Montag, 4. Februar 2013

Du sollst manchmal doch töten - ein Tabubruch?

Wir wählen das Leben.

Kinder sind ein Geschenk Gottes. Das gilt für ALLE Kinder, auch für die, die durch eine Vergewaltigung gezeugt wurden. Es ist geradezu erschreckend, wenn man sieht, in welchem Maße diesen Kindern in unserer Gesellschaft das Recht auf Leben abgesprochen wird. Selbst katholische Priester, Theologen oder Caritasverbandsdirektoren akzeptieren (wohlgemerkt gegen die Lehre der Kirche) die Tötung eines Kindes und halten es für richtig, der in Not geratenen Frau Beihilfe zur Tötung zu leisten, indem man ihr die Beschaffung eines frühabtreibenden Mittels durch ärztliches Rezept ermöglicht.

"Die Lehre, dass man nicht töten darf, gilt immer", stellte Martin Lohmann in der ARD-Talkshow bei Günther Jauch am 03.02.2013 fest (ca. bei min 19). Und auch wenn aus dem Publikum einzelne Protestbekundungen dazu zu hören waren - der Schutz des Lebens ist und bleibt ein großes Anliegen der Kirche:
"Die Kirche ist fest überzeugt, daß das menschliche Leben, auch das schwache und leidende, immer ein herrliches Geschenk der göttlichen Güte ist. Gegen Pessimismus und Egoismus, die die Welt verdunkeln, steht die Kirche auf der Seite des Lebens; in jedem menschlichen Leben weiß sie den Glanz jenes ,Ja‘, jenes ,Amen‘ zu entdecken, das Christus selbst ist (vgl. 2 Kor 1,19; Offb 3,14).

Dem ,Nein‘, das in die Welt einbricht und einwirkt, setzt sie dieses lebendige ,Ja‘ entgegen und verteidigt so den Menschen und die Welt vor denen, die das Leben bekämpfen und ersticken. Die Kirche ist berufen, aufs neue und mit klarerer und festerer Überzeugung allen ihre Entschlossenheit zu zeigen, das menschliche Leben, ganz gleich, in welcher Lage und in welchem Stadium der Entwicklung es sich befindet, mit allen Mitteln zu fördern und gegen alle Angriffe zu verteidigen."


Martin Lohmann verteidigt das Leben der ungeborenen Kinder: Talkshow bei Günther Jauch im ARD am 03.02.2013


Weiteres zum Thema:
clamormeus: Vom Pillendrehen und anderen Quacksalbereien (23.02.2013)

Sonntag, 3. Februar 2013

Prälat Dr. Peter Neher verkehrt die Stellungnahme von Kardinal Meisner zur "Pille danach" ins Gegenteil

In der ARD-Talkshow mit Günther Jauch (03.02.2013, 21.45 Uhr) meint Caritasverbandspräsident Prälat Peter Neher die Erklärung des Kölner Kardinals dahingehend auslegen zu können, dass in katholischen Einrichtungen Ärzte die  frühabtreibende "Pille danach" verschreiben sollen und müssen, wenn sich die vergewaltigte Frau für die Einnahme des Medikamentes entscheidet. Neher befürwortet dieses Vorgehen.

Dies wäre das genaue Gegenteil von dem, was Erzbischof Meisner in seiner Erklärung vom 31.01.2013 zum Ausdruck bringt. Bleibt zu hoffen, dass der Kardinal nochmals klarstellt, was er mit seiner Erklärung gesagt oder auch nicht gesagt hat.

Moderator Günther Jauch bedauerte nach eigenem Bekunden sehr, dass sich auf Anfrage keiner der deutschen Bischöfe bereitgefunden habe, an der Diskussionsrunde in der ARD teilzunehmen. Die Bischöfe hätten darauf verwiesen, dass Prälat Neher als offizieller Vertreter der kirchlichen Caritas die Kirche vertreten werde.

Weiteres zu Prälat Peter Neher:

Künstlich erzeugte Wut gegen Christen

"Gezielte Diskreditierungskampagnen gegen die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa haben erreicht, dass Geistliche in manchen Bereichen schon jetzt ganz öffentlich angepöbelt werden. Die daraus entstandene Stimmung sieht man in vielen Blogs.

Auch im Fernsehen werden Attacken gegen die katholische Kirche geritten, deren Rüstzeug zurückgeht auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum. Hier wächst eine künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert."


Erzbischof Gerhard Ludwig Müller im Interview mit der "WELT" am 01.02.2013

Wie Recht er damit hatte, beweisen die unangemessenen Reaktionen von Grünen-Politikerinnen und Atheisten: nachzulesen.z.B. hier


Weiteres zum Thema:


Foto: Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller; Presse.Nordelbien; wikipedia

Martin Lohmann zu Gast bei Günther Jauch - Bitte um Gebet


Am Sonntagabend 3. Februar 2013 um 21:45 Uhr ist Martin Lohmann zu Gast in der Talkshow bei Günther Jauch.


Weitere Gäste der Sendung sind:
  • NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens
  • Caritasverbandspräsident Peter Neher
  • Journalistin Eva Müller
  • der Facharzt Bernhard von Tongelen
  • sowie die Ärztin der Notfallklinik in Köln Irmgard Maiworm
Weitere Informationen bei k-tv
Info zur Sendung im ARD

Update nach der Sendung:

Mit der Bitte um Gebet für Martin Lohmann und die anderen Diskussionsteilnehmer: 

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein:
die deine Macht erschaffen hat,
erfülle nun mit deiner Gnad.

Der du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
du Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut,
der Seele Salbung, höchstes Gut.

O Schatz, der siebenfältig ziert,
O Finger Gottes, der uns führt,
Geschenk, vom Vater zugesagt,
du, der die Zungen reden macht.

Zünd an in uns des Lichtes Schein,
gieß Liebe in die Herzen ein,
stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit
mit deiner Kraft zu jeder Zeit.

Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in deinem Frieden uns erhalt,
daß wir, geführt von deinem Licht,
in Sünd und Elend fallen nicht.

Den Vater auf dem ew'gen Thron
lehr uns erkennen und den Sohn;
dich, beider Geist, sei'n wir bereit
zu preisen gläubig alle Zeit.
Amen.


Foto: Martin Lohmann auf dem Peterdplatz in Rom; Ktvler01, Wikipedia

Kyrie eleison - Herr erbarme Dich unser



Lass mich in Treue Deine Wege wandeln,
damit mein Fuß nicht wanke.
O neig Dein Ohr, erhöre meine Bitte.
Lass Dein Erbarmen Wunder wirken,
denn Du errettest, Herr, die auf Dich hoffen.

(Psalm 16,5ff,  Offertorium zum Sonntag Sexagesima)


Evangelium zum Sonntag Sexagesima:
Das Gleichnis vom Sämann
 
 

Samstag, 2. Februar 2013

Mariä Lichtmess - Jesus, das Licht der Welt


Simeon nahm das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: 
"Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel."
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte,
die über Jesus gesagt wurden.
(Luk 2,22-33)



Klerikale Kleidung

P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

„Der Priester muss vor allem durch sein Verhalten erkennbar sein, aber auch durch seine Bekleidung, so dass jedem Gläubigen und überhaupt jedem Menschen seine Identität und seine Zugehörigkeit zu Gott und zur Kirche unmittelbar erkenntlich ist.“

Eine reichlich unrealistische Forderung! Aber so steht es geschrieben, und zwar im „Direktorium über Dienst und Leben der Priester Dives Ecclesia“, von der Kleruskongregation mit Autorisierung Papst Johannes Pauls II. veröffentlicht am 31. Januar 1994 (Nr.66). Das Dokument kann sich auf das Kirchenrecht stützen, das in can. 284 vorschreibt: „Die Kleriker haben gemäß den von der Bischofskonferenz erlassenen Normen und den rechtmäßigen örtlichen Gewohnheiten eine geziemende kirchliche Kleidung zu tragen.“

Nun könnte man natürlich einwenden, die Bischofskonferenzen im deutschsprachigen Raum – und nicht nur in diesem – hätten nun einmal offensichtlich keine besonderen Normen erlassen (was übrigens gar nicht stimmt!), und die „örtliche Gewohnheit“ sei doch heute im Welt- wie im Ordensklerus gerade die, keine spezifisch geistliche Kleidung zu tragen.

Aber auch dazu weiß das Direktorium etwas zu sagen: „Das bedeutet, dass diese Bekleidung, falls sie nicht die Soutane (Anm.: Talar, Habit) ist, verschieden von der Art der Kleidung der Laien zu sein hat und konform der Würde und Sakralität des Amtes. Schnitt und Farbe müssen von der Bischofskonferenz festgelegt werden, immer in Übereinstimmung mit den Vorlagen des allgemeinen Rechts. Wegen ihrer Inkohärenz mit dem Geist solcher Disziplin, können entgegengesetzte Praktiken nicht als rechtmäßige Gewohnheiten angesehen werden und müssen daher von den zuständigen Autoritäten abgeschafft werden.“

Man lese und staune: Die Formulierung „Falls sie nicht die Soutane ist“ legt nahe, dass das schwarze Gewand, dieses klassische „Outfit“ des römischen Priesters, noch immer als Normalfall zu betrachten ist. Und sollte es nicht die Soutane sein, dann muss sich die klerikale Kleidung dennoch eindeutig von derjenigen der Laien unterscheiden. Der sog. Clergyman (schwarzer Priesteranzug mit weißem Kragen) erfüllt diese Forderung eindeutig. Aber gilt das wohl auch von einem Ansteckkreuz am Revers eines hellblauen oder beige-grün gestreiften Sakkos? Man darf daran zweifeln.

Die Kleruskongregation ruft in dem zitierten Abschnitt auch die Pflicht der zuständigen Autoritäten, also der Bischöfe, in Erinnerung, eine Praxis abzuschaffen, die den genannten Normen widerspricht. Dem hat die z.B. die Deutsche Bischofskonferenz im September 1995 mit Ausführungsbestimmungen zu dem zitierten can. 284 des Kirchenrechtes zu entsprechen versucht, die das Tragen des Oratorianerkragens, des römischen Kollars oder – „in begründeten Ausnahmefällen“ – eines dunklen Anzugs mit Kreuz einfordern. Aber sind diese Normen denn auch mit der Kraft des Leitungsamtes durchgesetzt worden? Ja, wie lange bereits wäre das fällig gewesen... Wer darüber nachdenkt, kann sich die Tatsache nicht verhehlen, dass es in der Kirche nicht nur ein Gehorsamsproblem in den „unteren Rängen“, sondern auch eine Autoritäts- und Führungskrise bis weit nach „oben“ gibt...

Doch nun genug damit. Diese Ausführungen riechen ohnehin schon zu sehr nach selbstgerechter Schelte von Mitbrüdern. Genau das wollen sie aber gar nicht sein. Sie möchten nur auf einen bedauerlichen Widerspruch zwischen Gesetz und Vorschrift hinweisen, dessen Hintergrund eine Art Sinnverlust bildet: Viele haben den Sinn für die Bedeutung der Kleidung im allgemeinen (in der Bibel ein Thema vom Paradies bis zum Himmlischen Jerusalem!) und für das geistliche Gewand im besonderen verloren. Sie bedenken nicht mehr den Zusammenhang zwischen dem Anziehen des kirchlichen Kleides und dem Anziehen des neuen Menschen, nämlich Jesu Christi selbst (vgl. Gal 3,27; Eph 4,24; Kol 3,10), durch, mit und in dem doch der Priester seinen heiligen Dienst vollzieht.

Hinter diesem Sinnverlust freilich liegt oft noch ein anderer. Das Dokument der Kleruskongregation formuliert vorsichtig: „Abgesehen von ganz außergewöhnlichen Situationen, kann der Nichtgebrauch der kirchlichen Kleidung seitens des Klerikers einen schwachen Sinn für die eigene Identität als ganz dem Dienst der Kirche ergebener Hirte manifestieren.“

Es geht also um eine Identitätskrise. Deren Ursache liegt im Verlust der übernatürlichen Dimension des Priestertums. Namhaften Theologen ist es über Jahrzehnte hin gelungen, durch geschickte „Neuinterpretation“ die katholische Glaubenswahrheit vom unauslöschlichen Prägemal der Weihe auszuhöhlen. Wen wundert es, wenn Männer, die nicht mehr darum wissen, dass ihr Priestersein zwar in der Welt, aber nicht von der Welt ist, sich dann auch nicht mehr von der Welt unterscheiden wollen? So schwindet das frohe Bewusstsein, als Zeuge des Herrn und Seines Reiches zu den Menschen gesandt zu sein, und man vergisst, für wie viele der Anblick eines Geistlichen, der als solcher erkennbar ist, eine Einladung, eine Stärkung, einen Halt und Trost, gegebenenfalls auch eine Mahnung bedeuten kann.

Um abzuschließen: Wir suchen in vielen Verlautbarungen vergebens nach einer klaren und kraftvollen Theologie des Priestertums, und wir vermissen weithin die warmen und werbenden Worte, mit denen die Oberhirten ihren Priestern den Sinn des geistlichen Kleides erschließen und sie zum Tragen ermuntern. Zugleich aber freuen wir uns, dass dennoch immer mehr – insbesondere junge – Geistliche in priesterlicher Kleidung zu sehen sind! 


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS) 
 
- Foto: Pentauro


Weiteres zum Thema: 


Der französische Priester Michel-Marie Zanotti-Sorkine über das Tragen der Soutane:



Freitag, 1. Februar 2013

Kardinal Meisner: Keine Änderung der kirchlichen Lehre

Zur Erklärung des Erzbischofs von Köln, Joachim Kardinal Meisner, über die ethische Vertretbarkeit einer "Notfallverhütung" für Frauen nach einer Vergewaltigung:
"Die Erklärung des Kölner Erzbischofs hat in keiner Weise die kirchliche Lehre verändert, sie hat aber einen wichtigen Beitrag zur eigenen Berufung von theologischen Laien mit medizinischer oder pharmazeutischer Kompetenz geleistet. Dies ist zum Wohle von Frauen, die Opfer eines besonders widerlichen Verbrechens geworden sind. Es gibt allen Grund, hierfür dankbar zu sein."
 Andreas Reimann, Apotheker und Betriebswirt, "Die Tagespost", 01.02.2013 

Der ganze lesenswerte und informative Artikel: hier


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