Freitag, 7. September 2012

Ökumene und der Antichrist

In dem Beitrag „Zur Lage der Ökumene“, in „Perspectives actuelles sur l'oecuménisme“ (Louvain), zitiert bei kath.net, schrieb Joseph Ratzinger 1995:

„Beim Nachdenken über die Lage der Ökumene und die Lage der Christenheit überhaupt kommt mir in letzter Zeit immer häufiger Solowjews Geschichte vom Antichrist in den Sinn. 

Im Augenblick der letzten Entscheidung zeigt es sich dort, dass in allen drei Gemeinschaften, bei Petrus, Paulus wie bei Johannes Parteigänger des Antichrist leben, die ihm in die Hände spielen und sich ihm unterwerfen, aber ebenso zeigt es sich, dass es bei allen dreien wahre Christen gibt, die dem Herrn die Treue halten bis in die Stunde seines Kommens hinein.

Im Angesicht Christi erkennen sich die Getrennten um Petrus, Paulus, Johannes als Brüder; es erkennen sich die getrennten wahren Christen als immer schon einig, wie umgekehrt die Schar des Antichrist ihrer Lüge überführt wird. Im Licht des Erlösers zeigt sich, wer die einen wie die anderen waren und sind.

Es muss uns schon jetzt und immer auch die Sorge umtreiben, dass wir nicht mit großen christlichen Worten und Drapierungen zu Dienern des Antichrist werden, der sein Reich in dieser Welt einrichten und das künftige Reich Christi überflüssig machen will."


Michael vom Omniblog hat sich lobenswerterweise die Mühe gemacht, die "Kurze Erzählung vom Antichrist" in mehreren Fortsetzungen auf sein Blog zu stellen. HIER der Link zum "Antichrist" - mit herzlichem Dank an Michael!

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