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Freitag, 23. September 2011

Wozu der Papst Politiker - und alle Menschen guten Willens - einladen will

Ein positivistischer Naturbegriff, der die Natur rein funktional versteht, so wie die Naturwissenschaft sie erkennt, kann keine Brücke zu Ethos und Recht herstellen, sondern wiederum nur funktionale Antworten hervorrufen.

Das gleiche gilt aber auch für die Vernunft in einem positivistischen, weithin als allein wissenschaftlich angesehenen Verständnis. Was nicht verifizierbar oder falsifizierbar ist, gehört danach nicht in den Bereich der Vernunft im strengen Sinn.

Deshalb müssen Ethos und Religion dem Raum des Subjektiven zugewiesen werden und fallen aus dem Bereich der Vernunft im strengen Sinn des Wortes heraus. Wo die alleinige Herrschaft der positivistischen Vernunft gilt – und das ist in unserem öffentlichen Bewußtsein weithin der Fall –, da sind die klassischen Erkenntnisquellen für Ethos und Recht außer Kraft gesetzt.  

Dies ist eine dramatische Situation, die alle angeht und über die eine öffentliche Diskussion notwendig ist, zu der dringend einzuladen eine wesentliche Absicht dieser Rede  ist (Anm.: wörtlich: bildet).



aus der Ansprache von Papst Benedikt XVI. im  Deutschen Bundestag in Berlin am 22. September 2011 anlässlich seines Staatsbesuchs in Deutschland

Ein ausführliches VIDEO über die Rede des Papstes im Berliner Reichstagsgebäude vor dem Deutschen Bundestag: HIER KLICKEN

(Hervorhebungen durch Administrator)

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