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Montag, 9. Dezember 2013

Hirtenbrief von Bischof Vitus Huonder (Chur): Gender - Die tiefe Unwahrheit einer Theorie

Zum 2. Adventsonntag, dem 9. Dezember 2013, und gleichzeitig zum Tag der Menschenrechte wurde in den Pfarreien der Diözese Chur ein Hirtenbrief von Bischof Vitus Huonder verlesen. Er beschäftigt sich mit der wichtigen Frage und dem drängenden Problem des Gender-Maistreamings, auch Genderismus oder kurz nur Gender genannt. Seit Jahren infiltriert diese Ideologie die Gesellschaft und ist zuweilen mit sogenannten "Gleichstellungsbeauftragten" oder ähnlichen Personalien bis in kirchliche Strukturen eingedrungen. 

Es ist höchste Zeit, dass auch in der Kirche Verantwortliche, allen voran die Bischöfe, zu diesem familien- und persönlichkeitszerstörenden Irrsinn Stellung beziehen. Die Bischöfe sind informiert und warum, fragt man sich, sind noch immer keine vernehmbare Stellungnahmen erfolgt; die Bischöfe (und Priester) stehen in der Pflicht und in der Verantwortung, das Kirchenvolk vor den Gefahren des Genderismus zu warnen und vor allem Kinder und Jugendliche vor seinen Einflüssen zu schützen. Auch müssen sie ihre Ordinariate und Einrichtungen vor einer Infiltration der Ideologie bewahren.

Bischof Huonder hat nun einen abwägenden und mutigen Hirtenbrief für seine Diözesanen geschrieben, in dem er erklärt, was "Gender" ist und welche Position die Kirche zu diesem Thema einnimmt. Die Mutter Kirche kann keine andere Position einnehmen, denn sie hat das (zeitliche wie ewige) Wohl und Heil ihrer Kinder im Sinn. Mutig ist der Hirtenbrief deswegen, weil es längst eine Kriminalisierung der freien Meinungsäußerung zu diesem Thema gibt. Dies belegen die schon jetzt zahlreichen heftigen, teils verurteilenden Stellungnahmen zum Hirtenwort des Churer Bischofs.


Hier nun das Wort des Bischofs Vitus Huonder von Chur vom 09.12.2013:


Wort des Bischofs
VIII


Gender-
Die tiefe Unwahrheit
einer Theorie

Wort zum Tag der Menschenrechte
10. Dezember 2013

von
Msgr. Dr. Vitus Huonder
Bischof von Chur

Wort zu Ehe und Familie 2

Brüder und Schwestern im Herrn, 

in meinem letztjährigen Wort zum Tag der Menschenrechte habe ich daran erinnert, dass die Menschenrechte ihren Grund in der Menschenwürde haben. Diese wiederum hängt mit der Schöpfungsordnung zusammen und ist gottgegeben. In diesem Jahr möchte ich diese Überlegungen konkretisieren und mich zur Ideologie des Genderismus, kurz Gender, äußern. Ich tue dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer wieder Gläubige in dieser Sache an mich wenden. Sie sind beunruhigt durch die staatliche Vereinnahmung ihrer Kinder zugunsten des Genderismus und durch die politische Infragestellung von Ehe und Familie.
Was bedeutet der Begriff Gender? 

Der Begriff Gender leitet sich vom lateinischen Wort Genus ab, ein Begriff, der vor allem für das grammatische Geschlecht verwendet wird. Während der Begriff der Sexualität das biologische, von der Natur gegebene Geschlecht meint, soll der Begriff Gender das sogenannte soziale Geschlecht bezeichnen. Dieses sei vom biologischen Geschlecht unabhängig und bedeute, dass jeder Mensch sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung frei wählen könne, ob er Mann oder Frau sein wolle, ob er hetero-, homo-, bi- oder transsexuell leben wolle.

Was ist das Ziel der Ideologie des Genderismus?

Das Ziel des Genderismus ist, dass jede "sexuelle Identität" als gleichwertig akzeptiert wird. In diesem Sinn geschieht die konkrete gesellschaftliche Durchsetzung dieser Ideologie unter anderem durch das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder durch die (Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule.

Wie ist der Genderismus zu beurteilen?

Vordergründig geht es im Genderismus um die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Die Unterdrückung der Frau zum Beispiel, wie sie in manchen Gesellschaften und Kulturen noch immer vorherrscht, wird zu Recht beklagt. Sie entspricht nicht der Ebenbürtigkeit von Mann und Frau, die in der Schöpfungsordnung grundgelegt ist und in der Heilsordnung entfaltet wird. Insofern hat der Genderismus etwas Bestechendes an sich. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Ideolgie aber um einen Angriff auf Ehe und Familie als die tragenden Strukturen unserer Gesellschaft. Ungerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter kann durch die Leugnung der Geschlechterpolarität nicht behoben werden. Deshalb lehnt die Kirche die Ideologie des Genderismus ab. Dazu die folgenden Punkte:
Der Genderismus leugnet die Schöpfungsordnung

Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau ist eine Vorgabe des Schöpfers. Darüber kann und darf der Mensch nicht verfügen. Der Schöpfungsbericht sagt, dass Gott den Menschen in seiner Bipolarität erschaffen hat: "Als Mann und Frau schuf er sie" (Gen 1,27). Er schließt mit der Feststellung, dass alles, das ganze Schöpfungswerk, sehr gut war, somit auch die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau (Vgl. Gen 1,31).
Der Genderismus leugnet die Vorgabe der Natur 

Der Mensch existiert, so die Schöpfungsordnung, als Mann oder Frau. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sagen uns:Jede seiner Körperzellen ist entweder männlich oder weiblich. Dies ist eine klare Vorgabe seiner Existenz. Die unterschiedliche kulturelle Prägung als Mann oder Frau hebt diese Polarität nicht auf.
Der Genderismus ist wissenschaftlich unhaltbar

Obwohl sich der Genderismus wissenschaftlich gibt, halten seine Grundlagen der Wissenschaft nicht stand. Viele ausgewiesene Forscher widersprechen den Ergebnissen der "Gender-Studies". Dass es psychische und physische Störungen der Geschlechtsidentität gibt, hebt die grundsätzliche Verschiedenheit von Mann und Frau nicht auf.
Der Genderismus zerstört Ehe und Familie 

Darauf wurde bereits hingewiesen. Die Ehe beruht auf der gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau. Ehe und Familie sind die Grundeinheit der Gesellschaft (vgl. die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948). Sie sind die Bedingung für den Erhalt der Gesellschaft und ihre kulturelle Entfaltung. Sie setzen die verbindliche und dauerhafte Einheit von Mann und Frau voraus. Der Genderismus betrachtet jede sexuelle Praxis (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell) als gleichwertig mit der Heterosexualität. Alle Lebensformen sollen zur "Ehe" und damit zu künstlichen Reproduktionsmethoden und zur Kinderadoption berechtigen. Dem Menschen wird auf diese Weise die moralische Orientierung für den rechten Gebrauch seiner Freiheit genommen, der ihn zur Elternschaft befähigt, zur Aufgabe einer Mutter oder eines Vaters.
Der Genderismus schadet der Frau  

Wie bereits angedeutet, kann die Geringachtung der Frau nicht durch das Verwischen der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau überwunden werden, auch nicht durch ein Streben der Frau nach Gleichheit mit dem Mann. Die Frau muss besonders auch in ihrer lebenserhaltenden Aufgabe der Mutterschaft von der Gesellschaft geachtet werden. Ihre Leistung darf nicht nur an ihrem beruflichen Einsatz gemessen werden. Sie muss vielelmehr für ihr Muttersein anerkannt werden, zum Beispiel im Steuer- und Rentenrecht.
Der Genderismus schadet dem Mann 

Im Machtkampf gegen den Mann stigmatisiert der feministische Genderismus den Mann als "Täter" und verklärt die Frau als "Opfer". Dieser klischeehafte Dualismus entspricht nicht der Realität und beschädigt die Identität des Mannes sowie dessen Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Der Genderismus schadet dem Kind
Das Kind muss sich in der stabilen Ehe seiner (biologischen) Eltern entfalten können. Die Zerstörung von Ehe und Familie durch den Genderismus führt bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger zu psychischen Störungen. Man schafft staatliche Ersatzstrukturen, die Kindern und Jugendlichen aber niemals die gleiche Liebe und Geborgenheit geben können, wie dies in der Familie der Fall ist. Die Auslieferung von Kindern an gleichgeschlechtliche Paare beraubt sie der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung. Eine unmoralische sexuelle Aufklärung zerstört in den Heranwachsenden jedes Feingefühl.
Der Genderismus nimmt totalitäre Züge an 

Mit großer Sorge sieht die Kirche, dass in öffentlichen Diskussionen und in den Medien mehr und mehr nur noch die Argumente des Genderismus toleriert werden. Wer anders denkt, wird gesellschaftlich ausgegrenzt und muss mit juristischen Sanktionen rechnen. Auf diese Weise werden die Grundrechte des Menschen bezüglich Religion und freier Meinungsäußerung zunehmend beschnitten.

Der Genderismus verdunkelt den göttlichen Sinn der Liebe zwischen Mann und Frau

Das Verhältnis Gottes zum Menschen, von Jesus Christus zur Kirche, wird in der Heiligen Schrift in der Sprache der ehelichen Liebe beschrieben. Gott liebt sein Volk wie der Bräutigam seine Braut. Jesus Christus ist seiner Braut, der Kirche, in treuer Liebe hingegeben bis zum Tod am Kreuz. Die Braut erwartet voll Sehnsucht ihren Bräutigam. In der lebendigen Beziehung zu Christus und der Kirche können die Rivalität, die Feindschaft und die Gewalt, welche die Beziehung von Mann und Frau belasten und entstellen, überwunden werden. Diese Sicht des Glaubens wird durch den Genderismus verdunkelt.

Die Quintessenz

Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Ansprache vor dem Kardinalskollegium und der Kurie am 21. Dezember 2012 zum Genderismus: "Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig ... Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt. Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen." 

Ich ermutige alle Gläubigen, ihre gesellschaftlichen und politischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen, damit die in der Schöpfungs- und Erlösungsordnung grundgelegte Würde des Menschen auch in der rechtlichen Ordnung unseres Gemeinwesens weiterhin und umfassend zum Ausdruck kommt.

Für jeden diesbezüglichen Einsatz danke ich herzlich. Ich empfehle alle und alles der Mater divinae gratiae, der Mutter der göttlichen Gnade, und erteile allen meinen bischöflichen Segen


+ Vitus, Bischof von Chur


Papst Franziskus in der Exhortation "Evangelii gaudium" (Nr. 51):

"Wir stehen hier vor einer großen Verantwortung, weil einige gegenwärtige Situationen, falls sie keine guten Lösungen finden, Prozesse einer Entmenschlichung auslösen können, die dann nur schwer rückgängig zu machen sind. Es ist angebracht zu klären, was eine Frucht des Gottesreiches sein kann, und auch, was dem Plan Gottes schadet. Das schließt nicht nur ein, die Eingebungen des guten und des bösen Geistes zu erkennen und zu interpretieren, sondern – und hier liegt das Entscheidende – die des guten Geistes zu wählen und die des bösen Geistes zurückzuweisen."


Lesenswert:


Siehe auch:

Links zum Thema "Gender":


Buchempfehlungen:
Manfred Spreng - Harald Seubert (Hrsg. Andreas Späth):
Vergewaltigung der menschlichen Identität - Über die Irrtümer der Gender-Ideologie

Gabriele Kuby
Die globale sexuelle Revolution  - Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit
Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Robert Spaemann
ISBN 978-3-86357-032-3

6 Kommentare:

  1. Papst Franziskus in seinem neuesten Interview: „Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Ehen, mit der Verhütungsmethoden. Das geht nicht. Ich habe nicht viel über diese Sachen gesprochen. Das wurde mir vorgeworfen. Aber wenn man davon spricht, muss man den Kontext beachten. Man kennt ja übrigens die Ansichten der Kirche, und ich bin ein Sohn der Kirche. Aber man muss nicht endlos davon sprechen...
    Die Lehren der Kirche - dogmatische wie moralische - sind nicht alle gleichwertig. Eine missionarische Seelsorge ist nicht davon besessen, ohne Unterscheidung eine Menge von Lehren aufzudrängen. Eine missionarische Verkündigung konzentriert sich auf das Wesentliche, auf das Nötige. Das ist auch das, was am meisten anzieht, was das Herz glühen lässt - wie bei den Jüngern von Emmaus. Wir müssen also ein neues Gleichgewicht finden, sonst fällt auch das moralische Gebäude der Kirche wie ein Kartenhaus zusammen, droht, seine Frische und den Geschmack des Evangeliums zu verlieren. Die Verkündigung des Evangeliums muss einfacher sein, tief und ausstrahlend. Aus dieser Verkündigung fließen dann die moralischen Folgen.“


    Papst Benedikt XVI. sagte in seiner dritten Rede an die Schweizer Bischöfe 2006: "Wenn ich in den achtziger, neunziger Jahren nach Deutschland kam, wurde ich um Interviews gebeten, und ich wusste immer schon im voraus die Fragen. Es ging um Frauenordination, um Empfängnisverhütung, um Abtreibung und um ähnliche Probleme, die ständig wiederkehren. Wenn wir uns einfangen lassen in diese Diskussionen, dann fixiert man die Kirche auf ein paar Ge- oder Verbote, wir stehen da als Moralisten mit ein paar etwas altmodischen Ansichten, und die eigentliche Größe des Glaubens erscheint gar nicht."

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    1. Ich habe den Beitrag zum Hirtenbrief von Bischof Huonder um ein Zitat des Papstes Franziskus aus dessen Exhortation "Evangelii gaudium" (Nr. 51) ergänzt (s. oben!).

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    2. Nochmals:"Aber wenn man davon spricht, muss man den KONTEXT beachten. MAN KENNT ÜBRIGENS DIE ANSICHTEN DER KIRCHE" (tja, sogar zu Genüge wie man hört und sieht), "und ich bin ein Sohn der Kirche. Aber man muss nicht endlos davon sprechen...Die Lehren der Kirche - dogmatische wie moralische - sind nicht alle gleichwertig."

      Damit ist die Themenwahl des Bischofs (eines der, wie unser Papst diese beschreibt als "spirituell unfruchtbare Väter" mit verzogenem Gesicht, dem die Schäfchen in Scharen davonlaufen) nicht nur zur Adventszeit unangebracht -da gibt es nämlich z.Z. weitaus relevantere Themen, die ein Hirte im Zuge der Neuevangelisierung und im Sinne der Nächstenliebe behandeln könnte/sollte, sondern gerade als sein Wort zum heutigen Tag der Menschenrechte äussert tölpelhaft und wirkt sich aus als des Oberhirten und seines Vorgängers klugen Kirchenstrategie (Menschenfischen mittels GAUDIUM für das Wort Gottes) gänzlich entgegensteuernder Auslauf.
      Wenn also ein Jesus nachahmender "Hirte" sogar zum Menschenrechtstag die kirchlich überbewertete und bereits in der verweltlichten Öffentlichkeit nie mehr enden wollende, stets wiederkehrende Genderismus-Affaire bewusst wiederkäuen lässt oder extra "heraus sucht" (Denn: "Die Lehren der Kirche - dogmatische wie moralische - sind nicht alle gleichwertig!...Wir müssen also ein neues Gleichgewicht finden, sonst fällt auch das moralische Gebäude der Kirche wie ein Kartenhaus zusammen, droht, seine Frische und den Geschmack des Evangeliums zu verlieren" und "Wenn wir uns einfangen lassen in diese Diskussionen, dann fixiert man die Kirche auf ein paar Ge- oder Verbote, wir stehen da als Moralisten mit ein paar etwas altmodischen Ansichten, und die eigentliche Größe des Glaubens erscheint gar nicht.") dann ist das tatsächlich und v.a. zum jetzigen Zeitpunkt und Menschenrechts-Anlass sehr unklug und widerspricht der Ausrichtung von "Evangelii gaudium". (man lese Kap. II. Versuchungen der in der Seelsorge Tätigen, v.a. ab Punkt 83, 84)

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  2. Sehr richtig!
    Das heißt abe noch lange nicht, dass es nun geboten wäre, über diese Dinge zu schweigen - oder gar verboten, darüber zu sprechen. Es gehört eben alles zum Hirtenamt: das Weiden der Schafe, das Aufmerksam sein und Warnen und das Verteidigen der Schafe vor Gefahren. Man muss unterscheiden - und Bischof Huonder tut das sehrwohl, wo ein klärendes Wort not-wendig ist und wo es genügt, die Freuden des Evangeliums zu verkünden. Ein Hirtenwort an die Gläubigen darf (muss) eine deutliche Sprache sprechen und es ist allerhöchste Zeit, die Schafe aufzuwecken und vor dem verderbenden Feind zu warnen. Wie verantwortungslos, wenn der Bischof sich dem feige entziehen würde!

    Bei der Gender-Frage scheint auch die Haltung der Kirche noch nicht ausreichend bekannt zu sein. Es wird kaum darüber gesprochen, sondern die Bevölkerung wird vor vollendete Tatsachen gestellt (s. z. B. Formulare, in denen die Begriffe "Vater" und "Mutter" eliminiert wurden; die Einschleusung von Genderbeauftragten in Behörden, ja sogar in kirchlichen Verwaltungen etc.).

    Man muss nicht immer über die oben genannten Themen sprechen, vor allem dann nicht, wenn sie einem aufgedrängt werden, aber trotzdem muss man zu gegebener Zeit an die Lehre der Kirche, auch an die moralischen Folgen des Glaubens erinnern, denn: auch wenn man sie tabuisieren würde, was wohl Ihr Anliegen wäre, wenn ich Sie richtig verstanden habe, heißt das noch nicht, dass aus dem Glauben keinerlei moralische Verhaltensweisen ableitbar wären. Und die Gläubigen haben ein Recht darauf, diese Folgen kennenzulernen.

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    1. Nochmals:"Aber wenn man davon spricht, muss man den KONTEXT beachten. MAN KENNT ÜBRIGENS DIE ANSICHTEN DER KIRCHE" (tja, sogar zu Genüge wie man hört und sieht), "und ich bin ein Sohn der Kirche. Aber man muss nicht endlos davon sprechen...Die Lehren der Kirche - dogmatische wie moralische - sind nicht alle gleichwertig."

      Damit ist die Themenwahl des Bischofs (eines der, wie unser Papst diese bezeichnet als "spirituell unfruchtbare Väter" mit düsterem Gesicht, dem die Schäfchen in Scharen davonlaufen) nicht nur zur Adventszeit unangebracht -da gibt es nämlich z.Z. weitaus relevantere Themen, die ein Hirte im Zuge der Neuevangelisierung und im Sinne der Nächstenliebe (sogar beachtlich der Nr. 51 von "Evangelii gaudium") behandeln könnte/sollte, sondern gerade als sein Wort zum heutigen Tag der Menschenrechte äussert tölpelhaft und wirkt sich aus als des Oberhirten und seines Vorgängers klugen Kirchenstrategie (Menschenfischen mittels GAUDIUM für das Wort Gottes) gänzlich entgegensteuernder Auslauf.
      Wenn also ein Jesus nachahmender "Hirte" sogar zum Menschenrechtstag die kirchlich überbewertete und bereits in der verweltlichten Öffentlichkeit nie mehr enden wollende, stets wiederkehrende Genderismus-Affaire bewusst wiederkäuen lässt oder extra "heraus sucht" (Denn: "Die Lehren der Kirche - dogmatische wie moralische - sind nicht alle gleichwertig!...Wir müssen also ein neues Gleichgewicht finden, sonst fällt auch das moralische Gebäude der Kirche wie ein Kartenhaus zusammen, droht, seine Frische und den Geschmack des Evangeliums zu verlieren" und "Wenn wir uns einfangen lassen in diese Diskussionen, dann fixiert man die Kirche auf ein paar Ge- oder Verbote, wir stehen da als Moralisten mit ein paar etwas altmodischen Ansichten, und die EIGENTLICHE GRÖSSE DES GLAUBENS ERSCHEINT GAR NICHT.") dann ist das tatsächlich und v.a. zum jetzigen Zeitpunkt und Menschenrechtstag-Anlass sehr unklug und widerspricht der Ausrichtung von "Evangelii gaudium". (man lese Kap. II. Versuchungen der in der Seelsorge Tätigen, v.a. ab Nr. 83, 84 der ersten Deutschübersetzungsversion)

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  3. Sehr geehrte/r Anonym,

    das sehe ich aber ganz, ganz anders als Sie. Sie können versuchen, Papst Franziskus vor Ihren Karren zu spannen, um verantwortungsbewussten Hirten und Seelsorgern (!) die Pflicht zu abzusprechen, die Lehre zu verkündigen, aber "das Wort Gottes ist nicht gefesselt", wie der Apostel Paulus sagt. Es lässt sich nicht tabuisieren. In der Tat hat man die Kirche in der Öffentlichkeit immer wieder auf bestimmte Themen festgelegt, die vom eigentich Wesentlichen, das ja dahintersteht, abgelenkt haben. Teilweise haben das Kirchenführer sogar selbst getan, z. B. durch die Königsteiner Erklärung - aber das nur nebenbei.

    Es ist gut, wenn sich die Kirche, die Bischöfe, die Priester, die gläubigen Laien dessen bewusst werden und sich nicht mehr diesem Diktat beugen. Benedikt XVI. und Franziskus haben das Notwendige dazu gesagt, wie Sie sehr schön zitiert haben.

    Das "Wort des Bischofs", in dem der Churer Bischof nun den Gläubigen die kirchliche Lehre darlegt, steht zu Recht im KONTEXT des "Tages der Menschenrechte". Denn die Gender-Ideologie bedroht die Gesellschaft im Innersten, nämlich die Familie, und den Einzelnen in seiner von Gott geschenkten Identität. Ich möchte Sie bitten, nochmals das Zitat von Benedikt XVI., das Bischof Huonder in der "Quintessenz" angeführt hat, zu lesen. Genderismus führt letztendlich zur Leugnung Gottes. Dies kann ein Bischof nicht unwidersprochen lassen. Hier werden auch Menschenrechte infrage gestellt und verweigert. Es war eine sehr kluge Entscheidung des Churer Bischofs, darauf am "Tag der Menschenrechte" hinzuweisen.

    Im Übrigen gilt - in und wegen der Freude über das Evangelium und gerade deshalb, damit die eigentliche Größe des Glaubens frei erstrahlt:

    "Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden. Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle treu deinen Dienst!" (2 Tim 4,2ff)

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