Donnerstag, 13. August 2015

Erklärung des Churer Bischofs Vitus Huonder zu der absurden Unterstellung, er befürworte Gewalt gegen homosexuell empfindende Menschen

Dem glaubens- und lehramtstreuen Bischof war nach einem Vortrag auf dem Kongress "Freude am Glauben" absurderweise vorgeworfen bzw. unterstellt worden, er propagiere die Todesstrafe für Homosexuelle und rufe zu Gewalt gegen ebensolche auf. Während die Ankläger die alttestamentlichen Textstellen Lev 18,22 und 20,13 wörtlich auslegen wollten, war es für den Bischof selbstverständlich, dass diese Zitate nicht wörtlich zu verstehen (und auszuführen) sind, dass sie aber darauf hinweisen, dass es "eine drastische Ablehnung homosexueller Handlungen gibt, und dass wir uns als Christen dessen bewusst sein müssen". Der Bischof erläutert ausführlich und für jeden Menschen guten Willens nachvollziehbar seine Ausführungen im Fuldaer Vortrag.

Aus der Stellungnahme des Churer Bischofs zu den Missverständnissen um seinen am 31. Juli 2015 gehaltenen Vortrag über "Die Ehe, Geschenk, Sakrament und Auftrag":
"Selbstverständlich trete ich nicht für die alttestamentarische Forderung nach der Todesstrafe für homosexuell empfindende Menschen ein. Auch dann nicht, wenn dies fachtheologisch ummäntelt daherkäme, wie man mir zu unterstellen scheint. Die gewählten Zitate sind nicht Ausdruck meiner Gesinnung, sondern vielmehr meiner Überzeugung, dass im Rahmen einer theologischen Reflexion keine Textstellen aus der Heiligen Schrift verschwiegen werden dürfen, nur weil sie im heutigen Kontext Schwierigkeiten bereiten. Ich habe einen 22seitigen Text verfasst, mit 16 teils umfangreichen Fussnoten, Literaturhinweisen und Belegstellen. Insgesamt werden 11 Texte aus dem Alten und Neuen Testament ausführlich zitiert und dann jeweils kurz erläutert. Diese Ausführlichkeit der Zitierung schien mir geboten, da es erstens ein mündlicher Vortrag war und da ich zweitens das Alte Testament nicht zensurieren wollte. Deshalb habe ich an sechster Stelle auch die alttestamentlichen Stellen Levitikus (Lev) 18,22 und 20,13 vollständig zitiert.

Die Erläuterung dieser Stellen habe ich nach einem einleitenden Satz in zwei Teile gegliedert. Der erste spricht von der theologischen Bewertung homosexueller Handlungen im Rahmen des Alten Testamentes, der zweite vom Handeln der Kirche aus heutiger, christlicher (neutestamentlicher) Sicht. (...)

Aufgrund dieser Zweiteilung des Gedankengangs in theologische Reflexion und Aussagen über das kirchliche Handeln war für mich klar, dass das kirchliche Handeln immer Hilfe zum Leben ist und nicht den Tod bringt. Dieses kirchliche Handeln besteht in Mitgefühl und Takt, nicht in Herabsetzung. Dies entspricht auch dem „Katechismus der Katholischen Kirche“ (Nr. 2357-2359), den ich in der Anmerkung 10 in diesem Zusammenhang zitiere."

Der Wortlaut der Stellungnahme vom 12. August 2015 ist auf der Seite des Bistums Chur (hier) zu finden.

Bischof Huonder entschuldigt sich ausdrücklich bei all jenen, die sich "verletzt gefühlt haben, besonders bei homosexuell empfindenden Menschen" und räumt auch eigene Fehler in der Konzeption und mangelnde Klarheit bei der Formulierung des Textes ein.



Weitere Beiträge zu den "Anfeindungen gegen Bischof Huonder und die katholische Kirche":


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