Mittwoch, 26. August 2015

"Fühle mich zum Engagement provoziert..."

 


Irgendwie kam mir diese Situation aus Robert Spaemanns Autobiographie aus eigener Erfahrung (wenn natürlich auch auf anderem Niveau) bekannt vor:


Befragt nach seiner außeruniversitären publizistischen Tätigkeit, antwortete der Philosoph Spaemann - eher beiläufig:
"[...D]iese publizistischen Ausflüge waren weniger von den Aufgaben meiner Lehre oder von meinen philosophischen Versuchen bestimmt als von einem Engagement, zu dem ich mich provoziert fühlte. Rousseau schreibt einmal: "Ich würde mir nicht anmaßen, Menschen belehren zu wollen, wenn ich nicht beobachtete, wie andere sie irreführen." Das gilt auch für mich. Am Beginn eines Textes steht für mich fast immer irgendeine Irritation.

Wenn alles in Ordnung wäre und wenn ich dem meisten, was ich lese, zustimmen könnte, dann wäre ich zufrieden. Ich würde gerne schöne Dinge tun und nicht die Last des Schreibens auf mich nehmen. Aber wenn die Provokation stark genug ist, dann meldet sich bei mir unwillkürlich Widerspruch."

zitiert aus: Robert Spaemann - Über Gott und die Welt, Eine Autobiographie in Gesprächen; Verlag Klett-Cotta; AD 2012; S. 168 (s. Quellen)


Lesenswertes über Robert Spaemann:
 
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