Montag, 31. März 2014

Dass wir den Übergang bestehn...

...zum Pascha, das kein Ende kennt

Das Wort vom "Übergang" hat Konjunktur. So vieles verändert sich gegenwärtig im gesellschaftlichen Leben, dass der Eindruck von zu Ende gehenden Selbstverständlichkeiten und die Ungewissheit, welche Zukunft wir vor uns haben, Ängste weckt. Dass Besitzstandsdenken nicht weiterführt, wissen wir. Wer aber abgeben und aufgeben soll, fürchtet sich verständlicherweise davor, wo er bleibt und fragt sich, was von ihm bleibt, wenn Übergänge und Umbrüche anstehen. (...)

Auch wer in seiner persönlichen Biografie in Übergangssituationen steht, kennt das Gefühl, hin und her gerissen zu sein.

Übergänge haben etwas Vorläufiges, noch nicht Ausgereiftes an sich. Ihnen lastet oft das Image eines notwendigen, unausweichlichen und damit eher lästigen Zwischenschritts an. Lieber haben wir das Bleibende oder schon das ganz Neue - und nicht etwas dazwischen!

Aber gerade darin besteht das Wesen des Übergangs. Das macht ihn so kostbar: in der Natur, in der Geschichte und auch in unserem persönlichen Leben. So hat es Gott gefügt! Es gibt keinen Tag ohne den Morgen und den Abend. Es gibt keine Entwicklung ohne Aufbruch und Umbruch. In diesen Übergängen von Nacht und Tag setzt Gotttes Wirken an: in seiner Schöpfung, in seiner Kirche, in uns ganz persönlich. (...)

Im Rhytmus Gottes zu leben bedeutet, den Übergängen ihren eigenen Wert beizumessen und in ihnen Gott für uns persönlich am Werk zu wissen. In diesem Sinne ist Flexibilität nicht einfach Beliebigkeit. Sie beinhaltet vielmehr eine innere Sensibilität dafür, dass wir auch in dem, was uns beugt und niederdrückt, zu dem finden, was uns wirklich weiterhilft. Was Gott uns in solchen Übergängen einprägt, sind die nachhaltigsten Fingerabdrücke seines Wirkens an uns und damit der wirkliche Fortschritt unserer Seele.


Franz-Peter Tebartz-van Elst: Glaube braucht Gestalt - Ermutigung zu einer missionarischen Spiritualität; Verlag Butzon & Bercker Kevelaer AD 2006


HYMNUS

Nun ist sie da, die rechte Zeit,
die Gottes Huld uns wieder schenkt,
nun ist er da, der Tag des Heils,
erfüllt von Christi hellem Licht.

Jetzt soll sich unser ganzes Herz
durch Fasten und Gebet erneu'n,
und durch Entsagung werde stark,
was müde ist und schwach und krank.

Laß uns, o Herr, mit Geist und Leib
das Werk der Buße freudig tun,
dass wir den Übergang bestehn
zum Pascha, das kein Ende kennt.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Laß uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied.


Hymnus der Fastenzeit aus dem Stundenbuch (nach: „Nunc tempus acceptabile“; spätestens 10. Jhdt)
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