Mittwoch, 19. Oktober 2011

Hl. Evangelist Lukas, bitte für uns!

Nachlese

18. Oktober: Festtag des hl. Evangelisten Lukas

Zurück von einem hochinteressanten Bibel-Abend über den hl. Lukas und seinen Evangelienbericht, hier ein paar Einzelheiten die mir aus der ganzen Fülle an wunderbaren Zusammenhängen noch im Kopf geblieben sind:


Wer war der hl. Lukas?

Lukas war Arzt, schrieb das Evangelium in gutem, stilvollen Griechisch (in erster Linie) für die Heiden (Hellenen, Nicht-Juden). Als Begleiter des hl.Paulus schrieb er wohl vor allem das, was Paulus predigte. Er war wohl unverheiratet geblieben und starb in Bithynien den Martyrertod:

Im Römischen Martyrologium heißt es:
"In Bithynien der Heimgang des heiligen Evangelisten Lukas. Nachdem er für den Namen Christi viel erduldet hatte, starb er, voll des Heiligen Geistes. Seine Gebeine wurden später nach Konstantinopel überführt und von da nach Padua gebracht."

Der Priester erzählte uns, dass er auf einer Wallfahrt nach Padua, nachdem er in der Basilika des hl. Antonius gewesen war und dort auch die Hl. Messe zelebriert hatte, bei der weiteren Erkundung der Stadt auch in eine größere Kirche kam, die einen eher vernachlässigten und vereinsamten Eindruck machte. Auf einem Sarkophag las er (mehr oder weniger zufällig) die Inschrift, dass dort die sterblichen Überreste des hl. Evangelisten Lukas ruhten. Er hielt das zunächst für eine fromme Legende und erkundigte sich, erstaunt über diesen Fund, bei jemandem, den er bei der Kirche traf. Dieser bestätigte ihm, dass es sich tatsächlich um das Grabmal des hl. Lukas handelte, dass dort, in dieser unbeachteten Kirche, tatsächlich einer der vier Evangelisten seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.

Er empfahl uns also, sollten wir einmal nach Padua fahren, unbedingt auch den hl. Lukas zu besuchen, der doch einer der ursprünglichsten Zeugen des Evangeliums war. 


Besonderheiten im Vergleich zu den drei anderen Evangelien:

-  die Kindheitsgeschichte Jesu Christi

-  er berichtet (im Vergleich zu den anderen) viel von Frauen

-  sah das alles mit seinem "ärztlichen Blick" (Wunder-Heilungen, Blutschweiß, Christus als Arzt der sündigen und leidenden Menschheit)

-  setzt starken Akzent darauf, dass Jesus oft gebetet hat (vor der Taufe im Jordan, vor Berufung der Jünger, vor der Brotvermehrung); Jesus betet, da er auch ganz Mensch ist, er betet im Namen der Menschheit

-  sein Symbol ist der Stier, das Opfertier, weil er besonders das Leiden Jesu, sein Lebens-Opfer für das Heil der Menschen betont; Lukas macht deutlich, dass Jesus Christus von Anfang an den "Weg nach Jerusalem", dorthin, wo das Opfer dargebracht wurde, bewusst und freiwillig gegangen ist: sein Leiden und Tod waren kein Zufall, keine (unbeabsichtigte) Tragik, sondern der Tod am Kreuz, das Erlösungsopfer, war das Ziel des Willens Jesu Christi


Woher wusste der hl. Lukas all die Ereignisse und Tatsachen aus seinen Berichten?

Darüber gibt der Anfang des Evangeliums Auskunft:

"Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest." (Luk 1,1-4)

Diese Einleitung von Lukas lässt es nicht zu, die darauf folgenden Ergebnisse seiner Nachforschungen als Erfindungen oder nette Geschichten abzutun. Stattdessen dürfen wir sicher sein, dass das, was der Evangelist an Theophilus - und damit auch an uns - überliefert, den Tasachen entspricht. man darf auch annehmen, dass er von Maria, der Gottemutter selbst all das erfahren hat, was er über die Verkündigungsszene und die Kindheitserlebnisse Jesu geschrieben hat.
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