauen in Gott und die Kirchensteuer und das Vermögen der Kirche. Die Herde der Gläubigen ist klein und die der Mitläufer groß und die Bischöfe haben nichts dazu beigetragen, die kleine Herde zu vergrößern. Und wenn sie sich heute ohne wenn und aber hinter die kleine Herde stellen, werden sie viele Mitläufer verlieren. Aber die Bischöfe denken zu kurz. Sie denken, sie würden ewig leben und könnten den heutigen Zustand festhalten, wenn sie sich an die Welt anpassen. Das hat Benedikt klar durchblickt mit der "Entweltlichung" und mit seinem Rücktritt, der ein großes Zeichen der Glaubens und des Vertrauens in die Vorsehung waren.

    "Mir klingen immer die Worte der Bibel wie der Kirchenväter im Ohr, die die Hirten mit großer Schärfe verurteilen, die wie stumme Hunde sind und, um Konflikte zu vermeiden, das Gift sich ausbreiten lassen. Ruhe ist nicht die erste Bürgerpflicht, und ein Bischof, dem es nur darauf ankäme, keinen Ärger zu haben und möglichst alle Konflikte zu übertünchen, ist für mich eine abschreckende Vision."

    aus: Joseph Kardinal Ratzinger, Salz der Erde, Christentum und katholische Kirche an der Jahrtausendwende; Ein Gespräch mit Peter Seewald, Seite 67<<

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    1. Ja, ich denke auch, dass die Kirche in Deutschland bald nicht mehr die Dimension einer "Volkskirche" haben wird. Die Bekenntniskirche wird kommen, auch wenn jetzt noch viele der Mitläufer (und möglicherweise auch der Bischöfe) die sich zum Glauben Bekennenden u. a. als "Pharisäer", "Krawallkatholiken", "Fundamentalisten" oder "Moralpächter" verachten...

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