Freitag, 9. Januar 2015

Wohl dem, der nicht im Kreis der Spötter sitzt

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.
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Ihr aber, liebe Brüder, denkt an die Worte, die von den Aposteln Jesu Christi, unseres Herrn, im Voraus verkündet worden sind, als sie euch sagten: Am Ende der Zeit wird es Spötter geben, die sich von ihren gottlosen Begierden leiten lassen. Sie werden die Einheit zerstören, denn es sind irdisch gesinnte Menschen, die den Geist nicht besitzen.

Ihr aber, liebe Brüder, gründet euch auf euren hochheiligen Glauben, und baut darauf weiter, betet in der Kraft des Heiligen Geistes, haltet fest an der Liebe Gottes und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, der euch das ewige Leben schenkt.

Erbarmt euch derer, die zweifeln; rettet sie, entreißt sie dem Feuer! Der anderen aber erbarmt euch voll Furcht; verabscheut sogar das Gewand eines Menschen, der der Sünde verfallen ist.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Freundliches Dankesnicken

Ein kleiner bescheidener Beitrag zur löblichen Bildausstellung von Spendensammel-Nickfiguren von "Sursum corda" auf "Deo et Patria" (hier):

Gefunden und zu sehen an der Krippe in der Herz-Jesu-und-Mariae-Sühnekirche zu Wigratzbad im Westallgäu. Es handelt sich hierbei offensichtlich nicht um ein älteres Exemplar, jedenfalls ist es z. B. hier zu erstehen.

(eigenes Foto)

Dienstag, 6. Januar 2015

Seht, der Gebieter, der Allherrscher ist da!

Als Jesus in den Tagen des Königs Herodes zu Betlehem geboren war, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und fragten: "Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen und sind gekommen Ihn anzubeten." (...)

Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, zog vor ihnen her, bis er über dem Orte stehen blieb, wo das Kind war. Da sie den Stern sahen, hatten sie eine überaus große Freude. Und sie traten in das Haus, fanden das Kind mit Maria, seiner Mutter, fielen nieder und beteten es an.

(aus dem Evangelium am Fest der Erscheinung des Herrn, Mt 2,1-12)




Lesung am Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie):

Auf, werde licht, Jerusalem! Denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Blick auf und schau umher: Sie alle versammeln sich und kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter trägt man auf den Armen herbei.

Du wirst es sehen und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit. Denn der Reichtum des Meeres strömt dir zu, die Schätze der Völker kommen zu dir. Zahllose Kamele bedecken dein Land, Dromedare aus Midian und Efa. Alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn! 
Isaias 60,1-6

(nach dem Volksmessbuch von 1962)



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Montag, 5. Januar 2015

Wie Jesus zu seinem Namen kam

 

Jesus (Josua, Jeshua, Jehoschua) bedeutet „Gott ist Hilfe, Heil, Großmut, Rettung“. Der Name des Kindes wurde sowohl der Jungfrau Maria als auch dem heiligen Joseph, dem Ehemann Mariens, durch einen Boten Gottes vekündet. "[...E)s ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen." (Apg 4,12)

Der heilige Lukas berichtet in seinem Evangelium von der Verkündigung der Menschwerdung Gottes (1,26-33):
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir." Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben."

Der Evangelist Matthäus schildert, wie Gott durch seinen Engel in einem Traumgesicht zu Josef spricht  (1,18-25):
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

Der oben abgebildete Wandbehang stellt im Zentrum den frühchristlichen griechischen Schriftzug ΙΧΘΥΣ dar, dessen Bedeutung "Fisch" ist und dessen Lettern die Anfangsbuchstaben des urchristlichen Glaubensbekenntnisses bilden, das Jesus Christus als Retter und Erlöser bezeugt: 

  • ἸΗΣΟ˜ΥΣ — Iēsoũs (neugr. Ιησούς Iisoús) Jesus
  • ΧΡΙΣΤῸΣ — Christòs „Christus“ (der Gesalbte)
  • ΘΕΟ˜Υ — Theoũ (neugr. Θεού theoú) Gottes
  • ΥἹῸΣ — Hyiòs (neugr. Υιός Iós) Sohn
  • ΣΩΤΉΡ — Sōtér (neugr. Σωτήρας Sotíras) Erlöser
 (Quelle: wikipedia "Fisch")


Auch interessant:


Sonntag, 4. Januar 2015

JESUS

Er (Jesus) ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen. (Apg 4,11-12)


Samstag, 3. Januar 2015

Wem der Stern aufgeht...


Wir wissen es nicht so genau - waren es Könige, Magier oder Sterndeuter, die in Betlehem erschienen. Eines nur wissen wir: Suchende Menschen entdeckten in der Finsternis ein Licht und sie folgten diesem Zeichen, bis sie zur Quelle des Lichtes kamen, zum menschgewordenen Gott. 

"Als sie den Stern sahen, erfüllte sie eine ganz große Freude", heißt es bei Matthäus. Bisher hatten dumpfe Ängste und bange Erwartungen die Menschheit daniedergehalten, jetzt aber bricht die Wirklichkeit Gottes durch, die Prophezeiung Jesajas geht in Erfüllung: "Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker; über dir aber geht leuchtend der Herr auf... Du wirst es sehen und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit!"

Diese himmlische Freude aber, die da zum ersten Mal Menschen entflammt, Menschenherzen erfüllt, von den einfachen Hirten bis zu den Weisen des Morgenlandes - diese Freude, die in der Weihnachtsnacht allen Menschen guten Willens verheißen wird -, sie hat ja doch seit dieser Nacht kein Ende mehr genommen auf Erden. Millionen von Menschen hat sie beflügelt, Menschen, die bereit waren, ihrem Stern zu folgen - bis auf die heutige Zeit. Und nun feiern wir die "Erscheinung des Herrn"... 1988 ( Anm.: heuer: 2014) Jahre nach seiner Geburt soll uns die große Freude zuteil werden.

In den Texten und Gesängen unserer Mess- und Gebetbücher steht der Jubel dieser Tage wie eh und je. Erfüllt er auch unsere Herzen? Erfüllt er auch unsere Kirche? Oder ist da statt des lauten Jubels nicht öfter ein halblautes Murren zu hören? Was nutzt der Jubel im Gesangbuch, oder das Alleluja von der Kassette, wenn es nicht auch aus meinem Herzen erklingt?

Habe ich die große Freuede vielleicht verloren, weil ich in meiner Religion nicht mehr das Abenteuer der Begegnung mit dem lebendigen Gott sehe, sondern nur noch eine Sammlung von Geboten und Verboten? Vielleicht haben wir die Fülle der Freude verloren, weil wir nicht mehr seinem Stern folgen, sondern allen möglichen Irrlichtern in unserer an künstlichen Sternen so reichen Welt.

Oder liegt es an der Entfernung - sind wir von der Erscheinung des Herrn, vom Einbruch der Freude in diese Welt eben doch schon 2000 Jahre entfernt? Nein, nicht 2000 Jahre! Nur wenige Sekunden! Nur die wenigen Augenblicke, die es braucht, um einmal ganz still zu werden, das Herz aufzutun und zu begreifen, dass Gott heute mich sucht, dass er heute mir erscheinen will, um mein Herz zu erfüllen mit dem Staunen und der Freude, die nur seine Nähe dem Menschen schenken kann. Dass keiner von uns diese Chance verpasse, dass wir alle unserem Stern folgen, um in die große Freude zu gelangen, ist mein herzlicher Wunsch für das neue Jahr.  

Ihr Bischof 
+ Johannes (Dyba)


In Erinnerung an den Fuldaer Oberhirten Erzbischof Johannes Dyba (1983-2000) "Das Wort des Bischofs" in der Bistumszeitung "Bonifatiusbote" 104. Jg., Nr. 1 vom 03.01.1988.






Vortrag (ca. 1 Stunde) von Michael Hesemann auf domradio (bitte klicken):



Donnerstag, 1. Januar 2015

Maria, Königin des Friedens, bitte für uns!


Maria hilf der Christenheit,
zeig deine Hilf uns allezeit!
Mit deiner Gnade bei uns bleib,
bewahre uns an Seel' und Leib!
Patronin voller Güte
uns allezeit behüte!


Blicke du, o Königin des Friedens, voll Zärtlichkeit auf alle deine Kinder, die von Gewalt, Krieg und Verfolgungen niedergedrückt werden und auf der Suche nach einer brüderlicheren Welt sind! Sei unser Leitstern auf den Wegen der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens! Mit meinem Apostolischen Segen! 

Papst Benedikt XVI. nach dem Angelus-Gebet am 01. Januar 2012 in frz.Sprache



Maria, Königin des Friedens, bitte für uns!



Gnade und Frieden im Jahre des Herrn 2015!

Die Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2015

Nicht mehr Knechte, sondern Brüder

Papst Franziskus weist in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2015 hin auf den Heilsplan Gottes, der alle Menschen durch die Bekehrung zu Christus in ein neues Leben beruft. Das Leben der Jüngerschaft in Christus ist die Überwindung der durch die Sünde gestörten Beziehung der Menschen untereinander; die natürliche Verwandtschaft durch gemeinsame Abstammung der als Ebenbild Gottes Geschaffenen wird auf die übernatürliche Ebene einer Gemeinschaft von Geschwistern erhoben, zu der in Liebe miteinander lebenden Gemeinschaft der Kinder Gottes.

So beginnt der Heilige Vater seine Botschaft mit der Verkündigung der übernatürlichen Liebesgemeinschaft in Christo mit der Forderung des Hinhörens auf den Plan Gottes:
So stellt die Bekehrung zu Christus, der Beginn eines Lebens der Jüngerschaft in Christus, eine neue Geburt dar (vgl. 2 Kor 5,17; 1 Petr 1,3), welche die Brüderlichkeit als grundlegende Bindung des Familienlebens und als Basis des gesellschaftlichen Lebens zu neuem Leben erweckt.

Daran anschließend erklärt Franziskus die natürliche Verwandtschaft aller Menschen untereinander und deren In-Unordnung-Sein durch die "negative Wirklichkeit" der Sünde. Die natürliche Bruderschaft ist begründet in dem gemeinsamen Ursprung aus demselben Schoß der Mutter alles Lebendigen, der Eva, und desselben irdischen Vaters, des Adam. Alle Menschen sind in Bezug auf Ursprung, Natur und Würde gleich. Die vielen Menschen sind mitunter sehr verschieden, aber sie bilden zusammen die eine Menschheitsfamilie. Das Bewusstseins des brüderlichen Zusammenlebens aber ist zerstört durch die Sünde, das heißt durch die Abwendung von Gott und seinen Geboten:
Leider steht zwischen der ersten Schöpfung, die im Buch Genesis erzählt wird, und der neuen Geburt in Christus, welche die Gläubigen zu Brüdern und Schwestern des »Erstgeborenen von vielen Brüdern« (Röm 8,29) macht, die negative Wirklichkeit der Sünde, die immer wieder die kreatürliche Brüderlichkeit unterbricht und ständig die Schönheit und den Adel, Brüder und Schwestern der einen Menschheitsfamilie zu sein, entstellt.

Die Abwendung von Gott, die Sünde, ist Ursache einer "Kultur der Verknechtung", die sich äußert in "Ablehnung des anderen, Misshandlung von Menschen, Verletzung der Würde und der Grundrechte, Institutionalisierung der Ungleichheiten" und die Verweigerung der Gemeinschaft. Es ergebe sich, so Papst Franziskus die
Notwendigkeit einer ständigen Umkehr zum Bund, der durch das Kreuzesopfer Christi erfüllt wurde. Dabei haben wir die Zuversicht, dass »wo … die Sünde mächtig wurde, … die Gnade übergroß geworden [ist] … durch Jesus Christus« (Röm 5,20.21). Er, der »geliebte Sohn« (vgl. Mt 3,17), ist gekommen, um die Liebe des Vaters zur Menschheit zu offenbaren. Jeder, der das Evangelium hört und dem Aufruf zur Umkehr Folge leistet, wird für Jesus »Bruder und Schwester und Mutter« (Mt 12,50) und daher Adoptivsohn bzw. -tochter seines Vaters (vgl. Eph 1,5).

Die Botschaft Christi macht alles neu
Die freiwillige Entscheidung zu Umkehr und Taufe sind Voraussetzungen dafür, Kind Gottes bzw. Bruder oder Schwester Jesu Christi zu werden. Gott schenkt den Glauben nicht bedingungslos, sondern fordert die freiwillige Zustimmung des Menschen:
Man wird jedoch nicht Christ, Sohn oder Tochter des Vaters und Bruder bzw. Schwester Christi durch eine autoritäre göttliche Anordnung, ohne den Gebrauch der persönlichen Freiheit, das heißt ohne sich freiwillig zu Christus zu bekehren. Kind Gottes wird, wer der Aufforderung zur Umkehr Folge leistet: » Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen « (Apg 2,38). Alle, die auf diese Predigt von Petrus mit dem Glauben und mit ihrem Leben geantwortet haben, sind in die Brüderlichkeit der ersten christlichen Gemeinschaft eingetreten (vgl. 1 Petr 2,17; Apg 1,15.16; 6,3; 15,23): Juden und Griechen, Sklaven und Freie (vgl.1 Kor 12,13; Gal 3,28), deren Verschiedenheit in Bezug auf ihre Herkunft und ihren gesellschaftlichen Stand nicht die Würde jedes Einzelnen schmälert, noch irgendjemanden aus der Zugehörigkeit zum Volk Gottes ausschließt. Die christliche Gemeinde ist also der Ort der in der Liebe gelebten Gemeinschaft unter Geschwistern (vgl. Röm 12,10; 1 Thess 4,9; Hebr 13,1; 1 Petr 1,22; 2 Petr 1,7).

Nachdem der Heilige Vater diese grundsätzliche Wirklichkeit, das Angebot Gottes bzw. die Aufforderung Jesu Christi, sich dem Reich Gottes als Bruder bzw. Schwester anzuschließen, verkündet hat, richtet er sein Augenmerk auf die modernen Formen der Sklaverei und deren Ursachen. Sie sind die unheilvollen Folgen der Sünde, des sich Trennens von Gott, wie der Papst feststellt.

Papst Franziskus erinnert an den Beitrag der Kirche durch - zumeist weibliche - Ordensgemeinschaften, die sich dem Elend der modernen Sklaverei widmen und versuchen "die unsichtbaren Ketten zu sprengen, mit denen die Opfer an ihre Händler und Ausbeuter gefesselt sind" und den entwürdigten Menschen wieder Hoffnung zu geben.

Aber der Einsatz der kirchlichen Institutionen sei nicht ausreichend um dieses Phänomen wirksam zu bekämpfen, so der Papst, und er ruft alle säkularen Institutionen dazu auf, sich ebenfalls und mit allen möglichen Mitteln dem Kampf um die Zerstörung versklavender Strukturen und Netzwerke anzuschließen. Der Papst erinnert an die Initiativen der Kirche und Zusammenarbeit mit "verschiedenen Akteuren" und an das beispielhafte Zeugnis der heiligen Giuseppina Bakhita, die selbst Opfer von Sklavenhändlern und grausamer Sklavenhalter geworden war und durch den katholischen Glauben eine "freie Tochter Gottes" wurde:
In den letzten Jahren hat der Heilige Stuhl den schmerzvollen Aufschrei der Opfer des Menschenhandels und die Stimme der Ordenskongregationen, die sie in die Freiheit begleiten, aufgegriffen und seine Appelle an die internationale Gemeinschaft vervielfacht, damit die verschiedenen Akteure ihre Bemühungen miteinander verknüpfen und zusammenarbeiten, um diesem Übel ein Ende zu setzen.[8] Außerdem wurden einige Treffen organisiert mit dem Ziel, das Phänomen des Menschenhandels ins Rampenlicht zu rücken und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure – unter anderem Sachverständige aus dem Bereich der Wissenschaft und der internationalen Organisationen, Ordnungskräfte verschiedener Herkunfts-, Durchgangs- und Zielländer der Migranten und Vertreter der kirchlichen Gruppen, die sich für die Opfer einsetzen – zu erleichtern. Ich hoffe, dass dieser Einsatz in den kommenden Jahren fortgesetzt und verstärkt wird.

In ihrem Werk der » Verkündigung der Wahrheit der Liebe Christi in der Gesellschaft«[9] engagiert sich die Kirche ständig in den Tätigkeiten karitativer Art auf der Basis der Wahrheit über den Menschen. Sie hat die Aufgabe, allen den Weg zur Umkehr zu zeigen, die dazu anregt, den Nächsten mit anderen Augen zu sehen, im anderen, wer immer er sei, einen Bruder und eine Schwester im Menschsein zu erkennen und ihm seine innere Würde in der Wahrheit und in der Freiheit zuzugestehen. Das zeigt uns die Geschichte der Giuseppina Bakhita, der Heiligen aus der Region Darfur im Sudan. Sie wurde von Sklavenhändlern entführt und im Alter von neun Jahren an grausame Herren verkauft. Auf dem Weg über schmerzliche Erfahrungen wurde sie dann durch den Glauben, den sie als Ordensfrau und im Dienst an den anderen – besonders den Geringen und Schwachen – lebte, eine „freie Tochter Gottes“. Diese Heilige, die an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert lebte, ist auch heute eine beispielhafte Zeugin der Hoffnung[10] für die zahlreichen Opfer der Sklaverei und kann die Bemühungen all derer unterstützen, die sich dem Kampf gegen diese » Wunde im Leib der heutigen Menschheit « widmen, » eine Wunde im Fleisch Christi «.[11]

Die ganze Botschaft des Heiligen Vaters zum Welfriedenstag 2015: 


  In diesem Sinne Ihnen/ Euch allen
ein friedvolles und gesegnetes Jahr des Herrn 2015!



Und auch:

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