Mittwoch, 31. August 2011

Schlimmster Kolonialismus und chaotisches Durcheinander

von
Joseph Kardinal Höffner, (damaliger) Erzbischof von Köln 

aus:
An den Quellen der Evangelisierung; 


Fünfte Frage:
Ein afrikanischer Bischof hat auf der Bischofssynode des Jahres 1971 vor dem "schlimmsten aller Kolonialismen" gewarnt, der darin bestünde, dass unter dem Etikett des Evangeliums europäische Ideologien importiert würden, die den Glauben in den afrikanischen Ländern nicht stärken, sondern mit falscher Problematik belasten und auszehren würden.
Sind auch auf der Bischofssynode 1974 ähnliche Sorgen ausgesprochen worden?

Antwort:
Auf der Bischofssynode 1974 protestierten die Bischöfe der Dritten Welt erneut gegen die Verbreitung einer zweideutigen Theologie. So beschwor zum Beispiel am 2. Oktober Bischof Cäsar Gatimu von Nyeri in Kenya (Afrika) die Bischöfe der westlichen Welt, der Kirche Afrikas "die rechtgläubige, im Evangelium und im Lehramt der Kirche gründende Glaubensbotschaft" zu verkünden und die afrikanischen Katholiken vor dem "chaotischen Durcheinander" zu bewahren, das "sogenannte moderne Professoren" mancherorts angerichtet hätten....

Als man Kardinal Newman die Geistesschärfe und Originalität fortschrittlicher Gelehrter rühmte, gab er zur Antwort: "Mein Freund, sieh sie scharf an,...und frage sie nach den Malen der Nägel".

Man pflegt mit Recht zu sagen, die sitzende Theologie dürfe die kniende Theologie nicht verdrängen.


Soweit Kardinal Höffner im Jahre 1984, vor nunmehr 27 Jahren.
Das macht nachdenklich...

Update:
Auch im Jahr 2006 gibt es noch Klagen afrikanischer Bischöfe gegenüber der Kirche in Deutschland, die scheinbar mehr daran interessiert sei, soziale Projekte in Afrika zu fördern als missionarische:




(Hervorhebungen durch Administrator) 
Foto: joxeankoret
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