Dienstag, 24. Juli 2012

Das ideale Programm für das Jahr des Glaubens



1. Morgen- und Abendgebet,

2. Besuch der Sonntagsmesse,

3. das Tischgebet,

4. die monatliche Beichte und

5. den monatlichen Besuch einer Wallfahrtskirche 
und/oder eines Gnadenbildes mit der ganzen Familie.


Und ganz wichtig:

In einem Jahr des Glaubens sollte es

weniger Sitzungen und mehr Gebete geben.





Montag, 23. Juli 2012

Zum heiligen Erzengel Michael

Von Papst Leo XIII. (1810 - 1903)

Heiliger Erzengel Michael,
Du ruhmreicher Prinz der himmlischen Heerscharen,
verteidige uns in diesem schlimmen Krieg, den wir gegen Mächte und Gewalten, gegen die Beherrscher der Welt der Finsternis und gegen die bösen Geister in den Himmelshöhen führen müssen.

Komme den Menschen zu Hilfe,
die Gott nach seinem Bild und Gleichnis gemacht, unsterblich erschaffen, und aus der Tyrannei des Teufels um einen teuren Preis erkauft hat.

Kämpfe - vereint mit dem Heer der seligen Engel – heute wieder so die Schlachten des Herrn, wie Du einst gegen Luzifer, den Anführer des teuflischen Stolzes und seine abtrünnigen Engel gekämpft hast! Denn sie siegten nicht! Ihre Stätte ward nicht mehr gefunden im Himmel.


Hinab gestürzt wurde stattdessen der grausame Drache, die alte Schlange, die Teufel und Satan genannt wird und der die ganze Welt verführt.
Er wurde vom Himmel hinabgeworfen auf die Erde, und mit ihm all seine Engel.

Doch sieh! Der Urfeind hat sich wieder erhoben.
Der Menschenmörder hat wieder Mut gefasst.
Als Engel des Lichts verwandelt und getarnt schweift er mit einer Vielzahl böser Geister
in Raubzügen auf der Erde umher,
um hier den Namen Gottes und seines Gesalbten auszumerzen
und sich der Seelen zu bemächtigen, die für die Krone ewigen Ruhms bestimmt waren,
um sie umzubringen und dem ewigen Untergang zu weihen.
Wie Abwasser gießt der feindselige Drache
das Gift seiner Bosheit auf Menschen, deren Geist und Herzen er verführt verdorben hat:
Den Geist der Lüge, der Ehrfurchtslosigkeit und Gotteslästerung;
den todbringenden Hauch der Ausschweifung und aller Laster und Gemeinheit.

Die überaus durchtriebenen Feinde erfüllen die Kirche,
die Braut des unbefleckten Lammes,
mit Galle und Bitterkeit und berauschen sie mit Wermut.
Ihre frevlerischen Hände haben sie an die heiligsten Schätze gelegt.
Selbst am heiligen Ort, wo der Sitz des heiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit
zur Erleuchtung der Völker errichtet ist,
haben sie den Thron ihrer abscheulichen Gottlosigkeit aufgestellt,
voller Heimtücke, damit, nachdem der Hirt geschlagen ist,
sie auch die Herde zerstreuen können.

Erhebe Dich also, unbesiegbarer Prinz,
und stehe dem Gottesvolk gegen den Ansturm der bösen Geister bei!
Gib Du ihm den Sieg!
Die heilige Kirche verehrt Dich als ihren Hüter und Beschützer.
Du bist ihr Ruhm, weil Du sie gegen die bösen Mächte der Erde und Unterwelt verteidigst.
Dir hat der Herr die Seelen der Menschen anvertraut,
um sie in die himmlische Glückseligkeit zu geleiten.

Bitte inständig den Gott des Friedens,
Er möge den Satan unter unseren Füßen zermalmen,
damit er die Menschen nicht länger gefangen halten und der Kirche schaden könne!
Bringe Du unsere Bitten vor das Angesicht des Allerhöchsten,
lass sie zur Aussöhnung mit der Gnade und dem Erbarmen des Herrn kommen,
während Du den Drachen ergreifst,
die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist,
und ihn gefesselt in den Abgrund stürzt und bindest,
damit er die Völker nicht mehr verführe.
Amen.




Foto: privat

LOS WOCHOS: Urlaubslektüre

Urlaubslektüre in der Blogoeszese ist gefragt! 
Die weiteren Informationen und "Bedingungen" kann man HIER bei PuLa nachlesen.

Hier also mein Vorsatz für die Ferien:






 Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!


1. Gerade gestern hat kath.net das Buch "Über Gott und die Welt" von Prof. Robert Spaemann vorgestellt:

Leseprobe aus Buch 1 "Über Gott und die Welt"

2. W. Schamoni: Wie sie Gott wiederfanden

Das zweite, als Ferienlektüre gewählte Buch beschreibt Lebensbildnisse von Menschen, denen durch einen plötzlichen Einbruch in ihr Leben bewusst wurde, dass sie sich entscheiden müssen: Für oder Gegen Gott und den Glauben.
Die Protagonisten kommen entweder selbst zu Wort oder werden durch Biographen vorgestellt. Wilhelm Schamoni, der Begründer der Zeitschrift "Theologisches" war, ist Herausgeber der Sammlung.

Im Vorwort schreibt Schamoni:
"Die folgenden Berichte sollen nicht nur als interessante Erzählungen verstanden werden - das sind sie auch, sogar in hohem Maße - sondern als Dokumente, die zeigen, was der Mensch ist, wie weit sich der Bogen seiner sittlichen Möglichkeiten spannt, die aber auch überzeugen, dass es keine Verlorenheit gibt, aus der ihn die Barmherzigkeit Gottes nicht auf den Weg des Friedens lenken könnte..."
Verlag Johann Wilhelm Naumann, Würzburg, 3. Auflage 1991 (antiquarisch); neuere Ausgabe (2010) im Fromm Verlag

Sonntag, 22. Juli 2012

Discretio - die Mutter aller Tugenden


Gregor (der Große) rühmt an Benedikts Regel vor allem den Geist des Maßes. Diese Weisheit des Maßes beruht auf der Tugend der discretio, auf dem Unterscheidungsvermögen. Unterscheiden-Können (discernere, wovon discretio abgeleitet ist) galt schon den Altvätern Ägyptens als die Mutter aller Tugenden.

Auch bei Johannes Cassian, der sozusagen Benedikts Lieblingsautor war, spielt die Unterscheidungsgabe eine ganz entscheidende Rolle. Etwa vom Jahr 385 an hat Cassian rund zehn Jahre unter den Mönchen Ägyptens gelebt. In der Form von Vierundzwanzig "Unterredungen" (Collationes") hat Cassian später die geistlichen Unterweisungen berühmter Altväter niedergeschrieben. In der Zweiten Unterredung spricht Altvater Moses zu Cassian und seinem Freund Germanus ausführlich über die Tugend der discretio.

Aus seiner Knabenzeit erinnert sich Moses, daß sich eines Tages beim Heiligen Antonios (den man in Ägypten damals schon den "Großen" zu nennen pflegte) eine Reihe ehrwürdiger Altväter versammelt hatte. Es war beinahe eine Art Konzil, denn sie hatten eine wichtige Frage zu klären.

Die ganze Nacht über suchten sie zu ergründen, auf welchem Pfade der Mönch am sichersten zum Gipfel der Vollkommenheit gelangen könne, und was ihm am zuverlässigsten vor den Täuschungen und Fallstricken des Teufels bewahren werde.

Da waren einige, die erhofften sich am meisten von Fasten und Nachtwachen: der dadurch ernüchterte Geist werde sich umso leichter Gott einen können.

Andere setzte mehr auf totalen Besitzverzicht: eine Seele, die durch keine Habgier mehr gefesselt sei, werde umso ungehinderter zu Gott streben.

Wieder andere hielten die Einsamkeit und Stille  einer Eremitenzelle für ein unübertreffliches Mittel, nur noch Gott anzuhangen. Was dann freilich wieder die Gegenfrage heraufbeschwor, ob nicht nach dem Evangelium die Werke der Barmherzigkeit noch wichtiger seien.

Jeder der Altväter hatte für die Wahl seiner Haupttugend gewichtige Argumente aufzubieten. Schließlich ergriff Antonios das Wort. Für einen Menschen, der nach Gott dürste, seien alle hier aufgezählten Tugenden notwendig und nützlich - freilich nur dann, wenn sie mit der gebührenden discretio geübt würden. Ohne den Geist der Unterscheidung und des Maßes könne jede andere Tugend entarten.

Es gibt nicht nur Exzesse der Gier, sondern auch Exzesse der Entsagung.

Unerleuchteter Eifer beim Üben einer Tugend kann in Untugend umschlagen.

Die Tugend der discretio lehrt den "königlichen Weg" der Mitte, der die Extreme nach beiden Seiten hin vermeidet.


aus Gertrude und Thomas Sartory: Benedikt von Nursia - Weisheit des Maßes; Herderbücherei Bd. 884; AD 1981, S. 118/119 (s. Quellen)


(Hervorhebungen in Fettdruck durch Admin)

Groß ist der Herr...

 

Sei Du mein Schützergott, mein Zufluchtsort, und rette mich.
O Gott, auf Dich vertraue ich:
o Herr, ich werde nicht enttäuscht in alle Ewigkeit.

Alleluja, alleluja.
Groß ist der Herr
und allen Lobes würdig in unseres Gottes Stadt,
auf Seinem heiligen Berge. 
Alleluja.

Graduale des 8. Sonntag nach Pfingsten (s. Schott-Messbuch)



Samstag, 21. Juli 2012

R.I.P. Jessica Ghawi

Wir wissen nicht, wann und wo unsere Zeit auf Erden enden wird...

Jessica Ghawi, eine US-amerikanische Bloggerin, wurde am vergangenen Freitag (20. Juli 2012) Opfer des Amoklaufs bei der Premiere des neuen Batman-Films in Aurora im US-Bundesstaat Colerado.

Erst Anfang Juni d.J. war sie während ihres Urlaubs Zeugin eines Amoklaufs in Toronto geworden, bei dem ein Mensch ums Leben kam und mehrere andere Personen verletzt wurden. Über dieses Erlebnis schrieb Jessica auf ihrem Blog (bitte HIER klicken!)

Es war ein Tag, schreibt sie, der ihr Leben verändert habe. Und auch:
I was shown how fragile life was on Saturday. I saw the terror on bystanders’ faces. I saw the victims of a senseless crime. I saw lives change. I was reminded that we don’t know when or where our time on Earth will end. When or where we will breathe our last breath. For one man, it was in the middle of a busy food court on a Saturday evening.

I say all the time that every moment we have to live our life is a blessing. So often I have found myself taking it for granted. Every hug from a family member. Every laugh we share with friends. Even the times of solitude are all blessings. Every second of every day is a gift. After Saturday evening, I know I truly understand how blessed I am for each second I am given.

Sieben Wochen nach diesem Erlebnis starb sie durch Schüsse des Attentäters von Aurora. O Herr, gib ihr die ewige Ruhe.


 R.I.P.




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Die Wahrheit über den Menschen bekanntmachen und verteidigen

"Man muß vermeiden, daß die Medien das Sprachrohr des wirtschaftlichen Materialismus und des ethischen Relativismus werden, wahre Plagen unserer Zeit.

Die Medien können und sollen hingegen dazu beitragen, die Wahrheit über den Menschen bekannt zu machen und sie dabei vor denen zu verteidigen, die dazu neigen, diese zu bestreiten oder auszulöschen. Man kann sogar sagen, daß die Suche nach der Wahrheit über den Menschen und ihre Darstellung die höchste Berufung der sozialen Kommunikation bilden.

Zu diesem Zweck alle – immer besseren und verfeinerten – Ausdrucksweisen zu nutzen, die den Medien zur Verfügung stehen, ist eine begeisternde Aufgabe, die in erster Linie den in diesem Bereich Verantwortlichen und Tätigen übertragen ist. Es ist jedoch eine Aufgabe, die in gewisser Weise uns alle betrifft, weil im Zeitalter der Globalisierung wir alle Mediennutzer und Medienschaffende sind."

Papst Benedikt XVI.: Botschaft zum 42. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel (04.05. 2008)

In diesem Sinne begeht Frischer Wind sein erstes Blog-Jubiläum:



Heute vor genau einem Jahr wurden die ersten beiden Posts eingestellt.
Das hier sollte die erste Botschaft sein:


(Hervorhebungen in Fettdruck durch Admin)

Das Kreuz steht, derweil die Welt sich dreht


„Stat crux, dum volvitur orbis“

Von P. Bernward Deneke FSSP
 
Man kann das Kreuz aus dem öffentlichen Leben verbannen, kann es in Schulen, Gerichten und Amtsgebäuden abmontieren und es von Plätzen und Wegen entfernen. Man kann versuchen, es aus dem Leben zu beseitigen durch wirtschaftlichen und medizinischen Fortschritt, durch Geburtenkontrolle und Manipulation am menschlichen Erbgut.

Man kann das Kreuz selbst in der kirchlichen Verkündigung mit beständigem Halleluja-Tonfall verdrängen, es wie gleichberechtigt zwischen die Symbole anderer Religionen einreihen und seine Darstellungen bis zur Unkenntlichkeit verformen. Dennoch – das Kreuz wird bleiben.

„Stat crux, dum volvitur orbis“, lautet das Motto des Kartäuserordens: „Das Kreuz steht, derweil die Welt sich dreht.“ Und dieser Satz behält seine Gültigkeit unter allen Umständen der Geschichte. „Unter jedem Dach ein Ach, in jedem Häuschen ein Kreuzchen“, sagt der Volksmund. Die Menschheit kann dem Leiden, dem Schmerz und Tod nicht entfliehen, soviel Eifer und Intelligenz sie auch in dieses Bemühen legen mag; denn zu tief ragt das Kreuz hinein in unsere gefallene Natur, und zu hoch ragt es über uns hinauf, seitdem der Sohn Gottes selbst es auf sich genommen hat und sich an ihm erhöhen ließ, um alles an sich zu ziehen (Joh 12,32).

Nur wer sich dieser Wirklichkeit stellt, ist realistisch. Nur im Blicken auf den, den wir durchbohrt haben (vgl. Sach 12,10, Joh 19,37), erschließt sich uns der Sinn unseres Lebens und vor allem der Sinn des Leidens darin. Und nur daraus empfangen wir auch die Kraft, das Schwere und Leidvolle, selbst den Tod zu bewältigen und in Sieg zu verwandeln. Während das Kreuz den Juden als Ärgernis und den Heiden als Torheit erscheint, wird es ja denen, die glauben, Gottes Kraft und Weisheit (vgl. 1 Kor 1,23).

Paulus beteuert, unter den Menschen nichts kennen zu wollen als Jesus, und diesen als den Gekreuzigten (1 Kor 2,2). Vom heiligen Philippus Benitius (+ 1285) erfahren wir, er habe sich sterbend von seinen Mitbrüdern „sein Buch“ erbeten und, als diese nicht begriffen, welches er meinte, auf das Kreuz gewiesen. Es muss sich also in der Kenntnis des Gekreuzigten, in der Lektüre des Kreuzes-Buches eine Wahrheit offenbaren, zu welcher wir auf anderem Wege nicht gelangen können. Welche ist das?

Es ist eine zweifache Wahrheit. Zum einen spricht das Kreuz über uns Menschen und unsere Sünde. Jesus, so fürchterlich zugerichtet, führt uns vor Augen, was unsere Verfehlungen im Kern sind: nicht harmlose Schwächen von im Grunde gutmeinenden Wesen, auch nicht unvermeidbare Betriebsunfälle, die eher der Fehlbarkeit des Schöpfers als dem bösen Willen Seiner Geschöpfe anzulasten wären, sondern Rebellion gegen Gott, der Versuch, Ihn aus unserem Leben und aus der Welt zu vertreiben, Ihn vom Thron zu werfen und zu vernichten. Der Sünder versteht das nicht wirklich, weshalb Jesus betet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34) Doch im Blick auf das Kreuz beginnen wir zu erahnen, was es in Wahrheit um die Sünde ist.

Zugleich und noch mehr spricht das Kreuz aber über Gott, über Seine unfassbare Barmherzigkeit und Güte. Wenn Jesus sagt, dass niemand eine größere Liebe hat, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde (Joh 12,13), dann gilt das ja zuallererst von Ihm selbst. Er aber hat Sein eigenes Wort noch überboten, indem Er das Leben nicht nur für die Freunde, sondern sogar für die Feinde hingab – um sie dadurch zu Freunden zu machen!

In immer neuen Worten besingt die Schrift die Liebe Gottes, die sich am Kreuz offenbart: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen einzigen Sohn hingab, auf dass alle, die an Ihn glauben, nicht verlorengehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3,16) Und: „Er, der Seines eigenen Sohnes nicht geschont, sondern Ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte Er uns in Ihm nicht alles schenken?“ (Röm 8,32) Diese Liebe, diese Reichtümer Seiner Güte werden uns nirgends sonst so klar gezeigt wie im Geheimnis des Kreuzes.

„Stat crux, dum volvitur orbis. – Das Kreuz steht, derweil die Welt sich dreht“ Wir tun gut daran, die tiefe und hohe Weisheit des alten Kartäuser-Leitspruchs zu bedenken und zu beherzigen. 


Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)
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