Dienstag, 12. November 2013

Ab 18 Uhr live: Frankfurter Podiumsdiskussion über die Situation im Bistum Limburg

 

Am heutigen Dienstag, den 12. November 2013, findet um 18 Uhr unter dem reißerischen Titel "Aufräumen nach dem Knall"  in Frankfurt eine Podiumsdiskussion über die aktuelle Situation im Bistum Limburg statt. An der Diskussion nehmen teil:
  • Daniel Deckers, Redakteur "Frankfurter Allgemeine Zeitung"
  • Johannes zu Eltz, Frankfurter Stadtdekan
  • Thomas Löhr, Weihbischof von Limburg (wegen Dienstreise verhindert)
  • Thomas Schüller, Kirchenrechtler Universität Münster
  • Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
Das Internet-Portal der deutschen Bischofskonferenz "katholisch.de" überträgt die Podiumsdiskussion via Livestream.

UPDATE:

Die Aufzeichnung der etwa zweistündigen Veranstaltung im Frankfurter "Haus am Dom" bei katholisch.de, dem Internetportal der deutschen Bischöfe:


Weiteres zum Thema "Rebellion im Bistum Limburg":

Limburger Dom;eigenes Foto

Kommentare:

  1. Und, wie ist es denn gelaufen? (Leider konnte ich den LiveStream nicht verfolgen.)

    Die Auswahl der Gäste deutet ja ein Übergewicht der Anti-Bischof-Partei an. Schade, daß Weihbischof Löhr sich der Diskussion entzogen hat. Von ihm gab es ja bislang auffallend wenige Stellungnahmen. Normalerweise könnte man erwarten, daß in einer solchen Lage (Bischof weilt außerhalb des Bistums, übt sein Amt nicht aktiv aus, ist aber nicht entbunden) der langjährig amtierende Weihbischof die Leitung übernähme und nicht der erst neu zu installierende Generalvikar, obschon kirchenrechtlich natürlich diesem die Stellvertretung obliegt und ihm dieserhalb die einschlägigen Rechte übertragen sind. Daß nicht gleich der Weihbischof zum Generalvikar ernannt wurde, wie es Can. 406 eigentlich verlangt, läßt indessen vermuten, daß er nicht als neutral gilt. Beide, Weihbischof und Generalvikar hängen ja vom Bischof ab, verlieren also ihre Ämter mit dessen Emeritierung bzw. der Besitzergreifung durch den Nachfolger, sofern freilich nichts anderes von oben verfügt wird.

    Ich hatte dieser Tage im FAZ-Forum den als intimen Kenner der Limburger Verhältnisse hervorgetretenen Leser R. Vormbaum (leider ohne Antwort zu erhalten - RV. kämpft im libertären FAZ-Forum auf beinah verlorenem Posten) gefragt, welche Position Weihbischof Löhr bezieht. Und auch dessen Nachfolger als Pfarrer der wichtigen Pfarrgemeinde Rüdesheim, Pfr. Daniel. Denn dieser war seinerzeit Nachfolger des amtierenden Frankfurter Stadtdekans als Kaplan der Pfarrgemeinde Oberursel. Aus dieser Zeit (Mitte-Ende der 90er Jahre) ist mir weder der eine noch der andere als besonders reformatorischer Geist in Erinnerung, wiewohl es ja das Vorrecht der Jugend (also auch der Kapläne) ist, den glaubensimmanenten Zweifel immer wieder neu vorzubringen, um so den im Glauben gereiften, durch mancherlei Anfechtung hindurchgegangenen Christen, Laien wie Seelsorgern, allen voran dem Bischof selbst, einmal mehr Gelegenheit zu geben, aus den ewig gültigen Wahrheiten des von Gott durch Christus geoffenbarten und durch die Tradition der Kirche bezeugten Glaubens darzulegen und mit Hilfe der daraus fließenden Kraft des Heiligen Geistes diesen Zweifel zu bekämpfen. Diese Aufgabe wäre damals in erster Linie dem weiland Pfr. Perne zugefallen, der zwar als vormaliger Seminarsregens in besonderem Maße dafür geeignet erscheinen mußte, aber wegen seiner angeschlagenen Gesundheit wohl nicht im Vollbesitz seiner Kräfte gewesen ist. Vielleicht war aber seine Autorität als ehem. Regens dennoch ungebrochen, so daß es die beiden nicht wagten. Kaplan Daniel erschien übrigens als der talentiertere Theologe, wenngleich Kaplan zu Eltz sich nun wohl als der ambitionierte erweist. Allerdings hat dieser aber auch einem Familienanspruch gerecht zu werden: Immerhin zählen kurfürstliche Erzbischöfe von Trier und Mainz unter seine Vorfahren.

    ...

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  2. ...

    In der wichtigen Pfarrgemeinde Rüdesheim, in der mit Kloster Eibingen immerhin ein über die Bistumsgrenzen weit hinausstrahlendes spirituelles Zentrum liegt und wo Altbischof Kamphaus - wohl nicht von ungefähr - seinen Alterssitz wählte, scheint Pfr. Daniel die Zügel fester in die Hand zu nehmen. Als verantwortlicher Seelsorger im nun größeren Pastoralen Raum Rüdesheim-Lorch kann er sich dem Zugriff der gemeindlichen Laiengremien der einzelnen Teilgemeinden besser entziehen. Das ist auch notwendig, denn gerade im klimatisch begünstigten, wohlhabenden und sinnenfrohen Rheingau gedeiht das weichgespülte Wohlfühlchristentum, in dem sich starke Laien - ermuntert durch das Laissez-faire des Altbischofs - anmaßen, die eine wahre Lehre nach ihrem Gusto auszulegen, sie somit als Verfügungsmasse anzusehen. Der in den Gemeinden erschreckend deutlich werdende, mangelnde Respekt gegenüber der Liturgie ist sichtbares Zeichen dafür, daß die innere Bindung zum Heiligsten gelockert oder gänzlich abgerissen ist. Daß allen, die an diesem Zustand der Beliebigkeit, der Freizügigkeit etwas ändern wollen, die Gefolgschaft verweigert wird, scheint folgerichtig und erklärt zum größten Teil die Kampagne gegen den Bischof und seine Getreuen. Viel wird auch davon abhängen, wie sich gerade die Äbtissin in Eibingen positioniert. Die Hl. Hildegard wird ja von beiden Seiten, den Loyalen wie den Illoyalen, als Patronin ins Feld geführt. Überhaupt pflegen die Ordensgemeinschaften im Bistum Limburg, die Frauenkonvente zumal, mitunter einen besonders eigenständigen Stil, der mit traditionellen, bewährten Formen bricht. So haben bspw. gerade die in Oberursel ansässigen (wiewohl kirchenrechtlich dem Bistum Mainz unterstehenden) Schwestern der göttlichen Vorsehung schon in den 90er Jahren den Habit als auffälliges und damit unbequemes Zeichen ihrer ja vor allem geistlichen Berufung abgelegt, um sich so ein schärferes Profil als sozial-caritative Dienstleister zu geben, das im hedonistisch-säkularen Milieu des Frankfurter Speckgürtels weniger anstößig wirkt. Daß mit der Vernachlässigung der geistlichen Dimension ihres Dienstes auch die anderen Grundsätze klösterlichen Lebens wie z. B. Keuschheit gleichfalls nicht mehr streng geachtet werden, ist da nur folgerichtig.

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  3. Lieber JoVolkmar,

    vielen Dank für die zahlreichen Informationen aus dem Bistum Limburg.

    Ich konnte gestern selber (zeitlich) nur sehr eingeschränkt der "Podiumsdiskussion" (treffender würde man wohl eher von einem Tribunal sprechen) folgen.
    Inzwischen gibt es auf katholisch.de die Aufzeichnung der etwa zweistündigen Veranstaltung und zwar hier:
    http://www.katholisch.de/de/katholisch/video/video_details.php?id=12624 (Teil 1) usw.

    Zur Haltung des Weihbischofs Thomas Löhr, der wegen einer dringenden Dienstreise nicht an der Veranstaltung teilnehmem konnte, teilte der Moderator Joachim Valentin mit, dass dieser in einem Vorgespräch große Freude über die Entscheidung von Papst Franziskus geäußert habe, den bereits ernannten Generalvikar Wolfgang Rösch vorzeitig als solchen einzusetzen.

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