Dienstag, 4. Dezember 2012

Pfr. Guido Rodheudt: Stellungnahme zu den Medienberichten im Kontext von „kreuz.net“

Die vollständige Stellungnahme findet man HIER.

(...) Ich habe keine Kenntnisse über die Hintergründe und Betreiber der Seite „kreuz.net“. Ebensowenig bin ich Aktivist der Seite (vgl. dazu auch mein bisher nicht veröffentlichtes Interview mit Christina Zühlke, Redaktion „Westart“ des WDR vom 2. Dezember 2012 im Anschluß an diese Stellungnahme).

Schließlich ist der geäußerte Verdacht, der in manchen Medien in die Nähe einer Tatsachenbehauptung gerückt wird, gegen mich würde die Staatsanwaltschaft in Sachen „kreuz.net“ ermitteln, falsch! Laut Aussage des zuständigen Staatsanwalts Norbert Winkler, Berlin, vom 3. Dezember 2012 bin ich nicht Beschuldigter im Rahmen eines staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens!

Alle diesbezüglichen unbegründeten Vorwürfe und falschen Verdächtigungen treffen meine Persönlichkeitsrechte und gereichen zum Schaden meines Berufes als katholischer Priester und meiner Glaubwürdigkeit. Nicht zuletzt die Ausstrahlung der Spiegel-TV-Sendung „Hetze im Namen des Herrn. Die Hintermänner von kreuz.net“ vom 25. November 2012 hat in diesem Zusammenhang große Unruhe in der Pfarrei und der Herzogenrather Bevölkerung ausgelöst. Ebenso wie in den genannten Print- und Onlinezeitungen wurde hier suggeriert, ich gehöre zu den „Hintermännern“ des besagten Internetportals. Dies wurde dazu noch mit dem Ausstrahlen von nicht angemeldeten Fernsehaufnahmen versucht zu untermauern, die ein Kamerateam bei einem überfallartigen Auftritt auf dem Kirchengelände von St. Marien, Herzogenrath, am 22. November 2012 gemacht hatte. Diese Form von unlauterem, unsachlich-investigativem Journalismus muß sich seinerseits den Vorwurf einer hetzerischen Propaganda gefallen lassen, der unter dem Deckmantel der Recherchearbeit keineswegs Aufklärung der Bevölkerung betreibt, sondern Menschen durch unredlichen Umgang mit den Fakten unter falschen Verdacht stellt. Ich hätte bis zu meiner eigenen Konfrontation mit derlei Formen Unsachlichkeit nicht für möglich gehalten, daß ich einmal einer solchen Form von medialer Selbstjustiz ausgesetzt sein würde.

Darüber hinaus weise ich darauf hin, daß die genannten Vorgänge nicht nur meine Person oder dem mir verbundenen Netzwerk katholischer Priester treffen, sondern in der Zusammenschau der Presse- und Fernsehveröffentlichungen die katholische Kirche insgesamt. Jenseits der kreuz.net-Debatte sagt der für den Mediensturm verantwortliche ehemalige katholische Theologe David Berger: „Wenn sich die im Artikel aufgezeigten Spuren weiter verdichten, wird das auch ein Riesenskandal für den Vatikan werden. Das PNW (Priesternetzwerk, Anm. d.Verf.) ist derzeit DAS Lieblingsprojekt des Papstes in Deutschland - dies hat der Apostolische Nuntius erst vor kurzem mehr oder weniger direkt der Öffentlichkeit signalisiert. Noch einmal, auch wenn man in der DBK (Deutsche Bischofskonferenz, Anm. d. Verf.) versucht weiter zu beschwichtigen: Diese Haß-Seite kommt aus dem tiefsten Inneren der katholischen Kirche... Es ist eben genau gesehen, vielleicht keine christliche, aber eine durch und durch katholische Internetseite, wenn man die derzeit herrschende päpstliche Version dieser Kirche als Maßstab anlegt ...“ (Leserkommentar 17.11.2012, 13:26 Uhr zu „Im Namen des Herrn“: Süddeutsche Zeitung online, 17.11.2012, 11:33 Uhr).

Die daraus sprechende Antihaltung zur katholische Kirche und gegen den Papst scheut nicht vor dem absurden Vorwurf zurück, den Heiligen Vater zum Verursacher des Phänomens „kreuz.net“ zu stilisieren. Es geht den Medien insgesamt offenbar nicht in erster Linie um die Bewertung eines unter dem Deckmantel des Katholischen zu unrecht agierenden anonymen Internetportals, sondern um die mit dem Vorwand der medialen Aufklärung betriebene Stigmatisierung der katholischen Kirche und ihrer Gläubigen insgesamt. Die Trias „katholisch-konservativ- kreuz.net“ wurde so in der Köpfe der Leserschaft gespielt und ist offenbar erst der Beginn einer großangelegten Meinungsmache gegen die katholische Kirche.

Ich bitte alle Pfarrangehörigen, Freunde und Förderer von St. Gertrud um einen differenzierten Umgang mit dem Thema, nicht zuletzt auf der Grundlage meiner hier abgegebenen Stellungnahme. Lassen Sie sich nicht aufhetzen und helfen Sie mit, daß die Wahrheit zu ihrem Recht kommt! Denn die Wahrheit ist heute in Bedrängnis, ausgesetzt dem Monopol von Meinungsagenturen und Vertretern von gesellschaftlich mächtigen Interessengruppen, deren erklärtes Ziel es ist, den Einfluß des Christlichen in der Gesellschaft zurückzudrängen. Die falsche Beschuldigung von öffentlichen Vertretern der Kirche ist dazu ein allbekanntes und probates Mittel. Selbstverständlich stehe ich jedem, der es möchte, zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

Herzogenrath, 4. Dezember 2012
Pfarrer Dr. Guido Rodheudt

(Quelle)

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