Mittwoch, 8. August 2012

Der Caritas-Verband und sein Profil

Professor Lothar Roos, Sozialethiker und Mitglied des Forums Deutscher Katholiken, hat sich mit dem Profil der kirchlichen Caritas befasst. "Caritas" wird im September auch das Motto der nächsten Runde im "Dialogprozess" sein, die in Hannover stattfinden wird.

Prof. Roos plädiert für ein Profil gemäß der Psychologie des „signifikant Anderen“ und eine Pastoral des „wir aber", also für einen Caritas-Verband mit deutlich christlicher, katholischer Ausrichtung:

"Der Caritasverband „muss die Frage nach seinem Profil stellen“. Das beinhalte sowohl die „Frage nach der christlichen Lebensweise seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ wie die nach der „inneren Achse unseres Caritasverbandes, seiner Einrichtungen und Projekte, seiner Ordnungen, seines Engagements, seiner Schulungsarbeit und seiner politischen Ausrichtung“.

Weiter fragt der Bischof ( Anm.: Weihbischof Dr. Heiner Koch, Köln): „Ist der caritative Dienst damit nicht gerade heute der missionarische Dienst, der viele Menschen in unserer Gesellschaft überhaupt noch erreicht, anrührt, in Frage stellt, nachdenklich stimmt und vielleicht zum Glauben bewegt?“ Eben damit sei „unmittelbar die Frage nach der Zahl und der Qualität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestellt.“

In einer „veränderten gesellschaftlichen Situation“, die „nicht mehr die Situation vergangener Jahrzehnte ist“, sei entscheidend, „dass Gott in unsere Zeit mit uns und unserem Caritasverband mitgeht und in seiner Mitte ist“. Das ist mit der „inneren Achse“ gemeint. Man könnte daraus die Maxime ableiten: Je Gott-loser eine Gesellschaft wird, desto Gott-verbundener muss der sozialcaritative Einsatz der Kirche sein. „Es sind genau die Gegenwinde, die ein Schiff in den Hafen führen“, so zitiert Bischof Koch Charles de Foucault." weiter


Weiteres zum Thema:



Bild: Wien, Schatzkammer des Deutschen Ordens. Gemälde ( ca. 1500 ) mit Darstellung der heiligen Elisabeth von Thüringen bei der Krankenpflege, aus der Steiermark; Wolfgang Sauber

Dienstag, 7. August 2012

Liberalismus und freier Wille

"Die Ursünde des Liberalismus ist - so paradox es klingen mag - die Diskreditierung des Menschen als geistige Person. Man wollte zwar den Menschen auf ein besonderes Piedestal stellen und zum Mittelpunkt des Kosmos machen. Man wollte ihn aus einer dienenden Stellung Gott gegenüber befreien.

Es genügte einem nicht mehr, mit dem Psalmisten zu sagen: "Nur um Weniges unter die  Engel hast Du ihn gestellt", man wollte ihn zum letzten Beziehungspunkt der ganzen Schöpfung machen. Man ersetzte das "theozentrische" Weltbild des Mittelalters durch ein anthropozentrisches. (...)

Und so musste man, nachdem man das Tiefste und Eigentlichste des Menschen, seine Zuordnung auf Gott, zu leugnen versuchte, Schritt für Schritt alles verkennen, was in Wahrheit Adel und Würde des Menschen ausmacht. (...)

Man leugnete die Freiheit des Willens und machte damit aus dem Menschen ein bloßes Stück der äußeren Natur. Man verkannte seine einzigartige Stellung im Kosmos, das, was ihn von aller bloßen Materie und den bloßen Lebewesen zutiefst unterscheidet, seine Fähigkeit, sich frei entscheiden zu können und nicht völlig einem blinden Kausalrythmus ausgeliefert zu sein.

Damit fiel die Grundlage aller Verantwortung. Das Leben wurde spielerisch, alles feierlichen Ernstes beraubt, den allein die verantwortungsvolle freie Entscheidung ins Leben bringt."


Dietrich von Hildebrand: Memoiren und Aufsätze gegen den Nationalsozialismus 1933-1938, S. 334f (s. Quellen)

Gottes Wort



Ein Wort hat der ewige Vater gesprochen,
und dieses Wort war sein Sohn,
und er spricht zu uns dasselbe in ewigem Schweigen.

Und im Schweigen
soll die Seele dieses Wort vernehmen.


Hl. Johannes vom Kreuz



Montag, 6. August 2012

Gott will dich...


Gott will dich,
und er kennt dich,
dass er dir, wenn du zu ihm aufblickst, eilends hilft.
Berührst du aber die Eitelkeit der Welt,
so eilt er umsonst zu dir.
Wähle also zwischen beidem.

Der Mensch existiert gleichsam an einer Wegkreuzung.
Sucht er im Licht Gottes Heil, so empfängt er dies auch.
Wählt er aber das Böse, so findet er das Strafgericht.

Gott Vater hatte in sich selbst ein solches Entzücken,
dass er die ganze Schöpfung durch sein Wort hervorrief.
Daher gefiel ihm auch seine Schöpfung,
und jedes Geschöpf, das ihn liebend berührt,
nimmt er in seine Arme.




Verklärung des Herrn - "Auf ihn sollt ihr hören!"

Zum Fest der Verklärung Christi ein kleiner Auszug aus dem 1. Band des Buches "Jesus von Nazareth" von  Joseph Ratzinger, Benedikt XVI., S.363/364 (s. Quellen):

"Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören" (MK 9,7).

Die heilige Wolke, die Schechina, ist das Zeichen der Gegnwart Gottes selbst. Die Wolke über dem Offenbarungszelt zeigte Gottes Gegenwart an. Jesus ist das heilige Zelt, über dem die Wolke der Gegenwart Gottes steht und von dem aus sie nun  auch die anderen "überschattet".

Die Szene der Taufe Jesu wiederholt sich, in der der Vater selbst Jesus aus der Wolke heraus als Sohn proklamiert hatte: "Du bist mein Sohn, der Geliebte. An dir habe ich Wohlgefallen" (Mk 1,11).

Zu dieser feierlichen Proklamation der Sohnschaft tritt nun aber der Imperativ hinzu: " Auf ihn sollt ihr hören." Hier wird der Zusammenhang mit dem Aufstieg des Mose auf den Sinai wieder sichtbar, den wir als Hintergrund der Verklärungsgeschichte am Beginn gesehen hatten.

Mose hatte auf dem Berg die Tora, Gottes weisendes Wort empfangen. Nun wird uns über Jesus gesagt: "Auf ihn sollt ihr hören." Gese (1)  hat diese Szene treffend so kommentiert: "Jesus ist zum göttlichen Offenbarungswort selbst geworden. Deutlicher, gewaltiger können es die Evangelien nicht darstellen: Jesus ist die Tora selbst" (a.a.O. S.81).

Die Erscheinung ist damit beendet, ihr tiefster Sinn zusammengefasst in diesem einen Wort. Die Jünger müssen mit Jesus wieder absteigen und immer neu lernen: "Auf ihn sollt ihr hören."
(1) Hartmut Gese, Zur biblischen Theologie, Alttestamentliche Vorträge; Chr. Kaiser, München 1977.
Hervorhebungen durch Fettdruck von Admin

Sonntag, 5. August 2012

Abstimmung für die Sr.Robusta-Awards hat begonnen

Es darf abgestimmt werden! Und zwar HIER!

Der Herr Alipius ("Klosterneuburger Marginalien") hat die Abstimmungs-Polls inzwischen vorbereitet und ALLE sind eingeladen, ihre Stimmen abzugeben: in jeder der 14 Kategorien jeweils eine Stimme pro IP-Adresse.

Gevotet werden kann bis zum Abend des 17. August 2012.

"Frischer Wind" ist für die vier Kategorien Qualität, Spiritualität, Papsttreue und Frische nominiert. Natürlich freue ich mich über jede Stimme, aber allein, überhaupt nominiert worden zu sein, obwohl gerade erst ein Jahr am Start, ist für mich schon eine große Ehre. Also allen, die mich vorgeschlagen haben, die bereits für den "Frischen Wind" gevotet haben oder dies noch tun: Herzlichen Dank!
An Alipius ein Dankeschön für die sicher zeitaufwändige Organisation!

Und allen Teilnehmern viel Erfolg!!!

Widmung des hl. Alfons M. von Liguori



In der Generalaudienz des Papstes in Castel Gandolfo am 1. August 2012 bezog sich der Hl.Vater auf eine Schrift des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Alfons von Liguori, nämlich auf sein Werk "Das große Gnadenmittel des Gebetes" (auch erschienen mit dem Titel: "Die Macht des Gebetes").




Diesem Werk stellte der hl. Alfons folgende Widmung voran:


Dem Worte,
das für uns Mensch geworden ist,
Jesus, Christus,
Dem Geliebten des Ewigen Vaters,
Dem Gebenedeiten des Herrn, dem Urheber des Lebens,
Dem König der Glorie,
Dem Heiland der Welt,
Der Erwartung der Völker,
Dem Verlangen der ewigen Hügel,
Dem Himmelsbrote,
Dem Richter der Lebendigen und der Toten,
Dem Mittler zwischen Gott und den Menschen,
Dem Lehrmeister aller Tugenden,
Dem unbefleckten Lamme,
Dem Manne der Schmerzen,
Dem ewigen Priester und dem Schlachtopfer der Liebe,
Der Hoffnung der Sünder,
Der Gnadenbrücke,
Dem guten Hirten,
Dem Liebhaber der Seelen,

weiht dieses Werk
der Sünder Alphonsus



Der Mensch braucht eine Beziehung

Der Mensch braucht eine Beziehung - zu Gott




Aus der Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 1. August 2012 über den heiligen Alfons Maria von Liguori und das Gebet:

"Er (der hl. Alfons Maria von Liguori) beschreibt das Beten als „notwendiges und sicheres Mittel, um das Heil zu erlangen sowie alle Gnaden, derer wir bedürfen, um es zu erreichen“ (Einführung). In diesem Satz ist Alfons’ Weise, das Beten zu verstehen, zusammengefasst.

Indem er es als ein Mittel bezeichnet, erinnert er uns zunächst an das zu erreichende Ziel: Gott hat aus Liebe geschaffen, um uns das Leben in Fülle schenken zu können; doch dieses Ziel, dieses Leben in Fülle, ist aufgrund der Sünde sozusagen in die Ferne gerückt – wir alle wissen das –, und nur die Gnade Gottes kann es erreichbar machen.

Um diese grundlegende Wahrheit zu erklären und unmittelbar verständlich zu machen, wie real die Gefahr für den Menschen ist, sich zu „verlaufen“, hat der heilige Alfons einen berühmten, ganz elementaren Leitsatz geprägt, der lautet: „Wer betet, wird gerettet, wer nicht betet, geht verloren!“

Zur Erklärung dieses kurzen und bündigen Satzes fügte er hinzu: „Ohne zu beten ist es äußerst schwer, ja unmöglich, gerettet zu werden ... doch durch das Beten ist es sicher und ganz einfach“ (II, Schluss). Und weiter sagt er: „Wenn wir nicht beten, gibt es keine Entschuldigung für uns, denn die Gnade des Gebets ist jedem gegeben ... wenn wir nicht gerettet werden, ist das allein unsere Schuld, weil wir nicht gebetet haben“ (ebd.). (...)

Liebe Freunde,
der heilige Alfons ruft uns in Erinnerung, dass die Beziehung zu Gott wesentlich in unserem Leben ist. Ohne die Beziehung zu Gott fehlt die fundamentale Beziehung, und die Beziehung zu Gott verwirklicht sich im Sprechen mit Gott, im täglichen persönlichen Gebet und durch die Teilnahme an den Sakramenten, und so kann diese Beziehung in uns wachsen, kann in uns die göttliche Gegenwart wachsen, die unserem Weg eine Richtung gibt, ihn erleuchtet und ihn sicher und ruhig macht, auch inmitten von Schwierigkeiten und Gefahren."

(Übersetzung aus dem Italienischen von Claudia Reimüller für "Die Tagespost" vom 04.08.2012)
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