Sonntag, 15. Juni 2014

Der Priester - eine Offenbarung der Heiligsten Dreifaltigkeit

Adsum!

Der geweihte Priester ist, wie es für Adams Leben vorgesehen war, ein Akt der totalen Selbsthingabe. Aus diesem Grunde lebt er im Zölibat. Das macht ihn frei für das Dienstamt, für den Dienst in der Kirche.

So frei, dass er sich selbst ganz hingeben kann, ohne etwas zurückzuhalten, wie der ewige Vater sein Leben dem Sohn gibt. So frei, dass er diese Liebe zurückgeben kann, wiederum ohne etwas zurückzuhalten, so wie der Sohn sein Leben in Liebe seinem Vater zurückgibt. das Leben, das sie teilen - und das Leben, das der Priester mit seinem Volk teilen darf - ist der Heilige Geist.

Im neuen Bund ist das Priestertum folglich zu einer Offenbarung der Heiligsten Dreifaltigkeit geworden, einer Offenbarung des Himmels auf Erden.


Scott Hahn in "Der Priester - Krieger, Bruder, Bräutigam"; St Ulrich Verlag GmbH Augsburg; Ad 2011; S. 40/41



Bild: Priesterweihe von Pater Kenneth Walker und vier weiteren Diakonen am 19. Mai 2012 in Lincoln, Nebraska durch Bischof Fabian Bruskewitz; Quelle: FSSP

Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Text. "So frei, sich selbst hinzugeben" sind wohl nur wenige Priester - aber es gibt sie! Und der eine, den ich kenne, der das in idealer Weise verkörpert, macht mir immer wieder so viel Mut, dass die Kirche doch noch nicht am Ende ist....

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  2. Danke für den Kommentar, Lina.
    Nein, die Kirche ist noch lange nicht am Ende - auch wenn man das hier bei uns, wo die Kirche materiell so reich ist, manchmal meinen könnte...

    Das ganze Buch von Scott Hahn über das Wesen des Priesters ist sehr schön, mit vielen erstaunlichen Einsichten. So schön und - wie Du sagst: ermutigend für uns Laien, wenn ein Priester ganz seine Berufung lebt!

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    1. Ja, und noch ermutigender: das sind (nicht nur, aber tendenziell) die jungen Priester, die sich darauf wieder besinnen: ihre Berufung zu leben, ohne Angst zu haben, dass andere das merken könnten. In einer totalen inneren Freiheit und Freude, die sie dann auch ausstrahlen. Und die dadurch zeigen, ohne es anderen moralisierend aufzudrängen: da muss es etwas geben, was mehr ist, stärker ist als das,was wir so alltäglich erleben, als die Liebe, die man mit einem menschlichen Partner erleben kann. Jedenfalls habe ich es so empfunden bei dem einen, den ich mal kennen lernen durfte. Das interessanteste dabei fand ich, dass er mit seiner Entschiedenheit und seiner Überzeugung gerade auch "Glaubensferne" beeindruckt hat.... ich hoffe, die jungen, "konservativen" Priester lassen sich in diesem Sinne nicht entmutigen!

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