Mittwoch, 17. Dezember 2014

Andacht im Advent (1)

Jesus, unser Gott und Heiland, auf den die Völker der Erde jahrtausendelang mit Sehnsucht gehofft haben, du bist in der Fülle der Zeiten voll Gnade und Erbarmen unter uns erschienen. Wir bitten dich, lass uns in dieser heiligen Zeit des großen Elendes gedenken, das die Sünde über das ganze Menschengeschlecht gebracht hat; lass uns unsere eigene Sündhaftigkeit und ihre traurigen Folgen recht zu Herzen nehmen.

Wie die frommen Väter des Alten Bundes sich nach Erlösung sehnten, so wollen auch wir mit Innigkeit nach dir, der einzigen Quelle unseres Heiles, verlangen. Herr, erleuchte uns und bewege unsere Herzen zu aufrichtiger Buße, damit wir auf deine gnadenreiche Ankunft uns würdig vorbereiten und den Reichtum deiner Gnade in unsere Seele aufnehmen.

Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab!
Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor!

"Der Herr wird kommen und nicht zögern. Er wird den Abgrund der Finsternis erhellen und sich allen Völkern offenbaren."

Herr, lass uns deine Wege auf Erden erkennen
und unter allen Völkern dein Heil schauen!
Herr, erhöre mein Gebet,
und lass mein Rufen zu dir kommen!

O ewige Weisheit, lebendiges Wort aus dem Munde des Vaters, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; ohne dich irren wir umher wie Schafe ohne Hirten: sende einen Strahl deines Lichtes in unsere Herzen, damit wir erkennen, wie eitel diese Welt, wie vergänglich ihre Güter, wie gefahrvoll ihre Freuden und wie trügerisch ihre Verheißungen sind, der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.


Andacht zum Advent; Gebet- und Gesangbuch für das Bistum Münster; Verlag Aschendorf, Münster i. W.; AD 1939, S. 203f



Andachten in Anlehnung an die vorweihnachtlichen O-Antiphonen:
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