Samstag, 1. September 2012

Schämen? Warum denn?

"...hallo, BDKJ, SCHÄMT IHR EUCH EIGENTLICH NIE?" fagt Elsa aus schon lange gegebenem Anlass.

Schämen? Warum denn?

Das ist doch genau das, was Thierse, Lammert, Schavan, Jauch, Richard von Weizsäcker, Z.. usw. jetzt wissen wollen bzw. wir alle doch schon lange wissen: die deutschkatholische Kirche ist schon längst mit der evangelisch- feministisch- ökologisch- befreiungstheologisch- menschlich-allumfassenden (= katholischen) Einheitsbreikirche zusammengewachsen. Endlich Einheit, wie Jesus sich das gewünscht hat (ich überlasse es anderen, zu klären, welcher Jesus das war).

Nein, obengenannte ehrenwerte Genderschaften erfinden ja nichts Neues. Sie stellen nur fest. Und was verbunden ist, soll der Mensch nicht trennen.

Endlich Eins-Sein. So wie es in "normalen" (?) Gemeinden (ev.= kath.) längst üblich ist: gemeinsame "Gottesdienste" (oder vielleicht doch eher sich selbst) feiern; sich gegenseitig zum Mahl Gastfreundschaft gewähren (z.B. Bruchsal)  (dort übrigens auch eine aufschlussreiche Mess-"Katechese" des vom Bistum Freiburg bezahlten und unterstützten ökumenischen Basisseelsorgers Dr. Jörg Sieger, der im Übrigen auch (!) vieles Schöne und Richtige schreibt).

Wenn im Namen der Deutschen Bischofskonferenz solche "Gebete", wie das der evangelischen ("Gott-ist-tot"-) Theologin Dorothee Sölle oder pantheistisch oder sonstwie seltsam unkatholisch-anmutende Initiativen ideell und finanziell gefördert werden, dann ist es wirklich wahr, was uns froh verkündet wird: Das Einheitsreich ist nahe und schon mitten unter uns.

Wie könnten wir diese Falschheit ertragen, dass noch äußerlich und mit manchen Deckmäntelchen die alten verkrusteten Strukturen der hierarchiehörigen fundamentalistisch-gestrigen dogmatischen "Amtskirche" künstlich aufrecht erhalten werden? Was für eine unerträgliche Verlogenheit (s. min 44:00)! Und zwar vor allem in "konservativen Kreisen" der katholischen Kirche und bei anderen Fundamentalisten.

Wo die Lebenswirklichkeit aller Gläubigen und sonstigen Bundesbürger schon längst anders aussieht: Nämlich so, wie Jesus das wollte: durchgegendert, frei von jeglichen natürlichen, göttlichen oder kirchlichen Ge- und Verboten, die irgendwann einmal den Sinn hatten, das Leben der Menschen erträglich zu machen und auf Gott hin auszurichten. Wir stellen (endlich) fest: der Gott der "Amtskirche" wusste doch nicht, was gut für uns ist.

Nur die momentane Verliebtheit untereinander soll das alleinige Kriterium in "Kirche", Gesellschaft und für politisches Handeln sein. Dann wird man endlich auch in der "Kirche" öffentlichen Sündern, die sowieso keine sind, und anderen "Normalos", die am lautesten schreien und allen anderen, die eine andere Meinung als die ihre vertreten, gleich mit der Nazi-Keule (s. min. 19:00) winken, gerecht, weil sie so positive, konservative Werte leben indem sie bewusst weiterhin Gott beleidigen, nur eben mit Gutheißung des deutschen Episkopates. Das ist die Realität. Warum also heucheln, dass es anders wäre? Recht haben Volker Beck, Thierse (ZdK) und Co. (1).

Jetzt sind wir ENDLICH so weit, dass es zuallererst um den Menschen und NUR um den Menschen geht, so wahr es überhaupt einen "Gott" gibt. Andere wissen, dass dieser Gott "nicht weit weg ist" (womit sie durchaus recht haben), sondern dass er/sie überall in der Schöpfung wiederzufinden ist. An einen "schöpfenden" Gott, versteht sich, glauben wir, nicht an einen (er-)schaffenden. Einen, von dem wir es nicht nötig haben, dass er uns und unser Tun, geschweige denn unser Essen segnet. (2)

Wir werden (endlich) in einer Gesellschaft leben, in der Mann mit Mann, Frau mit Frau, jeder Mann mit vielen Frauen oder frau mit vielen Männern, oder durcheinander miteinander in "Ehe" leben können. Auch Mann oder Frau mit kleineren und größeren Kindern (ja, der Staat muss ALLEN gerecht werden, und ja, selbstverständlich nur gewaltfrei und einvernehmlich), mit Pferden oder Pinguinen (s. min 47:00) Hühnern und anderem Getier (dem nach manchem "katholischen" Theologen die gleiche Würde aneignet wie dem Menschen und das ebenso in den Himmel kommt (3)) und was man sich sonst noch (nicht) vorstellen kann.

Vom Sakrament der christlich-katholischen Ehe, das im Bewusstsein, Abbild Christi und seiner Kirche zu sein, gelebt wird (Eph 5,21-33), spricht ohnehin in "engagierten" Kreisen, kaum noch jemand. Wäre auch peinlich in Zeiten, wo die Kirchenspaltung de facto überwunden und die Ehe gelebtermaßen ein weltlich Ding ist.

Und alle werden vom Staat Schutz genießen und gefördert werden vor allem dann, wenn sie auch noch Kinder "aufziehen", selbstverständlich mithilfe von Kita und Ganztagsschule. Dass auch der Inzest-Paragraph abgeschafft werden sollte, wie Volker Beck in einer Talk-Show vorschlägt (s. h 1:00), um auch Lebensgemeinschaften von Eltern-/Kind-Verhältnissen staatlich fördern zu können, ist dabei eher nebensächlich aber konsequent. Paradiesische Zustände! Auch für Kinder?

Das wird einige Arbeitsplätze schaffen, denn der Staat wird einiges mehr an Personal aufwenden müssen, um die ganzen vielseitigen und vernetzten "Familien"-Bande seiner Bürger zu verwalten. Wer das zahlen wird? Das dürfte noch eines der geringeren Problemchen sein...

Große Errungenschaften, Fortschritt der Menschheit, das ist es, was wir alle wollen! Also dann: Ökumene jetzt!



(1) Und ja, man kann Gott tatsächlich beleidigen, denn jede Sünde ist eine Beleidigung Gottes, nur dass der dann nicht schmollt, sondern: gerecht wird er sein...

Initiative "Restlos leben", empfohlen über das Portal Internet-Seelsorge.de der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) der Diözese Freiburg
 
 (3)  Nach Anpassung des Grundgesetzes in diesem Sinne könnte man ein Wahlrecht für Tiere diskutieren...



    Heiliger Erzengel Michael, streite für uns!

    Kommentare:

    1. Gabs da einen Tropfen, der ein Faß zum Überlaufen brachte ...?

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      1. Nö.
        Ich hab' nur schon 'mal vorsichtshalber was abgeschöpft.
        Trotzdem danke für Dein Mitgefühl. ;-)

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    2. Danke für den Hinweis auf Müller. Besonders bemerkenswert der Passus:

      Was uns als Katholiken mit gläubigen und praktizierenden evangelischen Christen verbindet ist nicht die Säkularisierung dogmatischer und moralischer Wahrheiten, sondern der Auftrag, dem Menschen von heute die Wahrheit und Liebe des drei-einigen Gottes zu schenken, sie nicht um Christus, Gottes- und Mariens Sohn, zu betrügen und das hohe Geheimnis der Kirche als Gemeinschaft der Heiligen auf eine Wohlfahrts- und Wohlfühlorganisation herunterzubrechen. Die Katholiken sind zutiefst verbunden „zuerst mit den Christen, die Jesus Christus als Gott und Herrn und einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen offen bekennen zur Ehre des ei-nen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ (Unitatis redintegratio 20).

      Da kann ich nur fröhlich "Amen" sagen!

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      1. Ja, Amen!

        Schön, dass Du Dich hier meldest!
        Wollte Dir schon lange mal schreiben wegen Deinem hervorragenden Beitrag zur Teilnahme am Abendmahl: "Abendmahl oder: Jeder esse, was er kann".
        http://i-am-just-wondering.blogspot.de/2012/08/abendmahl-oder-jeder-esse-was-er-kann.html

        Er macht vieles deutlich, was bei uns leider viele nicht mehr hören wollen, dass es bei der Hl. Messe nämlich um mehr geht, als um ein gemeinsames Mahl und dass der Empfangende sich unter bestimmten Umständen selbst von dieser Teilhabe ausschließt.
        Jedenfalls an dieser Stelle schon mal vielen Dank! Werde bestimmt noch mal darauf zurückkommen...

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    3. Trachback:
      Frischer Wind fönt ungeduldigen Ökumenismus

      http://epistulaetiberii.blogspot.de/2012/09/frischer-wind-font-ungeduldigen.html

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