Samstag, 6. Oktober 2012

Es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht

Hebr 9,27 – eine kleine Katechese über das Sterben

Von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

Oft erkennen wir staunend die Aktualität und Tragweite einzelner Schriftstellen. Sie scheinen wie für unsere Zeit geschrieben, um Antwort auf brennende Fragen zu geben. Ein Beispiel dafür ist der 27. Vers aus dem 9. Kapitel des Hebräerbriefes. Herausgelöst aus dem Satzgefüge, das ihn mit dem darauffolgenden Vers verbindet, lautet er: „Es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht.“

Schon beim ersten Hinschauen ist ersichtlich, welche ehernen Wahrheiten hier angesprochen werden, nämlich Tod und Gericht. Sie gehören dem Themenkreis der sogenannten Letzten Dinge an, der in der durchschnittlichen Verkündigung und im Denken vieler Christen recht unterbelichtet ist. Allein schon deshalb steht die Bedeutung von Hebr 9,27 außer Frage.

Betrachten wir den Vers aber genauer, dann fällt unser Blick bald auf die Worte „bestimmt“ und „einmal“, die uns zunächst eher nebensächlich vorkommen, die aber auf dem Hintergrund gewisser Entwicklungen und Diskussionen der Gegenwart ihre ganze Brisanz offenbaren.

1) Da ist zunächst die Aussage, es sei uns „bestimmt“, zu sterben. Man fragt sich: Ist der Tod denn wirklich eine unüberwindbare Bestimmung? Oder wird es der rasant fortschreitenden Wissenschaft gelingen, den Menschen in seinem Erbgut derart zu perfektionieren, dass er eines Tages nicht mehr dem Gesetz des Sterben-Müssens unterliegt? Lange schon geistert dieser Traum durch die Geschichte, jetzt aber scheint seine Erfüllung in greifbare Nähe gerückt zu sein.

Hebr 9,27 erstickt solche falschen Hoffnungen im Keim. Die Formulierung „Es ist dem Menschen bestimmt“ verweist eindeutig auf den Herrn und Schöpfer, der als einziger eine solche Bestimmung verfügen kann. Zwar ist der Tod nicht Gottes Werk, sondern das Ergebnis des menschlichen Abfalls von Seinem Willen, der „Sold der Sünde“ (Röm 6,23). Aber seither steht das Gesetz des Todes unverrückbar da, und jeder Versuch, es außer Kraft zu setzen, ist und bleibt nach Aussage der Schrift zum Scheitern verurteilt. Zu unserem eigenen Glück! Denn die Unsterblichkeit der Menschen würde die gefallene Welt zweifelsohne in eine unerträgliche Hölle verwandeln...

2) Die zweite vieldiskutierte Frage wird in Hebr 9,27 mit dem Wort „einmal“ angesprochen. Man darf es nicht verstehen wie in dem Satz: „Ich gehe einmal nach Rom und besichtige den Petersdom“ (was ja nicht ausschließt, dass man Rom auch noch weitere Male besucht). Vielmehr ist „einmal“ hier eindeutig gleichbedeutend mit „ein einziges Mal“. Das ergibt sich ebenso aus der Wortwahl des griechischen Urtextes wie aus dem Zusammenhang, in dem die Aussage steht: „Und gleichwie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen...“

Folglich erteilt das Wörtchen „einmal“ den fernöstlich und esoterisch inspirierten Vorstellungen von Seelenwanderung und Wiederverkörperung (Reinkarnation), die derzeit auch unter Christen grassieren, eine Absage. Ein einziges Mal – und nicht einige Male – stirbt der Mensch, um danach vor das persönliche Gericht Gottes zu treten! Diese Einmaligkeit hat auch Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Tertio Millenio Adveniente vom 10. November 1994 in Erinnerung gerufen: "Die christliche Offenbarung schließt Reinkarnation aus und spricht von einer Vollendung, die im Laufe eines einzigen Erdendaseins zu verwirklichen der Mensch berufen ist." (Nr. 9)

Viele Argumente stehen gegen die Reinkarnation. So könnte man nicht mehr von der Identität und Individualität der menschlichen Person sprechen, wenn sich ein und dieselbe Seele im Laufe der Zeit als Krieger unter Dschingis Khan, als Stoffhändler zur Zeit Alexanders des Großen, als Hofdame Kleopatras, als Sklavin eines Kalifen von Bagdad, als buddhistischer Mönch in Tibet und augenblicklich als Schreiber dieser Zeilen verkörpern würde.

Vor allem aber nimmt die Vorstellung der Reinkarnation der menschlichen Existenz den Ernst sittlicher Verantwortung und Verbindlichkeit. Denn da sich unser Leben in immer neuen Anläufen abspielen würde, entstünde eine Lage, vergleichbar der eines Schülers, der darum weiß, dass er die Schulklasse beliebig oft (und in verschiedener Gestalt) durchlaufen kann, bis er irgendwann einmal das Klassenziel erreicht hat. Dadurch verlieren die einzelnen Hausaufgaben und Prüfungen ihre Bedeutung. Ebenso hätten menschliche Verfehlungen, ja selbst die schlimmsten Verbrechen angesichts der Wiederverkörperung letztlich kein Gewicht, sondern würden gänzlich relativiert. Was könnte dem gesunden Menschenverstand und der christlichen Sichtweise von unserem Leben radikaler widersprechen?

Somit enthält der Vers Hebr 9,27 eine ganze Katechese über die Letzten Dinge: „Es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht.“ 




Hinweise:
- mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
- der Beitrag erschien bereits im Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt (SKS)

Freitag, 5. Oktober 2012

Liturgische Kunst für Schrebergärtner



Liturgische Kunst
hat ganz ausdrücklich
auch Schrebergärtnern zu dienen.


Martin Mosebach zu einer abfälligen Bemerkung eines "Funktionärs der Katholischen Akademie in Mainz" über ältere sakrale Kunst, in: Häresie der Formlosigkeit, Carl Hanser Verlag München; AD 2007; S.79 (auch nachzulesen HIER unter: Kardinal Bengsch-Kreis => Referenten und Texte => Probleme in Kirche und Gesellschaft, Martin Mosebach => Bildersturm und Liturgie)

Weitere Auszüge aus:
"Häresie der Formlosigkeit - Die römische Liturgie und ihr Feind":

kath-info:
Ein Apostolat der Ehrfurcht

Summorum-pontificum:
Aus dem Kapitel: „Liturgie - die gelebte Religion“


Foto: Neugotischer Hochaltar in St. Johann Baptist, München-Haidhausen; Rufus46, wikimedia commons

Linkliste zum Thema: "Wiederverheiratete Geschiedene" und Zulassung zum Kommunionempfang


Die Positionen deutscher Bischöfe 

für die Lehre der Kirche

gegen die Lehre der Kirche:

    
Lösungsansätze:
 

Keine Lösungen, sondern Selbsttäuschung oder Ungehorsam gegen Gottes Gebote und die Lehre der Kirche:


Die Causa der "Freiburger Handreichung" unter Erzbischof Robert Zollitsch am 07.10.2013:


"Das Evangelium von der Familie" - Die Rede von Walter Kardinal Kasper vor dem Kardinalskonsistorium am 20. Februar 2014:


Weitere Beiträge zur Außerordentlichen und Ordentlichen Bischofssynode 2014/15


Laut Kardinal Camillo Ruini gegenüber der italienischen Tageszeitung La Stampa hielt der überwiegende Teil der Kardinäle - Ruini schätzt sie auf etwa 85 % - die Ausführungen von Kardinal Kasper vom 20.02.2014 für unvereinbar mit der katholischen Lehre über die Ehe. Bei der Aussprache im Anschluss an den Vortrag von Kardinal Kasper mit den umstrittenen Äußerungen widersprachen ihm die Kardinäle Gerhard Ludwig Müller, Carlo Cafarra, Walter Brandmüller, Angelo Bagnasco, Robert Sarah, Giovanni Battista Re, Camillo Ruini, Velasio De Paolis und Raymond Burke.


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Zitate aus lehramtlichen Texten:

Wenn die Kirche die Theorie annehmen würde, daß eine Ehe tot ist, wenn die beiden Gatten sich nicht mehr lieben, dann würde sie damit die Ehescheidung gutheißen und die Unauflöslichkeit der Ehe nur noch verbal, aber nicht mehr faktisch vertreten. Die Auffassung, der Papst könne eine sakramentale, vollzogene Ehe, die unwiderruflich zerbrochen ist, eventuell auflösen, muß deshalb als irrig bezeichnet werden. Eine solche Ehe kann von niemandem gelöst werden. Die Eheleute versprechen sich bei der Hochzeit die Treue bis zum Tod. (Quelle)

Die irrige Überzeugung von wiederverheirateten Geschiedenen, zum eucharistischen Tisch hinzutreten zu dürfen, setzt normalerweise voraus, daß dem persönlichen Gewissen die Macht zugeschrieben wird, in letzter Instanz auf der Grundlage der eigenen Überzeugung (15) über das Bestehen oder Nichtbestehen der vorausgehenden Ehe und über den Wert der neuen Verbindung zu entscheiden. Eine solche Auffassung ist jedoch unzulässig (16). Die Ehe stellt nämlich wesentlich eine öffentliche Wirklichkeit dar, weil sie das Abbild der bräutlichen Vereinigung zwischen Christus und seiner Kirche ist und die Urzelle und einen wichtigen Faktor im Leben der staatlichen Gesellschaft bildet. (Quelle)

(15) Vgl. Enzykl. Veritatis splendor, 55: AAS 85 (1993) 1178.
(16) Vgl. Codex des kanonischen Rechtes, can. 1085 § 2.


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Natürlich rät die pastorale Klugheit mit Nachdruck, Fälle öffentlicher Verweigerung der hl. Kommunion zu vermeiden. Die Seelsorger müssen den betreffenden Gläubigen den wahren kirchlichen Sinn der Norm zu erklären suchen, damit diese sie verstehen oder wenigstens respektieren können. Wenn es jedoch zu Situationen kommt, in denen solche Vorsichtsmaßnahmen keine Wirkung erzielt haben oder nicht möglich waren, muss der Kommunionspender die hl. Kommunion demjenigen verweigern, dessen Unwürdigkeit öffentlich bekannt ist. Er wird das mit großer Liebe tun und wird versuchen, in einem günstigen Moment die Gründe zu erklären, die ihn dazu verpflichtet haben. Er muss es allerdings auch mit Festigkeit tun, im Bewusstsein des Wertes, die solche Zeichen der Festigkeit für das Wohl der Kirche und der Seelen haben. Das Urteil in den Fällen des Ausschlusses vom Kommunionempfang von Gläubigen, die sich in der beschriebenen Situation befinden, steht dem verantwortlichen Priester der jeweiligen Gemeinschaft zu. (Quelle)




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Die Schönheit und Tiefe von christlicher Ehe und Familie:
Johannes Paul II. - Communio personarum Bd. 1-3


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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Der hl. Franziskus und die Schönheit der Kirchen

"Der heilige Franziskus, der in seinem eigenen Leben die evangelische Armut aufs äußerste befolgte, hat niemals behauptet, daß die Kirchen trocken, kahl und ohne Schönheit sein sollten. Im Gegenteil. Kirche und Altar konnten ihm nie schön genug sein. Dasselbe kann man etwa auch vom hl. Pfarrer von Ars oder von der hl. Theresia von Avila sagen. (1)

Es entsteht ein lächerlicher Widerspruch, wenn um der evangelischen Armut willen künstlerisch wertvollste Kirchen niedergerissen und - unter großen Kosten - durch prosaische und kahle Gotteshäuser ersetzt werden. (2)

Nicht die Schönheit und der Glanz der Kirche ist unverträglich mit dem Geist der evangelischen Armut und gibt den Armen Ärgernis, sondern vielmehr der unnötige Luxus und Komfort, der heute so weit verbreitet ist.

Wenn die Priester zur evangelischen Armut zurückkehren wollen, dann sollten sie bedenken, daß in den Vereinigten Staaten und in Deutschland der Klerus vielfach die elegantesten Wägen, die besten Kameras, die modernsten Fernsehgeräte besitzt. Viel zu trinken und zu rauchen steht in eindeutigem Gegensatz zur evangelischen Armut - doch sicher nicht die Schönheit und Pracht der Kirchen.

Einerseits behauptet man, die Kirchen sollten kahl sein, andererseits errichtet man in Pfarren und auf den Campus katholischer Colleges häßliche Gebäude für Gesellschaftszwecke, die mit jeder Art von unnötigem Luxus ausgestattet sind; und dies tut man im Namen der sozialen Fürsorge und des Gemeinschaftsgeistes. Sogar in Klöstern kann man ähnliche Entwicklungen finden..."


(1) Vgl. Theresia vom Kinde Jesu 'Leben' (München 1960) 9. Kap. u. a.
(2) Vgl. Michel de Saint Pierre "Sainte Colère" (Paris: Editions de la Tabl Ronde, 1965) S. 175

Dietrich von Hildebrand in: "Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes"; EOS-Verlag AD 1992, Seite 296f


Heiliger Franziskus, bitte für uns!

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Christus ist der heute Lebendige!


"Die Kirche feiert nicht irgendwelche vergangenen Dinge, sondern in der Liturgie ist das Handeln Gottes gegenwärtig und begegnen wir der Gegenwart seines Handelns.
Und Liturgie wiederum ist nicht eine Privatveranstaltung irgendeiner Gruppe, sondern sie ist die Gemeinschaft mit Christus. Sie umspannt Himmel und Erde, die Gläubigen aller Orte und aller Zeiten.
Nie ist eine Gemeinde nur sie allein, die Liturgie »macht«. Die Liturgie wird uns geschenkt, sie ist gerade das Heraustreten aus dem, was wir selber machen, in die große Gemeinschaft aller Gläubigen, die große Gemeinschaft des Leibes Christi hinein, der alle Zeiten umspannt."
Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 03. Oktober 2012



Der Weg des Vertrauens

"Die heilige Therese von Lisieux lädt uns ein, den "kleinen Weg" zu gehen. Sie sagt: Auf dem Marathon des Glaubens will ich die allerletzte sein, aber es reicht mir anzukommen. Und wenn ich die größte Sünderin wäre, würde ich mich voll Vertrauen in die Hände Gottes stürzen.

Sie lädt uns ein, den "kleinen Weg" zu gehen, den einfachen Weg des Vertrauens, darauf zu vertrauen, daß Christus in uns wirkt und wir mit unserer Liebe zu den Menschen darauf antworten. So können wir dem Wirken Gottes in der Welt Raum geben."



Hl. Therese vom Kinde Jesu, bitte für uns!

Dienstag, 2. Oktober 2012

Hör auf seine Stimme...

 
So spricht Gott  der Herr: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, dass er vor dir hergehe, dich auf dem Wege behüte und dich an den Ort führe, den Ich bereitet habe. Achte auf ihn und hör auf seine Stimme!"

2.Mos 23,20.21
aus der Lesung zum Schutzengelfest (2. Oktober)
Schott 1957




Montag, 1. Oktober 2012

Noch 10 Tage...

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters für den Monat Oktober:
"Lasset uns beten für die Entwicklung und den Fortschritt der Neuevangelisierung in Ländern mit alter christlicher Tradition."

Gebet zur Ausbreitung des Glaubens:

Gott möge sich unser erbarmen und uns segnen: Er lasse Sein Antlitz über uns leuchten und erbarme sich unser damit wir auf Erden Deinen Weg bei allen Völkern erkennen. Lobpreisen sollen Dich, o Gott, die Völker, ja, alle Völker sollen Dich lobpreisen!

O Gott, Du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen: so sende, wir bitten Dich, Arbeiter in Deine Ernte: Lass sie voll Zuversicht Dein Wort verkünden, auf dass Deine Botschaft bekannt gemacht und gefeiert werde und alle Völker Dich, den einen wahren Gott, erkennen, wie auch Deinen von Dir gesandten Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(Oration nach den Messtexten aus der Votivmesse für die Ausbreitung des Glaubens; Schott-Messbuch, HerderVerlag Freiburg im Br.; 1957)


Noch 10 Tage
bis zum offiziellen Beginn des "Jahr des Glaubens"!

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