"Wie man feststellen kann, ist die Kenntnis der Glaubensinhalte wesentlich, um die eigene Zustimmung zu geben, das heißt um sich dem, was von der Kirche vorgelegt wird, mit Verstand und Willen völlig anzuschließen. Die Kenntnis des Glaubens führt in das Ganze des von Gott geoffenbarten Heilsgeheimnisses ein. Die gegebene Zustimmung schließt also ein, daß man, wenn man glaubt, freiwillig das gesamte Glaubensgeheimnis annimmt, denn der Bürge für seine Wahrheit ist Gott selbst, der sich offenbart und es ermöglicht, sein Geheimnis der Liebe zu erkennen."
Liebe Ameleo,
zu Deinen Bedenken zum Gebrauch des Katechismus (
I.,
II.,
III.) hier nun meine Bemerkungen Teil 2:
Natürlich
kann ein Katechismus keine theologische Bibliothek sein (Dein
Kritikpunkt der angeblich fehlenden ursprünglichen Quellen). Die Hl.
Schrift und die Kirchenväter, Theologen des Mittelalters,
Heiligenbiographien etc. würden den Rahmen sprengen. Diese muss man sich
gesondert zu Gemüte führen - wenn das Interesse dafür besteht.
(Allerdings gibt es sowohl im KKK als auch im Youcat zahlreiche Hinweise
auf entsprechende Quellen).
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Zu Deinem "Hauptproblem", dass nämlich KKK und Youcat sich nicht auf
wirkliche Anliegen, Lebens- und Glaubensfragen beziehen und keinen Bezug
zur Situation des Lesenden nehmen: Das ist nun wieder nicht das
Anliegen eines Katechismus, der ja nur den objektiven Sachverhalt
mitteilen will.
Willst Du ein Buch, dass auf die jeweilige Situation des
Lesers eingeht, so käme möglicherweise eher das kirchliche Gesetzbuch,
der Codex Iuris Canonici (CIC) infrage. Hier wird besonders die (vor allem problematische)
Situation des Einzelnen angesprochen. Allerdings zweifle ich daran, dass es überhaupt ein Buch gibt, das jeder einzelnen Situation gerecht werden würde...
Auch zum "in
Beziehungtreten zum dreieinen Gott", das Du anstatt "Fakten" über Ihn
lieber im Katechismus finden würdest: Wiewohl auch der Katechismus im
Gebet studiert werden kann, so ist er doch kein spirituelles Hand- oder
Gebetbuch. Allerdings findest Du im KKK ein großes Kapitel über das Gebet des Herrn, über das es sich durchaus lohnt Betrachtungen anzustellen. Im Anhang stehen die
wesentlichen Gebete, die einem Katholiken dabei helfen können, mit eben
diesem dreieinen Gott in Verbindung zu treten.
Das
Wissen um die Glaubenswahrheiten und Zusammenhänge derselben führt -
entgegen Deiner Befürchtung - nicht zu Rechthaberei, wenn man sich den
Inhalt des Buches zu Herzen nimmt, dafür aber zu einem Standpunkt, der den Leser in die Lage versetzt, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen und in Dialog mit
Andersgläubigen zu treten. Einen eigenen Standpunkt zu vertreten ist keine Rechthaberei, das sei hier noch angemerkt (außer wenn man sie wörtlich nehmen würde).
Auch theologische
Spekulationen oder Theorien aller Art sowie theologische
Diskussionen sind in einem Katechismus fehl am Platz. Ein Katechismus ist kein Modekatalog für gerade aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sondern die Zusammenschau der vom Lehramt vorgelegten Lehre der katholischen Kirche. Er stellt die ganze katholische Glaubens- und Sittenlehre, freilich kurzgefasst und knapp, sozusagen
"PUR" vor.
Glauben, lieben und vertrauen...
Als Alternative zum Katechismuswissen lehren und rezipieren schlägst Du vor:
"Wichtig finde ich weiterhin zu lernen, die Tiefendimensionen von Bildern und Erzähltem hinter der Oberfläche zu erahnen und zu verstehen, (biblische) Geschichten und bildhafte Vergleiche so zu sehen und zu lesen, wie eine Ikone, bei der das Motiv auf der Oberfläche auf den nicht darstellbaren zu Verehrenden dahinter verweist."
Ich würde mir wünschen, dass Du lernst, auch im Dir oberflächlich erscheinenden Katechismus diese "Tiefendimension zu erahnen und zu verstehen", ihn so "zu sehen und zu lesen, wie eine Ikone, bei der das Motiv auf der Oberfläche auf den nicht darstellbaren zu Verehrenden dahinter
verweist": nämlich auf Jesus Christus!
Liebe Ameleo, vielleicht stellst Du einfach falsche Ansprüche an einen Katechismus und erwartest Dinge, die er garnicht leisten will und auch nicht leisten kann. Mein Rat: Vielleicht versuchst Du ihn einfach so zu nehmen wie er ist, zunächst einmal für Dich selbst, um zu erfahren, was überhaupt alles zu unserem Glauben gehört, ganz unabhängig von irgendwelchen subjektiven Erfahrungen.
Nochmals zusammengefasst:
Ein Katechismus ist
- kein Religionsbuch
- keine theologische Bibliothek
- kein Buch über Fallstudien
- kein CIC
- keine Hl. Schrift mit biblischen Geschichten
- kein spirituelles Hand- oder Gebetbuch und
- kein Ort für theologische Diskussionen und subjektive Befindlichkeiten
All das findet man anderswo. Im Katechismus aber findet man Christus in seiner Lehre, das lebendige Wort Gottes. Er ist der eigentliche Lehrer, der uns den Glauben lehren will. Ist Er nicht wert, geliebt zu werden?
Das
soll für's erste als meine Antwort auf Deine Kritik an KKK und Youcat
reichen. Empfehlen würde ich Dir sehr gerne die
Video-Impulse von Michael Papenkord. Vielleicht kannst Du seine Einstellung zum KKK, die er zum
Ausdruck bringt, sogar teilen. Es würde mich freuen.
Liebe Grüße!
Frischer Wind